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Full text of "Vergleichende grammatik der slavischen sprachen"

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W^RARX 



VERGLEICHENDE 



GRAMMATIK 



DER 



SLAVISCHEN SPRACHEN 



VON 



FRANZ MIKLOSICH. 



Gl 



ERSTER BAND. 



LAUTLEHRE. 



WIEN, 18Ti). 
\\ 1 L II i: L M P, RA U M C L L E R 

Iv. K. IKiK- INIi LNIVERSITÄTSBUCimÄNDLER. 



VERGLEICHENDE ^Sq-tyi 



LAUTLEHRE 



DER 



SLAVISCHEN SPRACHEN 



VON 



FRANZ MIKLOSICH. 



VON DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN 
GEKRÖNTE PREISSCHRIFT. 



ZWEITE AUSGABE. 






WIEN. 187(1. 
WILHELM B R A U M Ü L L E R 

K. K. HOF- UND ÜNIVERSITÄTSIUICHHÄXTLIOR. 



INHALT. 



Seite 

I. Altslovenisch 1 

II. Neuslovenisch 303 

III. Bulgariscli 361 

IV. Serbisch und chorvatisch 386 

V. Kleinrussisch 42.5 

VI. Russisch 460 

VII. Cechisch -486 

VIII. Polnisch 519 

IX. Oberserbisch 553 

X. Niederserbisch 568 

Zusätze und Verbesserungen 580 

Litteratur 590 



Druck von Adolf Holzhausen in Wien 
k. k. Uiiiversitäts-Buchdruckerei. 



Lautlehre der altsloveiiisclien spräche. 



EESTEE TEIL. 
Vocalismus. 



A, i, u sind die drei grimdpfeiler des vocalismus der arischen 
sprachen. Dies lehrt die Sprachwissenschaft in ilhereinstimmung mit 
der ph/siologie. Alle Übrigen vocale sind aus diesen drei entstanden. 



Erstes capitel. 
Die einzelnen vocale. 

A-vocale der altslovenischen spräche und der slavischen sprachen 
überhaupt sind die aus dem a der arischen Ursprache entstandenen 
vocale. Diese arische Ursprache ist nicht das altindische : allein dieses 
steht der arischen Ursprache unter allen bekannten arischen sprachen 
am allernächsten, so dass man es an die stelle der arischen Ursprache 
in allen puncten treten lassen darf, in denen die Wissenschaft nicht 
eine abweichung nachzuweisen vermag. So ist für das aind. pürna 
voll als ursprachlich parna anzusetzen, das eigentlich ein particij) von 
par füllen ist und dem aslov. pl'Lm> aus pelaT>, p. pelny, entspricht. 
Die slavische grammatik hat die frage zu beanticorten : loelche Schick- 
sale hat das ursprachliche a in den slavischen sprachen erfahren'? Es 
sind demnach hier auch jene fälle zu behandeln, in denen ursprach- 
liches a durch keinen vocal vertreten ist: dies ist der fall im oben 

1 



vocalisraus. 



angeführten pltu-L, das dem urspracMichen parna entspricht und, plnt 
lautete. Eine besondere kategorie bilden jene wenig zahlreichen icorte, 
in denen ursprachliches a nie ur sprachliches i oder u behandelt mrd. 

A. Die a-vocale. 

Der a-vocal kömmt im aslov. auf einer vierfachen stufe vor: 

1. 1. A. Auf der ersten stufe des a-lautes steht e: aslov. peka 
coquo, aind. pacämi. Der. in die periode der Ursprache zu versetzende 
ühergang des ursprünglichen a in a^, das durch a^ bezeichnet werden 
kann, slav. e, beruht wahrscheinlich auf dem accente, der ursprünglich 
chromatisch war, d. h. in einem höheren tone der accentuierten silbe dem 
niedrigeren der nicht accentuierten silhen gegenüber bestand. W. Scherer, 
Zur geschichte der deutschen spräche seite 121. Zeitschrift 23. seite 
115. 131. 

B. Aus dem e entwickelte sich schon in der slavischen Ursprache 
nicht selten der i-laut h: zvtneti sonare aus zven, icie zvont sonus 
zeigt, btrati colligere aus ber, wie bera colligo und boi"L in s'Lbori. 
collectio dartut. Der ühergang des slavischen e in i. beruht, wie 
mir scheint, teils auf dem exspiratorischen accente, d. h. auf einem 
relativen forte der accentuierten silbe dem jnano der nicht accentuierten 
silben gegenüber, Zeitschrift 33. seite 116, teils auf dem mangel 
des accentes. Das forte tmd die accentlosigkeit der silbe hat dieselbe 
Wirkung: dvfci'b. bträti. 

2. A. Die lautverbindungen er, el gehen vor consonanten in einigen 
sprachen durch Schwund des e in silhenhildendes y, 1 über, das aslov. 
durch ri,, 1t> oder vh, \h bezeichnet icird: ci"Bpati, crtpati haurire 
aus öerpati. \x\VhzvL, mlLza mulgeo aus melza. Die worte lauten 
örpati, nilza. 

B. Dieselben lautverbindungen er, el gehen vor consonanten in 
einigen sprachen durch metathese des r, l und dehnung des e zu e in 
re, le über: mreti mori aus merti. mieti molere aus melti. Es gibt 
fälle, in denen verwandhing des er, el in r, 1 oder in re, le eintreten 
kann: mreti, mrLti mori aus merti. mlesti, *mlT>sti, s. musti aus 
mlsti, midgere aus melsti, ic. melz. Die spräche gelangt manchmal auf 
verschiedenen wegen zu ihrem ziele, das in diesem falle die Vermeidung 
der lautgruppe ist, die durch tert bezeichnet werden kann, ivoraus 
entweder tr'tt oder tret loird. Der hypothese, der grund der differenz 
zwischen lurttb in s'i.inr'i.tL und inreti sei im. accente zu suchen, scheinen 
die doppelformen mreti und mr-Lti entgegen zu stehen. Es bleibt nur 



die Vermutung Uhrü), inreti und mr'Lti seien in verschiedenen perioden 
der sprachenticickehing entstanden und die ältere habe sich neben der 
jüngeren erhalten. Die dehnung des e in den hieher gehörigen fällen 
hat keine functionelle bedeutung wie in dein iterativen pogrebati im 
gegensatze zu dem lierfectiven pogreti aus pogrebti. Sie beruht auf 
physiologischen gründen . 

3. en geht vor consonanten und im auslaute in einigen s'prachen 
in das nasal lautende § über: desetb decem aus desentb, d. i. de- 
sen-tb (deseiu-tt), wie aind. dasati zehnzahl, decade aus dasan-ti 
(dasam-ti). naceti incipere aus nacenti, naöbna: 6hn beruht auf hen, 
wie konb in iskoni zeigt, seme seinen aus semen, sg. g. semene. 
jeti, eti prehendere aus jemti, emti. ima für jbma aus jema. Die 
aoriste nace und naje, loofür auch iiacett und najett vorkömmt, 
beruhen auf naces oder uacet, najes oder najet. 

//. Auf der zweiten stufe des a-lautes steht e : neben dem aus 
a erwachsenen e besitzt die spräche ein aus i hervorgegangenes e. 
Dieser a-laut ist allen jenen sprachen eigen, die den laut e haben; 
hieher gehören die europäischen und das armenische, e ist durchaus 
jüngeren Ursprungs: es steht ur sprachlichem ä gegenüber wie in de, 
aind. dhä, oder ist auf slavischem boden dm'ch dehnung des e ent- 
standen : vesTj duxi aus ved-si. e als dehnung des e verhält sich zu 
diesem icie i zu h, wie j zu 'h und wie a zu o, vielleicht auch wie 
r, 1 zu r, 1. 

II I. 1. Ä. Auf der dritten stufe des a-lautes steht o. o entspricht 
dem lit. und germ. a. Bezzenberger, Über die a-reihe usw. 43. Das 
slavische schliesst sich hinsichtlich des o zunächst dem griech. an : man 
beachte das o der neutra und ivorte ivie -^ipoq, aslov. -borT>, aus cpsp. 
Die Steigerung des e zu o ist als die erste Steigerung des a^ anzusehen, es 
verhält sich nämlich e zu o wie a^ zu a.^, aa (ä), im gegensatze zu jenem 
ä, das aus äa hervorgegangen. Auch das o in ivorten wie bogt, aind. 
bhaga, entsteht aus ursprünglichem a^ ; es ist eben so alt wie das e 
in bera, aind. bharämi. Da e von hellerer, o hingegen von dunklerer 
klangfarbe ist als a, so Jcann es sich nicht in einer der entstehung des 
e analogen iceise entwickelt haben. Hier scheint das gewicht des lautes 
massgebend zu sein, eine ansieht, mit der die gleichstellung des o und 
aa zusammenhängt, o als Steigerung des e verhält sich zu diesem ivie 
oj, e zu i, wie ov, u zu u. 

B. Aus dem o entwickelte sich schon in der slavischen Ursprache 
nicht selten der u-laut !>: dT>m in Ai^ina. fio, aind. dham. Das herab- 
sinken des o zu t beruht auf denselben gründen wie die Schwächung 



4 vocalismus. 

des e zu h, entweder auf dem forte des accentes oder auf der accent- 
losigkeit: &T,, dT^nia. 

2. A. Dass or, ol vor consonanten durch schtcund des o in silben- 
bildendes r, 1 übergehe, scheint in abrede gestellt werden zu sollen. 

B. Die lautverbindungen or, ol gehen vor consonanten in einigen 
sprachen durch metathese des r, 1 und dehnung des o zu a in ra, la 
über: smvsidi> foetor aus dem durch Steigerung des e zu o und das 
Suffix 1) aus smerd entstandenen sinordi.. mladt iuvenis aus dem 
durch Steigerung des e zu o und das suffix i> aus meld erwachsenen 
moldt. Die dehnung des o zu a hat hier keine functionelle bedeutung 
wie in dem iterativen utapati immergi im gegensatze zu dem 2yerfec- 
tiven xitonati von utop. Jene dehnung beruht auf phijsiologischen 
Ursachen. 

3. on geht vor consonanten in einigen sprachen in das nasal 
lautende a über : mogat'B possunt aus mog-o-ntt von mog-. Dasselbe 
gilt von om vor consonanten und im auslaute: dati flare steht für 
domti, aind. dham, aslov. praes. dtma. Auch der sg. acc. ryba scheint 
unmittelbar auf rjho-m zu beruhen. Ein aorist da, wofür d^t-B möglicli 
ist, würde als aus das, dat entstanden zu betrachten sein. vazi. vin- 
cidum entsteht aus vonzt, das sich zu vez, d. i. veuz, genau so 
verhält wie brodnb zu bred, das daher die Steigerung des e zu o enthält. 

IV. Auf der vierteil stufe des a-lautes steht a, das uns entweder 
als ursprüngliches ä oder als gleichfalls in die Ursprache zurückreichende 
Steigerung eines a gilt: da, aind. da. Was das aus einer Steigerung 
hervorgegangene a anlangt, so ist es aus der Verbindung von äa, im 
gegensatze zu aa, entstanden; dieses a verdankt demnach seine ent- 
stehung der zweiten Steigerung: aind. sädaja- aus säadaja-, io. sad, 
lautet slav. sadi- ; sowie aind. irävaja- aus sr-d-uaja-, w. sru, slav. 
slavi- entspricht. 

B. Die i-vocale. 

Der i-vocal kömmt im aslov. auf einer dreifachen stufe vor : 

1. 1. Auf der ersten stufe des i-lautes steht t: aslov. (^bta 
numero, aind. cit animadvertere. h ist aus i wahrscheinlich so ent- 
standen lüie h aus e, nämlich teils durch den exspiratorischen accent, 
teils durch den mangel des accentes: di.ni.. svbt^'ti. i> a\is i mag älter 
sein als l aus e, da jenes aif dem ursprünglichen i, dieses auf dem 
aus dem iirsprünglichen a entstandenen e beruht. 

2. Die lautverbindungen ri, li gehen zunächst in vh, \h üher, 
woraus vor consonanten durch Schwund des h s'dbenbildendes r, 1 ent- 
steht, das aslov. durch n>, It oder durch vh, \h bezeichnet wird: 



vocalisrans. 5 

krisnati ans kiisnati, krhsuati, wie aus kres- in kresiti hervorgeht. 
gHbnati aus glibnati, g-li.bnati: dieses ist indessen hei g-ltLuati nicht 
ganz sicher. Formen icie krsnati sind nicht nur dem aslov., sondern 
auch dem nsl., kroat., serh., cech., sie loaren ehedem auch dem hulg. 
bekannt, stammen demnach aus diesem und, einem in der hildung der 
verha iterativa liegenden gründe aus einer sehr fernen Vergangenheit. 
Für das hohe alter der formen wie Ipeti (Ibpeti) kann zwar die Ver- 
breitung derselben, jedoch nicht die bilduvg der verba iterativa geltend 
gemacht werdest. 

IL Auf der zweiten stufe des i-lautes steht i. Der laut ist 
urslavisch, jedoch, abgesehen von den icorten, in denen er altem I 
gegenübertritt, erst auf dem boden der slavischen sprachen entstanden, 
er mag nun ehemaligen diphtliongen gegenüberstehen oder durch dehnung 
von h entstanden sein: lizati, lit. laizlti. poöitati von ött. Als dehnungs- 
laut ist i aus h durch stärkere exspiration entstanden, i aus t e7it- 
spricht dem e aus e, dem a aus o und dem y aiis t, vielleicht auch 
dem T, 1 aus r, 1. in pogribati steht i für e aus e, da die wurzel 
greb, nicht etwa grbb lautet. 

III. Auf der dritten stufe des i-lautes steht oj, e, jenes vor 
vocalen, dieses vor consonanteyi : poji) in upoj ebrietas von pi. lepi. 
viscum: aind. rip, lip. oj, e entsprechen aind. aj, e, beides aus ur- 
sprachlicliem ai. oj und e sind Steigerungen des i, d. i. laute, die 
aus i durch vorschiebimg eines alten a hervorgegangen sind. 

Eine vierte stufe des i-lautes ist im slav. tcnnachweisbar, napa- 
jati ist nicht unmittelbar auf pi; sondern auf napoiti, d. i. napojiti, 
zurückzuführen, aus dem es durch dehnung des o zu a hervorgegangen. 

C. Die u-Yocale. 

Der u-vocal kömmt im aslov. auf einer vierfachen stufe vor: 

1. 1. Auf der ersten stufe des u-lautes steht x: aslov. btdeti 
vigilare, aind. budh. x ist aus u wahrscheinlich ebenso hervorgegangen 
wie t aus i: m^hrh, sxlinati. "i aus u mag älter sein als t> aus o: 
jenes entsteht aus ursprünglichem u, dieses setzt ein auf ursprünglichem 
a beruhendes o voraus. 

2. Die lautverhindungen ru, lu gehen zunächst in vb, l'b über, 
woraus sich vor consonanten durch Schwund des i. silbenbildendes r, 1 
entwickelte, das rt, li oder Vb, \b geschrieben wird, drtvo aus drü-vo: 
aind. dru. bltha aus blülia : lit. blusa. Von formen wie drtvo, bHlia 
gilt dasselbe, was oben von den formen wie kr 1)813 ati gesagt worden; 
ivährend formen wie rtdeti, Itgati wie Itpeti zu beurteilen sind. 



6 vocalismus. 

//. Auf der zweiten stufe des u-lautes steht j. Der laut ist 
urslavisch, jedoch nicht aus früherer zeit überkommen, sondern erst 
auf slavischem hoden erwachsen, er mag nun einem älteren gedehnten 
u gegenüherstehen oder durch dehnung, stärkere exspiration hei der 
ausspräche des t entstehen : dynit, aind. dhnma. vtzbydati expergefieri, 
iterativum von b-td. Der dehnungslaut j entspricht dem i aus h, dem 
e aus e und dem a aus o, vielleicht auch dem r, I aus r, 1. Auch 
das aus a entstandene ^ wird zu j gedehnt: sjlati von st.! aus sol, 
aind. sar. 

III. Auf der dritten stufe des u-lautes steht ov, Vi, jenes vor vocalen, 
dieses vor consonanten: sloves in slovo. sluti darum esse, beides von 
slü, aind. sru. ov, u entsprechen aind. av, ö, beides aus ursprachlichem 
au. ov und u sind Steigerungen des u, d. i. laute, die aus u durch 
Vorschiebung eines a entstanden sind. 

IV. Auf der vierten stufe des u-lautes steht av vor vocalen, 
va vor consonanten: slava von slü, kvasi) von kiis. av und va sind 
Steigerungen des u, indem sie aus dem letzteren durch vorschiebimg 
eines ä entstanden sind: vergl. aind. srävaja- aus sru. av in blago- 
slavJja- benedicere eucp-rjij.iTv ist nicht als die zweite Steigerung des u, 
sondern als die dehnung des ov in blag-oslovi aufzufassen. 

Wenn man sagt, o und a seien auf e, oj und e auf h, ov und 
u so wie av und va auf t> zurückzuführen, so wird ein process, der 
sich in der Ursprache vollzog, in die slavische periode verlegt; richtig 
ist nur die darstellung, nach icelcher sich aus a - aa, üa, aus i - ai 
und aus u-au, au entwickelt hat, aus loelchen lauten slav. e, o, 
a ; h, oj, e ; 'l, ov, i\, av, va entstanden sind. Dagegen ist es voll- 
kommen richtig, loenn gesagt icird, es seien die vocale e, h, i. zu e, 
i, j gedehnt xcorden, denn dieser process hat sich in der slavischen 
periode vollzogen. In der dehnung gehen die slavischen sprachen zu 
sehr ihren besonderen weg, als dass man die dehnungen in die litu- 
slavische, geschweige denn in eine noch ältere periode zu versetzen be- 
rechtigt wäre. 

Übersicht der vocale. 

A-vocale. I-vocale. U-vocale. 



I. 


e, 


h 


h 


t 


II 


e 




i 


7 


III 


0; 


li 


oj, e 


ov, u 


IV. 


a 




— 


av, va 



Tocal e. 



A. Die a-vocale. 

/. Erste stufe. 
1. A) Ungeschwächtes e. 

J. Der name des btichstabens e ist jestt, i€CTK, fCTk. Das e 
in bedro ist natürlich nicht praejotiert : pjetalt lam. 1. 101. ist nicht 
aslov. e ist daher im alphahete eigentlich unhenannt, was darin seinen 
grund hat, dass es im aslov. im anlaut kein unpraejotiertes e gibt. 
Es wird zwar behauptet, es habe in der älteren periode des aslov. 
unpraejotiertes e im anlaut und ebenso im inlaiit nach vocalen be- 
standen, wobei man sich auf formen beruft wie ezero neben dem für 
jünger erklärten jezero, smeesi se neben dem für minder ursprüng- 
lich gehaltenen smejesi se, indem man meint, es sei, ico ezero, sme- 
esi geschrieben ivird, auch so gesprochen worden. Dass hier von älteren 
und jüngeren Spracherscheinungen nicht die rede sein kann, zeigt das 
vorkommen praejotierter und tmpraejotierter formen in demselben 
denkmahl. Wer nun meint, auch smeesi habe smejesi gelautet, braucht 
sich nicht auf die ausspräche der späteren zeit und der gegenwart zu 
berufen, er kann für seine ansieht auch formen loie kopije anführen, 
das ohne j kopio lauten ivürde, wie man moseomt neben mosejemt^ 
iliopolbskb starine 9. 29. nachweisen kann, smejesi ist demnach eben 
so alt als kopije. Weiin man nestt nur aus ne estb, nicht aus 
ne jestb glaubt erklären zu können, so irrt man wohl: nestt kann auch 
auf nejestb zurückgeführt icerden; ivahrscheinlich ist jedoch die ent- 
stehung des nestb aus ne jstt, wie nsl. nemam aus ne jmam. ne 
in neki)to entsteht aus ne ve. Vergl. darüber 4. seite 171. In allen 
drei fällen ist das verbum enklitisch. 

2. E ist der reflex des ursprachlichen kurzen a, a^, in einer be- 
deutenden anzahl icichtiger worte : bera. bezi). cetyri. desetb. desbn's. 
devetb usw. Dem e entspricht lit. lett. e: bez^^ lett. bez, lit. be. 
breda, lit. bredu. cemeri, lit. kemerai. jela, lit. egle für edle, jezero, 
lit. ezeras usw. In einigen f edlen bietet lit. und lett. a für slav. e : 
öesati, lit. kasti. jedva, lit. advos. kremy, lett. krams. lepenb, lit. 
lapas. stezeri., lit. stagaras. veöeri., lit. vakaras. vesna, lit. vasara. 
zezli)^ lit. zagarai usw. Das e dieser worte ist auf slavischem boden 
entstanden. Wie im lit., so entspricht auch in den anderen europäischen 
^rächen ursprachlichem a^ regelmässig der vocal e: aind. dasan. 
aslov. desetb. lit. desimtis aus desemtis. ahd. zehan. griech. oiy.y.. lat. 
decem. cambr. dec usw. 



3 a-vocale. 

3. Im folgenden icerden die e enthaltenden formen angeführt 
und zicar in drei gruppen verteilt. Die erste gruppe enthält jene 
Worte, die das e in ihrem icurzelhaften hestandteile bieten: icurzeln. 
Dieses verzeichniss enthält auch die meisten entlehnten icorte. Darauf 
folgen die icorte, deren e in dem stammhildungssuffixe sieh vorfindet : 
Stämme. Die letzte gruppe umfasst die icorte, in denen das e einen 
bestandteil des icorthildungssuffixes ausmacht: worte. In der ersten 
gruppe ist manches 2>'>'ohhmatisch, was sich aus dem texte von selbst 
ergeben wird: diese icorte sind aufgeführt um weitere Untersuchungen 
hervorzurufen. 

a) Wurzeln, bedro femur. bera lego. inf. btrati: aind. 
bhar, bharati. got. bairan. as. beran. griech. (pepw. lat. fero. be- 
seda verbum. bezt sine: lett. bez. lit. be, das sein z eingebüsst hat. aind. 
bahis draussen, ausserhalb. blekati balare: vergl. blejati. breda 
vado tvanseo : lit. bredu, brisfi. brehati latrare: eine w. bars würde 
breliati oder br^thati ergeben. cert terebinthus. nsl. b. s. cer: lat. 
cerrus. öehlt velamen. r. cecholi.. c. cechel : vergl. pr. kekulis 
badelaken und öesati. celjadt familia: jadt ist suffix: das 

icort bedeutet r. auch eine menge von insekten kolos. 54. celjustb 
maxilla : vergl. pr. scalus kinn. celo frons. cemei"B venenum : lit. 
kemerai alpkraut, ahd. hemera ; lit. cemerei enzian ist entlehnt, cen 
s. cbn. cepurije nodi arborum. cepL armilla, catena in russ. 
quellen: Fick 2. 531. vergleicht lett. kept haften. cesati pectere: lit. 
kasti graben. Damit hängt vielleicht kosa coma zusammen : vergl. pr. 
coysnis kämm und aind. kas, kasati reiben, kratzen. öeta agmen. 
cetyri quatuor : lit. keturi. lett. Setri. aind. Öatväras pl. nom. ; alit. 
ketveri ist cetveri». ceznati deficere. debeli. crassus scheint mit 
dobri., debr'L verwandt, wofür es klr. auch gebraucht wird bibl. I: 
vergl. pr. deblkan acc. dick, feist. *deg"Ltb: r. deg-otb theer: lit. 
degutas, dagutas, das für entlehnt gilt. pr. daggat. dele: odeleti, 
odoleti vincere, mit dem dat. dely dolium. dem s. dbin. dera 
excorio : lit. diriu. aind. dar, drnäti. dcsetb decem: lit. desimiis. 
aind. dakdi. desiti, dositi invenire: cergl. aind. dä§, dükiti ge- 
währen, dakisja gefällig sein. desna gingiva: got. tahjan. griech. 
oay.voj. aind. da§, dakiti beissen. desbm. dexter : lit. deUne. got. 
taihsva-. aind. daksina : k ist vor s ausgefallen. devetb novem : 
aind. navati aus navam, eig. die neunzahl. lit. devmi. pr. nevmts. 
dezd a porzo aws de-d[e] ja: if.de. (ie ist die reduplicationssilbe. Falsch 
ist dezda: aind. dadhämi. drevljc comparat. olim: p. drzewiej. 
Vergl. aind. drav, dravati laufen. glczu'b, g^lezub talus. nsl. gle- 



vocal e. 9 

zenj : vergl. lit. sUsnas. g-neta comprimo : alid. knetan. Die Schrei- 
bungen gnesti und gujcsti nind falsch. gonez s. gontz. grcba 
scaho. grebeiib: lett. grebt schra-ppen. got. graban. greznx uva: 
vergl. grozdi>. hrep : hv&^Qiaxn^Q fremitus. jeb: s. jebem coeo 
cum femina : aind. jabh. jede : jedekyj quidam: vergl. aJid. ethes-wer 
J. Schmidt 1. 171. jedim> unus. jedvix vix. 7i6-Z. jedvaj. i. jcdva, 
odva. r. edva, ledva, ledve. c. ledva. p. led^AO, ledwie : lit. advos, 
vos; advu. jej imo ja. jela aus jedla abies: c. jedle. p. jodla 
imd lit. egle. pr. addle. jele neben le semi-. jelent cervus : lit. 
elnis. Vergl. altnt. jeli>ha: s. jelha mon.-serb. c. olse: lit. elksnis, 
alksnis. jem s. jtm. jes- esse: lit. esmi. pr. asmai. jese ecce: 
je ist der sg. n. von jh. jesenL autumnus : pr. assanis. got. asani-. 
ahd. aran m. erni f. ernte. jesetri. stör. r. oseti"L. p. jesiotr: 
lit. asetras aus dem r., imvencandt ersketras. pr. esketres. Vergl. r. 
ostreöekt art barsch. In jesetri. steckt wohl die w. os, aind. as, scharf 
sein, jesuti, jesutt in jüngeren glagolitischen quellen neben dem wohl 
älteren s^^xxih invanum : vergl. pr. ensus. jeterii quidam: aind.jatara 
welcher von zweien relat.: je-terx aus jo-teri., tcie ko-teryj zeigt, je- 
zero lacus : lit. ezeras. lett. ezers. pr. assaran. jezb erinaceus: lit. ezls. 
ahd. igil. klem. : klen acer in den lebenden sprachen: lit. klevas. 
ags. hlin. s. klijen und kiin aus kln. klepati pulsare. zaklenati 
claudere. kleptca tendicida. zaklept clausura: Fick 2. 540. ver- 
gleicht lit. kilpa bogen, schlinge. kleveta calumnia. b. kleveti. : 
vergl. lit. klepoju, klapoju mit aslov. poklepx calumnia und aind. karjp, 
krpate jammern. klevreti. conse?'yt«s ; mlat. collibertus. *kmen'L, 
ktmeni.: c. kmen stamm: vergl. lit. kamenas stammende. Geitler, 
Lit. stud. 64. kmettj ktmett magnatum unus. p. kmiec: lit. 
kumetis ist entlehnt. Vergl. lat. comit: comes ; an griech. y,^li\):(■^vr^q ist 
nicht zu denken. krek['i.jtati coaxare: vergl. klekiitati, klegi>tati. lit. 
klegu lache. kremy silex: lett. krams. lebedb ci/gnus: ahd. alpiz, 
albiz. Daneben p. labedz^ das aslov. *labadt entspräche. Das ver- 
hältniss von lebedb zu p. labedz erklärt sich aus den Urformen elb-, 
olb-. ledx glacies: lit. ledas. pr. ladis. lern: lemesL aratrurn: lett. 
lemesis. pr. lim-twei brechen. Vergl. lomiti. lepent folium: lit. 
lapas. lese lacus aus einer r. quelle: vergl. pr. layson, das auf 
leso deutet. leteti volare aus lek- : lit. lekti. lett. lekt. lakstU iterat. 
lez: leza »'epo. lestvica, Ibstvica: vergl. Isiziti und sed. sek. lezati 
iacere. lesti decumbere: got. ligan: germ. leg. gnech. Xe^sfai. Falsch ist 
prilezbn'B. mecLka ursa. b. nieckt: lit. nieska ist entlehnt. medt 
mel: lit. medus, midus. as. medu. ahd. metu. griech. \j.iH'j. aind. 



10 a-Tocale. 

madhu süss; honig, met. mekuati madeßeri : vergl. mokrt, men 
compnmere s. mbii. men putare s. mtn. mene mei: dbaktr. 
mana. mer s. mtr. meroptht; neropthi. s. rusticus: vergl. griech. 
[Aspo-e;. meta iacio, vervo : lit. metu. j9r. mests partic. Vergl. lat. 
mitto. mezda medium: lit. vidus. got. midja-. aind. madhja. ne 
no7i : lit. ne. got. ni. ahd. ne, ni. aind. na. nebo caelum : lit. 
debesis. ahd. nehul. griech. vs^poc. aind. nahhas: vergl. Zeitschrift 
23. 270. nejesytb 'pelecanus, eig. der unersättliche V. Thomson, 
The relations beticeen ancient Russia and Scandinavia Ö8. *nenja: 
nena Mr. mater. h. neni f rater natu maior : aind. nanä niater. ner 
s. DLi". nestera consohrina aus nep-s-tera: aind. naptar m. nesti 
ferre: lit. nesti. griech. ve-/.: Yivrf/.ov. netij aBeX^iBouc aus neptij : 
got. nithja-. aind. napüt, naptar m. napti f. netopyri. vespertilio: 
neto icalirscheinlich aus nekto : aind. ndkta. uevodt sagena. nez 
s. nbz. papezL papa aus dem ahd. hähes. peöalb cura aus pe- 
cjalb : vergl. peka se curo. pecatb sigillum. peka coquo. pbci coque : 
aind. pac, pacati. pecenb in r. quellen hepar: vergl. lit. kepä. 
pel in pepeK aus und neben popel'L cinis: lit. pelena. pr. pelanne. 
Vergl. popaliti comburere. * pelehi. : c. pelech, pelouch, peles lager, 
lager des icildes, höhle, p. pielesz icird von Geitler mit r. pela, lit. 
pelai, palea, in Verbindung gebracht. slovanskych kmenech na u 95. 
pelena fascia aus pelna. pelest pullus aus pels-B: lit. palsas. 
pelynt absinthium : vergl. lit. peleti. lett. pelet schimmeln. pen 
s. pbn. per fidcire s. ptr. per contendere s. pw. pera ferio, 
lavo. inf. pbrati : vergl. pbr. pera feror, volo. inf. ptrati : vergl. 
pbr. pero penna: vergl. pera volo. Man denkt an aind. patra, 
parna und sparna. pestb, pestera specus. pleme tribus: aind. 
phal, phalati fruchte bringen. Vergl. plodx. pleskati plaudere : lit. 
jjlaskoti, plezgeti, plesketi. plesna basis aus pelsna: got. fairznä-. 
aind. pärsni. pleste humerus aus pletje : vergl. lett. plecis, plecs. 
i^leta, 2>lßcto für plekta: ahd. flehtan. griech. "k/Ay.v.'/. rebro costa: 
ahd. ribbi. reka dico. rtci die ist Schwächung für reci ; in rekati 
nebe7i ricati ist e zu e gedehnt, in rokt zu o gesteigert. Anders 
J. Schmidt 1. 26. ic. ist rek: lit. rekti, rekiu clamare. Vergl. aind. 
arc, arcati. remenb lorum, reinyk^^ wohl entlehnt: ahd. riomo, 
riumo. ir. ruim. Vergl. matz. 70. remeslo, renibstvo ars: lit. reme- 
sas handwerker ist entlehnt. reseto cribrum: vergl. lit. retis. Stamm 
vielleicht reh , daher reseto ivie teneto. rctb aemxdatio : vergl. 
aind. rti streit, abaktr. -ereti. sehe sui: nach dem sg. dat. sehe, 
tebe. sebrt rusticus: s. sebar wii'd mit säßs'.pc Zeuss 711 zusammen- 



vocal e. 11 

gestellt. Fick 2. 677. verijleicht das aus dem r. (sjabr'i.) entlehnte Ut. 
sebras teilhabe)' usw., das mit aind. sahhä zusammenliangen soll, sedlo 
sella: ic. sed, tcovon sedeti sedere. sedmt sepfem: Ut. septlni. aind. 
saptan. sek: seka seco. sekyra, sekyra; vergl. lez. sed. selo 
fundus hängt mit scd, sed sedere zusammen. Vergl. c. selo neben 
sedläk. Fick 2. 673. bringt selo mit ahd. sal haus, icohnung und lat. 
solum zusammen: vergl. Zeitschr. 28. 126. ser s. str. sestra soror: 
Ut. sesä, sg. g. sesers. pr. sicestro. got. svistar-. aind. svasar. setbni. 
extremus: vergl. got. seithu spät. skver s. skvw. srebro, strebro 
aurum : Ut. sidabras. got. silubra- : srebro ist falsch. steg : ostegt 
vestis : Ut. stegti dachdecken, pr, ab-stog-cle decke, aind. sthag, sthagati 
decken. * steg- : r. steg-atb stechen : vergl. got. stikan , stak. stel 
s. sttl. stenati gemere: Ut. steneti. pr. stinons. aind. stan, stanati. 
stepent gi'adus : Ut. stipinls speiche, leiter, sprosse, stipinas leitersprosse. 
stipti steif icerden. stapterti stehen bleiben, ster s. sttr. stezeri. car- 
do : Ut. stagaras, stegeris stengel. s vekH beta ist entlehnt. Ut. sviklas : 
griech.'z=\i-zKO'i. svekri. soce>': Ut. sesuras. got. svaihran-. aind. svasura. 
lat. socer aus svecer. svepiti agitare : vergl. Ut. supti schwingen, anord. 
svlfa. In ve erblicke ich eine seltenere form der Steigerung des u. Vergl. Ut. 
dvesu atme mit dus und hvatiti mit hytiti. söelt r. rima : Ut. skelti 
trans., skilti intrans. spalten, ahd. sceran. sed s. std. seperati so- 
nare. sestx r. pertica : Ut. sekstas block, lett. seksts. sestL sex : 
Ut. sesi. got. saihs. aind. sas. stedri. misericors hängt mit stedeti 
zusammen. stenbct catulus. te et hängt mit dem pron. th zu- 
sammen, so wie i et mit ji.. tebe te nach dem sg. dat. tebe. teka 
curro. tbci curre. teklt resina: Ut. teku, teketi. aind. tak, takti da- 
hinschiessen. abaktr. tac laufen , fiiessen. * teknati : nsl. tekne es 
gedeiht, schmeckt: Ut. tekti hinreichen, ne tikti nicht gedeihen. Vergl. 
got. theihan. ahd. dlhan, deh J. Schmidt 1. 52. 77. telega currus. 
nsl. tolige pl. tele vitidus: Ut. telas. Vergl. aind. taruna zart, 
jung, tarnet kalb, griech. xep'rjv. ten s. ttn. teneto, touoto rete. 
klr. teneto bibl. I: Ut. tinklas entspräche einem aslov. telo aus 
tendlo : aind. tan, tanoti. got. thanjan. ahd. done Spannung. tepa 
ferio: Ut. tapstereti^ damit ist vielleicht ti.p'Btati calcare und tap'B 
obtusus verwandt. teplt neben toplii calidus: aind. tap, tapati. 
ter s. ttr, tesati caedere: Ut. taslti durativ, lett. test. aind. taks, 
taksati. teta amita : Ut. teta. Vergl. aind. täta vater. tetrevb 
phasianus aus tetervb : Ut. tetervas. pr. tatarvis. trepati palpare : Ut. 
trepti. pr. trapt. trepeti. tremor. nsl. trepati klopfen, blinzeln, 
mit dem vorigen zusammenzustellen. tretii tertius: Ut. trecias. pr. 



12 a-vocale. 

tirts, acc. tlrtlan. got. thridja-. tat. tertius. alnd. trtlja. Einmalil 
trttii zogr. : e soll aus dßra i entstehen ; das icort ist mir dunkel. 
vecert vesjjera neben vtcera heri: lit. vakaras, vakar. veda duco: 
lit. vedu. pr. wes-ticei. abaktr. vad. vedro serenitas: vergl. as. iceder, 
eig. blitzscldag. ahd. wetar. aind. vadhas blitzicaffe. Man beachte lit. 
gedras heiter. veleti velle : lit. veliti anraten, aind. var, vrnöti sich 
erwählen; daher auch das denominative voliti usw. velij, velikT) 
magnus: vergl. p. wiele. lit. vala macht, velbbadt camelus ist got. 
idbandus: vergl. den fiussnamen utus, jetzt vid. veprt aper: ahd. 
epar. lat. aper, ver claudere s. vtr. ver scaturire s. vLr. veriga 
catena: vergl. aind. var, varate bedecken, gefangen halten, hemmen, 
wehren und aslov. yqv, vreti in zavreti, zavra usw. veseH hilaris: pr. 
icessals. lett. vesels gesund, vergl. griech. vat^koz (Fiy.-^/.o:). vesna ver: 
lit. vasara. vergl. aind. vas, ucchati aufleuchten. vestt ?*es aus 
vektt; got. vaihti-. ahd. wiht sache. vet^h-B vetus: lit. vetusas. lat. 
vetus. veza veho: lit. vezu. got. vigan. griech. iyo^. aind. vah, vahati. 
zelo olus: lit. zelti grünen, zalias grün, zole kraut, pr. sälin. ahd. 
gelo. lat.holus. aind. hari gelb, abaktr. zairi. zemija terra: lit. ieme. 
lett. zeme. pr. same. semme. semmai herab, griech. y,ix[j.7.i. abaktr. zem 
(sg. nom. züo). zer s. ztr. zven s. zvbn. ze vero: pr. ga. lit. gi. 
aind. gha, ha. vergl. aslov. go. zega u7'o: man vergleicht mit unrecht 
lit. degu. Szijrwid238 bietet pagajstis für p. ozog. *zeg-xzu]ja cuculus 
aus *zeg'i>za, *zeg'a, c. zezhule : vergl. r. zegzica. pr. geguse. lit. ge- 
guze. zelati desiderare. zelad-Lki. stomachus : vergl. aind. hirä aus 
gharä darm. griech. ^oXaSeq. lit. zarna. Es ist mit dem folgenden vo^wandt. 
zeladb glans. wr. zlvidz treff: vergl. lit. gile. zelj testudo: griech. yD.Jc. 
zely ulcus: lit. gelti schwären, gelonis eiter. lett. gjilas art pferdekrank- 
heit. zem s. zbm. ien s. ihn. zen&femina: pr. genno, ganna. got. 
qinön-, griech. viivv^. vergl. aind. gani, gnä. abaktr. ghena. zena iJello, 
inf. g"Bnati aus vorslavischem gan : lit. genu, giti. genesis Viehtrift. 
pr. gun-twei. 2er vorare s. i,hv. zer sacrificare s. ^br. 26ratT.kT> 
aus und neben ^arattkii favilla. zeravb grus: lit. gerve. lett. 
dzerve. griech. yepT/cc. lat. grus: e ist eingeschaltet. zestoki. durus. 
ZQzl-h, ihzl-h virga. lit. zagarai. 

ß) Stämme, veöer-b vespera: lit. vakaras. stezerx cardo: lit. sta- 
garas. cetver-i;, cetvori; lit. ketverai 2. seite 90. plevelx paZea. imela 
viscum : vergl. lit. amalas, amalis mispel 2. seite 108. cr'bvenx ruber 2. 
seite 126. grebenb pecten 2. seite 127. jeseDb autumnus 2. seite 127. 
dister, sg.nom. (\'hM\,ßlia2. seite 174. koteryj neben kotorjj qui inter- 
rog. vergl. vitori alter aus ator-b 2. seife 17Ö. hljnstelh custos. datelb 



Tocal e. 13 

dator 2. seile 176. ide uhl. intde alihi 2. seite 208: unrkhfig -de. bre- 
men onus, sg. nom. breme, kamen lapts^ sg. nom. kamenb, kaniy. 
stamen- in ustameniti: vei-gL lit. stomil statura 2. seite 236. ma§teha 
ist wohl matjeha für mat(ei-)jeha oder mat(r)jelia 2. seite 288. koles 
rota, sg. nom. kolo. sloves verhum, sg. nom. slovo 2. seite 320: es 
steht aind. as, got. is usio. gegenüber Bezzenberger, Über die a-reihe 
usw. 40. grabezb rajnna 2. seite 337. lemesL aratrum aus lemeh(T.)j'L, 
eig. der brechende 2. seite 343 usw. In der bildung der verbalstämme 
begegnet uns im slav. das zur bildung der jpraes. -stamme dienende e, 
aind. a: pecesi, pecett; peöeta, pecetc ; pecete aind, pacasi, pacati ; 
pacathas, pacatas ; pacatha. e iceicht dem o aus ä, a^, aa in der I. sg. : 
peka, aind. pacämi, aus pek-o-mi, pek-o-m, und in der III. pl. 
pekatt, aind. pacanti, aus pek-o-nti.. Ehedem mag dieselbe Ver- 
tretung des «2 durch o auch in der I. dual, und in der 1. pl. einge- 
treten sein: das, nach meiner ansieht einer anderen function dienende, 
e im einfachen aorist weicht in den angeführten personen dem o: prid- 
o-ve, prid-o-mi. venimus neben prid-e-ve, prid-e-mi. venlmus, icobei 
allerdings zu bemerken ist, dass pridove nur in jüngeren glago- 
litischen quellen vorkömmt, dass ferner auch in der IL pl. o für e 
eintreten kann : pridote venistls: es spricht demnach nur einige ivahr- 
scheinlichkeit dafür, dass ehedem im slav. im. praesens o für aind. 
«2 eintrat. Es wird ferner aind. a, durch o vertreteji im partic. 
praes. act. peky aus peka und dieses aus pek-o-nts und pek-o-nt, 
aind. stamm pacant. Welche Veränderungen das praesens-e im impf, 
erleidet, wird dort gezeigt loerden, wo von dem a-laut zweiter stufe, 
e, die rede sein wird. Im impt. tritt e für altes ai ein, das griech. 
0'. gegenübersteht. Im einfachen und im zusammengesetzten aorist, so 
icie im imperfect tritt e als bindevocal auf 3. seite 70. Im einfachen 
aonst steht 'der bindevocal zwischen stamm- und personalendung : ved-e 
duxisti aus ved-e-s, ved-e duxit aus ved-e-t ; ved-e-ta, ved-e-te ; 
ved-e-te. Es entspricht demnach e in der II. sg. aind. as, in der III. 
sg. aind. at ; sonst aind. a. Li den anderen personen tritt, icie icahr- 
scheinlich ehedem im praes., o für aind. ä, a.^, ein: i in ved-t duxi 
aus aind. am : für ein altes ved-o-m scheint griech. ifjyov zu sprechen, 
womit vltki) griech. AÜy.ov zu vergleichen ist. ved-o-ve, ved-o-m'B. 
ved-a aus ved-o-nt. Damit ist zu vergleichen ves-i. duxi aus ves-o-m ; 
ves-o-ve; ves-o-mi>: die IlL pl. lautet ves-e, das nur aus ves-e-nt 
erklärt icerden kann. Man vergleiche ferners ved-o-h-i. ; ved-o-h- 
o-ve, ved-o-sta, ved-o-ste; ved-o-h-o-mx, ved-o-ste, ved-o-s-e 
aus ved-o-b-e-nt ; und vede-b-'B, vedea-b-i., vedea-s-e, vedea-s-e; 



14: a-Tocale. 

vedea-h-0-ve, vedea-s-e-ta, vedea-s-e-te ; vedea-h-o-mi., vedea-s-e-te, 
vedea-h-a aus vedea-h-o-nt. Neben vedea-s-e-ta usio. kömmt vedea- 
b-o-ta usic. vor. Vereinzelt und icolil falsch ist razdezehomi) ersy.a'j- 
r:y.\j.v) greg.-naz. 101. für razdeg-ohomt. 

y) Worte. In der declination begegnen wir dem e im sg. voc. der 
i}(a)-stämme; im pl. nom. der 'h(u,)- so icie der h(i)- und der consonan- 
tischen stamme; im sg. acc. gen. loc. der consonantisclien stamme so wie 
imsg.gen. der personal pronomina. Das e des sg.voc. rabe ist europäisch: 
lat. eque. griech. 'i-r.i. lit. vilke. Bezzenberger, Über die a-reihe usw. 42. 
e ist eine Schwächung des o, wie o eine solche des a : zeno, zena. 
Das e des "pl. nom. von syuove ist aind. as: sünavas. ije, tje von 
g-ostije, gostbje ist wahrscheinlich auf -ajas zurückzuführen: vergl. 
aind. südajasi aslov. sadisi aus sadijesi. Dasselbe gilt von trije und 
von dem nach trije gebildeten cetyrije. Das slav. scheidet im pl. nom. 
die genera, indem die masc. ije, die fem. i habest: gostije, nosti: 
das letztere ist ein pl. acc. Weder aind. noch lit. kennen diese Schei- 
dung. Die pl. nom. auf e, icie boltse, byvxse, badaste machen 
Schwierigkeiten: man ist geneigt sie als formen von i-stämmen aufzu- 
fassen, wobei man sich auf formen loie g-rabitelije und delatele^ 
weniger darauf berufen kann, dass consonantische stamme häufig i- 
stämme werden : boIöji> ist ein vocalischer dem grabitelji. analoger 
stamm. Vergl. Bezzenberger 158. Das e des pl. nom. kamene, 
matere usw. ist aind. as: marutas. väSas. e ist eurojyäisch nach 
Bezzenberger, Über die a-reihe usw. 43. Das e des sg. acc. von 
kamene, criktve, matere, dbiie steht aind. as, nicht aind. am gegen- 
über, icenn, was icahr scheinlich, die genannten worte eigentliche sg. 
gen. sind. Vergl. Ä. Leskien, Die declination usw. 60. Wie kainene^ 
ist auch desete in dva na desete zu deuten, obgleich desete in dieser 
Verbindung auch als sg. loc. aifgefasst werden kann. Die sg. acc. 
auf e sind, so viel mir deren in gedruckten und in ungedruckten 
quellen vorgekommen sind, im dritten bände der vergleichenden grammatik 
verzeichnet. Auch die sg. loc. auf e crT>kT.ve, slovese usw. scheinen 
eigentliche sg. gen. zu sein. Im sg. gen. ist aslov. e aind. as : kamene, 
matere, imene, slovese. e entspricht hier griech. c, lat. u: vevoj^ aus 
7£Vcc;, -(hf^zz:, generus aus generös, später generis: nach Geitler, Lit. 
stud. 58, ist matere aus materte entstanden. Was den auslaut von 
mene, tebe, sebe anlangt, so ist der sg. gen. meue identisch mit 
abaktr. mana, das auslautende e ist daher das auslautende a von 
mana. Das e von tebe ist das a des abaktr. tava, tcährend das h 
aus dem sg. dat. stammt, der aind. tubhjam lautet. Analog erklärt 



vocal e. lÖ 

sich sehe, dem kein sg. dat. auf hhjam zur seite steht. Anders erklärt 
mene Bezzenherijer 165. Schwierig ist die erklärung von vele-, velt-: 
veledusije, veltdusije magnanimitas. Geitler 11. fasst vele als den 
sg. nom. n. eines i-stavimes auf, der aus veli so icie lat. leve aus 
levi entstanden sei. Sicher ist, dass die anderen i-stämme etwas ähn- 
liches nicht darbieten 2. seite 65; 3. seite 37. In kamenemt steht 
das zweite e für t: anders Bezzenberger, Über die a-reihe usw. 53. 
In der conjugation hat die I. pl. regelmässig die endung mt: jesniij. 
Daneben finden wir selbst in alten quellen iny (woraus ini 3. seite 68)^ 
me U7id mo: uvemy cloz. I. 810. al-Lcamy sujj. 323. 1, bycliomy 
sup. 324. 22. pi-cbademy sup. 329. 24. uvemy sup. 371. 13. uzrimy 
suj?. 283. 13. imamy sup. 326. 21; 422. 10. imemy sup. 383. 14. 
napl'Bnjajemy sup. 323. 10. pomenahomy sup. 330. 17. piiobre- 
stamy sup. 337. 3. bademy, po;2ivemy sborn. saec. XI. Ijubimy 
apost.-ochrid. vemy bon. svrl. jamy ev.-dec. Sreznevskij 390. esmy 
apost.-ochrid. jesmy ephr.-sijr. Sreznevskij 398. obretohomy man. 
g^lagolemy hankenst. imamy sis. 60. jesmy, jestmy sis. 12. 35. 66. 
209 usw. pijemy ev.-sis. vemj pat. 86. 271. 310. damy pat. stnemy 
'pat. jamy pat. likujmi sup. 236. 25; ubijamo assem. stvorimo 
nicol. zivemo sis. 35. vemo ev.-sis. vbpijemo lam. 1. 148. imalimo 
pat. 79. bysmo. pozuasmo. razumesmo glag.; verueme. imame. 
jame. esme apost.-ochrid. byhome. imame. esme bon. dame, sttvo- 
rime greg.-lab. me schliesst sich an aind. mas an. Was mt anlangt, 
so möchte man es mit dem auslaut von vl^kt, aind. vrkas, lupus 
zusammenstelle)!, wenn hier i. sicher aind. as icäre. In späteren quellen 
findet man rao, das auch im nsl. usw. vorkömmt, y in my wird auf 
einen nasalen vocal als auslaut zurückgeführt, der aus dem lit. mens, 
mes erschlossen icerden könne; andere ziehen das pr. mai heran, das 
durch moi zu my geworden sei. Vergl. Bezzenberger 195. Geitler, 
Pönologie 36. Andere endlich nehmen als primär masi, als secundär mam 
(oder man) an, J. Schmidt, Jenaer Literaturzeitung 1877 . 179. Die II. pl. 
hat die personalendung te (pecete), icelche aind. ta gegenübersteht 
und dem lit. te, griech. xe entspricht, e ist demnach hier so zu beur- 
teilen wie im sg. voc. rabe. Dieselbe personalendung te hat die 
III. dual., die mit dem aind. tas so zusammenhängt loie slovese 
mit sravasas. Dunkel ist mir die personalendung der IL dual, ta, 
die aind. thas gegenübersteht. Auch das lit. ta weicht ab. Für ta 
findet sich lit. auch tau Geitler, Lit. stud. 60. Die stumpfen personal- 
endungen des dual, und der I. und. II. des pl. sind durch die vollen 
verdrängt icorden. 



16 a-vocaie. 

4. In vielen fällen tritt im inlante, selten im auslaute, e für t 
ein; der grund dieser erscheinung ist in der ähnlichkeit beider laute 
zu suchen: h ist der diesem e zu gründe liegende laut, nicht umge- 
kehrt, e für h findet sich sehr häufig in icorten, deren vocalisclier 
auslaut offenbar schon sehr früh stumm geicorden: patemt, pattmb 
neben patbmi, kein patemi. zogr. dnest. besent. dltzeni.. isti- 
nent. podobenx. povinein.. priskri>beni.. pravedtnici. si^sedtsemi.. 
Befremdend ist poveste \):r,Y!jcr^ io. 11. 67 , icomit man nsl. jeste ver- 
gleichen kann. cloz. agnecb /. 8ö0. verent IL 20. dl'Lzen'L I. 89. 
]akavem> /. 409. meci /. 771. miadenecb /. 6. mladeneci. /. 21. 
nesmyslen-L /. 325. obest'Lniky /. 513. paveH /. 284. pravednaa 
/. 63. praved^no I. 641. praved'inoe I. 328. 949. proklentse 
/. 107. prbvenecb /. 902. cestb /. 31. cestbja I. 25. clovekolju- 
becb /. 546. IL 67. sedt /. 500. IL 92. v-Bsedt //. 136. prised-B 
7. 591. 713. 953. prised-bsju I. 333. prisedy I. 41. seit I. 345. 
agtlen-b 7. 568. denb 7. 78. 93. 491. 643 neben dbnb 625. dbnesb 
7. 34. 757. 791, im ganzen zehnmahl, neben dbiibsb 295. und dbnrbS'b 
875. Man beachte vtskres-bsjumu 7. 749. krest-b 7. 608. 633. kre- 
stbent 7. 142. assem. ag-necb. bliznecb. bolern.. vesb omnis, vicus. 
veren'b. dverb. deiib. zeneski.. legbko. lakavestvie. nacem>. ovecb. 
osel'b. otecb. ocetT.. povinen'b. pravedny und praybden-b. ra- 
spenbse. studenecb. sbnem'b. testb. vbsedb. osed-b. egypeti.. manen- 
codex. vesb omnis, vicus. priseli. sup. vesb omnis 70. 28. vbzemi 
25.3. 10. vbzemi, 18. 29. vbzemi. 91. 23. vbnemi 16. 4. lestbini 41. 28. 
mestb 22. 23. meca 259. 4. naöenbse 23. 12. obleg-böi 58. 1. poöeli) 
68. 24. prelestb 78. 14. sbnem-b 72. 7. tembnyj 54. 18. cestb 44. 14. 
sed-B 12. 5; 163. 12. sek 26. 7. blagolepen-b 22. 18. buren-b 57. 18. 
veren'b 387. 27. drobeui. 16. 17. und so sehr häufig im suff. buii. Ähn- 
lich ist domen-b 51. 22. neben domn'b 50. 14; venecb 109. 7. zbrecb 
167. 7. konecb 7, 13. Ibstecb 52. 7. usw. im suff. bcb. Ebenso 
ovecb 164. 26. devestvbnyj 275. 12. estestvo 70. 27. necuvestbn'b 
16. 11. cesarestvije 14. 23; 65, 23. gr'böesk'b 110. 12. ki-bstija- 
nesk'b 121. 14; 163. 1. sodoinesk'b 134. 22. sl-bnecbnyje 48. 20. 
srbdecbüyj 191. 26. tezeknb 66. 20. ski-bzet'b 174. 2. neben sk'bz'btaase 
16. 24. polezna 206. 28. pravednikt 16L 1. dbnesb 20. 1. vlbsebi.- 
Daja 5. 23. se hie 273. 12. sav.-kn. donedeze 50. egypet-b 139. 
cesogo 26. bon. oteöi-stvo. vesi. omnis. slepö. bozesky. pesibt 
glavTb. pat.-mih. denb tb. Im ostrom. kömmt e für b nur zweimahl 
vor: mecbnik'b 288. prised'bj 55. In der aus einem russ.-slov. 
original stammenden krmt^.-mih. obbstcno. vbplbstesago. rozdesago. 



vocal e. 17 

stvorese. sobestva. vt neme. Aus guojbmj wh^d guüjeuL tind guo- 
iu'L, kipilUsch phohh'K geschrieben. rjujen-B, rjuin-i, pK^HHlv usio. 
Li einem menaeum des XIV. jahrliunderts zap. 2. 2, 69. rastelitT>. 
celjade. prosvesteseinu. cjuvestvo für rcasttliti, usw. 

Verschieden sind die formen, in denen für ursprüngliches bj 
die lautverhindung ej eintritt: dhnej, kostej neben tlbiiij^ kostij aus 
dbnbj, kostbj, formen, die ziemlich selten vorkommen. Die nicht not- 
wendige dehnung des h zu i in diesen formen beruht auf dem fol- 
genden j. 

Selten steht l für e : elisavbtb. izb (vergl. nsl. kir aus -ze) oft. 
mladbiiLci.. vttijh'^i, zogr. vtskrtsiibti, sav.-kn. 36. slovbSLmL greg.-naz. 
poi'bpLstbth pat.-mih. estt. imatb. pietb 2. pl. ev.-buk. jefbsa. jei'b- 
tici. Vbselbiibskyj krmc.-mih. 

5. E entsteht häufig aus o durch einwirkung eines dem o vor- 
hergehenden j. Es ist dies ein fall der angleichung, assimilation des 
o an das dem. i verwandte j. Diese tritt natürlich auch nach den 
aus der Verbindung des j mit einem vorhergehenden consonanten ent- 
standenen lauten ein, daher nach f, \] ri; st, zd usw.: kopbje, ko- 
pije; kopbjemb; kopbjeina; kop^emt neben selo ; selomb; se- 
loma ; selomi.. Was von kopbje, gilt von moijo, polje, loze, lice 
usw. aus morio, morijo, morbje usw. likio, ükijo, likbje usw.; daher 
tvofbsemb, hvalestemb aus tvorbsiomb, tvorbsijomt, tvorbsbjemb usw. 
Das gesetz der assimilation durchdringt das altslovenische in der 
stamm- und Wortbildung. Dasselbe gilt von dm übrigen slavischen 
sprachen, die indessen abiceichungen darbieten, zmijeve, dizdeve 
neben synove; staje, vonje, ovbce neben rybo; mojeg-o, mojemu, mo- 
jemb, mojeje, mojej, mojeja, mojeju; seg-o aus sjogo, semu, semb, 
seje, sej, seja, seju nebe7i tog-o, tomu, tonib, toje, toj, toja, toju. Im 
partic. praes. pass. pijemi,, koljenii. neben tepomt usw.; daher auch 
besedovaasete ?ze6e?« glag-olahota vergl.3.seite71 ; sujeta, nisteta neben 
öistota; dobljestb, g-orestb, genau g-orjestb aus goijostb, neJew belostb; 
uöiteljevi.; jeli, seli aus sjoli neben toli; seliki. aus sjolikT> yieben 
toliki) ; vbseg'da neben togda; vojevati, plistevati neben kupovati 
usw.; gnojetocivi.. vojevoda. Die assimilation findet häufig auch in 
entlehnten warten statt: moseenib zogr., d. i. niosejemb. ijerdan'L, 
jerdant s/e^Jc. ierdani) assem. bon. ier'dam>, erdam.^ ierdanbski. 
ostrom., d. i. ijerd- neben iordant marc. 10. l.-zogr. iorbdanb lam. 
1. 12: topoav^;. jergani. bon. : opyavov. iev'i> '.wß izv. 698. daneben 
alfeov'L. anbdreovi). moseonib. oleomb. fariseomt zogr. ijudeorat 
cloz. I. alfeovt. andreovi.. zevedcovT>. ijudeoiiiTj. iereonib. mo- 

2 



lo a-Tocale. 

seomi). fariseomi assem. ijudeomt. moseovi. fariseovi. sup. iereom'B 
ostrom. dabei ist zu bemerken, dass in den angeführten icorten der 
hiatus nicJit aufgehoben ist, dass daher die formen mit eo aus dem 
maiigel des j zu erklären sind. Jünger'e quellen bieten dergleichen 
erscheinungen auch in nicht entlehnten Worten : bijenioiiiL triod. dea- 
niomb pl. dat. pat.-krk. kameniohL prol. gnojojadtct. Diese formen 
erklären sich aus dem bidgarischen. Befremdend ist vitbleoni'^fc 
cloz. I. 884. vitleomb ant. vith]eomT> assem. neben vitblemt cloz. 
I. 892. aus ^rfi'keei).. g-eonna bon. geona. geoiiLslci. ostrom. aus 

Selten ist unter den angegebenen bedinguyigen e für a : ponuz- 
dejuste krmc.-mih. 6. b. für ponuzdajuste. jenuart ostrom. g-envarb 
neben januarb lavouapio;. Man füge hinzu cekati neben cajati. iidru- 
cevajusti starine 9. 64. 

6. Da soioohl o als e auf ursprünglichem kurzen a beruhen, so 
kann es nicht icunder nehmen, dass in manchen formen o und e mit 
einander wechseln, teils in derselben, teils in verschiedenen sprachen. 
öetvor'b neben cetverx. odoleti neben odeleti vincere. dobrb: debree 
ma7'c. 9. 42. 43. 45. 47.-zogr. dekapelbsk'b marc. 7. 31.-zogr. dori 
neben deri usque: dori ist icohl aus doze i entstanden und ist mit 
lit. dar noch unverwandt, dositi izv. 650 neben desiti. dosbui. svjat. 
neben desbiii). g-o neben ze vero : aind. gha, ha. Auch zi gehört hieher 
4. Seite 117. inogT>, inegt [j-ovic?. koleno: vergl. lit. kells. kolb 
quantum: lit. keli. kotorati neben koterati. kotoryj yieben koteryj, 
nsl. kteri : lit. katras. krome, okrome procul, praeterea: klr. z 
okrema, slovak. krom^ krem. mator'b, matei"B in zamatoreti, za- 
matereti senescere. pastoi"bka prm^na ; nsl. pasterka aus pa-d^steri)- 
ka. pipolovati nebeii pipelovati. proti contra: p. przeciw. prozviterTj 
neben prezviteri» lam. 1. 80. 153: -pecßuTepo?. soboja, toboj^ sg. instr. 
neben sebe, sebe ; tebe, tebe. Alf dem thema sva beruht auch svobi,, 
pr. subs, in svoboda usw. steuati neben stonati. stoborb, nsl. steber. 
touoto neben teueto rete. toplb neben tepH. zbdo neben zbde. ior- 
dam. 7ieben ierdan'b: das letztere beruht auf ijerdau'b. Eigentümlich 
ist olej neben elej sXaiov. popeli> kann in pepel'b übergehen. Andere 
halten pepeli) für eine reduplicierte form, die wohl pelpeli., plepeli. 
lauten loürde: popel-b ist eig. popaljeno. grobt neben greb^b, za- 
klopi neben zaklep'b, omoti, neben oinetT,, ploti, neben plet'b, tok'b 
neben tek'b unterscheiden sich von einander dadurch, dass e entweder 
gesteigert wurde oder ungesteigert blieb : die Steigerung ist nicht durch- 
aus notwendig. Man füge drobbu'b hinzu: b. di-ebui milad. 144. 



i ans e. 19 

krevato, krovati, s. krevet, y.päßaxoc, y.psßax'.. Neben trapeza findet 
man trepeza Tpazsua. 

7. Zwischen i, und y, 1 ei'sclieint in manchen ivorten e einge- 
schaltet, zeledtba aus und nehen ziedtba mulcta: tli. zeld. zelezo 
aus zlQzoferrum: th. ioizo. zeravb grus, s. zdrao, steht für zravt 
und dieses für zrevB : lit. gerve, wie tetrevb nehen tetravb vorkömmt. 
zeladt glans, icr. zludz treß] so ivie zelad^kt stomachus sind anders 
aufzufassen. Die lebenden sprachen meiden noch häufiger die Ver- 
bindung von 6, z, s mit r, 1, daher b. ceren aus örem,. c. öerny 
aus cri»!!!.. r. öclovekt lautet aslov. ölovekt usw. Ein einschub des 
e hat auch in pelena aus pelna, peles'L aus pelst stattgefunden; eben 
so in sverept ferus aus svrepi>. 

8. In anderen fällen ist ein vocal, manchmal e ausgestossen : gve 
in greti, aind. ghar ; kri, woher kroj, aind. kar ; stri, icoher stroj, 
aind. star. Wenn brati legere geschrieben loird, so erscheint h 
zwischen b und r vernachlässigt: wir haben die reihe bar (aind. 
bhar), ber, btr, br. Es ist indessen dies eine ansieht, die nicht voll- 
kommen sicher begründet werden kann : vergl. brakt conubium, 
das von der w. ber icolil nicht getrennt werden kann. Äustossung des 
e findet statt in bratrt, aiiid. bhrätar. jetiy, lett. jentere, lit. gente, 
g. genters, aind. jätar, griech. ehd'tpzc. Dagegen dtstere, matere. In 
svekry, aind. svasrü, ist ^, u schobt ursprachlich ausgefallen: svekrt^ 
aind. svasura. 

Das anlautende je von jestt und jemu fällt in ehiigen Verbin- 
dungen im zogr. ab : debree emu sti> y.aXcv ssiiv aÜTw marc. 9. 42. 
blazent sti> [xaxapcc? eaxiv. Dazu stimmt si es, sta estis bell.-troj. isho- 
destjii mii £-/.'Kcp£uo[j,£vou auxou marc. 10. 17. pristdtsju mu £a66vti 
auTw matth. 8. 28. vxsBd'Bsju mu bIüe'/Sov:« auTÖv marc. 9. 28. Das 
verbum substantivum ist wahrscheinlich enklitisch. Auch mu lehnt sich 
in den lebenden sprachen an das vorhergehende wort, doch konnte in 
den angeführten Verbindungen nicht mu stehen. 

B) Zu h geschwächtes e. 

1. Die vocale t und t icerden jener jert, dieser jeri> genannt, 
namen, in denen, abweichend von den benennungen der anderen bucli- 
staben, das zu benennende am Schlüsse des wortes steht ; der grund dieser 
abweichung liegt darin, dass weder t noch x im anlaute stehen kann. 

2. h und i> dürfen als halbvocale bezeichnet werden, im gegen- 
satze zu allen übrigen, die voll genannt werden können. 



20 a-vocale. 

Dass h und x ursprünglicli nicht etwa blosse, zur bezeichnung 
irgend einer ausspreclisweise anderer buchstaben bestimmte zeichen, 
sondern wahre buchstaben icaren, dass sie demnach laute ausdrückten, 
geht aus der einrichtung beider altslovenischen alphabete hervor, nach 
icelcher die modißcationen in der ausspräche einzelner buchstaben durch 
über der linie stehende zeichen angedeutet tcerden, icie etwa f, T, ri. 
Dasselbe ergibt sich daraus, dass es eine nicht geringe anzahl von 
Worten gibt, die unaussprechbar icären, wenn man h und t 7iicht als 
icah'e buchstaben gelten lassen wollte, wie etwa svtteti, s-Ltt. Dass 
L und 1) laute bezeichneten, erhellt auch daraus, dass in alten hirmo- 
logien auch über ihnen noten stehen: hodivTb, pöbedbnüjü. Izvestija 
4. 256. Zap. 2. 2. 36. Katkovz 22. 

3. h und 1. lautete nach meiner ansieht icie verklingendes i und 
u. Der erstere laut scheint im ganzen bereiche der slavischen sprachen 
heutzutage nicht vorzukommen : denn dass ihn die Bulgaren kennen, icie 
man behauptet, ist erst vollkommen sicher zu stellen. Was jedoch den 
laut des t> anlangt, so ist derselbe sowohl im neuslovenischen als 
namentlich im bulgarischen, das nicht nur für aslov. b und t den 
laut des i» bietet, sondern auch unbetontes a zu !> herabsinken lässt, 
sehr häufig. Befremdend ist der halbvocal im serb. der Crna gora in 
dtn, dbntk, sld, SLiihk, ktd, petbk usw. Vuk Stef. Karadzic, Poslovice 
XXVII. Man wäre geneigt, diesen laut im- serb. als aus dem alban. 
eingedrungen zu betrachten, aus der spräche eines volksstammes, icelcher 
nicht nur der Crna gora benachbart ist, sondern zur bildung der slav. 
nationalität jener gegenden wesentlich beigetragen hat, wenn nicht t in 
den angeführten worten aslov. t oder h entspräche. Ausserhalb der slav. 
sprachen begegnen wir dem laut des i, im rumun. Diez 1. 332, im 
fz. 407, im alban., endlich im armen., dessen /» von Lepsius, Standard 
aiphabet. London 1863., durch e bezeichnet wird, und das sich nach 
Fatkanov dem harten i der russen (h) und dem e muet der Franzosen 
nähert, daher henar und hnar. Journal asiatique VI. serie. Vol. X VI. 164, 
182, 183. Dass h und t> selbst in den ältesten quellen sehr oft durch e und 
o ersetzt werden, hat nicht darin seinen grund, als ob diese aussprechs- 
weise von h und i. die ältere wäre, sondern darin, dass schwaches i 
und II von schnell gesprochenem e und o kaum unterschieden werden 
können. Diese aussjyrache galt sicher zur zeit der festsetzung des 
älteren der beiden altslovenischen alphabete, des glagolitischen; sie 
verlor sich schon im altslovenischen allmählich und wich den lauten o 
und e, jedoch so, dass sich beide reihen von lauten lange zeit neben 
einander erhielten, oder so, dass in bestimmten Verbindungen 'b, h, in 



b aus e. 21 

anderen o, e gesprochen wurde, oder endlich auch so, dass in einem 
teile des Sprachgebietes die halhvocale, in einem andern die vollen 
vocale die oherhand hatten, icie noch gegenwärtig im osten des nsl. 
Sprachgebietes die vollen vocale herrschen, während im westen der 
halbvocal sich geltend macht. Was den Schwund des halbvocales an- 
langt, so schwand vor allen t als laut im auslaute und h und i. in 
leichter aussprecliharen consonantengruppen ; die zeit, icami dies ge- 
schehen, lässt sich niclit bestimmen: als gewiss darf jedoch angesehen 
werden, dass schon zur zeit der entsfehung unserer älteren quellen rt, 
It, Dt in bestimmten fällen icie weiches r, \, n (daher Yh, Xh, rih) 
klangen, dass demnach zu jener zeit der dem h eigene laut in den 
bestimmten Worten nicht mehr bestand. Ein grund für die ansieht, 
dass schon sehr früh auslautendes 'l stumm war, dürfte sich aus fol- 
gender betrachtung ergeben : das suffix liitj büsst häufig sein h ein, 
wenn an die stelle des t^ ein voller vocal tritt: aus ki'asbUT. geht 
krasna sup. 427. 13, aus wvahwh geht umni 49. 6. hervor; da nun 
vor ni) der halbvocal nur sehr selten, vor na, ni hingegen sehr häufig 
ausfällt, so darf als der grund des ausfallens des h in den vollen 
vocalen, in den lauten a, i, der der erhaltung des t hingegen in dem 
halbvocal i,, in dessen stummheit gesucht werden. In der tat sind 
krasm. und umni. nur dann leicht aussprechbar, wenn das aus- 
lautende 1. ausgesprochen wird. Vergl. A. Leskien, Die vocale t> und 
h in den s. g. altslovenischen denkmälern des kircherislavischen. Aus 
den berichten der königl. sächs. gesellschaft der Wissenschaften, 1875. 
Seite 43, 54. Die gründe dafür, dass kr'Lti., vlrbk'L im altslovenischen 
icie krti., vlkt lauteten, iverden unten bei v, \, n angegeben. 

2. Dass ein halbvocal nicht gedehnt sein kann, ist selbstverständ- 
lich. In vielen fällen loird er accentlos sein, wie etwa im aslov. ztija 
specto ; er muss es jedoch nicht sein, loie dbnt; si-tx usw. zeigeyi und 
ivie sich aus bulg. beri., bi-cvt, vinkasen usw., so wie aus rum. 
viduvz, zugrivi, kzldiri usiv. ergibt. Diez 1. 334. 

3. Da selbst in den ältesten denkmählern nicht nur t und t> 
mit e und o, sondern auch die beiden lialbvocale mit einander wechseln, 
so liegt dem Sprachforscher ob, festzustellen, nicht nur in icelchen 
fällen halbvocale, sondern auch in welchen jeder von beiden zu setzen 
ist. Die erstere aufgäbe unterliegt bei den meisten worten geringer 
schiüierigkeit. Mit Zuhilfenahme der lebenden slavischen sprachen wird 
sich dies mit Sicherheit bestimmen lassen. Aus dem nsl. sg. gen. dne, 
pocetka neben dem sg. nom. dau, den und pocetek ergibt sich, dass an 
der stelle des a, e in dan, den und des zweiten e iii poöetek im aslov. 



92 a-vocale. 

ein halhvocal stehen müsse. Desto scliicieriger als die heanticortung 
der frage, oh t oder i> zu setzen ist. Man hat zur Zählung seine Zu- 
flucht genommen und jenen vocal gelten lassen, welcher in der majori- 
tät der fälle nachweisbar ist. Allein die arithmetik kann nur in 
jenen nicht häufigen fällen die frage lösen, ivo der eine der beiden 
halbvocale in einem bestimmten worte so selten ist, dass man ihn als 
Schreibfehler ansehen kann. Man kann zählend herausfinden, dass 
bbcleti zu schreiben ist. Man hat femer die verwandten sprachen zu 
rate gezogen und ist auf diese weise zu feststellungen aus objectiven 
gründen gelangt, obgleich das mittel manchmahl versagte: so ergäbe 
die vergleiclmng des lit. tik (istikti stossen), lett. tik (aiztikt berühren) 
die Schreibung tbk allidere. Das sicherste mittel die frage hinsicht- 
lich des h und t zu entscheiden bietet das slavische, vor allem das 
altslovenische selbst. Aus vtzbydati expergefieri so wie aus biiditi ex- 
citare folgt mit notwendigkeit btdeti, so icie sich aus pritycati offen- 
dere die Schreibung ttk ergibt. Trotz aller dieser mittel bleibt manches 
unsicher. 

4. Die halbvocale t und 'h sind in ihrer Verbindung eine spe- 
cifisch slavische er scheinung ; sie sind urslavisch, indem sie von den 
entsprechenden formen der slavischen sprachen vorausgesetzt werden. In 
dieser hinsieht steht das aslov. auf dem standpuncte des urslavischen. 
Beiden halbvocalen liegen andere vocale zu gründe; hier soll kurz 
gezeigt werden, woraus h entstanden ist. a) h hat sich in einer grossen 
anzahl von worten aus dem kurzen i der Ursprache entwickelt: cb in 
öbto : aind. ki. cbta: aind. cit. dbub: aind. dina. mbg-: aind. mih 
(migh). pbs in pbsati: aind. pis. svbt: aind. svit usw. inbzda ent- 
spricht jedoch ahaktr. mizdha. got. mizdön-. griech. \i.<.z%zc. Die h 
enthaltenden icorte werden weiter unten vollständig verzeichnet und bei 
jedem einzelnen die entstehung des h erklärt, richtiger zu erklären 
versucht werden. Auch in entlehnten worten werden häufig i und die 
damit verwandten vocale durch h tviedergegeben : padbjakt tichonr. 
2. 295. poddbjakt uTrcotr/.ovcc. dbinitra sav.-kn. 129. dbevol-b cloz. 
zogr. irodbedj. marbe neben niaiie. scmton-L. tiverbe. tbinient 6j- 
\v.'y.\j.7. (serb. tamjan, taniljan) zogr. vcDbjainin'L suj). usw. g'obbZT>: 
vergl. got. gabiga-, gabeiga-. Ibm,: ahd. lln. mbsa: ahd. missa. stbklo: 
got. stikla-. Vergl. auch sbrebro: pr. sirablan sg. acc. got. silubra-. 

Die frage, wie h aus i entstanden ist, loird verschieden beant- 
wortet: die einen meinen, es sei b unmittelbar an die stelle von i ge- 
treten, während andere der ansieht sind, i sei zu g, und e zu b (i- 
e-b) geworden, b sei in den hierher gehörigen worten um eine stufe 



fc aus e. 23 

schwächer als e. Geitler, Fonologie 8. Für die letztere ansieht icird 
der umstand angeführt, dass e mit h wechselt, indem denb neben 
dbüh vorkomme: die tatsache ist unzweifelhaft und es gilt kein denk- 
mahl, in welchem formen wie denb nicht vorkämen. Allein für das 
höhere alter des e vor dem h gibt es für die vorslavische periode 
keinen beweis, und die Vorstellung, e sei erst im slavischen allmähUg 
in h übergegangen, kann nicht begründet werden. Man kann die be- 
hauptung nicht etwa durch beruf ung auf das lit. lett. stützen, da 
diese sprachen in den betreffenden icorten \, nicht e, bieten : dtm : 
lett. dimt. kotLlt: lit. katilas. Itpeti: lip. Ibni.; linas. mtg: mlzii. 
ptkli: pikis. svbt: svit usw. Wenn man für die entstehung des t 
aus e die icorte seli, sekratb anführt, so geschieht dies mit unrecht, 
da se in den genannten formen aus sjo entstanden ist. Während die 
entstehung des h aus e in den Melier gehörigen formen nicht bewiesen 
werden kann, darf für das höhere alter des h vor dem e der um- 
stand angeführt werden, dass die lebenden slavischen sprachen dort, 
100 für das altsloveyiische h postuliert wir^d, gleichfalls h voraussetzen: 
nsl. ves, vsa, vse ist nur aus aslov. vtSL, vLsa, vbse begreiflich ; die 
zurückführung von vsa, vse aif eine form vest ivürde gegen die 
lautgesetze Verstössen, c. mzda setzt mbzda voraus und widerspricht 
einem urslavischen mezda. ß) t in worten wie sbveni) sutus entsteht 
aus jü, daher sb-v-eni). Der Inf. siti entspricht nicht dem lit. siuti, 
sondern einem siauti. y) wurzelhaftes e ist häufig zu b geschwächt 
und schliesslich ausgestossen icorden. aind. bhar ist slav. ber^ eine 
form., die dem praes. bera und allen von der w. ber abgeleiteten 
stammen: bori), birati aus berati zu. gründe liegt. Aus ber entstand 
bbr, manchmal minder genau bT>r geschrieben: bbrati, bxrati^ brati. 

Hier entsteht die frage, auf welche iveise sich b aus altem a 
entwickelt habe. Es darf angenommen werden, es sei zuerst e aus a 
und aus e e7'st b hervorgegangen. Auch für das aind. wird zioischen 
a und i - e, richtiger a', a^ als mittelstuf e vermutet. Zur begrün- 
dung dieser ansieht ist, abgesehen von physiologischen erwägungen, auf 
die tatsache hinzuweisen, dass die e- formen im lit. vorhanden sind: 
Ibg'bk'b: lengvas. Tph^i,: peku. zbly : gelonis. jhm ijemt. Neben minu, aslov. 
mbneti, findet man menu. aslov. tbma steht aind. timira, tamas und 
lit. temti, tamsa gegenüber. Dass der Übergang des a in e durch o (a- 
o-e-b) vermittelt worden sei, ist unwahrscheinlich, iveil o den Übergang 
von a zu \x, nicht zu i (und b ist ein \-laut) bildet. 

Wie das auf i zurückgehende h, so liegt auch das auf a be- 
ruhende b den lebenden slavischen sprachen zu gründe: so ist nsl. 



24 a-vocale. 

zaönem nur aus ctna, 7iicht etwa aus cena, begreiflich, so kann p. 
cma nur aus ttma erklärt icerden. Daraus geht zugleich das hohe 
alter des l auch in den hieher gehörigen worten hervor. Wenn 
bemerkt icird^ e aus a habe bestanden, bevor es eine slavische 
spräche gab, so ist dies icohl zuzugeben, allein das angenommene sla- 
vische e ist seinem Ursprünge nach verschieden von dem slavischen; 
jenes ist unmittelbar aus a, dieses aus t. hervorgegangen : ur sprachlich 
a, vorslavisch, litauisch e, urslavisch h. Ähnlich ist i im aind. svit 
verschieden von dem i im aslov. svitati : jenes ist ursprünglich, dieses 
ist auf svbt zurückzuführen, svita ist als iterativum, abweichend von 
sveti,, aind. sveta, keine vom slavischen ererbte, sondern von dem- 
selben erst gebildete form; dagegen kann von einem vorslavischen e 
in denb nicht gesprochen werden: in der vorslavischen periode hatte 
das wort i, urslavisch ist dhuh. 

ö. Es gibt auch formen, deren h in der slavischen periode aus e, 
das älterem a gegenübersteht, hervorgegangen ist: hieher gehört vböera 
heri von veceri., lit. vakaras ; ferner pbci se, ptcete se von pek; 
rbci, rbcete von rek ; tbci; tbcete von tek; ebenso zeg-^ dessen e 
häufig in b übergeht, zbzi. Auf zbg beruht nsl. zg-ati, zg-em usw. 
Über pbcete se, rbci, rbceta zogr. vergl. S. seite 103. Dieselbe 
Schwächung des e tritt ein in mbne, mbnoja neben mene und me 
aus men: vergl. lit. mane, manes, man, niederlit. mune, mimes, miin. 
Man merke cbsaib gradb sabb. 13. aus cesarb gradT>: aus cbsai'b 
ist r. caib entstanden. 

6. Die Schwächung des a zu i kömmt wohl in allen arischen 
sprachen vor: ich erwähne hier nur des got., wo man bir (bairan) 
für aslov. hhY, tir (tairan) für aslov. dbr findet. Das germanische 
bietet fast alle modificationen des alten a dar, die dem slav. eigen 
sind : ahd. peran : bera. got. bairan aus biran : bbrati. got. praet. 
bar: bort subst. got. berum: birati aus berati. got. baurans aus 
burans icürde aslov. bxi'anb lauten, das jedoch nur in folge der 
Verwechslung der halbvocale vorkömmt. In bar wie in bort stehen 
die vocale a und o aind. ä (aa) gegenüber, beide sind daher als 
Steigerungen des e aus älterem a anzusehen, wie das aind. ä 
eine solche ist. Im pl. und dual, ei^wartet man den lourzelvocal, 
statt dessen seine dehnung e eintritt, die ebenso in der germanischen 
periode entstanden ist, icie die formen berati (birati) in der slavischen. 

In der negation m, lit. nei, erblicken manche das ursprüngliche 
na, aus dem es sich durch nc entwickelt habe Zeitschrift 23. 276 : 
mir scheint dies unrichtig. Vergl. 4. seite 170. 



h ans e. 25 

Hier führe ich auch die sg. nominative cltsti und mati an, die 
auf cHste. inate aus düster, inater beruhen : lit. dukte. e fasse ich 
als ersatzdehnung auf. Ahnlich ist das herabsinken des auslautenden 
e zu i i7i vedi, ptci neben vedete, pLcete. delaj beruht auf delaje, 
delaji. 

7. Die h aus e enthaltenden formen. Wurzeln. bbbrT> 
ßber in bbbrovina. bebr7i. Für einen halbvocal spricht s. dabar aus 
babar, für h ahd. bibar, lit. bebrus, pr. bebrus, beberniks, lat. fiber ; 
gegen h klr. bober, r. bobri.. Man vergleicht aind. babhru rot- 
braun, eine iclmeumonart. abaktr. baicri, baicra- biber. btrati, bera 
legere. s-Lbwase, minder gut s^b'Lrase zogr. birati: got. bairan, ahd. 
peran. aind. bhar, bharati. cnna: poöbna, poceti incipere. pocinati. 
koub in iskoni ab initio. w. ken. dvbn, iauua. d\'trb zogr. nsl. 
dveri neben duri. r. dvert. p. drzwi aus dwrzy. kas. dwierze. pr. 
dauris. lit. duris pl. lett. durvis. got. daura-. abakt. dvara. aind. 
dvär. Dem dvtrt und dem dvori, liegt dver zu gründe, dtl : pro- 
dbliti : prodbla sup. 367. 23. dblina, dblje longitudo. dbl beruht auf 
del: vergl. dl'bg'b aus delg"b. dbm in odbmeti se respondere. nsl. 
odmevati se : lett. dimt, demu sonare. dbrati, dera scindere. raz- 
dtra zogr. dirati. dera 7ieben dira scissura. got. tairan aus tiran. 
aind. dar, drnäti. dära. griech. BepM. g-onbznati und g'oneznati salvari. 
gonoziti salvare: got. ganisan, ahd. nesan. g-rtmeti aus grbmeti to- 
nare. grimati wohl für gremati. grom^b tonitru: griech. '/pz\jJZo)j 
ypiii.oc. w. grem. lit. abweichend: grumenti. ji>ga: iga quando. jbga 
hängt mit dem pronomen JT> zusammen, i in ize steht für j'b. jbin 
aus jem : ima, jeti prehendere. iniTj, poimi.. priimi) neben priemt 
zogr. izbmi). otbmeti. neben ottimett. STUbrnt y.aOsXwv, auvsoptov. 
v^ntmati. ybuemtsa se zogr. vxzbma, vbzbmt usw. imati. jemlja. 
Hieher gehört razbmbnica [xay.cAAov. razemnica slepc. razumbnica 
sis. 1. cor. 10. 25. lit. imti, imu, aor. emiau. pr. imt, enimt. lett. 
jemt, nemt : jemt zeigt, dass nemt nicht zu aind. nam gehört, aind. 
jam, europ., nach Fick 2. 709. 715, em. klbna, kleti exsecrari. kli- 
nati : vergl. pr. perklantit, das ein klen voraussetzt. Brückner 192 
hält das pr. icort für entlehnt: p. kla6, klatwa. Ibgiikt levis, nsl. 
lehek. r. legokt. Ibgota. Mit Ibgt steht Itza, polbza, Ibze in Ver- 
bindung, lit. lengvus, lengvas. Ibgi in Ibg'bkt ist ein w-stamm. got. 
leihta-, ahd. llhti. griech. eXz/'jr. aind. laghu, raghu von rahh, lahgh 
springen, abaktr. remjja leicht, ahd. ringi. aslov. Ibstbrn^ facilis. b. 
lesen, s. last, lastan, lasan gehört nicht hieher: man hat it. lesto, 
tcohl mit unrecht^ verglichen. Ibvb leo. r. leyh, sg. gen. Ibva. p. 



2(? a-Tocalc. 

lew, sg. gen. Iwa. Ut. levas ist entlehnt, lit. Uutas ist vielleicht das 
slav. Ijutx BriicJcner 105. ratcL neben meöt ensis. s. mac. r. mect, 
meca, ar. sg. gen. mca: got. mekja-. as. mäki. mtdl'L tardus. nsl. 
medelj raedloven. r. medlitb. Man beachte meleda anfschub. aind. 
mrdii: aslov. raudi. beruht zunächst auf einer w. müd, madi. tardus 
auf aind. mand. aslov. raad-L liegt dem rum. premtnd procrastino zu 
gründe, mbiia, meti comprimere. r. minatt. lit. minti, praet. mJniau. 
aind. mnä aus manä in carma-mna gerber. Vergl. r. mjaka (aslov. 
*meka) in koze-injaka. lit. minikas. niLneti, mhnja jjutare. mtn-, ein- 
mahl ran: usamne zogr.; daher metb zw pamett. pomenati we6en po- 
menati. pominati. lit. minu, menu, minti rieben manau, manlti. lett. 
minet. got. man ich glaube, gamunan, gaminthi. aind. man. Das nomen 
-ment beruht auf einer \-w., nsl. sporain auf dem iterativum mi- 
nati. mint: nsl. nienek, menic gadus lotta. s. (slav.) mlic (mlich) bei 
Linde, r. menL. c. iweü, mnik. slovak. mieü. j). mietus. ns. mjenk. 
mtra, mreti mori. umLryj ostrom. uniLreti.. iimtrj. umtr'LSb. 
umtrxsaego und urareti. umrett. nmrese; umrili>, umri.la zogr. 
umevLsimi cloz. 1. 803. und umtreti 476. unirblT) sav.-kn. 71. und 
iimrtsa 124. mirati, mori) mors. nsl. merjein. lit. mirti aus merti, 
mirstu. aind. mar. ntra, nreti ingredi. nirati. ponoi"L. lit. nerti 
tauchen, naras. Daneben n-tr : nyriti. nura. nLza, wahrscheinlich 
nisti, penetrare. ni.z- zogr. nizati infigere. pronoziti. nozb neben ntz : 
pronuziti transßgere. Vergl. auch nog^tt unguis, das die bessere 
form ist. lit. nezeti jucken ist in bedeutung und form verschieden. 
Ascoli, Studj 2. 167. ocLtt acetum. got. aketa-, akeita-. osbb : osibb 
cauda: lu. heb: vergl. liob- in hobot'L. griech. (jißr^ cauda Curtius 
383. pi>naj P?ti, mit praefijcen, e-itendere. p^n-, einmahl ptn : ras- 
p7.nat'i. zogr. pinati. s-tpona. ^ato fessel aus pon-to: w. pen. vergl. 
lit. pinti flechten, painioti. pantis fessel. got. spinnan, spann J. Schmidt 2. 
495. Fick2. 599 verbindet damit auch ptnL truncus. 7isl. penj. r. penb. 
p. pien, sg. gen. pnia. pbpr-b piper: griech. r.i'jzs.pL p. pieprz. lit. 
jyipirras und lett. pipars sind aus dem slav. entlehnt, lat. piper. ahd. 
fefor. pbrati, pera ferire, calcare, lavare. popbrana cloz. 1. 342. 
pirati. polab. päret lavare. lit. perti, periu baden, eig. schlagen, mit 
dem badequast. Vergleiche aind. sphar, spharati auseinander ziehen, 
spannen, pbrati, per% feri'i, volare, pirati. vergl. lit. sparnas flügel. 
aind. parna. pbra, preti fulcire. pirati. podi.por'b, lit. spirti, spi- 
1-iu. spardlti. lett. spert, speru. spars schicung. pBija, preti con- 
tendere. sapbra sav.-kn. 51. pirati. sapbrt zogr. Vergl. aind. prtanä 
pugna. pbst canis. pbSomT> rieben psi zogr. nsl. pes, sg. gen. psa. 



1. ans c. 2i 

p. pies, sg. gen. psa. lit. pekus. pr. pecku. got. faihu. ahd. fihu. 
aind. pam. pbzdeti: nsl. pezdeti pedere. klr. pezcTity, bzcTity. lit. 
hezdeti. lett. hezdet. Vergl. pn>fl. skvhra, skvi'eti. nsl. cvrem, 
cvreti, p. skwarl. skwierac. skwar. stbblo caidis. nsl. steblo. p. 
zdzieblo, zdzbio, dzblo aus scblo. r. steblB. pr. stihinis. lit. stamhas, 
stamhras neben stimhras baumstumpf. staibas. stebas. lett. stabs 
pf Osten, stebbe. aind. stabil, stambh, stambhate stützest. stLg-no femur. 
klr. stehno. p. sciegno. ahd. skincho. Vergl. aind. kliahg aus skang 
Itinken. sttlati, steija sternere. post-ilase zogr. postelant lue. 22. 12.- 
niJc. Stil- sav.-kn. 72. stilati. stol'L. vergl. sttra. stbra, streti ster- 
nere. prosttri. prosttn. und prosttret-L. prosttre zogr. prosterb cloz. 1. 
695. 696. prosttreti 2. 28. stirati. stori). s. sterem, sterati. griech. 
o-Tjpvj;;.;, lat. sternere. aind. star, strnöti. Hieher gehört strana. pro- 
strain>. Vergl. iv. stri in stroj. sera, sbrati : nsl. serjem, srati 
cacare : aslov. nicht nachgewiesen. stbbttati fritinnire. p. szeze- 
biotac. Das ivort steht hier nicht vollkommen sicher. sbdi) qui 
ivit. sblib. nsl. sei, sla aus hed, ivoher hodi, aind. sad, womit 
von anderen sbd durch sjad, sj^d vermittelt ivird. usidb fugax be- 
ruht vielleicht auf einem iterat. sidati. Mit sbdx - hodi vergleiche 
man stp: sbpbtati sibilare. s. sanuti lispeln aus sapnuti. saptati. 
c. seplati; cbn-konb; (sbb) osibb - hobott. tblo pavimentum eig. 
,das festgestampfte' . nsl. tla. p. tlo. pr. talus. aind. tala. tbma 
tenebrae. nsl. tema, tama. klr. temrjava. p. cma. lit. temti. timsras 
bleifarbig, tamsa. tamsus. as. tliim. aind. tamas, tamisra neben ti- 
mira. abaktr. temaith. air. temel. tbma numerus inßnitus stellt Fick 
2. 572 als tima zu tyti. tbua, teti : nsl. tnem, teti scindere. tna- 
chu fris. ar. potbna. tinati. p. potne, pociac. tbn aus tbm : ar. 
asce kto tbinetb dilzbbita smolnjanina vt Rize ili na gotbskomb 
bereze, to tomu za ub platiti, kto izetjaH izv. 601. griech. 
T£jxvw. tbübki. tenuis. r. tonok-b. n in cienki beruht nicht auf nb^ 
sondern auf dem folgenden k. Im r. tonoki. scheint die zweite auf 
die erste silhe eingewirkt zu haben, denn tbni. in tbntki, ist ein u- 
stamm. lit. tenvas. lett. tlvs. got. thanjan. and. thunnr. ahd. dunni. 
lat. tenuis. griech. tsivoj. Tavaic;. aind. tanu: w. tan. tbra, treti te- 
rere. tbraste. otbre zogr. sitbreni cloz. 1. 781. otbr^si mariencodex. 
tirati. tori.. lat. tero. griech. xp-üw. Mit tbr hängt tbl zusamme?! : 
tbleti corrumpi. istbliti perdere: istblitt cloz. 1, 450. neistblenen'L 
1. 907. tbZT), tbzbn'i cognominis scheint auf dem pronomen ttzde 
zu beruhen, klr. tesko verch. 69. vbl: dovblet'b sufficit. dovb- 
letx sufßciunt zogr. dovilbm. cloz. 1. 585. dovtle 734. Vergl. 



28 a-vocale. 

veleti. vol- in voliti. volja. lit. vellti. got. viljan. valjan (aslov. vo- 
litij. griech. ßiAo[;.a'., ßs'JAsiJ.3c'.. aind. var, varati, vrnöti sich er- 
wählen. Viva, vreti claudere. virati. voi"l. otvoriti. s. uvrijeti 
inserere. jpr. eticert öffnen, lit. verti, veriu auf- und zutun, atverti 
auftun. lett. vert, veno. aind. var, vrnöti umschliessen. vtrja, vreti 
scaturire, hullire. nsl. vrem, vreti. virati. vort. lit. virti, verru, verdu. 
zvbneti sonare. r. zvenetL. aslov. zvont. ztrja, zbreti spectare. zi- 
rati. zori,. zLr-_, ztr-, zr-, je einmahl zogr. ztr- cloz. stets mit h. pro- 
ztrj^, zbreste, uztrite und zaz'ireaha, uzrevT>si zogr. lit. zereti, ze- 
riu schimmern, ziureti, ziuriu sehen. Damit hängt zreti maturescere 
zusammen: in s'^ztreett zogr. befremdet h. ztdati, zbda und zidati, 
zida. zbdeti exspectare : zditb exspectat. nsl. zdeti immotum iacere. 
•p. zdac exspectare: iv. g-ed. g-odrb tempus {vergl. cajati und casi.). 
klr. pohodytj warten, lett. gaidU exspectare. lit. geisti, geidu cu- 
pere. pr. geide exspectant. zbma, zeti comprimere. zimati. Fick 2. 
559 vergleicht, aind. gämi verwandt : man beachte blizi. jjrope und 
lett. blaizlt quetschen, zbnja, zeti demetere. zinati. Vergl. lit. geniu, 
geneti astein. zbra, zreti vorare. nsl. zerjem, zreti. zirati, lit. gerti, 
geriu trinken, aind. gar, girati. zbra, zreti saci'ifcare. zbreaha zogr. 
pozbri cloz. 1. 311. zirati. /tV. girti, giriu rühmen, pr. gir-snan acc. 
lob. aind. ghar, gtmäti anrufen. 

Hier mag auch znati noscere erwähnt werden, das wie das lit. 
pazinti, zinoti, zinau. lett. zinät. pr. sinnat zeigt, einst zbnati aus 
genati gelautet hat: vergl. abaktr. zan. got. kun in kuntha-. air. 
gen neben aind. gnci. griech. yvo). lat. gno. alid. knä. air. gna in 
gnath bekannt. 

Über die Schreibung der loorte icie bbrati vergleiche A. Leskien, 
Die vocale t und b usw. 77. 

8. Ursprachliche a-formen sind slav. i formen gewoi'den in blbsk : 
bleski), blbsk-L splendor. lit. blizgu, bllskiu. aind. bhräg, bhrögate. 
Vergl. Ibstati se von Ibsk. sk ?7? blbsk ist aus zg hervorgegangen, 
icie aus brezg'B erhellt, mbii : niLneti, mbnja putare. nibn, ein- 
mahl mn in iisamue zogr. Den beweis, dass blbsk und nibii i-w. 
sind, bilden die nomina blesk-L und mem> in pomeüTi, meuiti, da 
nomina nicht auf dehnung, sondern auf Steigerung beruhen, und 
die Steigerung e ein i voraussetzt; doch gibt es von iiibu auch a- 
formen : pain^tb aus painentb usw. Vergl. J. Schmidt 1. 11 ; 2. 
476. 495. Eigentümlich ist scepiti findere, das mit der w. skep 
zusammenhängt, zaliti lugere neben zclati. Die verba iterativa aller 
wurzeln, in denen b aus e, a entsteht, werden scheinbar von \-formen 



int (trt), tret aus tert. 29 

gebildet, so dass neben mort aus mer (iiireti aus merti), mirati 
xcie aus mtr (mtra) besteht. Man könnte diese differenz aus dem 
nicht hohen alter der verba iterativa erklären wollen. Es ist indessen 
sehr wahrscheinlich^ dass mirati auf einem älteren merati beruht, 
icie pogribati für und neben pogrebati aus grob besteht : dafür 
sjjricht^ dass dem. i der formen icie mirati in den lebenden sprachen 
der reflex nicht nur des \, sondern auch des e gegenübersteht. Darüber 
icird unter dem a-vocal e gehandelt. 

2. tert wird trit (trt) oder tret. 

Die lautgruppen tert, telt, d. h. alle lautgruppen^ in denen auf 
er, el ein consonant folgt, bieten den sprachorganen einiger slavischen 
Völker schiderigkeiten dar, sie werden daher gemieden und A) da- 
durch ersetzt, dass der vocal e schivindet, loodurch v, 1 silbenhildend 
loerden ; B) dadurch, dass bei der metathese des y, 1 der vocal e 
gedehnt, d. h. in e vericandelt wird. Das klr., ivr., r., p., os., 7is. 
haben den vocal bewahrt: urslavisch berdo: aslov. brT>do, d. i. brdo. 
r. berdo. In den unter B) fallenden icorten hat das Mr., ivr., r. 
zicischen r, 1 tmd den folgende?! consona^iten ein e eingeschaltet: ver- 
teno: aslov. vreteno. r. vereteno. 

A. Ursprachliches bargha (bhargha), aind. "^barha, loird ur- 
slavisch berzT.^ daraus aslov. brtz'L citus d. i. brzT). nsl., kr., s., c., 
ehedem auch b. brz. Urspracliliches und aind. marg wird lit. melz, 
urslavisch melz, daraus aslov. ml-Lza midgeo, d. i. mlza; nsl. mou- 
zem, muzem; s. muzem aus mlzem. B. Ursprachliches marti wird 
urslavisch merti, daraus aslov. mreti mori: nsl. mreti. Ursprach- 
liches parna wird aind. pana lohn aus parna, lit. pelnas, urslavisch 
pelnx, daraus aslov. plern. praeda; nsl. plen. 

A. tert ivird trtt (trt). 

brizT. citus. r. borzyj. cetvrttx quartus. r. cetvertjj. lit. 
ketvirtas. öri-pati nebe^i crepati haurire. r. cerpatt. ön>tati in- 
cidere. r. certa. lit. kertu vb. aind. kart. crT>VL vermis. r. cervi>. 
aind. krmi aus karmi. dHg'L longus. r. dolgi., dologi.. aind. dlr- 
gha. urspr. dargha. dr-tg: dr'Bzati teuere, r. derzatb. drtz'B 
audax. r. derzkij. g-lxki) tumidtus. r. g-olki.. p. gielk. g-r'blo 
guttur. r. gorlo. p. g-ardlo: g-rtlo ist urslavisch gerdlo, w. ger. 
aind. gar schlingen. g-riisth pugillus. r. gorstt. p. gars6, w. gert. 
kr-ikt Collum, p. kark. aind. krka kehlkopf. krtni) ynutilus. r. 



30 a-TOcale. 

kornyj. urspr. karna. aind. klrna. w. ker, aind. kar. krts : c. 
krsati deficere. aind. kars abmagern, krsa mager. mliiknati conti- 
cescere. r. molcati. j^- milczec. aind. marc. mHiiij fidgur. r. 
molnija. aind. ic. marn zermalmen. mr-ig-: r. morgatt winken, lit. 
mirgeti flimmern, iv. merg-. mrtknati obscurari. lit. merkti. ic. 
merk. mn>tfc: stmittL mors. lit. mirtis. wsjyr. marti. aind. mrti, 
IV. mer. mrtvica mica. klr. merva. ic. mer, sxiff. va. mrtznati 
congelari. r. merznutt. rai"i>znati ahominari. r. merzitt. pli>kT) 
turha. r. polkt. pKza, pleza repo. pr'Bcl : nsl. perdeti pedere. 
aind. ^pard, parda. griech. xepäco. pi"i>ga yj.opy.. r. perga. prxh : 
nsl. prhati salire, volare. pvLsi pectus. r. persi. aind. parsu. 
pri.st'L digitus. lit. pirHas. r. persti.. Vergl. aind. spars berühren. 
ißr%y !> primus. r. pervyj. urspr. parva, aind. pürva. sniri>deti /oe- 
tere. r. sraerdett. p. smierdziec. srtdbce cor. r. serdce. p. serce. 
Für die baltischen und slavischen sprachen und für das arme^iische ist 
als Urform mrd anzusehen. si'T.pi. falx. r. serp. p. sierp. griech. 
äp7:rf. lat. sarpere. stltpt columna. r. stolpi. p. stlup, slup. strtga, 
strega custodia, lit. sergu. strtnt stipida. r. sternja. syrrbbi. 
Scabies, r. sverbi.. svrtcati sonum edere. lit. svirksti. strxbina 
fragmentum. aind. kharba aus skarba. tltka pidso. r. tolku. 
tri.gati, ti"Lzati vettere, r. torgatt, terzati.. trint spina. r. terni>. 
tnbpnati torpere. r. terpnutb. lit. tirpti. vli.gi>ki. humidus. r. volg- 
nutt. lit. vilglti. vltka traho. r. vleku, volokii. lit. vilkti. vltkii 
lupus. r. volki,. p. wilk. lit. vükas. vl^na fluctus. r. volna. lit. 
vilnis. vr"i)ba salix. r. verba. p. wierzba. lit. virbas rute. vrtga 
iaciam. r. vergatt. p. wierzgac. Vergl, aind. varg ivenden. vri.h'L 
cacumen. r. verch-B, verbch-L. p. wierzch. aind. varsman das oberste. 
IC. vers. vrtkati, vriöati sonum edere. lit. verkti. vr'Lsa : klr. 
V ors'd jjilus. aind. etwa vrsa nach dem abaktr. varesa haar. vr'Lteti 
circumagere. r. vertett. aind. vart. vriza mit praeßxen ligare, sol- 
vere. zliva glos. r. zolva. p. zelwica, zohvica. zritcalo specidum. 
r. zercalo. zr'j.iio granum. r. zerno. lit. zirnis. alid. chorn, kerno. 
zl'LÖb, zKöb bilis. r. zelcb. zlbua galbula. r. zelua. p. zolua. lett. 
dzilna. zlxt'b flavus. r. zeltyj. lit. geltas. zi"^bny pistrinum. r. 
zernov'L. lit. girnos. got. qvairnu-. Seltener als aus tcrt entsteht die 
form tr'Lt (trt) aus tret: vergl. grimeti tonare aus grem-, woher 
gromi). Hieher gehört auch gr^ikt graecus. Ein rtt aus ert scheint 
nicht vorzukommen. Vergl. meine abhandlung ,Uber den Ursprung 
der Worte von der form aslov. tvbt'. Denkschriften, Band XXVII. 



trtt (trt), tret aus tert. 31 



B. tert wird tret. 



bregt ripa. r. beregT.. breine onus. r. beremja neben dem 
tmvolkstümUche7i brcmja. breza betula. r. bereza. brezda j)rae- 
gnans. r. bereza. creda grex. Mr. 6ereda. örepx testa. r. öe- 
rept. cresnja cerasus. r. ceresnja. cret'jb : nsl. öret sumpßge 
Waldung, r. öeret'L. örevo venter. r. cerevo. drevo arhor. r. 
derevo. mleti molere. r. molotb aus moltb : hier tritt der Wechsel 
von 6 und o ein. mreza rete. r. mereza. plepelica coturnix. r. 
perepelt. slezena sp/e??. r. selezenka. sreda medium, r. sereda. 
srent: nsl. sren pruina. r. serent. strega, strig-a custodio. r. 
steregu. streti extendere. r. steretL. tetrevt phasianus. r. tete- 
revt. trebiti purgare. r. terebitb. tremi. turris. r. terem-L. 
vred-L lepra. r. veredi.. vres^b: nsl. vres erica. r. verest. vre- 
tiste cilicium. r. veretisce. zledica schneeregen, klr. ozeieda. zieza 
glandula. r. zeleza. zlezo, daraus zelezo ferrum. r. zelezo für 
zelezo. zrebe pullus equi. r. zerebec^L. zrelo guttur. r. zerelo. 
Ebenso redi. in redtk'B rarus aus erdi.^ wie das lit. erdvas zeigt. 
Vergl. meine abhandlung: ,Uber den Ursprung der worte von der 
form aslov. tret und trat. Denkschriften, Band XX VIII. 

Bei diesen formen ist von einem urslavischen tert, telt auszu- 
gehen, worauf vor allem die formen trtt, d. i. trt, tert, tert; tltt, 
d. i. tlt, telt, telt benüien. Diese verteilen sich nach drei zonen, von 
denen die zone Ä) das Sprachgebiet der Slovenen, der Chorvaten und 
Serben und das der Cechen, daher die slovenische, d. i. die alt-, neu-, 
dakisch- und bulgarisch-slovenische, die kroatische, serbische und ce- 
chische spräche umfasst; die zone B) begreift das Sprachgebiet der 
Russen, daher die gross-, klein- und weissrussische spräche^ in die 
zone C) fällt das Sprachgebiet der Polen mit den Kaschuben, der Po- 
laben, die unter dem namen Lechen zusammengefasst werden können, 
und der Sorben (Serben), daher die polnische spräche mit dem ka- 
schubischen, das polabische, das ober- und das niederserbische. In A) 
schwindet der vocal e, der sich in B) und C) erhält, daher vert, in 
A) aslov. vrtteti^ d. i. vrteti. 7isl. vrteti usw. ; in B) r. vertett 
usw.; in C) p. wierciec usw. Vergl. oben seite 29. Aus urslavischem 
tert, telt entstehen, vielleicht durch den einßuss des accentes, auch die 
formen tret, teret, tret; tlet, telet, tlet. In A) tritt metathese des 
r, 1 und dehnung des e zu e ein, während in B) zwischen r, 1 und 
t der vocal e eingeschaltet und in C) der ursprüngliche vocal e meta- 
thesis erleidet, daher bergt in A) aslov. breg"L, nsl. breg usw. 



Ö2 a-Iante. 

Li B) r. bereg;i> usic. und in C) brzeg für Lreg usw., das aus 
bereg nicht erklärt loerden kann: daraus entstünde p. bierzeg. 

3. ent wird et. 

1. Der huchstahe e, a, heisst im alpliahete je, der buclistahe a, 
Ä, hingegen ja, icas die Griechen durch li, \ö wieder gehen. Das ahece- 
narium hulgaricum iceist mit unrecht dem ja den namen hie zu : dass 
durch hie etwa der laut hulg. jx aus ja bezeichnet werde^ ist schon für 
das IX. — X. Jahrhundert nicht unmöglich. 

2. Dass e und a wie nasales e iind o, d. i. e und o, denen 
der nasenton mitgeteilt ist (Brücke 66), ausgesprochen icurden, ergibt 
sieh aus folgenden tatsachen: a) in den aus dem griechischen stam- 
menden Worten entspricht e dem g, i mit folgendem n, m ; a hingegen 
dem o, &., u mit folgendem n, m : oksireht o^upjYj^Oi; pat.-mih. de- 
kebrt B£y.i;j.ßp'.oc sup>. 420. 24. nojebrt vc£[jLßptoc. septevrij, septebi'L 
GSTuxqxßp'.cc. oktebrij, oktebrB cvtTwßp'.cc, nach dem vorhergehenden, pe- 
tikosti -£VTY;y.07r/5 pat.-mih. ostrom ; drag-art drungarius, qui drungo 
seil turmae militari praeest, von opo'jyycc drungus: die Griechen haben 
das wort von den Lateinern, diese von den Deutschen erhalten. frag'B 
9paYY0b pirol. Ingin-B acyyTvcc ostrom. archimadritt ap^tp-avSpiTv;; pat.- 
mih.; aus /.covsTaviivc;; wird ktsuetint adj. sup. 146. 2; 148. 12; 
149. 5; 206. 27; 207. 1. Umgekehrt entspricht dem e slavischer 
Worte im griechischen eine mit n oder m schliessende silbe: svctopltk'L 
c(p£VTizXr,y.Toq in der vita Clementis 8 usw. Man vergleiche ausserdem 
lasta mit lancea, traba mit it. tromba. ß) in dem gleichen Verhält- 
nisse tcie das griech., befindet sich das deutsche zum aslov.: ktnezt^ ahd. 
kiining. penegi., ahd. phenning. stelegi), sklezL, ahd. skillinc, got. skil- 
linga-. usereg-L, got. ausan- und '^'hrigga-. Man vergleiche kladezt 
puteus, das wohl mit einem deutschen namen auf ing zusammenhängt. 
vitezt heros, das mit dem anord. vikingr zusammenzustellen ist: pira- 
tae, (pios Uli withingos appellant Adam Bremensis. Das r. jagt in 
korljagt: korijazi. varjagt entspyricht aslov. egi, aus deutschem ing: 
ahd. charling. anord. vccringr. mlat. varingus. mgriech. ßapay^o;. 
jatvjag'L bei Nestor, name eines den Litauern verwandten volksstammes 
(jednego z Litwq jezyka), entspricht dem jixzwmgi polnischer chronisten, 
p. wohl *ja6wiadz, wofür als collect, jacwize aus dem wr. oder klr. 
Jjinde 2. 249. Zeuss 677. hadogt peritus ist got. handuga-. pagva 
cortjmbus, got. pugga- oder puggi-, velbbad-L, got. ulhandu-. sabota ver- 
rät ahd. einfiuss: sambaz in samhaztag. got. plinsjan aus plensjan ist 
aslov. plesati. got. kiutus entspmcht aslov. ceta. Der name des 



vocal ^. 33 

mälirlscli-sloi-imisclien f'drsten, der hei Cosmas Süatopidcli ludsst, enthehrt 
in den (jleichzeitl(/e)i quellen nie des nasal s: zuventapu 879. sfentojndcho 
880. zventojxdeum usw. zuuent'dxdd. ha saJzbunjer verhyüderungshuch. 
santpulc Aquüeja, ico auch sondoke vorkömmt, etwa sadr., -f) dasselbe 
gilt vom rumunisclien : oglindö sjyeculum: g-ledati. lindino loca inculta: 
ledina. sfinci sacrare: sv§titi. resjnntie bivium: raspatijc. S7jmh7jf7j 
sabhatum: sabota. tzmj) obtusus: tap't. Auf rumun. lautgesetzen be- 
ruhen rznd series: red'L. sfznt sanctus : sve-tx, während munko lahor, 
maka, auf magij. munka zurückgeht. Vergl. limkz. porunkz. pungz 
mit aslov. laka. poi'aciti, pagva. c) die slavischen worte im mag//, 
bestätigen gleichfalls die nasalität von e und a; menta mentha: ineta. 
pentek dies venerls : pet'Lkt. rend ordo : red't. szent sanctus: svetT.. bo- 
lond stultus : b]adi>. korong clrculus : kragi^. szomhat sabbatum: sa- 
bota. galamh columba: golabb. parants praeceptum: poraciti. munka 
labor : maka; güzs vlmen, aslov. gazvica, ist s. gaizva. Die art und 
weise, wie griechische icorte im aslov. und wie aslov. worte im griech, 
transscribiert werden; die form, der deutschen worte im sloven., so icie 
der sloven. im deutschen; endlich die form der aus dem sloven. in 
das rum. und das mag//, aif genommenen icoj'te spricht demnach für 
die nasale ausspräche der buchstaben e und a. Dieses restdtat icird 
auch durch den umstand bestätigt, dass die vocale e uyid a sowohl in den 
icurzelhaften bestandtellen der loorte als auch in den stamm- und 
icortbildenden Suffixen mit n oder m schllessenden silben der ver- 
wandten sprachen gegenüberstehen: petb qulnque. alnd. paüktl. lit. 
penktl. aglb carbo. alnd. ahgara. lit. anglis usw. e und a sieht man 
im aslov. aus mit u oder in schliessenden silben entstehen: ceti aus 
CLuti, ceuti, praes. ctua. dati aus dtmti, domti, praes. d^Lina usw., 
daher hx glag-oletb se gug-nivo izvest. 4. 267. Von den slavischen 
sprachen kennen den nasalismus das polnische mit dem kasubischen 
und das polablsche, ferner das slovenlsche, d. i. die spi'ache jener 
Slaven, welche, im sechsten Jahrhundert am linken ufer der unteren 
Donau sitzend, bei Prokopios und Jornandes T/.Aa^-q'/oi, sclaveni hiessen: 
von diesen zog ein teil id>er die Donau nach dem süden und erhielt 
da nach einem den Hunnen und den Türken verwandten volke den 
namen Bulgaren ; ein anderer wanderte nach dem westen und drang 
in die norischen alpen: die spräche dieser Slovenen, die man die 
norlscli-sl ovenische nennen könnte, bezeichne ich als die neuslovenische ; 
ein teil setzte sich in Pannonien fest und verbreitete sich über die 
Donau an den fuss der Karpaten : die spräche dieser Slovenen heisst 
mir altslovenlsch , man könnte sie pannonlsch - slovenlscli nennen; ein 

•6 



04 a-vocale. 

teil endlich behielt seine sitze: die spräche dieses teils mag dakisch- 
slovenisch genannt icerden. Alle vier dialekte des slowenischen he- 
sassen noch in historischer zeit die nasalen vocale. Das altslovenische 
hatte sie his zu seinem erlöschen nach dem einhruch der Magijaren 
gegen ende des neunten Jahrhunderts ; das dakisch-slovenische hexcalirte 
sie bis zu seinem aussterben zu anfang unseres Jahrhunderts. Das neu- 
slovenische hat in seinem ältesten, aus dem zehnten Jahrhundert stam- 
menden denhnald spuren des nasalen vocales a : sunt satt ; poronso 
poraca ; mog-oncka (mogonka) mogasta neben zodni sadbnj; mo 
für ma, moja; prigemlioki prijemljasti*, mokimaky, boido poida; 
vosicli vazih'L ; musenik neben mosenik macenik'B; cliokii hosta ; 
für e steht in dem. freisinger denkmahl en nur einmahl : v uen sih 
VI. vestLsih'i., sonst e: spe stpo; zveta sveta, icährend in einer Ur- 
kunde kaiser Arnulfs von 898 zwentibolh für svetopHki. zu lesen ist. 
Spuren des nasalismus finden sich im nsl. noch heutzutage: dentev, 
dentve für detelja, j). dziecielina, in Canale; miesenc res. Ö8. me- 
senc neben mesec, ve^iet. niiesac, aslov. mesect; zvenk, zveki.; im 
Gailtale (v zilski doliui) Kärntens spricht man noch lenca lesta; 
ulenci, ulezem, aslov. leg, leg; srcncati *S'i>re.stati /^«'r stresti, p>'aes. 
stresta; venc veste. Vergl. mencati conferere mit aslov. nieki.k'L. Der 
Ortsname, der aslov. laka (Lak in Krain) lautete, findet sich in folgenden 
formen: lonca 973. lonka 1074. lonca 1216. lonk 1230. 1278. 
lonke 1283 neben loka 1248. 1253. lok 1251. 1252. 1253. 1257. 
1268. 1280. ebenso lovnca in Istrien 1007. lonk in Steiermark 1181. 
Vergl. Muchar 2. 57. Aus dem gesagten ergibt sich, dass im nsl. die 
nasalen, vocale nicht wie mit einem schlage vernichtet icorden, sondern 
allmählig geschicunden sind : den ausgangsjninkt der verderbniss, wo- 
durch e, a in e, o ühergiengen, kann ich nicht angeben, wohl aber 
gellt aus den obigen tatsachen hervor, dass sich in einigen gegenden 
die nasale in einer grösseren anzald von Worten, überhaupt namentlich 
in den aus der masse des Wortschatzes einigermassen heraustretenden 
elgennamen erhalten haben. Man wird nicht fehlen, wenn man an- 
nimmt, dass schon im, neunten Jahrhunderte, im Zeitalter der icirksam- 
keit der Slavenapostel in Fannonien, das nsl., d. i. das norisch-sloven., 
die nasalen vocale nur in einzelnen loorten kannte. Wer dasselbe vom 
bulgarischen annimmt, icird von der icahrheit nicht weit abirren. Es 
ist zu constatieren, dass nasale formen im bulgarischen in alter zeit 
nicht selten sind; aus der lebenden spräche fehlen uns zur zeit 
verlässliche angaben: aus alter zeit sind anzuführen: cojvoiajy.ov, cjjv- 
c£3:c/,ov, sivT'.Äjy.ic, aslov. *sateska, as. sutcska, in einer Urkunde von 



vocal .;. 35 

1020. sfentog-oraui, asiov. * svetot;'oi-jaiio, rov 1274. crssvTisOXxßo;, 
csivoisTAaßo; he! Pachymeres und Kantakuzenos , aslov. svetoslavL. 
r,^Mxz'/.vi•lC^^^, einem aslov. protoknezi entsprechend. C. Sailias, Bihlio- 
theca I. 2S4. usp-poc, uc5i;.Tpo;, aslov. zabri.. F. Grigorovic erzählt, er 
habe in der nähe von Ochrida und Bitolja in einigen xcorten nasale 
vernommen: im.ndr, da bades (loohl: b7jude5) ziv: aslov. madn., 
da badesi zivi.. Derselbe loill in Dihra und hei Saloniki o für a 
wie im nsl. gehört haben. Nach anderen wird hei Kostur und in der 
Dibra moudro, ronka, im.udro, rtnka gesproclten. Die Pomaken, 
nndiammedanische Bulgaren im gebirge llhodope, sprechen dem ver- 
nehmen nach i"LDka für aslov. raka. Von Ortsnamen werden angefülirt 
Jong-a, vsofür ein anderer reisender leko, u:ohl hwiga, Itg'a, gehört 
hat. lag' neben lenk, d. i. Hng-. danibovo ?<s?r. Heutzutage findet 
man demnach spuren nasaler vocale in einzelnen icörtern im sildwest- 
lichen Macedonien. K. J. Jirecek, Starobidharske nosovky im Casopis 
187:"). 325. Man beachte in der heutigen spräche grendi pidjes 2. 
4.5. jarembicL milad. 387 neben g-erebicL 410. pendeset, deven- 
deset und aus prul.-rad. öendo. pen'desetb; pen'desetorica; ferner 
aus dem späten, griechisch Xo^yc«; für lagt tmtZ unter den slavischen 
Ortsnamen GriecJmilands Ko-(/.y. laka : y.a-'.vißa m Epirus und, kapi- 
njani in Macedonien sind Icxp- aus kap- ; ngriech. ^(ph-y. für aslov. 
g-reda ist wohl ghreda, der Ortsname )siav-{va für aslov. ledina tcohl 
Ijadina zu lesen. Die entwickelung der nasalen vocale im balg, ist 
die, dass aus e (en) e, aus a zunächst 'hu, i. geworden ist. Formen vyie 
mondro, modro sind demnach für die heutige spräche loenig icahr- 
scheinlich • selbst in älterer zeit mag dem c^y in KÖ'^fyoq bulg. Ting- 
entsprochen haben : dem sombota hon., so wie dem. sobota lam. 1. 37. 
stehen skandelniki., skaudeltni, skaudelT.neh^ rom. 9. 21; 2. tim. 
2. 20; 2. cor. 4. 7. slepc. Sreznevskij, Pamjatniki 115. a und s-ld- 
grazdane apostol.-ochrid. 98. a gegenüber und zeugen für die aus- 
spräche in, "L gegen on, o. In entlehnten icorten findet man cn und 
an: kosten'tint ostrom. konstentine grada cloz. IL 24. pen'tikostiini. 
Ostrom. dekembiL suj?. 216. 12. arhimandritb pat.-mih. pan'tt- 
skumu r.ovxv/Z} zogr. panttstem^, sup. 131. 2 iind das oben ange- 
führte skand-. Aus diesen tatsachen ergibt sich für mich als resultat 
die ansieht, dass im neunten Jahrhunderte ein aslov. text mit regel- 
rechtem gebrauche der nasalen vocale weder hei den Slovenen Noricums 
noch hei denen Bulgariens entstehen konnte. 

3. en, em kann weder im auslaute noch vor consonanten stehen, 
dasselbe geht in beiden fällen in e über: ime aus imen. naöeti aus 

3* 



OD a-voeale. 

nacenti, nacLna. Dieses gesetz gilt auch in den enfIeJinten warten : 
dekevrij oey.sjj.ßp'.s; usw.; koleda ist calendae, v.oCkt/zx'.. Metathese ist 
eingetreten in ß'./vT/.i; der vita Clementis aus Wiching^ icofür man 
etioa vibeg'7.^ viliezb erwarten möchte. Dass dessen ungeachtet jemlja 
gesagt wird, hat seinen grund wohl darin^ dass diese form in ziem- 
lich später zeit aus jemLJa, jemija entstanden ist; so ist auch lomlja 
aus lomtja, lomija zu beurteilen. 

4. Dem aslov. e U7id seinen reflexen in den anderen slavischen 
sprachen liegt en aus älterem an, d. i. a,yn, zu gründe, en ist dem- 
nach als urslavisch anzusehen. Dass in der tat e aus en, nicht etwa 
aus in entstanden ist, ergibt sich daraus, dass aus imen der sg. 
nom. acc. ime hervorgeht, während sich aus pati-ns als pl. acc. pati, 
nicht pate, aus spsß-.vOcc revitt, aus -XivOo; plita neben plin^Lta, aus 
mensa, wohl zunächst niinsa, uiisa (Vergl. J. Schmidt. 1. 80 — 85.) 
ergibt, so wie daraus, dass i vor n manchmahl in e verwandelt wird: 
aslov. korent^B (pride vx korenti) slepc. 129.) corinthus. aslov. jen- 
dikti indictio. kr. pengati pingere mar. Vergl. lit. enkaustas Bezzen- 
berger 58. Wenn daher die III. pl. praes. von moli - molett lautet, 
so beruht dieselbe zunächst auf moleuti. ; ebenso ist g-oretTj zu er- 
klären. Hinsichtlich der entwickelung des urslav. en im auslaute und 
vor consonanten zerfallen die slav. sprachen in zwei reihen. In der 
ersten geht en in ja über: dies geschieht im cech., oserb., nserb. und 
in den russ. sprachen, daher c. pct (piinque, dem slovak. päf gegen- 
übersteht. OS. l^jcc. ns. pjes aus pjaf usw. r. pjath für aslov. pijtb 
aus penti., peukti., ai}id. pankti. Wie ja aus en entsteht, ist schwer 
zu erklären: vielleicht ist e durch ersatzdelmung für das geschwundene 
n zu e geworden, aus dem sich ja hier ebenso entwickelt hat wie ja 
in icazati für icczati, das auf icez- beruht. Freilich (und dies kann 
gege)i diese ansieht geltend gemacJit werden) sind die ferneren Schick- 
sale des ja für c aus e von denen des ja für o aus tui verschieden : 
aus tr'Lpjati wird aslor. tr'j.peti, während sich r. pjati, aus penti 
unverändert erhält. A^ach j und c, /., ä bieten beide lautreihen im 
r. usw. dasselbe gejjräge: aslov. stojati, r. stojatt; aslov. jeti, r. 
jatb. Zur behauptung, der unterschied liege in dem relativen alter der 
formen, fehlen gründe. In der anderen reihe slav. sprachen trat an 
die stelle des en das nasale q: es geschah dies im poln. so wie im 
kahdrischen und j^yo/«i/sc7i«?/, im slovenischen, d. i. im pannonisch- 
(alt-), norisch- (neu)-, dakisch- u)ul bulgarisch-sl ovenischen und im 
kroat. und serb., daher p. piec. aslov. peti.. nsl. usw. pct. Hier unter- 
scheide)/ sich kroat. und serb. von den anderen sprachen dj-rselben 



vocal (;. 37 

reilni dadurch^ dass sie schon sehr früh e durch c einsetzt haben^ in- 
dem in historischer zeit nur die form pet nachgewiesen werden kann: 
s. pet^ während in den anderen s^irachen e seinen nasenton erst in 
historischer zeit eiixjebiisst, im asloc. und im dakisch-slov. ihn bis 
zum aussterben dieser sprachen bewahrt hat. Weym im poln. für ur- 
sprVnujliches cii nicht nur ie sondern auch ia steht, so ist dies folqe 
der eigentümlichen lautf/esetze des poln. Das nsl. scheint in dem dem. 
aslor. o entspreclienden c, das sowohl von dem e in plctciii als auch 
von 6 in peti verschieden ist, eine erinnermiij an den einstifjen nasal 
bewahrt zu haben : pct quinque, aslov. potb, und pet, pl. gen. von 
peta, aslov. peta calx, lauten ganz gleich: e für e ist gedehnt. Noch 
im zehnten Jahrhundert findet sich e, ja einzelne worte mit nasaliertem 
e existieren selbst heute noch. Das iisl. nähert sich im äussersten 
icesten sei^ies gebietes den spjrachen erster reihe. Man hört nämlich 
im Görzischen: cati: pocati. zacati, aslov. ceti. g-ladati (jutro zjutri 
vas boni püg'ladala), aslov. g-ledati. grad (gram, naj gnijo pogla-. 
dat. kam pa gi-aste?), aslov. g'i'ed. jati: yzati, aslor. joti. jatra, 
aslov. jetra,. klati (mati je otroka zaklala^, aslov. k\eti. pata, aslov. 
peta. zabsti (v noge me zabe), aslov. zeb. zajen, aslov. zezdi.nt. 
senozat, aslov. senozetb. Alan beachte auch razati für aslov. rezati. 
Auch im Icroat. steht nach j, c, z oft a für aslov. e: jati, pod- 
jati, ujati, aslov. jeti. cado, aslov. cedo. cati : pocati. poealo 
neben pocelo, aslov. ceti. pocelo. zadja, aslov. zezda. Dass das 
cech. im neunten Jahrhunderte nasale gehabt habe, ist ein Irrtum : 
auch den prager fragmenten sind die laute e und a fremd. 

5. Die e enthaltenden formen, a) Wurzeln, agued'^t. 2>"- 
pulus nigra, nsl. jagned. s. jagnjed. ac. jehned pcdma matz. 17, 
der agne vergleicht. Das wort ist dunkel, bleda deliro, nugor. nsl. 
biedern, blesti : lit. blend : blcßti s sich verdunkehi. lett. blendu sehe 
nicht recht, blinda unstäter mensch, blädu scluvatze. got. blinda-. brek- 
nati sonare. nsl. brenkati. 4t. brecati, r. brencatb. brjakatb. c. bfiu- 
ceti. bruceti. j). brzeczyc. os. Ijruukac. lit. brinkstereti. mhd. brehen 
J. Schmidt 2. 836. brezg- in breznati sonare. r. brjazzatb : vergl. 
lit. brizgeti. ceta numus. klr. catka. r. cata. c. ceta. p. cetka. got. 
kintus : lit. ceta ist entlehnt, vergl. matz. 23. öedo infans. Man 
merke isaakb sarino cendo im serb.-slov. prol.-rad. 18. ahd. kind. 
cedo ist ein dunkles wort : matz. 24. vergleicht aind. kandala ger- 
men. öep : vergl. c. öapnuti mit lett. kampt fassen 5 nsl. cepeti 
mit c. öapeti hocken. cesti. densus: lit. kimstas gestopft, kemsu, 
kimsti; kamslti stopfen. cestb pars wohl aus scensth: vergl. aind. 



38 u-vocale. 

chul, cldnatti spalten, ahalctr. seid, scindajeiti. ceti in poceti, 
poötna incipere : vergl. konati. deka ^7^ p. dziek, dzieka. c. 
dika, dek, Ut. deka, pr. dinckun acc, sind entlehnt : nhd. dank. 
desetb decem : Ut. desimtis. got. taihnn. aind. dasati f. osxac aus 
dasan, urspr. dakam Äscoli, Studj critici 2. 232. 234. devett novem: 
Ut. dev'tni. devintas. pr. nevJnts neunter, aind. navan. ahaktr. na- 
vaiti f. evveac. urspr. navam Äscoli, Studj critici 2. 234. detelja: 
nsl. detelja, im fernsten icesten dentev, klee. p. dziecielina usw. 
detli,, deteli. 'picus: lett. demu, dimt sonare. dreb: r. drjabnutt 
flaccescere. dijablyj : vergl. Ut. drimhuj, drihti lierahliangen. dram- 
hahis sclimeerhauch. dreselt, drelili,, dres'fck^i. tristis: vergl. Ut, 
driimsti trüben. drezg-: r. drjazg-i. Umus : vergl. Ut. drumzdinti 
trüben, drumstas bodensatz, liefe Geitler, slocanskych kmenech 
na II 96. drezga, dreska silva. gledeti spectare. ahd. gl/zan. 
mild, gl'izen, glinzen. g-reda trabs. nsl. g-reda iz drevesa trnb. r. 
gijada. p. grzeda. magi/. gerenda. ngriech. yp^vt«, Ypsviia. Ut. grin- 
da, granda; vergl. grendu schinde, daher greda eig. etwa ,geschälter 
stamm', grindziu, grlsti dielen kurscli. 322. pr. grandico bohle, gran- 
dis grindelring: nsl. gredelj scapus aratri. c. hfide]. p. grzadziel. 
niagy. gerendely ist fremd: ahd. grindil. g'i'eda eo. got. gridi- 
schritt. grczuati immergi. greza coenum. nsl. gvezh f. klr. hijaz: 
Ut. griiiisti, aor. grimzdau, immergi. gremsti, aor, gremzau. gramzditi, 
gramzdinu immergere. lilcbb catarrhacta. vergl. r. cldjabatL crepare. 
Geitler, Lit. sind. 71, vergleicht das r. wort ndt Ut. slaboti hinken, das 
vielleicht für slnb- stehe. Man denkt auch an Ut. klumboti vacillare. hled 
in ühleuati debilem fieri. ohledanijc negligentia. hrest: j>. cbrzestuac 
sonum edere. r. chrjastnutt, chrjasnutb. klr. clirusfity: vergl. 
hrastT>. hrest'Lkx cartilago. p. chrzestka, cbrzastka. klr. chijasc, 
clnjastka, chrustka. r. clujasct neben nsl, brustauec. yjixehh i)erdix. 
7^67. jereb. Z». jarenibicL milad. 387. neben gercbic^b 419: vergl. ere- 
bicice rebuni sareüa 443: Ut. jerube, er übe ist icohl entlehnt, lett. irbe. 
ja ist wahrscheiidich das aind. ä in ä-nlla bläxdich. jeb : so würde 
aslov. der anlaut des r. jabedmik magistratus genus, rabula, aus 
dem anord. embadti lauten, das ahd. ambahti entspricht, klr. jabeda 
calumnia bibl. I. jcjcaja ac-v; iunctara: slepc. wird ecija, sonst y^- 
6aja geschrieben. Das wort ist dunkel, jeci,my hordeum, jf'de 
prope, unrichtig ad(;: jedecedbcb o'.y.'.ay.d?. got. innakwnda-. alat. endo, 
ijidu. lat. indigena. jech-o nucleus, testiculus. nsl. joch'o. klr. jadro 
usw. lett. idras, aus indras, kern. aind. anda ei, hode. sändra kernig. 
jedro cito. nsl. jedmo, jadrno. jek in jeöati gemere. nsl. jecati. 



vocal ^. 39 

jok Jletus. jokati. p. jakac. jek. jet: ver</L r. jautarb suclmim 
mit lit. jcntaras, (jlntaras. lett. dzinters, zttars. pr. fjantars. mlat. 
gentanim; vergl. auch mcuj//. (jijanta harz, (jijantdi' henjharz matz. 
38. 389. j§ti, iina prahendere. lit. imti aus emti, imu, aor. emiau. 
pr. imt. lett. jemf, nemt. lat. emere. aind. jam, jamati. jßtr- : ob-L- 
jetriti ardere facere. c. jitfiti eitern machen, p. jatrzyc. : damit wurde 
lit. aitrus herbe, geil verglichen. jctro lecur. griech. vntpx : vergl. 
aind. antra eingeweide J. Schmidt 2. 469. jetry e'.vaTT,p fratria. 
lat. ianitnces. s. jetrva. hlr. jatrovka hihi. I. p. jatrew. lit. gente 
g. genters für Jen- und inte. lett. jentere und etere, etala. aind. jCi- 
tar aus jantar : j ist wie j in svekiy zu heurteilen. jeza morbtis. 
nsl. jezsi ira: vergl. lett. igt .schmerz hahen. idzinät verdriesslich machen 
aus indz-: vergl. klr. jalia. p. jetlza höses weih hibl. I. jezykii 
d. i. jezy-ki. lingua. r. jazyk i. : als dial. loird Ijazykt angeführt : 
ein aslov. lezykt erinnert an lat. lingere. pr. insuwis d. i. inzuvis 
aus linzuvis. lit. lezuvis. armen, lezu. deminut. lezovak. Man vergleicht 
jedoch aind.. guliü, gihvä für djanghvä Zeitschrift 23. 134. abaktr. 
hizu. kiek in klecati claudicare, inclinari, knieen. nsl. klecati. 
kies in p. klesnac einsinken, c. klesuouti. klet : vergl. r. kljaöa 
mähre, stute mit pr. klente kuh Geitler, Lit. stud. 65. kleti, klbna 
maledicere. pr. klantemmai wir jluchen. klantlt. koleda -/.aXavoai ca- 
lendae. b. kolad'B und kolende matz. 208. lit. kaledus. komega : 
p. komieg-a. r. koinjag-a hohes ßussschiff matz. 211. kreg; slovak. 
kräz^ kräza: kolo to je kräz, kräza, kruh slahik. 36. krizem 
kräzem Zickzack : kräz würde aslov. krezb lauten. krek in p. krzak- 
nac, chrzachnac grunzen, sich räuspern, r. kijaknutb. kret in 
krenati deßectere, gubernare. nsl. krenoti, kretati leviter movere. 
h. kren'^b vb. r. kijanutb dial. : aind. krt, krnatti spinnen, winden 
vergl. J. Schmidt 1. 65. 122. *k'Bneg"a: ^9. ksieg'a setzt eiyie nasa- 
lierte form voraus, aslov. kennt nur ktnig'a. lit. hat knJgos und. 
kningos. Vergl. matz. 43. ktneg-t^ k7,nezt princeps. p. ksiadz. 
lit. kunigas. lett. kungs. pr. konagis. ahd. kuning. ledina terra 
inculta. nsl. ledina: lett. list, lldu roden, lidums rodung. Vergl. pr. 
lindan sg. acc. tal. got. landa-. ledvb f. lumhus. nsl. ledje, ledovje. 
p. ledzwie. ahd. lentJ. Auszugehen ist von randh: aind. randhra Öff- 
nung, höhlung, blässe, schwäche, daher lat. lumb. germ. lend. slav. 
lend. leg: vergl. r. Ijagatb hinten ausschlagen mit lit. lingüti 
loackeln. r. Ijagva ra7ia. Geitler, Lit. stud. 67. leg decumbere: der 
nasale vocal ist auf die praesensformen beschränkt. Vergl. jedoch 
lezaja. e soll in dem n, na der verba ivie aind. bhid, xcoher bhind- 



40 a-vocale. 

mds neben hliinddmi, heg rundet sein: vevgl. leg-, ret. sed. leh-h cdter 
nationalname für Pole: klr. lach. ar. Ijacli. lit. lenkas aus leh'b. 
magy. lengijel. lek mit praefixen curvare, reflexiv : perterreri. polect 
/. laqueus. Mr. lak. r. uljaknutb sja. Ijakij buckelig, c. lek terror. 
c. kfivolaky mäanderartig Geitler, Lit. stud. 67. p. lekac sie. lit. 
lenkti trans., linkti intrans. linkus. lett. lenkt beugen, llkt krumm 
iverden vergl. J. Schmidt 1. 107. 108. lesta lens. lit. lensis. lett. 
leca. lezaja gallina. eig. die brütende: lege praesensstamm von der 
IC. leg-, p. leg-ne. os. lalinyc. meki.kTb mollis: lit. minklfi kneten. 
minkStas iceicli. menkas. lett. m'ikt aus minkt weich werden, p. niiekinj 
palea; r. mjaka in kozenijaka, woher lit. kaz.emekas, beruht auf meki: 
m§citi. vergl. iiicti. nieso caro. pr. mensä, menso. lit. m'esa. lett. me- 
sa. got. mimza-. aind. mäsa: vergl. mezdra corticis pars interior. 
ineso setzt loie das got. wort ein aind. masa voraus. meta turbo. 
nsl. metem, mesti bufter rühren, pr. mandiivelis cpiirlstock: vergl. lit. 
menture cpiirlstock, das an r. motorja rolle erinnert, welches jedoch icohl 
zu motati gehört, aind. math, mathnäti, mantliatl. meti, mtna com- 
primere. lit. minti, minu. minklti: hieher gehört nsl. mencati, man- 
cati conterere J. Schmidt 1. 108. 109. metva^ meta ;;.{v6y; mentha. 
7isl. meta, metva. s. metva. r. mjata. p. mieta. lit. meta ist ent- 
lehnt. Wahrscheinlich ist metva fremd matz. 62. metb in pamett 
memoria: -jiien-tL. lit. jjometis. lat. mens, mentis. aind. mati. po- 
menati neben pomcuati meminisse : ic. men : mmeti. lit. mineti. 
aind. man, manjate. mosezt: p. inosiadz messing. c. os. mosaz: 
mhd. messing matz. 60. oledb: ar. oljadi.: griech. yj.'/,y:K:zv. pe- 
neg"i>, penezt numus. pr. penningans pl. acc. ahd. phenning. pedt 
palmus. nsl. pedeuj. b. ped't. p. piedz von pen: ptua, peti. pelo 
dunkel: obratite pelo moe pat.-mih. 176. pes: opesneti: opesue 
liceiiib pat.-mih. 52: vergl. opusneti mutari. Das wort ist dunkel. 
pesth pugnus: vergl. ahd. fust. pestb scheint zu, aind. jyis, pinasti 
pinsere zu gehören : pes-ti.. peta calx. nsl. peta. h. pett. p». 
pieta. lit. pr. yentis. Fick 2. 600. stellt peta zu pbii. I lieher gehört 
peti.uo calcar. lit. pentinas: vergl. calcar von calx. opetbj vxspetb 
retrorsum : lit. ajyent, atpenc, älter atpenti, icird von Bezzen- 
berger 71. als sg. lue. utpentlje von atpentis rückweg erklärt, peti, 
pbna extendere. lit. pinti aus penti. aor. pes'b, peh-b. potro la- 
cunar. p). pietro Stockwerk, c. patro gerüst, Stockwerk: potro scheint 
mit peu, sujf. tro^ zusammenzuhängen. potb quinque aus pek- 
tb : lit. penki. aind. pahkti r.iT.iz. plesati sallare. nsl. plesatl. 
p. plasae : davon got. plinsjan aus plensjan. pred in V'bsprenati 



vocal ^. 41 

resq)iscere, siirgere. s. prodati frejndare. r. jirJadiitL. salire. Venjl. 
mhd. spranz das aufsprinfjen, aufspriessen. })r;i(li. im p. prnd. predki. 
vergl. J. Schmidt 2. 23 L pioda «eo. lett. spredu, sprest; prüdn, 
prest aus sprend^ ei(j. icold ,drdi(in.'. sjrresUce handspindel. Vertjl. lit. 
sprandas nacken. P'"C&' *"^ ''*'^' pi'czati aufspringen: socivje prcza 
Jegumina erumpunt. g-rah sc preza. s. prezati e somno circamspiccra. 
ahd. springan. vergl. prazajetb se Q-y.oi'jzv. ajTÖv lue. 9. 39, das auf *pra- 
ziti berttJit. nsl. spioziti pusko. pi'ega iungo. aind.prg, prkte, prfdde. 
preslo ordo: die eig. hedeutung ist dunkel, r. pijasla pertica dial. 
p. prz^slo reihe, Stockwerk: vergl. preda. pretati comprimere, sedare, 
componere. nsl. spreten geschickt, s. spretan klein, p. sprzatac ab- 
räumen. Vergl. klr. pretaty sa sich verstecken. retezt catena. 
klr. refaz. p. rzeciadz, wrzeciadz; woraus man auf ein deutsches 
-ing schliessen könnte: pr. ratinsis. lit. retezis stachel, halshand sind 
entlehnt. lebb perdix izv. 548. 550. re])i>. lit. raihas. pr. roahan. 
lett. raihs gesprenkelt, ruhenis hirkhulin. Hieher gehört auch jastrebTb, 
tws/9r. jastrebb, accipiter. ??6-/. jastreb, jastrob: vergl. yAvehh J. Schmidt 
2. 493. redt ordo : lit. rtdas ist entlehnt. Vergl. lit. rinditi an- 
ordnen, lett. rinda reihe, ridu ordne. Vergl. J. Schmidt 1. 36. 61. 
reg-: aslov. orazije instrumenta, currus, gladius vergleicht man mit 
lit. rengiu sich mühsam anschicken kursch. 320. reg- im nsl. regnoti 
se ringi. r. ijazL netz mit grossen öjfnungen. rug-a zerrissenes kleid. 
lit. rizenti die zahne weisen, lat. ringi. rtma (rigma). Vergl. ragt. 
rept in nsl. rep cauda. p. rzap caulis caudae: vergl. nhd.. runqf. 
niederd. rump. dän. rump)e steiss, schwänz. i'esa ialus. nsl. resa 
arista. p. rzasa^ rzesa irasserlinse, augenwimper. klr. risnyca aus 
rjasnyca wimper. r. rjasnica tlchonr. 2. 359. let in veiio. praesensth. 
zu ret in obret: obresti invenire, das zu lit. randu, rasti invenire 
gestellt wird J. Schmidt 1. 36. 44. 61. sed praesensth. von der 
10. sed : sosti. sed tritt auch in den inf. formen auf: r. sjastb, 
sjalt kolos. 15. p. siasc. sedra gutta, c. sädra sinfer, gtjj^s. ahd. 
sintar. vergl. aind. sindhu meer, ßuss. lit. sandrus auswurf usw. 
seg-nati eoctendere. posegüati tangere. prisega iusiurandum. nsl. 
segnoti. priseg-noti iurare. lit. segti, segiu schnallen, umbinden, 
prisekti schwören, aind. sagg, saggate, sangate haften, ahhi-miiga 
schwur J. Schmidt 2. 499. seknati fluere. isecett Ijuby niuogylri. 
sav.-kn. 29. c. vysakly. r. sjakuutb. izsjaklyj. p. siekuac; jako 
woda siaknie w ziemie; r. sekatb humiduni fieri, mingere gehöi't zu 
sbk : sBcati. vergl. sunkti, sunkiu seihen, sekti, senku. seklus seicht, 
lett. sikt versiegen, aindj. sie, sincati. a-sascant nicht versiegend, sek 



42 a-vocale. 

beruht auf senk, es hat demnach ühertritt in die Si-reihe stattgefunden 
J. Schmidt 1. 64, daher sak- aus sonk- in isaciti siccare. sestt 
opyp.\izz jyrudens sup. 242. 20. wohl sentji,: lit. sintieti denken Geitler, 
Lit. stud. 83: aind. sant, icoher germ. santha- wahr Zeitschrift 23. 118, 
würde icohl sastt ergehen. seti, setTi, se inquit : vergl. aind. svan 
sonare. skileza: uestb nasa loza, rn> inako, jako skilezi podobno. 
Vergl. griech. csta'.v^ matz. 307. ski>lezb, sklezb numus. ahd. 
sldllinc. gof. shillinga-. sved : prisvennti, prismeuati torreßeri. 
Hieher gehört ved : venati marcescere. nsJ. venoti. smöd senge. 
povoditi räuchern, s. svud, smud. c. svadnouti. iiditi maso. p. we- 
dzic. wedzonka. swad. swedra schmufzßeck. Vergl. anord. svidha 
brennen Fick 2. 693. J. Schmidt 1. o8. svett sanctus. p. swiaty. 
lit. sventas. pr. swinfs. lett. svets. abaktr. spenta. Sega scurrilitas. 
7isl. seg-a. h. seg"L : damit hängt icohl sehavt inconstans zusammen. 
setati se fremere. nsl. s. ist setati se amhrdare. Stedeti parcere. 
klr. söadyty und skudyty sparen: vergl. lit. skundu nach Mikuckij, 
Otcety ö. teg-: teg-nati tendere, trahere. nsl. teg-noti. r. tjag: tja- 
nutb. Hieher gehört wohl auch aslov. tezati ///. arare, opus facere, 
acquirere. teg-'b labor. nsl. teg" getreide. tezati arbeiten, aslov. tezati 
7'ixari. klr. samotez_, sainotuzky durch eigene kraft verch. 62: tezati 
opus facere, das wohl auch mit pr. tensit machen, zusammenhängt, ver- 
gleicht Fick 2. 373. mit as. thing. ahd. dinc und hält entlehnung aus 
dem deutschen für möglich, teg- ist mit aind. tan verwandt : vergl. got. 
thanjan neben thinsan. lat. tendere. tekl'b aequalis : vergl. lit. tinku, 
tikti sich ivozu schicken, passen, tesk : istesklrb e/,Ta7.ei? emaceratus. 
teti, tbna scindere fehlt in den aslov. quellen : j>. ciac, tne. n aus 
m : aze ki^to tbmetb di.lzbbita izv. 601. griech. t£;j.vw. tetiva chorda. 
nsl. tetiva. b. tctiv^b. lit. temptlva. tempti spannen : tetiva steht dem- 
nach für tej)tiva. tezbk'b gravis. ot§g"bcati gravari: tcgTi-ki.. lit. 
stengti, stengiu schwer tragen, vergl. jedoch tingus träge, tingau, ti)ddi 
träge iverden. stingti gerinnen. ,tresti^ tresa movere, r. tijasti, 
trjachnutb: wahrscheinlich trem-s, lit. frimti. as. thrimman. lat. tre- 
mere. griech. Tpej^.s'.v. Andere denken an aind. tras Potebnja, Kz istorii 
nstv. 117. usereg-t inauris. kr. userez : s userezmi mar. r. serbg-a, 
serezka: aus dem got. ausan- und '^' hrigga-. nhd. oh r ring. vestij 
maior : stamm wohl vet. veterb : p. wi^cierz fischreuse. lit. ventaras. 
vezati ligare für ezati aus enzati. lat. ango. griech. ä^c/M. aind. 
angh in anghatä. anghu usw. Vergl. aza. az-b-kt. c. vaz, vaz sije 
cervix : aslov. *vez7j. klr. vjazy, poperek, chrebet bibl. I. pr. icinsus 
(vinzus) hals Geitler, Lit. stud. 72. Vergl. auch <S. vaz (jineno od 



vocal ^. 43 

vazäni) idnius. p. winz. Ut. vinksna. man heaclite nsl. tvezem, tvesti 
und anord. thvcmjr schtdiriemen. vitezL heros, nsl. vitez. r. vitjuzi.. 
Von einem (jerin. namen auf -iny : anord. viJdngr. ivithingi hei 
Adam Brem. Man vergleicht Ut. v'/tis matz. 88. zebnati germinare, 
eig. wohl ,spalten^. s. zeuuti hei Stulli. Ut. zemheti, zetuhu. Vergl. 
das folgende und lett. dlgt stechen und digt keim,en hiel. 1. 848. 
zoba dilacero, daher zabi^: vergl. zeba frigeo. ahaJcfr. zemh zer- 
malmen, zetb gener. Ut. gentis: zentas ist entlehnt Brückner to7. 
verwandt sind lett. znöts. aind. ghäti naher hlutsverwandter Zeit- 
schrift 28. 278, verschieden aind. gamätar. griech. ^(oi\j.^p6q. zveg^a 
cano, nur in r. quellen: zvjag-u. Ut. zvengti, zvengiu. zvangeti. zvigti, 
zvingii. zvegti, zvegiu. lett. zvegf, zvedzu. zvaigät : vergl. zvbueti. 
zveknati sonare. nsl. zveknoti, zvencati. h. dzvekirL vh., daher zvaki. 
nehen zaki) : vergl. zvLueti. zedati sitire, das dem zadati nicht 
gleich ist: dieses heruht auf zedati. Mit zedati vergleiche man Ut. 
gend in pasigendu sich sehnen, eig. sich vor Sehnsucht aufreihen Geitler, 
Pönologie 29. gandzeus lieher, eher Lit. stud, 88. zelo aculeus : vergl. 
Ut. ginJcla wehr, waffe, sachlich genauer gelä. j). zadlo. nsl. zelo 
truh. lex. nehen zalo rih. und zalec im osten : w. slav. zen, gtuati, 
daher eig. das Werkzeug zum treihen des viehes, ivas allerdings mit 
der jetzigen hedeutung der slav. worte nicht id)ereinstimmt. zeti, 
ztma comp)rimere: vergl. griech. ^svto aus ^(i[J'io, y^H-^j '(^V-'^-. i^sw. 
Hieher dürfte zetelb v.AO'.iq collare, wofür vielleicht unrichtig zczelb, 
gehören: Bezzenherger, Beiträge 282, vergleicht lit. dzentilas, centilas 
kleinod. zeti, ztnja demetere : vergl. lit. genu, geneti die äste am 
haume hehauen. 

ß) Stämme. Suffix et: Ibv-ent aus ]bv(i)-eDt: Ibve catulus 
leonis. otroc-ent aus otrok('i>)-ent: otroce infans 2. seile 190. Das 
suffix et ist ein deminutivsuffix, das im lit. und im lat. in der form 
int-a, ent-a aus ant-a an adjectiva antritt: lit. jauninta in jaunintelia, 
sg. jiom. m. jaunintelis ziemlich jung, von jauna. lat. gracilento von 
gracilo. Bezzenherger 109. Suffix nt im partic. i^raes. act. : bijo-nt: 
bije, sg. gen. m. n. bijasta. gredo-nt: grede, in jüngeren quellen 
gredy, sg. gen. m. 7i. g-redasta. hvali-nt: hvale, zunächst aus hva- 
lent, sg. gen. m. n. hvalesta. Die form grede liegt den analogen 
partic. der lebenden slav. sprachen zu gründe. Mit dem partic. praes. 
act. hängt das suhst. mogatb zusammen. Man vergl. auch p. majatek 
nehen raajetny, dem c. majetek, majetny entspricht: nsl. imetek ist 
anders zu deuten 2. seile 202. edi.: skared'L y*oecZ«.s-. g'ovedo hos aus 
g'U-edo 2. Seite 210. lett. güvs vacca. Suffix meii, eu : die masc. haben 



4:4 a-vocale. 

im S(i.7}ovi. -meub, -em> oder -mx, -e: kamen: kameub^ kamy. koreu : 
korenb, köre. Die neutr. haben -me: imen: iine. kamy neben köre 
und ime befremdet 2. seite 236. Man beachte vremi in rastojesteje 
vremi anth. 170. B. b. vielleicht für vremy. ecb: mesecb mensis. 
zajecb lejyus 2. seite 293. Das Vorhandensein eines slav. suffix-es ezb 
oder egi, hinn iceder durch das lit. meilirnjas benignus noch durch 
das in russ. quellen vorkommende rabotjagi, das aslov. raboteg-b 
lauten iviirde, dargetan werden: eg"^b ist auch in rabotegt germa- 
nischen urspimngs, wie das entsprechende ing im roman. : it. maggio- 
ringo der vornehmere. Vergl. Diez 2. 353. Es wird wohl auch retezb 
catena, lit. retezis, pr. ratinsis, fremd sein. 

y) Worte. Im sg. gen. steht der form duse von dusa, dusja 
die form, ryby von ryba gegenüber. So wie e in duse, ist e in toje, 
sg. gen. f. der pronominalen declination von ta, zu beurteilen: stamm 
ist toja : vom stamm ta selbst wi^'d der sg. gen. f. im aslov. nicht 
gebildet^ es gibt daher hein tj 3. seite 47. Was vom sg. gen., gilt 
vom pl. acc. duse, ryby, dem auch die function des pl. nom. zu- 
kömmt. Vergl. 3. seite 4. Dieselbe erscheinung tritt im pl. acc. der 
T>-declinatio7i auf, wo dem maze raby gegenübersteht • e neben y bietet 
auch das p)artic. praes. act. : bije neben g'redy, icofür ältere quellen 
auch grede haben. Derselbe icechsel findet sich endlich in Substantiven 
auf cn : köre, ime 7iebe7i kamy : sg. gen. korene, imene, kamene. 
Hier ist zu bemerken, dass im nsl., kroat. und serb. nur der reßex von 
e, nicht auch der von y vorkömmt, daher sg. gen., pl. acc. nom. ribe ; 
sg. gen., pl. acc. nom. te; j^l. acc. robe und partic. praes. act. g-rede, 
wie duse, moze, kein ribi usw.; nur men kann mi für mj ergeben: 
kami. pranii 2. seite 236. Die slavischen sprachen zerfallen dem- 
nach hinsichtlich dieses punctes, insofern er die declination der nomina 
mit unerweichten consonanten betrifft, in zwei kategorien: zur ersten 
gehört aslov., klr., russ., cech., poln., oserb., nserb. ; zur zweiten nsl., 
kroat., serb. : jene haben y, diese e aus e. Für die letztere iM die 
wahrscheinliche entwickelung folgende: aus, ous, ;j, e, c; für die 
erstere findet dies nur bei den nomina mit erweichten consonauten 
statt: Jans, Jons, jji, je, je, während bei den nomina mit unerweichten 
consonanten folgende reihe angenommen werden zu können scheint: 
mans, nious, muns, mü, my. Die annähme der entwickelungs- 
reihe ans, e, c beruht auf der analogie des partic. praes. act., aus 
dem sich eingibt, dass, abgesehen von verben wie g-ori (g-oreti), hvali 
(hvaliti), § und y auf den auslaut beschränkt sind: bije, bijaäti; 
g^redy, gredasti. Die berufung auf das partic. praes. act. wird durch 



Tocal ?. 45 

dhi Uhereinsfimmung von duse, i'yby; niaz§j raby mit bije, g'i'ßdy 
gerechfferfigt. Der annähme einer reihe Jans, Jons, Jens, jen, je 
leiderstreitet bijasti, wofür man bijesti ericarten würde, nach goresti, 
hvalesti. Für die reihe mans, mons, muns, inü, niy spricht lit. 
alcmü, sg. gen. akmens neben akmenio, aus und neben akmun Geitler, 
Pönologie 36, aslov. kaniy ; ferner der pl. acc. vHkus aus vilkus, 
vükans ; in russisch Litauen wird das n des pl. acc. zum teil noch 
gehört und zwar in den zusammengesetzten formen des adjectivs: hal- 
tihisius, Kurschat 13ö. 2öl, woraus sich, für den pl. acc. der aus- 
laut uns ergibt. Dem. aslov. pl. acc. m. ty entspricht lit. tus, tüs. 
Indessen ist die Übereinstimmung des aslov. mit dem lit. nicht durch- 
gängig : rankos ist der sg. gen. und der pl. nom., während rankas 
der pl. acc. ist: das aslov. stellt diesen verschiedenen formen das eine 
raky entgegen. Der pl. acc. lautet lit. vHkus, aslov. vltky. Während 
aslov. vlT>ky und kamy denselben auslaut bieten, zeigt das lit. vilkus 
und akmü. Für das urslavische ist im partic. praes. act. der auslaut 
a anzunehmen : g'reda, icofür grede, gredy^ aus g-red-o-nts, gred- 
o-nt. Nur die verba III. 2. und IV. iceichen ab, da ija, ije mit aus- 
nähme der I. sg. praes. in i zusammengezogen loard, daher gori - nt, 
gore-ut, göre; livali-nt, livale-nt, hvale. goresta, hvalesta im gegen- 
satze zu gredasta. Denselben auslaut a nehme ich. im sg. gen. für ryby, 
duse so wie im pl. acc. nom. für ryby, duse an. Die Schwächung 
des a zu e ist vielleicht in der betonung begründet, wie dies im p. 
vielfältig eintritt. Vergl. Leskien, Die declination usw. 13. 20. 41. 
82. 120. Geitler, Lit. stud. 49. Der untersclded besteht darin, 
dass a nach unerweichten coyisonanten in einigen sprachen in der decli- 
nation in der Schwächung bis ü, y fortschritt, während es nach er- 
iceichten consonanten in keiner spräche bis zu jener äussersten Schwä- 
chung gelangte, sondern bei e halt machte. Die sg. acc. nie, te, so 
lauten pr. mien, tien, sien und sin; lit. meine, tave, save; lett. manni, 
man, tevi, tev : nie, te, se entstehen aus men, ten, sen. dadet-r., ja- 
de tL, vedet'L haben den bindevocal e: dad-e-nti. usw. Dasselbe tritt 
im aorist ein: vese aus ves-e-ut; rese aus reli-e-ut; grebose aus 
greboh-e-nt ; dasselbe findet im imperfect bese aus beh-e-nt statt. 

0. Wenn en vor einem consonanten stehen soll, so wird es in 
einheimischen icorten mit dem. vorhergehenden vocal zu einem nasalen 
voccd verschmolzen. In entlehnten icorten geschieht entweder dasselbe, 
oder es icird n von dem folgenden consonanten durch einen halb vocal 
getrennt, seltener ausgestossen ; manchmal bewahrt das wort seine 
fremd.e form., a ) septevrij ss-TS'j.ßs'.:; neben septebri. lat. September; 



46 a-vocale. 

oktebrij oy.-coßpiic unter dem einßusse von septevrij neben oktebri. 
Ostrom, usw. vergl. Seite 32. ioan'na. koutdratt. man'na, man'ua. 
osaii'ua zogr. skamjdalisaett zogr. b. au'oa cloz. 1. 844. manTina 
slepc. aleksantdr'L aXsravopo; sup. 50. 13. antdrea avspsac 90. 12. 
ag'g-eli, an'g-el'L ä'YTcXo; 448. 29. acLtonint ivTdwvc; 122. 15. aiiL- 
tupat'B av6'j-aTc; 83. 14. kalantdx y.yXxtoj.'. 61. 1. kostanttinT. y.cov- 
cTav-Tvc; 423. 15. koiiLstautini. 140. 24. kon-i.stantin'B 245. 3. ta- 
lanfct-L -äXavTcv 279. 23. trokontda Tpoy.ovoac 443. 1. kintSL neben 
kinosovj sav.-kn. 27. an'ne. ken'turion't y.sv-oupioiv. len'tij asvtiov. 
pouLtLskt ostrom. skanLdilb und punitbskb lue. 3, 1-nic. nontzi- 
anLzt i^rol.-rad. 105. Manclimal folgt auf den nasalen vocal noch, n 
mit oder ohne halbvocal: dekembrt siqy. 216. 12. pantbstemb 131. 
2. kostea'tint. pen'tikostiini. ostrom. ^j) n fällt aus: ag-elbskt or(- 
YcAiy.c; sup. 187. 29. eyagelije euangelium 243. 15. evag^eliju zogr. 
evag-eliju slepc. 88. sekudt greg.-lab. plita neben pliutta. revit-t 
ipsß'vOoc. kostadint neben kostanttinb. Man merke jehinda lam. 1. 
164. jehinbdova 1. 149. ehinbdova hic. 3. 7-nic. e/iovöiv. kostatiub 
sup. 365. 5. y) häufig steht jedoch u unmittelbar vor einem consonanien: 
sandalije. ioann^. lentij zogr. antig-rafeysT. av-'.Ypasey; sup. 206. 8. 
antinopolb avTivs-rroA».? 114. 26. antonij avtwvioc 128. 21. autupatt 
avOu-aTOc 74. 23. komentarisij v.z\j.vr.c/.pr,ai.oc, 77. 2. korynthene y.c- 
p'vO'.oi 409. 11. lanipsacbski. Ky.iJjhT/:q^f6q 442. 9. talanti taXavca 280. 
16. terentij iiptmoc, 55. 9: komkanije 267. 11. neben kom^i>kauije 
18. 25. und koniLkanije 302. 17. ist lat. communicatio. Im ostrom. 
lesen icir an'g-eli., kostan'tina, len'tij, talan'ti. und das petikosti 
voraussetzende pen'tikosti ostrom. Wenn gesagt icird, es sei falsch 
im ainne des Schreibers des ostrom. das zeichen ' den vocalen t. oder 
h gleichzustellen, der diakon Gregorlj habe vielmehr jenes zeichen ge- 
setzt, ICO er es im aslov. original vorfand, so Ixdte ich diese ansieht 
insoferne für richtig, als ich überzeugt bin, dass dem russ. des eilften 
Jahrhunderts die hcdhvocale fremd icaren. Archiv L, seite 364 — 367. 
369. 375. Eine ausdehnung dieser regel auf pannonische denkmähler 
könnte ich nicht zugeben. 

II. Zictilt slufe: c. 

1. Der name des buchstabens e, 'k, ist etb, "tTk, griechisch ysät, 
lai. d. i. jatb, im abecenarium bidgaricum biet, dass aus dem namen 
jatb nicht gefolgert werden kann, e habe keinen anderen cds den laut 
ja bezeichnet, ergibt sich daraus, dass der laut des e, d. i. des nach 
i 6/(7/ hinneigenden e, fz. c, im anfange der worte nicht vorkömmt. 



vocal .*'. 47 

Das ältere asiov. alphahet, das (jlaijoUtische, besitzt für ki/rllUsch 'k 
und KU nur ein zeichen, icoraus jedoch nicht folgt, es hütteil zur zeit 
der herr Schaft dieser schrift die laute e und ja nicht neben ein- 
ander existiert. 

2. Wenn es sich tim die ausspräche des e handelt, so fragt man 
nacJi. jenem laute, der dem e zu der zeit und in dem lande zukam, 
als und wo unsere ältesten aslov. denkmähler entstanden, was bekannt- 
lich im neunten Jahrhundert in Pannonien geschah. Diese denkmähler, 
die älteren glagolitischen, sowie die aus jenen hervorgegangenen 
h/rillischen, nötigen zur annähme, es sei durch e, 'k, ein zweifacher 
laut bezeichnet icorden, nämlich der laut ja und der laut des fran- 
zösischen e. Dass e icie ja gelautet, erhellt aus den Worten, in denen 
dem e nur dieser laut zukommen kann, weil der vorhergehende con- 
sonant ein praejotiertes a voraussetzt: tvorease kann nicht tvorease 
gelautet haben, da r iveich ist, es muss tvorjaase gelesen werden. 
Dafür sprechen auch warte wie veti^hae statt veHhaja, da dafür 
auch vet'Lhaa geschrieben wird. Für die ausspräche des e als e 
sprechen folgende gründe: 1. lautet aslov. e im nsl. wie e in allen 
betonten silben, in deneii die lautgesetze ]a, Jiiclit zulassen: hei^ albus, 
nsl. bei ; vr7:.teti vertere, nsl. vrteti : hätte in diesen Worten e den 
laut ja gehabt, so müssten dieselben notwendig bljali., vr^stati laufen. 
2. entsprechen bestimmte e enthaltende worte magyarischen loorten, 
die an der gleichen stelle das %üie franz. e klingende e enthalten: 
cserep, teszta, aslov. ciept, testo, nsl. crep, testo. Bei der Ver- 
schiedenheit der laute ja und e (e) üherrascht der umstand, dass bei- 
den lauten derselbe buchstabe diente : das glagolitische hat für beide 
nur ein zeichenr. Das kyrillische icendet in den ältesten denkmählern 
häufig 'k für xa an. Das befremdende dieser erscheinung wird durch die 
bemerkung gemildert, dass beide laute sich ehedem von einander vielleicht 
nicht so sehr unterschieden, als dies später der fall war und gegenwärtig 
der fall ist. e icird in lat. denkmählern alter zeit durch a, e und i 
wiedergegeben: ztoimar 873. tichmar 990. uuitiiiar IX — X. jahrh.; 
clra§;anicr. drisinier, d. i. clrtzimeiT. /A' — X. jahrh. goymer 873. chot- 
mer. Intonier, turdamere^ d. i. tvnAomevi, IX — X. jahrh. ; domamir 
IX — X. jahrh. godemir 990. choteniii- ^T^. sedemir 7A' — X jahrh. 
ticliomira. vvizeiiiir verbrüderungsbuch. witemir 873. Diese namen 
gehören wohl alle der slovenischen nationalität an. Den laut je hat 
aslov. e gar nicht, und doch ist es gerade dieser laut, der heutzutage 
gewöhnlich dem e zugeschrieben wird. 



48 a-vocale. 

3. In dem naclistelienden wird das tatsächliche verhältnlss von e 
zu a, ja ersichtlich gemacht. 

e, a steht in glagolitischen quellen für ja der kijrillischen : zogr. 
vetthae. vhse, vse. vbsekii, vsek'B (kijrill. vtsjak-L nehen vbsakT>). 
vtsee [kyrill. viseja). dobrae. zatvareete h. irodiediua. kaiefa. 
vtlieti. nezaepa. poiievica. posledbiiee. pristavreett. sviuiemi. 
taese (tajase) lue. 1. 24. tLiiiiena. usramrejati) se, iisramejati. ?e 
h. d. i. kijrill. vetT>haja. vbsja, vsja usw. avise se. bezdtnaa. 
dobraa. zeleznaa. ziA-ASi. nezaapa, d. i. kijrill. javise se. bezdtuaja, 
dobraja usw'. cloz. bratrme /. 403. vladyötnea /. 817. vbsekT. 
/. 78. domas'^Biieg'o /. 55 6'. duhovxnae /. 376. dtnesbiieg-o I. 427. 
zatvarejastx /, 729. zembskae /. 406. idolbskae /. 609. iekovb 
/. 9. kaple /. 928. nestnirttbiiae /. 719. ispravleesi /. 505. stud-b- 
nae /. 217. tvorease I. 250. 388. egnbcb /. 324. 325. nehen ag-nbCb 
850. eviti /. 172. evleet-b /. 60. 642. eko /. 66. bozstvbnaa I. 819. 
vbsecT>skaa IL lezestaa /. 415. plbtbskaa /. 817. svetaa /. 342. 
si>motrbliv'bnaa I. 816. takovaa I. 305. 512. mariencod. edeaha 
(jadeaha). assem. bozia, sestaa. klanete se, klaneemt se. mekx- 
kae. raspbre, rasp-bre. Dasselbe tritt in den ältesten, noch pannonisch- 
slovenischen hjrillischen quellen ein. sup. kone sg. acc. 142. 18. 
ogne sg. g. 4. 21. vbsedrbzitele sg. g. 100. 7. izdraile 363. 22. maöitele 
60. 1. roditele 80. 15. stroitele 208. 9. vasile nehen vasilea 414. 
17. cesare 43. 8. bane sg. nom. .07. 4. kaplemi 37. 13. pbrenib jpl. 
dat. 249. 13. matere sg. nom. f. 175. 13. primyslej 165. 6. nehen 
umysljaj 5. 22; 76. 22. und obycaj 47. 4. nyne 39. 8. nehen 
häufigem nynja 20. 2. dele 251. 1. razdeleti 57. 22. vbzbraueti 
70. 19. klaueja 87. 10. hvalese 100. 10. luolese 73. 22. g-oueaso 
30. 8. leiiease 432. 4. tvorccse 146. 15 und tvorese 14. 25. liehen 
tvorjajase 360. 4. und tvorjaese 205. 29. sav.-kn. vole 59. osta- 
vlejete 5. javleetb 76. edb 142. Ebenso in den bulgarischen denk- 
mählern. pat.-mih. ustae se voda 4. hom.-mih. kaple. hon. 

iikrcplccmi. Aus diesen denkmählern drang dieser gebrauch auch in 
andere quellen ein. nie. umrbtie. edb. Dasselbe findet im iniss. 
Ostrom, statt, blizbnengo. vbseki.. kaple für kaplja und dieses für 
kaplje. molease. molGalia. valcase. krcplcase. divlAalia. isceleaha 
eOepx-cUiv. celeaha s§. pomysleete. pomyslejaste. klanease. tvorease. 
razdelejaste. srainleje sc. ed-^b Tpoir,. edite. ja /w' e : bjaalia era.itt. 
vidjaaha. vedjaalia. vedjaase. zivjaase virehat neben zivease. idja- 
asta. idjaase. inijaase. mbujaalia. pbi jaali:; se. hotjaase. edjaaha 
neben ecb'^aln.. Mit unrecht erwartet Vostokorö rastjaase für rastease 



Tocal e. 49 

imd styd jaaba für stydeaha : rastjaase und styfljaaha sind aslov. 
unmöijUche formen, so oft sie auch in riiss. quellen vorkommen. 
<jreg.-naz. a für ja: v'sakx. ye?-??ers dadjaase neben badeaha und 
dovljajeti.. svjat. budjase oj). 2. 2. 392. für badease. Aus praq.- 
(ßag.-frag. merke man stäe für pann.-slov. svetaja. 

e stelü für ja, a nach c., z, s usw. : ces'L stam. 49. und. 136. 
cejati. cesa zap. 2. 2. öO. Ibgtceje greg.-naz. 97. mtrztöeje izv. 
544. oboiste greg.-naz. 97. istezajetii hon. vxneml'ete zogr. usw. 
vergl. sramejuste krmc.-mih. izostrevaju tichonr. 2. 402. bolerini), 
boljarimb lex. 

Aslov. e, das von ja verschieden ist, icird in biäg. und in aus 
solchen stammenden quellen durch ja, a ersetzt: Ijapota. srnjareti. 
se. krjaposti, djalaei. drjavo. snjadt. hljabt. vjasi scis. svjatt. 
srjade neben srede. zvjare neben zveri, zverem-B. trjava parem.- 
grig. 69. a. 216. 217. 218. 261. 262. 266. 267. 268. zalo uooop&ci. 
cana pretium strum. srjade vost. gramm. 10. calovanie und. 136. 
icalevsu strum. casart slepc. 115. 158. naracati (narecati) chrys.- 
frag. trjabiiemi. vost. gramm. 10. ne brazi sbor.-sev. 72. d. i. ne 
brezi. graha (greha) vost. gramm. 10. plani plaob (pleni plenb) 
vost. gramm. 10. planjenija (plenjenija) greg.-naz. 182. vb nadrah'L 
bon. 132. prjasmykaesta neben presmykaemi parem.-grig. prjagad- 
nici vost. gramm. 10. prjazde parem.-grig. vtvrbzate ev.-mih. c. tt- 
camt neben tbcemb pat.-mih. 105. bja neben be parem.-grig. cet- 
vijanoga i^arem.-grig. libava estb vergl. mit libevaetb pat.-mih. 61. 
praprad-b, preprad-b. posradije greg.-naz. 184. svetoplbca : pri sve- 
toplbca knezy lam. 1. 113. vb kovceza tvoemb pat.-mih. 157. vavi- 
lon'bstja vost. gramm. 10. vb raca pat.-mih. 38. 153. viiSJaliT. 
parem.-grig. 218. jacahbze pat.-mih. 90. mnozahb strum. rozahb 
layn. 1. 31. vbstocjah'b parem.-grig. sebja parem.-grig. tebja vost. 
gramm. 10. klimentovja poslani dve Clementis epistolae duae krmc.- 
mih. Vergl. -K^'Xar.oq bei Cedrenus für prilep'b. Trp'.acp'.ava bei Sky- 
litzes für pirzreii'b. Dasselbe finden loir in der spräche der dakischen 
Slovenen : beseada, besade neben besedi. izbiag-a, izbeagna, izbagna. 
obliakuvas, oblakoha. veak. veara, veaniva. goliam, goliama nebeyi 
golenii und goliami adv. liak, aslov. lek'b. neakam, aslov. nekamo. 
sveat, svat nebelt svetot. liab, aslov. hlebi.. cliak, cliakot, clikot, 
aslov. clovekij. teaf, aslov. tehb neben grehota. dete. dedi. Vergl. 
niam, rum,. neam, mag/j. nem. 

e steht statt a : alavestn.. treva, strena neJjen alavastrb und 
alavestri. zogr. treva sav.-kn. sthreneetoj bon. 132. podrezase sid>- 

4 



50 ii-vocule. 

sannaviint 132. nasledi se 132. tejue 132. tejna 158. hremina pat.- 
mili. 20. treva, trava ostrom. zi'bcelo iKit.-mih. 4. U8. prepradr, 
neben prapiadt. 

a steht für e: sanoe zogr. für und nehen senoe. blag-odatt 
für und nehen blagodetL. 

a wechselt mit e : uyne, nyiie zogr. nyne, nyiie cloz. I. 190. 
412. nyne. nyrie. nynja. uyüja suj). uyuja greg.-naz. dele sav.- 
kn. 61. hom.-mih. delja sup. 

4. Das aslov. e entsteht aus ur sprachlichem a oder ai, das letztere 
mag durch Steigerung des i oder durch Verbindung des a mit i entstaiiden 
sein, daher aslov. tekati, tak; ved, vaid: aind. ved, vid ; vHce, 
varkai; aind. vrke. Die frage, auf welche weise der eine aslov. laut e 
aus den verschiedenen lauten sich entwickelt, ist eine der schwierigsten 
der slavischen lautlehre, und ich besorge, es werde meine darstellung 
des gegenständes nicht befriedigen. Wenn ivir die deyn aslov. e in 
den einzelnen slavischen sprachen gegenüberstehenden laute überblicken, 
so gewinnen wir für e als wahrscheinlichen urslavischen laut ja : aslov. 
trT>peti^ dr'Lzati für ein erwartetes di"Lzeti; sneg-t ; rabelrL. nsl. 
ti'peti, drzati ; sneg", roböh und i()bih. bulg. tri.peh •, tr'tpjah, 
wenn der accent auf der zweiten silhe ruht, drxzah; sneg-, d. i. sujag-. 
kroat. trpiti, drzati; snig; robili. serh. trpjeti, (h'zati; suijeg". Idr. 
terpity, derzaty; snih; l'isich, «sZc-r. leseh'B. r»ss. terpetb, derzatb ; 
snegT., d. i. sneg'i.; (rabaclri.). c. trpeti, drzeti aus drzati; suih; 
d. i. si'iih, neben sneh, d. i. si'ieh; cldapich neben chlapech aus 
chlapech. 'p. cierpiec aus cierpiac, dzierzec aus dzierzac, partic. 
cierpial, dzierzal; suieg-, d. i. sneg- aus siiag-; Icsiech, aslov. le- 
sch'L. OS. cerpjec aus cerpjac, dzierzec «».s dzicrzac ; sneli. ns. ser- 
pjes, zarzes aus serpjas, zarzas ; sneg-. Für e aus ui'sprachlicliem a, 
slav. a, so wie für das aus i durch Steigerung entstandene ai ergibt 
sich ja als urslavischer laut; für das aus ai entstandene e des pl. 
loc. der a- {^h-, o-) stamme ist ja nicht nachweisbar, wir finden jedoch 
im aslov. iiiipt. ja oi wortcji wie pijate, istate, do'en a aus ursprach- 
lichem ai hvrrorgegtoigen, das denselben Ursprung hat wie das ai des 
pl. loc. Dabei darf auch an bulg. teil, d. i. tjab, erinnert werden. 
Kine Schwierigkeit bildet dei' übiirgang des a so wie des ai in ja. ]\ as 
vor allem das aus dem a entstandene ja anlangt, so ist bei den hie- 
her gehörigen jungen, bildungen nicht von a, soiidern unmittelbar von 
dem slav. e auszugehen, das ziDiächsf gedehnt wurde, worauj ja aus 
e hervorgieng. Eine ähidiche lautentwicklung begegnet uns in den ger- 
manischen sprachen : graecus, das dem Goten kreka, lautet im ahd. 



vocal e. 51 

hreacli, kr lach; alid. mias, dem (jot. mesa gegenüberstcJd, entspringt 
aus lat. mesa für mensa ; altd. briaf, pr'uistar entstehen aus hreve, 
preshjjtiir : ia, ea entsprechen dem slav. ja so genau als mUijUcli. Ur- 
sprachllches ai ist slav. ja geworden, icahrscheinlich in folge der ah- 
neigung des slavischen vor diphtliongen : dieselbe ahneigung Hess aus 
kavs't, u: kus, kvas^B, aus plouti, w. plu, pliiti entstehen. Eine 
weitere Schwierigkeit bietet der Übergang des als ui'slavisch erkannten 
ja in die verschiedenen laute, loelche in den einzelnen ^^lavischen 
sprachen dem aslov. e gegenüberstehen. Vor allem ist zit bemerken, dass 
ja im balg. pol. nsw. einhalten, auch sonst bewahrt ist, ico es an dem 
vorhergehenden consonanten einen schütz vor Veränderung findet. Es 
ist nämlich ja, a in dr^Lzati durch z erhalten icorden, während es 
nach p in c übergegangen ist: ti"Lpeti. Obgleich uns der pjh/jsiologische 
grund der erhalfung des ja, a durch z unbekannt ist, müssen wir 
doch die unbestreitbare tatsache zugeben. Warum in diesem falle dem 
ursprachlichen a slavisch weder c nocJi ü, sondern das ältere a gegen- 
übersteht, ist eine frage, die sich vielleicht durch den hiniceis auf das 
hohe alter dieser hildungen erledigen lässt. Die entwickelung des e, 
serb. je, ist die letzte der vielen Schwierigkeiten, die wir auf diesem 
gebiete finden. Hier ist noch zu bemerken, dass im lit. dem aus a 
entstandenen aslov. e ein anderer laut gegenübersteht als dem aus ai 
hervorgegangenen : jener, von Schleicher wie von Kurschat durch e 
bezeichnet, ist das weiche nach i hinklingende e, daher wohl etwa das 
e im nsl. spletati; dieser von Schleicher durch e, von Kurschat durch 
ie ausgedrückt, ist ein e mit vorschlagendem t. Die frage, ob diese 
zwei laute etwa auch in den slavischen sprachen einst geschieden 
waren, wird det jenige verneinen, der vom ur slavischen ja ausgeht. 
Den Übergang des ja oder einer dieser 'nahestehenden lautverbindunqen 
in e, e jindet man nicht selten: and.se neben siä aus urgermanischem 
sia J. Schmidt 2. 414; zig. avih's aus avil'ds; lit. keles aus kelias. 
Wann ja unter gewissen bedingungen in e übergegangen, lässt sich 
natürlich nicht feststellen : es mag hier früher, dort später geschehen 
sein. Die yci-p)eriode Jindet ihren ausdruck noch in den glagolitischen 
denkmählern des altslovenischen, deren e, k/jrillisch 'k, ursprünglich 
aller Wahrscheinlichkeit nach nur ja bezeichnete, und die die combi- 
nation ja, k/p-illisch u, nicht kennen. 

Nach Safafik sind hlcb'i., niena, vera aus hlaib, maina, vaira 
entstanden. 

5. e ist nicht nur ein a-, sondern auch ein i-laut. Hier icird 
nur vom ersteren gehandelt. Der a-laut e entsteht aus kurzem a 

■1* 



Ö2 a-vocale. 

171 loorten, welche im slavisclien e für a enthalten, daher pog-rebati 
aus -greb, got. graban; sed aus sed, got. sit, urgerm. set, aind. sad; 
aus langem a entspnngt e meist in icorten, welche auch in anderen 
europäischen sprachen einen e - laut hieten: deti, aind. dhä, lit deti, 
got. de-di-. Im ersteren falle kann der grund der Veränderung in 
vielen fällen angegeben icerden: pog-rebati, das iterativum von. po- 
greb, ist durch das suffix a undj dehnung des e entstanden. Li 
andere^! fällen ist dies nicht möglich: sed, aus sed, aind. sad. 
Warum das slavische de dem aind. dhä gegenübersteht, ist bricht 
ersichtlich. Man kann allenfalls ein ursprachliches dha annehmen 
und daraus slav. de und aus diesem de entstehen lassen: sicher ist, 
dass sich in bestimmten fällen ursprachliches a^ zu ä verhält wie slav. 
e zu e. 

6. e entsteht durch dehnung des e, ursprachlich a, in vier 
fällen, a) Im dienste der function und zwar : a) bei der bildung 
der verba iterativa: ug-netati premere: gnet. pog-rebati und daraus 
pogribati sepelire: greb. legati decumbere: leg. letati volitare: let. 
prerekati neben prericati contradicere : rek. istazati evanescere: iv. 
cez, mit erhaltenem ja. Der umstand, dass lebende sprachen neben i 
den reflex des aslov. e bieten, scheint geeignet die entstehuiig des umi- 
rati aus umerati zu beweisen : nsl. ozerati se rubere, wofür aslov. 
ozirati se, allerdings in anderer bedeutung. slovak. sbierat' colligere, 
aslov. s-Lbii-ati. p. umierac mori. kas. zabjerac. aslov. umirati, za- 
birati usw. Alle diese formen sind deverbativ, nicht denominativ. Im 
b. findet man zaplita und izmita auskehren, prepicja zu stark 
backen für ein aslov. *-picati-, auch izliza exire. namira invenire. 
otsieja abscindere usw. von Icz. nieri. sck. b) Bei der bildung des auf 
dem praes.-stamm beruhenden imperfects : ideln, ibam: ide. vizb-L- 
neh'L expergiscebar: v'Lzbi.ne. divljaht se mirabar: divlje aus divhje. 
mazaht ungebam : maze usw. Das imperfect bebt, bcahx eram 
beruht auf einem praes.-thema bve. Functionelle dehnung findet sich 
auch im lett. bei der bildung iterativer verba: lit. metiti von met, 
das im gegensatze vom lett. metät von met in der bildung vom 
slav. abweicht, e entsteht aus e ß) zum ersatze eines nach diesem 
ausgefallenen consonanten: ves'B duxi aus vedsi. von ved. rehi. 
dixi zunächst aus res'L und dieses aus reksx. vt/abi. incendi aus 
vi,zegS7,. So ist tcohl auch nesinb aus nejesnih, richtiger nejsniL zu 
beurteilen: das jesmh hatte enklitisch sein e eingebüsst. (Vergl. lit. 
nera aus ne Ira non est.) So entsteht loohl auch mcsecB aus men- 
secb. e entspringt aus e 7) bei der metathese von e: inreti aus 



vociil (V 53 

iiierti. iiilösti ai(t> iiiclzti. otvie.-sJ. aperui aua otvcrzs'ii. zrclo aus 
/crlo. ■/AvT.o, icofär zciczu, aus zclzo. SiaJte seitn 29. Hl. o) Li 
vezeti ligam, lüjatum esse entspricht e, icie es scheint, aind. ja, 
das verha passiva und neutra bildet : nah-jd-te ligatur. nds-ja-ti 
interit. Das sufßx e tritt auch in denominativen verhen ivie 
bogate divitem ßeri ein. Dasselbe mag in zi>reti spectare angenommen 
icerden, ico andere an aja denken. Neben ja, aja loird man durch 
aind. galäjate es wird zu icasser. nlläjate es loird dunkel versucht an 
ein ursprachlicliem ä gegenüherstehendes e zu denken : dem nllä- 
jate entspricht aslov. beiejett albet. Bei den verba intransitiva 
hat sich e, bei den transitiva a festgesetzt: in piteti, pitati nutrire 
findet sich e neben a. slav. e steht got. ai, ahd. lat. e gegenüher : 
got. mun: praet. munaida. aslov. mbneti. vit: praet. vitaith. aslov. 
videti. ahd. slaffen. lat. albere usic. Vergl. 2. seite 433. slav. e ist in 
den Verben der dritten classe gedehntes e, icelches auch die älteren 
laute gewesen sein mögen, dalier kricati clamare, ubozati iKiuperern 
fien neben trtpeti, bog-ateti. 

7. Manche auf e auslautende icurzeln sind secundär. Sie ent- 
stehen aus primären durch anfügimg des e und ausstossung des 
eigentlichen tcurzelvocals : gre calefacere, aind. ghar, gigharti. ghrna glut. 
zre maturescere, aind. gar, garati morsch icerden. ple situ obduci, lit. 
pelu, pelUi. Man vergl. dre in dremati mit griech. oacOavw, aind. 
drä. In gre, zre entspricht e aind. ä, das gleichfalls secundäre icurzeln 
bildet: gnä kennen aus gan, slav. zna. prä füllen aus par, slav. pel. 
mnä meinen aus man, slav. mi.n. srä kochen aus sar. dhmä aus dham, 
slav. ditin usw. So vielleicht auch skä, woraus chä schneiden, aus 
sak, aslov. sek. Dergleichen secundäre icurzeln sind zahlreich im 
giiech. : ßaX, ßX*/; ; 6av, 6vr, : vSk, vX-q • man, [^.vr, usic. Zeitschrift 23. 
284. Man vergleiche auch aslov. kri in kroj mit aind. kar, stri in 
stroj mit aind. star, slav. ster. 

8. e ist, wie bemerkt wurde, in vielen fällen der reflex des aind. 
langen a: heW, aind. bhä, lett. abweichend bäls. mera, aind. mä. 
speti, aind. sphä, lit. speti. vejati, aind. vä, lit. vejas usw. 

9. Urslavisches ja erhält sich nach j, ebenso nach r, Y, li; st, 
zd ; c, z, s, dasselbe mag aus e oder aus i, ai entstanden sein. 
Zwischen dem e aus e und dem aus i, ai besteht indessen ein unter- 
schied: jad: jamt edere. w. aind. ad, atti, daher jasti, ob-LJastivs 
neben obedt prandAum und siiiiesti comedere. Vergl. lett. edu nehen 
azaids. 7isl. jem und schon in fris. lichogedeni neben jasli. jacl : 
jada vehi. w. aind. ja, daher prejade o'.z-ipxzz/ neben vLzGdi i-T/y.- 



54 ;i-vocale. 

va^c. 7}sl. jezditi neben jahati. jarina lana, eig. lana agnina. Ut. 
eras agnus. cavtka monedula: vergl. ic. kä crocire. ebenso obycaj 
mos. proinuzdaj cunctator. Nach den genannten consonanten erhält 
sich durchaus das ursprüngliche ja für e aus e : stojati. divijati. 
kricati neben ti"Lpeti, icährend ja für e aus altem ai nur nach j 
beicahrt icird und selbst in diesem falle in e übergehen kann, das 
dem i weicht : pijate, placate aus plakjate, glagoljate, dezdate aus 
dedjate usu\ 3. seite 90. neben vedete, rtcete. Dagegen piite d. i. 
pijite, placite ans pijete, placete. /m auslaut steht stets i: pii d. i. 
wohl pij aus piji, pije ; placi usw. Ein krajaht, das man nach ra- 
behi. erwartet, existiert nicht, sondern nur kraiht d. i. krajihi. aus 
krajehi., nsl. krajeh; ebenso krai d,. i. kraji aus kraje. Ob alter 
und_ accent auf diese formen eingewirkt, iM nicht zu ermitteln, pecalt 
cura: w. pek neben obretelt. rozani. e cornu f actus neben vlasent, 
kei7i vlasauTb. tliraöanini, thrax neben efesenint und efesanin-L 
ephesius. icazati evanescere von öez. S7,zagati comhurere von :2eg-: 
stzesti. e kann in diesem icorte in i übergehen : stzizati. zavati 
mandere nur in trigl., daher nicht sicher beglauhigt: w. zju, zbv. 
Hieher gehören die comparative icie Itzaj levior aus Ifcgjaj von 
iLg: Ibgtkt. biijaj magis stultus. divbjaj magis ferus mit erhalte- 
nem a von buj. divij. Auf demselben gesetze beruht der sg. loc. m. n. 
der zusammengesetzten declination auf -eami. : vecbneaini> für -ne- 
jaiiib, aus -neeiiit; -nejenit 3. seite 00. Nicht aslov. sind die im 
sbor. 1073 vorkommenden formen rkcTH. rkA«Hira. i€,v,HHOHA\mh.- 
Hkl-k/Wk. neCOKkH'krk/WK. TKOpHTkH'kliv/Wk für UCTH usw. lei-k. 
CBCierk haben doch wohl jejo. svojejo gelautet. Sreznevskij, Drevnie 
slavj. pam. jus. pisimia einleitung 170. Die lebendiCn sprachen weichen 
in diesem punkte von einander sehr ah: nsl. jem netjen jasli; jezditi 
neben jahati. klr. Jim; jichaty usw. 

10. wechselt manchmahl mit ja, was so zu verstehen ist, dass 
sich ja manchmahl erhalten hat. Dies findet statt im suffix em. adj. j 
ment adj.; em» in enin% subst. ; emo adv.: aslov. bagreni. purpureus 
ist dem ostrom. bag"i>rjaii'i>., das urslav. und r. ist. aslov. dieveni. nsl. 
dreven ligneus lautet r. derevjauyj. aslov. kameni) lapideus. rozanfB 
corneus. vostaut cereus. Dem aslov. vl^neni. laneus steht Ut. vil- 
nonas, vilnonis neben vilninis, dem aslov. *pr7>veu'L in priiveniCb 
pirmonis erstling gegenüber: das lett. hat dafür bildungen auf aina: 
vilains laneus. Über vilnonis, vilninis vergl. Brückner 163. aslov. 
rameu'i. fortis. nsl. raineno. r. ranijanyj. runieü7> ruber, r. ruin- 
janyj. aslov. besteht Ijudenim. neben Ijazdaiiirnj laicus; efesenim. 



vocal e. ,00 

neben cfesauiii'L ephaaias ; ruiucniirii ncJjcn riinljuiiiu'L romanas utuc. 
das lit. bietet izratlitenas , jmJcahfdnas bewohner der niederuiKj, (jen- 
tainis vetter neben dicarionis bezz. mesclonis studier, karaliaucionis. 
rimionis bei Szijrwid 331. rnnijonas Kurschat 168.. rimlionis bezz. 
aslov. pomorjanin'L (richtig poinorijaniii'L) lautet lit. pamarioms. 
samaritonas, vieles slavisch. aslov. seino^ selten samo, nsl. sem liuc. 
vBsemo quoquo versus, jamo quo aus sjamo usw. hieben kamo usw. 
Man beachte auch viisck'i. omnis neben viisjaki. und vbsakT. neben 
lit. visohias; prenri. rectus neben r. pi-jaini,; ruineuin^ beruht auf 
dem. suffijc cm., das lit. on und \Ui cnispreclien kann: riiiiljanini. 
hin<jegen crwäclist aus rimijaninT., rimi.janiiri. u:ie loinlja aus loniija, 
lonii.ja. Dasselbe gilt von Ijiizdaiiin'i., efesaniirii usw. Dass e in 
drevcuL auf c beruht, zeigt rozant. lit. inja mag dem aslov. hWh 
in shrebri)U'i, entsprechen. Das got. bietet einet für ein> : triveina- 
drcveiri. silubreina- neben silubj-ina-. 

11. Die e aus o eutlialtouden formen, a) Wurzeln. Leg-: 
bezati fugere. lit. begu, begti currere. boginti etwas (eilends) wohin 
schaffen, lett. begt. aind. bhag mit abhi sich wohin loenden, eilen. Zweifel- 
haft ist pod'i)beg-a mcitth. 5. 32-assem. neben podtpeg-a zogr. pott- 
pega cloz. I. 132: c. podbelia lüderliche loeibsperson, yiach V. Brandl, 
Glossarium. 238, in Mähren gebräuchlich: podbeha hängt zusammen 
mit podbehnouti se gravidam ßeri. Demnach wäre podtbega die 
richtige Schreibung. beli> cdbus. lett. bäls pallidus : lett. bält. lit. balu, 
balti cdbescere ist denominativ mit verküi^ztem wur':elvocal. Vergl. 
aind. bhdla glänz: v:. aind. bha. belege kr. bilig" signum ist dunkel: 
magij. beh/eg. vergl. belt. cepiti^ scopiti findere. pricepiti, prisce- 
piti inserere. proscepiti pat.-mih. 42. 7isl. cepiti. b. cepi. c. stepiti 
p. szczep. cepi beridit auf dem nomen cep-, d.as wohl nur von dem 
iterat. cepati abstammen kann : w. skep, r. skepatr., Scepatb. Mit cep- 
hänqt cepem. zusammen, c. scepeneti. scipati: lit. cepas (ciepas 
Szyrwid 361) ist entlehnt. cepb r. catena, daneben cepb, das für 
aslov. ausgegeben wird. Vergl. pr. zeeb d. i. ceb, cej) : Fick. 2. 531. 
vergleicht lett. kept haften. cadt fiimus r.: vergl. kaditi suffire. 
cari, cara incantatio : in b. quellen cerodeicb magus pat.-mih. 160. 
Vergl. lit. kereti, apkeravoti es einem, antun, kericos das beschreien. 
aind. krtja behexung : lit. cerai. cerauninkas sind entlehnt. casa j)0- 
cidum. cesa pat.-mih. 44. nsl. casa habd. b. öasb usw. lit. kiause. 
kiaums, kausas. kiau.sas galvas p. czaszka g'lowy calvaria Szyrwid 34. 
pr. kiosi. cavT>ka: s. cavka monedula. nsl. kavka. lit. kova : 
10. kü crocire. öavi.ka aus cjavtka. de: deti, deja ; dezda aus 



OÖ a-vocale. 

decl(e)ja, falsch dezda^ i^onere. lit. deti, demi, dedu. deveti. lett. det, 
dem. got. de-di-. ahd. tä-ti-, das aslov. de-tb lautet: alnd. dhä. 
Aed'h avus. griech. OHoc. vergl. r. djadja: lit. dedas ist entlehnt. 
deli. und dola pars, lit. dala, dalis f. dallkas. dallti. ])r. dellit. 
deUlks. got. dailä-, daili- f. as. del; mit aslov. delja, deltma lyropter 
nsl. deli (za teg-a deli) vergl. lit. deliai, delei, del' and got. in 
dailai J. Schmidt 2. 476. dera, dira scissura von derati^ dirati: 
10. der. greln> jpeccatum. lit. grekas ist entlehnt. Die Vergleichung 
mit lit. garsus böse, grasus vyiderlich icird schon dadurch zweifelhaft, dass 
g-rehomt ay.ou^ioj; und imjprudenter bedeutet, jad : jamt, jasti edere 
neben s'^bueint. obed'B, lett. azaids. kr. ujid morsus. lit. esti, edmi, 
edu. lett. est, edu. pr. Ist. got. itan, at, etwa neben afetjan. alid. 
ezan, az, üzum: aind. ad, atti. 'y<x%\\ praesepe. »i«?. jasli neben ]c.n\ edo: 
jed, nicht etwa jed, ed, ist urslavisch. jad : jada vehi neben ja in 
preevLse matth. 14. 34-zogr. c. jeti aus jati. lit. joti, durat. jodUi. 
lett. jät, durat. jadit. aind. ja, jüti: aslov. jazditi. nsl. jezditi vehi 
ist auch in der bedeutung lit. jodlti, lett. jad'it ; ein augmentat. ist 
jahati aus jasati^ womit hinsichtlich des s lit. eis-ena eigentümlicher 
gang von ei ire zu vergleichen ist. Man beachte kroat. jidro velum, 
dojidriti navi venire aus *jedro, *dojedriti, aslov. jadro. jalovi. 
sterilis. nsl. jal bei Linde, jalov. ;■. jaH sterilis. lett. cdava: lett. 
jels immaturus. lit. jalus subamarus hwigen mit jalovL wohl nicht 
zusammen, jarebb jjerdix. nsl. jereb. b. jarebicL. jarembicb. erebi- 
cice rebum (reboni) sarena milad. 443. lit. jerabe, i'rubf'. lett. irbe: 
jarebb scheint eig. ,etwas bunt' zu bedeuten : ja, das auch in ja- 
pronibzdalb aliipiantum debilis und sonst vorkömmt, ist das aind. ä 
in üpfda gelblich, änlla bläulich usw. ; reb^ hingegen ist lit. raibas 
bunt. jarb: p. y^w ve): abaktr. järv. got. jera-. ahd. jär. nsl. ]av 
adj.: jara rz. jariua sommerf rächt, s. jar: posijao zito na jar 
sementem fecit vernam.. klr. jarec gerste. p. jary d!e><jcihrig. Damit 
hangen offenbar einige tiernamen zusammen: nsl. jarica gallina an- 
notina. jerse agnus annotinus für jarisöe: dagegen s. jarac caper. lit. 
eris, eras. erltis. lett. jers. pr. eristian lamm. Daher aslov. jariua lana. 
s. lana agnina. Man merke griech. i'piov. lat. aries. Fick 2. 528. trennt 
die tiernamen von jar'b. jarx amarus, iratus. s. jara hitze. c. jary : 
vergl. p. jary rasch, hell. Fick denkt 2. 614. an lett. atrs hastig; 
näher liegt lit. ar in inartinu irrito bei Sz/jrwid 323 : lit. orus ist seDter 
bedeutung wegen nicht hieher zu ziehen. Man vergleicht auch aind. 
irin gewalttätig, irja kräftig, irasj sich gewalttätig benehmen, zürnen. 
lit. ira. griech. ip'.q J. Schmidt 2. 212. 358. jaskyuja: j). jaskinia. 



v.ir.iil e. 57 

c. jeskyue hölda. Das icort ist dauhtl. 'y.whwvu iuiiam : venjl. cdnd. 
ar In cu-paja einfiUjen. Fleh 2. 619. justeri. lacerta. c. jester. 
jp. jaszczur. os. jcscer otter: veryl. nsl. g-usöer und p. szcziir ratte. 
c. ätir tjryllotcdpa, scorplo. Eine liijpothese hei GeltUr, slovanslajch 
kmenech na n 88. pr. estureyto. jasjiitL, asjuth frustra. c. v jesit, 
V jesjut in vanum: vergl. pr. ensus, icoraus man e aus en, jesjutb, 
folgern möchte, obgleich osjutL auf jesjutt und dieses auf asjutt zu 
bemihen scheint, jazt: s. jaz canalis, eig. agger, dämm, nsl. jcz. h. 
jaz. klr. ]\z, jaz verch. 84. r. ez'L dial. c. jez. p>. jaz: vergl. lit. eze. 
pr. asy rain. jazdt: p. jazdz., jazgarz kaulhars. c. jezdik. lit. ezgJs, 
ezeg'is. pr. assegis. klesta forceps, klestiti premere. nsl. klesce 
pl.: hieher gehört nsl. klesc. Jdr. kl'isc. p. kleszcz zecke. klett 
domus. lit. kletis, kletka. lett. klets. pr. klätke, das vielleicht slav. 
Ursprungs ist. Vergl. got. hlethrä-, hleithrä-. koceu'i.: nsl. koceu. 
s. kocau. rum. kocan caulis: vergl. aslov. kocani pl. memhrum virile. 
kreslo: p. krzeslo lehnstuhl, r. kresla^^. lit. krase und entlehnt kreslas. 
\ekrb medicina ist fremd: vergl. got. IPlija-, leikja- arzt, ahd. hlhhi. lit. 
lekorius ist slav. lelja matris soror: lit. Ule puppe ist nicht hieher zu 
ziehen. lent piger. lett. Jens gelinde, langsam, lit. lena in lenaziedis 
modrohladij vitreus, plumheus, caesius, glaucus Szijrioid 154. ahd. linnan. 
Icpt aptus, pidcher. Vergl. lit. lepus mollis Sztjrwid 148. 190. lepti 
vericöhnt werden, lepnnti verwöhnen, lett. laipns mild. as. lef zai't. 
lat. lepor. leska corylus nsl. : lett. lagzda, legzda. lit. lazda : vergl. 
aslov. loza. leska heridit icohl auf lez-ka U7id lit. lazda aif laza. 
lest'L: s. list celer Crnagora ist nach Geitler, slovanskych kmenech 
na u 36, lit. lakstus. Man vergleicht jedoch mit mehr recht it. lesto. 
\eyo\"h planta quaedam: vergl. mgriech. Kr^^jop'y forte helleborus. Xtßip'.ov 
samhucus matz. 394. leza repo neben -lazi. : laziti iterat. Wie 
sed und sadT> nebst sadi auf sed, so mögen lez uyid -lazi. nebst lazi 
auf lez beruhen: vergl. jed. sek aus ed. sek mit einer weiter un- 
erklärbaren dchnung des e, woran bei sed das lit. teilnimmt: dass 
sed etwa mit aind. sld (sldati) von sad zusammenhange, dies an- 
zunehmen verwehrt sadi^ usw. me in srbmeti andere. Fick 2. 427. 
vergleicht anord. möhdr, ahd. m,uot. griech. [xx-isixat, ^i-\}.y.3.. Hin- 
sichtlich der imperfectivität vergl. 4. seite 311. Andere stellen ST>me 
in der form sme mit der w. snii reflexiv ridere zusammen. me- 
glostb pallor : vergl. sniagkb fuscus und hrehtki) mit hrabi"L. 
Geitler, Lit. stud. 67, zieht lit. maigla aas herbei. melt creta. lit. 
melas gips, molis lehm. miela cj^eta Szyrwid 59. 113. lett. mcds lelim. 
Das wort hängt vielleicht mit mel; nielja zusammen und bedeutet dann 



Oö ;i-vocale. 

,das zerreihllche'. Vergl. nsl. mil /. mergelartige erde. kr. melo creta 
mar. iiiera mensura: aind. mä, mäti, mimtte. lit. m'ira, lett. mers 
sind entlelint. Hlelier mag stmeriti humiliare und mcr't in lice- 
mei"L simida.for gehören. meri in v]adimei"i> usw. got. gihimers, 
valimers usxc. neben Inldemirus Grimm 1. 30. 31. -merja- kund, he- 
rüJimf. alid. mdrl. Neben -mert liest man -marT) und -iiiirt. Man 
denkt an. aind. smar, das in den euroiJäisclien spraclien sein s ein- 
bilsse J. Schmidt 2. 284. meseci. mensis: man vergleicht aind. 
mäs, indessen ist die Zusammenstellung des mes mit mens vorzu- 
ziehen, iceil die euroj?. sprachen darauf hinxceisen : lit. menä. me- 
nesis J. Schmidt 1. 85. meta ziel, metiti, zielen r. : lit. matau, 
matltl sehen, lett. matlt fühlen. mez- in iiieziirt minor, me- 

ziniici^ ßlius natu minlmus. nsl. mezinec neben maziuec deutet auf 
mtz. klr. mizyl'nyj digitus auricularis : lit. mazas klein, lett. mazs. 
2)r. massais weniger. Bezzenberger 45 denkt zweifelnd an man-za, das 
er mit aind. man-äk icenig vergleicht. nastezitelt, nastazitelt st:'.- 
Tpc-^rc; i^rocurator ist dunkel. nevesta sponsa. nsl. nevesta. nemt 
mutus , auch aXXcs'.Xoc Karamzin 2. n. 64. Vergl. lett. mems. 
Daher auch nenibct germanus, trotz des mag/j. nemet nicht von 
den in d,en Vogesen sesshaften nemetes Zeuss 217. pecatb sigil- 
lum. nsl. pecat, p. pieczec: lit. pecete isi slavisch. peneg-'L;, peuezb 
numus. pr. penningans pl. acc. lit. piningas. ahd. phenning : für 
entlehnung spricht eg-t, ezb. Vergl. matz. 65. pestlcL sabulum: 
aind. pasu, pfisu, pTisuka. armen, phosi: lit. peska ist slav. Ursprungs. 
Die zurvckführung auf die w. pis, pi,h ist nicht statthaft. Potebnja, K-, 
istorii nsw. 30. peSb pedes aus pelii. durch J'l: p. piechota. pcli^, 
das man auf p'ili, pi>h zurückführen ivill, hängt mit aind. päd, päd 
zusammen : dafür spricht lit. pescas, bei Szyrwid 249 pescias, das icohl 
nicht entlehnt ist. peh- ist peds-. Vergl. lit. ptedula in. pedidotas 
Bezzenberger 107. lit. pedelis socke. premi^ rectus. nsl. spreiniti. 
r. pijaim>. reca: nsl. reca, raca anas. s. raca. alb. rosz: vergl. nhd. 
retschente. rech, in porcdy raro. redi-ki. rarus. Vergl. lat. rete, 
rärus. griech. äpa;i; und lit. retis bastsieb, retus locker und, was 
wohl richtiger, lit. erdvas, ardvas breit, weit, geräumig, lett. erds, er- 
dajs locker. reka ßuvius beruht trotz lit. roke feiner regen auf einer 
\-ic. rcpa ruhe. lit. rape, rope. lat. räpa: repa iM entlehnt. Damit 
hängt vielleicht repije tribulus zusammen. Dunkel ist repij Stimulus. 
i-et: ol)resti invenire, im praes. obresta: c vielleicht aus e icie in sed 
sesti neben seda: J. Schmidt vergleicht 1. 72. 87. 88. lit. ran- 
du. got. redan. aind. rädh. rezati secare: lit. reziu, rezti hieben dem 



vocai p. 59 

iteratlvum raizUi. Vercjl. r. rezvL audax, icoraus lit. rezvas frisch : 
w. rez, daraus r. niz'i.. j;. raz, icie sadt aus sed. sed in sesti, 
praes. seda, considjßve. sedcti sedere: lit. sediis, sestis. sednii, sedzu, 
fiklc'ti. sodinti. lett. sest. pr. sindats, sijndans sitzend, sldons. got. sit. 
aind. sad, s'idati. In sedio sella ist der icurzelvocal e erhalten. Der 
nasal ist nur dem praes.-thema eigen. seka, sesti secare : lit. sikis hieb 
neben posekelis liammer. ahd. seh pflugmesser, sahs messer. lat. secare. 
Der icurzelvocal hat sich in sekyra securis erhalten : aind. chä aus skä 
und dieses aus sak. osekt ovile wird mit ahd. sweiga, griech. orfAzq 
zusammengestellt: es mag jedoch etiaa ,verhau' sein. sentci: nsl. 
senci pl. schlafen : • vergl. slovak. sane i^l. Dunkel. sei"L csppc'.ov 
Stadt in Thracien. seti serere: lit. seti, scju. lett. set. pr. semen. 
germ. sddi f. got. saian, d.i. sfijan. Bezzenberger, Ober die a- reihe 
usw. 60. lat. sero aus seso, sevi, sätum. sever'i. boreas. lit. siaurls, 
Uaure. got. skilrä-. ahd. scür. lat. caurus, cörus. Beiträge 6. 149. 
Fick 2. 697. slepati, sli-pati salire. aslov. skipt. nsl. kr. s. slap: 
vergl. aind. sarp, sarpati. Das icort ist dunkel. Potehnja, Ki, 
istorii usic. 206. bringt ein klr. vysolopytj (jazyktj hervorstrecken 
bei. slept caecus: lit. slepti verbergen, slapta heimlichkeit. speti 
iacere, proficere. speki. festinatio : lit. speti müsse haben, spetas. lett. 
spet können, ags. spövan erfolg haben, sped glück, ahd. spuon von 
Stattengehen, spuot. aind. sphä, sphujati gedeihen, griech. iOa: cpOxvo). 
stegi) vexillum. kr. stig-. In russ. quellen stjagt, dAalekt. für kolt; 
einem aslov. steg-i, entsprechend, : ahd. stanga. strela sagitta. ahd. 
strcda. lit. strela ist entlehnt. Saljeui.: bogomt salent ^HtrXr^y.zoc, 
a daemonio correptus. nsl. saki iocus. Vergl. lit. sieloti icüten; selitis 
den narren spielen, das ivahrscheinlich entleJmt ist: p. szaloc. r. sa- 
litb. telega currus. nsl. tolige pl. r. telega: mag/j. tal/jiga. rum. 
telegz. türk. tdligha sind entlehnt. Vergl. lit. talenge, tolenga kalesche 
maiz. 84. terjati sectari. preteriti pellere. nsl. tirati sectari. po- 
tirati fugare habd. teijati quaerere. s. tjerati. Vergl. lit. tirti venire 
für terti. teijati : r. teijath pessumdare. klr. poterja Verlust bibl. 
I : lit. teroti perdere. testo massa. lit. tasla, tesia : man vergleicht 
tesk'B. ve nos dual. nsl. ve f. : lit. ve in vedii. got. vit aus vet. 
aind. ve in vajam. vedi-o hijdiia. nsl. vedro usw. : lit. v'edras ist 
entlehnt. Das Wort beruht auf ved, das mit voda zusaramenhängt. 
vehT>tb penniculus, eig. das wehende: vergl. c. vich. nsl. veter veha; 
vehet seoa: w. ve. Vergl. vejati. vejati flare: pr. ivetro. lit. ve- 
jas wind, vetra Sturmwind, got. vaian, d. i. väjan. aind. vä, väti. 
Vergl. veja, vetvB und aind. vajä zweig, das vielleicht wie lit. vttis 



60 a-vocale. 

rute auf vi zurückgeht. veko palpehra. Ut. voka f. deckd. vokas 
augenlied. lett. väks deckel. vera veritas. got. -verja- gläuhig. alid. 
icära foedus. icär: Ut. vera, vtrnas, verlti sind slav. Ursprungs, ve- 
verica sciurus. klr. viveryca vercli. 7. Ut. vovere, overe nehen vai- 
varas. pr. iceicare. lett. väveris. Vergl. lat. viverra. Das icort scheint 
redupUciert. Vergl. Potebnja, ä'ö isforii usw. 135, zveri> fera. Ut. 
zveris rauhtier. pr. suürins pl. acc. zaba rana. pr. gahawo kröte: 
w. (jahh, gahhate hiare. Hieher gehört auch r. zabry kiefern. zadati 
desiderare. Ut. godas hahsucht. godoti gierig seiii. Vergl. zbdati, dessen 
h aus e, a entsprungen ist, und zedati, das mit Ut. gend in pasi- 
gendu sehne mich zusammenhängt J. Schmidt 1. 73. zalo aculeus. 
nsl. zalo, zalec und zelo : Ut. geliu, gelti stechen, gehl, gelonis. gills 
Stachel: aslov. zelo. p. ^adlo: ic. zen. aind. (ghan), hau, hanti. 
zalb: iiTLiie zalb es tut mir leid. Ut. zelek erharme dich ist wohl slav., 
daneben gaila man es tut mir leid: w. von zalb scheint zel in zeleti 
(vergl. aind. harj, harjati), daraus iterat. zalati, von diesem zalb, 
zaliti. zalb f. sepulcrum. ar. zalbniki.. Dunkel. zari. in pozai"L 
incendium: Ut. zt-reti, zilriu glühen, pazaras ist slav. Ursprungs. zas- 
nati se stupefieri. zasiti terrere. Nach Geitler, Fonologie 101, 
beruht zas auf einem desiderativ- stamm gands von gand. Von gens 
gelangt man zu zast, wie es scheint, so icie von mens zu mes. 
Vergl. Ut. nugnstis schrecken Geitler, Lit. stud. 68, und got. usgeis- 
nan intransit. usgaisjan transit. 

ß) Stämme, eji.: obycaj consuetudo: obyk-. brbzeja neben 
hi"hzsij ßuentum wie brtz'b «eJe« brigi.. ■^vomw.idix] cunctator: mudi, 
inudijaj, mudbjaj. vereja vectis. lezaja gallina: leg-, leg- die brütende. 
Vergl. lit. kirtejis m. audeje f. 2. seite 82. elb: gybelb interitus: 
gyb. mkbcalb silentium: ml-tk. pistalb tibia: pisk. svirelb neben 
sviralb fistuta: *svir 2. seite 109. en'b: drevent ligneus: drevo. 
vlasem. e capilUs f actus: vlas'i>. pes'böau'b ex arena f actus: pes'bk'b. 
drozdijam, e faecibus f actus: drozdije. rozam> e cornu f actus: rog'b 
2. seite 128. efesenin'b neben efesanin'L ephesius: etesL. nimcüini. 
neben rimijanin'b mmanus: i'im'b. seleniu^b, scljanin'b rusficus: selo. 
grazdanin'b civis: grad'b 2. seite 120. bratenbCh, bratciibcb, nsl. hra- 
tanec. pbtenbcb zogr. neben mladeui.cb, niiadcneci. iuvenis cloz. 
1. 6. 33. mladenistb zogr. liest man mladeubCb zogr. mladbubCb 
zogr. Das suffix lautet in russ. quellen stets jani,: derevjanyj, daher 
auch medjani). mramorjant. vlasjam. greg.-naz. 60. 50. 264. kam- 
jam. ostrom. prtvenbcb neben prbvesnbcb greg.-naz. 166. 258. 
271. Das dunkle slovenini, nsl. sloveuec, lautet in lat. Urkunden 



vocal e. bl 

sclauauü 827. vergl. sclauinla 770. Dem sloveüi.sk'i. entspricht 
mit aslov. oder deutschem sufßx sciauanisc- : linfjua sclauanisca 
970. colonias sclauaniscas c. 1000. 10, wovdus li: kolc, koli quando. 
sele, seli, sie : do selc hicitsque, neben tola zogr. h. : lit. kolei. 
solei. tolei 2. seite 104. nde: uade alia. jade qua relat. kade 
qua interrog. neben inadu. jadu. kadu 2. seite 211. Man vergleiche 
auch aslov. beseda; boledovati ; nsl. moledva ein zudringlicher 
hettler; mrled sauertopf; aslov. ztledt /. malum. s. zlijediti vulnus 
offendere: zt.1i.. men'L; rumen'L ruher 2. seite 237. ekt: ölovekt 
homo 2. seite 246. egi.: beleg-i.. babreg-t 2. seite 282. Der auslaut 
des comparafivs ist bei den meisten stammen ej-Ls, eji.^ das, icie das 
neutrum. dobreje zeigt, einem älteren ejas entspricht. Was nun das e 
anlangt, so ist es aus altem ai hervorgegangen, dessen a der ur- 
sprüngliche auslaut des Stammes, dessen i hingegen entweder das l des 
Suffixes ijas oder, da ijas ivahrscheinlich specifisch aind. ist, jenes i ist, 
welches durch die Spaltung des Suffixes jas in ijas entstanden ist. Die 
erhaltung des auslautenden a des Stammes, das im aind. ahfällt (doch 
sthejas aus stha) ist für die stamm- tind wortbildungslehre nicht ohne 
Interesse, mladej, aind. mradljas, nicht mradejäs. dobrej melior. 
mxnozaj ::A£iwv. mazaj V07i mazt. divijaj ferocior neben dem minder 
richtigen divtej greg.-naz. 141: divij. e wird hier stets wie gedehntes 
e behandelt. Überraschend ist bozLstej magis divinus greg.-naz. 77 : 
bozbski.. Man beachte pr. uraisins pl. acc. m. die älteren, maldai- 
sin sg. acc. m. maldaisei pl. n. maldaisins usw. Hinsichtlich des 
impf, vergl. seite 62. Wie nsl. vselenji qui semper est auf vsele, 
so beruht lit. aukstejus qui supra est auf aukstai oben. Den com- 
parativ aukstesnis höher möchte man mit worten wie g-oresbiib aus 
goresbiib neben g-ortiib supernus zusammenstellen und mit dem lit. 
galu-tinis letzter von galas ende warte wie kroiiiestLiit externus 
vergleichen, obgleich hier st nur für tj erklärbar ist: es ist daher 
tcohl zu teilen: kromestj-i. wie ni-stjx und ein weiteres suffix nji. 
anzunehmen icie im lit.: vergl. apatinis infernus und apacia pars in- 
ferior aus apatja. Ausser diesen nominalstämmen werden durch e 
die Verbalstämme III. gebildet: bi.deti vigilare: bT.d. blbsteti^ blbstati 
splendere: blbsk. kriöati clamare: krik. imeti habere: bm. boga- 
teti divitem fieri : bogatb, ombilbsati minui: mbilbsji.. mtnozati 
augeri: nvbnogi.. lit. e bildet gleichfalls durative verba: aveti fuss- 
bekleidung anhaben im gegensafze zu auti; deveti, vilketi kleider 
anhaben; guleti, gulti; mileti, milti icie aslov. imeti, J6ti; bi.deti, 
vi.zbT.nati iisio. Vergl. seite 53. 



62 



///. Drillt' .sli(fe: o. 
1. A) Uiigescliwächtes o. 

1. Der name des hucJtstahens o ist oii'b. Die caisspracJie des 
o lässt sich nicht genauer feststellen. Seltener als in den lebenden 
sprachen tritt ein v vor das ursj^>rüngHch anlaatende o : voiija. 

2. Was den Ursprung des o anlangt^ so ist dasselbe der reßex 
des urspracldichen a, a, ; bog-ij, hhaga; boHj, hala ; dom'L, dama j 
inozg'i,^ maggas asic. o entspricht lit. a: boda, hadan; borja, hariu; 
dola, dala usw. o steht got. a gegenUher : g-ostb, gasti-; nioga, magan; 
niorje, marein- usw. 

3. o ist Steigerung des o in einer grossen anzahl von warten : 
bor^B in vzXiOY'h electio: w. ber in bcra, bbi'ati. brod'i. vadum : ic. 
bred m breda. dor'^i. Wi razdorT> schisma : w. der in dera, dbrati. 
gom>, g-oniti agere: ic. g-en in zena, giuati. gTobi> fovea: ic. 
greb m greba. logi, in nalog't invasio: w. leg- in lesti. mol'i. 
in uioliti niolere: w. mel in nielja. mort mors, pes^ts; lü. mer in 
Ultra. nos'L in iznost ^opa: iü. lies in nesa. plotrB saepes : w. 
plet in pleta. poiia m opoiia auleum: w. peu i« peti aus penti, 
pbiia. poi"L in i)oiVbi)or'L fulcrum : w. per, ptra. roki) deßnitio, 
praestitntmn tempus: w. rek in reka. stoli. thron us, sella: lo. stel 
in stelja. stor^. in prostori. spatium : w. ster, sti>ra. tok^B ftu- 
xus: IC. tek in teka. voda in vojevoda hel/idux: w. ved in veda. 
vora in zavora vectis: w. ver in vBra. vorx zVi izvor'B yo??s ; ?f. 
ver 171 VLija. voz'i) cur)-us : w. vez in veza. zorx aspectus : w. 
zer /)?, zbrja. zvou'b sonus : w. zven /m zvi.neti usw. In g-oreti, 
poleti ist zur Steigerung kein grund vorhanden. 

•/. o entlialtende fornicii. a) Wurzeln. abüVBk^B nwdii genas. 
s. uljor.ik. j). weborek. j/>'. wiemharis: ahd. einhar, eimhar. bo 
enini : lit. ha (dlerdings. vergl. ahaktr. hä, hat widirlidi. bob'B 
faha : pr. haho. lat. fäha : vergl. lett. jnipa. Das deutsche wort hat 
ein h verloren. boda pungo : lit. hadau, hadUi frequent. lett. hedu, 
hedU. lat. fodio , fodere. vergl. griecli. ßaOj;. ßiOivsc. bog-B deus: 
aind. hhaga herr, götterheiwort, ein vedengott. ahaktr. hagha. apers. 
haga gott. phrjjg. 'Qvjz {j7.'(yXz:. bok'B latus. bol iji boleti dolere, 
aegrotare : vergl. got. halrjan (/uülen. bolij nuiior : aind. hala 
kräftig. Man vergleicht aitdi ssp-Tspoc. boija pugno, inf. brati aus 
borti : lit. hariu, harti. ahd. perjan schlagen, aind. hhara kämpf. 



vocal 0. OO 

bort pinetiim. nsl. bor, borovec. bosi. non calceatus: J!t. hunas. 
ahd. hur. bototi pimjncscerc. broiri. alhits : aind. brddima fahl 
Fick. clovek'i. hämo. A. Potchvja, 1x7. istorli amc. 70, treiDit celo- 
vek'i> : celo ist ihm identisch mit cel'L intecjer, veki. rohur, daher 
eelovek't ein possessives composituvi : integrum rohur hahens. do 
uscpie ad: lett. da. lit. do: his taici do toi li 7:pb; ce; io. 21. 22. 
Bezzenberger 244. dahoti, boti ist icr. (ll)ac. Jdr. dbuty. Vergl. got. 
du. ahd. za, ze, zi.- ags. tö. abaktr. da: vaesman-da zum hause c?y.6vos. 
da- praefix. Im zogr. liest man io. 7. 5; 12. 10. do für und neben 
da; ton gekehrt d-ci für und neben du : daze, dozc ; dori, das nur in 
jungen quellen vorkömmt, ist dozi aus dozc i. doba opportunitas. 
dobr'ii bonus. dobll fortis aus dobj^L: lit. daba art und weise. 
dabinti schmücken, dahnus schön, got. ga-dahan decere. ags. [ge]- 
defe stark. Vergl. debePi. crassus : pr. debikan sg. acc. gross. Auch 
udobljati so wie vielleicht auch udoleti, udeleti vincere für udobleti, 
\ideh\eti möchten hielter gehören. do\, del: odoleti, odeleti vincere. 
wr. peredolie. dola pars: lit. dala. vergl. delii. doVu vallis. 
got. dala-: aind. a-dlaira inferior. dornet domus : lit. nam/is für 
damas Fick. lat. domus. griech. oiiicq. oi[j.zvK aind. damas. got. 
timrjan. drobiti conterere. c. (h'obet. os. drebic: vergl. lit. tru- 
putls brocken. dropi. : s. drop neben nsl. tropine vinacea: vergl. 
ahd. treber. drozg-7,, jetzt auch drozd carduelis, richtig drossel : 
lit. strazdas. drozdije, selten (h-ostija pl., faex-. nsl. (h'ozdze, 
(b'oze: vergl. drozga kot : pr. dragios pl. anord. dregg. ags. dürste, 
ahd. trestir pl. trester. Vergl. J. Schmidt 2. 337. dvoh : r. dvo- 
cbatb, dvositb keuchen: w. dus, icoher auch duh'L: lit. dvase. dvesti. 
dvori aula: lit. dvaras. abaktr. dvara. g-o in neg-li atis iiegoli. 
kr. s. uego. pr. anga fragepartikel. aind. gha, ha. Neben go besteht 
ze. gobiuo copia, fruges: magg. gahona getreide aus dem slav. 
Vergl. lit. gahenti bringen; gabjauja göttinn des reichtums iind vor- 
züglich got. gabein- reichtum. gobbz'h abundans mit g'obiuo in Ver- 
bindung zu bringen ist wegen des hzh bedenklich : man vergleicht daher 
got. gabiga-: g-o bin o ist so wie gobbz'i. dunkel. Vergl. Pott 6. 307. 
Bezzenberger 91. erklärt lit. gana genug aus gabna, das zu aslov. 
gobiuo gehöre. Der on. c. hobzi stare hängt mit g-vozdb silva zu- 
sammen. god'L opportunitas, tempus. goditi se contingere: lit. gadas 
Vereinigung, ■übereinkmft. gad/jus: w. ist g-ed in zi>dati. wr. pere- 
hodzic ist perezdae, perezydac, gogolt r. anas clangula aus gog- 
in gogotatt. iükI suffix oIl : pr. gegalis. lit. gaigalas. lett. gaigalis 
cohjmbus minor. goh'Jj; v. lioch puer wird mit nhd. hache 



64: ii-voeale. 

verglichen Matzenauer 888. golabb columha: vergl. pr. gidbis. lit. 
gulhe olor. ags. cuhif-re taube, lat. columha. griecli. y.oX'jixßic taucJier. 
goleni'i. magnus : vergl. lit. gal vermögen. Ziceifelhaft. goVh nudiis. 
c. hole haumloser herg. holomek: vergl. lit. galandu schärfe, wetze. 
Ziceifelhaft. gomolja, gomulja maza: vergl. lit. gumulis abgestutzt. 
goneti sufßcere: lit. gamtl. gana. lett. gan satis. Vergl. aind. 
gana schar, zahl. got. ganah es genügt. gooiti agere iterat. von 
gen: zena.' lit. ganlti. gonobiti nsl. perdere: vergl. lit. gana- 
blti prügeln. goneznati, gonLznati salvari: got. ganisan. gono- 
ziti servare beridit auf gonez, wie got. ganasjan auf ganes. go- 
neznati hängt mit lit. ganlti, das slav. goniti lautet, in keiner 
weise zusammen. gora mons: in mehreren sprachen ist das urspr. 
a zu i geschicächt : lit. gire, giria wald. aind. giri. abaktr. gaiH 
berg Curtius 350. goreti ard.ere: lit. garas dampf, lett. gars 
hitze, Schwaden, pr. gorme hitze. garkity senf. gortk't: s. gorak 
neben grk amarus und gofij i^eior. aind,. guru aus garu, comparat. 
garljas, schicer. griech. ßapj;. got. kaura- aus kuru-, karu-. Man ver- 
gleicht auch yj.p-tu<yK gospodt dominus: aind. güspati hausvater. 
Vergl. podt. gosti. in pogostt in russ. quellen regio: pr. gasto 
ackerstück. Zweifelhaft. gostb hospes: got. gasti-. lat. hostl- : vergl. 
aind. ghas, ghasati. grundbedeutung : der verzehrende. gositi parm-e ; 
lit. gasiti schmücken. gotovB paratus. Matzenauer 30 verweist auf 
das sonst ganz unbekannte os. bot Vorbereitung : die bildung macht 
Schwierigkeiten, lit. gatavas ist entlehnt. goveti venerari. h. gove 
ieiunare. c. hoveti. klr. hovity. r. govetb. lit. gaveti. lett. gavet: c. 
boveti ist schonen. Man vergleiche alid. gawlhjan sanctißcare. Andere 
verwerfen die ansieht von der entlehnung und venceisen auf aind. hü 
rufen, armen, govel loben. Das wort ist dunkel. govorT> tumidtus, 
bulla aquae : vergl. aind. gvar, gvarati fiehern: wenn die Zusammen- 
stellung richtig ist, so steht govoi"i> für gvort. vergl. p. gwar murmu- 
ratio. Vergl. auch aind. gu, gavate tönen, groza horror. lit. grastis und 
grumzda minae. bod'i. ambidatio: iv. bed, sed, Sbd in sbl'i> usw. 
beb in bobotati cachinnare: vergl. aind. kakh, kakhati. botb cupido 
wird von Fick mit aind. sati, griech. 'io-^z'.z. lat. sitis zusammengestellt. 
hroniT. claudus : aind. sräma lahm. Neben bromi. besteht braniati, 
das auf liraim. zurückgeht. hvoja : r. cbvoja fichtennadel. nsl. 
bojka : pxr. kwaja ist entlehnt. kb)kotx scaturlgo, eig. das sprudeln. 
Vergl. got. hlahjan und aslov. klekbtati clamare. kloniti incli- 
nare: vergl. sloniti J. Schmidt 2. 252. 253: lit. klonojus und lett. 
klanitüs sind entlehnt. klopbca neben kleptca tendicida stammt von 



Tocal 0. 65 

klep claudere. klosnati moniere: zmij klosuu no^n ego starine 
9. 4;"). klosbut daudus. kobyla eciua: vergl. hit. cahcdlus. lit. kumele 
und r. komont eqiins. komonica equa. kir. luhova komanyca für 
konjucyna. * kobbCb : s. kobac nisus. Mr. kübe6. koöaui pl. 
memhrum virile: vergl. nsl. koccn. s. kocan, koöanj. lett. kacans, 
kacens cmdis. kokma vas quoddam: n griecli. •/.o\j'f.o\j\).\ov. lat. ciicuma. 
kokoti. gallus. kokosb gallina. p. kokac. aind. kakk lachen. Vergl. nsl. 
kokodakati und lit. kukutis loiedeUojyf. koles : sg. nom. kolo rota. 
j)r. kelan. anord. hvel: vergl. aind. car gehen. koleno genu: lit. 
kells: eno ist suffix. kolimog^i. tabernacidum. r. kolymag-a: lit. 
kalmogas ist entlehnt. kolt palus. kolja findo. zakoH mactatio. 
lit. kahl hämmere, külas ist entlehnt, vergl. aind. kila J. Schmidt 
2. 216. komicH : vlasi komidi ist dunkel. koim> r. klunifen. 
koniolyj. lit. kamolls knäuel. konoba: nsl. s. konoba cella, caupona: 
mlat. canaha. it. canava. kouobi. pelvis: mlat. conabus. konoplja 
cannahis. pr. knapios p/. lett. kanepe: griech. y.avvaßic. Damit 
verwandt ist kouopbCB fimis : mlat. canapus, canap>a. anord. lianpr : 
allen diesen icorten soll das dunkle aind. Sana zu gründe liegen. 
koub equus, etwa für kobiit : vergl. kobyla und lat. cabalhis. 
kopati f ödere, kopije hasta. kopyto ungula. p. kopiec. lit. kapoti 
hacken, kapas grabhügel. pr. kopt. Die w. kap hat die hedeutung : 
graben und hacken. koposi. profluvium genitale: griech. y.bizoc, in 
einer dem sinne des [).aKT/J.7. verwandten hedeutung. koprina seri- 
cum. h. koprim>. Matzenauer 213. denkt an Verwandtschaft mit mlat. 
cappa. kopri. anetlmm. nsl. koper: vergl. kopeti se: seno se 
kopi. g'noj se kopi, da se dim vidi. h. kopi.!". klr. ukrop^ okrop. 
r. kropt, ukrop'L. kora cortex. lit. karna hast. korenb radix, 
das lüohl nicht mit k^rt frutex verwandt ist. koryto canalis, 

concha: vergl. pr. pra-cartis trog. koriida. p. kord degen ist ent- 
lehnt, lit. kardas ist slav. kori. contumelia. korhcb vas quod- 
dam. nsl. korec haustrum usw. Man denkt an griech. y.spo;, 
vielleicht mit unrecht. kosa, kosmi. coma : lit. kasa. kasti, kasUi, 
kasinti: kosa hängt mit öesati zusammen. Auch kosa, hoHovi} falx 
dürfte Melier gehören. kosnati tangere: vergl. r. koso oblique, p. 
ukos die schräge usw. kost corbis : lit. kasius, das jedoch entlehnt 
sein kann. Mit kost scheint kosulja indusium verwandt. kotora 
lis: vergl. ahd. liadarä läppen, später streit Fick. kotoryj 
koteryj, nsl. kteri qwi, urspr. uter. lit. katras. got. hvathar-. griech. 
•/.oTspo;, T.ö-:epcc. aind. katara. kotyga, kotuga vestis: mlat. cotuca. 
kot-L: kottcb cella. nsl. h. kotcc. s. kot, kotac usw.: vergl. mlat. 

5 



06 a-vocale. 

cotta. kot'L, kot'i>ka, kotlja felis, kotva ancora, icie 7isl. macka. 
Ut. hüte. lat. cafus. kotbli. lehes. nsJ. h. kotel. s. kotao usw. lit. 
katilas. pr. catils. kotbl't ist icohl got. katlla- : ahd. lautet das ivort 
cliezil, cliezin aus lat. cathms. kovi.ceg"t arca. h. s. kovceg-: vergl. 
ngriech. /.auxiov vas Ugneum, dalier loohl küvtceg"!.. koza capra : 
lett. kaza. a'md. vliaga, cJiäga bock, chngä ziege. Hieher scheint auch 
koza cutis, urspr. etwa ziegenfell, zu gehören : die ahleitung von koza 
aus koza bietet Schwierigkeiten. Fick vergleicht mit koza anord. haktda. 
krokart: nsl. krokar corvus: aind. kark, karkati. lit. krakti. griech. 
y.psxto : vergl. aslov. krakati. kronia margo. krome, okrome procid. 
krop- : j;. okropuy schauderhaft : vergl. lit. krupus scheu, kraupus 
unangenehm (vom icetter.) kropa, kroplja gutta: lit. krapJti be- 
sprengen, krosbuja : krostuica canistnim. nsl. krosnja. r. krosnja 
und korosnja. kvokati: p. kwokac usw. glucken: lit. kcaketi 
schreien, kvakseti glucken. k'Lmoti'i compater. k'tmotra. c. p. 
kmotr. nsl. boter. pr. komaters: lat. compater. lobtzati osculari. 
lob'Bz-L osculum : vergl. lit. lupa labium. lupuze deminut. alid^ lefs. 
lodyg-a r. knöchel. p. lorlyg-a Stengel: man vergleicht ahd. Iota in 
sumar-lota. logataj explorator setzt ein denominativum log-ati von 
logi. das liegen in der bedeutung des auflauerns voraus : vergl. griech. 
AÖyo;. log7j : s. log : log'om lezati. lit. atlagas neben atlakas 
brachacker vergl. mit klr. obloh^ pereloli usw. lokati lambere. nsl. 
sorbere: pes ]oce vino. lit. lakti schlappen, zunächst vom hunde. aind. 
lak, rak gustare. lom^L locus pahidosus. mag//, lam palus : vergl. 
lat. lama. lono sinus soll für lokno stehen, und mit lek biegen ver- 
wandt sein, lopata paZa. 7isl. usw. lopata: vergl. lit. lopeta. let. läpsta. 
pr. lopto. lososL r. lachs. c. losos; lit. lasis, lasasa, lasisas. lett. 
lasis. pr. lasasso. lostig-a lactuca. nsl. louicje. s. locika. i. locika: 
ist, c. c, c aus kt : p. loczyga ist entlehnt, lost vilis. b. s. los : vergl. 
got. lasiva- und Fick 2. 497. lotyga ar. homo nequam: man vergleicht 
got. lata- lässig. loza vitis : vergl. lit. laza flintenschaft. inodi'i. 
lividus wird als ,zerßossen' gedeutet und mit einer w. mad zusammen- 
gestellt, mo^a possum : got. magan posse. lett. makts macht: euroj). 
magh : mit niogyla tumulus vergl. aind. mahant gross, woraus eine 
w. magh erschlossen vjerden kann. iiiokv'i, humidus soll aus niork'L 
entstanden sein : ich teile iiiok-i"i. wegen inociti. moliti orare aus 
mold-, inodl-, mol-. lit. mald/li: w. meld. mo\otn> foejiiculum : 
ngriech. [j.äXaOpov, [j,apaOpov. iiiouisto monile. klr. Jianiysto bibl. I. 
lit. manele bezz. : vergl. aind. mani am, leibe getragenes kleinod, jmvel, 
perle, ahd. menni halsband. Das suffix sto ist singulär. mora 



vocal o. b7 

maga, in den lebenden sjyrachen ephialtes, incuho ist dimlden Ursprungs. 
Vergl. ngriech. [xwpa aethiops, Incnbo. inorje mare : lit. inares pl. 
pr. marif. got. mari-, niarein-. ahd. mari. aind. mira. mori) mors, 
pestis: lit. maras. moriti: lit. marinti. mostna -pera. nsl. moSnja; 
lit. maJcsna, makstis, mama aus dem slav. motiti se agitarl. nsl. 
motati iceifen. vergl. r. motorja rolle, c. nemotorny unhehilflich, 
eig. unbeiceglich : lit. pamuturti (galvele) schütteln. *niotr- in 
motriti spectare : lit. ismatrus scharfsichtig von mat: matau, matUi. 
lett. matu, mast. motyka ligo. nsl. motika. h. motikrb usio.: lit. 
matika. mozgi> medidla: abalctr. mazga. aJid. marag. aind. maggan, 
mwjijas, maqi'jä. Vergl. lit. smagenos. lett. smadzenes. pr. muzgeno. 
mozolb vihex. nsl. mozolj usw.: vergl. ahd. mäsä cicatrix. mi.nog'L 
midtus: got. managa-. noga pes: lit. nagas fingernagel, kralle, 
huf. pr. nage ftiss. ahd. nagal. griech. ovj^. lat. unguis, ir. inga. 
aind. nakha. Hieher gehört auch nogT.tb unguis, pr. nagutis. Vergl. 
Zeitschrift 23. 270. nora latibidum: xv. ner: nreti. Hieher gehört 
auch klr. noryca nörz mustela lutreola. nost nasus. nozdri.: lit. 
nasrai, icofür auch nastrai vorkommen soll Geitler, Lit. stud. 97. 
ahd. nasä. aind. nasa in compositis ; sonst näs, näsä. lit. nosis. 
lat. näsus. nostt 7iox : lit. naktis. got. nahtl-, nahta-. lat. nocti-. 
griech. vuy.t- neben vjv.ti-, v'jy,TO-. aiy}d. nakti, nakta. o in ozimica 
hordeum, eig. lointergerste, ist xoohl die praep. o : ozimica beridit 
demnach auf o zime. oba amho : lit. ahu. pr. abbai pl. lett. abbi. 
got. bai. aind. ubhä aus ahhü, ambhä. obli. rotundus aus obvli., 
oby-iH: lit. apvalus. obrini. avarus. p. obrzyin, olbrzym gigas. 
Grimm, Mijthologie 1. 493. ob7., daraus o, circum: pr. eb. got. bi. 
aind. abhi gegen. In vielen fällen deckt sich obt mit lit. ape, ap-. 
ocli'T) lectus. nsl. o^v'i pl. gerüst: lit. ardai stangengestell. Geitler, Lit. 
stud. 77. ogniva r. penna nutans, os alae dial. : vergl. aind. ag 
agere. ognt ignis : aind. agni. lat. ignis : lit. ugnis f. lett. ugtms m. 
lässt an slav. o aus u denken. og-oH: p. ogol universitas. ogolem im 
allgemeinen: vergl. lit. aglu, aglumi im ganzen. oko oculus: lit. akas 
Öffnung im eise, akis f. äuge : vergl. aslov. dual. oci. aind. aksi. Hie- 
her gehört auch okno fenestra. ole, b. olele interj.: vergl. aind. re, 
arare, e in ole befremdet. olovo plumbmn: lit. alvas stannum. pr. 
ahois plumbum. olt sicera. nsl. ol cerevisia: lit. alus. pr. alu. ags. 
ealu. obiha alnus. lit. alksnis, elksnis. pr. alskande. ahd. elira, 
erlla. omela nsl. s. mistel. c. jmeli. slovak. omelo, lit. amalis. 
pr. emelno. lett. ümuls. Das wort hängt wohl mit w. em capere zu- 
sammen, daher aslov. imela. imoh.nik^i. neben omelhniki.. o steM 



68 a-vocale. 

je gegemiber. om> 'die: Ut. anif. aind. ana. opajecb lucerna 
nach Matzenauer 26o. woJd die ößnung im dache, durch die das 
licht einfüllt: ■/; i~y.[y. (y.spi/i;, Oupic). opako adv. a tergo, retro. 
got. ibiika-. ahd. apah, aimh. nhd. iihich. aind. apäka hinten liegend. 
apa ist griech. azc. got. af. oplosb, oplostmo in Universum: griech. 
otTTAw?. opoka saxum. p. opoka. Dagegen kr. opeka later. or- in 
oriti evertere : Ut. Iru, irti sich auftrennen, ardau, arditi transit. Vergl. 
aind. rte ohne, arana fremd. orati, oija arare: Ut. arti, ariu. lett. 
art, am. got. arjan : Ut. arti entspräche einem slav. rati, ortlt aqiiila : 
Ut. arelis, erelis, eris. got. aran-, osiiia r. espe populus tremula: Ut. 
apuUs. lett. apse. p>r. ahse. osint octo: Ut. aMuni. got. ahtau. aind. 
astau : osniL octo, eig. oyocac, aus osrnt, Ut. asmas octavus und dieses 
aus ost-mi.. ostrog"L castellum. p. ostrog-: das gleichdeutige ostra- 
zije heiceist die ahleitung von strijg ; w. serg. Das wort bedeutet eig. 
,das bewachte'; dagegen hängt nsl. usw. ostroga calcar mit osti"L 
zusammen: ostro-ga. c. lautet das ivort ostroha neben ostruha. ostri. 
acutus : Ut. astras, astrus. aind. asra. Verwandt ist osla cos. Vergl. 
ostbnt. ostt axis: Ut. akstis, akUelis stachel G eitler, Lit. stud. 76. 
ostbnii aculeus : Ut. akstinas mit vor s eingeschobenem k. Vergl. ostri.. 
0ST>tt genus spinae. nsl. osat. c. p. oset: es ist icohl keine primäre bil- 
dung: ic. os, aind. as. vergl. lett. äss scharf , das aslov. os'l lauten icürde. 
osL axis : Ut. aSis. pr. assis. ahd. ahsa. lat. axis. griech. a;wv. aind. 
aksa m. aksi n. osblt asinus : lit. asilas. got. asilu-, lat. asinus. 
osledi. onager 'ir.y^ v.^r^\i.bnv. otava nsl. usw. grummet: vergl. oti.. lit. 
atolas. oi'h ab: Ut. at, ata. got. ith, id. aind. ati: vergl. oti.- 
]eki> mit aind. atireka Überrest. ottcb pater, deminut. von *ot'i, 
(oti.rii.): got. attan-. griech. axia. ovi ille: lit. au-re dort, abaktr. 
apers. ava. ovi.ca ovis, deminut. von * ovi> : lit. avis. got. avistra- 
schaf stall, ahd. awi. lat. ovis. griech. HV«. aind. avi m. f. Hieher 
gehört ovi>n^L aries: lit. avinas. ovls^l avena: lit. aviza haferkorn. 
pl. avizos hafer. plod^ fructus. ploski) latus, nsl. plosnat. s. 
plostimice neben splasnuti. c. plosky. r. ploskij. j^- pl^iski. klr. 
plaskyj. Hieher gehört r. ploskonL. p, ploskon. c. kouopi po- 
skonu^, vielleicht auch c. plostice cimex trotz p. pkiskwa und Ut. 
blake, lett. blakts. po praep. : lit. pa. Dem. aslov. pa steht lit. po 
gegenüher : ])a scheint die ältere form für po zu s&in. Hieher gehört 
podi., wohl auch pozde sero. podh in gospodt dominus: lit. patis 
m. f. gafte, gattinn, in Zusammensetzungen herr, herrinn. got. fadi-. 
griech. -iioTtc. lat. potis. aind. pati. poti>pcga uxor dimissa gehört wohl 
nicht hieher. Vergl. gospodi,. pogaiiiirr. paganus: Ut. pagonas. pr. 



tocbI 0. 69 

pnffunans pl. acc. ist entlehnt. Dnss pog-ain. impurus von poganini. 
yetrennt icerden müsse, lässt sich nicht dartun. Vergl. Matz. 68. 
poleno titio ist icohl ,das gesjyaltene/. poleti ardere. paliti urere: ic. 
2>ar, slav. pel, per^ daher auch popoh.. p. przec J. Schmidt 2. 271. 
An steigerim<i scheint hei einem rcrhum. III. 2. nicht gedacht werden 
zu sollen, planati aus polnati. pol'i. dimidium: vergl. aind. para 
weiterhin gelegen, jenseitig : na ononii. polu jenseits. Das icort ist 
im slav. ein n-stamm. geworden. Die Zusammenstellung mit aind. 
parus knoten, gelenh ist abzuweisen. Verschieden ist r. poli. für 
poniost'i. (7 rot?, To. pol-r. : ispoli, haustrum : nsl. plati, poljem 
haurio. r. vodopolh. vodopolica Grotz (iS. ponica ceJla. h. ponicr.. 
Dunlden Ursprungs. Vergl . Matz. 280. poplun nsl. tegumentum tur- 
cicum : ngriech. ~i~'/M\).y. stragulum aus isa-Awi^a. pora vis, vio- 
lentia. r. pora. s. oporaviti se refici, daher mm. porav ferus, eig. 
violcntus. pon> : c. odpor : lit. atsparas. * postoli, : s. posto, sg, 
gen. postola. c. postola. Idr. p. postoly pl. Man vergleicht ngriech. 
TTOjtäA'.ov. türk. postal. Das wort Icann slav. sein: nsl. podstoH metl.: 
matz. 24. denkt an griech. uzocrtcXo;, potT. sudor. Fick vergleicht 
lit. spakas und deutet poti> aus pok-tx. pro praefix, praep. : 
lit. pra praefix. lat. pro. griech. iz^b. aind. pra. Hieher gehört 
prok'i>, procb relirpLus. Dem pro steht lit. pra, dem pra lit. pro 
gegenüber. prositi pefere: lit. p)rasUi. pirsti, persu. got. fraih- 
nan. lat. preces, procus. aind. prasna frage: w. pras. proso 
milium : vergl. pr. prassan acc, das entlehnt sein kann. prosti. 
simplex, a-Xfotj-evcc, extensus steht vielleicht für prostr'i> von pro- 
str-cti. ]\Ian vergl. h. prostren simplex. lett. prasts ist entlehnt. 
proti versus : lett. preti, pret. griech. Tzpo-i, ~poc. aind. prati. pro- 
zvitt vetulus : griech. Trpscßj-r^c. rodi) partus. aind. ardh gedeihen 
J. Schmidt 2. 295. rogozt papjjrus, tapes. nsl. rog-oz carex: lit. 
ragaze hinsendecke. rogt cornu: lit. ragas. jyr. ragls: vergl. rog-atina 
ar. pertica. lit. ragotine lanze. rok'B praestitutum tempus: w. rek. 
romenbca sitidus. Vergl. Matzenauer 296. rosa ros: lit. rasa tau. 
aind. rasa saft. rota iusiurandum. Vergl. osset. art, ard eid. 
sapog'L calceus: lit. sopagas ist entlehnt. skoba fibula: lit. skaha 
hufeisen. kahu, kaheti haften, aind. skahh, skabhnäti usw. heften. 
skoblb radida: lit. skahii, skaheti schneiden, hauen, skaplis hohlaxt. 
got. skahan. skoki. saltus : vergl. aind. khac, khacati hervor.'ipringen 
und lit. sokti springen, sakinti springen lassen. skoltka ostreum. 
h. skojkT. concha: vergl. (did. scala schale, harte Umhüllung der 
muschel usu:., daher skoltka schale, schaleniier. skoniati gemere: 



70 a-vocale. 

Fick vergleicht lit. skamhu, skamMti tönen. s^omrsihrh jpraestigiator : 
lit. skamarakas ist entlelmt. skopiti evirare. skoptcb eiinucJms: 
vergl. lit. skapas, das jedoch entlehnt sein kann. skop-: zaskopije 
ohservatio : vergl. griech. ay-o-i«; späher. skora cortex : lit. skura 
loellis ist entlehnt. skorx citus: vergl. ahd. skero J. Schmidt 2. 
420. skott pecus. h. s. skot usio. : got. skatta- geld. ahd. skaz. 
afris. sket geld, vieh. Die frage, oh skot-L entlehnt ist oder nicht, 
ist schwer zu heanticorten : sicher ist, dass der umstand, dass das 
icort im deutschen meist geld, nicht vieh bedeutet, was es iirsprünglich 
bezeichnete, nicht für die entlehmmg von selten der deutschen an- 
geführt tcerden kann. Ist das wort mit aind. skhad sjxäfen verwandt, 
dann ist es ursprünglich deidsch. skrobott strepitus : lit. skrebu, 
skrebeti rascheln. slont elephas : lit. slanas neben slajus : jenes ist 
entlehnt. Man vergleicht ags. hrön balaena Archiv 3. 212. smok'fc 
serpens: lit. smakas, das vielleicht entlehnt ist. Vergl. srntk in smy- 
kati se repere. smola bitumen: lit. smala teer, das entlehnt sein 
kann. sno])'h fascicidus. sob-: posobiti adiuvare. posobije soci- 
etas. kr. posoba auxilium. klr. posobyt' bibl. I. r. posobt dial. : 
vergl. aind. sabhä gesellschaft und sva, woher soboja und sebe. 
solia vallus, ^uXov: aind. sas zerhatien, sjjalten. posoh'i.. c. socbor 
fustis. Fick vergleicht auch lit. sasas schorf. sekstas holzstUck. so- 
kacb coquus. sokalb culina. Dunklen Ursprungs. soki. succus: lit. 
sakas baumharz. lett. svakas, svekfis: vergl. klr. pasoka blut hihi. I. 
sokt accusator. sociti monstrare. nsl. obsok indago. s. c. sok. lit. 
sakas. saklti sagen, sehne fabel. lat. sec: insece. griech. k-: vive~e. 
vergl. aind. sac, sacate verfolgen. soli> sal: pr. sal. lett. salis. lat. sal. 
griech. '£kc. somt r., nsl. s. som loels. c. p. sum : lit. samas. sopa 
flo: lit. svapseti, svepseti lispeln, vergl. sviblivt blaesus und c. sepati 
lispeln. soplb tihia: lit. sapas halm, sapelis deminut. sosua abies: 
Geitler, Lit. stud. 70, vergleicht sams schorf, und meint, der name 
sei nach der rinde so benannt. spolim>, ispolim. gigas : vergl. gens 
spalorum. bei Jordanes Grimm, Mi/thologie 1. 493. spori. ahundans. 
s. s])()r dnrans, lentus: vergl. ahd. spar, sparsam, lit sj)arus ver- 
schlagsam. stobon> columna. nsl. steber vergl. J. Schmidt 1. 129. 
stoi^'L acervus, eig. p)ertica circa quam foenum congeritur : das icort 
hängt mit lit. stogis dach aind. stag und griech. c-e-;(<) nicht zusammen, 
ahd. stakkr häufen, henschoher. stor7. in prostor'L spatium : w. ster: 
stveti. stroka^ sroka y.evTpov : vergl. w. strijk. stvol'i,, cvol'i. caulis. 
s. cvolina. r. stvol't. c. stvol: vergl. lit. stülls baumstamm. svob'n: 
svoboda, d. i. svobo-da^ libertas. pr. sidjs selbst, nsl. usw. slo- 



vocal 0. 71 

])0(]ii für svol)()<la. skorenj iisl. nsic. Stiefel: lit. skarne. tobo- 
IbCL Saccus, nsl. tobolcc. s. toboluc. p. tobola. Dunklen uvspnuKjs. 
iokrh fluxus. lit. takas: w. tok. toliti 2>lacarG scheint icie etwa 
(jriech. i'/Sr^-ix'., TäXaviov «?(/' einer a-ic. zu heruhen : vercjl. lit. tilti ver- 
stummen, tildlti still machen. <jot. thulan dulden. toljaga und daraus 
tojag-a haculum. s. toljaga; tojaga : vergl. s. tolja. tomiti vexare : 
aind. tarn, tämjati vergehen. tonoto neben teiieto rete: lit. tinJdas 
netz aus tenldas, das aslov. tolo^ tcdlo lauten icürde: aind. tan, 
tanöti anspannen. topiti immerfjere: lit. tepti, tepu beschmieren. 
topiti calefacere. topli», tepli. calidus: lat. tepere. aind. tap, tapati. 
topor'i> ascia. nsl. topor usw. : vergl. armen, tapar. pers. tabar usw. 
tropjj: klr. trop sp^cr: vergl. trepati. tvoro» habitus corporis, tvo- 
riti facere: lit. tverti, tveriu fassen, zäunen, bei Szijruid auch machen, 
tvarkiti einrichten Geitler, Lit. stud. 71. voda aqua : got. vatan-. 
lat. unda. griech. jotop. aind. ud, unatti quellen: vergl. lit. vandü. 
audra gewässer. pr. unds, daher vedro Gopi'a, voda oleo : da zab'L ne 
svodett o neniL damit der zahn nicht darnach rieche nomoc.-bulg. 
lit. udzu, üsti. lat. odor, oleo. griech. zo in ö^w. voda in vojevoda 
belUdux. -vodi). voditi. lit. kariavadas, kariovadas feldhauptmann 
Bezzenberger 104. vonja wohl für onja odor: got. anan hauchen, 
aind. an, aniti. Hieher gehört auch ahati. vora : klr. obora Viehhof 
usw. : w. ver : vreti. lit. verti. atverti öffnen, atviras offen, pr. 
etwerß du öffnest. vosa neben osa vespa : lit. vapsa bremse, pr. 
wobse wespe. ahd. wafsa. lat. vespa. voski cera: lit. vaskas. ahd. 
icahs. vozT. currus. voziti veliere iterat.: w. vez. lit. vezu und 
vaziüju. lett. vazüt. vtdova vidua : pr. viddevii. aind. vidhavä. 
zobati edere : lit. zebti. aind. gabh, gambhate. zort visus : w. zer: 
zreti. zvont sonus, tintinnabulum : w. zven : zvtneti. lit. zvanas 
ist entlehnt. 

In entlehnten Worten steht aslov. o dem a der fremden spräche 
gegenüber: gouLznati neben g-entznati servari: got. ganisan. ahd. 
ganesan. koleda calendae y.aXävca'.. nsl. s. koleda. lit. kaledos, kai- 
dos. h.o\ih(i tu gurium : griech. v.y'h'j^-q. \\.omovii, camera. lit. kamara: 
griech. y,a[;,apa. konoplja: cannabis. griech. -/.ävvaßt^. kositei"L neben 
kasiteri. stannum, : griech. v.ot'jaiiepoc. kostant castanea : griech. 
y.äa-avov. hothliy leb es : got. katila-. lazort: lazarus stockh. lokva 
imber : ahd. lacha. ocbti. acetum: got. aketa-, akeita-. odrin'L: 
äcp'.avcTTO/.'.c. ogiirtcb cucumis: griech. aYY^'jpiov. okroviistija: äy.po- 
ß'jsTia. olttart: altare. osarij neben asxsarij : «(jaaptov. ovlija: 
Ä'JA-/^. ploca: vergl. ngriech. tj-6:/.-j.. pogani., selten pagan'L: 



72 a-vocale. 

lat. paganus. popi) jyreshyter. pr. paps: alid. plwfo. poroda: 
7:apäo£i7oc Christliche terminologie 49. solunt: 6£73aXov{y,-^. sotona: 
caTÄvac. Bei Nestor findet man obrini avar. odreni. adrianopolis. 
ogarjanim,. oleksandri.. onbdrej. om.droniki.. orej ares. ovramt. 
Dunkel: gotovt paratiis. koliniogt tahernacidum. kortda gladiits 
ist entlehnt usw. sokL^ d. i soc as. trihutum frumentarium ist mlat. 
soca, socagium. r. stopa grosser becher ist ahd. stouf. mlat. stopus. 

Wie es kam, dass fremdes a durch slav. o zddergegehen icard, 
ist eine schwierige frage; mir scheint, dass betontes gedehntes a durch 
slav. a^ imbetontes und betontes kurzes a hingegen durch slav. o er- 
setzt icard. Vergl. J. Schmidt 2. 170. 

ß) Stamm e. ort : stobort columna. nsl. steber. petort 
neben peteri. 2. seite 91. orji.: tliofi, iltis aus dthofh 2. seite 92. 
oljt : zovolb, icohl cantor 2. seite 111. torx : yttorii alter, lit. 
antras. got. anthara-. aind. antara 2. seite 174. ovt wi adamovi. 
adami usw. 2. seite 229 ist wohl eine Steigerung des \\. oki. : ved-okt 
gnarus 2. seite 253. In glabo-kt profundus: vyso-ki. altus ist o 
für u eingetreten, wie x in lbg"i> - ki. usw. In den secundären bil- 
dungen wird häufig der anlaut des suffixes richtiger zum stamme zu 
ziehen sein : ino-gx, no-gx von int yp'J'l, y.o-'ncc, dafür auch ine-gt. 
p. nog, das daher mit pr. ankis greif unverwandt ist. c. jino-ch 2. 
seite 289. ci"LTio-ta. nago-ta. Ibgo-ta : lit. sveika-ta. aind. ghöra-tä, 
und mit Schwächung des stam mauslautes lit. nobazni-ta. got. hauhi-.tha-. 
kokosb gallina, eig. die gackernde, ist wohl pi'imär : kok-osL. Ebenso 
ziv-otTj vita: aind. gJvätic. lit. glvata. pr. giwato. Das o im aus- 
laute des ersten gliedes von comjwsita ist vorslavisches a: vojovoda 
bellidux für vojovoda: stamm Yoyu. niLzdodavtct qui mercedem dat: 
stamm mbzda. aiiid. devagana götterschaar : stamm deva. (dliarä- 
dliara die erde tragend: stamm dharä). griech. Ois^ipsc. '^\Co-:b\}.oz. 
Analog ist zverovidbnx neben zverevidint, wohl für zverjevidLux, 
Q-qp'Mcr,q: stamm zvei'b. kostogryzbcb ossa rodens: stamm kostb. 3Ian 
vergleiche mit r. muckomorx lit. musomiris, das einem aslov. muha- 
mori. entsprechen icürde, dessen a Geitler, Pönologie 7, für litu-slavisch 
hält, das später durch die zahlreicheren composita, deren erstes glied 
auf o auslautet, verdrängt worden sei. 

y) Worte. Der sg. nom. der neutr. a- stamme lautet auf o, 
der der masc. a- stamme auf i. aus. Jenes o wird auf as zurück- 
geführt, welches zu e oder zu o werde, je nachdem bereits in vor- 
slavischer zeit der vocal zu, e geschwächt war oder noch als a erhalten 
ins slavische übergieng, wo es dann zu o geworden sei. o stehe daher 



vocal o. 73 

für as, so oft dessen a im etiropäischen nicht zu e geworden. Aus 
demselben fjrunde sei a in ta-d in slav. o (t<>) übergegangen A. Leskien, 
Die dedinntion usw. 4. 68, daher slovo für aind. sravas, und analog 
selo, polje, (lobro, doblje, ono usw. Die erklärung ist plausibel; die 
einschränkung des o auf den auslaut darf nicht auffallen, da sie 
auch im griech. und im lat. vorkömmt : ^{ivcc^i Y^vso? aus '(i'/e^oq 5 
genus aus genos, generis neben älterem generus, generös, obgleich hier 
der auslaut von slovesc abweicht. Derjenige, dem slove für slovo 
in erinnerung ist, wird jedoch geneigt sein, loze, woher lozesno, für 
lozes zu halten; nach ig-o erwartet man log-o : vorslaviscli logos, 
log-eses, tcoraus slav. logo, lozese. Es ist demnach möglich, dass slovo 
zu slova, slovu usto., slove dagegen zu slovese, slovcsi gehört. 
Freilich kömmt slove ein einziges mahl vor : cbto estt slove sc, eze 
rece 5 v. hx'y cOto? asvo; 5 io. 7. SG.-zogr. ; das häußg vorkommende 
loze hat nur in lice, licese ein analogon. Vergl. nsl. ole (nie), 
olesa (\ilesa) 2. seile 320. 3. seite 142. Andere meinen, einst habe 
ein unterschied zwischen nomina masc. und, neutr. auf a nicht 
bestanden, narodo habe neben, zlato existiert: erst als die halbvocale 
entstanden, habe die dissimilation aus narodo - narodi. gebildet, zlato 
tmherührt gelassen Geitler, Pönologie 13. Das suffix in togo, sego 
usw. glaubte ich mit der partikel aind. gha, ghä identificieren zu 
sollen 3. seite 47. Nach J. Schmidt, Zeitschrift 23. 292, verhält sich 
to zu to-go wie ini) zu ino-gx [xovis- usiv. Über das auftreten des 
o in der conjugation ist bereits seite 15. gehandelt worden. 

5. o fällt aiis, wenn an ein secundäres thema ein vocalisch 
anlautendes suffix antritt : hxSi,iY\]a, fratres «tts bratro-ija. Häufig tritt 
ov für 1. ein : sadovije neben sadije usw., wie unter den n-vocalen 
gezeigt icerden ivird. 

6. o ist in manchen icorten ein weiter nicht erklärbarer vor- 
schlug, der auch fehlen kann : obrxvt hieben bn>vb supercilium : aind. 
bhrR. griech. iipjc. okrin'L pelvis : vergl. r. krinka tmd aslov. 
skriuija, lat. scrinium. Fick 1. 44. denkt an griech. v.i^'ioq opfer- 
schüssel usw. Das wort ist dunkel. opany neben pany pielvis: ahd. 
pfannd. opasb neben h. paski. cauda : hier mag o für oth 
stehen : paliati. opresLm.k7i azf/mum neben prcsbiUj. orxvenica 
cayialis neben ri>venik'i>. orT.pT>tati murmui'are neben i"i.pi.tati. 
orehi) nux: lit. remtas. lett. reicsts. orjevati furere, eig. rugire, 
neben rjuti. osti'bvi cadavera tichonr. 2. 363. neben stri>vo. osva, 
osa vespa neben cz-Q^ ist dunkel. osvenje neben svenje sine. Vergl. 
s. osim. Man füge hinzu, klr. oboroh fehm. für boroh : r. brah. 



74 a-vocale. 

ocerett scliilf. oseledec liäring : r. sel^db. r. oskomina Stumpfheit 
der Zähne, p. oskoraiua, skomina, skoma. c. laskominy. r. oso- 
kort. p. sokora populus nigra. Vergl. Ut. apsalmas Kurschat 37. 

7. Abgeworfen icird anlautendes o in bresta neheii obresta res 
inventa. paky neben opaky retrorsum : aind. apäka. Vergl. b. besi 
hängen, c. bahniti se matz. 15. 

8. Eingeschaltet scheint o in kolcbati agitare aus *klebati^ 
ice7in das wort mit licJb im pr. po-guelh-ton knieend zusammenzustellen 
ist. Man vergleiche aslov. prazh stipes mit nsl. porungelj. aslov. 
skovrada neben skvrada sarfago ans skvorda: \c. skver. olovo 
plumbimi: Ut. alvas. lett. alva. 

9. In manchen Worten tcechself o mit a. do ut für da: do i 
lazare ubijati. Vva -/.yJ. usic. io. 12. 10-zogr. kolimogt neben koli- 
mag7.. obreda neben abredx locusta, icahrscheinlich eine art pilz. 
Vergl. lex. s. v. oky neboi aky, jaky uH. polica sujy. 2. 6. 
neben palica. pozdert neben pazderb stipula : nsl. pezder usio. 
robt neben rabi> servus. roditi neben raditi ciiram gerere. roz-L 
in rozbiti, rozbojnikt^ vozmysljati, rostvorivt und in rozve sup. 
XL neben razT.^ razve. rozvtni. neben razvLm> catena. rozga pahnes 
neben dem nur nnmahl nachweisbaren razga. skvoznja neben 
skvaznja. vozotaj neben vozataj. Hier mag auch erwähnt werden, 
dass das casussuffix g-o im sup. auch ga lautet: jega^ koga, kojega, 
nekoga. Vergl. sup. XI. Dasselbe tritt im nsl. kr. und s., nicht im 
b. ein. lokati lambere und lakati neben altkati esurire sind wurzel- 
haft verschieden. Der Wechsel von o und a ist auffallend, da o und 
a ursprachlichem ä und ä gegenüberstehen. In otrova neben otrava 
so wie in zorja neben zarja erblicke ich, trotz gleicher bedeutung, eine 
verschiedene Steigerung des u wul des e : ähnlich verhält es sich auch 
mit tek-B neben tok^.. 

10. o wechselt mit e, icie seite 18 gezeigt ist, und wie für eine 
classe von worten im nachfolgenden gezeigt iverden soll. 

Es gibt eine nicht geringe anzahl von worten, in denen der 
anlaut e, je mit dem anlaut o icechselt, so dass die eine spräche je, 
die andere (die russische) o bietet, oder so, dass in demselben sprach- 
kreise e, je und o vorkommen. Man kann geneigt sein sich je als 
aus o durch Vorschlag des j und assimilation des o zu e entstanden 
vorzustellen : diese ansieht ist jedoch wohl kaum richtig, vielmehr ist 
es icahrscheinlich, dass älterem kurzen a teils nach Verschiedenheit der 
sprachen, teils in derselben sprachfamilie e, je oder o gegenübergestellt 
wird. Dass o älter sei als c, je, lässt sich allgemein nicht dartun. 



vocal 0. 75 

Analog dem e, je und o ist im lit. der Wechsel von e iind a: 
ekrutas, akrufas aus dem slav. : vergl. j:>. okret. eldija, aldija. elksnis, 
alksnis. elkune, alkune. elnis, lett. alnls, pr. alne. emalas, amalas. 
erdvas, ardvas. erelis, arelis. esmi, asii^ pr. asmai. esis, nsis: r. osl. 
esutas, asutas. Wenn aus ladia, lak'r.ti> das hohe alter von ahlija, 
alkmw oder von olektts aus alektis, alkfis folgt, so zeigt jeleni> neben 
lani, dass elnis ehenso alt ist irie lett. alnis , während redii in 
red'Lk'L für das höhere alter von erdvas zeugt, lit. e neben a hat 
sich auf specifisch lit. boden aus älterem. Imrzen a enttcickelt : das- 
selbe gilt von dem Ursprung des slav. c neben o aus a. 

In dem folgenden Verzeichnisse der hieher gehörigen worte icird 
von der russischen form ausgegangen: odim. unus: aslov. jedim. 
usic: Urform ad-. odva vix : aslov. jedva. nsl. jedvaj habd. 
odvaj Imng. lit. advos, vos: vergl. r. ledva dial. p. ledwie. olej 
neben elej oleum TAatov: aslov. olej, jelej. nsl. olej, olje. c. p. olej. 
lit. alejus aus dem slav.: got. aleva-. olent cervus: aslov. jelenL. 
lit. elnis. olovo plumbum: aslov. jelovo hieben dem regelmässigen 
olovo. lit. alvas. olLcha, oltsa, dial. elöcha, elcha. klr. ölcha, 
volcha alnus: aslov. jelxlia oder jeltlia. nsl. jolha, jolsa. b. ellii). 
s. joha, alt ellia. c. olse. slk. olsa, jelsa. p. olcha, olsza. os. ns. 
volsa. lit. alksnis, elksnis. omela viscum album. aslov. imela nebeii 
omelLniki.. nsl. omela. s. imela, mela. c. jmeli. p, jemiel m. jemi- 
ola. os. jemjelina. lit. amalas: w. ist wahrscheinlich em, woraus ]h\x\, 
im preliendere: nur aus em lassen sich alle formen erklären. osenb 
auctumnus : aslov. jesent. nsl. jesen. p)r. asanis. osetri. accipenser 
sturio : c. jesetr. p. jesiotr : vergl. sturio. osina populus tremula : 
nsl. jesika. c. osika. p. osa, osina, osika. s. jasika: osa aus opsa: 
lit. epuse neben apuSis. nhd. aspe, espe. vergl. aslov. osa mit lit. 
vapsa. pr. wobse. ozero lacus. aslov. jezero usw. : lit. ezeras. pr. 
assaran sg. acc. ozyna klr. rubus fruticosus. r. ezevika. p. 
jezyna : das wort hängt mit aslov. jezb erinaceus zusammen, das r. 
ey/h, klr. jiz lautet, lit. ezis. 

Die durchsieht der angefiÜirten formen zeigt, dass ursprüng- 
liches kurzes a im slav. im anlaute mancher icorte durch e und o 
vertreten wird, und dass die Vertretung durch o im r. bei bestimmten 
Worten consequent durchgefidirt wurde. 

Aslov. jedint usw. beruht demnach nicht auf odinTi: noch 
iceniger liegt jedint dem odint zu gründe, obgleich nicht in abrede 
gestellt icerden kann, dass das r. in allen seinen dialekten schon in älterer 
zeit anlautendes e, je mit Vorliebe durch o ersetzt, oli fpiantum Nestor 



76 a-vocale. 

36. 10. für jeliko law., doch ist die sacke trotz p. ile aus jele 
nicht sicher, ole Nestor 120. VI. für ele 83. 7. omuze Nestor 100. 
11. für aslov. ^emnze. ose ecce Nestor: aslov. jese. oze quia Nest or : 
asZou. jeze ; ferner in eigennrnnen: r. odrenb adrianopolis : .?. jedrene, 
edrene neben dem. an dreni. cornus anldingenden drenopolje. olena 
e\irr,. klr. olychver sXejOep'.cc. Mr. olyzar, r. elezarx. Hr. omelan 
oil\).Ck'.y:izz. oryna Nestor neben irina, erina, d. i. jeryua £?p-(^v^ ; 
s. jeriiia. hlr. ostap süaiaOto;. r. ovdothja vJzoyJ.y.. klr. ovsij sjaeß'.s;. 
klr. vovdja, irohl zhoovSa, Man füge hinzu r. oljadi. -/iXavotcv. opi- 
temtja kizviimv. vnd oliigi. anord,. helgi. oli>g-a anord. helga, bei den 
Griechen, denen der name aus varingischem munde bekannt war, 
sAya Cedrenus 2. 329; daneben esipt in esipovL. Man merke aslov. 
vittleomL neben vitidemii ^jrfiKzi\j.: vergl. seile 18. 

Noch möge einiges aus einzelnen sprachen erwähnt icerden. c. 
jesep Schotter, das ganz überraschend wahrscheinlich für ein aslov. 
ostpT. steht; jp. jedwaB. c. hedbaw entspricht aslov. g'odovablb seri- 
cum aus ahd. gotaicebbi; ns. jerel, herel oieben os. vorol aqivila: lit. 
erelis, arelis ; b. oste, nsl. josce kroat.: aslov. jeste. Im aslov. und 
so7ist besteht g-o neben ze: es entspricht aind. gha, ha. lit. gi. got. ga 4. 
Seite 117. Auf dem Wechsel von e und o beruhen folgende formen: 
aslov. mleko auf melko, r. moloko auf molko ; nilcti auf melti, 
iiiolotb auf molti ; pleva aus pelva, polova auf polva ; vlck- auf 
velk-, volok- aif volk- ; zlebi auf zelbi. : zolobi) aus zolbx für 
zelbi. zeigt die Jugend dieser formen, ouzlabi neben ouzlebi ist spe- 
cifiscJi c.; dem lebedb liegt elb-, dem labadt hingegen olb- zu gründe. 

In einigen worten ist e durch assimilation aus a n((ch j ent- 
standen: r. jcryg-a, jaryg-a trunkenbold. r. jaseuL fraxinus. nsl. 
jesGU. 6-, Jason. ]). jcsion : ahd. asc. lit. äsis, osis : vergl. aslov. jasuth, 
jcöuti, osutb frustra: osutt scheint nur in russ. rpiellen vorzukommen. 
Vergl. über diesen gegenständ seife 18. und Potebnjn, 1x7, istorii zrukovz 
russkago ja'^ijka. 17. 

I>) Zu T. «T'oschwiu'htcs (). 

1. Wie c zu h, so wird o zu 7> geschwächt: es entsprechen ein- 
ander demnach, lagh, leg, li.g* und dham, doni^ d'i>m in higi.k'i, levis 
und diima ßo. Nacli. dem oben, gesagten ist für lagh ursprachliches 
«1, für dham ursprachliches a, anzunehmen. Freilich, können so 
überzeugende gründe für die reihe a, o, x nicht gegeben werden, wie 
sie für a, e, h in den verwandten europäischen sprachen zu finden 
.nnd : lit. lengvas. Alan könnte sogar für a, !> und gegen a, o^ t 
den umstand geltend machen, dass b. jedes unbetonte a in 7. üher- 



■% aus o, 7 < 

geht: dem asJov. sladTbkaja entspricht slatlcB oder sl'ttka, je nachdem 
die erste oder die ziceife silhe betont ist; dass das r. dialeJctisch unter 
hestimmten hedincjungen nicht nur o sondern auch a m x verwandelt : 
ptSölt, (pysöl'fc) für posöli, pasöl-L ; stT>rikii (styrikü)^ für starikü 
Potehnja, Dva izsledovanija Ol. h'2 ; dass endlich auch in einigen 
neuindischen sprachen kurzes a ähnliches erfährt: the hengali short 
a Sounds at all times so like a short o, that in ohscure sißlahles it 
naturally glides into u Beames 1. 133. Dasselbe tritt nicht bloss im 
bengal. ein. Dagegen spricht für die reihe a, o^ 'h und gegen a, t> 
die erscheinung, dass in der vocalenscale der loeg von a zu u (denn 
'h ist unter allen umständen physiologisch ein u - laut) über o führt, 
ein weg, den auch das lateinische gieng, als es an die stelle des ur- 
spi'ochlichen as, os den laut us treten Hess; dass im aslov. t auch 
betont sein kann, und. dass es sich im aslov. immer nur um den 
Wechsel von o und i>, nie um den Wechsel von a, 'h handelt. Dabei 
ist nicht zu ühersehen, dass sich manchmahl i> vor unseren äugen aus 
entwickelt: mtliPi, neben nih>lrj> atis u.o'kybqfür y.oyhoq. ^»cA pT.priste 
ist sicher aus popriste aiadium entstanden. Dagegen loird iznitzdati 
putridum reddere von mozg'i. durch inxzdivi» rr/z.wv bedenklich, 
während die ahleitung von rotiti iurare von rT.tT> apex, os entschieden 
verfehlt ist: auch gegen gri.meti tonare von gromt ist, abgesehen 
von der bedeutung des i. in gr'Lmeti, einspräche zu erheben. Dass 
sich der Übergang von trepetomt in trepettmb, von hoteti in lixteti, 
von lakott in lak'Ltt (lit. olektis aus olktis) und in ig-o neben rab-L 
vor unseren äugen vollziehe, ist mehr als bloss zweifelhaft. Obgleich 
T) aus o hervorgegangen ist, so ist o doch nicht in allen fällen als 
urslavisch anzusehen, eben so wenig als diess bei o in Worten wie 
denL, dbnt zu billigen wäre. Im cloz. I. liest man nacet'kx 270. 
neben nacetoki 624. und nacetka 224: urslavisch ist naöetxkx, da 
es allen slavischen sprachen zu gründe liegt, nicht nacetokt, aus dem 
sich der nsl. sg. g. nacetka usw. nicht erklären Hesse. In solchen worten 
ist o für in diesen fällen älteres t> eingetreten wie e für älteres t. 
Vergl. seite 16. 

2. o wechselt manchmahl mit t. Man vergl. udoleti, udeleti 
und udobljati vincere neben udxleti bon.; ferner dtv^bli^uo lue. 22. 
So.-zogr. dov^bleti se cloz. l. 121. dovtle 734. dovblbii'j, 586. dovi.- 
Iet7> sav.-kn. 14. diOY'hVb au-ap/sia antch. mit dem jüngere)! dovoleti, 
laloka neben laKki. palatum usw. 

3. o steht für "h: Ijubovh. smokovtnica. usohtsa zoiy;'. Ijubovt 
cloz. IL GS. lozb. vozveselil'L mariencod. crxkovb. ne edos7, rrfl-.v.c. 



78 a-vocale. 

sosbca assem. smokovija sav.-kyr. pesoki). zolt hon. crtkovi krmc.- 
mih. prisopb si.s. plbzokt lysaJt.-dPc. 395. Dasselbe tritt ein in 
domoln. ans dom-Lhi., dem zidohi. folgt, medo- (inedotocbm. 
mellifluus) ßolgt den t. (a) - stammen. In allen diesen fällen ist t 
w'slavisch. 

4. Tj wechselt in einigen f (Allen mit a, icas wohl so zu erklären 
ist, dass der auslaut m, u der aus älterem oni, on entstandenen 
lautgrnppe tm, tn abfiel: st aus stni, soni, sa. Dafür zeigt die 
entwicklung des h. rtka aus rtiika, ronka, raka. Vergl. A. Leskien, 
der MnsichtUch des pl. gen., Die declination usw. 84, folgende reihe 
annimmt: um, um, um. Bezzenherger 131. Ersterer erklärt 101 das 
suffix des pl. dat. nn> durch hhjams, hams, mams, mans, das pr. 
vorkömmt, muns, mus. Bezzenherger 142. nt neben na sed. st 
cum neben sa, aind. sam. lit. su, sa : sa findet sich in compositis icie 
salogi>, salozt consors. saprag"i>. saprot ivtni,. saptrt. sasedt. sa- 
vrazb inimicus. sazitt coniux usw. nsl. sodrug- sodalis. s6-rzica 
miscligetreide. r. sudoroga. c. soudruh. p. sasiek. aslov. *sar'Lzica. 
nsl. sovraz infensus usw. st ist im erhaltenen stände der spräche praeiix 
und selbständige praeposition: sttvorlti. st liimb; doch sambneti se. 
Dass sam nicht nur in st sondern auch in sa übergeht, befremdet, 
wenn man vrkam. vitkt damit vergleicht, vt aus t in hieben a, 
aind. an in an-tara im innern befindlich, griech. Iv usw. a hat sich 
erhalten in adolb vallis. avozt p. wawoz vallis. atit intus: aind. 
antar. got. undar. osk. anter. lat. inter usw. Zicischen a und vt tritt 
derselbe unterschied ein ivie zwischen sa und sii. kt ad hängt nach 
Herrn W. Millers ansieht, Zeitschrift 8. 106 — 107, mit der aind. 
Partikel kam zusammen. Auch im inlaut sehen wir a durch t er- 
setzt: htt, hot im aslov. htteti^ hotcti velle. nsl. hteti, hoteti. p. 
cliciec, ochota usw. beruht icahrscheinlich auf hat, icie man aus p. 
chec, cliutnosc, aus dem klr. cliuc, c. clmf voluntas folgern darf. 
Unter diesen umständen erscheint die Zusammenstellung mit aind. sati 
kaum zulässig. Dunkel ist pr. (pioit icollen. stto centum. lit. .sivi- 
tas. lett. simts. got. hunda-. griech. £/.a-cv. lat. centum. air. cet. brit. 
cant. aind. hitd-m. Yergl. Ascoli, Studj 2. 232. ttsk in ttsknati 
projierare, studere: vergl. p. t^sknic, tesknic. vttort alter, lit. 
antras. lett. ötrs. got. anthara-. aind. antara verschieden. Vergl. ont. 
Was in nt, st, vt, tritt auch im pl. gen. ein, dessen ursprünglicher 
auslaut gleichfalls in t übergegangen, vltkt luporum ist aind. 
vrkäm nach dem ved. deväm. kraj steht für kraj'b. koiib für konjt. 
rybt. ovbCb für ovbcjt. synovt. gostij für gostij'b. tri) für trijt, 



■b aus o, iV 

das wie ijot. thrlje ein ursjjrachliches frljäm, v'ed. trlnäm, voraussetzt. 
inazij y^Hr niazij-f.. inaterx : ver<jl. aind. mäträm. lak'i.t'i. ist seines] 
verlustifi tjeicorden. Der auslaut des pl. gen. der pronominalen decli- 
nation Irr. heridit auf aind. sdin : tchi. illoruni, aind. tesäm. Der 
pl. gen. nasx ist nasa für ein erwartetes uaha vo7i na. Vergl. lit. 
ponun, ponung für ponü. dvijnng mestung für dvejü mestü Kurscliat 
149. Mit nas'L darf 6. doläs für dolach, dolanech verglichen werden 
3. Seite 16. Man beachte dr7.zT. audax im vergleich mit lit. per- 
drensei adv. zu kühn Bezzenherger 318; asluv. ghLboki. nebeii gla- 
boki. profundus. 

5. t aus o enthaltende formen, a) Wurzeln, bi-ri. milii 
genus. s. bar. p. ber. Vergl. got. hariz- in harizeina- hordeaceus. 
anord. harr. lat. far, farris. bitt sceptrum. Vergl. r. boti.. s. bat 
usw. matz. 127. d^tnia, dati ^are. -dymati: aind. dham, dhmfi. lit. 
isdumti ,pausten' pralüeriscli reden Bezzenherger. dumpti feuer an- 
fachen Geitler, Lit. stud. 0'3. Das icort hat mit duna nichts zu 
schaffen: dana hat keine massgebende quelle. g-TjUiizuti repere. 
g'T.myzati. nsl. g-omzeti, gomaziti wimmeln, s. gamizati, gmizati. c. 
hemzot gewimmel: aind. gam. got. quiman; p. g-iemzic, g-ienizac hat 
die bedeutung ,jucken'. g"i,nati neben gnati aus gonati, xena, pellere : 
aind. han (ghan) : das o von gom. ist wie e in zena auf slavischem 
boden entstanden: gen. kiika neben kyka, k'Lki. neben kyki. crines. 
nsl. kecka: aind. kaca capilli. ki.k'tub tibia, crus. Vergl. ahd. 
hahsa kniekehle. lat. coxa. aind. kaksa achselgrube. ktmotr'B com- 
pater. Vergl. kupetra, kumx. lat. cömpater, cömpter, kömter und 
daraus durch metathese kmotr-B, woraus sich t. als blos eingeschaltet 
ergäbe. Vergl. matz. 234. hrhrh: c. kef, sg. gen. kfe, kri frutex. 
p. kierz, sg. gen. krza. os. ns. ker. Vergl. lit. keras hohler baumstumpf. 
m^nog"^!. midtus. got. managa-. ahd. manac. skxk'^btati titillare. nsl. 
söegetati. r. scekotatt. klr. cektaty. c. cektati. s-Llati, ST>lja mittere. 
sylati. aind. sar, sarati laufen. txkati, tiJca texere. lat. texere: 
aind. taks, taksati behauen, machen Curtius 219: vergl. pr. tuckoris 
weber. tiknati : nsl. teknoti se, taknoti se tangere. Vergl. got. 
tekan. griech. tctävwv. ttpati paljntare. r. toptatb. nsl. cepet. p. 
podeptac neben tepac, tupac calcare. Man bringt das xoort mit aslov. 
tepa und griech. tu-tw in Verbindung. vLnuki. nepos: lit. anukas. 
vi.nukT. beruht zunächst auf tnukt, onukt. VLpiti clamare. nsl. 
vpiti. s. vapiti, upiti. r. vopetb dial. c. üpeti. up. lit. vapeti reden, 
plärren. VT>piti entspricht dem got. vüpi in vöpjan. as. wöpjan. ahd. 
WHifan. Sicher ist es nicht gleich einem aind. hväpaja, das slav. 



80 a-vocale. 

zvapi lauten würde. Es scheint von einer lo. vop^ Ut. vap (vapii, va- 
peti), ausgegangen werden zu sollen: vtpija, vT.pijesi ist unter dieser 
Voraussetzung als eine alte form für vrbplja, VLpisi anzusehen, das 
r. vorkömmt: voplju, vopisb. Vergl. Bezzenherger, Die got. a- reihe 
usw. 41. matz. 91. 

dtni, st], ti)k gehen ganz in die u-reihe über, daher die itera- 
tiva (lymati, sylati, *tykati: p. tykac, icährend die wurzeln mit 
h für e, a ihrer reihe getreu bleiben, icenn in Worten icie birati i für 
e steht. Vergl. seile Ö2. 

ß) Stämme, h aus yL (ja) erscheint häufig in der stamm- 
bildung : grazcit stabulum aus g-radj'L. vozdi dux aus vodji.. vracb 
medicus aus vracj'L : gradi. vodi. vraöi 2. seite 41. ottdazdij retri- 
butio aus ottdadj'B. klicb clamor aus klikji.. l-izt homo mendax aus 
Itgj'L 2. seile 72. kromestbrib externus. dalbrib longinquus. matei-brib 
maternus. oihnh paternus aus otbuj'B: stamm *ot'i>. Mit loorten wie dalbrib 
usio. vergl. Ut. apatinis der untere, apacia unterteil; virsutinis der 
obere ; ozinnis den Ziegenbock betreffend 2. seite 155. otroöistb puerulus 
aus otrocitjt 2. seite 197. g-redastb iens aus gredatJT. 2. seite 202. 
borbCb pugnator aus borbkji. 2. seife 306. otbcb. iiicb pronus. sb aus 
^yh: vergl. Ut. sis aus sjas. vbSb aus vbsJT.. Vergl. mbcb mit got. mekja-. 
hoT&h maior aus bolj'bsj-b 2. seite 322. teptsb qui verberavit aus 
teptsjt, tepü-s-j'b 2. seite 328 usw. na lib beruht auf na iiJ7>. nasb, 
vasb auf nasj'bj vasjij. Die pl. gen. vezdb, otroöistb sind aus vez- 
dji», otroöistj'L entstanden. Auch das fremde izdi-aifb setzt izdrailJT) 
voraus, cesaf b, das, wie s zeigt, nicht ahd. keisar ist, entspricht einem 
griech. y.ai7xp'.o;. Der impt. dazdb, selten dazdi, beruht auf dadji. 
aus dadjäs 5. seite 89. 91. Mit dem b aus j-b kann verglichen icerden 
i im Ut. zodis aus zodjas, zodi aus zodjam, das dem grazdb sg. acc. m. 
nur darin nicht entspricht, dass es die icandlung des dj nicht ein- 
treten lässt: so weicht auch der Ut. sg. loc. zod'ije von gra^di aus gra- 
dje ab. Man vergleiche arich got. harjis aus harjas, jis aus jas. 

Y) Worte. Was den Übergang des ur sprachlichen a in o und i. 
anlangt, so soll hier vor allem das tatsächliche angeführt werden. Aus- 
lautendes a lüird im sg. n. neutr. o, masc. hingegen i: igo iugum ; 
vlbki. lupus, t'b nie, kl. in k'bto quis; in den suffixen: tt für aind. 
ta usw. igo und vl'bkt haben vor allen casus mit consonantisch aus- 
lautenden Suffixen in den älteren denhnählern ii neben o ; in den 
jüngeren stets o: ig-biiib, igomb; vl7.kxmb, vl'bkomb. vergl. 3. seite 
13. guoimb, d. i. guojimb. ist aus gnoj'binb, gnojemb dagegen atis 
gnojomb entstanden. Ein pl. dat. auf j.nrb ist selten, doch habe ich 



» aus 0. 81 

grobbinb. jepiskupbini.. slovi>nii. aus krmc.-mih., einer serb.-slov. 
handschriff, notiert, der ein russ. orixjinal zu (/runde liegt. Vergl. 3. 
seife 17. 18. 19. 23. 24. Wie in diesen füllen, verhalten sich die suh- 
stantiva auf i, auch dann, irenn ihnen die pronomina si. oder th 
angefügt werden : mh'h-th serrus ille. rodij-SL generafio haec zogr. 
obraz'hST. zogr. h. iiaro(losi>. ol)]-azosi,. pozorosL. prazdLiiikosb. 
raLoti.. rodosB zogr. raboH zogr. h. klevretoti,. raboti.. vicenikotT.. 
iuoplementnikosL aXkoyvrqq cuioi;. inirosL. narodosb. obrazosb. 
pozorosb. rodosb. Man beachte auch lezitosb (na padenio) v.eTiai oüto; 
aus leziti. st assem. psalomosT). Dagegen auch patosTt aus patb st. 
bon. kupecoti). deüstosTi j^at.-mih.; blebosi. slej)c. besteht neben hlehh 
sb sis. 1. cor. 11. 27. rodi. Sb sav.-kn. 77. mirosb. obrazosb. rodosb 
aus einer kyrillischen handschrift des XIV. Jahrhunderts zap. 2. 2. 69. 
Die spräche der dakischen Slovenen bietet cliako-t, denio-t, prazniko-t. 
r. cholmo-ti). c. vecero-s. Über das bulg. vergl. 3. seite 179. Ebenso 
bieten o aiis altem a die pronomina: togo, tomu, tomb; toju; toje, 
toj, toja : t-bnib greg.-naz. 254 ist ein Schreibfehler. Ferners wird a 
im auslaute des ersten gliedes eines compositum stets durch o ver- 
treten : bog'oborbCb 6£0[j,a)^o? ; dasselbe gilt von dem auslaute der 
themen in ableitungen durch consonantisch anlautende suffixe: gnilo- 
stb putredo. rabo-ta servitus von gniH. rabi. usw. : vergl. auch ko-lik^. 
quantus, to-liki. tantus usw. rabo-ta ist mit germ. haiU-thü zu vergleichen, 
dessen i aus a entstanden ist. Dass Ibg-o-ta aind. lagliu-tä sei, und dass 
wegen des lit. lepus und astrus o auch in lepo-ta, ostro-ta aus u her- 
vorgegangen sei, ist, wie der pil. loc. domohi, zeigt, möglich, jedoch 
ivenig wahrscheinlich, da man für u regelmässig slav. t. zu erwarten 
hat, icie domoliTj auf älterem dom'bh'b beruht. Denselben Wechsel 
von und t. wie in rabomb, rabiiinb gewahren wir in folgenden fällen: 
kogda. kozbdo; kozdo. togda. volle infudit zogr. cetvn.toki,, d. i. 
cetvrtt'b-kT-. inogda. kogda. nacetoki., d. i. nacetTj-kT.. sovbkii- 
plejaste. togda cloz. ko m'ne. kozdo. vo nb. voprosite : man 
füqe hinzu das für i. eingeschaltete o in kinosT^. lakotb (lit. '^alk- 
tis, olektis) mariencod. kozdo. soiibmistb. sozbda assem. ovogda. 
togda. Man denke auch an hoteti neben btteti sup). predo ub. 
soztda. togda bon. Vergl. soto centum izv. 6. 36. In allen diesen 
fällen kann i. statt o stehen. Singular ist pribytbko krmc.-mih. 
Aus den angeführten worten ergibt sich, dass im auslaut das masc. 
immer t., nie o bietet: dass t> zu der zeit, wo die altslovenische 
Schrift festgestellt ward, gesprochen wurde, daran zu zweifeln hat man 
keinen grund. Im inlaute vjechseln in bestimmten fällen auch im neutr. 

6 



82 a-vocale. 

die vocale t und o, ein tceclisel, der darin seinen griind haben kann, 
dass die differenz der laute i. und o so gering icar, dass eine ver- 
schiedene schreihnng möglich war; der jedocli auch dadurch verursacht 
loorden sein kayin, dass eine ältere form neben einer jüngeren bestand: 
die sprachen pßegen in ihrer entwickelung reste früherer j^erioden zu 
bewahren. Man könnte auf den einfaJl geraten, raboniL und rabxmi. 
seien verschiedenen dialekten eigen. Andere können meinen, rabomt 
U7id rabtinb seien zu trennen, jenes beruhe auf dem sprach geschicht- 
lich älteren rabo, dieses auf dem daraus erwachsenen rabi, : rabo 
wäre als thema, icie Bopp lehrte, rabi) hingegen als sg. nom. auf- 
zufassen, der manchmahl die function des thema usxirpiert. Es icäre 
demnach eine durch den prototijpischen einßuss des sg. nom.. herbeige- 
führte heteroklisie anzunehmen. Benfey, Hermes usw. 7. 15. Die Sache 
ist dunkel. Ich halte die letzte ansieht für wahrscheinlich und meine, 
dass padarilmt aus padanji.mt neben padanjeniL aus padanjomt der 
analogie von gnoimt und g-nojemb folgt. Auch die frage ist 
schwierig, welche von den beiden formen, raboniii oder rabtiiib, als 
urslavisch anzusehen sei. Die icahrscheinlichkeit spricht für das erstere. 
raboniL steht mit raboma m Verbindung, und onia ist der nslov. 
ausgang des du. dat. : raboma würde wohl rabma ergeben. Das 
nsl. rabania, das im westen des Sprachgebietes vorkömmt, ist weder 
aus rabrbma^ noch aus raboina erklärbar, und im y. cm kann, so 
scheint es, das vorslavische e, d. i. jenes e, das, im gegensatze zu 
dem e in bierzesz, pieczesz, den vorhergehenden consonanten nicht 
ericeicht, den gutturalen nicht verwandelt, sowohl altslo venischem o 
als 'h entsprechen. Es entsteht noch die frage, wie man sich rabi. zu 
erklären habe. Dass rab-'L als sg. acc. auf rab-j.in beruht, das 
seinen auslaut m ahgeworfen, das ist begraiflich. Man sollte nun 
meinen, rabt als sg. nom. entstehe auf gleiche weise aus rab-iiS, das 
seinen auslaut s abgeworfen. Dagegen wird eingewaiult, ursjjrach- 
liches as gehe nicht in 'b über: die einwcndung stützt sich darauf, 
dass die casus überkommen, nicht etwa erst im slavischen aus thema 
und casussuffix gebildet sind. Für den sg. nom. rabj. aus vah-am 
wird angeführt iiesi^ tuli, dessen 'h einem ursjirachlichen am. gegen- 
übersteht. az'L, alnd. aham usw. A. Leskien, Die decUnatio)i usw. 4. 
Demnach wäre der sg. nom. rabi. eigentlich ein sg. acc. und die 
ansieht fände ihre bestätigung in den zahlreichen fällen, in denen der 
pl. nom. durch den acc. ersetzt wird. Vergl. 3. seite 2ö8. 289. 338. 
408. 472. 507. Im neupersischen ist in dem der declination zu gründe 
liegenden nominalstamme des sg. der alte acc. verborgen, und diesem. 



i ans 0. öö 

vorgange entsprechende spuren lassen sich his in das avesta verfolgen. 
Wer die mannigfachen spuren der w-decUnation in den a-stämmen 
erwägt, icird allerdings versucht sieh die- suche etwa in folgender 
weise zurecht zu legen : i-abii folgt hinsichtlich des auslautes worten 
loie syni., indem, a wie u in den u-laut i> ilhergieng, daher rabovi, 
synovi ; rabove, synove •, sg. voc. m%zu, synu usw. Es iväre dies 
die einfachste l'ösung der frage, wie es kömmt, dass a-stämme ivie 
u-stämme decliniert werden können. Man kann liiehei auf die mass- 
gebende Stellung des sg. nom. hiniveisen. Im lit. lautet as ivie os, 
100 o einen laut zwischen u und o bezeichnet. Schleicher, Gram- 
matik 340. 

Hinsichtlich des jt sind, zwei fälle zu unterscheiden, indem jt 
ursprünglich im silhenan- und auslaute vorkömmt: jb für jx atis ja 
zu schreiben hat, icie mir scheint, keine berechtigung. Im silbenanlaut 
geht JT) in i über, indem nach dem abfalle des % der consonant j in 
den vocal, zunächst t übergeht, ivoraus sich i entwickelt, wie aus 
tknati zunächst yknati, und daraus vyknati entsteht; im s. wird 
aslov. v'B nach dem Verlust des t.-u (anders R. Scholvin im Archiv 
2. 560) ; daher i nicht etwa ji für ji., aind. jas. Eben so wird aus 
kra-j'B kra-i und daraus kraj, ivie etwa aus delaji delaj entsteht. 
Das thema ist krajo, kraje ivie rsibo, der sg. nom. kraj; wie kraj 
ist moj meus zu erklären: thema mo aus ma, suffix %: mo-j-T.. 
Die im Archiv 3. 138 gegen die theorie von dem thema kraji. geführte 
polemik ignoriert die Sprachgeschichte und beruht ausserdem auf dem 
missverständnisse, als sei je behauptet worden, kraj habe aslov. kraji., 
also zweisilbig gelautet. Wenn JT> im auslaute steht, so geht es in l 
über, ivelches, wie man meint, nur die bestimmung hat anzuzeigen, 
dass der vorhergehende consonant weich zu sprechen ist: aus mytarJT., 
ucitelJT,, konJT. entstehe mytafb, ucitelb, korit; das gleiche gelte von 
VBplb, cZas aws vT.pij'b, vbpbji., wt,^]^ hervorgegangen : dagegen kann 
eingeivandt werden, unter dieser Voraussetzung sei nicht begreiflich, 
warum über v, \, n das erweichungszeichen steht: es scheint, dass 
auch hier das nach abfall des t unaussprechbare j zunächst in 
kurzes i, und dieses in lautendes, nicht stummes h übergegangen ist. 
Die durch ji. einmahl hervorgerufene erweichung von r, \, n ist 
geblieben, nachdem JT> in seinem jüngsten reflex stumm geworden, 
sg. nom. ist demnach mytarb aus mytarJT>, thema dagegen mytarjo^ 
mytarje wie krajo^ kraje, rabo *, wie mytafb sind zu beurteilen otbCb 
ans otbcJT,. vracb aus vracjb. plastb aus plastji. mit den themen 
otbcjo, otbcje-, vracjo; plastjo usw. Der sg. instr. lautet demnach 

6* 



84 a-vocale. 

nach dem thema kraje-nib. mytarjenib. iiöiteljenib. konjenib. otbcemb 
aus otbcjemb. vrac&mb «j^s viacjenib usw. ; nach dem das thema ver- 
tretenden sg. nom. dagegen krajinib aus krainib, kraJ7,nib, d.enn j-L ist 
im silhenanlaxit i ; mytafbmb. uciterbnib. koribnib. otbcuiib. vracbmb. 
plastbmb aus mytarjenib. ncitelj'bnib usic. Aus dem erwähnten 
JT. vj'ird demnach im sühenauslaut h, daher na n h, na lib aus na n 
jt; daher ideze aus JT>deze od,er, wie je-teri, zeigt, je-deze neben 
doiibdeze. ima entsteht aus Lina von em, das eine e- (a) icurzel 
ist : ein VBiibma scheint nicht vorzukommen. Auch in vtsb omnis wird, 
j-B durch b vertreten, bildet demnach wegen s eine ausnähme; der sg. 
instr. m. n. vbsemb usw. setzt ein thema vbst, apers. visa. lit. visas, 
voraus. Das c. vse, vseho, vsemu tisw. p. wsze, wszego, wszemii 
usw. von vbsji. steht aslov. vbse, vbseg-o usw. gegenüher 3. seite 367. 
440 ; ivie vbsb aus vbsji. in vbseg-o usw. ist zu beurteilen Sb aus sjt, 
lit. sis. Anders A. Leskien, Die declination usw. 110. Archiv 3. 211. 

6. Tb aus o icird manchmahl eingeschaltet: amtboni. griech. 
a[j.ßa)v. lakttb lit. olektis usw. 

7. Ich habe oben bemerkt, dass pl. dative auf i.nn. statt oiiit in 
einer einzigen quelle nachweisbar sind. Dieser umstand macht die 
form verdächtig. Ausserdem zeigt sich in mehreren slavischen sprachen 
eine differenz zwischen dem sg. instr. ujid dem pl. dat. hinsichtlich 
des auslautes des Stammes, die die aufstellung eines pl. dat. auf 
tmi. neben einem sg. instr, auf emb als uvslavisch kaum gestattet. 
Man beachte klr. sg. instr. paneiii. 2)1. dat. panam ; r. rabomi.. 
rabaiiix; v. chlapeni. clilapuni, daneben clilapoina; p>- chlopem. 
chlopoin; os. ns. poponi. popaui. Ein reßex der diferenz ist viel- 
leicht im lit. sg. instr. vilku neben dem pl. dat. vilkäms und dual, 
dat. vilkäm zu erblicken ; desgleichen im ahd. sg. instr. auf u neben dem- 
got. pl. dat. auf am: vulfam. Dennoch scheint im aslov. der dein 
im, vorhergehende vocal in beiden casus derselbe gewesen zu sein, 
loenn auch der pjl. dat. iawl iiur schwach beglaubigt ist. Für "Biiii. 
spricht eine anzahl von pl. dat.formen der ja-declination : cesarbinb. 
kypestbiiTb. iiianastyrTjin'b. otbCLnn> sup. cesarbin'b. delatelbniii. 
\i,i'hm'h. niacitelbim». ot('b)sLdwbni'L. sevcdctclbnrb sav.-kn. pohoti- 
imb cloz. aus ccsarji.nii,. kypostj'bini,. poliotiji.nii. usw., Glicht aus 
cesarjonib usw. 

2. turt wird trat. 

Die lautgruppen tort, tolt, d. h. alle lautgruppen, in denen 
auf or, ol cJn consona)it folgt, bieten den sjn-achoj'ganen einiger 



trat ans tort. 85 

slavischen Völker schwierigkeifen dar, sie werden daher gemieden und 
dadurch ersetzt, dass in der zone A. nach der metathese des r, 1 
der vocal o gedehnt, d. h. in a verwandelt icird; in der zone B. 
hat das russ. zwischen die liquidae r, 1 und den folgenden consonanten 
ein o eingeschaltet: g-ord^i.; aslov. g-rad'B, r. g-orod'L; während in der 
zone C. der wrsprüngliche vocal Umstellung erfährt: p. grod. Von tort, 
tolt ah den urslavischen formen ist auszugehen. 

Ursprachliches hardhä wird urslavisch borda: aslov. brada. 
r. boroda. p. broda. Ursprachliches marda wird urslavisch moldt: 
aslov. mlad'L. r. molod'L. p. mlody. 

blato palus aus bol-to : vergl. zlato : r. boloto. brada harha. 
r. boroda. *brag-T.: r. brah, brh schober. klr. oboroh. r. borog-L. 
j). hrog. OS. Ijrözeii : lit. haragas ist entlehnt. brastno edidium. 
r. borosno. bravi. animal. r. borov%. dlant vola manus. 
r. dolonb. diato scalprum. r. doloto. dragt carus. r. dorog^fc. 
g-ladi. fames. r. g'olod^. g-lagoli> verhum. r, golog-oli. in gologolitb. 
glasT. vox. r. golosi.. glavnja titio. r. golovnja. grad^L hortus. 
r. gorodi.. hladt refrigerium. r. cholod'B. hvrasti. sarmentum. 
r. ehvorosti>. klada trahs. r. koloda. kladezb puteus. r. kolo- 
djazb. klati pungere. r. kolotb. kracuni) : h. kracun nativitas 
Christi, r. korocimi). kralt rex. r. korolb. kramola seditio. 
r. koromola. krattki. hrevis. r. korotkij. mladx teuer, iuvenis. 
r. molodi.. inrak-b tenebrae. r. morokt. mrazi. gelu. r. moroz-b. 
nravb mos. r. norovb: nravb ist aslov.; p. narow, norow stehen 
für nrow. plainy ßamma. r. polomja. plavi. albus, r. polovyj. 
pragT. Urnen, r. porog'b. prapor^ vexillum. ar. poroporTy. prase 
porcus. r. porosja. skomracliT. praestigiator. r. skomoroch'b. 
sladtki, dulcis. r. solodkij. slama stipida. r. soloma. slanrb 
salsus. r. solonyj. slatina scdsugo, ixdus. r. solotina: ynit unrecht hält 
man solb für das thema, otina für das suffix und vergleicht blbvo- 
tina: auszugehen ist von sol-tt, lit. saltas, icoraus slati. wie aus 
sol-m. slarn.; suffix ist ina wie in blbvot^-ina. slavulja s. salvia. 
smradi foetor. r. smorodt. strana regio, r. storona. svraka 
pica. r. soroka. svraka aus svorka: ic. sverk, vlaciti trahere. 
r. volocitb. vlaga humor. r. vologa. vlaht romane. r. voloch-b. 
vlasx capillus. r. volosT.; vergl. volost igument novg.-let. 1. 19. 
ad annum 1187 für vlasij Potebnja, K7j istorii usic. 144. vrabij 
passer, r. vorobej. izTragi. h~^h)\}.y.. r. izvorogi.. vran-b corvus. 
r. voroni.. vrata porta. r. vorota. vraz-B : povrazx restis. r. 
povorozi>. zlato aurum. r. zoloto. zeravb grus aus zravb, wofür 



86 a-vocale. 

man zerevt cms zrevb erwartet, dalier icr. zorov : lit. fjerve. Die 
formen ort, olt iverden durch rat, lat ; rot, lot; rot, lot (ein orot, 
olot kömmt nicht vor) ersetzt, jedoch umfasst hier die zone B. C. 
auch das Sprachgebiet der Cechen : orz- icird in A. aslov. raz- ; in 
B. C. r. p. 6. roz. oldija icii'd in A. aslov. latlija neben aHdija; 
in B. C. r. lodbja usw. Vergl. meine abhandhnuj : Über den Ursprung 
der Worte von der form aslov. tret und trat. Denkschriften, Band 
XXVIII. Dem brada liegt nicht zunächst bärda aus borda zu 
gründe; crepx ist nicht zunächst aus cerpi. entstanden. Aus ursprüng- 
lichem slav. torot, tolot entsteht nie trat, tlat: vergl. skorostb, sko- 
rota, vttorozakonije; kolovrati). s. golotina, golog-lav Potebnja, 
Ki istorii usw. 141. Aus slav. solotina kann demnach nicht sla- 
tina werden ; eben so wenig kann aus teret, telet tret, tlet hervor- 
gehen: vergl. velerecivT>, zeleni, 178. 

3. ont wird at. 

1. on, oni kann weder vor consonanten noch im auslaut stehen: 
OD, om geht in beiden fällen in a über: mogatb aus mogontb. dati 
aus domti, dtiiia. In den fällen, in denen vor dem nasalen nicht o 
aus a, sondern ursprachliches m steht, ist ein Übergang des u in o 
anzunehmen : bad fieri aus bhü-nd. Vergl. gag-u-ivi. mit aind. gung. 
gaba mit lit. gumbas. rabx mit lit. rumbas. p. kap petaso, perna 
mit lit. kumpis Schinken, tap^ mit d,. stumpf. Freilich ist in manchen 
fallen zweifelhaft , ob nicht ursprünglich o, a für u stand, vonja ist 
aus voDbja, vonija entstanden; ebenso lomlja aus lonibja, loniija. 

2. Die nasalen vocale a und e sind nach Verschiedenheit der 
Zeiten und sprachen den mannigfachsten Verwechslungen unterworfen. 

ä) a steht für o in den ältesten rpiellen in so seltenen fällen, 
dass man nicht umhin kann an Schreibfehler zu denken. zogr. 
lezasta. Im auslaute des sg. gen. f. und des pl. acc: a) s'btonib 
kort pbsonica lue. 16. 7. vody vbsleplastaja ücaTo; aXAc[j.£vo'j io. 4. 
14. b) blizbuoa vsi marc. 1. 38. ijudeja io. 11. 38. zogr. b. ferners 
vesti, eaze kolizde prosite matth. 18. 19. prog-nevavL sa matth. 18. 34. 
b. predadatt matth. 20. 19. mogjai matth. 19. 12. cloz I. nadatb 
656, wofür das mir vorliegende photographische facsimile uadot'b 
bietet. II. prokazenyja: ob nedazbnyja und slepyja oder nedaz-L- 
nyj? und slepyje zu lesen sei, ist nicht auszumachen. Statt koja viny 
imy, li mala li velika ist wohl kaja (nicht koja) vina usw. zu 
lesen. Vergl. meine abhandlung : Zum. Glagolita Clozianus 196. 
assem. bietet diese abweichung häufiger dar: anny bca. ne dejte eja 



voca sj. 87 

für ne dejte eje. isaija sif. t/. (»tT.st())astaja. posi,lasa. prisedati. 
-poaiXEvojs'.v. s'i.bljudaa partic. zjazda. Die unzweifelhaft bulgarischen 
denkmähler bieten a für q, viel häufiger dar. slepc. orai. vrtbai 
1. cor. 0. 10, im sis. orei. vn.hei; nestadeni colons. 2. 23. bon. 
a pl. acc. m. sily bozija. jazykr.. jevag-gel'Lskya sg. g. f. odeai se 
für odejoi se. pl-iit'tskya tajny. podvizavtsaa se pl. acc. m. 
pokryvaa. polag-aa. propinaa partic. zveri sel'Bnya. knigy sija. 
besä, idosa. pisasa usw. apost.-ochrid. g^radease 270. pijai pamjat. 
294. lam. I. panoiiLskya oblasti. v^-snca moravy 112. bell.-troj. 
cvetany gospozda sg. g. ea sg. g. f. poaH. preati. grady svoa. 
troa sg. g. venusa sg. g. besä. Die quellen, welche keine nasalen 
vocale kennen, beicahren spuren der Verwechselung derselben in bul- 
garischen denkmählern : serb. drugt po druze SLcetaju sebe hom.-mih. 
185, wofür sup. 64. 20. stcetaje bietet, konu izvodesti Itc-o'j; xivetv 
prol.-rad. 8,5. pristojustomu T.poz'AsiiJ.v/oc. lisiti se i domastnuju 
pistii a-ept'.zby.'. vS: xf,: avaYxaiac ~poof,c, wofür aslov. domasbnjeje 
piste, bulg.-slov. domastnaja pista, pjrol.-rad. So sind zu deuten: 
oti> criivljenicu. podtleziitt.. stojutL. otb mariju. ott rasedbsuju se 
togo delja zemlju usw. molju se partic. varugT> zap. 2. 2. 30. 31: 
vergl. varagb lam. 1. 114. für vareg^B. izmresu zap. 2. 2. 26. 

\j) a steht für einen halbvocal und für das dem t> nahe stehende 
y. bon. stagna für stbgna. staza für stbza. ehr ys. -frag, stabile 
für stbblle. apost.-ochrid. yiAq otvn>sta dvri vidit apertam ianuam 
pamjat. 271. für otvi^Bsty. pat.-mih. esma sum. nesma neben 
nesamb non sum. etera maza für etery maze. dosezasta vibny 
ogiibna für ognbny: vlbna ognbiia für hölle. vb hyza blazenae 
theodory für blazenye. vb rizy vetbba für vetbhy. malo vblle 
voda für vody. otb zena für zeny. men.-buc. hristova vera otvi'tze 
se. mazda, ev.-buc. dvema satb peDez(b). ott pöeli, satb. lam. I. 
gradova preje 19. rozdtstvo svetae bogorodlce 17. pat.-krk. 
brega/ür hvegy jxirtic. zap. 2. 2. esam-L. nesamt 104. stragaste/jö- 
strtgaste. racete. tama 21. bezdanaja naz. 63. steht für bezdiinaja. 
vtzdahnav'L o perevode 19. Man merke auch sa neben so für das 
später regelmässige sy (ov. Man beachte endlich die Schreibung 
b. etravl, zlavi bei milad. 199. für jetrrbvi, zl'tvi. 

YJ a steht für a. paguba für paguba zap. 2. 2. 21. Umge- 
kehrt findet man a für a : paguba für paguba zajj. 2. 2. 21. viskaa. 
drugaa, desnaa 50 ; ähnlich posle für poslja 21. 

o) a steht für u. zogr. dieses denkmahl bietet maditt. mazdaase. 
madtnaa, v:as jedoch gerechtfertigt werden kann. cloz. sada /. 



88 a-Tocale. 

262. assem. oti oboja slysavbsjuju. pati bozija. raka dual. gen. 
rerajaste. ev.-ochrid. niadbna 77^ das jedoch richtig ist. sup. 
dasa 282. 29. ist ein Schreibfehler. Dasselbe gilt nm slanat-skii 
30. 10. für slanuttk-B 29. 22; 30. 14. 

s) § steht für a. zogr. tysesta neben tjsasta, tvsastbaikT>. 
vtsplacett se. 20^7*. b. vithanije matth. 21. 17. ki-omesT>naje matth. 
22. 13. sestjaj§ matth. 20. 5. Im cloz. I. liest man 209. mxdlostbje, 
746. etroba. 762. pHttje. 877, glagole. 9öS. nosttje; allein dass 
die drei ersten icorte in der handschrift das richtige a haben, ergibt 
sich aus der columne links der ausgäbe, und es teird daher in der 
quelle selbst wohl auch srlag^ola für glagolja und nostija stehen. 
Vergl. meine abhandlung zum Glagolita Clozianus 196. as^m. 
Kzeste. otBpustaet-B. soboje. sup. egjptenvneje 270. 8. tvsesta 
neben tysasta. sav.-kniga. tysestb 20. 102. Neben tjsasta bestand, 
wie es scheint, von jeher tysesta: nsl. tisoc und tisec trüb. as. 
tysu6a. r. tysjaca. c. tisic. p. tysiac. Während in den pannoniseh- 
sl&v. denkmählem e für a nur selten attftritt, und die zahl dieser 
fälle wird in genaiien abdrücken jene}' denkmahler vielleicht noch 
geringer werden, ist die setzxmg des e für a in den bulg. quellen so 
häufig, dass man daraus und aus dem umstände, dass e und a auch 
mit ungetrübten vocalen vencechselt werden, zu folgern berechtigt ist, 
es sei weder e noch a nasal gesprochen worden. depc. bla^slo- 
vuesti 86: ausnahmsiceise iraesti 59. psalt.-pog. jezj pttmjai. 209. 
sbor.-sev. jeglije pamjat. 221. p'hajeste 22i}. pat.-mih. gybiestaago 
97. istetb 66. poerozdE, se 156. rykaestb 19. svetye 169 für svetaja. 
men.-grig. zvehe pamjat. 213. bell.-troj. cBStie sg. instr. § sg. acc.f. 
für ja. goYore für g'ovorja. hytrostie sg. instr. Ijiihe für Ijublja. nasypf 
für nasypija. podi. troe sg. acc. vi tretie postele. vtaetri usw. lam^ 
I. na gostaje gory 109. zla hartije 23. jeznica 34. opasije 30. sg. instr. 
osinije 29. sg. instr. vracevtskaje lilosotij§ 27. izbysa 109. izleje 
1. sg. praes. zap. 2. 2. 30 beruht auf bulg. izleje fitr aslov. izleja. 

u) ^ steht für h. aposf. - ochrid. cjestivi.. ev.-hue. VT>nezi io. 
18. 11. vT>znezB marc. 16. 36. bell.-troj. obraste se fiir obrastt se. 

t;) e steht für e. zogr. bease io. 10. 6. dovbieti : hlebi. ne 
dovblet-B imi. io. 6. 7. glagolase iXiÄs'. io. 10. 6. otemijastaago 
al'povxo«; lue. 6. 30. neben otenirjastumu. taese lue. 1. 24. vi» vreme 
svoje lue. 1. 20. pl. nom. f. zbi-este neben sluzeste, imaste usw. 
Vergl. 3. seite 30. pl. acc. m. imaste marc. 1. 34. cloz. se /. 141. 
assem. glagole. svoe. Vergl. reme io. 1. 27. wohl nicht für remy, 
sondern vielmehr für reme. sup. se 276. 20. 



Tocal a. 89 

f») o steht fib' e. ^O'/r. seeti. se slovo marc. 4. L~). In vede 
,V/.£zojv io. 0. 7. scheint vedeti mit vidcti vencechselt zu sein. cloz. 
sedestago /. 87. für sedestago darf hezueifelt icerden. cissem. race 
i noze. suj). prete 307. 6. zs:x/ar:£/./.o)v steht für pretaje. sav.-kn. 
VT> redii 28. steht für vred^. 

'.) 1., y steht für a. zogr. vt edina sabotx scheint für vt> 
edina sabota zu stehen, icenn es nicht richthjer ist in sabotx de7i pl. 
gen. zu sehen: rf, ;j.'.a twv rajißäTtov: neben praprada ^nc?ef man pra- 
pradi.. cloz. IL koja ymj für kai'a vina, icofür hom.-mih. koju 
vinu hietet. assern. vh saboti. lue. fJ. 1 ; 14. 1; 14. 8; 18. 12. vh 
ediin. sabotx tt, •j:.i -Gyi saßjiaTwv lue. 24. 1. io. 20. 10. neben vh 
sabota Inc. 6. 2. hon. lista lancea parajat. öG. a. pat.-mih. na 
svetye crtkovb für na svetaja. ev.-huc. pett svoe t)^v -Tr.iz-iTi rjTCj 
io. 18. 18. stzizdt condarn. pat.-krk. g:ybnyste. misc. mtzt vir. 
heU.-troj. naj mT.dn>. cvötany g-ospozda sg. acc. obracenoju 
(jemu zenoju) beruht auf bulg. obrijC- für aslov. obraö-. vLgrinL 
auf bulg. v-igrint für aslov. vagrini, agrin-B. gHboki., d. i. glbokt, 
besteht neben glabokx. nt, st>, \rb für und neben na, sa, va oder a. 
VTjtoryj entsteht aus -Btoryj, atoryj tisv:. glxboki> und, n-B sind, mit 
glabokx, na usv:. gleichberechtigt. 

■/.) o steht für a. Der grund liegt in d^r cihnlichkeit der laute, 
zogr. ino (crtkovt) nerakotvorena sxzizda iT/.Xsv ( vabv) ir/v.^zr.y.r-.zi 
:•./.: ;;j;.r,7{j) marc. 14. ö8 : daneben pridase marc. 5. 15. cloz. duhovL- 
noja sg. acc. f. IL 1. 28. koja viny IL 8. 87. für kaja vina. 
mogoste /. 180. novoja sg. acc. f. I. 29. vtseko piavT,da /. 27ö: 
sugobite /. 1. steht für sugubite. mariencod. da ST^bodeti, so slovo 
glag. pamjat. 99. assem. gredostago. stbodet (x) se. sup. vla- 
dyko 888. 8: 892. 27. drehlo i snho 268. 16. sav.-kn. saprogt 
4ö. hon. sobota. greg.-naz. vestt rozdenoja i tekastaja ';vrr,rf,'/ 
zjz-:t /.%'. pscuTav 279. Selten ist a für o: rekamaja sup>. 142. 8. 
Falsch sind die sg. instr. rakaa 894. 22. und nazdaa 50.9. 14. 

■/.) u steht für a. zogr. inudu. oti> nuduze, tudu für inadu 
usir. budetT. b. cloz. druguja II. 8. 84. razljucati I. 188. myce 
/. 7ÖÖ. naueenuja /. 28. tezju /. 14.ö. für tezbja. assem. gla- 
golju. skudijly, sup. drxznuv^ 842. 21. goneznuti 881. 14. imu- 
Ituumu 279. 24. kazustu 44S. 19. minuv-i,su 442. 9. Man merke 
gnusati se neiben gnasati se: nuditi ndten naditi: luciti se neben 
laciti se : sT>luci se sup. 29. 7 ; 88. 2: 102. ö usv:. und. polaci 220. 
18. sxlaci se 206. 17. muditi neben maditi: verffl. aind. mando. 
langsam, su neben sa in sumbnenije sup. 78. 20. sugubiti und 



90 a-yocale. 

samtnenije sup. 40. 16; 261. 23; 346. 23. usamineti assem. po 
cto se sam'ne sav.-hn. 21. Das dakiscli-slovenische oblakoha für 
aslov. *oblekoha;, oblekose lautet obJakoh-L, indem h. t aslov. a 
vertritt. Wenn dagegen in krmc.-mih. izvedosa, pristasa, prosijasa, 
stvbknpisa usic. und nacala^ prebyvaja, ottvrastaja gelesen icird, so 
besitzen wir im a für e dieser formell einen untrüglichen beiveis dafür, 
dass die krmc.-mih. auf einem r. origincd beruht, und es ist nicht 
richtig, dass wir nicht wissen, wie e gelautet hat. 

\j.) h steht für e. zogr. bestLdtn^i. lue. 20. 28. für bestedbiii.. 
psalt.-mih. iz raky gresnicb. greg.-naz. javilt st. molt se ■Kspi- 
c'j/c;^.ai steht für molja se. 

v) e steht für e. zogr. ovtce marc. 6. 36. cloz. pomeni /. 
662. 666. 689. pomenesi 497. pomena 621: die imaussprechharkeit 
eines nasalen vocales vor n ist der grund der Schreibung pomeni, 
statt des et/pnologisch richtigen pomeni, nebelt dem pomeni im swp. 
nur einmahl, 336. 9, vorkömmt. Dagegen sind pienati, svenati, 
veaati von pred, sved, ved allein anerkannt. Für hote cloz. I. 441. 
raspelt 482. S'tvezase 783. stvezano 566. der ausgäbe hat die hand- 
schrift überall e statt e. assem. bolestiiht. oblezi lue. 24. 29. 
videste. sav.-kn. vtspomeni 3ö. slepc. gredett 115. 

Von diesen Verwechselungen sind manche für das aslov. von 
geringer bedeutung ; wichtig ist der Wechsel von a und t. Wenn man 
im aslov. a, va neben vi. für t>, na neben nt, sa neben st findet, 
so hat diese aif bestimmte worte beschränkte erscheinung keinen 
Zusammenhang mit jenem in bulg. denkmählern so häufig auftretenden 
Wechsel von a imd 'b. Wie man sich den Vorgang von a, va in vt 
usw. zu erklären habe, ist zweifelhaft ; dagegen kann nicht bestritten 
werden, dass b. mi-dtr, rtka, für aslov. raadrt, raka, aus m'r.ndrx, 
rT>nka hervorgegangen sind. Um den gleichfalls nicht unwichtigen 
Wechsel von e und a zu begreifen, muss man erwägen, dass aslov. je 
und ja im bidg. dadurch leicht zusammenfallen, dass jenes je, dieses 
yh lautet, denn der Wechsel beschränkt sich meist auf jq und ja, ce 
U7id ßa usiv. Daher delag, partic. für delaje. ottjatt für otbjetb. e 
für ja eajn. vtstajesti für vLstajasti g-redastae sg. acc. f. für 
gredastaja. napasti.nae sg. acc. f. für napasti.naja. sastae. glagole 
dico. mole sc precor. di'Li^a sc jxirtic. umnozjitb se III. pl. 2alo. 
Äatva. zazda. nasa pl. acc. m. resa dixermit. usekuasa. bestaditb 
se usw. aus pat.-mih. Selbstverständlich komynen daneben die richtigen 
formen vor: kone pZ. acc. malye ^9^. acc. m. nacetb usw. Dieser 
Wechsel ist auf die bulg. denkmähler beschränkt, erstreckt sich jedoch 



vocal a. 91 

ilher die hulff. denkmähler aller peiioden. Dieser tcechsel ist dem 
aslov. fremd, denn icas man für das mrliandensein desselben in den 
aslov. quellen anführen könnte, besteht aus fehlem der Schreiber oder 
der herausgeber : so ist der bei weitem grösste teil der hieher gezählten 
fälle des cloz. I. durch nochmahlige vergleichung der handschrift 
beseitigt. Dieses resultat wird bestätigt durch den umfangreichen 
codex sujyi'asliensis und die form jener slavischen worte, icelche das 
magi). aufgenommen , denn diese worte stammen aus dem ■pannonisch-, 
d. i. altslovenischen. Dass den ältesten handschriften dieser ivechsel 
fremd war, möchte sich auch aus dem ostromir ergeben, der ihn nicht 
kennt; icährend einzelne formen des greg.-naz. auf bidg. einfluss 
zurückzuführen sind. Einen solchen einßuss wird man, auch aus 
anderen gründen, im jungem teil des zogr. zugeben müssen, vielleicht 
auch bei einigen anderen glagolitischen quellen. Unzweifelhaft sind 
venvecJiselungen von e und a in den von mir als pannonisch bezeichneten 
quellen so selten, dass sie den charakter derselben nicht ändern, und 
darauf kömmt es an. Demnach halte ich die einteilung der aslov. 
quellen in pannonische und yiicht pannonische, zu denen ich die bul- 
garischen rechne, für vollkommen begründet. Die Verwechselung des e 
und, a ist fremd dem nsl., man wollte denn das se, delaji, bereji 
in folgendem Hede als einen fall dieser art ansehen: stoji, stoji eu 
klöster nov, | v njem je menihov sedemnejst, | vsi se lepi, vsi se 
mlädi, I in drüziga ne delaji, ] ko svete mäse bereji. Iz Ravnice 
na Goriskem. Man vergleiche auch nsl. povsed neben povsod und 
odned 4 seite 166. mit aslov. vLsade. ot^njade. c. vsad : odevsad 
und p. wszedy, odj()d. nsl. vernjec credibilis 2. seite 203. 

Im dakisch-slov. findet man an für a in band aslov. bad. 
dobanda hierum, manka maka. nians mazt. peant, pantista, patb. 
prant pratT>. randa oradije. rance race. zandi saditt. sskampa 
skap'L. rasstegnant crucifixus rastegnat^. stanantie. zacenau- 
tie -atije. 3Ian vergleiche noch ant iri der III. pl. praes. : diuuant 
aslov. dumajatx. jessant satt, panant cadunt. ssnant znajati. : 
daneben liest man poroncsenie aslov. poracenije und trombcnio 
tis/oy. trabljenije, worte, auf welche das magy. parancs und trombita 
von einfluss waren, koianda lautet aslov. kalani.da und koleda. 
Das dakisch-slovenische bietet ferner en für aslov. e: csenzto aslov. 
öesto. dessenta desctL. deventa devetb. g-Iendame gledajem-L. 
massentz mesecb. menszo nieso. naporent -red^b. pent petb. obren- 
stem obrestemi). rassvenssano razvezano. szvent svet-b. ssent sitis 
*z,edh. tengli vergit *teg'litT>. tensent tezeto,; daneben inssik jezyhiy. 



92 a-Tocale. 

sinte svetoje. posimte posveti. Man vergleiche ent in der III. pl. 
praes. : darsent asiov. dri.zet'B. straseut sti"asetx. ssalezent, d. L 
loohl s^lzent adov. sl'tzett ; ferner deten-to dete. gienti jeti. videnste 
videste. In den bisher angeführten icorten ist eine vermengung von 
e wid a 7ncht eingetreten. Wenn daneben bilient bijat-L, cujen ciijati,, 
hant für htant li-itett zu lesen ist, so sind, nur die formen bihent 
und cujen von bedeutung, doch kaum genügend die hehauptung zu 
stutzen, im- dakiscli-sl ovenischen seien e und a verwechselt worden, und 
dies um so ireniger, als sich in den aus dem dahisch - slovenischen in 
das rum. eingedrungenen, loorteji keine spur einer solchen Verwechslung 
nachweisen lässt. Dass manchmahl a für an und e für en steht, ivird 
hoffentlich niemand wunder nehmen, der da bemerkt, dass dies meist 
nur vor gewissen lauten U7id lautverbindungen geschieht: kasta aslov. 
kasta. stanal *stanali.. zaginal, ssaginele zagynali.. prepodnale 
-nal-. csetbina *costhbina. potegni, rassteg-nal^ rassteg-nulia poteg-ni, 
rasteg-naH, rastegnaba. jele jel-. Im. auslaute fällt n regelmässig ab: 
dete aslov. dete neben deten - to. ime. vreme. sta htsta. ssa hieben 
jesant satt, issbeagna, stana, zagina -na. biaha beaha. daha daha 
für dase. podadoha. dodoha doidoha für doidose. iimraziha. smaha 
riserunt. befremdend sind : ma. ta. sa aslov. me. te. se. ie eam aslov. 
ja. zal aslov. vizelt. eigentümlich sind nebentzki aslov. nebesbskyj. 
pocsentz poctstL, vielleicht Verwechslung mit einem anderen worte: 
-cestb. glandni gladhni. ssnantie *znatije. Aus dem hier gesagten 
dürfte es sich erklären, wie es kömmt, dass im rumun. A^ und .k — 
beide zeichen entsprechen aslov. ä, a — teils für s, teils für zn stehen : 
kqrd grex, s. krd. mormqnt neben mormz7it. kqne neben kzne. qgit neben 
qngit: .jvPHT, .jvHi'HT. qpT.rat neben qmpzrat: .j^iiÄpaT, .K-uiVApaT. Es 
ist klar, dass die buchstaben Ai und .k durch z und zn ersetzt werden 
können: aslov. a lautete im dak.-slov. ivie tn, tm wid wie i>: t 
tcurde durch a bezeichnet. 

S. a ist Steigerung von e, d. i. on ist Steigerung von cn. aza 
vinculum: w. ez in vezati. bladi. error: w. bled iii bleda. graz- 
in graziti immergere: w. grez in greznati. lakt arcus: w. ]ek iii 
-loka, mat'L turba: w. met in m§ta, i'agt ludibrium: w. reg m 
nsl. rezati se ritigi. skadt parcus: ic. sked in stedeti. trasi. 
terrae motus: w. tres in tresa. zabt dens : iv. zeb m zeba usw. 

4. Dem aslov. a und seinen reßexen in den anderen slavischen 
sprachen liegt on zu gründe, das demnach als urslav. anzusehen ist. 
Dem urslav. on steht in den andern europäischen sprachen meist an, 
a^n gegenüber. Hinsichtlich der entwicklung des on /»? auslaute und vor 



vocal a. 93 

consonanten zerfallen die i^hir. sj>rachen in zwei Jcitegorien. In der 
einen cjelit on in u über: dies (jescliieht im cecli., oserh., nserh. und 
in den russ. sprachen: c. usic. ruka aus ronka, lif. ranka. Die 
erklärung von ruka aus ronka ist eben so sc/urierig wie die von en 
in ja in Worten wie pjati> quinque aus penth, aind. paiuan. Es mag 
der ausfall des n die Verwandlung des o zu u zur folge gehabt 
haben oder es ist on in un übergegangen, wie etwa aus ancona zuerst 
*jakun imd daraus jakin geworden, ein process, den wir in roma, 
runn> in rumini., y'wwu noch verfolgen können. Bei dieser deuttmg 
hat man ronka, riinka, ruka. Die entwicklung des on zu u ist der 
von en zu ja nicht analog. Die andere kategorie slav. sprachen um- 
fasst das poln. mit dem kasubischen und ijolabisciten, das slovenische 
in allen seinen vier dialekten, das kroat. und das serb. Hier gieng 
on in den nasalen vocal a über, daher p. reka aus raka, aslov. 
raka, nsl. roka^ dak.-slov. ranka, b. rtka, kr. s. ruka. Dass ich 
kroat. und serb. trotz ihrer ühereinstimmung mit den sprachen der 
ersten kategorie von diesen trenne, hat seinen grund in der Voraus- 
setzung, dass im kr. und s. ruka selbständig aus rouka entstanden 
ist, icie sich kr. und s. in pet offenbar an die zweite reihe von 
sprachen anschliesst : indessen mag sich die sache auch anders ver- 
halten. Dass im poln. e neben a steht, reka neben dem pl. gen. rak, 
ist folge einer dem poln. eigentümlichen entwickhing. Das aslov. und 
zum teil das poln. hat den dem urslav. on nahestehenden laut a. 
Das nsl. besitzt in den dem aslov. a entsprechenden 6 einen dem 
nasalen a verwandten laut. Man vergleiche pot via, aslov. patt, mit 
pot sudor, aslov. potL : das eigentümliche 6 in pot liegt zwischen o 
und. on mitten inne. Das dak.-slov. ranka hat höchst wahrscheinlich 
wie r'Lnka gelautet, eine ansieht, für welche namentlich das rumun., 
das ja sein slavisches sprachgut dem dak.-slov. verdankt, angeführt 
werden kann in ivorten wie tzjnj), aslov. tap-L. Von dem dak.-slov. 
entfernt sich das bulg.-slov. dadurch, dass es den nasal nach t, auf- 
gegeben, daher rtka aus r'jbnka. Es ist selbstverständlich, dass rtnka 
auf einem älteren ronka beruht, von dem im bulg. keine spur nach- 
tceisbar ist. Dass dak.-slov. an der neben pol. e und a vorkommende 
durch an (Malecki 4) ausgedrückte nasal sei, ist unbegründet. 

5. a enthaltende formen, a) Wurzeln, a, va imd daraus vi. 
in. vh beruht wohl auf älterem slav. 'l: adolb vallis; apoly stmrbttn'B 
r,[).'.bxYqq greg.-naz. 204; uvozi, per. d. i. avoz'L vallis. klr. uvöz, 
vyvoz. r. ouvoz. p. wawoz ; ati-kt stamen. c. outek. p. watek ; p. 
wator. r. utorx usw. lif. /. got. in. lat. in. griecii. vi. Ilieher gehört atn,. 



94 a-vocale. 

got. undar. osJc. umhr. anter. lat. inter. alnd. antar Innerhalb. Vergl. 
na, sa seile 78. abortkt: iiborT.kT> modius in r. quellen, s. ubo- 
rak. c. oubor. p. weborek. ns. bork : icahrscheinlich alid. einhar. 
nlid. eimer. Andere denken an a und die ic. ber und an griech. 
a;j.sop£uc. ada hamus : lett. üda und lit. udas aalsclmur sind ent- 
lehnt. Mit ada sind vericandt klr. vudylo. r. udilo. c. iididlo. p. 
wedzidlo gebiss am zäume, c. uditi. jj. wedzic: lit. udilai pl. ist 
entlehnt. ag-lt angulus. ag-LH: ag-^ki zogr.: lat. angulus. Man 
denkt an Zusammenhang mit 9ltj> in azT.ki. angustus. lit. ankstas 
enge aus ang - tas oder aus anz - tas Bezzenherger 80. ag-li. carho. 
ug"lije j}^- nom. ug-li pl. acc, daher i-declination: lit. anglis. lett. 
ögle. alnd. angUra. ag-ort in agoristB deminut. anguilla. p. wegorz. 
klr. uhor: jiz na uhry aalicehr. s. ug-or weiew jegulja, unzweifelhaft 
aus "■^jeg'ulja, kleiner aal: lit. ungurJs. pr. anguris, anord. ögli. lat. 
anguilla. griech. e'y/sajc. ag-rini. ungarus. nsl. oger. j). wegrzyn. 
lit. vengras. aliati odorari. nsl. voliati: aus ans. Vergl. vonja 
odor. got. anan. aind. an, aniti hauchen. akotb /. HY/.'-vsr, uncinus; 
ancora : lat. uncus. griech. sy'/.o;. aind. ahka haken, hug. ahaktr. 
aka haken, got. hals-aggan- halskrünimung Zeitschrift 23. 98: Man 
merke lakoti> in derselben bedeutung wie akott. arodt stultus, in 
späteren quellen auch jar-, jer-: a ist vielleicht das negierende pjraefix 
an. lat. in. got. un, so dass arod'b eig. etwa incurius icäre. ast, 
vasT. mtjstax. nsl. vos. klr. vus. r. iis'i. lana dial.: pr. wanso pflaum, 
lit. lisai pl. lett. nsa usw. Damit hängt zusammen g-asenica, ase- 
nica^ b. g"i>s-, vls-. atl'jb perforatus, futilis. nsl. votel. klr. vitlyj 
usw. aX\"h in atro-ba h(%xx3. intestina, aind. antra, Cintra ein- 
geweide aus antara darinnen befindlich, atri. ist auch das thema von 
atrb, vx natrb^ eig. ein nomen f. Vergl. a. aty, attka anas: lit. 
pr. antis. ahd. anut. lat. anas : anati. aind. äti ein icasservogel Zeit- 
schrift 23. 268. aza vinculum. azl'L aus ez: vez. azi.-kr. 
angustus : lit. ankstas. got. aggcu-. griech. i^^'-pi- (i^nd. "hu. aze 
funis. nsl. voze. Vergl. vezati und gazvica vimen. nsl. g'oza, g-oz. 
azb serpens. nsl. yCvl. lit. pr. angis m. lett. odze. ahd. unc. lat. 
anguis. Vergl. ag-ori.. babi.li, oder babh.: p. babel, sg. gen. babla, 
Indla, pustula. ac. biibel. bubati. c. bubliua. lit. bumbulis bulla. 
Auch biibregT. scheint zu derselben w. bab zu gehören, daher babreg-'L 
vergl. matz. 21. babbU'L tipnpanum: lit. bambeti strepere. lett. bam- 
bet. bambals scarabaeus. griech. ßoixßsw: lit. bubnas ist entlehnt, bada 
ero beruht auf by, aiiid. bhü, das nasaliert ist. d ist das d in ida, 
jadn. Dun nasal in ba durch das lit. bunu zemait. zu erklären geht nicht 



Tocal n- vö 

an. Bezzenherger 1)8. vergleicht lit. glandau, galandau schärfe, w. gal, 
und sMandau schwebe, schwanke, w. skaL bad soll nach andern aus 
biid-na entstehen. Bei obretie kann man sich den hergang etwa so 
vorstellen: obret-na, obret, obretie. blad'L error, lett. hlanda tage- 
dieh. Vergl. bleda. c^br'L : p. czabr, cabr satureia. h. coinber 
milad. 385. kir. scerbec, cebrec flu/mian. r. öabi"i>. niagij. csomhor: 
griech. 66[ji,ßpoc, das durch tjumbr-L iii ein aslov. stabri. übergeht: 
lit. ciobrai ist entlehnt. dab'L, aus dabri,, arbor, daher dabrava. 
kroat. V zeleni diiinbrov pjesn.-kac. 159. pr. dumpbis gärberlohe. 
dag-a arcus, iris. nsl. doga. b. d'Lga. jj. dega schramme, pr. dongo 
tellerhrett. r. duga mid raduga iris. mag//, donga, duga. Vergl. 
mlat. doga usw. Das wort ist dunkel matz. 26. dao^L hieben degi, 
icohl etwa: lorum, vinculum: zvezana bysti. nog-ama dag-onib vohiimb 
lam. 1. 33. Ob dagi. oder deg-i zu schreiben, ist zweifelhaft. dagTi 
in nedagt morbus, eig. acOiviia. nsl. nedozje. r. duzij, '^^jiizij stark, 
c. duh stärke, lit. daugi viel: duzas dick ist entlehnt. Vergl. got. 
dugan taugen J. Schmidt 1. 172. anord. dugr rigor. dati, dtma 
ßare : aind. dham , dhamati. draöiti vexave. dragarb drun- 
garius. dragt tignum. nsl. drog. frag'B (ppav^o; francus. gaba 
spongia. nsl. goba. göbec mund. p. geba. gaba ist mit lit. gumbas 
geschwulst, pilz zu vergleichen. Bei nsl. gobec und p. geba mund 
denkt man an aind. gambh. gaba mag das ,schwellende' bezeichnen. 
gada cithara cano. nsl. godem hat mit lit. zaid: zaisti spielen nichts 
zu tun, eher ist gaud: gausti tönen verwandt, gu, gavate tönen ver- 
hält sich zu gad wie bim zu bad. gaguati murmurare. p. gagnac, 
geguac. griech. -^(o^fJ -=■'•"'. aind. gung, gungati. gastet densus. nsl. 
gost : lit. ganstus ist entlehnt. gast anser. lit. zansis. lett. zöss. pr. 
sansij d. i. zansi. ahd. gans. aind. hasa. gazelb: j;. gadziel aiaga: 
nhd. günsel consolida. glabok^. neben gltbokT:> profundus, klr. blu- 
bokyj neben hlybokyj : vergl. aind. grambli, grmbhate den mund, rächen 
aufsperren, womit auch as. klioban, nhd. klieben verglichen wird. 
Andere vergleichen lit. klampus paluster. Verwandt ist wohl pr. gillin acc. 
tief, guabiti : p. gnebic, guabic bed^rücken. Vergl. lit. gnaibtti kneifen, 
kränken. Ähnlich ist aslov. rebt und lit. raibas. golabi, columba : 
vergl. lat. columba. griech. •/.o\'J[).^öc : pr. golimban blau ist entlehnt. 
grab'L rudis, eig. wohl asper: lit. grubti uneben icerden. lett. grumbt 
runzelig icerden. Vergl. jedoch Fick 2. 347. öoO. gradb pectus- 
cidum. nsl. grudi habd., eig. grodi. b. g-rtd /. gi'ag'b instrumentum 
quoddam sup. 196. 28. grastT.k'L saevus: vergl. lit. grumzdus 
minax. gi"az- in pograziti demergere. bysa vh,aj jako pogra[zijti 



96 a-vocale. 

korabb. Daher p. gi'az coenum sclihimm um stecken zu bleiben aus 
gi'azi. c. hrüziti tauchen dial. slovak. lirüzf (ne vie plavaf, musi hrüzf). 
c. hi'iziti tauchen ist g'vez-. Vergl. lit. (jranizdUi, grimzdau aus 
gremzdau und greznati. lialag-a saepes. kr. halug-a. hadog-i. peritus. 
hodogT> sUqjc.: got. handuga-, liahnati murmurare. nsl. hohnjati. 
hapi neben liopi: oliaplti^ oliopiti amplecti. ]iladT> virga. 7isl. lilod. 
r. chlud'i. dial. hlapati mendicare zogr. hlupati neben liljiipati nicol. 
hlipati lam. 1. 10 : minder gut beglaubigt hlepati. homati, iugum, 
libra. nsl. homot. b. liorntt. r. cliomiiti., daraus finn. hamutta. p. 
chomato usw. : ein dunkles wort. Vergl. matz. 36. Mhd. komat ist 
nach Weigand slav. Ursprungs. horagy vexillum : lett. karögs ist 
entlehnt. hradi : liradt vlastmi ouXo^ ty)v Tpiya prol.-rad., daneben 
hredt, wohl für hred-L : nicht genügend bezeugt. lirast- : vej^gl. 7isl. 
hriistanec. klr. chrusta cartilago usw. mit hrest^iki. seite 38. lirastT. 
locu.sta. lirastL scarabaßus. nsl. lirosö. c. chroust. slovak. chriist. polab. 
clu-anst holzkäfer. Mit unrecht ist lit. kramstus gefrässig verglichen 
tcorden. Vergl. ic. lirest und p. chrzaszcz. kas. clirost. kadrjavi 
crispus von *kadn.. nsl. koder. koudrovanje hung. nach dem in alter 
zeit aus dem slov. entlehnten magij. kondor. b. ki.di'av. p. kedzioi*. 
Hieher gehört auch kadolb trama. nsl. kodla. lit. kudla haarzotte. 
kakolb nigella. mag//, konkoli/. lit. kükalas aus kunk-. lett. kökalis. pr. 
cunclis Unkraut. Ändere denken an entlehnung des lit. kükalas. kapa : 
j). kepa ßussinsel: lit. kampas Geitler, Lit. stud. 64. kapati lavare. 
nsl. kopati. Eine hi/pothese bei J. Schmidt 2. 162. kapina rubus. 
b. k'^pin-L. kapona statera. b. k'i.poui. pl. magij. kompona. kap m. 
p., das aslov. kapfb lauten würde, Schinken : lit. kumjns. kasi fru- 
stum. kasiti mordere. nsl. kos. b. kiisa vb.: kas- scheint eine iceiter- 
bildung von * kad, lit. kand, durch s zu sein. Vergl. aliati. tresti. 
lit. kanduy kqsti. lett. küdu, kust beissen. J. Schmidt 1. 34 sieht in 
S'i> ein nominalsuffiz' : Jcaud-s'ii. kasta tentorium, tugurium, nidus. 
nsl. köca. b. k'i>st'i,. Vergl. kat'i. und lit. kutis stall. Andere denken 
an got. hethjön- kammer. katati in s'i>katati sepelire, eig. servare, 
das skatati geschrieben wird, jedoch p)erfectiv ist. b. k7>ta vb. auf- 
bewahren, pr. kunt : kunst inf. j)ßegen, hüten. kat'L angulus. 'nsl. 
kot. b. hiat. kazelb : nsl. kozclj Spinnrocken, b. ki>zeli. Das wort 
ist dunkel: ahd. kunchela aus mlat. conucula usw. ist kaum zu ver- 
gleichen, klabo glomus. b. kltbo. j^- klab, slovak. khibko, klbko. 
klapb scamnum. nsl. klop. lit. pr. klumpis stuhl, lit. klumpu, klupti 
hocken. kvaöina cholera, bilis. krag'L circulus. kragl'i> rotundus. 
ahd. hrinc. slorak. kruli und kvÄ/., kr.'iza. Vergl. c. kriih für kra 



vocal a. 97 

eisklumpen: slorak. stoj:it;i voda je krüli. krap-: p. kr§pulec, c. 
krumpolec ist das deutsche hrummJtolz, alid. chrunip matz. 221. 
krap't parvus. p. krepy. krepowac fest zusammenbinden. krat'ii 
tortus. kratiti se torqueri. iskratiti etwa extorquere: korent iskru- 
tivb ft'Cav i-ioipiov prol.-rad. nsl. krötovica gedrelites garn^ schlinge. 
krtovica. Jclr. perekrutyty. p. krecic. aslov. prikrat-L severus. nsl. 
kroto valde. Vergl. kr^t. kratt: ukratt /. moles. Vergl. r. krja- 
tatb beladen, p. okr§t navis. lit. krotos pl. schiff Geitler, Lit. 
stud. 93: akrUtas ist entlehnt. labadt: p. labedz cygnus usw.: adb 
ist suffix. ahd. elbiz aus -binz. lad : vergl. c. loudati se mit lit. 
lendoti kriechen. lagt nemus. nsl. log", b. Hg-, p. lag. ngriech. kc'(- 
Yoc. Vergl. J. Schmidt 2. 366. lak- in laciti separare, definire. 
Vergl. pr. lankinan deinan sg. acc. feiertag. lak- in polaciti neben 
poluciti obtinere. Vergl. lit. per-lenkis gebühr. Unku, Unketi zukommen, 
pr. per - länkei es gebiOrrf. laka iKdus. nsl. loka, ehedem in Orts- 
namen lonka. magy. lanka. lit. lanka, lenke tal, wiese. Damit hängt 
locije carex, eig. icohl imlus, zusammen, nsl. lööje carex, iuncus. 
laka malitia, dolus. Vergl. lecati illaqueare von lek. polecb laqueus. 
laki. curvus, arcus. nsl. 16k. b. Itk. p. lek ii siodla neben iuk 
arcus. lit. lankas alles gebogene, bogen, bügel usic. lankus biegsam, 
lett. löks. lädt beugen. Hieher gehört lakott hamus, icomit Geitler, 
Lit. stud. 67, lit. lankatis haspel verbindet, wahrscheinlich auch 
s'blak'L cuYy.uTCTWv, regelmässig slaki) geschrieben, was man mit lit. 
slenku, slinkti schleichen vergleicht. lasta lancea: lat. lancea lässt 
laca erwarten. lattki. : lut^i.k'L histrio. Vergl. s. lutka puppe, c. 
loutka Spielzeug, p. latka puppe. niaditi cunctari. madbn^B tardus 
zogr. neben muditi, mudbut sup. und sonst, nsl. muditi usw.: aind. 
manda tardus. mad, mand, madati. Vergl. mbdbli.. mado testiculus. 
nsl. mode, mödi pl. s. mudo. p). mada. Vergl. aind. mad, madati, 
mandati wallen, schvelgen. mada brunst, same. griech. [rfioza hoden. 
niadri, sapiens, lit. mandrus munter, keck. Vergl. J. Schmidt 1. 170. 
maka cruciatus. nsl. moka. b. m^bki). p. meka. c. muka. Vergl. lit. 
minklti kneten, mankstlti, mankstau iceich machen, bändigen, muka, 
munka quäl ist entlehnt, maka ist abzideiten von einem primären 
verbum mek. Vergl. got. müka- sanft J. Schmidt 1. 167. raaka 
farina. nsl. moka. p. maka. c. moiika ist in wurzel und grundbe- 
deutung mit maka cruciatus identisch, vergl. griech. \x<i<:oM aus [j,a/,j(j) 
J. Schmidt 1. 121. und mlid. munke vel brey polenta voc.-vrat. 
mati turbatio. matiti turbare. lit. menture quirl, mente. lett. menta 
schaufei. anord. möndull drehholz. aind. math, mathnäti, manthati 



98 a-Torale. 

rühren, matli quirl. mazh vir. nsl. moz. p. maz : vergl. got. mana-, 
mannan-. aind. mann, na .sed, icoraus jünger m.: vergl. a und vl, sa 
und ST>. naditi neben miditi cogere. nadi> in ot7.nadi> omnino iM ein 
adverb durcli l für i: aind. nädhita in not befindlich: nädh aus 
nandh, wie mos axis mans, icie khäd aus khand Fiele 2. 692. Vergl. 
c. nutiti. p. necic, das an got. nauthjan erinnert, loofür man jedoch 
j). nucic erwartet. Danehen p. wneta und c. vnada reiz J. Schmidt 1. 
171. oradije instrumentum, negotium, nsl. orodje. s. orudje. Mr. 
oi'uda Sache, ap. oredzie nuntium. ac. orudie genitalia : ahd. arandi, 
arunti botschaft, auf trag J. Schmidt 2. 477 : matz. 63. hält das 
ivort für slavisch : w. ar ire. paaki. aranea. pavaza : p. paweza 
scutum. mlat. pavensis matz. 64. paditi peMere. nsl. poditi. b. ptdi 
vb. p. pedzi6: lit. piudlti ist entlehnt. Vergl. aind. pädaja causat. 
von päd fallen, gehen. pa^T? P^g'"^^ coin/mbus: got. piigga- geld- 
beutel. ahd. j^hunc. mlat. punga. left. pöga : matz. 66. vergleicht aind. 
punga menge, punga lumfe. pak- : pacina mare. pak in paöiti se 
inflari. nsl. pociti bersten, poka rima lex. papi. umbilicus : vergl. 
lit. pampu, pampti schicellen. pamplis. lett. pempis dickbauch, lit. bamha 
nabel : Geitler, Lit. stud. 68, vergleicht päpas zitze. Hieher gehört 
7isl. popovka. lit. pumpurls gemma. r. piipyrt penis. pato compes. 
nsl. pota f. p. peto. lit. pantis. pr. panto. pato aus pon-to : 
vergl. pen : peti, ptna. patb iter: pr. pintis, pentes. aind. pan- 
ihan, pantha. vergl. lat. ponti- in pons. prada in. preprada, pra- 
prada purpura. Ein dunkles ivort, es hängt vielleicht mit pred nere 
oder mit dem. thema pred brennen zusammen: r. pruditt sja, für zaritb 
sja. c. pruditi accendere. p. predanie ardere. Die Zusammen- 
stellung ist unsicher. Vergl. matz. 69. pradi. agger. nsl. prod 
sandiges ufer. lett. ptröds teich. pradt im p. prad schuss, ström, 
gang des wassers, daher predki schnell. Vergl. predati. pi'ag 
in prazati lacerare. pi'aga in popras^-a uohl cingulum. nsl. proga 
länglicher fleck, etiva ,ivie ein gürtel'. Vergl. preg. pi'aglo 

tendicula. Vergl. preg. prägt locusta. lit. sprugti entspringen, ahd. 
springan. mhd. sprinke. ahd. howespranca. Vergl. preg. pratt 
virga. nsl. prot. h. prit. p. prett. prazh stij^es : vergl. nsl. 
poruDgelj. rabiti secare. lett. röbs kerbe. rabi. pannus. nsl. rob 
säum. p. reby. lit. rumbas: vergl. lat. lamberare scindere. limbus 
J. Schmidt 1. 159. ragt irrisio. nsl. ruziti turpare habd. für 
roziti. lit. rangoti. Vergl. reg. raka manus. nsl. röka. b. rtkx. 
p> r§ka. jyr. ranko. lett. röka. Hieher gehört ra(;bka urceus, eig. 
gefäss mit handhabe, nsl. röcka. roca henkel. aslov. obracb armilla. 



vooftl a. 



99 



H-. ftcheinf rek zu sein: Ut. revku, rinkti auflesen, ranke scmmlunff. 
aprenke armring hezzenh. i'a^ije, orazije po[x^ai'a. Vo-cjl. Ut. rengfi s 
sich rüsten, ranglti antreiben. ratiti iacere, daneben rjutiti, das 
in den lebenden spraclien seine bestätignng findet: c. routiti, fititi. 
p. rzucic. sa und daraus st., selte^i su cum: salogi. consors tliori. 
saptfF, adversarius. sased-L ricinus. usami>neti neben iiS7.ini.n6ti. nsl. 
so: so zitom kreU. Ut. san: sandora; sq: sanaris ; su praepos. lett. 
sa. 2)r. san, sen. vergl. seite 78. saditi iudicare, icohl sa cum 
and de, aind. dhä, ponere: ich denke an Ut. samdlti dingen, eig. ver- 
abreden, componere. lett. söds gerichf. vergl. mlid. zander kreisrichter. 
Anders J. Schmidt 1. 36. sak- in isaciti siccare. Potebnja, Kz 
istorii usw. 218. Vergl. sek. sakt surculus. nsl. sok, söcje. p. 
sek. Ut. saka ast. aind. .sakhfi ast. sahku pfähl. sapi. vultur. p. 
sep. i. sup: vergl. klr. supyty finster blicken. skadelt testa, 
tegida. skadtH. skadolt 7.ipa[j.o<; lue. 5. 19.-zogr. skadeltnikT.. ska- 
doltnik-B y.zpi'^.'.z'i lue. 22. 10-zogr. skadeltuiki. assem. skandeHnik^B 
slepc. nsl. skandela, skedela, zdela. mlat. scutella. mgriech. cy.ou-csW.ov, 
ahd. scuzzila schüssel, irdene Schüssel, alles irdene. Vergl. auch mlat. 
scandida, scindida matz. 76. skadt inops. skada defectus. klr. 
skudyty, söadytj sparen, oskudnyj, osöadnyj sparsam. Ut. skan- 
dinti verderben bezzenb. : iv. sked in stedeti. Andere vergleichen Ut. 
ptraskunda dolor. skaka: r. skuka taedium. vergl. Ut. kanka leid, 
quäl Geitler, Lit. stud. 6o. skapi. sordidus, avarus. Ut. skupas 
ist entlehnt; dagegen lett. skops. vergl. Fick 1. 808. slsika: p. 
slomka schnepfe vielleicht ans slonka, slaka. kr. sluka bei Linde, 
klr. slomka aus dem p. neben solomka. slovak. sluka, sljuka. Ut. 
slanka. lett. slöka. pr. slanke. magij. szolonka. spad% modius. 
kr. s. spud. p. spad: matz. 77. vergleicht Ut. spangis. dän. spand. 
sclnved. spann, icobei jedoch zu bemerken^ dass das ivort pannonisch ist. 
stapa: r. stupa. 7isl. stopa. p. stepa mortarium: vergl. stapiti gradi, 
etica auch calcare. ahd. stamph, staph fussstapfe. Vergl. stopa, stepeut 
matz. 78. stapiti gradi. nsl. sto-p'üi usw. Vergl. J. Schmidt 1. 129. 
165. Unvericandt ist aind. sthäpaja still stehen machen, causat. von sthä. 
straga: s. strug-a, mjesto g^dje se ovce muzu ; struznjak midctrae 
genus. p. stragiew doUi genus. alb. strung7j. mm. strung?. melkstall, 
magif. esztrenga. Das wort stammt aus dem. rum. matz. 314. straki.: 
s. stvuk. r. strukt. c. sti'uk, strouk siliqua. slovak. hrachu struk. 
p. strak. nsl. strok, icohl sti'ok, hei Linde. svadi.: nsl. smod senge. 
povöditi räuchern: povojeno meso. s. svud, smud. c. uditi maso. 
p. smedzic. wedzic. wedzonka. swad. swedra Schmutzfleck, aiiord. 



100 a-vocale. 

svidha brennen Ft'ck 2. 693. J. Schmidt 1. 58. Vergl. sved. staki) : 
stuki> strepitus. p. szczek. taca c;j.ßpor. nsl. toca grando. Unver- 
icandt ist lit. tvinkti, tvinkstu ansclaceUen. tag-a angor, nsl. tog'ota. 
b. t'Lg-'B. p. teg-a : lit. tuzlti s ist entlehnt, vergl. tagi.. tag'i. : 
r. tug-oj steif, gespannt..]!, tegi. Tdr. tuhyj steif, c. stubnouti. aslov. 
tegnati tendere. lit. pa-tingstu werde steif, tingus faul, tingeti faid 
sein. lett. stingt. vergl. taga. Hieher gehört sitaga ii^avToxji; con- 
iunctio : vergl. lit. atstuga riemen. tali: utalinati cessare. p. technae 
fallen, sich legen: stechiapuchlina desedit tumor. Unverwandt ist r. tuch- 
nutfc muffen. tapi» obtusus, nsl. top neben tumpast, tempast. magy. 
tompa. lit. tempti, tempiu ; tamplti ausdehnen, lett. tups stumpf, vergl. 
got. dumba- stumm J. Schmidt 1. 172. 180. task: istasknati evanes- 
cere. utesknati: vielleicht t^p.sk-. tatLii'L sonus : vergl. titinoti für 
titinoti prahlen, tqtnofi klappern, laf. tintinare. aind. tanjatä tosen, 
das mit stan zusammengestellt icird. lit. tatno er klappert, zem. tut- 
noti Geitler, Lit. stud. 116. traba tuha. nsl. troba. mag//, toromba. 
ahd. trumba: lit. triuha krummhorn ist entlehnt. Vergl. matz. 84. 
trabi. : otrabi pl. furfur. nsl. otrobi. p. otreby. tradi. morbus 
quidam, dysenteria. nsl. trod kolik. trudni vudi. p. trad aussatz. 
vergl. ags. aihrunden geschwollen, lit. freda durchfall J. Schmidt 
1. 57. 160. s. trudovnik. p. tredownik scrophularia. tradt polij- 
porus fomentarius feuerschwamm, nsl. tröt. s. trud. r. tnitt. c. troud. 
vergl. lit. trandis staub, den der holzwurm macht: w. icahrschein- 
lich trend von ter in treti. trjisi, terrae motus. nsl. trositi. 
klr. trusyty usw. von tres. tratt fucus. nsl. trot. p. trad. c. trout, 
troud, troup. slovak. trüt crabro. rum. IrT^nd. trati. agmen, custo- 
dia. Dunkel. vardaga : p. wardega iumentum matz. 87. velbbad'i. 
camelus : got. idbandu- : pr. veloblundis maultier ist slav. verag-: 

p. nadweiezyc debilitare, laedere matz. 366. vraga: p. wreg-a 
winkelholz an den Schiffsrippen, vergl. ags. vringen winden matz. 372. 
vtiiaki.: v'i.nuk7. nepos scheint aus älterem v'i.naki> entstanden zu 
sein. p. wnek, wneczka beskid. für wnuk;, wuuezka. lit. anukas. 
Die Sache ist indessen zweifelhaft. zabrt bos iubatus, daraus 

mgriech. '^6\j.^po:. r. zubri., daraus j). zubr. Vergl. lit. zebris und stum- 
bras. lett. sumbrs, subrs, stumbrs. pr. wissambris, wissambers. aslov. 
zebri> ist eig. b. Z7.bi'b. zab'i. dens. nsl. zob. p. zab. lit. zamba 
fresse, zambas kante eines balkens. lett. zöbs zahn: zeb. vergl. klr. 
zobyla mundstiick vercli. 61. aind. gamhha gebiss. zvaki. sonus: 
zvek in zvekuati. zeladT.k'i. stomachus : man vergleicht lit. skilandis 
scliweinemagen. zeladb glans. lat. glandi-. vergl. seite 19. 



VOCill ^. 101 

Der name des ßusses jantra, heutzutcuje h. jetra^, lautete griech. 
aOpo;. lat. iatrus. 

ß) Stämme, ndu, nde: das u den suf fixes schmilzt mit dem 
auslaute des thema zu. a zusammen: inadu, inade aliä aus ino-ndu 
usic. Vergl. vinadu und vLiiejadu 2. seite 211: pr. isquendau^ 
issticendau icoher ist otnb kadu. *pbstrag-B salmo fario. p. pstrag. 
c. psti-uh. magij. pisztrang : stamm pbstrt. Hieher gehört aslov. 
*ostraga. nsl. ostroznica hromheere : hei den Resianern soll ostrog'a 
vorkommen, c. ostriiziny. p. ostreg-i, drzewko cienkie i kolace : 
stamm ostrt. tysasta neben tysesta mille hat die form eines partic. 
praes. act.: stamm tys: germ. tküsundja f. n. got. thüsundjä f. 
ahd. dnsunt. na in verheil : zinati hiscere 2. seite 423. Dem praes.- 
stamm zi-ne steht der inf. -stamm zi-na, wie im got. dem full-ne full-nö 
gegenüher. 

y) Worte, sg. acc. der a-decUnation : ryba: a ist aind. am. 
sg. instr. der Si-decUnation : rybf^ oiehen dem jüngeren ryboja. ryba ist 
ryhami, ryham,, ehenso veza aus vezami, vezam. Die formen ryba icnd 
ryboja sind gleich alt: Ut. bietet ranka, das für ranka^ steht. L. Geitler, 
Lit. stud. 56. ryboja beruht auf dem thema ryboja icie aslov. sg. g.f. toje 
auf dem thema toja: toje für *te, nsl. te, von ta usw. 3. seite 28. Ähn- 
lich ist aind. asvajä neben älterem asvä, dessen ä jedoch mit aslov. 
a nichts zu tun hat; ähnlich ist auch der lit. sg. loc. rankoje für das 
erwartete ranke: o für a steht loie in geroji, ivie i für i in smerttje, wie 
ü für u in dangvje. oja wird von anderen aus ajäm erklärt, icie der 
sg. i. der ä-stämme ursprünglich statt ajä gelautet habe. Vergl. A. Les- 
kien, Die declination usw. 70. Geitler, slovanskych kmenech na u 26. 
Den serb. sg. i. kosti/tt/we ich ait/* kostimi^ kostira zurück, den andere 
durch die annähme eines ahfalls des ju für ja erklären. Man merke 
lit. akimi als die ^irsprüngUche form, woraus aki, d. i. aki ; daneben 
von einem ä-stamme akia wie ranka imd akiu wie runku Kurschat 
174. 194. s. kosti entspricht dem lit. aki, d. i. aki, und kann aus 
kostija, kostbja nicht entstanden sein, da in diesem falle t der aus- 
laut wäre. Daneben besteht kostju, das auf kostija beruht, von dem 
auch aslov. kostija abzideiten ist. Schleicher, Compendium 581, sieht 
in kostija einen durch a gebildeten sg. i., an den dann das suffix 
mi, m gefügt worden sei. Der aslov. sg. i. der pronomia der I. 
und IL person und des reßexivs lautet mtnoja, toboja, soboja, 
wofür lebende sprachen auch die 7'eßexe von mhua, toba, soha bieten: 
mbna verhält sich zu mbnoja wie ryba zu ryboja. Nach anderen 
soll mbna, c. mnü, durch zusammenziehung des oja zu a aus mbnoja, 



1 02 a-voca!e. 

ryba aus ryboja entstanden sein. Ich kann mich von der richtigkeit dieser 
ansieht nicht überzeugen: a bietet jedoch der erklärung unter allen um- 
ständen Schwierigkeiten dar. A. Leskien, Die decliiiation usa: 70. 
R. Scholvin, Archiv 2. 502. Die I. sg. praes. der verba mit dem 
praesensvocal lautet auf a aus: vez-A zunächst aus vezom, vezomi, vezam 
usw. Die III. pl. hat den auslaut att: vezati) zunächst aus vezontt. satt 
sunt beruht auf santi, sontt. Die III. pl. impf, lautet auf a aus: 
vezeaha aus -sant, aslov. -hont; nur das impf, heh^h bildet bese aus 
behent. Im bulg. hat auch der aar. den. auslaut a: dadoht aus 
dadoha. aslov. bada e'jTOJsav ist aus bade-nt entstanden. 



IV. Vierte stufe : a. 

1. Der buchstabe a Jieisst im alphabete azii, asT^. 

2. Die ausspräche ist die nicht genauer praecisierbare des 
heutigen a. 

3. Blavisches a entsjjricht regelmässig aind. d : da dare : aind. 
da tisw. kra secare, aind. kar, ist zu beurteilen wie aind. dhmä aus 
dham, aslov. dim. Wenn ich im nachfolgenden manchmahl auch 
slav. a neben aind. ä stelle, so betrachte ich die betreffenden fälle 
teils als ausnahmen von der regel, teils als vorläufige, genauerer 
p)rüfu'ng bedürftige annahmen : az't, pada, pasa usw. Die behauptung, 
es gebe keinen einzigen sicheren fall eines slav. a für ursprachliches ä 
ausser az'L, und selbst dieser gebe zu zweifeln veranlassung, scheint 
mir gewagt. 

4. a ist zweite Steigerung des e (ci^). g'ag'a im klr. zhaha. 
r. izg-aga neben izzog^a Sodbrennen: w. zeg' in zeg"a. lazt in izlazi 
e.ritus : w. lez in leza. vergl. sad^i>. pal- in paliti urere : w. pel 
7» pepelr. aus und neben popelet. par- hi pariti volare: w. per in 
|)i.iati. sad'b planta: w. sed in scsti. skvara -/.Ariiy. nidor: w. 
skver in skvicti aus skvcrti. var'i. aestus: w. ver in vbija, vbrisi 
usw. Vergl. lit. zadu, zadeti sagen, sprechen mit aslov. g-adati, das 
durativ, folglich denominativ ist; pr. gnode teigtrog mit gnct in g-ueta 
kneten. 

o. a entsteht durch dchiiung des o, ursprachlich a^, in drei 
fällen : 1. im dienste der function bei der bildung der verba itera- 
tiva: nabadati infigere: bod. razdvajati so, dividi: dvoi, d. i. dvoji. 
g'onazati salvare: g'onozi. zakalati mactare: kol. prepokajati ava- 
■na'Jc'.v: koi, d. i. ho]'!, izlaniati eff'ringere: izloini. ulavljati insidiari: 
lovi. oniakati humectare : omoci, oiiioki. skakati salire: skoöi, 



vocal a. 103 

skoki. utapati immergi: top in utonati. 2. 2«m ersatze eines nach 
dem o ausgefallenen consonanten : probast transßxi ans probod-ST>. 
3. bei der metathese von r, 1 : vrata aus vorta. zlato aus zolto. ralo 
aus orlo. Vergl. seile 84. 

Die deknung des o zu a scheint auf einer zu a hinneigenden aus- 
spräche des o zu beruhen. Vergl. J. Schmidt 2. 170 — 172. 

ö. Dem a in delati com nomen delo ivii'd aind. aja, von 
anderen ä-ja gegenübergestellt : dasselbe gilt von dem a der mehrzahl 
der verba V. 2. 3. 4: oruti, stenati, stblati; bi>rati, dtrati, g-nati; 
dejati^ lijati, smijati usw. Vergl. seile 53. Dagegen ist brati se 
pugnare, klati maclare aus borti, kolti durch metalhelische dehnung 
des o entstanden. Verschieden ist das a in gra : g-rajati : lit. groti. 
ags. crävan. *g;ranati, s. granuti ilhicescere. znati usw. : diese verba 
beruhen auf secundären wurzeln wie aind. 2>6y7 auf hhas, griech. tJä 
auf tSk, lat. strä auf ster i(sw. J. Schmidt 2. 325. 

7. Wenn man neben videti die form dri^zati, neben krotej 
die form imjnozaj usw. findet, so ist das ja in dn.zati, mtnozaj 
usw. der ältere, durch z geschützte, e der jüngere, aus ja entstandene, 
laut. Das gleiche gilt von'yMWh, nsl. ]e.mh edo. iöazati evanescere usw. 
aus den w. jed, cez usw. Vergl. seile 50. 

8. a entwickelt sich nicht selten aus je durch assimilation an 
vorhergehendes a : dies geschieht: 1. im sg. gen. m. n. in der zusammen- 
gesetzten declination: aus kuplbnaeg'o zogr. entsteht kuplmaago 5. 
seile 59. Wenn im. sg. loc. m. n. neben dem ausgang ejemb, eeiiib, 
eenib der ausgang eanib besieht, so liegt der grund darin, dass der 
ausgang des sg. loc. der 'b(a)-stämme ejenib in eemb, ejenib, ejanib 
übergeht, grobbnejamb sup. 337. 12. vecbueanib. Abweichende ist das 
russ.-slov. svoitbneieuib svjat. d. i. -ejenib seile 54, Selten ist dobreinib 
op.-2. 2. 78. 3. seile 59, dessen i aus je entstanden ist wie nestetiiimt 
aus nestetujem'b. in kajasteinib se ist kajaste der stamm 3. seile 59. 2. 
in der conjugation: A. im praes. der verba 111. 1: razumeati inlelligit 
mariencod. srez. 95. aus razumejetT>. Diese form wie die form veöb- 
neanib beruht auf der reihe eeti, ejetb, ejati., eat^. B. im praes. der 
verba V. 1 : g'nevaasi aus grievajesi. Hieher gehört imaanib habeo 
aus *imajemb, wofür auch imeja. imaasi aus imajesi. imaatb ostrom. 
imaairn,. imaate. Die bedeutung sowie die form imeja macht die 
annähme wahrscheinlich, ima stehe für inie, 3. seile 130, wie sxpati 
für s'bpeti. TFenn das imperfect von stbljudati, praes.-thema stblju- 

daje, sibljudaabt aus -ajahi. lautet, so liegt der grund des zweiten 



104 a-vocale. 

a darin, dass nach j der ursprüngliche laut für e erhalten wurde. 
Vergl. pletehi. aus plete. 2. seite 92. 

9. a entsteht aus aa/ür aje: dobrago. vectnago zoyr. apostoH- 
skago pr^ag.-frag. aus dobraag-o usw. 3. seite 69. imati) aus imaati). 
obliöati. jjrag.-frag. aus oblicaat'L. podobati. slepc. aus podobaat'L 
zogr. podobajetb 1. tim. 2. 10-sis. podobahi, aus podobaaht. Man 
beachte zajDeja, wofür zaapeja greg.-naz. 106. predanie neben preda- 
anie zogr. Dasselbe findet man im r. pocitasby*«/' -taesb. umyslesb aus 
-sleesb-, -sljaesb Jcol. 15. 16: in den anderen sprachen gilt nur am, 
as usw. aus ajem, ajes usw. aa steht manchmahl ohne erkennbaren 
grund: belaabi. m^nog-aann. svjat. taako mlad. istezaavi.. s^bbra- 
avtsemt. otyestaavtse. pitaavyj. slysaasa. slysaahoni'b. pilaati,. 
varaava triod.-grig.-srez. 333 — 342. 

10. a ist tcie o manchmahl ein blosser, weiter nicht erklärbarer 
verschlag. amorea morea .awpai'a, das aus pü)[j.a{a, nicht aus dem 
slav. more entstanden ist. apony lanx. azamyslije prudentia. 
vergl. abredt und obre da. 

11. a enthaltende formen, a) Wurzeln, altkati, alkati esu- 
rire. lit. alkti. azi,, jazx ego £7107 : lit. as für az. lett. es. pr. es, 
as. armen, es. aind. aliam. baba vetula : lit. boba. aind. bäbä. 
bag-no : c. bahno. p. bag-no p)alus: lit. bognas ist entlehnt. bagrx 
purpura: vergl. klr. balirjauka fichtenpecli, das die Bojki kauen 
verch. 72. hajati fabulari, incantare, mederi. obavati: gHech ox: 
(pävat, <}r,ijJ.. lat. fa: fari. aind. bhä bedeutet spüendere. balij medicus ist 
der durch Zaubersprüche heilende und hat mit lit. ne-atbolis ein unacht- 
samer nichts gemein. bauja bulneum. Vergl. mlat. banna. barnb 
banus^ bei den Byzantinern ßoeavo;;^ ist fremd. baran'b vervex. 
basta pater ist fremd. bratri. f roter-, lit. brolis. got. bröthar-. 
griech. opivr,p. aind. bhrätar. casa pocidum. pr. kiosi Geitler, Lit. 
stud. 65. cbban-b, öbvan'b sextarius. s. dzban, zban. p. dzbanek: 
lit. zbonas, izbonas ist entlehnt. da : r. da, daze : lit. do Geitler, 
Lit. stud. 63. dati dare: lit. dilti, davjau. lett. düt. pr. dät. aind. 
da. Aus davati hat man eine iv. du erschlossen, da doch da-v-ati wie 
da-j-ati zu teilen ist. dracb saliunca. nsl. drac usw.: w. wohl dra 
aus der. dracb dijrrJiachium. gadati coniicere : lit. godlti. Gleich- 
bedeutend ist g-atati, das im co7isona7itismus mit got. qvithan über- 
einstimmt, g-ad'b animal reptile. c. had. 2>- g"^'l tisw. g-aliti exsilire 
cy.ipxav. g-aniti: c. liauiti schmähen: p. ganic. Vergl. lett. gänJt. 
g'aziti vado transire. g-ra im s. grauuti effulgere ist eine secun- 
däre w.: vergl. aind. ghnr, womit auch die w. zer zusammenhängt. 



vocal :i. 105 

g-rajati crocitare: nsl. grajati schelten: lit. <jrufi^ secimdäre w. g-ia, 
aind. gar. hrakati screare. Vergl. nsl. hrkati. r. charkatb. ja et: 
aind. ä. Mit diesem a hängt auch das ja bei adj. wie in jaskud"! 
zusammen: vergl. aind. ünlla bläulich, jabl'^bko malum: lit. obälas, 
obelis malus, pr. woble. ahd. aphol. jagne, agne agnus: lat. agnus. 
Fick 1. 470 stellt agn§ zu agina, zu dem sich agne verhalte wie ig. 
varana widder zu ig. varnä loolle. Entlehnung ist sehr unwahr- 
scheinlich, jagoda bacca : lit. äga, lett. öga. ^ecundäres suffix da: 
jago-da. jaje ovum: lat. övum. griech. wsv für wFtov. Das wort 
wird auf avi zurückgeführt ; der ausfall des v erregt bedenken, nord- 
europ. äja aus ävja nach Zeitschrift 23. 206. jalovL, r. jal'L, ste- 
rilis : lett. älava, das jedoch vielleicht entlehnt ist. jsima. fovea : euroj). 
ämä, w. am, daher jama für ama nach Zeitschrift 13. 8h'. jar: 
nsl. jarek fossa: vergl. r. jart ripa declivis. jarL : nsl. jar veris 
mit dem secundären suffix i> : abaktr. järe. apers. jära jähr. got. 
jera- : jart hängt mit den aries bedeutenden nomina Glicht zusammen. 
jarfeniTj iugum: w. vergl. ar: griech. y.poi.piayM. lat. artus. aind. ara rad- 
speiclie. arpaja einfügen. jasem»: s. ]a.^en fraxinus. r. jasenL. p. 
jesion : lit. usis. p. icoasis. lett. osis. ahd. ask. jasika s. populus 
tremula. r. osina. p. osa, osikä, osina: p?-. abse. lett. apsa. lit. apu- 
sis. ahd. aspa: slav. jas- steht für ydiT^'A-. jast: pojas'L clngulum: 
lit. josti, josmi cinctum esse. lett. jöst. griech. 'Q^q : sTwcixau abaktr. 
jäh gürten. jave, ave manifesto. p. na jaw, na jawie : lit. ovije 
im wachen, aind. ävis adv. offenbar, ä-vid f. bekanntsein. glag. eviti, 
aviti ist mit dem kyrill. javiti identisch. Der anlaut von ävis ivird für 
die praepos. ä gehalten. javor^; nsl. b. javor platanus usw.: lit. 
jovaras kann entlehnt sein. Vergl. deutsch ahorn. jazLuo, aztno 
corium: lit. ozls. lett. äzis Ziegenbock, pr. wosee (voze) ziege. jedva 
vix: lit. advos. kaditi suffitum facere: vergl. pr. kadegis wach- 
holder. kaganbCL ar. lampas. klr. kahauec^ kahnec. c. kahan. p. 
kaganiec. Vergl. mutz. 30. kajati ^e poenitere. kamy lapis: lit. 
akmü, sg. gen. akmens. ahd. hamar. aind. asman. griech. äx[j,o)v. Vergl. 
uagl'i.. kaniti excitare lam. 1. 08. kariti ar. lugere. as. kartba. 
slovak. kar epidum funebre. Vergl. ahd. charön usw. mutz. 41. 
kasblb tussis: lit. kosti, kosmi, kosu. kosuUs. lett. käsa. pr. cos// kehle, 
ahd. huosto. aind. käs, käsate. käs. käsa. klada j^ojw : lit. kloti 

decken. apklostUi bedecken: letzteres beruht auf kl od. krajati scin- 
dere. Secundäre w. von kar. krakati crocire: lit. krokiu. lajati 
latrare: lit. loti. lett. lät. got. laian. aind. rä, räjati. lajno 
TcX(v6;?. Vergl. nsl. lajuo stercus. Matz. 304 denkt an mgriech. Xxi- 



106 



V'.OV 



ßglinum. ]al'hkT} palattivi. j?«/. lalokpa?ear. r. lalki jj?.; laloka 
ginyiva dial. p. lalok icamnie. lapa: p. lapa tatze: got. löf au- 
flache liand J. Schmidt 2. 164. lapota rumex acutus, griech. \dT.ix- 
6ov matz. 237. laptt^: s. lapat frustum. lit. lopas Geitler, Lit. 
stud. 67. matz. 54. Vergl. r. lopotb ßmbria. lapy^ lapb amplius 'ixi. 
laska adidatio icird mit aind. las, lasatl hegehren zusammengestellt. 
lava ar. scamnum: lit. lova, das jedoch entlehnt sein mag matz. 54. 
mak^ papaver : pr. moke. griech. [r/^y.tov. ahd. mägo. manati, 
majati nuere: lit. moti. mojis wink. lett. mät. inati mater: lit. mote. 
ahd. muoter. lat. mater. griech. [^.■'iTYjp. aind. mntar. mazati ungere: 
lit. mozoti ist entlehnt. na in. lit. nü. pr. no. got. ana. griech. 
ava. abaktr. ana auf. nada: vuada c. reiz, köder: vergl. lit. nodai 
zauherkünste und naditi seite 98. p. wüeta reiz. uag-lTb praeceps: 
aind. aiiga ßink Zeitschrift 23. 268. lit. nüglas, in den älteren texten 
naglas J. Schmidt 2. 165. Bezzenherger 49. vergl. kamy. nagx 
nudus: lett. nöks. got. nacpvada-. ahd. nahliut. aind. nagna: lit. nügas 
ist entlehnt. naki) : VLznakx 'j-t'.o? suinnus : vergl. aind. afika 
haken, got. halsaggan- halskrümmung Zeitschrift 23. 98. alid. ancha 
genick, nicht ahd. hnach. mhd. nac. napt mercenarius : das dunkle 
Wort wird von matz. 261. mit ahd. knaptpo zusammengestellt. iias-L 
nos beruht auf dem slav. na. Ebenso vast vos auf va. natt: c. 
naf. p. OS. nac. ns. nas blätter der küchenkräuter : pr. noatis. lit. 
notere. lett. nätres pl. nessel. c. naf zu notere wie niaf zu motei'e Geitler, 
Lit. stud. 68. navb cadaver. r. navbc für iiiertveci,. navij adj. 
Grotz 172. lett. nüve f. mors. pr. nowis rümpf, got. navi- todter. 
navistra- grab Fick 2. 592. Man vergleicht aslov. nyti ermatten, indem 
man nav als Steigerung von nu ansieht. Vergl. matz. 398. og-art 
as. canis venatici genus matz. 263. opaky adv. otcwOsv : aind. 
apäka rückwärts gelegen. pa in der compiosition für po. lit. jjo. 
pada cado : aind. päd, padjate. pahati agitare, daher opast cauda. 
nsl. })ahati, paldjati: vergl. r. pacliati. arare. p. pacha6. fadere. 
pasino: nsl. pasnio strähne: lit. />os)tias. lett. jjösms, sjMsms. pasa 
weide, r. zapasati. providere dial. pasti sja cavere. p. zapas penus: 
aind. spas sehen, bewachen, ahd. spehoi. lat. specere. griech. a/,£-TC[xa'.. 
plastt pallium. pr. ploaste bettlaken. plat'i) panus: got. plata- ist 
aus dem slav. entlehnt. pra in der composition für pro. pi'ag : 
pra^iti frigere. nsl. usw. praziti. h. prazi. 6-. piziti. j>. prazyc: lit. 
sproginti, spraginti. magij. pardzs pruna. raciti velle : as. rökjan. 
ahd. ruochan : lit. roHti ist entlehnt. raditi neben roditi curare. 
rad'j> lubens: lit. rodas willig ist entlehnt, pr. relde, reidei. got. 



vocal a. 107 

garedan. as. rädan. aind. rädh, rädhati geraten. Hieher gehört radi 
propter : apers. rädij : avahjä rädij tvegen jenes. raj paradisus : 
aind. räi besitz, habe; suche: tr. rä spenden. Ut. rojus, lett. raja 
sind entlehnt. Mit raj soll r. rajduga, rav dii^a zusamnienhange}i. rakt 
Cancer: pr. rokis. Man vergleicht aind. karka: raki) aus krak'i. wie 
rogT> aus krogx Fick 1. 524. rana vulnus: unverwandt ist aind. arm. 
Ut. rona ist entlehnt. rart sonus. rakati sc clamare. c. rar-oh 
falco: Ut. reti. lett. rät schelten, raragas ist entlehnt, aind. rä, rajati. 
r. rajatb sonare dial. Ut. rojoti. salo adeps. nsl, s. salo. c. sadlo. 
j). sadlo, icohl für siisalo: vergl. pr. saltan speck, samt ipse: aind. 
sama. griech. b[),öq. ahd. sum. sani nsl. Schlitten : vergl. lett. sanas. 
sani. dignitas. Fick 1. 789. vergleicht aind. san, sanati ehren, ahaktr. 
han, hanaiti würdig sei. }Ve7m die Zusammenstellung richtig ist, ist 
a in sam> wohl als zweite Steigerung anzusehen. siijadt m. wohl 
funiculus: griech. cjc'.paoiov matz. 305; bei jadb scheint an das suffix 
jadb gedacht icerden zu sollen. smag- : ö. smahnouti siccari. klr. 
smazyty braten bibl. I. stati, staua consistere: Ut. stoti sich stellen, 
stoveti stehen, pr. po-stät. lat. stare. griech. cTr;va'.. aind. sthä. Hieher 
gehört stado grex: Ut. stodas ist entlehnt, stani stand: Ut. stonas. 
aind.. sthäna. start senex: Ut. storas dick; dagegen J. Schmidt 2. 
212. 368. stavB bestand: Ut. stova stelle, lett. stävs. staviti wird 
von Geitler, Pönologie 64, als zweite Steigerung einer lo. stu auf- 
gefasst: die erste Steigerung fehle. spaki): e. spaöek sturnus: Ut. 
spakas ist wahrscheinlich entlehnt. svati. affinis : Ut. svotas ist ent- 
lehnt, taj dam, d. i. ta-j-t. taiti celare. tatb für: aind. stena, 
täju dieb. abaktr. tdja diebstahl. air. tdid: w. stä. tajati liquefieri: 
aind. tä, täjate sich ausdehnen, abaktr. täta wegfliessend. ags. thävan. 
griech. ty^xo). taskati : r. taskatt schleppen: vergl. Ut. tasJti. aind. 
tas J. Schmidt 1. 70. tata: c. tAtsi pater : aind. täta. Ut. teta. 
pr. thetis. lat. täta. vabiti allicere: Ut. vobiti, lett. väbit sind ent- 
lehnt, vada calumnia. SLvada contentio. p. zwada; Ut. vadinti, in 
älteren texten vandinti rufen, ahd. far-ioäzan. aind. vad, vadati 
sprechen, vädas. Ut. vaida. vaidiju Szijrwid 389. 461. Verschieden 
ist vadi : j). zawadzic. Ut. voditi. vag-an'L : s. vagan hölzerne 
Schüssel, metzen. c. vahau gefäss: pr. vogonis stülpschüssel. Ut. vogone 
butterbüchse Geitler, Lit. stad. 73. vajati sculj^ere. vapt color: 
vergl. griech. ßaifYj imd pr. woapis matz. 363. Geitler, Lit. stud. 73. 
zajecb lepus. Ut. zuikis aus zaikis. lett. zakjis. zdar, zdara c. Wohl- 
ergehen kann von zdafiti se gelingen nicht getrennt werden. Es 
hängt mit aslov. stde zusammen, wohin auch c. zdati se^ nsl. zdeti se, 



1 08 a-vocale. 

gehört. Die Zusammenstellung mit lit. dora einigkeit mag gelehrter 
sein. zmaj nsl. s. draco hängt mit zinij zusammen. znati noscere: 
aind. <jnä. secundäre w. von gan: ahaktr. zan. lit. zin. zabra : 
r. c. zabra branchia : vergl. lit. zohrls zarte, ein fisch. zalb ripa. 
vergl. matz. 376. alh. zäl kies, sand. zart: pozart incendium. 
zaratikt neben zerati^kt. nsl. zar aestus. zarek aestuosus, amarus. 
slovak. zara aurora. lit. zere. Dunkel. zvale pl. nsl. zäum ist wohl 
auf zvati zurückzuführen : vergl. gebiss, fz. mors, und hat mit lit. 
zuslai nichts zu schajfen. 

a entspricht neben o in fremden worten häufig dem a. kadb 
xaoo{; cadus : lit. kodis ist entlehnt. kamara, kamora, komara, 
komora: griech. •/.a;j.xpx. kanont -/.avtov. kastclb castellum bell.-troj. 
kratyi'T. /.parr^p. lavra Axjpa. malje s. pl. f. lanugo : griech. 
y.aXXic. ngriech. [j.xaaiov matz. 248. mar hi zamartm., etwa futilis, 
ist wohl entlehnt : ahd. maro mürbe. Dagegen matz. 58. 59. mona- 
styrb^ manastyrt, monostyi'b [^.avxar^p'.ov. nakara s. crotaculum: 
mgriech. avaxapa. nalogij dva/.öviov. panica, aponv^ opanica jje/iv's; 
ahd. phannä. pavt pavo. plastyrt 'i\}.TXy.ü-c,yi. poklisarb a-:- 
xpiaiap'.oi;. pravija '^^a'^t'.o'i sis. skamija scamnum: lit. skomia ist 
aus dem slav. entlehnt. talij ramus : vergl. r. taH salix cinerea 
und griech. 6aAA6c. varovati cavere. prevariti decipere bell.-troj. 
nsl. varati observare, decipere. vardeti^ vardevati fovere. kr. var 
iniati custodire lue. b. vardi. ahd. biicarön. got. -varda- xcärter 
usw. matz. 363. vatra : s. klr. slovak. vatra ig^iis, ein dunkles 
wort, das matz. 87. mit ahaktr. ätar, aind. athar- zusammenstellt. 
Richtiger ist die vergleichung mit rumun. vatrz focus, fundus domus. 
zagari as. canis venatici genus. ngriech. 'Cy.-(y.p:o'/ matz. 92. 

ß) Stämme, arji: klevetarb accusator. g-rbnböarb figulus 2. 
Seite 88. ahd. äri. got. arja-. alj'b : sokalb coquus 2. seite 107. an'b : 
prostram> spatiosus. poljana campus 2. seite 124. aub: g-i'btanb 
guttur 2. seite 125. ta: krasta scibies. blag-ota bonitas. plinota 
plenitudo. aind. pürnatd. germ. follithä 2. seite 162. tva: britva 
novacida. ratva, oratva aratio. got. fijathvä. frijathvä 2. seite 178. 
•Ath : svati. affinis : lit. svotas. lett. svüti pl. bog'at'b dives 2. seite 182. 
asti»: plestast-L latis humeris 2. seite 185. ada: gramada rogus 2. 
Seite 208. jadb: plostadb planities 2. seite 209. avb: rakavi) manica: 
lit. rankove. dabrava nemus 2. seite 220. aki.: prosijakx mendicus. jakx 
qualis relat.: lit. jokias. sjak'L talis: lit. sokias. kak'b qualis interrog.: 
lit. kokias. takij talis: lit. tukias. vergl. saldokas ziemlich süss 2. seite 240. 
j'Lag: krTjCagi vasfictile 2. seite 281. acjt : kolacb libum 2. seite 332. 



b ans i. lUy 

Das verbalsufßx a: phsati scrlhere. dajati, davati riare. prebtdevati 
vigilare. pohvastati rapere. javljati ostendere usw. 2. seile 454. 

y) Worte. Das a des s(j. gen. vaba. sela entspncht dem ät 
des sg. ahlativs im aind. und abaJdr. : asvCit, aspät. Das a des dual, 
nom. raba ist das ä des gleichen casus im aind. : asvä, icofür später 
nh-äu. ma von rabtina, raboma. rakama beruht auf einem dem 
aind. bhjäm entsprechenden mäm, ivohei anzunehmen, das auslautende 
m sei vor der speciellen enticickelung des slavischen geschcunden. 
A. Leskien, Die decUnation usw. 107. Das a des p)l. nom. sela ist 
das ä des aind. pl. nom. jugä. Das a von ryba ist das ä der 
aind. fem. im sg. nom. : asvä. a erhält sich in rybama, rybamt 
usw. Der dual. nom. ve schliesst sich an zene, der dual. acc. na 
an raba an. Anders A. Leskien, Die decUnation usw. 148. 149. donia 
domi, vLcera heri icerden als sg. gen. aufgefasst, wohl kaum mit 
recht: lett. vakarä abends ist ein sg. loc. biel. 274. vergl. jedva 
vix mit lit. advos, vös. Die suffi.ve ma, me, ini sind, casussuffixe: 
aslov. deltma. nsl. vekoma, vekomaj, vekome. r. polma entzwei. 
vestraa. okroinja. Vergl. 2. seite 234: m ist wohl aind. hh: die 
auslautenden vocale entsprechen vielleicht einem älteren ja. Bei m 
für bh möchte man an die got. adverbia tcie ubilaba denken, die 
jedoch anders gedeutet icerden Zeitschrift 23. 93. Auffallend ist 
das a in der IL dual. : bereta, ico ta für aind. thas, neben der IIL 
berete, wo te für aind. tas steht. 

A. Diei-vocale. 

/. Erste stufe: 
1. I.. 

1. h entspricht ursprachlichem i. Es ist nicht in seinem laute, 
sondern nur in seinem Ursprünge von dem aus e, a entstandenen h 
verschieden, über tvelches seite 19. gehandelt ist. Alan vergleiche 
trbiii'B. trbmi. Irth-L (po Irbhi. dnbhT. zogr.) mit aind. tribhjas. 
tribhis. trisu. Der nom. n. und f. tri ist vielleicht der aind. acc. 
trtn, ivährend das m. trtje neben trije, der pl. g. trbj, trij, trej 
nach gosth gebildet erscheint: wie tri kann auch gosti erklärt werden. 
Li einigen fällen scheint t für h zu stehen : bezi. sine : aind. bahis 
draussen. d-Bska tabula: griech. V.zy.oz. obt circum: aind. ahhi. ott 
ab: aind. ati. ttkino, ttk'Lmo, tokmO; ti^cija solum., das wahr- 
scheinlich mit lit. tik in tikti, tinku passen zusammenhängt, icofür 
t-iktint aequalis spricht, vtn'fc, vom, foras, im zogr. vLUt neben 



110 i-vocale. 

vbDe, izvbnu, das mit pr. vnmui heraus, iz ivinadu cmswendig und 
aind. vinä ohne zu vergleichen ist. Dass im slav. den personal- 
endungen aind. ti und nti einst li. and ntb gegeniiberstanden, ist 
geioiss, allein im erhaltenen zustande des aslov. finden wir in ein- 
heimischen quellen stets tx, ntt ; russische denkmähler bieten tb, nth. 
Dasselbe tritt auch im aor. und imperf. ein, formen, in welche tt, 
ntt icahrscheinlich aus dem praes. eingedrungen sind: stnestt. 
pojett. klett. nacett. dast'L. obiti:.. pit7>. vtspeti,. unireti.. prostt- 
reti.. bysti. neben bystb zogr. inozaasetx matth. 22. 46. zogr. 
b. vergl. A. Leskien, Die vocale ?, und h usw. 64. 

i für L hat sich nur selten erhalten : seti inquit cloz. I. 281. 
dazdi cZrev. glag. pam.. 247. ktzni, milosti jwft^.-yra^. vizdi. kreposti 
moja bon. 132. zavisti apost.-ochrid. 98. smokvi pent. hoti pent. 
cri.ki.vi epjhr. 8. seite 36. 39. Das i von Ijiibvi ist icohl analog 
dem von hoti. Vergl. Danicic, Istorija 18. buduti l'iov-ai marc. 18. 
8.-nicol. isypljuti ßaXXousiv lue 14. 36. ibid. mneti ooy.ojffiv matth. 6. 
8. ibid. piteeti -rpE'iS'. matth. 6. 26. ibid. podobaeti osT marc. 18. 7. 
ibid. primuti osccvtxi lue. 16. 4. ibid. davyj tebe oblasti sija ev.~buc. 
In russ. quellen steht häufig ti für tb, zumahl vor \, j : kto si suti 
izv. 559 ; Ijubljahuti i. moljahuti i. obolaöaseti i. poznajeti i. tvoriti 
jii usw. Potebnja, Kz istorii usw. 125. Man füge hinzu ölovekoljubici. 
parem.-grig. für -bbcb oder -beei.. g-aslimi bon. velimi georg. für 
velbmi. vergl. c. hosti. choti, smrti usw. 3. seite 86. 355. Archiv 
3. 203. choti lässt sich nicht aus cliotbä erklären. 

2. b enthaltende formen, a) Wurzeln. blhski. spilendor: 
lit. blUkiti, blizgu. bleski.. bbtarb doli'um, icohl richtiger als bi.tarb 
trotz des r. botarb, ist das griech. TrtOaptov matz. 127. 885, der auch 
an mlat. butar erinnert, cvbta fioreo, daher procvitati. Inf. cvisti. 
cveti. fios : lit. kvetka ist aus dem p. (kwiatka) oder aus dem icr. 
(kvitok) enthielt, cvbt (kvbt) ist nur slav. nachweisbar. In späteren 
quellen findet man cbvt-, ci.vt-. cb in poöbveuije requies avecc, 
'/.ol]}:r^'Z{q : urspr. ski, aind. ksi icohnen, weilen. In pociti ist h zu i 
gedehnt, sk lässt so, st erwarten. cb in ßbto quid: aind. ki in 
kirn. kis. kijant. H in Hd. abaktr. ci in eis usw. öbto. cbso neben 
ceso zogr. : uniöbziti aus nicbze. cbbri. labrum. s. cabar. r. ßeberi., 
cobori.. c. p. dzber aus cber. lit. kibiras. ahd. zwibar, zubar: matz. 
26. hält Cbbri. für slav., sich auf lit. kibiras stützend. öbpag-i> 
piectorale. s. öpag', spag' funda. ßbpai'Ojo-i, ungida. ^bta numero, daher 
citati: aind. Üt, ietati. cbtati>. cbti. t^bli. ])rißbtem. zogr. cbbani. 
sextarius. s. di^ban usw. dbub dies. r. denb. 2^- dzien, sg. gen. 



b ans i. 111 

«Inia. ahtceichend Ut. dena. pr. deina: aind. dina. di.ni. zogr. 
(Ibuh cloz. I. ß2!~). (Ihni Sl. (li.nenih 408. (li.neiii'i. 910: v. div 
Uucläen. g-obhzi» ahundans: gof. gahiga- nehen gaheiga-. kotbli. 
lebes. Ut. hatilas. got. katila-, ki"Ls: VBskrisiiati excitari: lo. 
kris, dalier kres- in kresiti. kristt^ ki'hstB chrisfus, das aslov. 
krsti. gelautet hat: griecli. y^ptcTo«;. Itnt linum. r. lern., sg. gen. 
\hua. Ut. Unas. lett. Uni. pr. Unno. ahd. Im. griecli. At'vov, lat. Unum. 
Ibpeti adhaerere, daher prilipati. r. li>initb. p. Inai. c. lep, sg. g. 
Jpii. Ut. Upti^ Umpu. lett. Upt, llpu. aind. Up, rip, Umpati. Ibsk in 
Ihstati se splendere. Vergl. p. Isknac und }yska6. r. loski). Ibstt 
frans, r. lestb, sg. g. Ibsti, lesti. c. lest, sg. g. Isti. lestny. got. 
Usti-, das mit leisan erfahren zusammengestellt uird. Ibstt ivird, ivohl 
ohne grund, für entlehnt gehalfen. Ibstb zogr. Ibsti cloz. 1. Ö73. 
Ibsteste 336. preltstenyje 598. neben Itsti 858. Vergl. J. Schmidt 
2. 465. Unverwandt sind lihi.. leha Fiele 2. 653. mtg- träufeln: 
mbgla nubes. Ut. migla. nsl. mzeti saftig sein: travnik vode mzi. 
s. mizati V mingere. klr. mza Sprühregen verch. 35. Ut. mistig mlzu. 
lett. meznu, mlst. mizlis ziemer : vergl. miza rinde, aind. mih, mehati 
aus migh beträufeln, harnen, mih nebel. mihira wölke, griecli. o\j.{'/Xr,. 
z\).'.yzh J. Schmidt 1. 134. Hieher gehört naezg'a succus. mbgnati nic- 
tare. mizati. meziti. nsl. magnoti^ megnoti, mignoti. mzati, 
zmati. zmeriti. s. magnuti. r. mignutb. zmiiritb. c. mhoufiti. p. 
mzy mi sie. mgnac neben mignac. Ut. migti, m'egmi dovmire. 
miginti sopire. megas somnus. lett. migt, megu. pr. ismige obdor- 
mivit. mbriij minor, mbiiij, m'biiij zogr. : got. mins^ minni.zan-. lat. 
minus. Vergl. nsl. minsih fris. d. i. mbribsiihb mbstb vindicta, 
eig. etwa: Vergeltung, mbsti zogr. mbstislavi. : misti(s)clau IX — A'. 
jahrli. Ut. mitas kosten, vergl. mite wechselweise, aind. mith, methati 
unter anderem : altercari, daher wohl mbt-tb. nibsa missa. Ut. mise : 
ahd. missa, aus dem lat. mbseH turpis quaestus. r. obmichnutb 
sja. obmisulitb sja. obmesetitb sja^ obmisenitb s^a, falU: aind. misa 
betrug, tänschung. aind. mus, mösati furari passt nicht. mbzda 
merces. mbzda, mT,zda zogr. r. c. os. mzda. got. mizdön-. ahd. miata. 
ags. meord. mhd. miete, griecli. [xicOi?: abaktr. mJzhda lohn. aind. 
mijedha opfermahl aus mjedha, medlia. Delbrück vermutet eine Ver- 
bindung von masa ßeiscli und dhä setzen. mbzg"b neben mbsk'b 
mulus : die Zusammenstellung mit ic. mis, aind. mis, ist falsch, die 
bereclitigung des b nicht bewiesen. obbstb communis ist aind. ablii 
um, aslov. obi. aus älterem obi, mit dem suff. tja, hat demnach mit 
vestb res, got. vaihti-, nichts zu schaffen. Die bedeutung von obbstb 



11 2 i-vocale. 

ist nur aus ahld hegreif lieh: rund herum seiend. pthati yenre. Ut. 
paislfi. p'esta. left. paislt. lat. plnso : aind. "pis^ pmast! pinsere, daher 
ptseno. pbsenica trlticum. ptSenica zogr. phklt pix : Ut. j^iX'As'. 
lett. pikjis pech : Ut. j;e^Za abgrund ist entlehnt. Ebenso pr. pyculs 
hätte, griech. tJ.gzoc aus -'.-/.ja. lat. p)ix, picis. ptsati, pisa scr'ibere. 
i statt h ist in die inf.-tempora eingedrungen: pisano, ptsano usw.: 
aind. pis, p^sati: pr. peisäton ist slav. Ursprungs. rtviin. aemulans. 
stbg-na platea. st^g-ny, sttg-nah^. zogr. p. sciegno vestigium: vergl. 
sttza semita. aind. stigh (noch unbelegt), im slav. und sonst mit 
gedehntem ic.-vocal: stig-nati. got. steigan. griech. cTsiyo) 5 lett. stiga. 
sttg-no femur. klr. stelmo Oberschenkel, p. scieg-no. ahd. scincho : 
man beachte den nasal im. p. stbklo vitrum. sttklenica zogr.: got. 
stikla- becher: Ut. stiklas und lett. stikls. pr. sticlo sind entlehnt. stbza 
semita. sttze zogr. p. stdza für scdza: vergl. stbg-na. sbvebro 
argenfum. pr. sirablan acc. Ut. sidabras. lett. sidrabs. got. sihdira-, 
svbteti lucere. svbnati illucescere aus svbtnati, daher svitati. sveti.. 
Ut. .svisti, svintu. vergl. aind. stnt, svetati: svid ist unbelegt, svbtestja 
cloz. I. 676. prosvbte se 68 : in späteren quellen auch sT.vt-. Sbcati 
mingere. SbCb urina. ahd. slhan seihen, mhd. seich urina. aind. sie, sincati 
netzen. Damit hängt seluiati ßueve zusammen, klr. syklyny urina 
scheint einverbum sikati vorauszusetzen, seknati ist in die a-reihe über- 
gegangen J. fSchmidt 1. 63. tbk in tbk^Liiio tantum scheint mit Ut. 
tiketi, tinku passen, tikras recht zusammenzuhängen : tbkbma gveg.-naz. 
284. neben t'bk'bmo. ttkxma. t^k^bmii. ttkmo und tokmo zogr. töno 
sup). Ut. tiktaj nur : man kann hiebei auch an trbciti putare denken. Ut. 
tiketi glauben: russ.-slov. to(Siti. ih^ih uxorls pater. tbstb. i'hiisk zogr. 
p>. cieäc, sg. gen. ccia, ciescia. r. testb, sg. gen. testja, dial. tstja. 
Das icort ist dunkel. vbdova vidua. pr. iciddeicü (loidewä). got. 
viduvön-. ahd. icituicä. aind. vidhavä. Man vergleicht aind. vidh 
(vjadh) dividere. vbsb vicus. vbsi zogr. Ut. res in vespats. got. veih-sa-. 
aind. viL vesa haus. lat. vicus. griech. ov/.cz. vbSb omnis aus rbsJ!.. 
vbSb, VBSade zogr. Ut. visas, icofiir man vi5as ericartet, pir. icissa. 
ivisse-mükin. apers. visa. aind. visva. zbdati, zizda ; zidati, zidaja 
condeve. zi.dati. s'bz'bdati. si,zidati. S'bzydati zogr. z'nVh, zizd'L, zbdt 
murus. Das wort wird mit Ut. ziisti, zähl, zedzu bilden (aus ton, wachs) 
in Verbindung gebracht, obgleich zbdati nie diese bedeutung hat; 
pr. seydis (zejdis) wand ist entlehnt', avf std'b domus gestützt, 
dachte ich ehedem an si> und de, eine ansieht, die ich auch jetzt 
zu gunsten des Ut. zed nicht entschieden aufgeben kann. Alis den 
casus obliqui si-da, si.du usw. entstand sda, sdii und daraus 



1. ans i. llo 

zda, zdu, s. zad, daneben zul, dds zunächst auf zidati zurück- 
zuführen ist. 

ß) Stämme, l geht natürlich auch in stammbildungs- und in 
worthlidungssuffi.i.-en in t über. Das suffuc ia nimmt die form hjij 
an, dessen J den hiatus aufhebt: bozbjt, icoraus bozbj zogr., neben 
bozyt, woraus bozij divinus: th. bog't. Der comjfarativ lautet auf 
bj und auf ij für lJ'ls, ij-i-s aus: krepllj, daraus kreprej, und 
kreprij, wie bozbj und bozij. Mit ausnähme des sg. n. m. werden 
alle formen des comparatlvs von einem auf jts auslautenden thenia 
gebildet: sg. n. f. krepllsi, sg. g. m. n. krepfLsa, sg. nom. n. kreplje 
aus krepfts, dessen auslaut e dem genus n. seinen Ursprung ver- 
dankt, krepfb verhält sich zu kreprij wie ovtct zu ovbcij aus ovbca 
und Suffix ia. Vergl. 2. seite 62. 72. Der imter schied besteht dann, 
dass ovtct und ovbcij neben einander gebraucht icerden, während 
kreprij und krepfb jedes in bestimmten formen auftritt. Einiger- 
massen dunkel ist mir velbj zogr. velij, veli zogr. magnus^ neben 
dem ein verij nicht vorkömmt: vele. velbmoza. velbglasbno. velbmi 
adv. usw. velb scheint ein urspr. i-stamm zu sein, velij ist ein T>(a)- 
stamm. vele hält L. Geitler, Pönologie 11, für einen sg. nom. n. aus 
veli icie lat. leve aus levi. b kömmt als Vertreter eines kurzen i vor 
in zahlreichen stammen m. f.: cri.vt vermis: aind. krmi. medvedb 
ursus: edb setzt ein edi voraus. Ijiidb in Ijiidije leute, daher Ijudbmx 
sup. 206. 10. Ijiidbbt ostrom. ovb in ovbca ovis. reöb sermo 2. 
Seite 53. drijzanbje, driizauije possessio, bytbje, bytije y^veat; 2. 
Seite 64. bratrbja, bratrija fratres. rabbja, rabija servi 2. seile 69. 
d'Bbrb vallis. nozdrb nasus 2. seite 87. izraslb germen. s-ihlb sar- 
menta 2. seite 103: beide worte bendien wohl auf dem partic. auf Vh: 
izrasH-L. detelb actio, obitelb devei^sorium 2. seite 109. dbnb dies. 
og-nb ignis. branb pugna. danb vectigal, lit. danis 2. seite 118. 
gi"Ltanb guttur. jablanb malus 2. seite 125. korenb radix. grebenb 
pecten. sr^senb, str-Lsenb oestrtis 2. seite 127. tatb für. g-ospodb 
dominus, daher g-ospodbmb 6«^. 141. 11. Man füge hinzu patb via, 
daher patbmb sup. 86. 15. zverb fera, daher zverbint sup. 410. 18: 
navB moi'tuus, lett. näve mors, ist man geneigt auf nü (nyti languere) 
zurückzufüliven. borb pugna. brtvb supxircilium. dvbrb ianua, daher 
dvbi'bmt sup. 187. 7 ; 428. 12. ki"i>vb sanguis, daher kn.vbmt sup. 
162. 13. liicb lux. osb axis. i"Lzb secale. skrtbb cura. solb sal. 
iVbi^h fei. YA'^^h p)ertica usic. petb. sestb. sedmb iisic; so auch elisa- 
vbtb zogr. Das auslautende h einiger adj. und adv. beruht gleichfalls 
auf altem i: atrt intro. udohh f adle, dvogubb duplex. isk.vb 2>rope, 

8 



1 14 i-yocale. 

das auf kraj beruht, razliöb diversus. otTjüadt oimuno. vtspetb retro. 
ispHnt plenus. pravb rede, preprostt simplex. vysprt sursum. 
posledb neben posledi sV/aTOV zogr. osobb seorsim. svobodb Über, 
ot'hw'huh modo contrario, styr^stb aequalis. ocivestb mmdfesto : 
pr. akiwysti. stzorb maturus tisw. 8. seite 37. ag-lb m. carbo, lit. 
anglis f. : ag'lb scheint ursprllnglich nach der i-declination ßectiert 
worden zu sein, orbli. aquila: vergl. lit. erelis. osbli) asirms : lit. 
asilas. got. asilus. jaslb: jasli praesepe, daher jaslbhi. ostrom. bezu- 
mbm.. desbu'b dexter : lit. desinai adv. istiiibm.. lakavbn'b. veöbni. 
aeternus. jedbii'b neben jedint unus. cybrn. aries. g-rivbua collare: 
lit. grivina^ grivna. Man beachte na zudinem dine fris. : aslov. na 
sadbnemb dbne. lit. avinas Schafbock, zqsinas gänserich. miltinas voll 
mehl 2. Seite 145. pr. deijnayno morgenstern : *dbnbua. dalbiib lon- 
ginquiis. materbrib maternus. pesnb cantus. ziznb vita. malomostb 
aegrotus: mulomosthmh jjat.-mih. zetb gener. letb: letb jestb s^sctiv. 
pametb memoria, pestb pugnus. strastb passio, daher strastbrni, sup. 
392. 1. vestb res, daher vestbma siip. 43. 12. 2. seite 165. pecatb 
sigillum: peöatbmb sup. 341. 15; 341. 7. im>cbtT. imaginatio. ski"b- 
zbt'b Stridor 2. seite 188. vetvb ramus 2. seite 182. di"bzostb audacia. 
boljestb morbus 2. seite 169. balbstvo medicina. jestbstvo ohcia. 
veliöbstvije magnitudo: daneben nevezdT>stvbe cloz. I. 151. usw. 2. 
seite 65. 179: vergl. lit. Ista, Iste: drauglsta. pasllste botschaft 
Bezzenberger 99. pedb palma 2. seite 207. pravbda veritas. vrazbda 
inimicitia : lit. kririda, krivda ist entlehnt 2. seite 211. ovbde, ovtde 
ibi. sbde hie 2. seite 208. plostadb planities 2. seite 209. strezbba 
neben strazbba custodia: lit. sodlha ackerstück und leff. södlba gericht 
sind entlehnt 2. seite 213. jelbiiia, jelbmi quantum neben jelb. kolLma, 
kolbuii guantum neben koh.. tolbnia, tolbmi tantum neben tolb. bolb- 
sbmi, bolbsinii magis 2. seite 234. g-orbkii amarus. tcjzbki. gravis 
neben tog-bk'b in otegtcati. zczbki, neben zegT>k'b igneus. skaöbkt 
locusta 2. seite 256: dass dem teg-ijki. ein w.- stamm zu gründe liegt, 
lit. tingu-, ist icohl zuzugeben: icie sich jedoch daraus tezbk'b ent- 
wickelt, ist nicht dargelegt: nach Geitler, slovanskych kmenech na 
n 119, ist teibki t^g(u)ik7.. detbsk^ puerilis. juzbski> australis. 
osblbsk7> asininus: lit. stellt -iskas (pr. deiwiskai adv.) dem -bsk'b 
gegenüber 2. seite 278. eg-nbcb, ag-necb agnus. kupbCb emtor. venbcb 
Corona, öedbce puer 2. seite 306. vergl. mladenbcb mit pr. malde- 
nikis. ovbsb avena: lit. aviza. jor. wijse, dem. a abgefallen. Der 
jüngere, bulgarische teil des zogr. bietet ci"bk'bv'b. ki"bv'b. oblast'b. 
sediiib. skrbij'b. s'binrbtb. zapoved'b. 



b ans i. 115 

y) Worte, Der lialhvocal b steht im auslaut des scj. instr. der 
themen auf "h(a), o(a), T^fic), h(i) m. und im sg. instr. und loc. m. ii. 
der iwonominalen , daher auch in den genannten casus der zusammen- 
gesetzten declination; ferners in der I. sg. j)raes. der ohne das sufßx 
e conjugier enden verba : zogr. esmt, nesmb. ispovenib, stvemb. damL, 
podanib. enib, s'Bnemi. und iniamb: dagegen I. pL: esinTE.. veim>. 
damx. eni'b neheii propovenn. ■/.•r,p'j;io marc. 1. 38. cloz. predanib i 
/. 210. 229. II. hÖ. 101. 112 nsic. predamii /. 171. 172. aus 
predamb i wie pametiim^b aus painetb iim. 1. 318. zogr. g-IasTiinb 
veliemb. glasonib. necistomb duhonib. gnevomb. st iekovomb i 
ioanuomb. isaienib. liceinb. moseomb. uebomb. og-iiemb. patbnib, 
patenib. slovomb, ucitelemb. hramomb. vetronib. öinib. svoirab. 
moinib. s'b iiinib. eiiib, po riemb. ni o konib ze. cenib. onomb. vi> 
ediüomb domu. kajasteimb se svetymb. pri mori g'alilejscemb usw. 
abweichend: tiistaniemi,. vi tomi. domu. svoinn., og'nemb neg-a- 
sastiniT,, häufig in dem Jüngern, aus Bulgarien stammenden zogr. b. 
zlatomi). inTbze. tvoemi.. o nemtze usw. cloz. bliscanimb /. 557. 
821. bogomb, boziemb 1. 821. bratomb I. 500. veubcenib /. 675. 
vazomb /. 533. g-lasonib //. 17. goveiibemb I. 142. 544. dosa 
zdeiibenib //. 80. duhonib /. 13. 551. dbiiemb /. 458. zakononib I. 
139. 286. imenemb /. 922. 936. 950. ispytaniemb /. 74. 78. ispyta- 
ninib /. 240. ispytanbemb 1. 73. malomb /. 702. mnogomb I. 407. 
m-bnog-onib /. 544. nedag-omb /. 447. jezykomb /. 27. obrazomb 
/. 459. öcmb /. 551. oöistenbemb 1. 405. padanbemb /. 180. pove- 
lenbenib I. 564. podobnomb I. 466. poslusanbemb 7. 543. poct- 
tenbenib I. 569. 570. psauLimb /. 55. peskomb 7. 566. razumomb 
7. 53. svetomb 7. 562. slovomb 7. 702. II. 152. srbdbcemb I. 17. 
149. strahomb 7. 65. 143. ti"bpelbs|t]vomb 7. 77. trepetomb 7. 
110. trasomb 7. 684. umilenbemb 7 407. ucenikomb 77. 35. hote- 
niimb 7. 197. hmb 7. 660. celomadr'bstviemb 7. 406. öloveko- 
Ijubbstvbcmb 7 550. jezykomb 7. 27. imbze 604. 605. uimb 
809. simb 150. temb 219. 286. 482. 949. 605. 606. svoimb 
500. edinemb 458. embze cloz. I. 582. nembze 7. 508. 721. 
861. semb 154. 489. tomb 86. 176. 392. tvoemb 663. 666. 689. 
edinomb 586. zakonnymb 74. izvestxnymb 73. kymb 458. Iju- 
bovbiiymb 534. novymb 27. psauymb 149. svetymb 139. 551. 
s-Lpas-biiymb 73. sastimb 447. ukoriznbnymb 675. vet-^bsemb 354. 
grobbnemb 755. nepobedimemb 780. heruvimbscemb 38. abweichend: 
bogom'b 7. 5. di"bznovenbemT, 7. 535. strahom^b 7. 110. sttr-bpelb- 
stvom-L 7. 77. vbseci.skym'b 7. 468. d-bnevbnyan. 7. 561. Die 

8* 



1 1 6 i-vocale. 

übrigen glagolitischen quellen verfahren tvillkürlich : bog-omt neben 
licemi). duhomt. moseomi.. og-nemi, assem. glasomb veliemt, 
kameniemt. slovonib, saptremt neben ubrusomi.. ukroeim>. ispovemt 
ii mariencod. und vemT> ii oioa auiov. predami. ii tradam eum assem. 
Das ursjjriingliche ti der III. sg. und pl. praes. ist früh in tt statt 
in tt übergegangen : estt neben estt. esti. zogr. estt cloz. vestt. 
povesti. jast'B swp., dagegen estt ostroni. 3. seite 63. 64. Über die 
aoristformen icie jeti. vergl. 3. seite 68 und oben seite 110. Eben so 
schwankend sind die kyrillischen quellen. Im cod. sup. findet man 
eine anzalil von stellen, an denen die erste hand mi. schrieb, das eine 
spätere in ihb veränderte: mnog-ocentnyimt 5. 12. adom'L. svoimt 
slovomb 7. 23. slovomb 8. 27. velikomt g-lasonit 9. 13. moimt 
10. 7. usw. Auch sav.-kn. schwankt: moemt 1. öcsrnt moimt 2. o 
vsemb mire 2. o imeni tvoemb 3. vb nenib 4. drtznoveniemb 5. 
o semb 5. neben o imeni moenn. 4. dTtznovenieuiT. 5. predt 
öcenix vasimi nebesbskymT. 8. vi. oöese tvoenn, 11. st> zevedeomi. 
octnib iina 11. usw. Der ostromir enthält wenig ausnahmen von den 
oben angegebenen regeln : bi"bnijemT:> -i^-^. c. vasiimt 56. a. iiciteljeiiTb 
233. d. Der uralte greg.-naz. schwankt wie die anderen kyrillischen 
denkmähler. Vergl. 3. seite 534 — 538. Die bulgarischen quellen 
gebrauchen teilweise enticeder nur i. oder nur b : jenes tritt bei slepc., 
dieses bei pat.-mih. ein. Beachtenswert ist die in dieser hinsieht ein- 
tretende dijferenz zivischen dem älteren und dem jüngeren teile (b.) des 
zogr. : der erstere entfernt sich hinsichtlich des hier in frage kommen- 
den punktes nicht vom> cloz., ivährend der letztere i. und b regellos 
gebraucht: dbnb, zapovedb, sednib, sijmr'btb, krxvb und dTiOi., 
zapov^d'b, sedm'^b, sbmr'bt/b, kri>v'b usw. Diese dijferenz macht es 
nicht unwalir scheinlich, dass der ältere teil einen pannonischen, der 
jüngere teil einen bidgarischen Slovenen zum. nrheber hat. Vergl. 
A. Leskien, Über die vocale z und, h usw. 59. 

vl'bk-onib, te-iiib entsprachen einem ursprachlichen vrka-bhi, 
tä-bhi, tü-nib dem aind. ta-smin. 

3. In der gruj^pe bj erleidet b mannigfache Veränderungen. 
Entsprechend sind die Wandlungen des t. \ind 7.j : das gemeinschaft- 
liche besteht in dem eintritte der zweiten stufe: '\, y für die erste: 
h, 'h. Der grund der Verwandlung liegt in der Schwierigkeit der 
ausspräche des h, 'h vor j in betonten silben und im auslaute. 
Andere sehen, in bozija aus bozbja usio. eine assimilation. Wenn j 
nach dem. abfall des % im auslaute steht, so bleibt das ursprüngliche 
tj selten erhalten, es geht vielmehr in den älteren quellen in ij, in 



b aus i . 117 

den jüngeren in ej übeVj, das jedoch schon in den ältesten quellen ab 
und zu nachweisbar ist. Nach Geitler, Pönologie 12, stammt der 
pl. g. dLnej von einem thema dbne, das für dbiiL vorausgesetzt wird. 
bj : bozLJ zogr. ij : velij zogr. ej : koste] zogr. Steht tj im inlaute, 
dann erhält es sich sehr häufig; es kann jedoch in ij übergehen: bja; 
velbe zogr., d. i. velbja. ija: irodiediua usw. ladije. ladii, d. i. ladiji. 
ladiica, d. i. ladijica. lihoiinic sg. gen. tretiiceja, d. i. tretijiceja. 
zogr. ije: obedanieni'b. oraziemb sav.-kn. 56.87. podrazatelije lam. 
1. 163. Neben bjemb aus bjomb besteht bimb, iinib aus bj-biiib: 
hoteniimb cloz. psanbimb cloz., d. i. psariinib, blagovolenbimb fol.- 
mac. 229, d. i. blagovolenirab. bliscaninib, d. i. bliseariimb. udare- 
nim-b, d. i. udareriim-b. povelenbiiib steht für povelenbimb. Vergl. 
Seite 83. Aus bji für bje entsteht iji, ii, daneben i, d. i. ji : bliscaui, 
d. i. bliscarii izv. 468. ostri lue. 21. 24. für ostrii aus ostrbje. 
befremdend ist, dass, während man kr'bvija für und neben ki"bvbja 
findet, während demnach der praejotierte vocal den Übergang des b 
in i begünstigt, die verbalstämme ihr auslautendes \, dieses mag nun 
wurzelhaft oder suffixal sein, vor praejotierten vocalen zu h herab- 
sinken lassen können: ubbeni. cloz. bbjaste zogr.: bi. izlbe cloz. 
vT>lbeti : li. pbja zogr. : pi. vbSbevx : si. vbz'bpbese cloz. vbpbeha : 
v'bpi. omoöbj nebeii omocij zogr.: omoöi. prtjaja: pri. Das i erhält 
sich ausnahmslos vor consonanten: biti. liti^ bihi,. lihT>-, h'\Vh, HH; 
eben so im iterativen pivati^ während das gleichfalls iterative ubijati 
auch ubbjati lauten kann. Die vergleichung von viti und cvisti passt 
nicht, wie cvbli. zeigt: ein vbli. gibt es nicht. Was den sg. acc. f. 
sbja, sija usw. betrifft, so fasse ich dessen h, i als einen einschub auf, 
daher sbja, sija /wr sja: vergl. sbi (prinosi.) glag.-kiov. 532. anders 
verhält es sich mit lit. sia,. Aus dem gesagten lassen sich die hier 
angeführten, in den ältesten guellen vorkommenden formen erklären, 
zogr. abbe und abie. bbese, bbeaha, bbjaste, hhQWh, razbbjat-b, 
iibbjatT>, vibbem-b, ubbenu, ubbistva, vibbejaste. bliscaiibemb. bozbe, 
bozbju, bozbja undj bozie. bratrbe, bratrbja und bratrija. velbe, 
velbenib, velbje und velie. veselbe. navodbju. vrazbja. vT.pbeha und 
vbpiet-b^ vbpiease. ST.vedenie. neverbju. dbevoK. zelenbenib. zitbe. 
zrebbje. zelbe. zmbje. lihoimie. irodbede, irodT>ede, irod-^bady und 
irodiedina. vblbeti, vbzlbe und volie, preliejasta. Ijudbc. lobbzanbe. 
inarbe und marie. zitomei-eiibc. podxnozbju. octju. orazbimi. pbja, 
pbet-b, pbeaha, pbje, pbenicami, pbenbstvomb^ ispbcta und piete. 
raspatbe. repbe. sviiibje und svinije. sembonx. sbja, sbje und sija, 
sije. tiverbe. trbstbja. nautrbe. usbju. pociet-b. istedbe und tbmiena. 



1J3 i-vocale. 

cloz. abte 7. 305. 632. bezakonbe 365. bezakonte 683. bezml-BVbe 
757. 758. 759. bezumte 364. 389. bezumbe 184. bestmrbtbe 605. 
besbmrttbju 747. blagodetbja 549. bliscaninib 821. bratrbe 541. 
bratrbje 84. bratbe 108. 745. brbnbe 926. brbnbe ,926'. brecanbe 51. 
bytbe 557. bbeti, 822. velbe 139. 156. velbju 140. velbe 833. 
velbja 99. 479. vlastbja 90. vLztpbese 898. v^pbet-L 349. 687. 
vtskr'Lsenbju 741. vBstanbju 742. vT>sbevT> 588. vetvbe 36. g-ovenb- 
emb 142. 544. dosazdenbe 569. ditznovenbem'b 535. dbevoK 433. 
437. dbevola 717. dbevole 610. zitbe 64. zitbe 357. izlbe 572. 
ispovedanbe 712. ispravlenbe 741. ispytanimb 240. ispytanbemt 
74. 78. ispytanbjii 141. istblenbe 66. ishozdenbe 857. iscelenbe 461. 
600. kazanbe 221. krovbja 316. krotostbja 543. kn>stenbe .98. 
krtstbenomt 98. krestbenb 142. krtstenbe 109. krxstenbe 101. 
lob-Lzanbe 526. Ijubodeaiibe 112. Ijudbe 774. 841. Ijudbem('L) 772. 
mltöanbe 759. mT.dlostbja 209. nakazaube 254. nasledovanbe 601. 
nebytbe 556. nevezd'bstvbju 151. nectstbe 137. nostbja 681. obi.- 
stenbe 324. 547. orazbe 769. osazdenbe 631. 673. osazdenbju 153. 
638. ottpustenbe 393. oöistenbemb 405. padanbenib 180. plttbja 
761. povelenbe 294. 321. povelenbemb 564. poveleiibjii 724. povb- 
eett se 888. pogrebenbe 889. 903. 935. podelbe 704. poklanenbe 
578. porozdenbe 882. 897. 918. porozdenbju 914. poslusanbcnib 
543. posesteube 797. posazdenbe 140. poö'btenbenib 569. 570. 
postenbjn 141. prinosenbe 464. pricestbe 96. pricestenbe 658. 
predanbe 242. predaubi 248. prezbrenbe 156. psanbe 673. psanbinib 
55. pesnbja 703. rabbe 327. razdriisenbe 618. 720. razlicenbe 107. 
razlicbe 25j5. raznbstvbe 238. sembom> 910. s-Linirenbe 521. s^mo- 
trenbe 794. ST.mrbtbja 651. stmerenbe 796. ST.nitbe 795. spsenbe 
484. 591. 789. 791. 848. 861. 945. ^enbe 539. sbeeti, 334. 
Sbeti 680. sbja 144. 273. 413. 569. sadbj§ 7. 770. sadbeim, 934. 
s^dbja 934. tvoritbe 100. teceiibe 562. ubben'b 464. umilenbemb 
407. ucenbe 220. uöenbe 225. 585. ucdeubju 68. hoteniinib 197. 
celovanbe 527. öestbja 25. clovekuljubbstvbe 389. clovekoljubbstvb- 
emb 550. ölovekoljubbstvbe 182. öbtenbe 554. setanbe 772. neben 
povelenie 296. celoinadrbstvienib 406. ahiceichend nost'bja 883. 884. 
953. osazden-be 431. oöi-jii 4. assem. prbjetb und prij^t'b. sup. 
bedbje 279. 21. bbjeti,. dbjavolb. pbjati. tisw. sav.-kn. dbiitj ^^kutvI 
dierum 77. okamenen'bj c>KaA\(M(M'Ki s</. loc. 61. psalt.-sluck. nakaza- 
nbju. patbe. peiibe. pünosciibc. pouc^cnbe. mladm. kranbjevo mesto. 
triod.-mih. veDbjainiub. .sis. pbjanica. tur. tatbje, svjat. prb- 
jaznb. antcli. pletoslovestje TrXcxoXoYia. Izv. prolbja. oöbja/är oöbju. 



trit (tit) iius trrt. 119 

Aus ursprünglichem i>j kann ej und ij entstellen, das sein aus- 
laufendes j eiiihilssen kann. Wir haben demnach bj, ej, ij, i, hjrillisch 
KH, fH, HH; H. zorjr. büzij und bozi nicht nur im stj. nom. m., sondern 
auch im sing. loc. m. n. : im letzteren falle ist bozii boziji zu lesen; 
bol i und bolbi, borij h. bolezüij, branij. veli und velbi^ velij. vestti 
und vostij, vestej, dieses h. zapovedtj und zapovcdij. negasastej sg. 
nom. m. marc. 9. 43 ; 0. 45. pregresenbj pl. g. gredasttj marc. 10. 
30. divij. detij. zdanii sg. loc. zelij j^l. g. ili eliae sg. dat. imenii sg. 
loc. kostej 2)1. g. vLskrili und VLskrilii. krTivij pl. g. v'LskrT,snovenii 
sg. loc. ladii. lucij. mosi sg. n. omoctj und omoöij. ostri sg. loc. 
otfaCbstvi und otLCbstvii sg. loc. proÖi sg. nom. raspatii sg. loc. 
rozdenii sg. loc. us^penii sg. loc. sadi sg. n. sadii sg. dat. tr'Lnii 
sg. loc. uceni, iicenii sg. loc. crsi, d. i. cesarbstvi, sg. loc. atrii in iz 
atrii ecwösv marc. 7. 23. steht für atri sg. g. von aXvh. 

4. h kann ausfallen oder durch e oder t, ersetzt iverden: 

a) criik'vneemb. cto. desnoe. mnog-ocennt. orli. povinm.. psa^ 
psano, napsante. vremenui. vsi omnes. vsi vici. zakonnik'i. zeleznaa 
zogr. prestapnaja cloz. I. 595. protivna 470. verna 148. istiniiL 
865. povinna 152. sn>dca 4. starci 3. starcL 33. tvorcb 267. 599. 
vipsano 83. vsi. vcera. verny. gradca. srebro neben sbrebro. 
ovcamx. rimska. tma assem. psati neben napbsati U7id pisa, psano 
sav.-kn. 40. napsatt 134. und sogar vsb 25. si,psavtsa bon. 
bogoslovcb. tvorca. tbiimici krmc.-mih. Man merke poslustvo^ Srez- 
nevskij, Drevnija slavj. pamj. jus. jyishma 317, für poslusbstvo. 

b) beseni. istinen^. podobent. povinem.. priskrtbeni. zogr. 
kanienemb beruht auf kamenbmb-, dybreln, auf dvbrbht, ivofür 
auch dvbrihi. vorkömmt. 

c) besibst-Lna. bediinu. besiinumu. divbna. dbnevLnyje. izve- 
st-Lno. kupi-DO. loz-bnaago. nadbnevtny. nepravbdiny. ocbt^uo. 
seltnyh't. siHnyje usic. zogr. 

2. trit wird tr^t (trt). 

Nachdem im inlautenden ri das kurze i zu b geschwächt 
lüorden war, entwickelte sich aus rb in der spräche der vorfahren der 
Slovenen, Serben, Chorvaten und Cechen das silbenbildende r : vbs- 
krtsnati, ic. kris, krbs; so auch tr^mist, griech. Tpt[x{7iov ; trbnn>, 
trbmi, trbht, aind. tribhjas, tribhis, trisu, lauteten wohl auch Irtmi., 
d. i. trmi. usic. li hat diesem processe widerstanden : blbsnati_, w. 
blisk^ blbsk, lit. blizg für blisk, iterativ blistati, nicht blstati, 



120 i-vocale. 

brstati. Dasselbe gilt vom anlautenden li: Itpeti haerere, iterativ 
lipati. Vergl. meine abhandlung: Über den Ursprung der worte von 
der form aslov. trtt. Denkschriften band XXVII. 

II. Zweite stufe: i. 

1. Der name des buchstabens i ist ize HJKf; und i: jener kömmt 
dem an die stelle des griecJi. y) getretenen h, dieser dem aus dem i 
gebildete^! i zu. Im laute weichen sie von einander nicht ab. Beide 
zeichen finden sich nicht nur im cyrillischen, sondern auch im glago- 
litischen alphabete : auch letzteres erscheint demnach durch das 
griechische alphahet beeinflusst. 

Verdoppelung des i ist selten und wohl willkürlich: siice hom.- 
mih. So ist auch obiimetb. otiimetb Jiom.-mih. aufzufassen. 

2. i setzt einen vorslavischen langen oder diphthongischen laut 
voraus, wie die vergleichung der verwandten sprachen in den meisten 

fällen zeigt: y, icelches sich zu i> gerade so verhält wie i zu t, ent- 
spricht langem aind. ü. cisti) purus: lit. sklstas. griva iuba: 
aind. grivä. i i)i iti, ida ire: lit. eiti. pr. eit und got. iddja. aind. 
i: emi, etum usw. libavij, libevi. gracilis. s. librast : lit. laibas macer. 
c. libevy ist pulposus, lihva usura gilt als entlehnt : vergl. got. leih- 
van. Dasselbe findet im nicht wurzelhaften teile der worte statt : jariua 
lana: lit. erena lammfleisch. novina: lit. naujena. i aus e, er: dtsti 
filia: lit. dukte. Ebenso mati mater: lit. möte. pr. midi. aind. mcitä 
J. Schmidt 1. 13. 25. Man vergleiche pr. bräti voc. und noatis nessel. 
lit. notere. lett. nätra. Nach Geitler, Pönologie 68, gelangt man zu 
mati auf folgende weise: matrha, matrije, matrd, matri, mati. lani 
kann für laub stehen : vergl. jedoch lit. lone. 

Man beachte die verschiedene behandlung von i und ?(; dem es 
des aind. sg. g. so wie dem e des aind. sg. voc. steht slav. i gegen- 
über, ivährend dem ös des aind. sg. g. und dem ö des aind. sg. voc. 
slav. u entspricht, i imd u stehen im slav. auf verschiedener, e und 
ö im aind. auf gleicher stufe. Derselbe unterschied tritt bei dem inf. 
ein, wo man neben liti nicht nur byti sondern auch pliiti, siiti aus 
S'bpti findet. Wenn man jedoch bedenkt, dass das i des sg. g. und 
voc. g'ostij kosti einem aind. e, lit. e, gegenübersteht, so wird für 
diese formen die gleichheit von i und u icieder hergestellt, denn gosti 
imd kosti beruhen auf goste, koste gerade so, wie sich pbci auf 
pbce stützt. Gewisse e gehen im auslaute in i über. 



vocal i. \2l 

3. i entsteht auf slavischem boden aus ja. siki. talis: r. 
sjaki. aus syh und suffix akt icie iixkrh von tt und demselben suffix 
ak-L. rabyiii serva. piistyrii desertum aus rabynja. pustynja, wie 
die declination dartut. Vergl. lit. begune: pustme ist entlehnt. Eben 
so sg. nom. f. dobrejsi. tvofbsi. hvalesti aus dobrejsja. tvofbsja. 
hvaletja. Nach einer anderen ansieht soll i von sasti nicht aus ja 
zusammengezogen, sondern der auslaut des Stammes sein. Ilieher 
gehört auch mltnii, mosii, d. i. ursprünglich mli.niji, mosiji, aus 
Kil-LDija^ mosija : sg. g. mlT.nije, mosije usw. Da auch mli>ni, mosi 
zogr. krtmbci sup. 360. 27. ladi sis. 252. geschrieben wird, so scheint 
mir, dass sich schon früh aus ml'tniji, mosiji die formen mlnbriij, 
mosij entwickelt haben, während andere i aus ii durch contraction 
entstehen lassen Archiv 2. 600. Die frage nach der geltung des aus- 
lautenden i nach vocalen taucht öfters auf: sie kann auf verschiedene 
weise beantwortet werden. Der laut] bestand zweifelsohne im aslov. und 
wurde in den ältesten quellen durch i bezeichnet. Nach meiner ansieht 
ist krajj nicht etwa krai zu lesen; delaj entsteht aus ursprünglichem 
delaji, delaje; dobrej imd dobrij aus dobreji, dobreje und dobriji, 
dobrije; eben so toj und ]&] aus toji^ toje und jeji, jeje usw. Ein 
zwingender beweis lässt sich für keine der beiden möglichen ansichten 
erbringen, ivie so oft in fragen über die laute einer längst verklungenen 
Sprache. Vergl. aind. l aus ja im aind. taksnl griecli. iiy,icf.v>y. aus 
xe/.xavja. got. thivi aus thivja Zeitschrift 23. 120. Ich lasse hvalesti, 
tvofbsi, dobrejsi aus -tja, -sja hervorgehen, andere meiiien, das st 
und s der angeführten formen sei aus den obliquen casus übertragen 
Archiv 3. 211. 

4. i entspringt aus e in den verba iterativa, ist daher seinem 
Ursprünge nach ein a-laut. Dabei ist zu beachten, dass nach z 
sowohl i als a — und dieses ist älter — vorkömmt, während sich nach 
anderen consonanten i tind e findet: nur vor r, 1 tritt aslov. stets i 
ein. 1. stzigati neben stzizati comburere und s'Bzag-ati (s'izazati 
kömmt nicht vor) von zeg ; von cez findet sich nur istazati deficere, 
kein istizati. 2. pogribati neben pogrebati sepelire von greb. s'tple- 
tati neben sxplitati connectere von plet. prericati neben prerekati 
contradicere von i'ek : in russ. quellen auch narecati. isticati effiuere 
neben pretecati und pretekati praeterfluere von tek. 

ö. Aus anlautendem jt icird i und zwar dadurch, dass t aus- 
fällt und j vocalisiert wird. 1. Aus jt is, aind. ja, wird \, das als 
sg. acc. m. vorkömmt und im aslov. nicht ji auszusprechen ist. Wenn 
jt an ein vorhergehendes wort sich anlehnt, d. h. enklitisch wird. 



1^2 i-vocale. 

beivahrt es seine geltung ah jt : nä rib aus nä nj^, daher auch ide 
aus jtde imd do litdeze. Im dual. nom. n. f. hingegen ist i wie ji 
zu sprechen, denn es ist je; im pl. nom. m. lautet i gleichfalls ji, 
denn es ist ji aus je; dasselbe tritt ein im sg. inst. m. n. imt, d. i. 
jirub aiis jemb, im dual. dat. instr. ima, d. i. jinia aus jema usw. 
2. Aus jtg'O iugum, aind. juga, wird ig-o^ das aslov. so, nicht etwa 
j'igo lautet, jbm aus jem, ein prehendere, aind. j am, wh^d anlautend 
im, aslov. nicht Jim, daher ima, imesi ?;s?r., iw^. jeti für eti «its 
emti. Z^rts iterativum lautet imaja und jemlja, in tcelch letzterer 
form das ursprachliche a als e auftritt. Kömmt im in den inlaut, 
dann sinkt i zu l herab, oder vielmehr j fällt aus: v^tnbma. vtztma. 

6. i entwickelt sich aus je durch assimilation an vorhergehendes 
i. Dies geschieht im sg. loc. m,. n. der zusammengesetzten declination : 
aus byvLsijemL entsteht bivT>siimb. 

7. ii kami zu i zusammengezogen werden : bliztiiimb aus bli^b- 
niimb 3. seite 60. Dasselbe tritt bei den verba der vierten classe 
ein: aus slavijett entwickelt sich zunächst slaviit-L imd daraus slaviti,. 
Hier mag auch pameti-imt cloz. 1. 318. aus pametb jimrb erwähnt 
werden : be prazdbniki. pameti-inn, vtin'nae erat festum memoria 
eis continua. 

8. i entsteht durch dehnung des b, ursprachlich i. 
Functionelle dehnung tritt hei der bildung der verba iterativa 

ein: hW^caii fidgere: blbsk. pocitati honorare: öbt. prilipati adhae- 
rere: ]bp. mizati nutare: mbg-. svitati illiicescere: svbt. 

Compensatorische dehnung findet bei dem bindevocallosen sig- 
matischen aoriste ein : procvisTi efßorui aus cvbt-s'b : cvbt. öisi. legi 
aus öbt-ST»: öbt, Vergl. cislo numerus aus cbt-tlo. pbsati scribere beruht 
vielleicht aif pis, aind. pis, pisa vielleicht auf pins, aind. piiämi. 
tri pl. nom. acc. f. n. ist wohl aind. tr'm; so stützt sich auch das i 
in gosti auf In, obwohl hier 1 allein die dehnung erklärt : vergl. 
kosti mit aind. gatJs. cisme numerus entspringt aus cbt-smen, wie 
das Ut. ver-sme quelle von ver zeigt. Compensatorische dehnung 
scheint auch einzutreten, wenn vor consonanten i aus in entsteht. 
blizT> abalienatus. blizb j)rope, bliznbca gemini, pudenda, wohl tesfi- 
culi, eig. die (einander) nahen, das mit got. bliggvan, lat. fl'igere aus 
flingere in Zusammenhang gebracht wird. Zeitschrift 23. 84. Vergl. 
blizna cicatrix. klr. blyzna wundmahl, fadenj))-i(ch. S. ubliziti ojfm- 
dere. lett. blaizU quetschen, schlagen, imo nomen aus inmeu oder jen- 
men aus der urform anman J. Schmidt Zeitschrift 23. 267. pr. emmens, 
emnes. alb. ennn. isto, sg. g. istese, neben jesto, jestese, testiculi, 



Tocal i. 123 

renes : lit. inkstas ren nehen insczios (in§cos) Bezzenh. isSos eingeiceide. 
pr. inxcze. lett. ikstis: stamm in^ daher eig. ,inicendiges' Bezzenberger 
40. Vergl. J. Schmidt 1. 81 ; 2. 470. iva salix : pr. inicis eibe. lit.jeva. 
lett. eva faidbaum. zve eibe. Man vergleiche plita neben plintta -X'lv- 
60? : tit. pllta ist entlehnt. revitt in revitovB epeßi'vöou. ahd. araiolz. 
misa mensa. So ist vielleicht auch kT>nig;a littera zu ericlären, da das 
p. ksieg-a a«y em älteres kneg^a^, k'tneg-a deutet, das mit einem ki.ning'a 
so zusammenhangen mag wie p. ksiadz, ksiedza mit einem german. 
huninga-. Auf in wird i im sufßxe ik'L und ica zurückgeführt, 
indem man tcorte wie aslov. dvor-tn-ik^ß, vrat-tn-iki. undj lit. dvar- 
in-i7}kas, mes-in-inkas zusammenstellt J. Schmidt 1. 81. Hiebei ist 
jedoch das suffix jakt zu berücksichtigen, welches mit iki die gleiche 
function hat 2. seite 244. 

Accentuelle dehnung gewahre ich in den inf. cvisti florere: cvbt. 
cisti numerare: ctt. vergl. c. kvisti. cisti und büsti: bod. housti: 
hud, aslov. g-ad. krästi: krad. pfisti: pfed, aslov. pred, ico die 
dehnung durch den accent beivirkt erscheint, öistt für ctstt honor ist 
selten. Man merke die praesensformen pisa scribo : pi>s. zida exspecto : 
zbd. Die auf i auslautenden verbalwurzeln dehnen 1 in allen formen, 
nur vor j kann h stehen bleiben: pociti gwiescej-e. pocija, pocbja usw. 

9. i steht ursprachlichem t gegenüber in folgenden fällen: 1. im 
pl. insir. aller nomina mit ausnähme der ^(a)- und der 0- und jener 
themen, die den '^(a)- und o-themen folgen : rybami, syn'Lmi. gostbmi, 
trtmi. matertmi. nami. vami. teini neben raby itsw. Nach Leskien, 
Die declination usic. 100, beruht mi auf ursprachlichem bhims; Bezzen- 
berger, Beiträge usw. 141, vergleicht lit. meis (kekschemeis) aus 
ursprachlichem bhajas. 2. archaistisch ist i iJi der I. 111. sg. praes. : 
jesmi. proteseti i. Vergl. 3. seite 83. 34. Das aslov. suffix der III. 
sg. ist ti, für tb aus ti. liegelmässig ist i in der II. sg. praes.: beresi, 
dasi aus dad-si : aind. bharasi. Man beachte, dass in den lebenden 
sprachen s, d. i. st, für si eintritt: nsl. beres usw. si in jesi hat sich 
überall, in dasy. jisy. visy im klr. erhalten. Hinsichtlich des i im 
auslaut des sg. nom. einiger i-themen vergl. seite 100. 

10. In manchen fällen wird h durch i ersetzt. Dies geschieht 
nach j : gnoünt assem., d. i. gnojini. aus g-nojtnT) lyutridus. Selten 
sind formen wie razlicin'L lam. 1. 38. 103. Es geschieht ferners im 
anlaut, wo weder "l noch t .^stehen kann : so wie für t. d.er vocal 
der zweiten stxife, j, eintritt, so icird l durch i ersetzt: izi, ex: 
lit. is aus iz. lett. iz: istT> verus, lit. iscas, scheint ait/' jes-tt zu 
beruhen. 



124 i-vocale. 

11. i ist nianchmahl als Vorsatz oder als einschuh eingetreten. 

a) igra ludiis, eig. wohl clamor, von w. gar sonare: c. hra. p. g-ra. 
ispolini. neben spolini. gigas : vergl. die gens spalorum hei Jomiandes 
c. 4. Zeuss 67. Dass die Spalen ein slavisches volk gewesen seien, ist 
in geringem grade loahrscheinlich, da riesen icohl kaum je mit einem 
namen des eigenen Volkes bezeichnet werden. Grimm, Mythologie 
486 — 524. ispyti neben spyti frustra: vergl. die PN. c. spitibor. 
spitihnev. p. spycimierz usw. Die bildung der slav. personennamen 
101. isttba tentorium: ahd. stupa. Man beachte das vorzüglich in 
den lebenden sprachen häufige i&hl'h für stli, von std: preisbdt pro?. - 
rad. ikra ova piscium, sura. nsl. ikre glandines (morbus) ist zu 
vergleichen mit p. ikra ova piscium, sura neben kra glandines, frag- 
mentum glaciei. c. kra (ledova). kirchenslav. kra ili ikra ledjanaja bei 
Linde. Neben dem klr. iverb. r. iverent besteht p. wior hobelspan. 
r. imzitt für mzitt: w. mtg. Lit. iskada. iskala schola. istuba. 

b) obijemljutB izv. 681. obistupiti tichonr. 2. 329. obizreti circum- 
spicere izv. 635. Man vergleiche jedoch aind. abhi und lit. apibekti. 
apipilti neben at-a-dufi. at-a-traukti. uz-u-zenkti Kurschat 49. 126. 

12. i enthaltende formen, a) Wurzeln. bi : h'xii percutere. 
Das wort ist dunkel. bid : obideti iniuria afficere. beda. lit. abida, 
ablditi sind entlehnt. birje ns.festum pentecostes ist das ahd. flra 
feier aus lat. feria matz. 112. biser-L, bisr-L, bisbri, margarita. 
nsl. s. c. biser. Dunkel. blizT. ahalienatus. blizb prope: vergl. 
Seite 122. bri : briti tondere. britva novacula. w. aind. %har. abaktr. 
bar schneiden, zu dem sich bri verhält wie kri in kroj zu kar, wie 
stri in stroj zu star. Vergl. J. Schmidt 1. 27 ; 2. 493. Curtius 299. 
bridiikT. acerbus, amarus, acutus, nsl. bridek acutus: vergl. etwa bri. 
ciganim> : nsl. b. s. usw. cig'an^ ehedem aciganim.. griech. äOiYYavc;, 
xarcT^'''^?- cipela s. calceus. magij. czipellö : mlat. zipellus, zepellus 
matz. 132. ci: pociti quiescere: ic. ksi, kseti weilen aus ski. 
öigotTj lictor. Ein dunkles wort. eint ordo : lo. wahrscheinlich aind. 
ci, cinöti aneinander reihen, schichten, aufbauen. cislo, cism§ 
numerus: w. ctt. i ist die dehnung des h zum ersatz des t: Cbt-tlo. 
öbt-smen. lit, skaiilus, skaitlius, dessen suffix nicht dem des slav. 
cislo entspjricht. lett. skaitls, skaits. skaitlt. öistt purus: lit. sklstas, 
klstas : ctstas ist entlehnt. Vergl. J. Schmidt 1. 97 : neben öistt 
besteht cestt in cestiti. cizb : r. cizi. acanthis. jj. czyz usw. pr. 
czilix für czisix. Vergl. mhd. zise matz. 25. divij ferus. nsl. divji. 
r. dikij usw. vergl. Fick 1. 638: lit. dikas frech ist entlehnt. divo, 
divese ; divt miraculum, portentum. diviti so mirari. c. divati se 



vocal i. 125 

spectare. Ut. dlvas wunder ist entlehnt : iv. aind. dhi wahrnehmen, 
abaktr. d'i sehen, daher tcohl di-v-o. divB: s. div fpffas ist das 
türk. div. pers. dev usw.: dagegen raatz. 2 7. drista: nsl. drista 
di/sentena : vergl. Ut. tredzu, tresti. treda; daher wohl diid-ta: damit 
hängt auch p. trzuac zusammen. dvignati movere. Fiele. 1. 112. 
stellt eine w. dvagh auf: abaktr. dvaozh treiben. Ut. dauzti stossen, 
schlagen. Man beachte got. vigan bexoegen und vergleiche aslov. po- 
dvigt certamen mit got. vigana- krieg. Andere denken an ahd. zwangan 
vellere Zeitschrift 23. 207. g-liua nrgilla: vergl. g-lbb in glbbeti 
infigi. g'iii : gniti putrescere. giioj. gnida lens. 6. liuida. polab. 
gnaidäi. Ut. glindas: gnida. steht für knida. grinch. -/.öv.z (y.ov.o). ags. 
hnitu. ahd. niz f. Fick 2. 67. g-ribi, : r. grib-L. p. gvzyh fmigus: 
Ut. grebas, zem. grlbas, ist entlehnt. gridim. ar. satelles: anord. 
gmdh domicilium. gridhmadhr servus : Ut. grlnica cuhiculum famidare 
ist slav. matz. 32. ^rip'L: akr. grip sagena. s. grib. griech. YpT-iro? 
matz. 32. g-riva iuba: vergl. aind. gr'ivä nacken. griza: nsl. 
griza. darmwinde hat man mit gryza zusammengestellt: man vergl. 
jedoch Ut. grizzas. i ille in ize qui aus jas, dessen j nach abfall 
des s und a in i übergieng, das demnach nicht ji lautet. Ahnlich ist 
auch ide ubi. ig'a quando relat. zu deuten. Hiemit hängt auch das 
anderen pronomina angehängte i zusammen. Vergl. 2. seite 120 : i ent- 
spricht dem Ut. ai: tasai; asei für asai ist bidg. azi. Auch die 
conjunction i et ist Melier zu ziehen. ig-la acus, daneben igiila in 
igtlint. nsl. ig-la. kr. jagla. c. jehla. pr. ai/cido. Vergl. J. Schmidt 
1. 76. igo iugum. Ut. jungas. got. juka-. lat. iungo. iugum. griech. 
usuYvv'jjj.t, uü^cv. aind. jug. J. Schmidt 1. 130: ig'O aus yhgo icie i 
aus jt, jas. An die reihe jago. JT>go. igo ist wohl nicht zu denken. 
igra ludus. nsl. igra. klr. ihra, hra : i ist icahrscheinUch prothetisch. 
ikra ova piscium. Ut. ikras icade. ikrai rogen. jjr. iccroij wade: i ist 
vielleicht prothetisch. ili. lutum. nsl. il. griech. Tk'j:. iltcb: c. 
jilec. p. jelca, jedlca scufidum gladii: ahd. helzä schwertgriff matz. 
186. afz. helt, heux. it. elsa, elso. imela viscum. p. jemiola. 
r. omela. c. jnieli. pr. emelno mistel. Ut. emalas, amalis. lett. ämals. 
Man denkt an die ic. jbm, em. ime nomen aus anman. armen, th. 
anwan. pr. emmens, emnes J. Schmidt Zeitschrift 23. 267. Man denkt 
auch hier an die ic. ji>in, em, jam Fick 2. 527. Vergl. J. Schmidt 1. 
27. 80. iuije, inij pruina. nsl. imje, ivje. b. inej. s. inje: Ut. Inis ist 
entlehnt. Man vergleicht auch pr. ennoys fieher. ini. unus in ino-rog'B 
lAovdy.eptoc. ino-k-L monachus. inog-i.. inegi., negi, iJ.ovt6;. Ypu'}. Ut. 
v-enas. pr. ains. got. aina-. alat. oinos. air. öin, oen. aind. e-ka. 



126 i-Tocale. 

Identisch damit ist im. alius: vergl. aind. e-ka unus, alius. Unver- 
wandt ist aind. anja. iskati quaerere ans jeskati. lit. j'eskoti und 
jeskoti Kurscliat 78. lett. eskat. dlid. eiskön. aind. i§, icchati aus 
iskati. isto, istese testiculus. istesa, obistie renes. nsl. obist. lit. 
inkstas, insczios hezzenh. niere. iscos eingeiceide. pr. inxcze. anord. 
eista J. Schmidt 1. 81; 2. 470. isti. 6 cvtoj; qiii vere est: %o. as. 
slav. jes: in jesttstvo cusia hat sich je erhalten. isti>ba tentorium. 
nsl. usw. izba. ar. isti.ba. lit. stuha, istuba. lett. istaba: ahd. stuhä. 
mlat. stuha. it. stufa. fz. etuve. iti, ida ire. lit. eiti, eimi, einu. 
lett. U. lat. ire. griech. eX[),i. aind. i, eti. iva ar. Salix, nsl. s. usw. 
iva. lit. eva; eva, jeva bei Kurschat 78. pr. inwis taxus. ahd. lioa. 
matz. 37. J. Schmidt 1. 48. izL ex nach J. Schmidt 1. 12. aus 
jbz'B. lit. is für iz. izica stamen. Dunkel. jelito c. darm, ivurst. 
2). jelito darm. ns. jelito der grosse magen des rindviehs. Vergl. pr. 
laitian wursf. klin'^t cuneus: lit. kllnas ist ivohl entlehnt: man 
vergleicht ]s.o\, klati. kiiiga, k'Briig-a /t'^tera. \^\\\gj pl. litter ae, liher : 
j). ksiega deutet auf kneng'a: vergl. ksiadz, aslov. ktnezb, und german. 
kuninga-. kri in kroj und kroiti scindere: vergl. bri. Mit der w. kar 
hängt auch krajati zusammen: secund. w. kra. krikt, kliki. clamor. 
kricati clamare. kliknati exclamare: lit. kllkti, krJkstöti J. Schmidt 
2. 462. krilo ala. nsl. krilo. p. skrzydlo : lit. skr'dlas, im suffix 
abweichend, skreti rund drehen, tanzen, lett. skret laufen, fliegen. 
krint, krina modius. okrint patera. s. krina. ar. kriii'B, okrint. 
c. okfin. p. krzynow inatz. 52: vergl. okrini.. krivi. curvus. lit. 
kreivas. lat. curvus J. Schmidt 2. 492. krizt crux: lit. krlzius ist 
entlehnt, ahd. chriuze: i ist demnach ju. krizbma, krizma xpia[j.a. 
nsl. krizma. c. kfizino. li vel scheint aus Ijiibo entstanden zu 
sein. Vergl. 4. seite 107: anders Leskien, Die declination usw. 49. 
li: liti, liju und lijati, \Q,]a, funder e. polivati ist besser bezeugt als 
polevati. lit. l'titi glessen. pr. ishuns eßusus. lit. l'iti. lett. lit regnen. 
libav'i., libev'i. gracilis. s. librast. lit. lalbas dünn, zart, schlank: 
c. libevy ist pulposus. liliva usura. c. lieliva. j>. licliwa. 31an 
vergleicht lihoimanije aviditas und lih'L abundans von einer ?r. liii : 
liliva teure demnach eine primäre bildung durch va wie etwa inHya 
aus melva, mrLva aus inerva: w. mer. vI'lIivl aus vhih, vl'i.s. 
matz. 56. Man hat sonst libva mit got. leihvan. ahd. llhan und 
dieses mit aind. ri6, recati zusammengestellt. Man vergl. lit. llkoti, 
llkau leihen, pr. polikins. Mit ViXvh abundans ist lit. li'kas. lett. leks 
überflüssig unverwandt. Man beachte auch c. licha in: suda ci 
liclia par oder unpar, wofür lit. liaias unpar Kurschat 223: vergl. 



vocal i. 1^1 

llkius iiherschuss, daher vielleicht lilri. aus liks-L. liht expers. 
r. lichij höse: lit. lesas mager. i.s-si-li'sti mager werden. Dieses lihi. 
ist wahrscheinlich von dem unter lihva behandelten verschieden. 
lik'B chorus: man vergleicht lelct springen und got. laika- tanz. aind. 
reg, regati hüpfen. lik'i, in seliki,, tolik'L tantus. kolik't (juantus 
ist mit liko iii liöese verwandt und mag zanäcJist die qualität bezeichnen. 
Andere knüpfen an seli. toli. koli an .J. Schmidt 1. 90; anderen 
ist lik aus Ibak entstanden Geitler, Fonologie hl. lik in liöbba: 
2^. liczba numerus, liczyc : vergl. lit. liläs numerus. lik: liciti 
evulgare. *liko, licese, facies, neben lice: i soll aus in hervor- 
gehen J. Schmidt 1. 89. Vergl. lit. la//gnan loange. liciti formare. 
liceinei"T> Simulator. linb : r. linb. p. lin usw. schleie : lit. llnas. 
pr. Unis. lipa : nsl. iisw. lipa tilia: lit. lepa. pr. lipe: vergl. lo. Ibp. 
listi folium : vergl. lit. laiskas Matt, lakstas. lis'b vulpes : vergl. 
lett. lapse. lisaj impetigo: stamm, lili. liva africus: ngriech. A(ßa:? 
malz. 242. lizati lambere: lit. lezti, leziu. laizlti, laizau. got. 
bilaigün. lat. lingo. griech. \v.yb). aind. rih, Uli, rihati, ledhi. mi 
mihi. Vergl. ti tibi, si sibi: aind. me. te. mi: minati praeterire. 
mimo praeter. milo ©cpvv] dos. milt miserabilis. lit. mllus freund- 
lich, melas amoenus. mlleti amare. meile amor. mahne gnade 
J. Schmidt 2. 485. mirt : kr. s. mir murus. Aus dem lat. : das 
wort ist in Dalmatien aufgenommen. mirt pax, mundus. p. mir 
pax Archiv 3. 50. lit. merus ziel. lett. mers friede. Bei miri. paa? 
denkt Fick 2. 486. an abaktr. mithra vertrag, freund. misa 
patina. c. misa. p. misa usic. : lat. mensa. got. mesa- n. tisch, ahd. 
mias. ir. mias J. Schmidt 1. 45. 81. misati se nsl. pilos amittere: 
ahd. müzön aus dem lat. mutare. Dasselbe lautet s. mitariti se^ das, 
in Dalmatien entlehnt, unmittelbar aus dem lat. stammt. mite, 
mitus'^b alterne. klr. myfma, na mytus vercli. 36: got. missd einander. 
aind. mithas. i befremdet. mliii'L, blini. placenta. nsl. mlinec. b. 
mlin : lit. bllnai und nhd. blinze sind entlehnt. Vergl. kliin,. intniln., 
mnihi. monachus. lit. minlkas, mnlkas : aus dem ahd. munih monachus. 
ni necpie. lit. nei. nicb pronus. nsl. pouiknoti in terra perdi. vnic 
verkehrt, b. nickom. kr. vodu nikom piti. nice humi lue. s. nicice: 
niöiti vernichten, lit. naiklti, ist trotz des lit. auf ni-cb zurückzuführen. 
niknati, nicati germinare. nsl. niknoti. b. nikiiTj vb. usw. nistb 
humilis aus ni-tja. uitb filum. lit. nltis J. Geitler, Lit. stud. 68. 
98: vergl. got. ne-thlä-. ahd. näan. nadala. lit. nere. griech. vsw 
J. Schmidt 1. 8. 27. riiva ager. nsl. njiva usio. nizt deorsum. 
aind.ni: ni-zt. obi, ohi,, o praeposition, praeßx, circum : obizreti: 



128 i-vocale. 

aind. abln. okrint i^elvis neben krinx. c. okfin. ns. hoksin 

Bezzenherger, Über die a-reihe usw. 31, vergleicht gof. hvairnja- Mm, 
Schädel, anord. hverna topf, schale, griech. v.ip'jo:. pikauina urina. 
c. pikatij pickati mingere. pikusx: c. pikoiis teufel vergleicht 
L. Geitler, Lit. stud. 68, mit lit. plkulas gott des zornes. pila 
serra. nsl. usw. pila, lit. pela : alid. flla. pile : b. pile pullus 
gallinaceus. s. pile. pilica. pilez. lit. pllis anas domestica. Man 
denkt bei diesem icorte an b. s. pule asellus und an lat. jjullus. got. 
fulan- vergl. matz. 66. piliiiki.. s. piljuga nisus vergleiche man 
mit pr. pele weihe. piljevati: slovak. pifovat' diligentem esse, 
p. piluy, das mit plLni verwandt sein mag. piaka slovak. frin- 
gilla. c. penkava. lett. innkjis. ahd. fincho. mag//, pinty: vergl. 
matz. 65. pipati palpare. nsl. s. pipati. b. pipa vb. pipela, 
pipola tibia. lit. plpele. plpti pfeifen Kurschat 320. Hieher gehört 
auch s. piple gallinida, pidlus. pr. pepelis. pippalins pl. acc. vogel. 
usw. Vergl. matz. 66. pisati neben pbsati^ pisa scribere. pisme 
aus pLS-smen usw.: lit. ispaisau p. rysuje Szyrwid 329. pr. peisät. 
piskati tibia canere : w. pi. pitati, piteti alere. lit. petus mittag- 
mahl, aind. pitu cibus : vergl. got. fddjan. piti bibere. piri. con- 
vivium, eig. cJij.Ticuv. ai7id. piä, pipate, pnhati : ptl scheint im p. 
napawac neben napajac aus napoic erhalten. pizda: nsl. usw. pizda 
Vulva, lit. ^nse, p7ze, pizda cunnus. pisti, pisu. lett. pist, p>isu futuere. 
pr. peizda podex: w. ist wahrscheinlich pis. Vergl. mhd. visellm 
penis. aind. pasas. griech. -zioz. lat. penis. plistb tnmultus : vergl. 
pl^usk-L. pri apud. lit. p)ri, pr't^ Kurschat 128. predas zugäbe, 
pr. prei. lett. pre : j^f'eds. pri: prijati /avere. prijaznt. got. frijön. 
aind. pri, prlnäti. abaktr. frJ. lit. pretelius ist das slav. prijaters. 
ri: riuati trudere. aind. rl, ri, rinnti, rijati J. Schmidt 2. 250. 
rig-a r. trockenscheune. L. Geitler, Lit. stud. 69, vergleicht lit. reja 
(r'eja) Scheune. rhm, roma. i-uinim., runiLski. romanus deutet 
auf die reihe: rumi.. ijunn.. rimi.. lit. rlmas ist entlehnt. i-iskati, 
ristati currere. klr. ryst via bibl. I. lit. riscia trab : w. ri. ritb 
jyodex. L. Geitler, Lit. stud. 69, vergleicht lit. retas lende : die vocale 
stimmen nicht. riza vestis. Dunkel. si : sijati, sinati splendere: 
vergl. aind. 6jeta, ^jena albus. sigt r. salmo lavaretus: vergl. 
lit. slkis f. sik: nsl. siöati sibilare. sikora. lett. sJkt. siko. 
talis neben sjakt, lit. sokias, und sicb von st; d. i. sjt. Vergl. das 
Suffix jaki. neben iki. 2 seite 244. sila vis: lit. slla ist icohl 
entlehnt. p>r. seilin ßeiss, kraft. Vergl. s. dosinuti se potiri. silo 
lagueus. c. sidlo : lit. -sl.'ti anbinden, lett. set. got. in-sail-jan an 



vocal i. 129 

seilen herablassen. Vergl. sitije itincus. siiiL h/jacinthinus : vergl. si, 
sijati. sip : r. sipnutt raucescere. sirt orhus. sitije iuncus 
collect, jj. sit. sito cribrum. It. sijati secernere. lit. sijoti. setas. 
lett. sJjät. sUs. lir. siduko Hiebtopf: vergl. .s. sitan minutus. lit. sUnas. 
siv^B ciiiereus. lit. slvas. semas. pr. syvan. aind. sjeta, sjena albus: 
vergl. si, sijati. skrinija arca. nsl. skrinja. c. skfinö. p. skrzy- 
nia. lett. skrlns. lat. scrinium. ahd. skrmi. skrizalt tabula, petra. 
klr. skryzivka scheibe verch. 04. skriziti frendere : vergl. ski"i.zi>- 
tati. slina saliva. nsl. usw. slina. klr. slyna. r. slina nebe7i 
sljuna J. Schmidt 2. 259. lett. slenas, slekas. lit. seile, lett. seilas. 
sliva prunus. lit. sllva. pr. slyioaytos pl. ahd. sleä, slehä. slizati : 
p. slizac^ slizgac auf dem eise gleiten. slizb : p. sliz cobitis. lit. 
slizis. smijati se, smeja se ridere : aind. smi, smajate. smilbnt : 
r. smilny lascivus. smilnik fornicator. smilstvi res venerea: vergl. lit. 
pasmilinti verleiten, smillus näscher. smailus Zeigefinger und smalstibe 
leckerbissen. stig-: stignati venire neben sttza via. got. steigan. 
ahd. stlgan. lit. staigti. lett. steigt, stigga fussweg. griecJi. OTziyM. aind. 
stigh, unbelegt. stri in stroj administratio : w. star. striga tondeo: 
vergl. ahd. str'ihlian streichen J. Schmidt 1. 55. svib : svibovina^ sibo- 
vina lignum corneum.. siba cornus sanguinea: vergl. pr. sidis. sviblivL 
blaesus: vergl. lit. svepleti lispeln. svila sericum. svinija sus. 
pr. seiceijnis saustall, swintian schicein. svintct : nsl. svinec. r. 
svinec'L plumbum. lit. svinas. lett. svins: w. etwa aind. svit, daher 
sviufcCb das leuchtende aus svitnbcb. Nach Archiv 8. 196. ist lit. 
svinas aus "^'suvanas, urform kuvanas, griech. 7.6avo?, entstanden. 
sviriti tibia canere. svistati neben zvizdati sibilare. svita vestis. 
Dunkel. si: siti, sija suere. sbvent sutus. sivt sutura. lit. siuti, 
siu-v-u. got. siujan. ahd. siuican : aind. siv, slvjati, partic. sjüta, ivird 
mit si, sinöti in Verbindung gebracht J. Schmidt 2. 262. ■ siba virga. 
Damit mögen osibt und hobotT) cauda zusammenhangen : auszugeheii 
ist von sab, icoraus heb, durch Steigerung hob in hobot^; seb, stb, 
durch dehnung sib i^i sibati. Vergl. Fick 2. 692. sidt. in usidi), 
usidb fugax. Auszugehen ist von sad, woraus hed, durch Steigerung 
hod in hodij ; sed^ std, durch dehnung sida in *sidati. siditi irri- 
dere. c. siditi. jj. szydzie. 7is. suzis. lit. sidditi keifen. sija iugidum. 
öipT>ki> rosa. nsl. scipek. siroki» latus. spila nsl. art nadel. r. 
spiltka. p. szpilka: ahd. spillä aus spinalä, spinilä vom ahd. spinnan, 
woher auch spindel. spilja nsl. caverna : ngriech. g~t^K'.x. spilbmani) 
Idstrio: ahd. spiliman, auch Schauspieler. Ein durch die in der 
Geschichte Serbiens als bergleute eine rolle spielenden sasi Sachsen 

9 



130 i-vocale. 

nach den Balkanländern verpflanztes icort. Ut. spelmonas bei Dona- 
leitis. stiri.: p. szczery rein, lauter, r. sciryj. c. ciry neben siry. 
lit. ciras ist entlehnt, got. skeira-. ags. sklr. mJid. sciür. Ut. sklrti, 
skiru scheiden und skiras besonder J. Schmidt 2. 419. stiti) scu- 
tum: vergl. Ut. skldas. ijr. staitan. lat. scutum. svitoriti: c. svito- 
fiti zwitschern. Vergl. Ut. vlturoti. ti et: vergl. den pronoyninal- 
stamm ti. tilii. tranquillus. Man vergleicht mit unrecht tuhnati : 
lit. tikas ist entlehnt. tikati adsimulare J. Schmidt 1. 52. tikri, 
tikt specuhmi hängt mit tikati zusammen, i ist daher wohl richtig : 
tikri,, tikbrt lam.. 1. 94. 166. vt tik're mladm. ttktrB lam. 1. 166. 
tyktrb lam. 1. 95. tyki)!"!! greg.-naz. 121. tyktrt 147. timeno 
lutum : vergl. klr. fimenyca unreinUchkeit am, leibe, das jedoch mit 
teme zusammenhängt. tina lutum. tini, /. lorum loird mit der 
w. tan extendere in Zusammenhang gebracht J. Schmidt 1. 23. 
tisa pinus. tist taxus. s. tis. c. tis. p. eis. magy. tisza : mit tisi. 
vergleicht L. Geitler, Lit. stud. 68, lit. pratesas mastbaum. tiskati 
premere: kr. tisk prope in tisk uz varos erinnert an blizu. Man 
vergleiche tistati, tista, tistisi contendere. nsl. tisöati. tri tres. got. 
tlireis. griech. ~ov.c. aind. tri, dem. in den composita tri., tri> entspricht. 
tii ist wohl gleich dem aind. trln acc. m.; trije ist icie g'ostije gebildet. 
tri ZT) entspricht lit. treigls trimus. vi: viti circumvolvere. lit. viju, 
vlti. pr. witwan acc. iceide. lett. Vit: vergl. vitb res torta mit lit. vltis 
Weidenrute, abaktr. vaeti iceide. vitlt machina. videti videre: lit. vlz- 
deti, veizdeti, veizdmi schauen, daneben vlsti, vtstu erblicken, vaidinti 
sehen lassen: videti ist demnach loohl als durativum anzusehen, das 
jedoch auch perfectiv gehraucht wird 4. seite 296. Vergl. s. vednuti. 
got. vitan. lat. videre. griech. F'.o: loslv. aind. vid, vetti. vidati s. mederi: 
matz. 87. vergleicht lit. vaistas medicina. und aind. vaidja medicus: 
10. vid. vigerib: nsl. vig'enj nagelschmicde. s. vig-anj. c. vyheiij 
vyhne. os. vviheii. magy. vinnye: matz. 87. denkt an got. auhna-, 
das mit ahd. ofan zusammengestellt ivird. vihljati: r. vichljatb 
schleudern : L. Geitler, Lit. stud. 72. Rad 41. 168, vergleicht lit. 
viksloti zausen: tu. vinks. vilir7. turbo. nsl. viher. r. vic]iori> usw.: 
lit. vesidas L. Geitler, Lit. stud. 72. viklati c. wackeln : L. Geitler, 
Lit. stud. 72, vergleicht vikrus lebhaft, vinkrumas I abhaftigkeit. 
vila nympha. vilica fuscina aus vidi- : w. vielleicht y\ torquere. 
vina causa: lett. vaina schuld. vino vinum: lit. vlnas. lett. vlns. got. 
veina-. viri> vortex, lit. virus, stammt von -virati, vreti. viseti 
pendere. visk : visnati muttire. visk- : klr. vysky schlafen, 
bibl. L viSnja v:eichsel : lit. vi'sna, vlsna. pr. wisnaytos pl. ngriech. 



vociil i. 131 

ß'.crivtoc sind entlehnt. Vergl. matz. SS. vitati liahitare. Verfjl. lett. 
vitet zutrinken, lit. i:i'ta locus. vitezb heros. Vergl. anord. vlJdngr 
hellator. viza nsl. usw. accipenser huso. Vergl. alid. Imso. matz. 
89. vitva : j^- witwa salix viminalis. pr. icitwo. Vergl. vi : viti. 
zi in sLzi, om.zi usw. ahaktr. zi. aind. glia, ha 4. seile 117. zi : 
zijati, zcja, zijaja hiare. j). zipna<^. lit. zioti, ziopsoti. aind. ha (ghä), 
gihlte aufspringen, weichen. zima hiems. lit. zi'ma. pr. semo. lett. 
Zi^ma : lirsprachlich ghjama scJinee, icinter Ascoli, Studj 2. 158. 237. 
zmij draco. s. zmaj, das eiti aslov. zmbj voraussetzt. z'Linte sg. nom. 
zap. 2. 2. 99. zica nervus, wohl aus ziica, zijica. h. zici.. s. zica: 
lit. gija filiim. zidiii'i., zidovint iudaeus. lit. zldas. lett, zids: ju 
in zUj zi wie im kr. zezin mar. aus ieiunium. zid'Bk'L succosus 
üoapc;: zidfckoje i nepostojaunoje pisme mladen. zila vena. nsl. 
zila. klr. zylksi faser: lit. gJsle, ginsla. pr. gislo L. Geitler, Lit. stud. 
84. Vergl. zica. zirt pascuum. Man vergleicht lit. gerus deliciae : 
es beruht jedoch wohl auf zirati iterat. von zer, zreti : gerus würde 
zart ergehen. ziv: ziti, ziva vivere. lit. glvas. glvidas tier. pr. givJt: 
geits brot wird mit zito zusammengestellt, got. quiva-, sg. nom. qiiius. 
griech. ß-oc. lat. vivere. aind. giv, glvati. ahaktr. ('[ivja lebendig. Vergl. 
lit. glti aufleben, genesen, gajus leicht heilend, womit m.an aslov. gq] 
pax, goilo sedatio verbinden kann. 

i findet sich in entlehnten warten. 1. dijaki» otay.ovs;. dina 
antch. kb dine -pb;; xbv oeTva. ikonomi. o?y.ov6[xo? zogr. ivant 

•.oavvr,;, livra *A'!ßpa cviis lat. libra für XiTpov io. 10. 39.- zogr. 
assem. nie. miro [^;jpsv. 2. skrinija, skrinja arca. skriiiica 
loculus. lit. skrine. Mit skrinija ist wohl krina modius und krinica 
hydria, trotz abweichender hedeutung, gleicher abstammung. 3. misa 
lanx: got. mesa-. ahd. mias, meas aus lat. mensa. mtniht mo- 
naclius: ahd. munih. tiun^, tivunt Verwalter, diener, davon lit. 
tijunas amtmann: anord. thjönn diener. 

Anlautendes i fällt in fremden Worten nicht selten ab : lirikb 
lam. 1. 3o. raklij r,py:/.\'.zc. spanija rom. lo. 28.-slepc. .sis. rom. 15. 
24.-sis. neben ispanija s/epc. 

Dass manches unerklärt bleibt, ist icohl selbstverständlich. Zu 
den unerklärten worten gehört viseti pendere: aind. vis, dessen i 
nicht auf e zurückgeführt werden kann. Man kann bei viseti daran 
denken, dass der vocal der verha III. auch sonst auf der zweiten 
stufe steht : slysati im gegensatze zu sl-bh im c. poslechnouti ; so 
könnte auch videti erklärt icerden, doch ist dies wegen des lit. 
wisicher. Man denke an poleti ardere. stojati stare. 

9* 



132 i-vocale. 

ß) Stämme, iji. : babij anilis. bozij divinus. bycij taiiri. 
Das Suffix ijt ist wie das suffix jt das ursprachliche suffix ia 2. 
Seite 62. 72. babij daher aus babiij. Aus ia hat sich jt und tjt, 
ij^ entwickelt, daher laskoct und laskocij. li nehen dem älteren 

le : koli, kole. toli, tole. seli, sele. lit. Jcolei. tolei. siolei 2. seite 
104. int: vlastelini> nohilis. Ijudint laicus. rumenin'i., rumim,^ 
rim]janim> romanus; dT^steriui» filiae. ijudini. iudae. neprijazninT) 
diaholi; bltvotina vomitus. dolioa vallis. zverina caro ferlna 2. seite 
129. Vergl. lit. ina, ena in krumlnas grosses, dichtes gesträuch von 
Jcrumas, aslov. g-rtmii. berzinas hirkenhain von herzas. er'dna lamm- 
ßeisch. zverena icildpret. naujena, naiijma etwa novina Kurschat 87. 
tiyb: hoditij eundi. pitij potabilis. nes'itr'Lpetij intolerahilis 2. seite 
171: netij ist jiep-tij wie griech. avtinoq aus aveir-Tio? zeigt. itt: podo- 
bitt Imitator; bregovit-L montuosus. vodotradoviti. hydropicus 2. 
seite 198. istt: g-r-LÜsti. magnum coUitm habens. mravisti. formicis 
refertus. plestistt amplos humeros habens 2. seite 196. itJT>: otro- 
cistB pueridus. aKiiistb, lanistL hinmdeus. Ibvistb, Ibvovistb catulus 
leonis 2. seite 197. Dem aslov. isti entspricht lit. aitja, Itja: abro- 
maitis söhn des abromas. elnaitis aslov. al'i.nistb^ lanistb, karpaitis. 
paukstitis vögelchen von paukstis. bernltis Jüngling von ber)ias Kur- 
schat 97. sbdi: trisbdi, trisbdy, trisbdu. tristi, trizdi ter. cetyristi 
qiiater. petisti quincpdes 2. seite 204. ivb : bledivt nugax. zvero- 
jadivi bestiarum carne se nutriens. Kzivb mendax 2. seite 223. 
tetiva chorda entspricht dem lit. tempüva. mi neben me, ma: 
bolbrai, bolbma magis. jelbmi, jelbiiia quantopere relat. kolbmi, 
kolbma quantopere interrog. 2. seite 234. iiua: devima puella. 
krtöimi. faher. otbcimt vitricus von otbcb 2. seite 238. ikt: 
nozikt cidter. zlatikt nummus (aureus); sik-b talis; dPbZbnikt debitor 
2. seite 246. Dem ikt stellt das lit. in vielen Worten inka (lett. 
tka) entgegen : dvorbniki. dvarininkas J. SchmidA 1. 82. 106. Man 
beachte, dass nsl. das suffix ikt dem suffix jakb gleich ist: sveö- 
nik, svecDJak 2. seite 244 und dass siki. falis gleichfalls auf sjakt 
beruht. isko, iskc: boriste pjalaestra. g-noiste fimetum. kapiste 
delubrum 2. seite 274. igt : jarigt cilicium ; veriga für und neben 
vei'uga catena 2. seite 282. Neben igt gilt das suffix jagt 2. seite 
281. ilit: zeniht sponsus 2. seite 288. Neben iht findet sich jaht 
2. Seite 287. icb: agnicb agnus. gvozdicb parvus clavus. kora- 
blicb navicula 2. seite 293: icb ist wohl eine ältere form des suf fixes 
bcb aus bkjt. sicb talis ist lit. Hokias. ica: öarodeica maga. 
glumica scaenica. plesica saltatrix 2. seitt 294: ica ist in vielen 



vocal i. Idd 

fällen iki. und ja ; in anderen das fem. von i>ci. aus LkJT.. Vergl. 
J. Schmidt 1. 83. Das i von destnica. niatica. veverica ist nach 
Geitler, Pönologie 51, der auslaset i für ja des thema: lit. desine. 
mote. vovere. ij'LS : borij maior. bn,zij citior. Ijnstij vehementior 
2. Seite 322. ict: kotoricb homo rixosus. nevodicb pwca^or ; nevodii. 
zazoriöt osor 2. seite 336. Vergl. ik-L %ind icb. Das i der verhal- 
sfämme icie slavi beruht auf dem aind. aja: srüvaja: das gleiche 
gilt von allen verhen der vierten classe. aja ist zunächst in ije 
ilh er gegangen, ^voraus sich, icahrscheinUcli durch die icirkung des 
accentes, i entwiclcelt hat: slavisi celehras aus slavijesi neben vT.pi- 
jesi clamas aus ursprünglichem v^pijesi und dem zur ersten classe 
gehörigen pbjesi. ije hat sich ausser im aslov. vtpijesi erhalten im, 
ns. porozijo pariet für ein aslov. porodijet'L, abgesehen vom aslov. 
porozda pariam, das zunächst auf porodijom beruht. Der sg. loc. 
m. n. posledLiiümi, pos]edi>riimi> beruht auf posledLiiijemt. Der pl. 
nom. m. g'ostije, g-osttje ist auf eine urform g-ostaja zurückzuführen: 
vergl. aind. kavdjas m,. neben gdtajas f. Das lit. bietet dJäs von älas. 
Vergl. Geitler, Pönologie 67. Auch das lange i im. s. und im c.: 
slavi zeugt für dessen entstehung aus ije. Man vergleiche jedoch nicht 
den sg. i. imeniiirib und imenimt, da diese formell icohl aus imeni- 
jtmt entspringest : auch die berufung auf pristavijem> sup. 11. 2. ist 
zurückzuweisen, da i aus aja entsteht, daher pristavi-j-ent. g-ostiti 
hospiiio excipere ist aus g'ostt entstanden tcie bediti cogere aiis beda 
durch das verbalsuffix \, und die ableitung des gostiti aus gostt 
mit dehnung des h zu i ist unrichtig, trotz des aind. arätljati 
malignus est aus aräti malignitas: nicht hvali, sondern hvalt sei als 
thema der conjugation anzusehen. Vergl. 2. seite 450. Dasselbe gilt 
von der erklärung des adj . neip\odi,Yim, ■ aics neplodtvt mit dehnung 
des h zu i: vergl. gospo2d(a)-ini. mit gospozda. lit. stellt dem slav. 
i sein l oder in entgegen: krlkstUi, krtstiti. meriti, meriti. marinti, 
moriti. tekinti, wofür man takinti erioartet, tociti. budinti, pr. hau- 
dint, buditi. Vergl. Zeitschrift 23. 120. 

y) Worte, pl. nom. der ^(a)-declination: rabi. i ist aind. 
e in te, aslov. ti. Vergl. lit. vilkai. je {aslov. i d. i. ji). lett. greki 
aus grekai. griech. ''-r.o'.. lat. equl. pl. instr. der ii(ä)-declination : 
rybami. i steht unregelmässig aind. i in bhis gegenüber. J. Schmidt 
1. 12. verweist auf abaktr. bis. Vergl. Bezzenberger 125. sg. gen. 
der h(i)-declination : gosti. kosti. Das i dieser form steht aind. es, 
lit. es, gegenüber: aind. pates, aves. lit. vages, naktes. sg. dat. loc. 
der h(i)-declination : gosti. kosti. i icird als i-i gedeutet: gosti-i. 



lo4 i-vocale. 

kosti-i. Das ziceite i ist das suffix des sg. loc, heim dat. aus je 
(e für ursprachliches ai) entstanden: dat. aind. patje, pataje. lit. 
naliciai : vagis folgt den a-stämmen : vagiui ; loc. lit. vagjje, naktlje, 
dialekt. sirdeje und sirde. Vergl. Leskien, Die declination usw. öl. 
52. aind. aje kann auf iji und dieses wohl auf vi zurückgeführt 
werden: slavisi ist aind. srävajasi. sg. voc. der h(i)-declination : 
gosti. kosti. Der auslaut der aind. form ist e: pate. ave, der der 
lit. e: vage, nakte. dual, nom der h (i) - declination : g-osti. kosti. 
Das i dieses casus etif spricht aind. 2: patl, avt. lit. nakti; vagis 
folgt den a - stammen : vagiu. dual. gen. der t (i) - declination : 
g-ostiju. kostiju. Die ältere form ist gostbju. kostbju d. i. gostt-j-u, 
kostt-j-u: u ist aind. ös. Anders lit. nakcü aus naktjit. pl. nom. 
der h(i) -declination f.: kosti. kosti ist der aind. acc. auf ~is. pl. 
nom. der h (i) - declination m.: ije in g"0stije, älter gostbje ent- 
spricht aind. ajas. p>^' ^^^' ^^'^ h(ij -declination : g'osti. kosti. Das 
i dieser form entspricht aind. m, Is : avin, avls f. pl. gen. der 
h ({)- declination : gostij. kostij. Die form lautet eigentlich gosttj, 
kosthj aus kostfc-j-1., gostL-j-i>, dessen x aus am sich entwickelt hat. 
Die auf i auslautenden casus der consonantischen themen sind nach 
der ^(i) -declination gebildet: so sg. loc. dat. imeni. dual. nom. imeui 
usw. Die enklitischen pronominal formen: nii, ti lauten aind. me, te; 
si setzt ein sve, se voraus, griech. [xci, Gci, oi. Die I. sg. praes:: 
jesmi für jesmt ist eine aus uralter zeit bewahrte form 3. seite 63. 
Die II. sg. praes. : vedesi. dasi. Das i dieser form wird durch das 
ai, ei des pr. erklärt : as-sai, as-sei du bist J. Schmidt 1. 12. Man 
beachte, dass die lebenden sprachen zum aind. stimmen : nsl. vedes 
für aslov. vedesi. aind. -si. Nach der angeführten erklärung u'äre 
von se auszugehen, von dem man jedoch selbst dann zu keinem si 
gelangt, loenn man als mittelstufe he annimmt, da dieses se ergäbe. 
si aus hi ist vielleicht eine archaistische form des aslov. Der inf. 
vesti. Das i dieser form erklärt sich aus dem e des lit., das in 
reflexiven verben (veztc s vehi, aslov. vesti se), dialektisch auch ausser- 
dem (eite für eiti Kurschat 46) vorkömmt. Man vergleiche das oben 
über den sg. gen. dat. loc. von gosth, kostii gesagte. Der inf. icird 
als dat. aufgefasst: ti aus tiji, tije, dessen i das alte kurze i ist 
Leskien, Die declination usw. öl. Bezzenherger, Beiträge usw. 228. 
Die form biiiri. : das i dieser form scheint dem l im aind. avedim 
Schleicher, Comp. 812, zu entsprechen 3. seite 88. bini'L ist demnach 
bvirmi. Vergl. Bezzenherger, Beiträge usw. 207. i vertritt nach j usw. 
älteres e, denn es geht c nach j und nach allen j enthaltenden 



vocul i. 135 

lauten in i üher : kraji, krajih'L aus kraje, krajeh-L. korii, konihT, 
aus korie, koriehx. ottci, otLcili'L aus ottce, otbcehi.. ktnezi, ki^no- 
zili'L aus kiuoze, k'i.uezelri,. plastih'L aus plastehi). dual. nom. kopii 
aus kopije ; ferners kopüh-L aus kopijehi. poli, poniiL aus poPe, 
pol'eh'L. dual. nom. stai;, d. i. staji, aus staje usw. imb, d. i. jimb, sinib; 
ima, d. L jinia, sima ; '\\vh, d. i. jili't, siht; iiin>, d. i. jinit, siint 
entspringen aus jemi,, semt; jema, senia; jeht, seln>; jemi,, semi), 
?ne aus teniL, tema, teh'L, temt ei-liellt. cimb neben teniL. Der 
Übergang des e in i ist Wirkung der assimilation. Im impt. geht 
auslautendes e in i üher, denn es stellt vezi in der II. und III. sg. 
für vezes, vezet, wie vezemi., vezete darticn. i in vezi ist aind. e 
(ai), lit. e. Falsch ist privedite ostrom. für privedete. dekij age 
beruht auf delaji und dieses auf delaje; ähnlich ist delajte aus dela- 
jite, delajete zu erMären, dazdb ist aus gleichfalls vorkommenden 
dazdi und dieses aus dadjä hervorgegangen : in dadite icar ja zu i 
geworden, bevor die reget der Verwandlung des dja in dza^ zda 
durchdrang, icas, icie die verschiedene behandlung des dja in ver- 
schiedenen sprachen zeigt, spät geschehen ist. Jünger ist demnach i 
für ja in sasti aus satja_, lit. esanti. Wenn vor dem dem aind. e 
(ai) entsprechenden aslov. e ein j oder ein das j enthaltender consonant 
steht, so geht e, urslavisch ja, in a über, indem j vor dem, a schwindet: 
pijate; glagoljate, vT>nemljate, d. i. g-lagolate, vtnemlate; pla- 
cate, plestate, vezate aus pijete ; glagoljete, vineniljete; plakjete, 
pleskjete, vezjete von den praesensthem,en pije; glagolie, vLnemlie; 
plakie, pleskie, vezie. Richtiger icürde man sagen, dass sich in dem 
bezeichneten falle ja erhält, nicht in e übergeht. Es wird demnach 
dieses e anders behandelt als das gleichfalls dem aind. e (ai) ent- 
sprechende im sg. loc. loie kraji aus kraje. krajih'^i. aus krajelii). 
Das ja der formen icie pijate, glagoljate geht in späteren quellen m 
ji üher, daher pijite, looraus pijte, glagollte. Hieher gehört der sg. 
dat. loc. f. toi, d. i. toji, aus toje von toja, mojei, d. i. mojeji, aus 
mojeje von mojeja usw., wie stai, staji aus staje von staja. Daraus 
ergibt sich, dass die form einst toji, mojeji lautete; ähnlich ist der 
impt. pii, d. i. piji: freilich muss gefragt werden, ob sich die formen 
toji, piji lange erhalten konnten, eine frage, die desshalb berechtigt 
ist, weil heutzutage nur toj, pij gesagt loird, trotz staji aus staje 
von staja : toji, piji konnten leichter einsilbig werden als das durch 
so viele zweisilbige formen geschützte staji. Auch der impt. si>motri 
beruht auf stiDotrije, wofür ein stmotrii nicht vorkömmt, es wäre 
denn im straotriim^ sup. 39. 17. 



136 i-vocale. 

i vertritt nach j usio. älteres j im pl, i. der 'i>(a)-decUnation : 
krai, d. L kraji aus krajy. koni aus konjj. ottci aw.y otbcjy. 
kinezi aus kinezjy usw. Ich erhlicke in der Vertretung des y durch 
i eine assimilation. 

ITT. Dritte stufe: oj, e. 

1. e entsteht aus altern ai, dieses mag aus der Steigerung des i 
oder aus der Verbindung eines a mit i hervorgegangen sein: aslov. 
sveti,, aiyid. sveta aus svaita. aslov. eh-L in rabeht : aind. esu aus 
esu in sivesu beruht auf aisu. Jünger als das e aus ai ist das aus 
a, e durch dehnung entstandene: sed in sedeti aus sad, sed_, icorüber 
Seite 59. gehandelt ist. e aus ai kann nur vor consonanten stehen; 
vor vocalen erhält sich das alte ai als oj : peti aus paiti; dagegen 
poja: IC. pi. Ein solcher icechsel kann bei dem, eines \-elementes ent- 
behrenden e aus a, e nicht eintreten: deti, aind. dha, und de-j-a. 

2. e entwickelt sich aus je durch assimilation an vorhergehendes 
e. Dies geschieht im sg. loc.'m. 7i. der zusammengesetzten declination: 
aus novejemt entsteht noveemt, das dem novejamb, noveamt aus 
novejeinL iceichen kann, ee kann zu e zusammengezogen werden : 
noveniL 3. seite 59. 

3. Aslov. e entspricht griechischem ai, seltener z. 

Zogr. o^alilejskt. kananej v.xvav'Tr,;. kananejskx. nazareanim.. 
olej : lit. alejus, got. aleva-. preton> zpaitipiov. farisej. zevedea; 
daneben alLfeovi,. arimatcje. galilee. g-alileanini.. iudea io. 11. 33. 
pl. acc. pretorii, priton,. Auch für t, steht 6: stateri. zogr. b. 
moseovi. moseomt. z wird durch e und e ersetzt: arhierej. trepeza; 
an'drea. am>di'eovi,. nazaretoj. arhierej. ian'neevt lue. 3. 24. suka- 
meni. cesart •/.txizy.p, got. kaisar, aJid. keisar, findet sich in allen 
denkmählern ; selten ist cesari. greg., daraus ctsart, csarb, cart. 
kesarb assem. cloz. arimatej§ 1. 754. ijudej 1. 184. 298. 336. 
340. 906. ijudejski, 1. 269. 277. evrejski. 1. 482. farysej 1. 
389. ierej 1. 417. 769. 844. und. ijudeonn. 1. 788. trapeza 1. 
398. 404. 474. 536. 562. neben "trapeza 1. 330. 413. 426. 
trepeza 1. 396. assem. olej; eleoiibskii. ijudeiski.. suj). farisej 301. 
4. ariniathejo. (leiiioiri.ski.. farisej. fariseiirb 290. 20. galilej. 
ijudej. inatthej. nazarej. pretori., pretorij. vithlejenn,, vithlem'b. 
ierej, ijerej. vasilej, vasilej. sav.-kn. olej 79,- g-alileje 7. pretorh 
123. ostrom. sadukej. samarejskT.. farisej. cesari,. ev.-tur. gali- 
lejski,. ijudejski,. olej. farisej ; galilejski.. ijudej. farisej. ant. 



0), e. 



137 



halbdejskfc. jelisej. jevrej. hrev. döniunb. eprenib s^paijj.. pe- 
nikb oz<:i<!c,. 

4. e, oj enthaltende formen, a) Wurzeln, besi. daemon 2. 
Seite SIS. lit. haisa terror. haisus terrihilis: .w. bi : bojati se. bleskib, 
obleskt sphndor : xc. blisk, blbsk. Dass blesk'B aus beleski. ent- 
standen sei, icie Geitler, Fonologie 42, meint, ist unrichtig, boj : bojati 
se timere: w. bi. aind. hlü, hhajate. boji.: hoj ßagellum: w. bi: 
biti. ced-: cediti colare: iv. cid, Ut. skedu. ceg-lt, ceg'Bli'L, älter 
sceg-Hj solus. s. cigli. p. szczegot das einzelne, besondere. Vergl. nhd. 
heik-el. celx integer, pr. kaila- in kailüstiskan acc. gesundheit. got. 
Iiaila-. alid. heil: lit. celas ist entlehnt. cena i:)retium.. lit. kaina hei 
Geitler, Fonologie 38. Die ältere form ist scena. cost- in cestiti 
purgare nehen cisti.. cistiti : Ut. skaistas. cev- in cevtnica lyra, eig. 
fistida. nsl. cev: die vergleichung mit lit. seiva, lett. saiva und mit 
der aind. w. svi scliicellen ist zweifelhaft. cveliti affligere, eig. facere 
ut quis lamentetur : c. kveliti: ic. cvil, cvsl: cvileti lamentari. cvett 
ßos: IC. cvit, cvtt. cvLta ßoreo. deb etwa heschleichen: susana ude- 
bena bvsth otT. bezakom.nii starcu sujy. 102. 20. Dunkel. delo 
opus. lit. daile kiinst. dailus zierlich, pr. dllan acc. werk. Die ver- 
gleichung mit de ist falsch. deH: as. delt collis. rumun. del. Dunkel. 
det§ infans, eig. das gesäugte: stamm dett. Vergl. doji. stoj. devert 
levir. lit. deveris. aind. devar. deza ; 7isl. deza situla. kr. diza 
mxdctrum. klr. cTiza. c. dize. Entlehnt: mJid. dese : lit. dezka Szt/ricid 
■"tl. ist slav. f^^oji: doiti mamman praeJyere : w. icahrscheinlich di. 
Vergl. aind. dhä, dhajafi. griech. f)r,, Or^cjOai. dvojt : dvoj duplex, lit. 
dveji. griech. ooiöc. aind. dvaja : stamm dvi. glern. (fki^^xy. pituita, 
z^Kz'^p.zrr, suppuratio, xu;j,6t; succus. gleni, rek^se gnevtnoje svjat. 
nsl. glen pituita. glen conferva icasserfaden Let. mat. slov. 1876. 
219. Dunkel. gnedt : r. gnedyj hraun. c. hnedy. p. gniadj. 

nsl. gned art trauhen, mit braunroten beeren Let. mat. slov. 1875. 
219. Dunkel. gnetiti accendere. nsl. netiti. Vergl. pr. knais-tis 
brand. gnevi. ira. Vergl. lit. gnevlti kränken. Dunkel. Es ist 

icahrscheinlich eig. o/ä^'^\j.7. pituita und mit gnoj zusammenhangend. 
gnezdo nidus. aind. mda aus nisda, ni sad: g ist unerklärt. gnoji.: 
gnoj putref actio: w. gni : gniti. Vergl. gnevL. gojt: goj as. pax. 
s. gojiti mästen mik. c. hojiti heilen, lit. glti heilen, gajus heilbar, 
aind. gaja lebensgeister. iv. gi, zi, verwandt mit ziv. gelernt 

magnus. Geitler, slovanskrjch kmenech na u 72, vergleicht lit. lai- 
mxs prosper wid hält s;o für eine verstärkende Vorsilbe (predsuvkaj ; 
Fick 2. .531 denkt an lit. galeti, galiu vermögen. hlebi. panis ist 



138 i-vocale. 

germanisch: alid. lileih, lilaih. got. lilaiha-. anord. hleifr: lit. klepas, 
lett. klaipas sind ans dem slav. entlehnt. hievt stabidum, hle- 
vina domus sind icahrscheinlicli germanisch: lett. klevs ist slav. Vergl. 
got. hlija- tentorium. hmelb hiimulus : e ist nicht sicher. Vergl. 
matz. 36. jadro sinus, eig. wohl schicellung. Fick 2. 291. 511. 
vergleicht griech. clo\iy., olcoc: w. id. ja,zv a, foramen, vulnus. c. jizva. 
p. ejsico vulnus. lett. aiza spalte im eise. Für ja aus je, dessen 
e aus ai entstand, spricht der impt. pijate hihite aus pijete, dessen 
e auch aus altem ai hervorgegangen. Vergl. g-redete, imete, ptcete. 
klejt : klej, klij gluten: lit. klijei. pl. koji): pokoj quies: ic. ki, 
öi. aind. ksi aus ski: ksaja wohnsitz. koreltk-L, kurtl-ikTb, kurilt 
larva, persona. Dunkel. kresi. ~por.-fi. nsl. kres ignis festivus 
johannisfeuer. Vergl. pr. kresze, xoie es scheint, ein heidnisches fest: ut 
eoriim kresze amplius non celehrent Nesselm,ann 80. kroji): okroj, 
okrojnica vestis : ic. kri aus aind. kar. leha area: pr. lyso heet. 
leka, lek'B r. rechnung: p). lik das zählen, liczyc. lekib : ottlekt 
reliquiae. c. liknavy. lit. Ukti, lekmi zurückhleihen. leki> medicina 
ist gotisch : got. lekja- medicus. ahd. lähJii. Iek7> ludus. liki» chorus. 
got. laiki- tanz, laikan hüpfen. Vergl. lit. laigiti hiqifen. aing. reg, 
regati. Das slav. loort scheint gotischen Ursprungs, wie got. plinsjan 
slavischen. lept viscum : iv. lip, Itp. Ibpeti adhaerere. lesa craticula, 
nsl. lesa. klr. lisa. Dunkel. levh sinister. nsl. lev. griech. 'Ko.Kzq aus 
AatFsc. lev'L: nsl. lev schlangenhaut. Dunkel. loj'ii: loj adeps: w. li: 
liti, lija; lijati, leja. meg': meziti oculos claudere. mtg-nati, niLzati. 
lit. migti. pr. maiggun acc. somnus. meli'i. uter. pr. moasis hlasehalg : 
aind. mesa icidder, vliess. inena mutatio. lit. mainas. lett. miju, mit. 
mesto locus: lit. ml'Stas. fn-. mestan acc. .sind entlehnt. mest: s'j.inesi. 
commixtio. lit. misti intrans., maisdi trans. pr. maysotan gemengt, aind. 
mis : misra. mezga succus : w. mig', iiiLg. aind. migh: mih, mehati. 
oboj'L: oboj amho. lit. abeji. aind. iihhaja. Vergl. dvoJL. ocelb /. 
chal/jbs. nsl. ocel: ahd. ecchil. mlat. acuale. oreln. nux: pr. reisis. lit. 
riisutas. pena spuma. pr. spoayno. ahd. feini. lat. spüma. aind. pihena 
aus spena. pesta : p. piasta nahe. c. pista Schlägel, lit. pesta stampfe : 
w. pis^ pLS in pbliati. ahid. pis, pinasti. peti, poja canere: w. pi. 
Vergl. pi-sk-ati. P<>j'i' *« poiti iungere. r. pripoj lötung. poji» '• 
prepoj potatlo : w. pi, ])iti. reub littus r. : klr. odrinok, zarinok 

wii'd als inisce n-dd likoju erklärt. Vecernjjci 1863. 48. Dunkel. 
roj'b : roj examen apnmi: w. ri, rinati. sc (sioz, age sup. Iö9. 12. 
se da, se du, se nu : vergl. got. sai, das icohl loie sc zum pronominal- 
stamm, sa gehört. seuih persona: lit. seim'nia. pr. seimins gesinde. 



oj. 6. 139 

setb laqueus. Ut. s?tas. pr. satjtan: aind. si, sinüfi, sinöti binden. 
snegx nix: Ut. snigti. megas. pr. sna(jgis. soj^: h. osoj, d. i. otsoj, 
schattiger ort: si, sijati leuchten. stoj : stojati stare: w. sti. aind. 
sthä. svett lux. ic. svit, svKt. aind. svit, svetati: ])r. swetan, swi- 
tai weit ist entlehnt. svezt, sve^am. recens frisch, c. svezi. p. 
swiezy : Ut. svezus , svezies ist entlehnt. Dunkel. ti'ojt : troj 
triplex. Ut. treji. aind. traja: stamm tri. vede, vemt scio. pr. waist 
inf. scire: iv. vid, videti. vetx, veste {aus vetje) consilium. 
p. Avietnica rathaus Archiv 3. 62. pr. wayte ausspräche, icaitiat 
reden. veza cella 'penaria, tentorium. nsl. veza atrium. p. wieza. 
Dunkel: Ut. veze geleise hat mit veza nichts gemein. vezlivL 
artig hängt vielleicht mit ved zusammen: '^vei^dlivt. Ut. vezlivas ist 
entlehnt. voji.: povoj fascia: w. vi, viti. zeit vehemens. Ut. 
gailus. Vergl. nsl. zalo nimis lex. zlo valde. zenica pupilla. 
Vergl. r. pozetb spectare und zentki äugen: Fick 2. 343. venoeist 
auf aind. ßangana-hhavant schimmernd; andere stellen zenica einem 
zrenica gleich. 

In dem vorstehenden Verzeichnisse stehen manche worte, deren e 
nicht mit Sicherheit auf i zurückgeführt icerden kann: diese loorte 
sind als dunkel bezeichnet. 

ß) Stämme. In stammen scheint e aus ai nicht vorzukommen, 
man wollte denn e in temL, berete zum thematischen bestandteile 
der Worte rechnen, icas sich bei temL hinsichtlich des i, bei berete 
sowohl hinsichtlich des i als auch des a verteidigen lässt. 

y) Worte. 1. declination. a) sg. dat. der subst. und adj. auf 
a(ä) : rybe. Das Ut. bietet ai aus äi: mergai; das aind. äjäi: siväjäi. 
Der auslaut der pron. mxne. tebe. sebe ist der von rybe. b) sg. loc. 
der subst. und adj. auf 'h(a) und o(a) so icie der auf a(ä) : rabe. sele. 
rybe. das e in rabe. sele steht aind. e, d. i. ai, gegenüber (sive), was 
im auslaut gegen die regel ist. Für das e in rybe hat das Ut. oje: 
mergoje. Hieher gehört icohl auch ce : ce i y.ai tc, -/.yJ. r.tp : man 
vergleiche pr. kai icie Ut. kaips, kaip und tai. gerai : stamm ist das 
pronomen hii (ka). Daneben findet sich das befremdende ca: öai; die 
adverha dobre usw. skvoze. pone saltem: c. pone neben p. pono for- 
tasse. Über den sg. dat. loc. rybe vergleiche man Leskien, Die decli- 
nation usw. 60. veltme. okrome, krome. kr. razmi. c) pl. loc. der 
subst. und adj. auf T>(a) und o(a) : rabeht. selehi.. ehrh ist aind. 
esu, d. i. aisu, dessen i zwischen stamm und suffix su, slav. h'h, 
eingesetzt ist. rabtht, tcofür auch rabohi., folgt den "b(%i)- stammen. 
d) dual. nom. der nom. und adj. auf ofa) und auf a(äj : sele. 



1 40 i-vocale. 

rybe. dve. In beiden fällen steht e für ahd. e. Es fndet demnach 
hier dieselbe Unregelmässigkeit statt icie im sg. loc. rabe. sele. lit. 
dve ist die ältere form, für dvi. aind. dve Bezzenberger 177. Der 
dual. nom. ve bietet den auslaut von rvbe ; ebenso te. e) von den 
ein e enthaltenden pronominalen casus der pronominalen declination 
ist der sg. instr. m. n. temt eme neuhildung: temi., icofür aind. 
tena, setzt taimi voraus, worin an ta mit dem, eingesetzten i das 
Suffix mt (rabx-mR) gefügt erscheint. Der dual. dat. instr. tema 
netzt taima voraus. Der pl. gen. tehi> entspricht dem aind. tesäm, 
jedoch mit dem unterschiede, dass tehi, allen genera dient, icährend 
tesäm mir m. und n. ist und, für das f. täsäm zur Seite hat. Vergl. 
Bezzenherger 170. 174. Der pl. loc. tehi. entspricht aind. tesu: auch 
hier hat das fem. im aind. eine eigene form,: tnsu. Der pl. dat. temt 
laufet aind. tebhjas : f. ist täbhjas. Der p/. instr. temi beruht auf 
tebhis, icofür aind. trds ; das f. lautet täbhis. Der dual. gen. loc. 
toju, aind. tajös, ist nicht aus te-u zu erklären: dafür darf nicht die 
ganz junge form dveju 7ieben dvoju angeführt werden. Das lit. 
stimmt zum. aslov. nur im. pl. dat. imd im. dual. dat. instr. masc. : 
temus, temdv'i'm, das got. nur im pl. dat. aller genera: fhaim. Die 
erklärung der diff'erenz zivischen temt und rabonih, temt und 
rabomi. usw. ist der forschung noch, nicht gelungen. Bopp, Vocalis- 
miis 129, beruft sich auf die Veränderlichkeit, welcher alles unter 
der sonne unterworfen sei; andere denken an stammer u:eiterung. Das 
i der pron. findet sich in der nominalen, declination nur im pl. loc. 
rabehi), selehi.. Nach] geht das e in i über: stai, d. i. staji, sg. 
dat.; krai, d. i. kraji^ polij d- *'• polji? stai, (/. /. staji, sg. loc. 
neben rybe, rabe, sele; imt, d. ?!. jimB, sg. instr. m. n. ; ima, d. i. 
jiraa, dual, dat.; ih-L, d. i. jihi,, pl. gen. neben temt. tema. tehi. 
usw. eben so cinib sg. instr. neben, temt usw. In einem falle steht 
a nach j : isus7, srete e, d. i. ja dual. acc. f. matth. 28. 9.-assem. 
isus s'M'ete ja sav.-kn. ll>). i l-qzyj- y.-r^v-T,GV) auiaTr, wo alle anderen 
quellen i, d. i. ji für je, haben. Es u:äre zu gewagt auf diese form, 
die Vermutung zu gründen, es sei ursprünglich auch hier e aus ai nach 
j in a verwandelt loorden. 2. Conjugation. Die personalendung der I. 
djU. stimmt mit dem ]}ronomen. ve üherein : lit. va neben vo-s. Hieher 
gehört der dem aind. Optativ entsprechende imperativ : hier entspricht 
aslov. bereve, bereta, bereta ; beremt, berete aind. bhareva, bha- 
riitam, bharetäm, ; bharema, bhareta. Ein nach barla IcTtoc-av gebildetes 
bera würde einem, aind. bharejant, icofür bharejus, gegenüber. stehen. 
Nach j geht dieses e in den ältesten denkmählern in a, in den 



i aus u. 141 

jUiKjeren in i Uhar : pijate aus pijete. koljate aus koljete usic. 
neben pijte, korke aus pijite, koljite. plaöate, vizistate «ms pkicjate^ 
v^zistjate neben placite, vLzistite seile 136. 3. seite 90: dagegen pLcete, 
luozete. Das auslautende e xcird stets durch i ersetzt: beri, aind. 
Iihares, bharet; pij aus piji; pbci. Lit. gehört hleher der permissiv : 
te veze vehat^ vehant: aslov. vezi vehat- pr. ideiti edite. Vergl. 
Bezzenbe7'ger 209. 214; got. der conjunctiv: balrais, bairai, aslov. 
beri ; bairaiva, aslov. bereve ; bairalina, aslov. berem'L. griech. sepctc, 
oipo'. ans aipo'.-:. aslov. beri usio. 



C Die u-vocale. 
/. Erste stufe. 

1. %. 

1. Tb entspricht ursprachlichem u: bi>d in b'Bdeti: aind. badh. 
(l'töti: aind. duhitar. mi.k in ini.knati: aind. mxiS. ri. in n.vati; 
aind. ru. rtd in rtdeti se : aind. rudh in rudhira. sii'Lba : aind. 
S71USU. sth 171 ST>hnati : ai7id. sus für suS. si>p Mi s^pati : aind. 
svap aus su^). t'Lstt: aind. tuccha aus tuskja. Aus u entsteht t> auch 
Mi folge7ide7i worte7i : dT>bri> : lit. duhtl. dth in dihnati : lit. dusu. 
(iiino : lit. dugnas. g^b i?i gTbiiati : lit. gubti. Hg in Kgati : got. 
Iiuga7i. mT>hT> : lit. musai. pT>ta : lit. putJtis. t'lzl : lit. rugls. sim.k 
im nsl. presnieknoti : lit. smukti. stk. r. skatt : lit. sukti. sijp in 
suti : lit. supti. vet'Lh'L : lit. vetusas. Man füge hinzu *ig'i>la : ig"i>- 
lin'L : pr. aijculo. Auch in entlelmte7i Wörtern steht i. für u U7id 
die verwa7idte7i vocale : isttba : ahd. stubä. ki.bl^ : ynhd. kubel. 
ktmotri. : 7nlat. Computer. ki.nezb : got. '^'kunigga-. m'Lstx : lat. 
mustum. iwht'h: ahd. mutti. Dagege7i diska: griech. ci'cy.o;;; eJjen so 
sktlezt k7i.-sav. 27 : got. skilligga-. ahd. scillinc. Aus aslov. j in de7i 
f7'eque7rtative7i ferieü loie -dymati, gtinyzati, -sylati folgt zwar, dass 
Ti zu schreiben ist, nicht aber, dass 'h aus u liervorgegangen, da 
auch 'h aus a iii y übergeht. Auch hn auslaut steht 'h für u : oVh : 
lit. alus. medt : lit. medus. g7'iech. [j.sÖj. ai7id. madhu. pol't, sg. 
gen. loc. polu. syn^: lit. sunus. got. simu-. aind. smni. yrtht: 
lit. vir§us. Vergl. 2. seite 30. Dasselbe tritt ein bei Ibgxk'B 
levis aus li>g"L-k'i. : aind. laghu. obli. rotu7idus : vergl. lit. apvalus, 
\oo7'aus jedoch 7iicht mit 7iothwendigkeit folgt, ohVb sei ein n-stamm. 
ptSTb ca7iis : lit. peku loecus. sladtki. suavis aus sladx-k l : lit. 
saldus. 



142 n-vocale 

Es ist behauptet tcordem, k sei niclit unmittelhar, sondern 
durch o in Tj übergegangen: aus synumt sei erst synomt und dann 
syn-Lmt entstanden. Geitler^ Pönologie 0. 7. 8. Diese heliauptung 
ist ehen so unrichtig ivie die ansieht, i sei durch e in h über- 
gegangen : ursprachliches u und i sind um eine stufe herahgesunken, 
d. h. zu T, und t geicorden. Das lit. bietet u^ nicht etwa a, 
als dessen regelrechter reßex slav. o anzusehen ist : biicl : bud. dth : 
dus. gT>h : gub usw. Der satz, dass die lebenden sprachen t und 
nicht voraussetzen, ist ebenso festzuhalten, ivie der, dass in 
icorten wie dtiiL dem vocal nicht e, sondern l zu gründe liegt : siitha 
ist nach meiner ansieht älter als snoha, dieses ist aus jenem hervor- 
gegangen, und die heutigen formen: nsl. sneha und snaha, s. 
snaha, r. snoha usw. beriüien sämmtlich auf der form siitha, 
und wenn gesagt icird, das russische schicanke zwischen dem älteren 
o (legokt) und dem jüngeren ii (leg-ka), indem bei dem an- 
wachsen des icortes am ende o zu t geschwächt sei, so meine ich, 
dass sich in legokt i. als o erhalten, in legka hingegen laut- 
gesetzlich ausgefallen sei. Der accent hat auf diese erscheinung keinen 
einßuss. 

2. Ty enthaltende formen, a) Wurzeln. bltha pulex. r. 
blocha. lit. blusa. br^Dija lorica: ahd. hrunjä. brtvt super- 
cilium: aind. bhrn. bi.cela apis, eig. die summende: w. bi^k, aind. 
bukk, daraus bucati. lit. bukcus Stammler. Nicht wegen lit. bitele aus 
bbtkela. bT.ci>va dolium. b. bT>cvi.. r. bocka. b'bd : btdeti vigi- 
lare. v'i,zbT.nati expergefieri. bi.drt^ bi.zdrb vigil. Aus b-Ld icii'd 
vT>zbydati expergejieri und. buditi excitare (aus *bud-) gebildet. 
bbd- zogr. nsl. bdeti. pr. bude vigilant. lit. busti, budeti. budrus. 
budinti wecken, pasibaudeti. aind. budh, bödhati erwachen, got. biudan 
bieten, d. i. wissen lassen. Damit hängt vielleicht bljuda zusammen. 
biht: na btht, b-Lh-ima, b'Lsija omnino. bxsbiib qui omnino est. 
s. u bah. bas. b. bth denial morse. Das icort icird von Geitler, 
slovanskych kmenech na u 9, mit lit. butinas icirklich zusammen- 
gestellt. dr-Lg: nsl. dvgaXi tremere : vergl. lit. drugis febris. drtva 
ligna: aind. dru. dijb in dybati dam ire. b. debjx schleiche: klr. 
dbaty aif merken. Daraus lit. daboti, boti Potebnja, Kö istorii usw. 
.34. d-ihrb vallis. dhbrh zogr.: für 'b spricht p. debrza. Man ver- 
gleiche lit. dubti hohl sein, duburls höhle, dubus tief, dauba tal. got. 
diupa-. Vergl. aslov. dupll cavus J. Schmidt 1. 164. und d^no. 
d-Lgna cicatrix. iVbh in dT>hnati spirare. r. dochnutb, daher -dy- 
hati. duht, lit. dusu, dusti graviter spiritum ducere. Hieher gehört 



i aus u. 143 

t-Bhort aus d'tli-orh. <■. tclior /<'//.s, (dg. Iltis. (Hna morhus qtddam. 
p. dna, denna niemoc. c. dna. d7>no fundus. lit. dugnas aus 
duhnas. lett. dibbens. pr. dambo. Vergl. dtbrL. d-Lska asser, tabula, 
p. deska. r. doska, dska. griech. o'.TAzq. ahd. tisk. anord. disJcr.: t, 
ist trotz des griech. t zu schreiben. dtsti, sg. gen. dtstere, filia. 
r. docb. pr. duclcti. poducre Stieftochter, lit. dukt(', sg. g. dukters. 
got. dauhtar-. aind. duhitar. g-l'i.h in ogHliDati surdum fieri. gluli^. 
gntsb neben gnusb sordes, scelus. mhd. gnist purgamenta. g"Lb in 
gxnati plicare, icoraus gybati und stgub-^t. wr. hba6. klr. bhaty : 
(korovaj bhaty) aus hbaty. Dieselbe w. bedeutet movere, lett. gubt sich 
bücken. ist^ba tentorium, daraus nsl. izba usiv. lit. stnha. lett. istaba. 
ahd. stuhü. krth: krtsiti frangere. kriha mica. nsl. krhnoti 
decerpere. r. kroclia: lit. krusti, krusu. Hinsichtlich des .s vergl. man 
vetusas. kri.vt sanguis. krovija cloz. I. 318. krovtja 316. aind. kru 
in krUra blutig. kx, kyti nutare: pok^vaüije glavy izv. 495, 
kiijaste glavami antcJi. ktblii m.odius. b. ktbel. s. kabao. klr. 
kobel. c. kbe]. p. kubei. lit. kubilis. lett. kubuls. mhd. kubel, 
kiibel. mlat. cupellus. kth in k'ihnati sternutare, daher kyhati. s. 
kihniiti, durch einivirkung von kyhati. Vergl. aind. ksu (ksauti) aus 
kus. r. cchatb, cichnutb, cknutb aus kjüch-. ktmett magnatum 

unus. nsl. km et agricola. s. kniet usw., daraus lit. kumetJs. ktnezt, 
ktnegt princeps : got. "^kunigga-. ahd. kuning. ktstni) tardus. 
lobtzati osculari. Fick 2. 452. vergleicht lit. lupa lippe. lupuze 
lippchen: davon -lobyzati. Itb'L calvaria: vergl. pr. lobis schädel. 
l'Bg in Itgati mentiri, daher -lygati. got. liugan, laug, lugans. 
ahd. lug. Itk : p. Ikac, lykac schluchzen, c. Ikäti. lizica cochlear 
aus Hiy2a.. r. lozka. p. lyzka für Jzka : iv. ist wohl Ixg, womit 
griech. A'jy (u^^uy), Xu'^w, alb. geg. lughu, tosk. l'ughe und ahd. 
sluccan deglutire zu vergleichen. rm.cbt'i. imaginatio, varietas. 
mtha : mtsica culex. c. msice : lit. musinas. musulai pl. pr. muso. 
iiitht muscus. lit. musai kahm. ahd. mos. mtk in mi.knati movere, 
daher -mykati. imbcati iactare als verbum III: vltnami mLcimi 
sup). 115. 20: lit. mukti sich ablösen, maukti, maukiu ziehend gleiten 
lassen, abstreifen, mukti, munkti entfliehen, aind. muc, muncati loslassen. 
m'Liiih'L monachus: ahd. munich. mtstTj miistum. c. mest, sg. gen. 
nistu: lat. mustum. mi>ti> modius. c. met, sg. mtu : ahd. mutti. 
neptstevati putare. ntr : nyrati immergi ist iterativ, nur- in 
iznuriti consumere, eig. wohl eximere. Daneben besteht die a-iu. 
ntr. ntstvy mactra. nsl. nacke. b. ntstvi. nserb. njacki. pestki. 
sabidum. Vergl. aind. päsuka. pl-Ltt caro. r. plotb : vergl. lett. pluta. 



144 u-vocale. 

piita, pttica avls. ptticb neben pticaiii'L, ptice. pLtentca zogr. lit. 
putUis aus putltjas, das aslov. p-Ltistb lautet. Ut. paiikstis. lelt. putns 
vogel. lat. imtiis, indlus, putillus. aind. initra. Minder wahrscheinlich 
ist die vergleichung mit aind. pat volare. ri. in n.vati, riva evellere 
nebeyi ryti, ryja fodere. lit. raveti, rauti. lett. raut. lat. ruo. aind. 
ru, ravate. ri.d vi r-ideti se ruhere, daher ryzdh für und neben 
ra.zdt. ruda. r. ruda auch blut, daher rudomet'f.. c. rudy. jj. rudawy. 
lit. rudeti. rudas. rauda. raudonas. lett. ruds. rudains. got. rauda-, 
griech. epuöpoc. epejOco. air. rudd. aind. rudh in rudhira. Davon 
rtzda rubigo. r. rza, rtzb secale. r. rozL. lit. rugls. lett. rudd. 
ahd. rocco. w. wahrscheinlich rüg: vergl. lit. rukstas sauer aus rug- 
tas. lett. raugs Sauerteig, raudzet. Roggenbrot hat einen säuerlichen 
geschmack. smiAz. im nsl. presmeknoti pertransire, eig. trahere, 
davon aslov. -smykati. sinuöati repere. lit. smukti, smimku gleiten, 
sriiuklis. lett. smukt. sn'Lha nurus. nsl. sneha, snalia, falsch sinaha. 
b. smbha. ahd. snura. alb. nuse. aind. snusä. str^gati neben dem 
denominativum strug-ati rädere: griech. cTptjyisOai, sth in sthnati 
siccumßeri, davon -syhati. suht. p. schnac. lit. susti^ susu. aind. sus für 
sus. abaktr. hus. stk im r. skatb, sku torquere, davon aslov. sukati. 
lit. siüiti, suku. lett. sukt. stmeti andere. Das icort ist dunkel. Vergl. 
rumun. suniec verwegen. s'Lp in s'Lpati dormire, davon -sypati. stn^fc. 
us'Lnati, p. sypiac/wr sypa6. aind. svap, svapiti. lit. sapnas. lett. sapnis. 
anord. sofa. griech. urvor. lat. somnus : ic. wohl sup. s'Lp in stpa, 
suti fundere. nsl. suti, spein, daher -sypati. simi), sym. turris. pr. 
suppis dämm, aslov. nas^tpi.. Mit lit. supti^ supu schaukeln, vergl. aslov. 
svepiti agitare und lat. supare, dissipare J. Schmidt 2. 460. sts 
in sxsati, s'Bsa sugere. lett. sükt. S'ts nach Fick 2. 675. aus s-Lks. 
s'^bt'L favus. Das icort ivird mit der w. su suere zusammengestellt, 
die slav. in der form sj'L, sjii erscheint. tr7,stb arundo : lit. stru- 
stis halm. thk. in tT>kati texere, davon r. vytykatb. zatokij, daher 
nicht tbk. Es ist wohl eine a-w. Vergl. seite 79. pr. teckint machen. 
t'bk in t'bknati figare, pungere, davon tykati pungere. Man ver- 
gleiche aslov. pritycati comparare. pritykati of'endere und p. doty- 
kac sie tangere; ferners r. tocka punctum, und toöb vb tocb precise- 
ment, worte, die mit aslov. tbk'bino icohl schwerlich verivandt 
sind. t'tpati palpitare. t^bp-btT. strepitus. r. toptatb. nsl. cepet. 
p. podepta6 neben tupa6, tepa6 calcare. Man bringt das icort mit 
aslov. tepa und mit griech. tj- in tüzto) in Verbindung. txsk in 
ttsnati, t'Lstati £zi'>;i'.v properare, studere. jj. tesknic, tesknic. 
ttätb vacHus. nsl. na tesce nüchtern: lit. tuscas, tustas ist entlehnt. 



T. aus u. 140 

Eben so Jett. fiikL nlnd. iucchja aus tushja. veti.li'L vetus. l'd. 
veftisas. lat. vetus, vetus-tus. vliii., richtig vi.nt, fovas. r. voin. : 
vergl. seite 109. v^.sb j)ediculus. nsJ. uS, vus : Ut. utis, htt. uts. 'lsl, 
VBsb beruht vielleicht auf ut-h-h. VenjJ. auch Ut. vevesa, vevesa vieh- 
laus, v'fctrb faber : pr. icutris faber ferrarius. autre officina fer- 
raria. jutrt/na festes schloss Fick 2. ö2ö. Geitler, Lit. stud. 73. vbzi. 
ava: lit. uz. alt am Bezzenberger 44 : vergl.pr. unsai, unseihinauf. Dem- 
nach ist VLZt icahrscheinlich vazt tmd dieses va (/»'>' vi>) und zi., icie 
nizi. ni und zi>, prez'B pre U7id zi,, razi. lit. ar, pr. er, lett. ar und 
ZT.. Allerdings iceicht in diesen fällen die bedeutung der praepo- 
sitionen mit zi. sehr ab von der der themen. z'bl'L malus: vergl. 
aind. gur, gurate in verfall kommen : ztlt teure demnach urspr. 
schwach. Andere ergleichen aind. guru gravis. zT^vati, atich zvati, 
zova vocare: aind. hu, havate. abaktr. zu, zavaiti. z'ivati ist wohl 
zT.-v-ati. 

Dass bKlia und br^nya blha und brnija; l-Lgati iind rxdeti 
se usw. Igati und rdeti se gelautet haben, wird unter den r-conso- 
nanten darzutun versucht. Die worte sind hier aufgeführt worden, 
iceil dieselben in einer allerdings sehr frühen, der entstehung des aslov. 
vorhergegangenen zeit und in den demselben nächst verwandten sprachen 
den laut ü enthielten und enthalten. 

ß) Stämme. t> kommt als Vertreter eines kurzen u vor in den 
nach der t>(uJ - declination flectierenden nomina: medi. mel: aind. 
madku. lit. medus, midus. jyr. meddo. as. medu. ahd. nietu. griech. 
[j-sÖJ. air. med(u). vrT.hT> cacumen: lit. virsus usw., daher meärbrnb 
usw. 2. Seite 58. 3. seite 30. Das partic. praet. act. I: pleti. axis 
plet'BSj byvb aus by-v-'ts 2. seite 328. Zu den ii-stämmen gehörten 
ursprünglich die adjectiva, die gegenwärtig auf Tj-ki. oder auf o-k'b 
auslauten : blizT.ki. : vergl. blizu. Ibg^bk'b : aind. laghu. lit. lengvas. 
glabokt : vergl. griech. -f/.ayj-pzz. vjsokT. : vergl. got. auku-ma. 
Geitler, Pönologie 6. Hieher gehört auch pes-bki. sabulum: vergl. 
aind. pftsu, pCisuka. nogttb kann mit pr. nagu-tis lat. unguis verglichen 
loerden. Man kann jedoch in der jagd nach Vi-stämmen von der Wahr- 
heit weit abirren, was jenen begegnet, die in m'bnog"b icegen mi^no- 
gi>mi valde, in gluhi. icegen gliihovati usw. ii- stamme erblicken. 
redxkT.: vergl. lit. erdvas, ardvas. Häufiger ist in den stammen !> 
aus kurzem a: baj fascinatio für bajt, d. i. bajas 2. seite 2 usw. 

Y) Worte. Im pl. loc, wo su in hb übergeht: rybalib. synthi.. 
rabeht. mesteht. Im supinum : prognat-b : prognatb ego greda 
pat.-mih.: tb ist tarn. lit. tu, tun Bezzenberger 230. 

10 



1 4(5 u-vocale. 

8. Durch die Judhvocale werden in fremden icorten minder 
gewöhnliche consonantengrupjien getrennt, av'va. far'fira lue. 16. 19. 
kaferTjüaumi). lep'te. mat'tea. m-inas-L, minast^ m'Lnasa neben 
mnasa. nar'dtny. rak'ka. rav'vi neben rabbi. tek'toni.. Man merke 
k'vasa und diva neben dva. uek^li lue. 20. 12. ist mit negoli, 
nezeli gleichhedeutend. Dunkel ist doln>toi"L 7narc. 4. 38. zogr. 
b. bietet kinisi». skan^Btlalisaeti.. raztve und sogar stvoemu. olo- 
kavttomata. pas'ha. pavtki nebeii pavelx. tittlt cloz. zakbheu 
assem. dip'tuha glag.-sin. didrag-tmy sav.-kn. 22. filipbpeht sis. 
ravVi Ostrom, goththinh j^rol.-rad. drelitli. hom.-mih.: dagegen manast 
anth. neben mnasb su]).; iskarb nie. für iskrt ist serb. Es ist selbst- 
verständlich^ dass von der entstehung dieser halbvoccde nicht gesprochen 
icerden kann. Hier mag p. kiel, sg. g. kla, r. klyki hauzahn, 
s. kaljac, erwähnt werden: diese icorte beriüien auf urslav. ktli, das 
wohl nicht von kol in klati abgeleitet werden kann. 

4. 'h steht für i, : cr^im^nuet'^t se. dbnevijnyje, nadtneviny. 
edi>naöe. s'Lin.m'Lsem'L se. stm.mt. s'Ln'Lmista. stmysliino. pra- 
vida. pravLdtna. rav^no. strebra. potrebijuii. ttma, stets so. txsta. 
vijdovica. VLsakoc. zem^uyki, zogr. Noch öfter und zwar nicht 
selten an stellen, wo es in zogr. a. nie oder sehr selten vorkömmt^ tritt 
T, für h in zogr. b. auf: ayraamlij. bolisi. ci.li. nacTjUtsju. ci^to. 
na in,, kok. krati.. leH. v'lz1ozt>. pohLza. s'Lnii-btx. mytari. og-ii'L- 
naja. osel^sky. sed'bm'L. skn^bt. posledi.. S'bde. s-Ldi,. pris-bHca. 
uciteli.. zapovcdT>. oblast^L. ozeii'L se: zogr. b. gebraucht t nur 
selten, das dem slepc. unbekannt ist. bahtstva. bezocxstvo. ubo- 
zTbno. cfx. zacTinatii. ötto. dlT>zT>ni. dri.zost'L. g-ospodTi. hadoz'Lstvie. 
neistovLStvo. mosti>. pesn^.. pltHsccj. pogaii'isk'i. pravida. raö-Lsn. 
rozdT>stvOj roz'Lstvo. sili.n'L. nasled-i.stvujat'L. S7.trT,peIi>svom7.. t'i.ine. 
usttnama. vecxnago. vec'Miuniu. uevczd'LStvLJu. nepoviiiMii.. oblastb. 
vraz'tda. o])licajast7.. prespejasti,. sastt. zatvarejast7> und t'i.stii 
cloz. propxni mariencod. cT,to. sbiz-bba. vi. ni. (d. i. vi ub) sav.- 
kn. 4. 6. 7. lo7/i.. svobod'i.. vLse neben vbse. z^uej usw. ostrom. 
cito, dou'bdcze. (h-ehl'bstvbiub sborn. 1073. myslb. pog-ybel'b, 
tvari. greg.-naz. c'bto. pravbdoa psalt.-eug. vbzdazdb, prisbh.cb. 
v'Lso psalt.-sluck. kriz7,n'bm7,. vi.kus'b. sbtvor'Lsag-o präg:- frag. 
Der pl. gen. dbirb cloz. 1. 00 1. beruht auf (h.nj'i., dessen j vernach- 
lässigt ist. 

ö. h steht fü)' 'b: azb neben az'b. l)lizi.. bb(lit(!, bbdi'b. donib. 
glasb nebe7i glas'b. edbse. krotbci. pctrb. prcch, neben predt. 
posledi, zogr. b. vanib. iu!])()viiri.nb cloz. vb in, in eum assem. 



i ans u. 147 

ont stip. boo-nti.. prcdLtek'i.. vi.scljcnr'j. sbSLci. vbstoce ostrom. 
bvlioinh. (lelomi. jyl. dat. iuehi>. 

6. h ist aus J7> für ju, in hervorgerjaiigen. blbvati vomere 
beruht auf biü-v-ati. bljuja auf biuja. klbvati, kh,va und kljuja 
rostro tundere. nsl. kljuvati, kljujem. plbvati, plj'ija. pljuuati 
neben plinati spuere. nsl. pljiivati, pljiijein. *ftvati: rLvanije 

rufjitus, rjuti rucjire. stvTj sutura. lit. siuvas in apsiuvas : daraus 
r. podosva, pocva aus podsva. skvTjCB sutor. lit. siuvikas. partic. 
sbyem, aus sjü-v-e-ni>. zhvati, zLva, zuja mandere. In diesen loorten 
stellt h ursprünglichem iü gegenüber, das folgende v ist des liiatus 
wegen eingeschaltet, oder, icas vielen plausibler sein wird, aus dem 
u hervorgegangen. Wer h dem, i, v dem u gleichstellt, icird weder 
pFtvati, noch sbvl erldären können : statt des ersteren müsste man 
ptvati, statt des letzteren slvt. erwarten. So mag auch l in cbbri>, 
ahd. zid)ar, zwibar, entstanden sein. Nicht anders *cblinati. Idr. ccbnutb 
bibl. I, icoraus cihati, das icie ki.linati, kyliati aif einer tu. 1ms 
beruht, c. sie band entspricht, wie es scheint, lit. siide nat, säum, 
faden und steht, wenn dies richtig, einem aslov. sblja aus sj'ilja, 
sjulja gegenüber L. Geitler, Lit. stud. 60. Die partic. praet. act. I. 
der verba IV. wie rozdt ^{t'nr^ny.c, aus rodji>; rodju, rodiu, rodiiis ; 
eine andere erlclärung nimmt folgende reihe an: rodiu, dessen i 
mit ursprachlichem i nichts gemein haben soll, rodeo, rodejo, rodbje, 
rodje, rozde (in rozdej^ das neben rozdij vorkömmt) und durch 
Schwächung des e zu h: rozdb; ebenso soll tvorb^ krasb entstanden 
sein, Geitler, Pönologie 12. 13, formen, die ich aus tvovj'b, krasJT. 
erkläre. Fick, 2. 654, denkt bei Ibsta se splendeo an ein Ijuktja, 
eine ansieht, der nsl. lesßati se^ nicht lecati se^ kr. laskati se usw. 
entgegen steht. 

7. 'h fällt aus und ab. i. muss abfallen nach j, daher nicht 
nur kraj, sondern auch koub, ottcb, vracb, kosb usw. aus kraji.; 
konj'^b, otbcJ7>, vracj'L, kosJT> usw. i> kann fehlen, etwa wie h (ver- 
gleiche Seite 119): iyliDi>. mekka. mnog-o: kiiiig-a bewahrt sein 
1j zogr.; in anderen fällen fehlt "l regelmässig : dies trifft das aus- 
lautende ii der praefixe und praepositionen : iziti. olioditi aus otho- 
diti. izdresti und izreSti. vbzdrydati mid VT.zrydati. vi.zdelcti aus 
Vbzzeleti usw. neben niz'bhozdcDbju. niz'i)lozi. otxiesti zogr. b. izb- 
spose lam. 1. 33. für is'bposc. iz-doinu. iz-vbsi. iz-usti,. iz-atrii. 
is-korabre. ob-on^b pol'b. becbstii^ bestbsti. bestraha zogr. bezu- 
bytbka krmc.-mih. Vor praejotierten vocalen erhält sich der aus- 
lautende halbvocal des praefixes oder die praejotation schwindet: 

10* 



148 u-vocale. 

obtett d. i. obtjetx. obLJemljati, neben obemljatt zogr. na obt- 
jeteht £?c Tac x-'r/.yXy.z bis lyrol.-rad. 119. raztjariti frag.-serh. podb- 
jett. uzLJarimt se lam. 1. 151. podi.jemlemi. izv. 668. Auslau- 
tendes Tj der entlehnten ivorte fehlt nicht selten: isus neben isus-L 
zogr. mariencod. amin a.\}:fiv neben amin'L, aminb, dieses am häufigsten 
zogr. avivos sir^9. 187. 23. arios 392. 24. zanithas 187. 22. isus 
83. 7. litus 6. 6. maris 187. 23 neben maris-L 198. 24. maro- 
thas 187. 22. masrath 189. 13. nersis 187. 23 neben uersist 
198. 24. nikal 60. 19. sakerdon 50.- 14.] simveithis 198. 24. 
simvoithis 187. 23. siroth 189. 13. iiliktimou ÖO. 17. theodul 
60. 18. tholas 200. 26. amin ostrom. filnfzehnmahl. aliatis svjat.- 
mat. 10. 

8. In vielen fällen ist es zweifelhaft, ob der ausfall eines halb- 
vocals oder eine consonantengruppe anzunehmen sei. petH gallus, 
svetlt lucidus, sedlo sella sollen aus petbli), svettl'L, svetelx, sed'blo 
entstanden sein : diese Schreibungen kämen neben jenen vor und für diese 
spräche das gesetz, dem zu folge tl, dl unverei^ibar seien. Dass die 
angeführten worte auch mit halb- oder selbst vollen vocalen vor- 
kommen, lehrt das lexicon; was jedoch die regel hinsichtlich des i\, 
dl anlangt., so ist sie selbst in der ersten Ordnung der slavischen 
sprachen — in der zweiten gilt sie gar nicht — so wenig durch- 
gedrungen, dass die der altslovenischen nächst verwandte spräche, die 
neuslovenische, neben pleli — pledli, iieben krall — kradli kennt 
3. Seite 163. Die ansieht, als ob die regel ehedem energischer durch- 
geführt worden wäre als später, ist das widerspiel dessen, icas die 
forschung ergibt. Man kann zweifeln, ob nihdlbni oder mhdbltnx, 
obidlivb oder obidblivb richtiger ist. s-blaki» ist genauere Schreibung 
als slak'b. Ob agl'b oder ag'bl'b anzusetzen sei, erscheint zweifelhaft : 
cloz. 1. 868. n<i;"blen"b -spricht für die letztere form. Atis aind. angüra 
ein aslov. ag'blb für ag-lb zuj^olgern, halte ich nicht für zulässig. I)ass 
obK jnit lit. apvalus zusammenhängt, ist zuzugeben, ein oh'hVh dadurch 
jedoch kaum zu begründen. Durch das deminutivum oktnbce kann 
okino für okno nicht bewiesen werden; ebenso wenig svek'Li"b statt 
sveki'7, durch lit. semra. di^va und Z7,vati findet man neben dva und 
zvati. Dass zuati zwischen z und n den halbvocal b eingebüsst habe, 
wird durch lit. ünöti wahrscheinlich, die frage ist nur, wann h aus- 
gefallen: die Schreibung zbnati ist nicht zu rechtfertigen. In brati 
hat sich zwischen b und v der vocal h verloren; in g;nati, wofür 
auch g-^bnati vorkömmt, ist ausfall des 'b aus a anzunehmen, sed-bim, 
Septem liest man in zogr. b. für scdnib. Für jarbm-b iugum spricht 



vocal y. 149 

ico/d das p. jav'/.mo '^ <jn:(j.-n(i::. 221 hiattt vilri.ri.iirL ; sUfc. 306. 
esi.m'L,, sup. sogar jescnrL. Dass in inienbini, i, nicht eingeschaltet, 
sondern imenb nehen imen ah stamm hesteht, hrancht nur hemerkt 
zu werden. 

Nachdem im inlautenden ru, lu das ursprünglich kurze oder 
kurz geicordene u in i, idjergegangen war, entwickelte sich aus v^h, 
Ix im laufe der zeit in der spräche der vorfahren der Slovenen, 
Serben, Chorvaten und Cechen das silhenhildende r^ 1: brtvb d. i. 
brvi.. aind. hhrn. bhblia^ d. i. bllia. lit. hlusa. So auch brT>iiija, ahd. 
hrunja. Anlautendes ru, lu bewahrt den halbvocal, ergibt demnach kein 
silbenbildendes r, 1: i"Bcleti se rubere. pLg-ati mentiri^ daher iterativ 
obrydati se, oblygati. Vergl. meine abhandlung : Über den Ursprung 
der Worte von der form aslov. tn.t. Denkschriften, Band XXVII. 

II, Zweite stufe : y. 

1. j, kyrillisch i^i oder TvH, in jüngeren quellen is.\, heisst im 
alphabete jery, lep'hi^ ein name, der den zu bezeichnenden laut am 
wortende enthält, iceil derselbe eben so wenig icie y> und t im anlaute 
stehen kann. 

2. Was die ausspräche des y betrifft, so ist dem buchstaben der- 
selbe laut zuzuschreiben, welcheyi j, h 7ioch jetzt im poln., klruss. und 
russ. bezeichnet. Brücke 80. rechnet y zu den schwer zu hestimmenden 
vocalen: er hörte es als ein unvollkommen gebildetes u'. Nach 
meiner ansieht ist von %, d. i. von dem laute auszugehen, der von 
Lepsius unbestimmter vocal genannt und durch e bezeichnet wird, und 
man icird den laut y hervorbringen, icenn man i., e mit grösserer 
energie ausspricht, eine energle, die, wie es scheint, notwendig ist, 
um die Stimmbänder einander zu nähern. Der laut des y findet sich 
in den türkischen sprachen; der rumun. laut ik in Worten icie mormant 
/V\op/\\/KHT ist das russ. u, nur icird es mit vertieftem klang der 
stimme gesprochen. Von diesem standpuncte aus ist die Schreibung 'Kij 
TiH erklärbar, da man bei energischer ausspräche des t^ e nach diesem 
laute in der tat unwillkürlich ein \, j hervorbringt, das um so deut- 
licher gehört icird, je kräftiger "i, e ausgesprochen icird. Wenn man 
demnach ein unvollkommen gebildetes u"- hört, so ist dies ganz richtig: 
die unvollkommenheit liegt dariji, dass u loie !> lautet. Wer daher t 
durch e bezeichnen icürde, icürde durchaus nicht irren, wenn er y, Ts.i 
durch ej umschriebe. Man kann sich die Schreibung 'kl, TvH auch 
durch die annähme erklären, man habe in icorten wie ^i.OKp'hH; worin 



150 \i-vocale. 

1^.11 aus ik und H entstcmden ist, deutlicher cds in anderen Leide laute 
vernommen und dann lA, 'hH auch dort angeicandt, wo das nahe ver- 
wandte einheitliche j gehört wurde. Mit dieser lautlichen geltung 
des j, 'Kl hängt seine Stellung im Systeme des slavischen vocalismus 
zusammen: j steht zwischen 'l und u, o^? es ist gewichtvoller als 
das erstere, iceniger gewichtvoll als das letztere. Es entspricht daher 
dem slavischen \, das gleichfalls zwischen t und e zu stellen ist. Der 
unterschied zwischen j und i besteht darin, dass in der u - r-eihe der 
zwischen 'l und n, ov stehende laut !>' eiiie eigene hezeichnung hat und 
hahen muss, icährend i ein wirkliches i ist, allerdings, wie oben gezeigt 
wurde, kein aind. i. Die ausspräche des y, t^i als e' in dem ange- 
gebenen sinne ist nach meiner ansieht uralt und ich kann die belump- 
tung, es sei im newiten Jahrhunderte aslov. biijti für byti gesprochen 
icorden, nicht als 7'ichtig anerkennen, denn die lateinische Umschreibung 
des y, Tvl durch ui wäre nur dann für jene baliauptung beweisend, 
wenn dem lateinisch transscribierenden der laut e geläufig und in 
seinem alphabete ein zeichen dafür vorhanden gewesen wäre: da dies 
nicht der fall icar, so schrieb man, was man zu hören gUmbte, wie 
man heutzutage teils ü, teils uj zum ausdrucke desselben lautes 
anwendet, obgleich p. byc weder büc 7ioch bujc lautet. Mit dieser 
ansieht von dem wesen des i. und y sind die tatsächlichen erscheinungen 
in vollkommenem einklange. Man kann nämlich leicht wahrnehmen, 
dass T> in manchen fällen in y übergeht; es sind dies fälle, in denen 
dem T> eine energischere ausspräche notwendig zukommen muss, wodurch 
es zu y verstärkt, gedehnt wird. Dies findet vor dem j statt, daher 
dobryj, ,\,OKp'KiH//ir und neben dobri.j^ ^yOKpTvii, so u:ie der pl. gen. 
gostij aus g'ostijj entsteht. 

3 Wie h und t, so ist auch y, 'ki ein dem slavischen eigener, aller- 
dings nicht ausschliesslich eigener laut. Dass die slavische Ursprache 
diesen laut besass, erhellt aus der Übereinstimmung aller slavischen 
sprachen in dem, gebrauche desselben. Die sprachen, denen der laut 
y, 'kl heutzutage unbekannt ist, hatten denselben in einer älteren periode; 
in allen beruht der gegenwärtige zustand auf dem ehemcdigen Vor- 
handensein des y, iki. Unrichtig icäre die annähme, y sei in allen 
fällen jünger als 'l ; es ist vielmehr unzweifelhaft, dass der auslaut 
von svekry nicht auf dem auslaut von svekr^t beruht, dass demnach 
beide worte neben einander bestanden, svekrt als nachfolger eines 
dem ursprachlichen svasura, aind. svasura, svekry hingegen als Stell- 
vertreter eines dem urspraclüichen svasrü, aind. svasrn, entsprechenden 
wertes. Auch das kann nicht zugegeben werden, alle y seien aus 'h 



vocal y. 1 Ol 

entatcmdei} , viehneJir sind die laute, aus denen sich y entwickelt hat, 
sehr mannigfaltig, icie weiter unten gezeigt werden soll. Aus dem 
gesagten ergibt sich, dass in der ältesten zeit in 'kl, T^H heide laute 
T» und i nur dann gehört wurden, wenn Tii, 'kh mit besonderem nach- 
druck ausgesprochen u:ard: aslov. synii lautete demnach wie p. syn. 
Damit stimmt nicht nur die entstchung des lautes y aus 'b, sondern 
auch der umstand überein, dass selbst formen icie dobryihi.; d. i. 
ursprünglich dobryjiln.^ ^'-'Mfiü '■'^ flobrylrr. Uhergelien. 

Die Vorstellung, y, 'ki sei ein aus 'i, und i zusammengesetzter laut, 
ist nach meinem dafürhalten phjsiologisch unrichtig : dass sie sich vom 
sfandpU7ikte der etijmologie nicht begründen lasse, ist keines beweises 
bedürftig. In Bywh tritt ein i nicht ein, und icas von syni.; gilt von 
allen ähnlichen worten. Nach meiner ansieht ist y häufig unmittelbar 
der reflex des ursprachlichen ü, während andere annehmen, aus ü sei 
zunächst ui, aus diesem erst y geworden ; jenem begegne man noch 
in einer anzahl litauischer formen, es sei jedoch im lit. einigermasseii 
eingeschrumpft (jaksi zakrnel), icährend das slav. auf der bahn fort- 
geschritten sei. Diese Vermittlungsrolle des lit. ui zwischen ü und y 
wird in folgenden formen angenommen : builas wilder kUrbel : aslov. 
hyhje j^lanta. huitis eojistenz: aslov. bytijc. kuike eile: kyk im c. 
kyöel liüfte. kuila hodenbruch : aslov. kyla. luirias hornlos : aind. 
lüna abgeschnitten, pr. luijsis. lit. lusis: aslov. rysL. skuitau furo, 
deliro: aslov. skytaja se vagor, smuikas geige: aslov. smykati streichen: 
zu vergleichen ist sinyk'L im p. smyczek^ r. smyceki. fidelbogen, 
stuinus kräftig: aind. sthünä columna, eig., ivie man meint, validus. 
suika neben sunka saft. lit. dialekt. suitis. lett. suits überflüssig : aslov. 
sytT). tuinas zäun : aslov. tym.. Den Übergang vom lit. lunkas bast 
und dem aslov. lyko soll luika- bilden: lüka-, luika- lyko. Wenn 
man die angeführten lit. icorte, deren Zusammenstellung mit dem ent- 
sprechenden slav. zugegeben werden muss, prüft, so findet man, dass 
die mehrzahl der lit. icorte aus dem slav. entlehnt ist, und so ferne 
bei diesen die Vertretung des slav. y durch lit. ui vorkömmt (muilas, 
r. mylo), müssen sie ausser der betrachtung bleiben. Was nach 
abzug dieser icorte erübrigt, ist nicht geeignet, die lehre, der laut ui 
sei als Vorstufe des y anzusehen, annehmbar zu machen. Geitler, 
Pönologie 34. Lit. stud. 49. Man wird sich wohl nicht auf fz. ui 
aus berufen: cuir corium. huis ostium. muid modius, noch weniger 
auf aeolisches 'Ji aus c: ai^pui für i-ipoi Hirzel, Aeol. 9. 

Hat aslov. y den normalen laut des pol. y, russ. u, so kann 
dasselbe nicht als diphthong ayigesehen werden; es ist ein eigenartiger 



152 u-voca!e. 

vocal, dem icir, wie bemerkt, auch in anderen sprachen begegnen : türk. 
von Lepsius durch l bezeichnet : bai//k fisch. 

Der laut y wird in lat. Urkunden früherer zeit selten durch 
oi, ui, regelmässig durch u idedergegeben : spoitimar annal. -fuld. 
spytiineri). tabomiuzl dux obodritorum für -muizl. dobramuzlj salzb.- 
verbrüderungsbuch. dabramusclo dobromysli,. miramusele für mira- 
muscle miroinyspL. -musclus -mysli). musclonna. primusl prernyslt. 
semmemuscle zemirnyslt. sobemuscla. seuemuscle. uuitamusclo aus 
Aquileja IX. — X jahrh. 

4. Dass y und t> in der ausspräche einander nahe standen, ergibt 
sich daraus, dass jiicht selten das eine an der stelle des andern steht. 
a) T> steht für y : (i)iii>e rab^ mit über t stehendem i ä'aao'j;; co'jaoj; 
matth. 21. 36. zogr. b. vb cfkx dq -h kpsv 21. 23. ibid. für in\g*e, 
criiky. duhovi.ni.h'i. cloz. 1. 50. sltsati 180. vei"Lin>m'B 112. vlad^ka 
265. Vi. kt casT. r^oia lopx. m.ne. preb-Lvaeti. assem. nebogtiTii. 
sup. 286. 26. für nebog-yimt. b'bvi.sju sav.-kn. 81. nedaztntje 20. 
ob'Lcaju 117. vlsiniht 134. Ijubb pat.-mih. 148 für Ijiibi., Ijuby. 
pokri>vati. Ijubt (ue ST.tvorisi) iac. 2. ll.-slepS. bTjtija parem.-grig. 
217 . si> ÜTTxp/iov lue. 16. 23.-ev.-buc. btstt. krizT.ntim. prag.-frag. 
r'Bby für ryby ostrom. n'L r,\j.5.c greg.-naz. h'hl'h 106. m-Lcastema. 
razmi.slT.m'L 227. ras^pana 161. ki.jaste glavami antch. Ijubt kuju 
k^ komii op. 2. 2. 305. btvajetb svjat.-mat. 6. biiti ippol. 35. 139. 
Damit vergleiche man izobolijc prol.-rad. für izobylije -spioucia. 

li) j für lii hyzdi'h für b^^di-t : vergl. auch ryzdb ynit ri^deti. 
mystca mit mtsica. kyznemi. apost.-ochrid. 98. 282. istsyse exaruit 
pat.-mih. 34. für isi.se. usyptsi ej 118. kykt 116. b. für ktki. 
slepS. Man merke auch si.zydana zogr., ivofür sonst entweder -zbd- 
oder -zid-. Man vergl. auch uvciny cloz. 1. 810 neben uvemt 176. 
812 und iskry ant.-hom. 224. für iskrt. 

5. Da der laut des y nur der verstärkte laut des i. ist, so ist 
die bezeichnung des y durch Tvi richtig, die durch kl unrichtig. In 
den pannonisch-slovenischen denkmählern bildet 'KI, 'KH die regel, kl 
die mehr oder weniger seltene ausnähme: vkh, v^ekkH und vekki. 
prebkHvaje assem. bkiht sup. 99. 20. bkivtsu 160. 2. vkH 52. 2. 
vei-ki 182. 3. 2enki 99. 29. nogki 160. 4. nkH 59. 7. pakki 100. 2. 
p§tkii 129. 8. s'Lborki 146. 14. skiuki 195. 12. sevkirovi. 218. 14. 
tki 99. 28. Wenn man diese geringe anzahl von kl und den bedeu- 
tenden umfang des denkmahls erwägt, so loird man kl für t^i im 
sup. als ausnähme ansehen. TvI imd t^h haben gleiche geltung: b'KHstT, 
VkH. n'kHne neben b'kiste. uTkine assem. In den bulgarisch-slovenischen 



vocal y. löd 

denkmählern gewinnt das Kl immer mehr die oherhand, bis es zuletzt 
allein angeicandt wird. Schon das pat. - mih. und der sluzehnik aus 
dem XII. -XIII. Jahrhundert bieten nur Kl. Drev. slav. pamjat. 
63; dasselbe gilt vom Pogodin sehen psalter aus dem XII. - XIV. 
Jahrhundert 54; vom Nor ov' sehen i^salter aus dem XIII. Jahrhundert 
'61; vom evangelium, aus Zographos aus dem XI V\ Jahrhundert 
123, lüährend ein sbornik aus derselben zeit Kl und 'Kl hat 72. Dass 
die btdg. denkmähler, die nur t kennen, wie der apost.-slepc., auch 
nur 'Kl darbieten, ist natürlich Drev. slav. pamjat. 801. apost.- 
oclirid. 269. Die serbisch - slovenischen quellen bieten regelmässig Kl 
dar, "KH gehört zu den seltenen ausnahmen, und hat sich wohl nur 
aus der vorläge des Schreibers eingeschlichen : so liest man in krmc.- 
mih. b'Kistt, strasti.n'Klje, icas Glicht befremdet, loenn man bedenkt, 
dass das denkmahl aus einer russisch-slovenischen vorläge geflossen ist. 
Da die Russen die beiden halbvocale i. und h in der ausspräche 
unterscheiden, so hat sich bei ihnen die Schreibweise 'KH oder 'Kl 
erhalten. Nur ausnahmsweise findet man Kl in den ältesten denk- 
mählern, wie z. b. in den sborniks von 1073 und 1076. zap. 2. 2. 9. 
Der ostromir keimt nur 'Kl. In einem russ.-sloven. evangelium aus 
dem XIV. Jahrhundert steht schon meist ki für 'Ki; ebenso im obi- 
hodz aus derselben zeit; ein evangelium aus dem jähre 1401 bewahrt 
'Kl ; eine novgoroder Urkunde von 14ö2 enthält 'Kl nur einmahl. 'Kl 
fängt gegen das eyide des XIV. Jahrhunderts an zu schwinden und 
findet sich in den handschriften des XV. Jahrhunderts schon selten. 
Man ist geneigt, diese Veränderung dem einfluss serbischer hand- 
schriften zuzuschreiben: znakb Kl verojatno voz^Bimeli. nacalo ii 
Serbov'L Vostokovz in izv. I. 102. zap. 2. 2. 9. 70. Da das russische 
nach den gutturalen h für n hat, so ist begreiflich, dass man den 
altslovenisch unzulässigen Verbindungen ki, gi, chi für ky, g-y, chy 
in dem masse häufiger begegnet, als die ivirkung der altslovenischen 
tradition schwächer loird. 

Die formen der zusammengesetzten declination bieten nicht geringe 
Verschiedenheiten dar: die ältesten quellen haben 'Kl oder, was das- 
selbe ist, 'kh; die späteren denkmähler bieten 'KIH. zogr. clovecLsk'Kl. 
necist'Ki. osIablen'Ki. sadtn'Kl. svet'Ki. vizrjiibren'Kl. inri.tv'Kib'i.. 
nebesbsk'Kimb. necist'Kimi,. svet'Kinit usv:. cloz. blazen'KH /. 20. 
241. II 91. slav'Lii'KH /. 40. ve6T,n'KH /. 40. 107. krtsten'KH /. 
120. üik'KH /. 146. blazeii'Kimb //. 17. novKHmb /. 27. zakon- 
n'KHmb J. 74. svet'KHmb /, 139. k'KHmi. /. 4!)8 ; ebenso I. 675. 
II. 17. stavKHhi. /. 34. praved'Ln'KHhi. I. 63. pesnbn'KHh-i /. 359. 



1 1)4 u-vocale. 

dobr'KHmb, zxlivHmT. /. 2ö7. driig''KHm'L I. 397. diiliovEmvHmi I. 
ö2. bezumtn'KHmi /. 388. mritvkumi /, 803 usic. Danehen liest 
man nepravedxn'KHi /. 773. blag^KHinn. I. 548. nevidim'KHimi /. 
559. sup. takov'KH. poimT\H. Dass zwischen 'KH und 'ki keüi unter- 
sclded ohwaltet, zeigen die Schreibungen vod^hH 323. 23. plodiiH 30. 
20. iies'hHtT.stvo 30. 19. preb-bnse 12. 18. macenik-bH löß. 13. 
pomT,if.sleuije 182. 11. Im. osfromir finden wir vodtniii 109. 
kotorTvi 276. svot'bi 274. sestivi 209. preciavKi 184. osm'KH 279. 
prisiid'KH 55. 142. sTnH 8. uuiLr'KH ^isw. Im greg.-naz. ist'ki. svetTvi. 
preblazenTsH. svet'bH. ßjiidesn'KH usw. 'Ki und TvH erscheinen in 
den ältesten denkmählern überwiegend SreznevsJcij, Drev. slav. pamj. 
einl. 182. vergl. 52. 58. 65. 66. 68. 69 usw. Audi in den späteren 
quellen ist iki, TvH gar nicht selten. 

6. y entspricht einem, vorslavischen langen, n, ivie i einem vor- 
slavischen langen i. byti : aind. bhv. dyjii^ : aindj. dhvma. g'i'ysti : 
lit. grauziu, griauzu: vergl. j^r. grens-ings bissig, iiiyst: aind. mtisa. 
pyro : griech. z'Jpöc. lydati : lit. raudmi neben aind. rud. syn'L : 
aind. .mnu. tysasta : pr. tnsimtons acc. • ebenso jetry usw. Aus 
dem unten folgenden Verzeichnisse der im icurzelhaften teile y ent- 
haltenden Worte ergibt sichj dass häufig y steht, wo man % oder u 
erwartet: dieser junge laut hat sich iveit über seine naturgemässen 
grenzen ausgebreitet. Für g-yboati erwartet man gT>iiati, das in 
anderer bedeutung vorkömmt. Neben dyhnati gilt das regelmässige 
d'i.linati. kynati ans kydaati, kysnati, i-ygnati entfernen sich von 

formen irie Iji.uati aus lii^dnati ; ebenso dySati (dysanijc), kypeti 
und slySati von bi^deti. ryzdi, beruht auf \"hd, man erwartet 
daher n.zdi>. Dasselbe gilt von öetyrije: lit. keturi. Dem lit. ist 
der laut des y fremd, der in aus dem slav. entlehnten Worten 
häufig durch ui ersetzt wird. 

7. y entsteht durch dehnung des 'b, wrsprachlich a, selten a, im 
dlenste der function bei der bildung der verba iterativa : vLzbydati 
expergisci: b'td. dyhati spirare: d^i.li. dy moXi fiare :. d^m, aind. 
dam, lygati mentiri: l^Lg. plyvati natare: pli, ph'i. obrydati se 
erubescere: rtd. syhati siccari: s'lIi. sylati mitter e : s'j.l, aind. sar. 
sypati ohdormiscere : ST.p. Accentuell ist die dehnung des 'h in Infini- 
tiven: kyti nutare: kü. tryti terere: trii. vyti idulare: vu usw. 
Gesteigert ist 'i, in suti fundere: süp: vergl. pluti usw. Herr 
A. Potebnja, Ko istorü usw. 224, sagt, es sei augenscheinlich, dass 
die Verstärkung, usilenie, des t zu y dadurch entsteht, dass hinter 
dem 1 ein i eintritt. Diese ansieht stützt sich meiner meinung nach 



vocal y. 155 

nur auf die hezeidtnuntj den lautes y in den beiden aslov. alphaheten. 
vergl. seite 149. 

Vor \, es mcKj dieses wie i oder icie ji lauten, und vor j pßegt -l 
in manchen denlcmählern dem j, 'ki zu iceichen : der grund dieser 
ersclieinung liegt in der Schwierigkeit der auss'prache des i. vor den 
genannten lauten. Vki' ijakovc für vti ijakove. v'ki' ^iiyptc, für vi. 
egypte, d. i. vi. jegypte. vkV imo für vt iine. v'M istino für vi. 
istinö. viznesatVi' i hon. Sreznevslcij , Drevnija slav. iximjatniki, einl. 
132. moljalmtui" i ucenici ev.-dec. 141. vki iiiie hon. vki ina ostrorn. 
neben v'Kiiia assem. Vkiishozdenie hon. vki istina neben vi. istina 
mariencod. vki judolb ?ieie?i vt judolt mladen. vkV ime. vkV istina. 
obrestatiii' i apost.-ochrid. ibid. 98. Vergl. zap. 2. 2. (Jl. 

8. In manchen formen wechselt y mit e, a : dies findet statt im 
j)I. acc. der nomina m. auf 'b(a) : raby hieben maze; im sg. gen. sowie 
im pl. acc. und nom. der nomina f. auf afa) : i'yby neben koze-, 
in manchen Substantiven im suffix men: kamy neben ime; im partic. 
praes. act. plety^ pletasta neben pije, pijasta. Der regel, dass y für 
,an' nur dann eintrete, icenn hinter diesem ,an' ursprünglich noch ein 
consonant s stand, J. Schmidt 1. 177, steht das neutrum plety ent- 
gegen. Vergl. seite 44. (Jh lyko ein dem lit. lunkas ähnliches lunka 
oder aber lüka voraussetzt, ist schwer zu entscheide^!. Man vergleicht 
dyba mit dabt ; gryza mit pr. grens-ings bissig, wobei jedoch lit. 
grauziu nage zu beachten ist; myslt mit ic. mandh und p. stygriac 
erkalten mit lit. stugti steif werden und stingti, gerinnen J. Schmidt 
1. 178. Man beachte klr. hlybokyj neben hlubokyj für aslov. 
g'labokt ; yto in kopy to wird aus an-to erklärt und kopan mit griech. 
y.ÖTCavov verglichen Beiträge 6. 92; yka in vladyka wird als 
differenzierung von inka aus anka gedeutet .7. Schmidt 1. 178. Man 
meint, ,an' sei in vorhistorischer zeit zu ü geworden. 

9. y, dem ein v vorhergeht, ist im anlaut oft der Stellvertreter 
des aus ü entstandenen 'h: vyknati: ic. tk, ük. vyme: aus yme, 
Tyine statt ydme, T.dme. vysok7> : aus ysokT., xsok^.. vyti: aus 
y ti, 7.ti ; damit hängt vykati zusammen. 

10. Das auslautende 'b eines praefixes schwindet meist vor dem 
vocalischen anlaut des verbum: manchmahl verbindet sich jedoch t> 
mit i zu Txi, y. ot'iimeti. ma7'c. 2. 20; 4. lö; 4. 25. neben otLineti. 
zogr. po(l'i.iti sup. 88. 16. pred'ßiti 84. 8. viztigi-aito sav.-kn. 129. 
neben razidet^i. se ö. vi.ZT.ide hon. vi.z'Bidosta slepc. izbida pat.-mih. 
50. izbidete 38. izbideta 138. izLidb 31. 38. 120. obbida 122 usw. 
neben otidosta 80. otida 121. obbimetb psalt.-dec. 396. iztidesj 



156 u-vocale. 

ev.-dec. 386. iztiti apost.-ochrid. 276. vi.zi>idetT. 297 ; ebenso obti- 
sedtse jpat.-mih. 122. vbZbisbdL mladen. prevtztisblb iirol.-rad., da 
isbH und isbdi. neben sbli, und sbd vorkömmt. 

t scliicindet auch zwischen dem b des jy^'cieß.ves und dem. v des 
verbum : obezati, obiti aus obt und vezati, viti usw. Das erstere 
kann auch aus ob-b und ezati erklärt werden, da das v von vezati 
ivohl nur im anlaute steht. 

11. Dass y, 'Kl aus oj entstanden sei, halte ich für eben so 
imrichtig, als dass der u-vocal t (verschieden vom a-vocal i>) ein 
älteres o voraussetze. Für j, 'ki aus oj können eben so wenig die 

formen angeführt tverden, in denen oj für y, 'hl steht, als für die 
entstehung des i, aus o die anfülirung jener formen beweisend ist, in 
denen "h durch o ersetzt iclrd. Man findet, allerdings nur zwei mahl 
in der ganzen bisher bekannten aslov. literatur, oj für "ki : jezoikomi) 
sav.-kn. 138. für jezykonni. pomojslilb se izborn. 1073. für pomy- 
slilb se Sreznevskij , Drevnie slav. jmmjatniki, einleitung 180; eben so 
isusy assem. für isusovi. Häufiger begegnet man formell wie iiikoj/e 
sis. 92. für nikyze sav.-kn. 13. Dass formen wie spoitiiiiar annal.- 
fuld. aslov. *spytinien. (moyslaw ist dunkel) die ausspräche des y, 
'Kl als oj nicht dartun, ist bereits bemerkt loorden; sie genügen eben- 
sowenig zum beweise der entstehung des y, 'Kl aus oj. Man beachte 
^. buitsov (bydzov), buitic (bytice) neben lutomuzle (litomysl), 
mnslnwitz (myslovice) ; ferner c. mymi aus mojmij mojiini mid 
*'• Py8'^"^j (^y Py^^^'^j? Py^'^'^j^ ^obryj molodecb kir. 2. 9) aus 
poigraj. 

12. Seltener als die seite 152. behandelte vermeyigung von y und 
'h ist die von y und i. Schon in den ältesten quellen findet man 
jedoch kriti;, rWm für kryti, i-yba. nes7,niyslbni (o nes'bmyslbni srbdb- 
cenn. zidoviue cloz. 1. 17.) für nes^bmyslbny. likujmi sup. 236. 
25. für likujmy. nepravbdi. riba izborn. 1073. Dass biiirb nicht 

für byni'b steht, ist 3. seite 88. darzutun versucht. Dagegen 
findet man y für i in davydovO). s'bzydana neben sT>zidaje zogr. 
fai'ysei cloz. I. 389. obygrbstiti suvr/stv. obyhode prol.-rad. Dieser 
ivechsel ist jedoch in den alten denkmählern sehr selten. Was die 
späteren denkmähler anbelangt, so behaupten y und i die ihnen 
zugewiesenen gebiete in den bulgarisch-slovenischen quellen lange zeit 
hindurch, was dem fortwirken der tradition zuzuschreiben ist, da sich 
die Unterscheidung beider laute früh verlor. Sicherer waren die gross- 
russischen Schreiber in der anwendung beider buchstaben, während 
die kleinrussischen sie verwechselten: ryzi zaj). 2. 2. 38. Die Serben 



vocal y. 157 

beachteten schon in der ältesten zeit den unterschied nicht: vsukimi. 
knigi. pogibelt krmc.-mih. drugiihi, hom.-mih. und vt vytlioini iv 
BrjOXsqx, iosypfc 'IwT/^i nicol. Befremdend ist die vencechslung des y 
und i in den pi'ager glagolitischen fragmenten. 

Noch seltener ist der icechsel von y und u : pastyrL und, 
ipii&tnYh Amjyhilochij. dyliati und duliati spirare: die formen scheinen 
indessen nicht gleichbedeutend zu sein, jenes beruht auf dth in 
dtlmati, dieses ist icohl denominativ: duh-L. slysati ///. 2. und slusati 
V. 1, audire: das erste ist primär gebildet. Man findet auch slyliati 
und sluhati. Man beachte aslov. pritycati und pritucati comparare : 
jenes fliesst 7'egelrecht aus ttk. Man vergleiche auch syni. und 
surn. turris; syrovi. und surovi. crudus • puhki cavus hängt mit 
puhnati tumere zusammen, neben welchem auch pyliati besteht. Am 
wichtigsten sind die oben angeführten verbalformen, deren gegenseitiges 
verhältniss ich nicht ergründet habe. 

13. y enthaltende formen, a) Wurzeln, blyskati : c. blyskati. 
p. blyskac, blyszczec, blysnac blitzen, ns. blysk von bltsk, blüsk : 
aslov. blistati von blbsk, blisk. bog-atyrb r. heros : mongol. ba- 
ghadur aus aind. bhaghadara robur tenens Orient und Occident 1. 
137. brysati abstergere. nsl. brisati. w. brüs : vergl. lit. bruksoti, 
braukUi und braukti streichen, brysati ist durativ, nicJit iterativ. 
byti gigni, crescere, esse. nsl. buiti fris. biti. klr. byty, buty. pr. 
bü, bou. buvas loohnort. lit. büti. aind. bhü. abaktr. bü. griech. 
o'j : (p'jw. lat. fu : davon by-lb cpjisv : lit. buitis existenz und pribuitis 
sind wohl entlehnt. Vergl. auch buisa art und iceise. byda in 
v^Lzbydati expergisci: w. büd in bideti vlgilare. byzdrt steht für 
b'Lzdrh. bykt bos. nsl. bik : w. buk. aind. bukk, bukkati, daher 
auch aslov. b-Lcela ; verwandt ist aslov. bucati mugire. byki. setzt 
ein *bykati voraus. byrati neben bylati errare: J. Schmidt 2. 
223. vergleicht aind. bhur, bhurati zappeln, zucken. bystr^ citus. 
nsl. bister : t ist wohl zwischen s und 'h eingeschaltet. Das wort soll 
mit btd zusammenhangen : lit. budrus. by voll. ßo'jßaXo? bubalus. 
r. bujvoli), wobei an buj U7id voW gedacht wird, neben dem älteren 
buvol-L. klr. buj vol. p. bawo}, bujwol. lit. bavolas. byvolt ist fremd 
matz. 23. öetyrije quatuor. lit. keturi: alit. ketveri entspricht 
aslov. cetveri. aind. caturas. catväras. griech. Tsccrapc? (rJ.a-jptc). lat. 
quatuor: y entspricht aind. u, nicht vä, wie das lit. zeigt. dybati 
dam ire. pridybeti. jj. (\jhac furtim Ire, insidiari: tc. dbb. vergl. 
p. dbac aufmerken, d. i. aslov. *dT.bati^ daraus lit. daboti. dyba 
r. p. truncus. r. volosy dybonit stojat't. Das wort ist mit dabb 



lo8 u-vocale. 

verwandt. dyhati spirare : ic. cHh in d'Lhüati, minder genau 
dyhnati pat-mih. nsl. nadiha, uadeha. dymati flare: ic. d^m, 
d^tma, dati. aind. dham. dymija inguen. poboliti, dimijami misc- 
Saf. 137. oti) bedru, oti> dymLJu tichonr. 2. 358 : der dual, lässt 
die hedeutung ,,inguen" als zweifelhaft erscheinen. Stulli citiert das 
hrev.-glag. und gibt dem worte die form dimje n.: jetzt kennt das 
s. dimije; dimlije hracca nach dem zu bedeckenden körperteile. c. 
dyme mit dem befremdenden sg. gen. dymene der schambug usw. 
dymeje tumor inguinum. p. dymie, dymienia schambug. nsl. dimle 
(dimlje) pl. f. schamseite. os. dymjo. dymi. fumus. lit. dumai pl. 
got. dauni-. griech. (ij[j.iq. lat. fümus. aind. dhüma. tlynja pepo. 
gryza, grysti rodere. lit. griauzu, graicziu. lett. grauzu. pr. grenzings 
beissig. Man beachte g-rizet^ sav.-kn. 44. g'ybnati perire, davon 
g'ubiti perdere. Wahrscheinlich verwandt mit g"i.b in g"Luati movere 
und stgtiiati plicare: beide ergeben gyba: g-ybati movere und 
si.gybati plicare. Bei Mikuckij lit. gaubti flectere. g-ymati palpare. 
gyzda lautitia in einer späten quelle, nsl. gizda superbia. s. comtio. 
Geitlery Lit. stud. 64, vergleicht lit. goda lob. g'Lmyzati repere: 
stamm gT.mT>z in g-^mizati. nsl. gomzeti, gomaziti icimmeln. s. 
g-mizati, g-amizati. <•. hemzot. li}^, davon pohyl-L pronus: pohyli. 
licemt j)rol.-rad. p. cliynac. cliylic. klr. pochylyj, pocliolyj verch. 
66. Potebnja, Ki, istorii usw. 200, vergleicht lit. sverti wägen. 
hyra morbics. nsl. hirati, herati languere. klr. chyrity kränkeln. 
chyryj kränklich verch. 76: vergl. p. ns. chory. os. khory aus 
chvory. liyti) in hytiti rapere: w. \v\A, wovon das mit hytiti 

gleichbedeutende livatiti. hytr-L artificialis: lit. kUras listig und kutrus 
hurtig sind entlehnt. byz'i., hyza, hyza neben hyzda domus. got. 
ahd.hnsa-. krynica ^?. /o»6', cisterna. Dunkel. kryti abscondere: 
selbst in den ältesten (piellen cloz. sup. sav.-kn. 128. 131. häufig 
kri geschrieben. Hinsichtlich der bedeutung beachte man klr. kryj 
boze ! bewahre gott! Geitler 3ö. vergleicht lit. krauti schichten, laden, 
häufen. kyti, kyvati nutare. nsl. kiiiiati. b. kiva vJ).: lit. kujuoti. 
kyciilL: c. kycel m. h'üftbein. vergl. k'Lk'Liii.. Geitler, Lit. stud. 4V, 
bringt lit. kuikc eile bei. kyciti injlare stolz machen. Vergl. Fick 
2. 538. kyd in kyüJjti, kydati iacere. kyhati sfernutare: w. 
kxh in k'bhiiati. Vergl. aind. ksu, ksäuti. kyj fustis, malleus. 
lit. kujls. pr. cugis : w. ku in kova, kuja. kyj aus kij. kyla 
hernia. griech. /.r^^r^. nsl. s. r. kila. klr. kyla. r. kyla. p>. kila: 
lit. kuila hodenhruch, bruch ivird mit aind. knla abhang verglichen, 
kuila kann allerdings aus p. kila niclit erklärt werden. Auch die 



vocal y. 159 

Zusammenstellung von kyla mit y.y:r, ist anfechtbar. Vergl. matz. 54. 
kypeti salire: aind. hup, Ixupjati wallen. kypr'L foraminosus: 
zemlja kypra usse tichonr. 2. 392. h. da raskvasa kipra usta verk. 
60. kysati, kysnati yer7ne«^ar/, madeßeri: aind. cuh jyass. sieden. 
kystka : c. kyska liandvoll. lit. Icuskis Geitler, Lit. stud. 66. ky ta : 
nsl. kita ramus, fascicidus, nervus: lit. kuta faser von tuch, troddel. 
kyt'i.ka corijmbus: lit. kut7s heutel. lobyzati: oblobyzati deoscu- 

lari: stamm lobtzati. lygati: oblygati calumniari: lo. l'i>g- in l^tg-ati. 
slovak. lyhati : ne lyhajte betrüget niclit. lykati slovak. vorare, 
deglutire: lioruce ue lykaj. p. lykac. lyko über r., p. }yko: lit. 
lunkas. pr. lunkan acc. lonks. Nach Geitler^ Fonologie 37, ist lyko aus 
lunka vor dem aufkommen der nasalen entstandkn, die lo. sei lank 
flectere J. Schmidt 1. 178. lysto, lystx tibia 7.v/][j,-r; : vergl. nsl. 
listaDJck; ferners r. lytka. c. lytko. p. Jyta, lytka und p. lyst, s. 
list, so wie klr. lydka, lydvyca. lysi» in vizlysi. calvus^ eig. eine 
blässe habend, p. lysy, Kalirscheinlich aus lyks'B : lit. lauks. pr. 
lauxnos stellae. abaktr. raoksna lucidus. Blit lys^L hängt zusammen 
p. lyska. r. lysuclia fulica. Vergl. (resi.) reh^, dixi aus reks^i.. lyza 
r. Schneeschuh, lett. luzes. monastyrb [xovizcr/^p'.ov. my nos. my 
171 myti lavare. pr. mü : cm-mTi-snan. my soll mit lit. mauti 
abstreifen zusammenhängen. Man vergl. jedoch maudUi s sich baden, 
muilas seife ist entlehnt : p. mylo. myk in mykati movere : vsenib 
vetroniL beahu mycemi mladen.: w. mbk in mtknati. lit. maukti 
streifen. myk im r. mykatt mugire. nsl. iiiukati: griech. [^-u/. in 
i'trJv.ov, [ji[j,u/,a. lett. maut. myliti : r. inyliti. p. inylic irre machen. 
OS. inylic (molic). ns. molis : lit. militi irren ist entlehnt. Vergl. lett. 
meist, melsu phantasieren, maldit irren. inysati se : nsl. inisati se 
sich haaren : ahd. mnzOn maussern. iiiyslt cogitatio. lit. mustis 

cogitatio. mustau cogito Szip'wid. Vergl. got. maudjan erinnern, myslb 
etwa niyd-tlb icie jasli aus jad-tlb, Vergl. J. Schmidt 1. 178. mysi. 
mus. ahd. mns. griech. [ajc. aind. mits, milsa m. mhsn, miisi f. lit. 
müs. griech. p/jc. ahd. müs. Hieher gehört auch inysLca brachium., 
eig. musculus. Vergl. lit. pele maus, muskel. inyto merces : myto 
ist lüohl das ahd. müta, nicht das got. mötä-. lit. muitas, mitas. 
lett. muita sind, entlehnt. Vergl. matz. 61. nejesytb, uesytt 
pelecanus. netopyrb vespertilio. Im ersten teil des compositum sieht 
man die bezeichnung der nacht : neto cvus nekto 5 der zweite ist aus 
ptt ßiegen gedeutet loorden: pyri> für pxtyrh^ was kaum wahr- 
scheinlich ist. ny in nyti languere. c. ujti, davon unaviti: aind. nu 
tuenden, griech. vsüo) sinke, lat. nuere. Vergl. klr. nycfity mager 



1 öO u-vocale. 

werden. ny nos. nyne nunc. r. dial. none. Vit. nüncd. ahd. nun. 
grlecli. vjv. aind. nnnam. nyrati, podtriyreti se immergere: w. 
n'Lr von einem u-stamme. klr. nyijatb, nurkovaty hibl. I. lit. nerti. 
nyrivL, pronyrivi. malus. Vergl. r. doi-'l tebja iznyrjaj ! nyi't 
turris. nyriste o'.7.;7:£oov : lo. m>r in der hedeutung ingredi. Vergl. 
nura ianua. oixcc. aind. vesa von vis sich niederlassen, eintreten. 
Curtius, Grundzüge 162. plastyri, TiXa^Tr^ptov. ply vati natare : ic. 
ply, lüofür plt, d. i. plü. Vergl. aslov. plytxk'L. nsl. plytev seicht. 
pryha in pryhanije fremitus kann mit aind. prTith schnauben durch 
prüths , jirüs zusammenhängen, lit. prunksce praet. prunkstavoti 
schnauben : Geitler, Lit. stud. 68. 105, vergleicht c. ostycliati mit stydeti. 
prysk in prysnati effluere, davon prystt ulcus. psaltyrt t];aXr/^piov. 
putyri, TTOTY^piov. pyhati frendere, eig. flare. pylia superbia. nsl. 
pihati : ic. pth. aind. pü reinigen, reinigend wehen. Vergl. lit. 
putu flo. r. p. c. puch flaumfedern: lit. -pxikas ist entlehnt. pyriti 
in prepyriti pieraadrostt lam. 1. 99. pyi"o far. klr. pyryj quecke. 
c. pyr, pyf. lit. purai pl. pir. pure trespe. lett. 'pürji winterweizen. 
g riech, züpic. pyi"i>, pyi't: c. \^yr, ^yr favilla. p. ^qyz, perzyna/«r 
und neben pyrz, pyrzyna. s. puriti torrere. piriti ignem accendere. 
c. pyriti se glühen, p. perzyc sie für pyrzyc sie: vergl. J. Schmidt 
2. 273. pyski, : c. pysk aufgeworfene lipim wird mit lit. putu flo 
verglichen. pytati scrutari. rog-ostyi'b spYacr/jptov. ry in ryti. 
rtvati f ödere, partic. riiveni). c. ryö. lit. rauti, raveti jäten, aind. 
ru, ravate zerreissen. ryba piscis. riba nebeii ryba zogr. sav.-kn. 20. 
Fick 2. 646. vergleicht ahd. rüpba quabbe, ein seeßsch. rydati: obi'y- 
dati se erubescere: iv. i"Ld. rydati ^ere. s. ridati. lit. raudmi, raudoti. 
raude klageweib. lett. raudüt. ags. reotan. ahd. riozan. lat. rudere, 
aind. rud, rudati, röditi. rygnati ructare : abweichend c. rihuouti. 
p. rzyg-nac. lit. rugti, raugeti, raugmi. lett. raugote s: vergl. rhgt 
gähren. lat. erugere. griech. zpi-j-^:\j.y.'., kp-^yhbi. rykati rugire: aind. 
ru, rauti, ruvati: daneben rjuti. i"ysb pardalis. nsl. s. ris hpix, 
ungenau leopardus, tigris. c. rys. p. rys alles m. r.; rysi. in der 
Volkssprache m., in der schrift f. klr. rys f. verch. 69. lit. lusis. 
pr. lui/sis. ahd. luhs. griech. "/>'jy^. Vergl. aind. ru^ in rusant licht, 
hell, das als partic. von ruc glänzen angesehen icird. Wer bei rysi> 
an ruc denkt, wird es aus ryksb entstehen lassen. ryzdt ruber 
aus rydj'i., icohl für r'Lzdb: w. rtd, r^doti so. skyk in skycati 
latrare. Fick 2. 681. vergleicht lit. Saukti. lett. sankti. skymati 
susurrare. skytati se vagari. Fick 2. 681. vergleicht aind. svju, 6ja- 
vate sich regen, got. skevjan gehen. Geitler, Lit. stud. 70, denkt an 



vocal y. 161 

IH. skuisti, skuitaii delirare. Veri/J. ]Aed und bladi. skytiti hielt- 
nava : iie imease kiide glavy poil'i.skytiti nntcJi. slylt hi. slysati 
audire: st. slts, sltli. lit. kJaiisu, klaiisfi fragen, ahd. Idosii». alvd. 
h'Us. ahakfr. sraosa gehorsam. Yergl. r. slytb, slyvu für aslov. sluti, 
slova. smycati traJwre. sniykati se repere: w. sim.k. lit. smunku, 
smitkti gleiten, davon p. sniyk ßedelhogen, das lit. smuikas laufet. 
sny in osnyvati iterat. fundare: \c. su'l, d. i. snii. osnovati ist 
perfecfiv. spyti neben ispyti frustra. stiyj patrims. Mr. stryj. 
lit. strujus senex. stydeti se eruhescere, davon studi. pift^or; r. 
prostyg-nutb und p. styg-n£jc vergleicht J. Schmidt 1. 178. mit lit. 
stugti steif werden. styd im r. stynutt frigere. p. styduac und 
daraus stygnac. Ilieher gehört auch s. stinuti congelascere, eig. 
erkalten, aslov. stnden'h fr igidus. styr^L: p. styr accipenser sturio : 
ahd. stiiro matz. 31'ö. syh in syliati siccari: xv. s'i.li in sthnati. 
p. schna6. Man merke istsyse exaruit pat.-mih. 34. für isiise. 
syk im p. syczec gemere. c. syßeti. r. sykatb. Yergl. lit. saukti 
rufen : kaukti heiden ist kukati in kiikavica, sylati mittere : w. stjI 
in stlati. synt ßlius. lit. sTmus. p)r. soüns. got. sunu-. aind. sünu. 
ahaktr. Imnu. Oh aslov. snxha nurus, aind. snusä, hieher gehört, ist 
zweifelhaft: sjnoha, findet sich, allein nur in einer quelle des sechs- 
zehnten Jahrhunderts. syni. nehen sun'L turris scheint eig. etwa ,das 
auf geschüttete^ zu bedeuten: synt loäre in diesem falle von stp schütten 
abzuleiten : syp-m.. Andere vergleichen aind. sTina tumidus. sypati 
furniere: ic. si^p in ST>pa; suti aus süpti statt syti. s. uasip (uasypt) 
stammt vom iterat., nasap (nasT-pi,) vom wicrzelverbum. sypati in 
usypati abdormiscere : w. s^Lp in us^nati, daher ustpi, wofür usypx 
in usypsi ej sb placemb pat.-mih. 118. und klr. prosyp hibl. I. 
syrij humidus, crudus. syrovh neben surovL crudus. syreti virere. 
Vergl. lit. surus salzig, ahd. sür sauer. syr'b caseus. syriste coa- 
gulum, stomachus. lit. suris, surus salzig, s. sladka surutka, Lira 
serum lactis. aind. sära hat unter den vielen bedeutungen auch die 
,saurer rahm.' lett. sers ist entlehnt. sysati sibilare. ahd. süsön 
sausen. sysuti sugere: w. sts. klr. vysysaty, ssaty. sytiti im 
p. sycic. r. sytitb den honig zerlassen, seimen und trinkbar machen. 
syti) satür. lit. sotus. lett. sats. got. sada- : sada- satt, sotha- Sätti- 
gung, lat. sat, satis, satur. y für lit. o und got. a usw. üherrascht ; 
das lett. suits überflüssig entfernt sich von sjtb durch die bedeutung. 
lett. suitis und sJts satt sind ejitlehnt. Delbrück stellt got. sada- zu 
aind. san zur genüge erhalten, spenden, lit. suitis reichlich mahnt an 
p. sowity. syv; r. syvnutb, sunutb. aslov. sunati, sovati. tryti 

11 



Ibii u-vocale. 

terere: iv. try aus ter. griecli. -pv:t. Vergl. treti und triiti. ty in tyti, 
kroat. titi, pinguescere. otavaii recreatus. s. toviti. jj. otyc. aind. 
tu, tavlti, tauti valere. tavas rohur. üv pinguescere. lit. tukti, tunJcu. 
ty tu. lit. tu. pr. tou, tu. got. tliu. gr. -6, cü. aind. tvam (tuamj. 
tykati pungere: w. txk. tykati: potykati se impingere. potyklivi. 
facile impingens. tykati in zatykati ohturare: iv. ttk. tykati: 
prytycati_, pritucati comparare. tyky Cucurbita: wahrscheinliche 
w. ttk. lit. tuJcti, tunku pinguescere. tylij cervix. Fick 2. 5 72. 
vergleicht eine ic. tu schioellen. tyni. vmrus. s. tin partes, klr. tyn 
bibl. I. c. tyn. got. Huna-. anord. ags. tun. ahd. zun zäun. air. 
dun arx. Wahrscheinlich ist iyni> aus dem got. entlehnt, lit. tuinas 
p>fahl ist slav. Ursprungs. tysasta mille, ein partic. praes. von 
*tys, etwa tumere. lit. tukstantis f. pr. tüsimtons acc. got. thüsundi. 
Daneben selbst in alten quellen tysesta. r. tysjaöa: c, tisic für tysic 
m. und p. tysiac entsprechen einem aslov. tysestb aus tysetji^ 
lüährend as. tysuca das aslov. tysasta ist. vy praefix: aus aind. 
ud hinauf, hinaus, vy fm- 'h, y. vy vos. vy in vyti idulare. b. vi. 
aind. u, avate. vy für i,, y. vydra lutra. r. vydra. p. wydra. lit. 
udra. lett. Tidrs. pr. vdro. aind. abaktr. udra. vyg'Lut: c. vyheü 
rauchloch, esse hält Geitler, Lit. stiid. 50, für eine nebenform von 
oheii. v^'ja collum. vyka in vykanije clamor. pr. per-icnk-aut 
berufen: vergl. vy, vyti. vyknati assuescere, discere: u: i.k, d. i. 
ük; davon obycaj mos. xxkrb doctrina. lit. junkti assuescere. jaukinti 
assuefacere. lett. jükt. jaukt. got. uh: biuhta- gewohnt, aind. uc, 
ucjati. vyine : r. vymja uher. nsl. vinie. p. wymie usw. lit. udroti 
entern, ags. üder. ahd. üter. griech. oüOap. lat. über. aind. üdhan, 
üdhar : vyme steht für vyd-me wie danib für dadrab. vypi, vyplb 
larus. r. vypb f. ardea stellaris : matz. 373. vergleicht schued. vipa 
gavia. vysok'b alias: got. auhu in auhuman- in Verbindung 
mit lit. aukstas für ausas wie tukstantis für tusantis scheint ein slav. 
ys mit s aus k' zu ergeben. Vergl. jedoch pr. auctas und unsai 
hinauf, vysprb sursum: vys scheint mit vysok'b zusammenzuhängen, 
icenn nicht vb isprb zu teilen, prb möchte man mit per, prati volare 
zusammenstellen. Man merke izusprb de alto tichonr. 2. 175. vyzbl'b: 
nsl. vizel canis sagax. r. vyzlect. c. vyzel : p. wyzel : lit. vislis ist 
loohl entlehnt. Matz. 89. vergleicht pjr. wu/jsis canis genus. zybati 
agitare. zypa tn zypanije clamor. Vergl. zukii sonus. r. zykx. 
zycatb. zyvati: prizyvati advocare: w. nicht z'hv, sondern zt>, 
zu. klr. zov von zu und. zazyv bibl. I. von zyva. 



vocal y. 163 

ß) Stämme, svekiy socrus : aind. ivasrU. zely testudo : 
grlech. yi'/Sjz. buky fagus: pr. hucus. Ijuby amor. tyky Cucurbita. 
j§try cognata, ein jetri. voraussetzend : lit. inte. lett. jentere. griecit. 
c'vaiepi;. aind. jütav. Aus ledvijci lumhus möchte man auf ledy 
schliessen. cri^ky ecclesia: ahd. chirichd. sraky tunica. dly neben 
dltva dolium usw. 2. seite ö9. Vergl. nsl. kri (kry) für aslov. 
krxvb. Für perdix, attago ergibt sich aus kuropijtina für -p'Ltivina 
die form kuro-pT.ty. c. koroptev, kiiroptva: r. kuropatb und p. 
kuropatwa bieten ein durch Steigerung entstandenes a: w. ])at, patati 
fliegen, mehyri. vesica von mein., nsl. melier und mehiir 2. seite 
93. puzyib bulla wird mit unrecht mit susap-ov zusammengestellt. 
motyla ßmus. mogyla collis. rog-ylb arbor quaedam 2. seite 113. 
mlym mola : y. mlyn. pr. malunis. lit. malunas. zrtny mola 2. 
Seite 123. pr. girnoyicis, nach Geitler, Lit. stud. oO, girnuitcis. zv^b- 
ny loie nasteg--ny, osteg-ny. pelyn-L absinthiwn: p. piolyn, piolun. 
rabyuja serva. ktuegyüja und mag-dalynja \).y.^{c,c/Xr{^iTi 2. seite 143. 
bog'ynja ist wie g-ospodynja zu teilen: bog-ynja, nicht etwa bog-y- 
nja, wobei auf it als u gewicht gelegt wird, pastyrb pastor 2. seite 
177: vergl. lat. tum. kamy lajns. plamy _^amma. jecbmy liordeum 
2. seite 236. Vergl. lit. ahnü, dialekt. akmun, daher kamy-k't, 
remy-ki. usic. aus kaman-ki. usw. J. Schmidt 1. 178. kopyto 2. 
seite 202. J. Schmidt 1. 178. vladyka dominus. Vergl. J. Schmidt 
1. 178. jezyk'L lingua: r. lezykt dial. lit. lezuvis. pr. insuwis. armen, 
lezu: jezykt scheint ein deminutivum zu sein: vergl. armen, lezov-ak 2. 
Seite 254. kotyg-a tunica 2. seite 286. solyg-a, selyga pertica ferrea 
ist wohl fremd. Die verba ivie celyvati osculari, osnyvati fundare 
beruhen auf stammen wie celx, sni>^ deren 'h durch dehnung ebenso 
in j, 'kl übergeht wie in btd : VLzbydatl ; es tritt jedoch auch 
Steigerung ein: arodovati und aroduja etwa wie plova und pluti. s. 
grohitati neben g-rohotati scheint ein groh-^ttati vorauszusetzen. 

y) Worte, pl. acc. der 'h(a) - stamme : raby. sg. gen. pl. acc. 
nom. der ix-stämme: ryby. partic. praes. act. der suffixlosen stamme 
auf consonanten : plety usw. Darüber ist auf seite 44 gehandelt 
worden, pl. acc. der iifuj-stämme: syny aus -nuns, -nüs. lit. sunus. 
got, sununs. aind. sünün aus sünuns. Der pl. instr. raby wird aus 
rab'i-mi erklärt, indem man annimmt, 'h und i seien nach dem aus- 
fall des m zu y, i^i verschmolzen, etwa wie dobry aus dobrx und i 
entsteht, während andere vom lit. äis (vilkais) ausgehen und meinen, 
ai sei nach dem abfall des s in y, i^i übergegangen und zwar 
dadurch, dass a in o, !> verwandelt wurde, das mit i wie oben y 

11* 



1 64 u-vocale. 

'Kl ergalj Geitler, Fonologie 36. Anders Leskien, Die decUnation usw. 
104; die erste deutung ist icohl aufzugeben, die anderen sehr prohle- 
matisch. Der dual. nom. syny entspricht aind. sunü, es steht dern- 
nacli j für aind. ü. Auch dem i in gosti steht aind. t gegenüber. 
Schwierigkeiten bietet das personalsuffix der I. pl., das iitl, my 
und bulg. me, serb. mo lautet. Als regel ist mi> anzusehen, mi ist 
fehlerhaft 3. seite 68. vergl. seite 15. Die gleiche Schwierigkeit luie 
bei der personaZencZz^w^/ my zeigt sich bei den enklitischen pl. acc. 
dat. ny, vy, die mit den gleichfalls enklitischen aind. pl. acc. dat. gen. 
nas, vas zusammenhangen. Neben ni, vi kennt das serb. ne, ve. 
Daraus scheint zu folgen, dass aind. as im slav. auf mehrfache art 
reflectiert wird: durch %, y und durch e, icozu noch o tritt. Zur 
erklärung von my hat Herr J. Schmidt auf das lit.-zemaitische mens 
für nies, lett. mes, hingewiesen, my ist eigentlich ein pl. acc. und 
entspricht dem lit. mus, lett. miis. Wie my denke ich mir auch vy 
entstanden, das pl. nom. und acc. ist. 

Dass die bei weitem meisten casus der zusammengesetzten decU- 
nation durch zusammerirückung zweier casus entstehen, kann nicht 
bezweifelt werden: sg. gen. m. n. dobrajego ist dobra jego, ursprüng- 
lich zwei Worte, entsprechend einem griech. ayaöoj toj statt toj ayaOiO. 
Dasselbe tritt ein im sg. gen. f. dobryje d. i. dobry je, nicht etwa 
dobry jeje, da je, icenn nicht älter, doch mindestens eben so alt ist 
wie jeje ; je verhält sich zu zmije wie ja zu zmija. Was jedoch 
namentlich die casus betrifft, deren suffixe consonantisch anlauten, so 
langte ich nach langem schwanken bei der ansieht an, dass in den- 
selben das thema des adjectivs mit dem casus des pronomens ver- 
bunden erscheine, indem ich meinte, der sg. instr. m. n. dobryimb, 
y\,OKp'KiH/V\k, d. i. (lobryjimt, entstehe aus dobrt jimb, loas ich jetzt 
dahin ändere, dass ich dobryimt aus dobro jimt hervorgehen lasse. 
Was mich bestimmte frühere ansichten — denn ich hatte deren mehrere 
— aufzugeben, icar die wahrnahmung, dass in mehreren slavischen 
sprachen in der tat eine Verbindung des adjectivischen thema mit dem 
casus des pronomens stattfindet. Diese ansieht legte ich dar in der 
abhandlung : Die zusammen; jesetzte decUnation. Sitzungsberichte, band 
6<S. 133. 187 1. Auch jetzt kann ich mir den sg. gen. m.. n. dobrego, 
dobrega der dem zehnten Jahrhundert angehörenden nsl. freisinger 
denkmähler nur aus dobro jego, dobro jcga, nicht aus dobra jcgo^ 
dobra Joga erklären. Das gleiche gilt von dobroga, dobrega des 
jetzigen nsl., vom s. dobroga, vom c. dobrcho usw., und nicht minder 
vom sg.dat.m.n. nsl. dobromu, dobremu, s. dobromu, c. dobremu ttsu'. 



vocal n. löö 

Bei dem hohen in das zehnte Jahrhundert zurückreichenden alter 
und der weiten verhreitung dieser erscheinung glaubte ich dieselbe 
zur erldärung aslov. formen benutzen zu dürfen. Diese ansieht glaube 
ich noch jetzt festhalten zu sollen, icenn ich auch einzelnes an meiner 
erklärung zu ändern m.ich veranlasst sehe; so deute ich jetzt, wie bemerkt, 
den sg. instr. m. n. dobiyimi. aus dobrojinib, da ich in kyimb aus 
kojiint die gleicht' Veränderung eintreten sehe. Diejenigen, die diese 
ansieht für irrig halten, meinten, mein Irrtum rühre daher, dass ich die 
formen ausserhalb ihres Zusammenhanges betrachte, was kaum richtig 
ist, da meine ansieht gerade auf dem zunächst massgebenden zusammen- 
hange der slavischen formen beruht. Herr A. Leskien hat in: Die 
decliiiation tisw. 131 - 137 meine erklärung eben so ausführlich als ener- 
gisch bekämpft und s. 134 behauptet, es sei wenigstens sehr denkbar, 
dass in dobrtmb - jimt, dobromb -jirnt usw. durch abwerfen des 
ersten, inneren, für die Charakteristik der formen umvesentlichen der 
beiden gleichen bestandteile eine dissimilation, eine erleichterung gemacht 
sei, und s. 137 die überzeicgung ausgesprochen, dass die zusammen- 
gesetzte decUnation im slavischen und litauischen nur durch zusammen- 
rUckung der pronominalcasus mit den declinierten adjectiiformen ent- 
standen ist und alle abweichungen davon nur scheinbar oder spätere 
neubildungen sind. Den sg. instr. m. n. dc^btyiinh usw. kann man 
als eine neubildung ansehen, d. i. als eine form, die wir sprach- 
geschichtlich nicht erkläre7i können, weil sie sich nicht aus älteren 
formen ergibt. Dabei käme es auf die heantwortung der frage an, 
wie alt eine bestimmte neubildmig ist, ob nicht der nach meiner 
ansieht entstandene sg. instr. m. n. in das nehmte Jahrhundert versetzt 
icerden darf. Wie alt ist das slav., ivie alt das lat. imjyerfectumf 
und dürfen wir das nsl., kr., s., c. usu:. dobro jego als jung 
ansehen f und das s. mog budem ? 3. seite 246. 4. seife 776 tmd 
die b. formen ple, ne, gre ? usw. 3. seite 201. 

j findet sich in entlehnten warten als ersatz verschiedener laute: 
bohatyrt. byvüli,. hyzx. myto; griech. TY^piov icird durch tyrt wieder- 
gegeben: monastyrij, plastyrL. psaltyri.. piityrb. kyla ist mit griech. 
•AT^KT^ unverwandt. 

III. Dritte stufe: ov, u. 

1. w., Ol", hat im alphabete den namen xxk'u, oyK'K. 

2. u hat zwar, aind. au (ö) entsprechend, et/jmologisch die 
geltung eines diphthongs ; icir haben indessen keinen anhaltspunct zur 
behauptung, dass es in der ausspräche lang gelautet habe. 



166 n-vocale. 

3. Was die sclireihung anlangt, so ist zu merken, dass nicht 
nur das kyrillische, sondern auch das glagolitische aiphabet das 
zeichen dafür dem griediischen oj nachgebildet ist, denn es besteht 
aus der Verbindung des o mit dem dem griech. u entsprechenden 
buchstaben. Dies beweist, dass das uns bekannte glagolitische aiphabet 
vom griechischen beeinflusst wurde, ist jedoch kein beweis für den 
satz, dass das glagolitische aiphabet jünger ist als das kyrillische. 

4. u und das gleichwertige ov entspricht aind. ö aus au und 
av, ist demnach die erste Steigerung des w, das aslov. t. gegenüber- 
steht. Dieses u stammt aus der vorslavischen periode. So entspricht 
budi aind. bödhaja, lit. baud-. lupi aind. löpa. susi aind. sösa. govtno 
beruht auf aind. gu, und würde aind. gavina lauten. Es versteht 
sich von selbst, dass nicht jedem aslov. n, ov aind. ö, av tatsächlich 
gegenübersteht: selbst zwischen aslov. einer- und lit., got. andererseits 
treten in dieser hinsieht Verschiedenheiten auf, weil die etymologisch 
verwandten icorte in verschiedenen sprachen nicht immer denselben 
bildungsgesetzen folgen oder iveil uns genau entsprechende formen 
nicht immer erhalten sind. Darüber gibt das verzeichniss der u ent- 
haltenden Worte aufschluss, aus dem. sich zugleich ergibt, in loelch' 
ausgedehntem umfange die regel gilt. Mit ov ist t.v «^ icorten wie 
stkrtveni, V07i s^kry, iim^Lvein. von nmj, poktvanije nutus von 
ky nicht gleichwertig: der ii-laut löst sich in diesen fällen in tv 
auf, was von der in ov vorliegenden vocalsteigerung verschieden ist. 
bljuja vomo. blbvati : lo. bljii. bud- in buditi excitare: w. büd. 
duhnb Spiritus: ic. diih. guba in giihiti perdere: w. guh : pogy- 
nati perire. gubb in dvog-iibb duplex: iv. güh: preg"i.nati plicare. 
krovij tectum : ic. krü : kryti tegere. kuja cudo. kovati. kovL : 
w. kü. Ijubr. carus : w. Ijüb. aind. lubh. plj^\j<'i spuo. plbvati : 
w. pljü. pluti fluere. pluja und plova : w. plii. ij^iti rugire. 
reva aus rjova : iv. rjü. royh fovea : iv. rfi. vj ti f ödere. riida 
metallum : iv. riid. Identisch mit ruda ist aind. löha rötlich, röt- 
liches ntetall, metall, aus urspr. raudha. slulii. auditus: w. slüs. 
sluti clarere. slova, slovo: w. slü. strug'L scalprum: w. strug-. 
struja _^«me«. ostrovi.. wisit^a ; w. strü. studi. pudor : w. stüd. 
stydeti so. truti absumere. otrovi. venejium : w. trü. uki> 
doctrina : w. ük. vyknati. uti : obuti induere : w. ii. lat. 
ind-uo. utro mane für ustro : w. iis. zova voco : w. zu. aind. 
Im, havate. 

6. \\ entsteht in manchen fällen aus vo, vx, vb. stnuzbni. 
jcvaßäTr^c, eig. qui cum curi'u est: vozi.. udova: vbdova. unuka: 



vocal n. 167 

vi.mika. iipiti, v r.zupiti : viipiti. 3/«» heachie nd. ptuj fnr lat. 
l)etorio. Daf/ei/en auch vt^oditi, v'i>£;odbn'i., viigazdati sttp. : ugo- 
diti «.Sir. ; mir scheint hier das 'praeß.v u ursprünglich zu sein. Dunkel 
ist uzda habena: vtzda. nsl. uzdu, vvijzda, giijzda. h. iuzdi.. 
Man ist versucht an vt.zt> und w. de zu denken. 

6. u steJit manchmahl für t,: onude sup. 278. 19. für oin.de. 
duzdevT. 221. 7. für dtzdev^t. naduzdeviti für nadiizdeviti, na- 
di.zditi pluere proph. 

7. u entu:ickelt sich aus je durch assimilation an vorhergehendes u. 
Dies geschieht im sg. dat. m. n. der ziisammengesetzten declination : 
aus byrisujemu entsteht byvT.Suuniu H. seite 50. 

8. uu wird in u zusammengezogen : byvT.siimu. Wie aa zu a., ee 
zu e, ii zu \, so zieht sich nicht selten im zu u zusammen. Dies 
geschieht im sg. dat. m. n. der zusammengesetzten declination: blaze- 
numu aus blazenuumu. Danehen findet man oumu für uumu : sle- 
-^owiwvi] ferners oomu, eemu: strasnoomu. proöeemu; imd schliesslich 
omu, emu: drugonm. nistemu 8. seite 59. Diese ahiceichungen be- 
ruhen auf einer anderen hildung der casus der zusammengesetzten 
declination, auf jener nämlich.^ hei welcher an den auf o (e) auslau- 
tenden stamm des adj. der casus des pronomen gefügt wird: nsl. 
dobrega, dobroga entsteht aus dobrojega seite 164. 3. seite 151. 

9. Nach r, 1 geht ju. manchmahl in i über: krizt crux. pr. skrJ- 
sin : vergl. ahd. chriuze. rikati rugire sup. 45. 4 ; 12(1. 17. greg.-naz. 
izv. 487 : w. rju; das neben rikati vorkommende rykati, serb. za- 
riikati, scheint auf der älteren form derselben ic, vu, zu beruhen. 
libo neben Ijiibo; aus libo ist vielleicht das adv. li eitstanden, pli- 
nati zogr, neben pljunati spuere. b. klisav neben kljusav klebrig. 
plistL tumidtus ist vielleicht pIjuätL von pljusk in pljuski. sonus. Man 
vergleiche auch den bosnischen flussnamen lim mit alb. Ijumz ßuss. 
Ztcisclien roma und rimt ist icohl i-iimt in rumim,. rumbskt undj 
^'rjum'i. das mittelglied: so deute ich auch lab im. aus albona. 
ilbiiTL ulmus ist nicht etwa durch julbm'L mit dem lat. icorte zu ver- 
mitteln : es ist ahd. '('dm. Denselhen lautuhergang bemerken wir noch 
in einigen anderen Worten. s,\ii suere aus sjü-; sivati aus sjvi-: vergl. 
j)r. schumeno draht. zi aus gjü in zijastiinn. mandentibus für zjü ; 
zivati aus gju-. Vergl. r. slina saliva neben sljuDa. Man denke an 
r. sibkij neben p. chybki flink : die formen werden durch sjiib ver ■ 
mittelt. zidini. iudaeus, lit. zidas, beruht auf jud. Man beachte auch 
kr. mir, lit. muras, murus. stiti. scutum ist icohl skiiitt : pr. stay- 
tan acc. steht für skaytan. Das mittelglied zwischen ju und i bildet 



1 68 n-voca!e. 

dem zu folge jt. Aus je scheint i entstanden in istib verus: lit. 
iscicis. lett. ists: lo. icolil jes esse. Vergl. griecli. ssG"/>öc und neste- 
tuimT> cf^p.'.ojixsvo; greg.-naz. 182. aus -tujemt. 

10. u enthaltende formen, a) Wurzeln. beltcugt amdus. 
b. belöjug'. s. bioöug'. Das wort ist dunkel und wohl fremd. bljuda 
ohservo, custodia, bljud scheint auf bjud, w. aind. hudh, zu beruhen. 
Vergl. buditi und got. biudan bieten, wissen lassen. bljudo jpatina, 
daraus lit. bludas. lett. blöda: bljudo ist icalir scheinlich got. biuda- 
tisch. bljuja vomo: w. bljü. Fick2. 623. vergleicht lit. bliauju, bliauti 
blöken. brucati : . c. bruceti murmurare : lett. braukset prasseln. 
brulvTbvi. : c. brukev. p. brukiew. r. brjukva brassica napobras- 
sica: nhd. brücke dial. Vergl. lit. gruckas matz. 119. brusT>: 
ubrus'L sudarium. nsl. brus cos. Vergl. brysati wischen. bubregi> 
ren ist vielleicht babregt zu schreiben: nsl. bumbreg. b. b'Lbreg: 
egi ist Suffix ; matz. 21. vergleicht alb. bubureke iecur. bucati 
mugire: w. aind. bukk. Man erwartet kein \\. bukarija seditio. 
buditi excitare: w. aind. budh erwachen, das in btdeti so wie im lit. 
budu, busti, budeti, budinti und im lett. budu, bust erhalten ist. buditi 
entspricht durch sein u dem aind. bödhaja. lit. band : bausti strafen, 
pasibaudeti sich gegenseitig aufmuntern. Vergl. bljuda. bugt armilla: 
aJid. boug. buj insipidus: die icahre bedeutung scheint ,luxurians' 
üppig wachsend zu sein. In diesem falle icUre by wachsen, werden, 
sein die icurzel. Vergl. r. bujnye clileba. bujatb crescere. p. bujny 
fertilis. bujno rosnac. Man vergleicht, wohl mit unrecht, tatar. buj 
statura. bujumak crescere. Von bujnyj stammt lit. buinus. buky 
fagus, littera, im pl. icie nsl. hvikve schrift., buch: h bezeugt fremden 
Ursprung, got. bökä- littera, im pl. bökös wie slav. ahd. buoh. pr. 
bucca-reisis buchnuss. *bulja, c. boule: ahd. p>irillä. nhd. beule. 
burja procella. lit. büris imber. Fick 2. 620. vergleicht lat. furo, 
griech. i^upaw. J. Schmidt 2. 223. 269. matz. 22. bur-t: p. bui-y 
dunkelgrau. lit. buras. va\ in nyne cu apxiw; hängt mit dem 'pro- 
nominalstamm kl. zusammen. Vergl. r. ca. öudo nebe7i studo mira- 
culum. p. cud. öama pestis. b. cjumT>: magij. csuma. öuti 
noscere. nsl. öuti audire, vigilare. p. czuc sentire, vlgilare, custo- 
dire. Vergl. got. skava- : usskavs vorsichtig, usskavjan zur besinnung 
bringen. Wer das got. icort mit cuti zusammenstellt, setzt als ursprüng- 
lichen anlaut st voraus. Vergl. stutiti. drugi) sociics: lit. su-drugti. 
draugas. lett. draugs. dudy : s. duda fistula. klr. dudy sack- 
pfeife. Vergl. mag/j. duda und türk. dudük, das auch s., duduk, vor- 
kömmt, duhi. sp>iritus. dusa anima. lit. dausas. dausa. lit. dukas 



vooal u. 169 

ist entlehnt: ir. diis (dhus). Vit. dusu, diisti. Das icort wird mit fjerm. 
deuza-, got. dhiza-. anord. dyr. alid. tior zusammengestellt Zeitschrift 
23. HS. duma: r. duma senatus. h. duma loqui. dumt verhum. 
p. duma usic. lit. duma. dumti. lett. döma. Vergl. got. döma- sinn, 
urteil, alid. tuom: w. aind. dhä. Wei- an fremden Ursprung denkt, 
wird wegen des d dem got. den vorzug einräumen, aslov. n, nicht 
das kurze o, steht dem got. o gegenuher. Gegen die entlehnung matz. 28. 
dunavT), diinaj oavoußio;, oavouß'.c. lit. dunojus. ahd. tuonowa. du- 
nati, duti spirare: ic. aind. dhü agitare. got. dauni- f. dunst. Mit 
dhü hängt auch die ic. dfis (duhi)) zusammen J. Schmidt 1. Iö7. 
duplb, dnpbn'L cavus. dupina fovea. lit. dübti aushöhlen, duhus hohl 
J. Schmidt 1. 90. duplja. lit. daube. dupljatica lampas izbor. 1073: 
vergl. mlat. duplo candelae species matz. 386 : it. doppiero. gkiht sur- 
dus. og\i>h.n&ti surdescere : «•.glüh, glnbh, glunn. scena. nsl. ghima, 
iocus. glumiti se iocari. klr. hlumno spöttisch hihi. I. Vergl. lit. 
glaudas spiel, anord. glaumr. gluiiTL ist in glu-im. zu scheiden. 
g-lup^ stultus. h. glupay. gnusT) sordes, scelus. nsl. gnus macula: 
lit. gniusas kleines insect ist ivohl entlehnt. Danehen gnasiti, gnLSL. 
govedo hos. lett. gövs. ahd. chuo. aind,. gö. govedo aus w. gu, edo ist 
Suffix. Damit hängt auch gvort hulla zusammen, govort tumultus. 
lit. gauti heulen : w. aind. gu, gavate tönen. Vergl. klr. hvaryty nehe^i 
hovoiyty und p. gwar. govHno stercus. aind. gütha excremente. 
kurd. gu: w. aind. gu, gavati. gruda gleha. lit. graudus spröde, 
lett. grauds körn, anord. grautr. ahd. grioz. Vergl. lit. grodas 
gefrorene erdschoUe und grusti, grudziu stampfen. griisti : gruäte- 
nije pusillanimitas. nsl. gnisti se mi taedio capior. r. grustitt. 
lit. grausti, graudziu Geitler, Lit. stud. 64. Danehen s. grstiti se. 
grusa, krusbka, liniisa pirus. lit. grme aus dem slav. nesselm. 
kriausia. pr. crausi , crausios. Der anlaut wechselt auch in den 
lebenden sprachen : nsl. hruska. s. kruska. griivatl kr. krachen, 
lit. grauti, grauju Geitler, Lit. stud. 64. giibiti perdere. pogynati 
interire. gubb in dvogubb duplo maior. lit. dviguhas: w. g'bb. 
guditi deridere: vergl. kuditi. gunibno area, horreum. hralu- 
pbD'b cavus: vergl. skralupa cortex. hudi) parvus. J. Schmidt 
2. 257. vergleicht lit. sudas mist und aind. iüdra; andere ksudra 
parvus, vilis. hula hlasphemia: lit. kaiditi zanken ist unverwandt. 
hursarb, husarb praedo. ngriech. y.ojp'äpoc. it. corsa7'o. Das wort 
hat weder mit den Chazaren noch mit hansa einen Zusammenhang. 
ju und daraus \i, n-ze iam. lit. jau, jau-gi. got. ju. jugi. auster: 
vergl. lit. uzu strepo. juha ius, lit. juse neben dem entlehnten 



170 n-vocale. 

fuka hlutsiqjpe. aind. jnsa. jnnt kivenis. lit. jaunas. lett. jauns. 
grit. jundä- iurenta. aind. juvcm. ahaktr. javav. kljuciti se accidere. 
kljuditi : c. kliditi, slovak. kluditi wegräumen. Vergl. lett. klndlt 
reflexiv umherirren. kljuja neben kltva rostro tundo. lit. kliuti, 
kliu-v-u anhaken, p. klnc. kljnk: kljuöt Jincus, clavis. kljuka dolus, 
nsl. kljuka klinke, s. uncus. vergl. p. skhiczony für zg-arbiony arch. 
8. 69. aind. kruiic, kruncati krümmen, kljukati strepitare. kljuin. 
rostrum: vergl. ^s^]vi]\\. knjucati: v. knuceti eiulare: lit. kniaiikti. 
knutt r. flagellum. anord. knütr. got. hnuton-, hnuthon- pfähl. Das 
r. icort stammt aus dem anord. matz. 43. krov% tectum. : ic. ki'Ci : 
kryti J. Schmidt 2. 286. kruhr. frnstum. lit. kriusa hagel. kriusti, 
kriu.su zerstampfen, zerschlagcm (hagel). Vergl. krtha niica. kruk'B: 
p. kruk corvus. lit. kraukti krächzen, krauldls krähe, ahd. hruoh. 
qot. hruka- das krähen, anord. hraukr, hrökr seerahe J. Schmidt 1. 
144; 2. 288. kruua^ konma corona. ahd. koröna. mhd. kröne. 
krupa mica: vergl. lit. kropa grützkorn. kucbka canis. b. kuökt. 
Dunkel, matz. 226. kuditi vituperare: iv. aind. kud, ködajati. Man 
vergleicht lit. skauditi verklagen, schmerz bereiten; andere denken an 
lett. küdlt reizen, antreiben, paküdit ermahnen und halten, mit unrecht, 
kuditi mit kydati für verwandt. Vergl. guditi. kuga nsl. kr. s. 
pestis. Vergl. nhd. kog, koge dial. matz. 393. kujati murmurare: 
IV. aind. ku. Im, kauti, kavate tönen, kuja, kova cudo. kovi.. lett. 
kaut schlagen, lit. kova kämpf, ahd. houwan. Vergl. aind. ku 
tönen, r. kutitL. kukavica cucidus: lit. kaukti. s. kukati. kuko- 
nost nasum aduncum habens. nsl. kuka. b. kukt haken, lit. kukis 
misthaken, aind. kuc, kucati sich krümmen. kukuiiiari. poculum. 
ngr. 7.cjv.oj;j.äp'.sv matz. 227. kumirx , kumirt idolum. Dunkel. 
kumT> compater. lit. kumas. Fremd. Vergl. kupetra. kuna felis, 
eig. marder. lit. kiaune. lett. cauna. pr. kaune. kupa poadum. ngriech. 
xou:ra. mlat. cupa. kupetra compater im fem. Vergl. kum'L. kupiti 
emere. got. kaupön handeln, ahd. koufön. pr. kaupiskan acc. handel. 
kupi. cumidus. lit. kaupti. kaupas. lett. kopa. ahaktr. kaofa berg. 
kurig"i. pronubus. Ein dunkles ivort: lit. kourigas zerrissenes kleid, 
Geitler, Lit. stud. 92, hat mit dem slav. wort keinen erklärbaren 
Zusammenhang. kuriti se fumare. lit. kurti, kuriu urere. aind. cur 
urere, unhelegt. Vergl. got. haurja- carbo. anord. hip-r ignis J. Schmidt 
2. 332. 458: kuriti beruht aufk.i\r- aus kfir. kurp ^?. bastsclmh: pr. 
kurpe. kur7, gallus. Vergl. aind. w. ku, ku schreien : ku-rt. kurT,va 
meretrix. lit. kurva ist entlehnt. Vergl. got. höra- hurer. Matz. 231. 
nimmt deutschen Ursprung von kurtva an, mit unrecht. kusiti ten- 



Tocal n. 171 

tare. Verfjl. Ut. laisti, Jciisu, kusiyiti reizen (zum. bösen) Kurschat 
346. i^r. enkausint. HinsicJitlich der hedeutung stimmt knsiti voll- 
kommen zu got. kausjan aus kiusan, das mit aind. gus liehen, griech. 
Y£u£<JÖ«i zusammengestellt icird. kustt r. virgidta. Ut. koukstas. 
kutija s. capsa: ngriech. y.cjTisv. kuzlo: c. kouzlo artes magicae. 
OS. kuzlo. Vergl. p. gusla. ahd. koukal, das vom lat. cauculiis zauber- 
becher abgeleitet icird matz. 218. Ijubt carus. Ut. laitpse lob. got. 
liuba-. laubjan. lat. luhet, lihet. aind. lubh, lubhati, lubhjati. Hieher 
gehört auch p. slub angelobung. pr. salaidtan acc. ehe. lidmniks, lüb- 
nigs copuUerer. Ijud^ volk. *ljudB, pl. Ijudije leute. lett. laudis. 
pr. ludis ist tcohl entlehnt, got. -laudi- mann, liudan wachsen, ahd. 
Hut mensch, volk. liuti leute. aind. ruh für rudh, röhati. ahaktr. rud 
J. Schmidt 2. 296. Ijuljati s. agitare cunas. Ut. lideti. Ijutt 
acerbus: vergl. Ut. lutis stürm und griech. Wjozx. Iovl venatio : 
vergl. aind. lü, lünäti schneiden, zerreissen, zerhauen; ferners got. 
launa-. lat. lücrum. lubi): p. lub. r. lubi. baumrinde. Vergl. 
c. paluba schiff sver deck. Ut. luba Zimmerdecke, pr. lubbo brett und 
aslov. lupiti. luöa radius. nsl. lue /. c. louc fackel. lett. lüköt 
selten. Ut. laukti icarten, eig. sehen nach. pr. luckis holzscheit. lauxnos 
gestirne. got. liuhtjan leuchten, lauh-munijä- blitz, ahd. liuJitan. aind. 
ruc, röcate leuchten. Vergl. r. blizorukij myops, eig. der (nur) in 
der nähe sehende. lncij melior scheint mit dem folgenden verbum 
verwandt. luciti se contingere. aind. lidc zusammentreffen mit. 
Vergl. polaciti '/.y.';yTJzv/ sup. ludi. stultus. klr. ludyty locken 
verch. 33. p. ludzic. obludzic betrügen, c. louditi. Fick 2. 656. ver- 
gleicht ludT. mit Ut. ludu bin traurig, ludt, eig. vielleicht klein, wird 
mit as. luttil zusammengestellt J. Schmidt 2. 276. lug : c. kozeluh 
cerdo coiiarius. s. zaluziti Uquore macerare: man vergleicht nhd. lohe, 
gerberlohe matz. 246: richtig ist nur der vergleich mit ahd.louga, lauge. 
lukno m.ensurae genus. r. c. lukno : vergl. nsl. lokno. Ut. lakqnka 
art gefäss. Matz. 246. denkt an griech. ^tJ:/:ryi. luki> cepa, genauer 
bezeichnet durch cri.ven'L lukx im gegensatze zu cesDOviti. lukt. 
nsl. usw. luk. Ut. lukai. lett. löks. ahd. louh. anord. laukr. Man 
vergleicht aind. röcaka licht, zioiebelart. luna luna. lat. lüna aus 
lucna. Vergl. luöa. luni. vultur. nsl. lunj ; vergl. lovi undj aind. 
lü. lupiti detrahere. nsl. lupiti deglubere, exalburnare. aslov. lupina. 
c. lupen. Ut. lupti, lupu. lupinas. laupiti. lett. lupti, lüpu schälen, 
lauplt. ahd. louft äussere nussschale. aind. lup, lumpati zerbrechen, 
rauben, löpa abtrennung. rup , rupjati ; röpajati. anord. vjufa 
J. Schmidt 2. 292. Vergl. luspa \t-iv.q neben Ijuspa. b. Ijuspi., 



17- •. u-vocale. 

lusk in lusnati strepere. s. Ijusnuti, Ijosnuti. c. louskati knacken. 
luska gluma. aslov. luska eXutoov: w. ist lu^ aind. In. Vergl. lovi. 
Man merke auch lett. lanska spUtter. lit. lukstas schote. lutx : klr. 
liit hast, lute n. dünne iceldenzweige verch. 34. lazg-ati mandere. 
Vergl. lit. luzti frangi. lauztl frangere. aind. rüg, rngati. luza 
palus. lit. lugas. mud'L tardiis. nsl. muditi. lit. maudzia, mausti 
sich grämen, langeweile haben, mauda. maudoti Geitler, Lit. stud. 
67. got. ga-motjan eig. aufhalten. Bezzenherger, Die a-reihe usw. .07. 
Vergl. madx. ic. m-Ld : aind. mad, raadati zögern. muha musca: 
lit. muse entspriciü aslov. m'iha in miisica. iniirava: r. murava 
caespes. lit. mauras entengriln. lett. maura rasen. nmrin'L aethiops. 
griech. [j.aupo;. lat. maurus. lit. murinas, murlnas: aus m,aurus '^.y-upoc, 
erklärt sich nsl. mavra schv:arze, schwarzgefleckte kuh matz. 2Ö9. 
uiuzga lucuna. Vergl. u:. mLz : ?).s/. travnik vode mzi. novL 
novus. lit. yiaujas,' navas nur in einigen ableitungen. pr. nawans, 
nauns. got. niuja-. aind. ahaktr. nava: stamm, nu in nyne nunc. 
Duditi cogere: ic. aind. nud, nudati stossen; neben niiditi kömmt 
naditi vor. Zum got. nauthjan stimmt c. nutiti. pr. nautin acc. 
not. luira ianua. Vergl. vinreti ingredi. nuriti: pronuriti con- 
sumere: w. nur, wofür auch ner. niivT,: j). ^^onvinx finsterer blick, 
lit. nüreti finster schauen, panurus. nuta hos in russ.-slov. quellen. 
Das wort loird aus deyn anord. entlehnt sein : naut. ahd. nöz nutz- 
vieh. Fick 2. 394. hält nata für die richtige form und vergleicht es 
mit fränk. nimid iceide. griech. vejj.e'.v. Das wort ist aus dem anord. 
in das aruss. eingedrungen. nuziti : pi'onuziti fransfigere : th. nuz- : 
w. niiz, icofür auch nez. oskonisa sorbus, nsl. oskoris, oskoi'us. 
ovt nie. lit. au-re dort, ahaktr. ava. ovb m ovtca ovis. lit. avis. 
lett. avs. got. avi-stra-. ahd. aici. aind. avi. Hieher gehört auch ovtmb 
aries. lit. avinas. lett, auns. ovtS'L avena. lit. aviza haferkorn. avizos 
pl.hafer. lat. avena aus avesna. pazuha sinus. nsl. pazuha, pazduha. 
b. pazulri). c. pazonch stolo neben paze brachium. lit. pazastis achsel- 
höhle. Vergl. got. arnsa- Schulter, aind. äsa und aind. dös brachium. Das 
wort ist mir dunkel, pljuja, pljuiia spuo. Neben pljunati besteht pliuati: 
lit. spjauti, spjaaju. lett.spl'auju, spVaut. got. speivan. pljiiski> sonus. 
lit. plausketi klatschen. Wenn pljiiskt aus pjusk't entstanden, so ist pauS- 
keti klapipern zu vergleichen Fick 2. 610. Vergl. plistt. plug'L aratrum. 
nsl. h. s. usw. plug" : lit. jdugas, pr. plugis sind entlehnt, ahd. phluog. 
Das wort ist dunkel, matz. 67. pluSta, ip]jn»tti pl. pulmo, nsl. pkiöa, 
im. äussersten westen pkika: vergl. hki und das k für aslov. st aus 
tj in den freisinger denkmählern: uzemogoki aslov. vbsemogastij. 



vocal u. 17o 

Nach Fick 2. 162. 612. ist plusta das schwimmende, iceil die hinge im 
ivasser obenauf schwimmt, daher deutsch Junge, r. legkoe das leichte. 
lit. plaucei: plautja. pr. plauti. lett. plauhi, plauhsas. pluti, pluja und 
plova, fluere, navigare. otbplova aor. prol.-rad. lit. plauti, plauju, 
ploviau. plutis eisfreie stelle, plud: plusti. anord. flaumr. lat. jjluere 
aus plovere. aind. plu, plavate. Neben plii kömmt ply vor. prutH: 
kr. prud lucrum. pruditi prodesse : mlat. produm mutz. 283. prusti. 
narthex. b. prus für prust: matz. 406. denkt an griech. zpc^xä:. 
prustet gradarius. padt r. pondus quoddam : ahd. phunt. puhati 
fiare. opuhnati tumere. piihH cavus. c. puch. puchyr. lit. pukas. 
Vergl. lit. pusle blase, puse Matter: iv. pu. lit. put: putlus tumidus. 
punije vinum ecclesiae oblatum, s. punje, vergleicht matz. 407. mit 
mgriech. zr^viov : u für i stehe wie in skupetr'B aus zv.f,r.-po'K pustiti 
mittere, dimittere: vergl. r. puskatt. pusti. desertus. pr. paws^as, 
paustne. puzdro pj. theca. c. pouzdro id. s. puzdro, puzdra, pu/-- 
dra penis quadrupedum. lit. puzdra vorJiaut. puzra hernia scroti, 
magy. puzdra pharetra: got. födra-. ahd. fuotar usw. matz. 286. 
klr. finde ich puzderok für pyvny6a bibl. I. puzyi'b r. bulJa. klr. 
puzyr bibl. I: matz. 407. denkt an griech. Ursprung, puzo klr. r. venter. 
rjuti, reva aiLs rjova rugire. nsl. rjuti, rjovem; rjoveti, s. revati. 
klr. revty. slovak. lev robi rev, ruci, ryci. lett. fükt brüllen : rovy 
sup. 446. 26 und vtzdruvi. 54. 3. haben kein parasitisches j. aind. ru, 
rauti, ruvati. Hieher gehört rjuinT. September, eig. ein adj. von *rjuj 
das gebrüll (der hirschej, die brunftzeit derselben, lit. ruja. lett. röga. 
rjutiti neben ratiti iacere. p. rzucic. b. vecer se ruti kamen po 
kamen verk. 11. rati (d. i. r-Lti) se seme pok. 1. 68. Vergl. seile 99. 
ruda metallum, eig. wohl roterz. lit. rauda rote färbe, rudas rot. 
lett. ruds. got. rauda- rot. aind. löha rötlich aus rödha: ic. n.d, aind. 
rudh-ira. riiho vestis, merx. nsl. rulia, ijiiha linteum. s. riiho vestitus. 
c. rouclio. 2^- i'ucho. Ein dunkles wort. An ahd. ruchili, mhd. röckel, 
ist nicht zu denken matz. 71: pr. riikai kleider ist entlehnt. ruht: 
c. ruch bewegung. rychly schnell, lit. rusus geschäftig Geitler, Lit. stud. 
69. ruj nsl. rhus cotinus. b. s. rujno viuo usw. Vergl. griech. poDc;, lat. 
rhus. rukt in poruki. durus. porucivt morosus. rumern, ruber atis 
rudmeni: w. r'td. pr. urminan acc. rumiuij po)[;,3cTo; setzt rum'i. '^M[j:r, 
voraus, icoraus rimt geworden. runo vellus ist ru-uo zu trennen und 
von der w. y\\, i"t> abzuleiten: vergl. ruti. v\x\)i\, foramen. lit. raupas 
maser, pocke. aind. röpa loch, höhle. nipi> : p. rup, sg. g. rupia 
vermis in intestinis equorum. c. roup. lit. rupes. Vergl. ahd. rupit raupe 
matz. 299. rusi. flavus. nsl. b. s. rus usw. klr. rus}^ blond bibl. T. 



174 u-vocale. 

entweder aus vixd-s oder entlehnt: lat. russus, russeus : alhan. rus und 
mrum. rusu stammen aus dem slav. Vergl. matz. 72. rust: c. rousy 
struppig scheint mit der w. rü, rtvati zusammenzuhängen. rusiti 
solvere^ evertere: th. ruh'B. r. ruchnutb cadere. ruchlj-j mollis. p. ruch 
motus. lit. rausUi wühlen, rusas gruhe. ruta ruta. ahd. rUtd. griech. 
pux'/]. ruta vestis. h. riitista pl. ruti: nsl. riijem. aslov. r^vati, 
rtva evellere neben ryti f ödere. rovL fovea. lit. rauti, raveti, rauju, 
raviu. rava loch, rovimas : aind. ru, ravate zerreissen. skuba vello. 
Vergl. got. skiuhan schieben. skuptcb: proskupbcb xAs-r^p greg.-naz. 
proskupi. Au|j,£0)v : matz. 406. vergleicht griech. T.^ZQv,o~q. skutati, 
skatati componere : b. kxta,, ski>ta vb. spncht für skatati. skut'L 
extrema vestis pars, amictus. 7isl. b. s. skut. lit. ahskutneti abscheren 
bezzenb. lo. aind. skii. got. skauta-. ahd. scöz. skutt und skauta- 
sind nur icurzelhaft verwandt: das got. woi^t entspräche einem slav. 
skudi matz. 75. sljuna nebeii slina r. saliva. aslov. slina: sljuna 
beruht auf spljüj das in sljuna sein p, in plju sein s eingebüsst hat. 
sljuzt, sljuzb r. canalis: nlid. schleuse aus mlat. exclusa. skidy f. 
locus praeruptus. Fick 2. 691. vergleicht lit. sl'ednas geneigt. skiga 
servus hängt mit shi (skiti) audire zusammen. skih-L auditus. skibo 
auris. lit. klausa oboedientia. pr. klausUon hören, abaktr. sraosaj 
thema slav. slük aus sliis. abaktr. srus. skibati ist ein denominat. 
von slubi), icährend skisati wohl auf das primäre slysati^ c. doslycbati 
hingegen auf -slecbnouti (aslov. *sl'i>bnati) zurückgeht. skiti, slova 
darum esse, slovo verbum. got. hliutha-. aind. h-u, srnöti. Neben 
ski findet man sly. skizT> succus, humores. smucati repere : w. 
srntk, smük. nsl. presmeknoti usw. lit. smukti, smunku gleiten. 
Vergl. buöati. smug-l-L neboi smagli. fuscus. sauti, snuja und 
snova ordiri: vergl. anord. snua torquere. snubiti appetere. snu- 
bok'L cpU appetit. nsl. snubiti devojku um ein mädchen werben. 
snubac. sovitt : p. sowity reichlich : daraus lit. savitai adv. neben 
lett. suitis. stru in struga fluctus. struja flumen. ostrovL insula to 
Tzsptpp'jTov. p. strumien. zdroj für struj. lit. sraveti, sraviu. sraujas, 
sravjas Jliessend. strove, srove. sriautas ström, strukle röhre, lett. straut. 
sträve, straume ström, ahd. stroum. struot palus J. Schmidt 2. 282. 
griech. apu : ßaöjppoc;. atJid. sru, sravati. srötas : vergl. lett. strauts 
regenbach. b. strunia ist c-pujxcov. stru in ostrujati avaTpsi^siv. 
strugati rädere, strugi scalprum : w. strtg-, striig-, griech. Q-zpt\j^^o\}.y.'.. 
anord. strjnka tergere J. ISchmidt 1. 161 : lit. strugas ist entlehnt. 
struna chorda. ahd. stroum rudens J. Schmidt 2. 286: lit. struna 
ist untlehnt. Das slav. wort hängt nicht mit aind. sru zusammen, 



vocal 11. 17Ö 

da diesem slav. slü gegenübersteht. strupt vuhms. «tnis't striithio: 
alid. struz. stublb puteus: vergl. s. stublina. ac. stbel: matz. 314. 
vergleicht ahd. stouf hecher. stucH pudor : stydeti se eruhescere. 
stiidt frigus : ic. styd. stiiki,, stuki. sonus, ivofür p. stek 
gemitus und szczek : stuki, findet sich in keiner a und u scheidenden 
quelle, icährend stukT> in einer solchen mit u vorkömmt. sugt im r. 
dosugx mnsse vergleicht Geitler, Lit. stud. S9, mit saugoti hüten. 
suhl, siccus. lit. sausas. susti. sausti. lett. sauss. sust: iv. st.1i in 
siiliDati. aind.sus, susjati aus sus. abaktr. hus. suj vanus soll für saji.; 
svaJT. stehen und dem aind. §ünja entsprechen, suj dürfte vielmehr durch 
vocalsteigerung und suff. ^b oder JT. aus der w. su sclncellen abzuleiten 
sein. Vergl. Fick 2. 62. 63. suja, sovati mittere. lit. sauti, Sauju 
schiessen, sunati gehört nicht zu stp, da es dann ST.ujiti lauten würde, 
aind. su, suvati (gatikarman). suka canis r. wird, von Fick 2. 699. 
mit aind. svan in Zusammenhang gebracht. sukati torquere, ar. 
skatt, sku, skest^ d. i. S'tka tisw. lit. sukti. Davon sukuo pannus. 
sulica hasta: c. sudlice zeigt, dass sulica nicht mit lit. hdlas zusammen- 
hängt. Vergl. suja. sulej melior hängt nach Fick 2. 673. J. Schmidt 
2. 416. mit got. sela- jtauglich zusammen. suliti si inflari: r. sulitt 
bedeutet schleudern und versprechen, lett. sölU bieten. surt: nsl. 
sur leucophaeus. sur^na as. fistula soll mit sviriti und lit. surma 
zusammenhangen. Vergl. matz. 79. suti, s-Lpa fundere. nsl. s. suti, 
speni. sypati. Für u erwartet man die dehnung des t>, d. i. j. 
studo neben cudo res mira. jt- cud; vergl. lit. skütiti s mirari Geitler, 
Lit. stud. 70. stud^ -('-"{cz- studovtski. gigantum : vergl. r. cudini> 
bei Nestor. studL mos: vergl. klr. prycud schruUe. Stuka: nsl. 
söuka usic. esox lucius. Dunkel. sturt cicada. stutiti sentire: 
vergl. cuti. stuzdb, tuzdb alienus : vergl. got. thiudä- volk, viel- 
leicht in der bedeutung ,deutsches volk' und nsl. Ijudski fremd. 
suba as. vestis pellicea: mhd. schuhe matz. 82. suj laevus: aind. 
savja. griech. a/,aiö(;. sumi sonus. suplb debilis. surati : c. sou- 
rati taumeln: lit. siurüti Geitler, Lit. stud. 69. surt iLxoris f rater. 
sutt: s. öut absque cornibus. b. sjut. r. sutyj. c. 5uta. magy. suta. 
Damit hängt vielleicht osutt frustra zusammen. Dunkel. sutt r. 
spassmacher : daraus lit. sutlti scherzen. trudt labor. got. -thriutan, 
-thraut beschiceren: usthriutith trudi. tvoritt y.ÖTiov -a^i'/ii lue. 18. ö. 
anord. thraut. ahd. driozan J. Schmidt 1. 160. trupt truncus. 
truplb cavus. lit. trupeti, trwpu bröckeln, pr. frupis klotz J. Schmidt 
2. 268. trutij trova und truja, absumere, wohl auch vesci, daher 
natruti nutrire, ivie s. üajesti, napiti 2. seite 2 74. asluv. otruti 



176 n-vocale. 

veneno interficere. istrovent A£Aj;xac7;j.evo; (jreg.-naz. 207. kroat. truti 
covfringere. Vergl. asiov. tryti. griech. tp'joj. Mit truti hängt trutiti 
zusammen. tuhuati exstingui, quiescere: uglije potuhnutb mladen. 
347. svesca potiihly tichonr. 1. 23., d. i. sveste potuhly. Vergl. 
aind. tuS, tusjati sich beruhigen, tüsnlm. ahaktr. tUsna stille. tuka : 
istukati scidpere. istukan'L, stukani. statua, idolum : das fehlen des 
i befremdet, w. tik, tük. Die form hat etwas ungewöhnliches: sie ist 
icohl denominativ. tuki. adeps. lit. taukai p/. tukti fett werden, 
pr. taukis. Von einem tuk (tük) ist auszugehen, wenn auch das tat- 
sächlich vorhandene tukti auf taukai beruhen sollte. tuliti in pritu- 
liti accomodare: vergl. tiilx. tulnb pharetra: vergl. tuliti. tunje 
gratis, turi. taurus. lit. tauras. p)r. taiiris büffel, loisent. got. stiura-. 
anord. thjörr. aind. sthüra stark, abaktr. staora grösseres haus- 
vieh. griech. Taupoc. Vergl. hinsichtlich der vocale nsl. ture die 
tauern. tuski.: r. tusk^ obscurus, das Geitler, Lit. stud. 71, mit 
lit. tamsus und mit potus(k)neti vergleicht. u praefix ab, weg: 
s. udati collocare filiam, eig. weggeben, umyti abwaschen, pr. au: 
au-dät sien sich begeben, au-mu-sna-n abwaschung. lat. au: aufero. 
aind. ava weg usw. Denselben Ursprung hat die praep. u apud usw. 
uditi molestum esse, nur in späten glag. quellen, serb. uditi. lit. uditi. 
ud'L memhrum. lit. audis textura von austi, audziu. Damit ist verivandt 
r. uslo textura dial. aus ud-tlo. uho, dual, usi, auris. lit. ausis. got. 
ausan-. ahd. öra. Man vergleicht av beachten und, mit mehr recht, vas 
hören ujjv. 190. uj avunculus. pr. awis (avjas). lit. av-lnas. ukt 
doctrina. lit. jaukinti gewöhnen : w. T>k, vyk. aind. uc, uSjate 
gewohnt- sein. lit. junkti gewohnt werden, navycati discere. ulij 
alveus, apiarium. lit. aulis, avilJs. ulica platea, ein deminutivum. 
uiiiT) mens. aind. av: udav auf etivas merken, lit. umas ist entlehnt, 
ebenso lett. öma. uniti desiderare: vergl. aind. van cupere, 
womit got. venjan zusammengestellt wird. Mit uniti hängt uüij melior 
zusammen. urt dominus in der prica trojanska ist das magij. ur. 
usereg"^t inauris besteht aus dem, got. ausa (th. ausan-) u)ul dem im 
got. unnachweisbaren hrigga-, as. ahd. hring, dessen anlaut als aus- 
gefallen anzunehmen! ist. usmi. indumentum. Man vergleicht aind. vas, 
vaste vestiri: abseit liegt abaktr. av, avaiti gehen, eingehen, aslov. -uti. 
usta pl. os. lit. osta ostium. pr. austo os. aind. Ostha labium, davon 
ustiti suädere. ustrica r. ostrea. c. ustfice. os. vustrica. 'p. ostrzyg;a. 
lat. ostrea. griech. ocrpcov. it. ostrica mutz. 360. uti : obuti induere. 
izuti exuere. lit. auti, aunu sclmhe anziehen, aveti, aviu schuhe anhaben, 
aidas stiefelschaft. Ein dem lit. aveti entsprechendes slav. oveti 



vocal u. 177 

existiert nicht, lat. ind-uo, ex-ao. utro mane : lit. auh-ra diluculum. 
lett. aiistra. aind. usra morgendlich, lit. austi tagen, aind. vas, uSchati. 
utro steht für iistri). uvy vae. uzda hahena. nsl. viizda. h. juzcli. 
usic. Man denkt an vi.z-(le : mit p. wedzidlo, c. udidio, icorten, die 
mit aslov. ada zusammenhangen, ist uzda unverwandt. zova, zi.vati 
voco. zovoIl cantor. aind. hu, havate. s. zvati, zujati. zov ist Steigerung 
des zu ; daneben liest man z^-v-a. zabadlo fremmi c. : vergl. lit. 
zahokle, zahoii. zupa regio, davon zupain. iupanus. zupa vestis, 
mir in späten glag. quellen. zupel'i. sulfur. nsl. zvcplo: got. svibla-, 
ags. svefel. ahd. sv'ebal, sicepol. zu}}iste sepidcrum. zuzelb scara- 
baeus, r. zuzgi. vermis genus. zuzzatb. Vergl. aind. guij : gung, gungati. 

In entlelinten Worten entsiyricht aslov. n a) fremdem u: sudart 
GC'jcap'.ov. bljudo : got. biuda-. Vergl. Lug^ mit ahd. boug, hursart 
mit ngriech. y.o'j^ay.pot, kupiti mit got. kaujMln, luk'L mit ahd. loidi, 
ruta mit ahd. rntd. b) fremdem o: aravun^t appaß(ov. drakuüi. neJen 
drakont. kr. drakuu. druini. spfjj.o;. episkupt, piskvipt e-ia-/.o-oc. 
kanurn. y.y.-n'<rK kubara navis longa: mgriech. y.oixßapiov matz. 224. 
nurija hopiy.. plotuui. tragelaphus : m,griech. tiXätoviov. runiini) 
bor-j.xio:. solomuni. (jOAo[;.(i)v. solunTj OeGo-aXova-r]. idvsus't : r. 
uksust acetum. lit. uksusas: griech. o;o;. uliganb: s. uliganj, 
oliganj sepia : lat. loligo. urarL o)päptC/v. vlaskum. flasco : griech. 
oKiT/Mv. Vergl. buky mit got. bolcä-, duma mit got. döma-, kumi., 
kupetra mit lat. compater, runi'L mit griech. p(ö;j.r(, lat. roma. 
c) fremdem -j : arhierosuni apyj.eps^uv^. arliisunagog-i oi.p'/ia'xn'(M^(o^. 
hiimi, yjiJ.i:. kuniint: nsl. kuinin. ar. kjamint, r. kmint. s. cimin : 
griech. v.'jijs/zv matz. 228. nuiro ;j,upov. panagjurt T.y.rri^(\)p>.q. ruma, 
rjunia: griech. p6[;,a, btC[).'/. struma sxp'jp.cöv. sturika. adj. stura- 
kinx: griech. ciupac. surik'i. : (/r/ecA. cup'.y.öv malz. 316. ujena 'jatva. 
npati. consul : griech. u-aTc;. upostast uTicsiaaic. usopi: griech. 
'\i^a^^i-':,c. vussont^ vissoinb: griech. ßüaaoq. d) fremdem ot: krusi) 
y.poTcrc;. puniirn. r.y.\):r^'i . stuliij axot/eTov. e) fremdem eu : ruma, 
ijuma: griech. psjp.z. uktiirioni. sup. 104. 3. vs/.t^j.wk Vergl. nsl. 
ptuj aus j^ßtovio. 

ß) Stämme, voluj bovis, nsl. osebujni singularis. r. nijasuj 
2. Seite 84. koturt 2. seile 93. agulja. nsl. cesulja racemus. r. 
komulja. c. cesule. begum. fugitivus. perun-L fidmen. zidunavi. 
succosus : vergl. lit. perkunas. pr. waldnns 2. seite 141. lit. begünas ist 
entlehnt, celjustt maxilla loird mit pr. scalus kinn verglichen. Vb : bitx 
percussum sup. bytu esse inf. 2. seite 166. pestuDij paedagogus 2. 
Seite 170. pastuht pastor 2. seite 177. adamov;.. Ibvovx. vracevL 

12 



178 u-vocale. 

2. Seite 229. ug-a: kotuga 7iehe7i kotyga tunica 2. seite 284. verug-a 
neben verig-a catena. r. meluzga kleine fische. sopuhi> siplion. r. 
ptucht avis. konjuhi. equiso. goijuha sinapi 2. seite 289. mitusi. 
alterne 2. seite 327. Vergl. nsl. vrliunec cacumen. aslov. zelnto 
valde cloz. 1. 140. Als verhalsuffix tritt ova aus ü (t,) auf in 
oradova stultum esse, celova salutare. devova virfjinem esse usw. 2. 
seite 480. 

y) Worte. Hier sind zu behandeln der scj. dat. der nomina 
auf !> (u), Tj (a) ; der scj. voc. der nomina axf t (u), jt (ja); der 
sg. gen. der nomina auf 'l (u); der sg. loc. der nomina auf i. (u); 
der dual. gen. loc. aller nomina; der pl. gen. der nomina auf t> (u) ; 
der sg. dat. m. n. der pronomina. 

Der sg. dat. synovi von synt entspricht aind. sünave. Der 
sg. dat. rabii (dolu, nizu vJ-tm) kann mit einer aind. form nicht 
mit Sicherheit vermittelt icerden; eine hypothese darüber findet man 
in A. Leskien, Die declination im slavisch-litauischen und ger- 
manischen 58 ; nach einer anderen liegt dem rabu rabovi zu gründe, 
icie nsl. domii (domü grem domiim eo) auf domovi, domovt beruhe, 
lit. besteht arkliu neben arkliui Kurschat 149. Der sg. voc. und der 
sg. gen. synii steht dem aind. sünö, sünös gegenüber. Nach dem sg. 
voc. synu ist auch konju, mazu tisw. gebildet; icichtig ist die tatsache, 
dass im lit. die ja -stamme im sg. voc. auf au auslauten: prii'teliau 
prijatelju, und dass im lit. auch der sg. gen. die endung aus hat: 
prieteliaus, icas slav. nicht vorkömmt Kurschat 147. Vergl. lett. den 
sg. voc. tevii Bezzenberger 122. Als sg. loc. entspricht synu aind. 
siinäu, alt sünavi. Alan beachte auch bytu, prijetu 2. seite 72. Im 
dual. gen. ist der slav. auslaut u aind. os: rabu, aind. sivajös ; 
rybu, aind. sivajös, nicht raboju, ryboju, icährend in der pronomi- 
nalen declination dem aind. tajös toju gegenübersteht, jeju^ aind. 
jajös. naju, vaju sind na-yn, va-j-u zu trennen: u ist aind. ös. Der 
pl. nom. synove lautet aind. sünavas. ije in gostije beridit vielleicht 
auf ajas: aind. avajas, wie das dem slavisi zu gründe liegende .slavi- 
jesi auf srävajasi. Der pl. gen. synov^i. stützt sich auf ein thema 
synov'L nach dem sg. dat. synovi und dem pl. nom. synove. Der sg. dat. 
der pronomina m. n. tonui folgt dem oben als unerklärbar dargestell- 
ten rabu. Mit kadu, predu, sredu, blizu vergleiche man pr. isrpten- 
dau, isstwendau, vinadu auswendig, lit. pirsdau, sirsdau, mit ju lit. 
jau : dieses u ist der auslaut eines verloren gegangenen casus. 

11. In manchen fällen wird u als zwischen praejix und verbum 
eingeschaltet angesehen : u ist nichts als das praefix u. obuimetb izv. 



vocal u. 170 

4Ö1 d. L übj.-ii-iinetb. obuiiiiäi tichoiir. 2. 147. obiuti, y.x-iAaßiv lo. 
1. 6-nic: vercfl. kr. obuja cepit. olMimoreiri. tichonr. 2. Gr>. obuini- 
rati besbnii oa'.[ji,cvt'u£cOa'.. 

12. Neben den aus der vorslavisclien 2ieriode stammenden ov 
in icorten wie slovo^ })lova besteht ein ov, das sich zum teile auf 
slavischem boden entwickelt hat. Es nimmt in der stammbildung die 
stelle des auslautenden vocals des thema ein und tritt vor vocalisch 
anlautenden suffuven auf. Es foh/en hier einige nach den Suffixen 
geordnete fülle, l : synovb, sg. gen. synovi, syuova, avc-^cic. ije : 
sadovije collect, fructus. nsl. sadje. zidovije iudaei. breg-ovje j^^'il^' 
80. c. kfovi, kfi. j). krzewie. Vergl. aslov. listvije folia. oblist- 
vtneti von ]isH, das demnach ein w- stamm ist. urai"Ltvije. prist- 
stvije. p. ostrwie sjntze der lanze. ostrew^ ostrwia. c. ostrvj ostrva 
leiterbaum. s. ostrva. ON. ostrvica. ostve scheint für ostrve zu 
stehen, aslov. ledvija lumbus: nsl. ledovje. aslov. gvozdvij /. ina : 
olovina sicera, das nicht auf einer urform alvina beruht, istovina 
res ipsa. sadovina fructus. sicevina res tales tichonr. 2. 16.5. iiirb : 
studovini. neben stiidt glgas. zidovini, neben zidinx iudaeus. tni. : 
adovtni. xocu. darovbn-L do7ii. doiiiovBnx domus. dT^zdevtiit pluviae. 
dbnevbnt diel, bristovbmj christi. istovbn'b verus. ledovbn'L glaciel. 
mQAoYhWh mellis. mirovbn'b: mirovbnaja \Aa^y ni greg.-naz. 184. olta- 
reybin, altaris greg.-naz. ö2. placevbni, planctus. slonovbiii. elephantl. 
synovbU'L filii. udovbm. membrorum greg.-naz. 191. volovbni. boicm. 
Hieher gehört gvomoYhxiTi neben grombn-L: gromovtniki. neben gromt- 
niki, ßpovToAcY'.ov. vli.hovbni. magi steht für vltbvovbni.. vinovbn'L culpae 
greg.-naz. 186. verovbni, Tr^; -(jtsw;; sup. 384. 14. s-bndoven (ssandoven) 
dak.-slov. Vergl. aslov. medvbni. mellis. medvedb ursus. nsl. medven 
habd. p. swiatownosc. biib : synovbiib filii. vr'bbovbiib superior. 
ati. : krag-lova^L rotundus. sakovat-b nodosus. p. piegowaty neben 
piegaty. it-b : besplodoviH infructuosus. imovitx locuples : *imi,, 
jadovitt venenosus. s. kisovit. Vergl. p. sowity mit lit. suitis reich- 
lich, igte: stanibte Stadium., in russ. cpiellen stanoviste mansio. 
bstvo : svatovbstvo affinitas. synovbstvo. nesy tovbstvo insatiabllitas. 
hsk'b: HynovhHkufilll. vracevbsk'b medlcorum. vranovbskx cervorum. 
zidovbsk-b ludaeorum. nsl. vob)vski boum habd. bcb: synovbCb avs- 
'ii:i:. Man beachte die adj. gadovi>, volovb usv. Dieselbe erscheinung 
tritt vor verbalsuffixen ein: a in ati: darovati, darovaja, davuja 
donare. s-bdelovati, s-bdelovaja facere. lihovati privare. pomilovati,- 
pomilovaja mlsererl. zastistevati, zastistiija defendere. vojevati^ voje 
vaja, vojuja bellum gerere. obi-agovati, obiagovaja illudere. Vergl. 

12* 



180 n-vocale. 

raduase se. kraljuvaase hell.-troj. i in iti : daroviti donare greg.- 
naz. 109. neben dariti 76. 79. 83. naduzdeviti neben nadtzditi 
jiluere. poloviti in raspol Oven ije jpars dimidia. ziroviti pasci. nsl. 
vmiroviti so prip. 84. p. zpolowic malg. postanowic, r. stanovitL 
sja. ostanovif sja kol. 22. klr. sadovyty neben sadyty plantare. 
motovylo. smarovylo. c. motovidlo. Aus den liier angeführten fällen 
behandle ich vor allem diejenigen, in denen vor dem verbalsxffix a 
das ov auftritt: darovati: das ov des inf. ist das im praes. als 
II {o\f) erscheinende suffix, das im lit. ü, au lautet: baltuti iceiss 
schimmern von baltas; ubagauti betteln von ubagas. darovati verhält 
sich offenbar lautlich zu dariija so icie kovati zu kuja. Man beachte, 
dass das lit. einen inf. auf üti neben einem auf avoti hat: vitUti 
bewirten, vitavoti vielfach bewirten, durnuju, ditrnavoju, dieses stärker 
als jenes. Dem slav. fehlt die erstere bildung, ein dariiti ist im slav. 
unbekannt; dagegen stehendem inf. darovsiti die 2J''(tes. formen daruja 
und darovaja gegenüber, während das praes. von ubagäti uhagujii, 
das von vitavoti vitavoju lautet, darovaja ist wohl dem daruja gegen- 
über iterativ: letzteres kann im p. perfectiv sein, im s. ist es stets 
perfectiv. Das lit. ü, au spricht für die annähme eines suffixes ü, 
durch dessen Steigerung slav. n, ov entsteht, icährend die dehnung j 
ergibt. Daraus wäre das iterative darivati [d. i. daryvati) im s. 
begreiflich, es würde sich z?( einem ursprünglichen darü-ati verhalten 
wie viizbydati zu vizbiinati. Freilich hat y von yvati nicht immer 
diesen Ursprung. Almlich scheint das ov in worten zu sein wie mtg- 
novenije nutus. VBdunovenije inspiratio. vijskrtsnovenije neben 
VLskrxsoveDije resurrectio, indem hier dem nov das sufßx nü, dem 
ov in vTiskr'LSovenije das suffix ü zu gründe liegt. Man denke 
hiebei an die aind. verbalsuffixe nu und u. Das sufßx na in vts- 
krijsnati ist erst auf slavischem boden entstände 7i: Herr Fr. Müller 
denkt an nan, das nach seiner ansieht im griech. auftritt, indem 
\y.\j.9jTiu) aus AÄjSvavo) erwachsen sei. Die vocalsteigerung usw. 7. Die 
casus der ^(a)-declination, in denen ov auftritt, icie sg. dat. bogovi. 
jyl. nom. duhove. pl. gen. besovi., pl. acc. vl7.kövy folgen teils der 
analogie der •h(u)-declination, bogovi, duhove nach synovi, synove; 
teils sind darnach auf ovl auslautende themen gebildet icorden: 
vltkovy, 7iicht vh>kove, von einem *vH>kov7>. Zweifelhaft ist das 
Suffix in formen wie volovi. bovis, wofür auch voluj vorkömmt. 
Vergl. 2. seite 84. Man meinte, in allen das bezeichnete ov ent- 
haltenden worten sei ein suffix ovx anzunehmen, eine theorie, die aif 
billigung keinen anspruch machen kann, da ein auf ovi. auslautendes 



av, va. Ibl 

thema den sg. dat. bogovii usw. ergäbe, abgesehen davon, dass von 
der dem genannten suffixe zugeschriebenen bedeutung, worüber 2. seite 
229. gehandelt ist, in der majorifät der fälle keine rede sein kann; 
nach einer letzten deutung wurde das o von ov der Stellvertreter von 
•L sein und v den hiatus aufheben, so dass jadoviti, hervorgegangen 
wäre aus jadt-v-itt, eine erklärung, für welche die auch sonst im 
inlaute eintretende Veränderung des i zu o oder nach einer anderen 
theorie erhaltung des o angeführt werden kann. Es scheint, dass 
in älterer zeit in der stammbildung der ganze stamm erhalten wurde, 
während in einer späteren periode der Sprachbildung vor dem vocalisch 
anlautenden suffixe der vocalische auslaut des fhema abgeworfen ward: 
demnach icäre g-romovbn'B älter als gromtn-B. bedovtn'B von beda 
hat entweder sein a zu o geschwächt oder, und dies ist viel wahr- 
scheinlicher, es ist nach formen wie gromovbm, gebildet. Man merke 
baldovint chr/js.-dus. 29. für balduin. Dunkel bleibt o-otovL paratus. 

IV. Vierte stuft: av, va. 

Av, va ist in einer anzahl von formen die zweite Steigerung 
des li. baviti in izbaviti liberare neben izbyti liberari: iv. hj, aind, 
bhü. hvatiti hieben hy titi prehendere : w. hi\t, h'Lt. kvast fermen- 
tum neben kj sniiii fermentari: lo. küs, kts. plaviti /acere ut fluat 
neben pluti fluere: ic. plü, pli.. slava gloria neben sluti celebrem 
esse: w. slü, sli. usw. 

All hang. 

w, y. 

Ein zeichen des glagolitischen alphabetes, im Clozianus nr. 25, 
mit dem zahlenwerte 700, das dieselbe stelle einnimmt wie iv im 
kijrillischen, steht gegenüber dem griechischen u, ou ; w, o •, selten dem 
•/]5 in einheimischen Worten vertritt es manchmal das Uj o: die Schreiber 
haben in der anwendung des w geschwankt. Der laut mag in den ent- 
lehnten Worten u gewesen sein, in den einheimischen war er u oder o. zogr. 
A. ar'liiswnagogaj arhisivnagogovi. vws'soni.. kwriübju -/.upr^v^oj lue. 
2. 2. kwreniuii y.jprjva'tcv marc. lö. 21. leivguja inarc. 2. 14. leiv- 
guint lue. 3. 24. lewg'iti.. luwra. swkaniene iieben sykonuirija 
cj-/.c[j.opsav lue. 19. 4. swrii , swrieja, swrofivnikissanyni. twi'u, 
twre, tivrtski, neben ot-L tuie zspi TÜpcv lue. 3. S. turtska und 
tyre. wpokriti neben upokriti zogr. b. opokriti zogr. b. und ypo- 
kriti. B. zavvüloric 'Caßo/Awv matth. 4. 15. zavwloiija. isw matth. 
26. 6. isw vi. C. luwsi; mwseovu, mwseovali'i> neben mwseove 



18^ den vocalen gemeinsame Bestimmungen. 

mattli. 23. 2. zogr. h. mosi, moseonib und, moisi zogr. h. wlo- 
kavtlomatt pl. gen. wsau'ua, wsana zogr. h. solomivm. nehen 
solomuni) , solomuna, solomurie. D. rivsievt '^r^'z3. Inc. 3. 27. 
sivrova oiG-rip lue. 2. 36. E. bogw. w zeuo o) ^üva; matth. 16. 28. 
W rode marc. 9. 19. ivbace. wbrastt se. wbema. wvi. wni,, ivna, 
ivni. wsta lue. 2. 43. ivstanete ihi. matth. lö. 14. wt-h. ivt^L- 
vestase. wt-Lvestavi.. wtipiistati. wce. w für o findet sich in gla- 
golitischen icie in krjjrillischen quellen, icas die palaeograplde zu he- 
handeln hat: vusaua eloz. 1. 38. wblaky, wt'B hon. wpisajetb krmc.- 
mih. ivni, ivvtce hom.-mih. Dieser mannigfaltige lautwert des w ist 
befremdend : statt wpokriti erwartet man ypokriti oder upokriti : 
jenes findet man im marieneodex, ico das aif der tafel des cloz. 
unter 44. aif geführte zeichen das griech. u darstellt, vjsh ßüsao; im 
assem. Die kyrillisehen quellen gehrauchen das dem griech. entlehnte 
j, das ich, um der Verwechslung mit dem slav. j vorzuheugen, durch 
j bezeichne, egypta cloz. I. 8ö8. ypohvytj. poi"tf3^ra sav.-kn. 78. J^o- 
stasi. slepc. &kj\hh\. iUh'ika. jegyptta. jcgyptteue sis. syrestej 
hrmc.-mih. für syrLStej. vysinLnu tichonr. I. 139. Sonst wird griech. 
u durch ju oder u iciedergegeben : Ijusanija Xuaavta; assem. egjupta. 
egjupteni cloz. I. 270. 316. usoni. sav.-kn. 34. turtska Ö2. suua- 
g'Oga 37. arhisunagog-x 43. surotinikisanina. sukamene cu/.ä[j.'.voc. 
kurinijska. upokriti nie. mun.sky act. 8. 27-sis. surenin'i. ephr.-s/jr. 
asurijskb triod.-mih. Manclnnal steht i für j : eg-iptene. eg-iftane 
slepc. 81. sikoinoriju. silioinorija <:'x/.'z\).opiy. nie. Was im aslov., 
geschieht im armen. : hiupat, hipat •j7:aTC?. egiupytatjd, egiptafhi yX^^u-oq 
Derwischjan VI. VII. Man merke, dass aslov. ii auch griechischem c. 
gegenübersteht : ukonoma o?y.ovi[j-o<; nie. krus'L /.poiao; op. 2. 1. 32. per. 
XXXII. Schliesslich ist noch darauf hinzuweisen, dass man einigemahl 
für u findet: avgosta. VLkosi. drogL. koplb assem. otxposti 
mariencod. sadokojska caSsou/.x'lwv nie. 

Zweites capitel. 

Den vocalen gemeinsame bestimmiingen. 

A. Steig-eruug. 

1. Die Steigerung der vocale besteht darin, dass den vocalen a, i, 

u entweder a oder ä vorgeschoben ivird, daher ursprachlich aa, ai, au 

und üa, äi. Cm. Die Steigerung durch vor Schiebung des a icird erste, 

die durch vorschiebung des ä zweite Steigerung genannt: jene heisst 



A. steigernng'. Ibö 

alnd. guna, diese vrddJii. Die Steigerung icar ursprünglich, so scheint 
es, ein den accent hegleitendes mittel der hervorhehung einer silhe aus 
dem icortganzen. Den Leiden andern flectierenden sprachengruppen, 
der semitischen und der hamltischen, fremd, tritt sie im arischen 
Sprachenkreise in der stamm- und in der loorthildung auf. Im 
aind. unter allen historisch bekannten sprachen am reichsten ent- 
wickelt, war sie in der arischen ursjyrache — daran ist icohl 
nicht zu zweifeln — noch consequenter durchgebildet, icührend die 
anderen sprachen dieses lautmittel nicht mehr als ein in stamm- 
und u'ortbildiing immer von neuem anicendbares, sondern nur in ein- 
zelnen hruchsiücken kennen, die sie als fertige resultate aus älteren 
Perioden üherkommen haben. Einige von den arischen sprachen sind 
an resten der vocalsteigerung arm, am ärmsten icohl das lateinische; 
während andere, wie die slavischen und die baltischen sprachen, eine 
reiche fidle von in der Steigerung icurzelnden erscheinungen bieten. 
Die vocalsteigerungen sind in der arischen Ursprache begründet und 
von allen anderen arischen sprachen ererbt: dies schliesst nicht aus, 
dass sich nach analogie vorhandener Steigerungen neue bilden, icie 
dies in dem dem aslov. gonoziti zu gründe liegenden gonoz- neben 
gonezTj aus g-onez, got. ganisan, ahd. ganesan, der fall ist. Aus 
dem alter der Steigerungen folgt, dass die silbenbildenden consonanten 
r, \, die man als silbenbildend häufig vocale nennt, eine Steigerung 
nicht erleiden. 

Die oben angeführten ursprachlichen laute haben, icle aus der 
lehre vom vocalismus hervorgeht, manche Wandlungen erfahren. 
Ursprachliches a, aind. a, loird slav. e, während ur sprachliches aa, 
aind. ä, slavisch o, und ursprachliches da, aind. gleichfalls ä, slavisch 
a wird. Urspr. ai, au wird aind. vor vocalen aj, av, vor consonanten 
e, ö, slavisch unter gleichen umständen o], ov und e, u; ebenso 
iirspr. äi, äu aind. vor vocalen äj, äv, icährend sich vor consonanten 
fii, äu erhält: das slavische icandelt vor vocalen äu gleichfalls in 
av, und lässt vor consonanten metathese des av in va eintreten. Ein 
refiex des ursprachlichen äi lässt sich im slavischen nicht nachweisen. 
Aus dem gesagten ergibt sich folgende übersieht der ungestei- 
gerten und gesteigerten vocale in der arischen urspraclie, im aind. 
und im slav., als dessen repräsentant das altslovenische gelten darf. 



urspr. 


a 


/. 


aa 


IL 


äc 


aind. 


a 


I. 


ä 


II. 


ä 


aslov. 


(e) 


I. 





IL 


a. 



184 den vociilen gemeinsame bestimmungen. 



IL 
IL 



urspr. 


i 


aind. 


i 


aslov. 


(^) 


urspr. 


u 


aind. 


u 


aslov. 


(^) 



L 


ai 




L 


(y\ 


e 


L 


oj, 


e 


L 


au 




L 


av, 


ö 


L 


ov, 


u 



ai, ai 



''J 



IL fehlt 

IL du 
LL. äv^ äu 
LI. av, va. 

Die ungesteigerte)} vocale des altslovenlsclien sind eingeklammert , 
um nicht den Irrtum aufkommen zu lassen, als seien den Steigerungen 
die vocale e, h imd t> zu gründe gelegen. 

2. Die Steigerungen zerfallen nach den gesteigerten vocalen in drei 
reihen. A. Die Steigerungen des a-vocals und zwar a) die Steigerung 
des a (slav. e) zu o. a. vor einfacher consonanz: hrad: hveä, brodt; 
ß. vor dop>pelconsonanz und zwar 1. vor rt , It: smard: smerd, 
smord'L, icoraus aslov. smrad't; 2. vor nt : bland: blend, bled, 
blond-L, icoraus aslov. bladt. b) Die Steigerung des a (slav. e) zu 
a: sad: sed, sadt. B. Die Steigerungen des i-vocals. i (slav. t) 
icird zu oj, e gesteigert : svit (svbt) : sveti). C. Die Steigerungen des 
u-vocals. u (slav. t) luird a) zu ov, u gesteigert : ru (slav. rt) : 
rovB. bud (slav. b'td): bud- in buditi, u (slav. t) ici7-d b) zu av, 
va gesteigert : bhü (slav. by) : bav- in baviti. hut (slav. htt) hvat- 
in hvatiti. 

A. Steigerungen auf dem gebiete des a-vocals. a) Steigerung 
des e zu o. y.. Vor einfacher consonanz: dori. in razdori. scissio: 
dar, slav. der. grob-L fovea sepulctmm: grab, slav. g-reb. log-i) in 
nalog"B invasio : lag, slav. leg-. Dasselbe tritt ein in zvoiitj sonus: 
zvan, slav. zveu, zvtneti. ß. Vor doppelconsonay^z und zwar 1. vor 
rt, lt. morz^, woraus aslov. inraz^ gelu: w. marz, slav. merz in 
inrxznati. vorti,, woraus vrat'L in razvrati seditio, eig. eversio: 
IV. vart, slav. vcrt in vr'Ltcti. molz-L, woraus s. inlaz die menge der 
beim melken auf einmal hervorschiessenden milch : w. malz, slav. melz. 
volk'L 171 vlalcL: oblaki nubes : w. valk, slav. volk. 2. Vor nt: 
blondx d. i. aslov. bladij error: w. bland, slav. blend in bleda. 
montTj d. i. inat'L turba: w. mant, slav. ineut in meta. b) Steige- 
rung des e zu a : sadt pdanta : w. sad, slav. sed in seda, sesti. 
skvara nidor: w. skvar, slav. skver in skvreti aus skverti. vorta 
in vrata iwrta: ic. var, slav. vev, und suffix tu. zolto in zlato 
aurum : w. zal, slav. ze\, und suffix to. Über die Steigerungen des 
a-vocales vergl. seite 62. 102, 



B. dehouiiij. 185 

B. Steigerungen auf dem gebiete des i-voccds. Steigenmg des i zu 
oj, e: boj'L, ho] JlageUum: u\ hi. setL laqueus : se-tt. iv. si. svet'B 
lux: u\ svit, slav. svi.t. L'bev die Steigerungen des {-lautes vergl. seite 
136 — 139. und meine ahhandlung ,Uber die Steigerung und delinung 
der voccde in den sla vischen sprachen'. Denkschriften. Band XXVIII. 

C. Steigerungen auf dem gebiete des u-vocals. a) Steigerung des 
a zu üv, u: biid- in biuliti excitare: w. büd, slav. bxdeti vigilare. 
gubb in dvugubb duplex: ic. güb, slav. g^bb in pregtnati aus 
pregxbunti. krovi. tectum: ic. h'ü, slav. kryti. rov'b fovea: iv. ru, 
slav. ryti. rivati. b) Steigerung des u zu av, va: bav- in baviti: 
izbaviti liberare neben izbyti liberari: ic. bä , slav. by. kvas'L 

fermentum : w. kiis, slav. kys. Über die Steigerungen des u-vocals 
vergl. seite 166. 181. 

B. Dehnung-. 

1. Die delinung der vocale besteht in der erhöhung ihrer quanti- 
tät. Die vocaldehnungen stammen nicht aus der Ursprache: daraus 

folgtj dass dieser process in den verschiedenen arischen sprachen ver- 
schieden angewandt wird, während in dem gebrauche der lautsteige- 
rungen auf dem gesammtgebiete der arischen sprachen unverkennbare 
'Übereinstimmung herrscht j es folgt daraus zweitens, dass man im slav. 
bei der dehnung von derjenigen form auszugehen hat, welche die ursprach- 
lichen vocale in der slavischen Ursprache angenommen haben. Aus 
ur sprachlichem a wird e und o; aus i-h und aus u-t,; r und l ent- 
haltende silben büssen in bestimmten fällen den vocal ein, wodurch r 
und l selbst silbenbildend und der dehnung fähig werden. 

Aus dem vorhergehenden ergibt sich folgendes Schema der deh- 
nungen : 

e o L x r 1. 

e a i y f 1. 

2. Die dehnungen zerfallen nach den gedehnten vocalen in vier 
reihen. A. Die dehnungen des a-vocals und zwar a) die dehnung 
des e zu e: let, Ictati. b) Die dehnung des o zu a: kol, kalati. 
B. Die dehnung des i-vocals h zu i: li.p, prilipati. C. Die dehnung 
des u-vocals t, zu y : dth, dyhati. D. Die dehnung des v, 1 zu 
v, 1 : slovak zdrzaf. perfect. zdrzaf iterat. preplnif perfect. pre- 
plüaf iterat. Die dehnung tritt ein 7.. im dienste der function 
bei der bildung der verba iterativa durch das suffix a U7id bei der 
bildung des imperfects; ß. zum ersatz eines ausgefallenen consonanten, 



186 de» vocalen gemeinsame bestimmnngen. 

Y. hei der metatliese des r und 1 ; o. die dehnung scheint manclnnald 
durch den accent bedingt zu sein. Ausserdem gibt es nocli eine mecha- 
nische dehnung des t und des 'h vor j. 

A. Dehnungen der a-vocale. a) Dehnung des e zu e. a. Func- 
tionen 1. hei der hildung der iterativa durch a: pogrebati sepelire: 
greb. tekati cursitare : tek. ST>zagati neben sizig-ati comburere : zeg. 
1)1 stzagati ist das dem e zu gründe liegende ja bewahrt. 2. Bei der 
hildung des imperfects: ideh'L iJani; \A& praesensstamm. ztzaht ure- 
bam : zbge, ztze. In ztzaln. ist wie in stzagati die ältere form des 
e erhalten, ß. Compensatorisch : vesi> duxi aus ved-sx ; zalit ussi 
aus zeg-lit : über za vergleiche man das über ST,zagati und zLzahii 
gesagte. Man beachte auch nestt aus nejestb, nejstb ; pesiikt sahu- 
lum: aind. pTisuka. y. Metatlietisch : treti aus terti. mleti aus melti. 
Über die dehnungen des e vergl. seite 52. h) Dehnung des o zu a: 
a. Functionen. Bei der hildung der verha iterativa durch a : naba- 
dati infigere: nabod. ß. Compensatorisch : probase transfixerunt : 
probod-se. y- Metatlietisch: brati aus borti. klati aus kolti. Über 
die dehnungen des o zu a vergl. seite 102. Man vergleiche die s. 
on. rasa; rasL mit griech. äpcoc und razanj, as. razni pl., mit äpcsvÄ : 
im letzteren steht z für s. 

B. Dehnung des vocals h zu i: a. Fimctionell hei der 
hildung der verha iterativa durch a : pocitati honorare : ctt. 
ß. Compensatorisch: cisme 7iumerus aus ött-smen. Man vergleiche 
auch ime aiis inmea. y- Accentuell im, infinitiv und teilrceise auch 
in anderen verhalf ormen : öisti honorare: cbt. pociti reqtiiescere : cb, 
poSib-L, pocilx usw. Mechanisch ist die dehnung des h zu i in bozij 
divinus aus bozbj. Über die dehnungen des b zu i vergl. seite 122. 

C. Dehnung des 'b zu y : a. Functionell hei der hildung der 
verha iterativa durch a: vbzbydati expergisci: bi-d. ß. Accentuell: 
myti lavare: nvh. Mechanisch ist die dehnung des t zu y in kyj 
aus und hieben ki.j : K'KI; K'hU, K'Mii. Über die dehnungen von i> zu 
y vergl. seite 14d. 

D. Dehnungen des silbenhildenden v, 1: a. Functionell: slovak. 
prebrnaf; })rc]irnuf; otlkaf, otlk. ß. Accentuell: tief von tlk. 

C. Vormeiduug des hiatus. 

1. Der hiatus wird im innern jener altslovenischer Worte, die zum 
altererhten Sprachschätze gehören, gemieden. Die mittel, den hiatus 
zu vermeiden, sind die einschaltung eines consonanten oder die Ver- 
wandlung eines vocals in einen consonanten. 



C. liiatns. 187 

2. /. Zur heseitigung des Idatus icerden eingescJirdtet die conso- 
nanten j und v; in aus dem griech. entlehnten werten g-, g'; in ein- 
heimischen warten uird zu demselben ende n eingefügt. 1. a) j: nach 
e: dejesi. deje. deja. dcjati. Nach einer anderen ansieht ist je aus 
ja das ])raesenssuffix , daher de-je-si, icährend ich e für das suffix 
halte: de-j-e-si^ wie in plet-e-si ttstü. ; icer von de-je-si ausgeht, miiss 
bei de iind plet eine verschiedene bildung des praes. iisw. annehmen. 
Nach o: in rakojett manipidus scheint j eingeschaltet: etL ck<s em-tt. 
moj mens, tvoj tuus, svoj suus sind mo-j-'L usw. *koj in kojego 
ist ko-j-Tb, aind. kaja. Man merke obojadu utrinque neben kadu, 
kein kojadu. Nach a: in dejati wie in obajati, pomajati hebt j den 
hiatus auf, das a ist das a wie in btrati, nicht das iterative wie in 
odevati usw. Man merke vt> nezajapa subito aus vi. nezaapa, vl 
nezaupa. delajesi. delaje. delaja. ajevLin,. Nach l: bbjesi. btje. 
bLJa. btjate neben bijesi usw. atrbjade. Nach i: gostij aus gostbji.. 
dijakT> cia/.cv;;. kaijapa: kaiepa y,aVasa nicol. ijulb, ijuub lOjXwq, 
is'jvtoi; assem. ijudej lo'jooaoc. ijerdaui nebeii jerdan't loplxrr,q slepc. 
ievt d. i. ijevT. löß izv. 698. bijca aus bi-j-Lca neben bivtca. viuo- 
pijca neben vinopivbca. Der ausgang -ije 7i. ist aus io hervorgegangen. 
Nachj: myjesi. niyje. inyja. myjaaln>: vergl. bodealii.. Man beachte 
s. kriju6i neben krivuci. Nach u: radujesi. raduje. raduja. bese- 
dujase sup. 223. 21. sija suo aus siuja. Nach Schleicher, Compen- 
dium 794, gehört je zur bildung des praesensstammes : zna-je-tt usw. 
In stojati ist oj vielleicht Steigerung eines i. 6) v : nach e: plevesi. 
pleva. plevi : die formen beruhen auf dem inf. pleti aus pelti. pore- 
vati greg.-naz. 125. posevati^ verschieden von posejati. pobledevati. 
odolevati. velevati. N^ach o : rakovetb, ivorin man loegen rakavB 
einen w-stamm gesucht hat: rakü-etb. iovanb loxvvr^; nie. matth. 3. 1. 
Nach a: dela-v-i. partic. praet. act. I: dela. obavatij pomavati 
neben den p)erfectiven obajati, pomajati. oklevetavati. prokopa- 
vati. opravbdavati : opravbdavajett se slepc. neben opravbdajetb se 
S'.y.ÄioÜTa'. sis. iac. 2. 24. ottvestavati : eben so ist zu beurteilen 
davati, icofür auch dajati. davbCb in izdavbcb. stavati neben stajati. 
pristavL. Die annähme von icurzeln icie du, stii lässt sich nicht recht- 
fertigen. Man merke s. blavor, blavur neben blaor, blor: rumun. 
bzlaur. Nach i : bivi. aus bi-v-^s. bivbca neben bijca. bivem». pobi- 
vati. vinopivbca. piv'LkT> qui bibi potest. pivo : pr. ptiiois hier mag 
entlehnt sein. Vergl. sliva und ahd. sleha. r. besteht tiunt neben 
tivunt. Jüngere formen sind ukarivati exprobrare nomoc.-bulg. 41. 
umnozivati tichonr. 2. 406. Vergl. nsl. usic. ivan ioannes. Nach i. 



188 den vocalen gemeiusame bestimmangen. 

für ü: ptvati ^c?e?"e ; ic. pü; dalier p-L-v-ati. Ehen so z^vati: lo. hu 
((jliu). rivati: nsl. s. rvati. p. rwac. Nach anderen ist zxvati aus 
zovati hervorgegangen : o sei zu t> herabgesunken icie in ktlati aus 
kolati, formen, die nebenhei gesagt, unmöglich sind, brbvati voniere: 
IC. b]jü, daher blj^-v-ati, blVv-ati. Ebe7i so kllvati. plbvati. ftvati 
rugire. zbvati mandere. Nach einer anderen ansieht ist hv durch zer- 
dehnung von ü entstanden: bJjü-ati würde jedoch wohl bljuvati ergeben. 
btvem> in zab^veuTi quem obliti sunt beruht auf h'h aus bü, bhü, 
slav. by: bt-v-emj. So erJdärt sich uin'&vem>: umyti. In gleicher 
iceise brxvt aus brü-y-b, Ut. bruvis, icold bru-v-is. ki"Lvi>. Ferners 
kri.ven'L aus k.rh, krü : krx-v-eni., nicht aus einem älteren krovent. 
riiveni. in rtveuikt puteus. tn>va in rastrbva aziÖAsta beruht auf 
tri), trü, slav. tiy. Andere icerden vielleicht eher geneigt sein v in 
ki"Lvem> aus dem t^, ü entstehen zulassen: kr'Lv em>; ivieder andere 
meinen br^vt sei zunächst aus brovt entstanden. Das mit neplody 
zusammenhangende neplod'Lvt ist neplodij-v-b: das dem neplofHvamt 
zu gründe liegende neplod'Lva ist neplodt-v-a. Vergl. junakvica. 
gestakvica usw. Nach einer deutung entspringen svekry xmd sve- 
li.vTiYh aus einer form, auf m. sivati ist sjuvati. i.\yi\.i\ entspringt icohl 
aus zjuvati. sbvT> sufura ist als sjü-v-t zu erldären. mltva entsteht 
aus melva. Nach y: byvi. aus by-v-LS. byvati. pokryvati. umyvati. 
izdfyvati. celyvati. natrywauie op. 2. 3. 161. Vergl. s. krivuei neben 
krijuci. Nach u : obuvi. ist obu-v-'LS. obuveut. klr. zasiiv riegel. 
ohiwh f. calceus. bljuvati. opljuvati. Vergl. pomiKivati. veruvati. uva, 
griech. ouä. Dem. hier vorgetragenen gemäss wird staj, d. i. staji), von sta, 
*odevi, c. odev, von de abgeleitet: staj und odevi> sind nach dieser 
annähme den formen stajati und odevati coordiniert. Nach einer 
anderen ansieht beruhen jedoch staj und odevL auf staja und odeva. 
Eben so sollen obava, pocuvL, proliva, pripevT., r. zasevi, von 
obava(ti), pociiva(ti), proHva(ti) usw. entstanden sein. Diese ent- 
stehung ist möglich, und dass r. otryvt und pozyvt von otryva(ti), 
pozyva(ti), so icie aslov. zevnati von zevati stammen, ist unleugbar ,' 
dass ähnliches auch bei staj, (jdcvL stattgefunden habe, ist jedoch 
unbeweisbar. 2. In den aus dem griechischen stammenden ivorten wird 
zwischen u (w y) und^ den darauf folgenden cocal ^, g" eingeschaltet ; 
das eingeschaltete u;, ^ erhält sich auch dann, wenn y durch \\, 7(nd 
selbst dann, wenn es durch v ersetzt wird: Icw^y'ijn. Icw^'iiu'i.. Iciv- 
g'it'b ?:ogr. Icyj^'ija assem. eyg-a sup. 368. 11. und sonst richtmahl. 
leygiti, ant. nayg-g'iüb ephr. paraskeygi ostrom. 181. b. 103. c. usw. 
eyga naz. 9. — naug-iiri. e.varcJi. Icug'iju nie. leug-iti. sav.-kn. 41, 



C. hiatus. 189 

eug'ca. eu^im. hrev. — niuevbg'itoniL. paruslievLg^ii zo(jr. paraske- 
vbg^ija cloz. I. oöö. levgutT.. paraskevg'ii S(j. vom. assem. levhgija 
sav.-hi. 07. levigiti. ostrom. H. c. levg'iim> hon. leyg-itL hom.-mih. 
niuevgiteuim> pat.-mih. paraskevgii nie. 70. paraskevg'i 209. 267. 
levbg'iti 215. levgu 143. levglti. IGö. ucvg'itonib 168. ninevbgii 
triod.-mih. levg-yja eo.-müi. lev'gity izv. 404. levgyjevo tichonv. 1. 
110. sevgir^ß ceuvjpo«; mefh. evziiiL (jl'.uj. Doch findet man auch eya 
suj). 7. 4; 374. 15. eya 181. 17. nineyi 2.98. 26. und jevva Jiom.- 
inih. iiiiievitenonib 'prol.-rad. Man merke auch alelug-ija izv. 448. 
liehen aliluia hon. ; ferners oHguino aXd-r;;; io. 19. 39. zogr. al-Lg-uj 
cloz. 1. 890. alg-oino assem., das nach J. Schmidt 2. 69. für alo- 
gino steht, arguj, alg'uj sup. algoj hom.-mih. Hieher gehört auch pri- 
wizlaug-a Wattenhach, Beiträge 50, für aslov. prT.vislava. Diese den 
lebenden sprachen unhekannte erscheinung befremdet in hohem grade. 
Da das g, g" ursprünglich nur zicischen vocalen eingeschaltet icard, so 
mag es als den hiatus aufhebend angesehen werden, bis eine bessere 
erklärung gefunden wird. 3. Das in Verbindungen wie kt iijemu 
eintretende n halte ich für parasitisch, für hiatus aif hebend so lange, 
als keine befriedigendere deutung aufgestellt wird. Darüber wird 
unter r. 1. u gehandelt. 

IL Zur beseitigung des hiatus icird t>, ü in v verwandelt, ledvija 
lumhi beruht auf einem auf i,, ii auslautenden stamme; dasselbe gilt 
von oblistvbueti. listvLuati. lam. 1. 101. aus put.; von inedvbii'L 
neben niedtn'L. medvedb ursus. omedviti ; von dva neben d'Lva. 
kvati neben k'Lvati. beh^ eram muss eben so gedeutet werden: b'Lveh'L 
ergibt kein beh-L, so tcenig als aus bi.ven'f. ein hewh entsteht, gen- 
varLsk^L oj). 2. 3. 587. entspringt aus geavavh '.avojxp-.o;. 

3. Der hiatus erhält sich in Wortverbindungen, die nicht als ein- 
heiten gefühlt werden. Dies tritt bei den Verbindungen von praefixen 
mit verben und in compositionen ein: a) poosti'iti. poustlti. piiobre- 
sti. priustroiti usw. b) g-oloast. neizmeiimT.. naast apir/evcioi;. 
praottcb usw. Der hiatus findet sich ferner in jüngeren bildungen. 
Hieher gehören a) die formen der zusammengesetzten declination : 
novaago aus älterem oovajego. noviiumu aus novujemu. noveemt 
aus novejemb. novyimb aus novyjirnb. novyihi, aus novyjihi, usw. 
imasteiim. tcÜc v/zjovi. istasteiiirb zo^c, 'C■^^■zd^JZ':) aus den themen ima- 
ste, istaste undj dem pronomen iim» sind wahrscheinlich -ejimi> 
zu lesen. Zweifelhaft ist /IK>KAH c avaTröiv , das wie Ijubei und 
Ijubej gelesen werden kann, b) Die praesensformen der verba V. 1 : 
prebyvaasi sup. 36. 15). g-nevaasi 300. 22. byvaati. 263. 23. vbme- 



lyO Jen vocaleii genieinKaiue bestiinnmnafen. 

Staat' 847. 3. ans älterem prebyvajesi nsic. c) Die imperfectformen 
jüngerer bildimg : vedeahi., tvoijaahTj für vedeht, tvorjahi. 7iach 
analogie der a-stämme 3. seife 92. 93. Selten ivird hier der liiatus 
aufgehoben: strojajase suj). 289. 10. tvoijajase 360. 4. tvorejase 
329. 8. tvoijaese 20o. 29. tvoreese 140. 15. rastvareese 218. 1. 
d) Entlehnte icorte: albfeova. autdreovi.. ar'hiereovL. aihiei-eomt. 
moseomfc. myseove. oleomt. fariseomt zogr. audieova assem. ioaut 
sup. 90. 14. iovE 169. 23. iona 196. 19. iordant 217. 14. iosifi. 
176. 2, icofUr in späteren glag. quellen osipL. lentiomt AivTÜo nicol. 
oleoniT. sav.-kn. 125. jeleomt, oleimL mladen. iskariottsky ev. 1372. 

Auch sojist ist der hiatus in der schrift nicht selten : blag-aa. 
pokaati se neben pokajati se. blagoötstia. bozia. ueeniu. vestia. 
veruat'i). deati. vtveavi.. seati. velikaa, istintnaa. nanescnaa usw. 
Slip). laateleliT.. laati.. rizoa. bo/ijea. morskaa bo7i. tvoa usw. 

4. Mit dieser darlegung sind nicht alle Sprachforscher einverstan- 
den. Weil das glagolitische aiphabet Icein je kennt und die kyrillischen 
quellen häufig e bieten, wo man nach dem gesagten je erwartet; weil 
ferner dem glagolitischen alphabete die lautverbindung ja fehlt (denn 
dass e in bestimmten formen die geltung des ja habe, scheint man in 
abrede zu stellen) und auch die kiirillischen denkmähler nicht selten 
a an stellen haben, wo die regel ja fordert, so hat man die lehre von 
der aufhebung des hiatus zwar nicht ganz beseitigt, jedoch formen wie 
smeesi für älter als smejesi erklärt. Unter älteren formen können 
hier nicht die vorslavischen, auch nicht die vor der entstehung des 
altslovenischen , sondern nur solche verstanden werden, die in den uns 
erhaltenen altslovenischen denkmählern nachweisbar sind. Daneben geht 
die behauptung einher, die glagolitischen und, die kijrillischen denk- 
mähler stellten zwei von. einander geschiedene diahkte des altslove- 
nischen dar, ivas in Verbindung mit dem eben gesagten nur den sinn 
haben kann, dass die glagolitischen denkmähler eine aif einer altern 
stufe stehende spräche zum ausdruck bringen, eine behauptung, die, 
wenn auch für einige erscheinungen nicht unberechtigt, für den hier 
behandelten punct nicht wahrscheinlich gemacht loerden kann. Vor 
allem kann ich die behauptung nicht gelten lassen, der laut je sei der 
spräche unbekannt gewesen, weil die glagolitischen quellen ihn nicht 
von 6 sondern. Ohne die annähme, es «e* je, nicht e gesprochen worden, 
wird man e neben to wohl nicht erklären können; ponjeze ist nur 
durch die annähme erklärbar, es sei je, nicht e gesprochen icorden, 
also so icie die kijrillischen quellen meistens schreiben und wie gegen- 
wärtig ausnahmslos gesprochen wird. Nur das j bewirkt die verände- 



C. hiatns. 191 

rung des folgenden o in e, wie loutionib nie. neben lentijenih zeigt, 
daher imenije aus imenijo, nicht ans imenio. zitbe soll aus zitbje, 
das daher doch icohl älter ist, durch ausstossung des j hervorgegangen 
sein. Vergl. seite. 7. Dass namentlich zwischen i und einem vocal 
ein j leicht als selhstverständlich fallen gelassen icird, zeigt der streit, 
ob pol. -ia oder -ija zu schreiben sei. Daher auch aslov. diakonisa slepc. 
neben dijakonisa sis.-rom. 16. 1. kaati neben kajati. Im allgemeinen 
darf gesagt icerden, dass in lautverbindungen, die in der spräche 
unbekannt sind, von der sonst notwendigen genauigkeit der Schreibung 
abgegangen icird: wenn das slav. ein moe nicht kannte, so wurde 
moje auch dann gelesen, wenn das j fehlte. Der Slave, der moe 
aussprechen icill, muss sich nicht geringen zwang antun, und es ist 
nicht wahrscheinlich, dies sei vor etwa tausend jähren anders gewesen. 
Wer auf grimd glagolitischer quellen moe für eine loirklich gespro- 
chene form erklärt, gerät in gefahr eine spräche zu construieren, die, 
nie gesprochen, ein wahres hirngesphinst wäre, ivälirend derjenige, der 
den jetzt geltenden lautgesetzen in der alten spräche folgt, möglicher- 
weise eine spätere form in früJiere jalirhimderte zurückversetzt: im 
vorliegenden falle ist die erstere gefahr viel grösser als die letztere, 
denn während man sich für die cmfhebung des liiatus auf unzweifel- 
hafte gesetze benfen kann, bauen die gegner nur auf der hjpothese, 
die glagolitische schrift sei der ausspräche in edlem und jedem voll- 
kommen adaequat gewesen, während sie doch aus mehr als einer 
erscheinung sich vom gegenteil überzeugen können: oder ist es wohl 
glaublich, dass man glagolasta cloz. IL 64. mola 81. stlat't 1. 627. 
und nicht glagoljasta. molja. s-Lljat^ gesprochen habef Ein gesetz, 
das gegenicärtig alle slavischen sprachen beherrscht, hat icahrscheinlich 
schon im neunten Jahrhunderte geltung gehabt. Dass in dem Panonien 
benachbarten Karantanien, in dem dem aslov. so nahe stehenden nsl. 
der hiatus im zehnten Jahrhunderte gemieden wurde, zeigen die frei- 
singer denkmähler: bosige bozije. bosigem bozijemb. bratriia bra- 
trija. ze caiati se kajati. po ng-ese po njeze. pigem pijem'i>. zce- 
pasgenige sT>pasenije. ugonjenige ugozdenije. viieruiu veruja. } fällt 
manchmahl aus: bosie bozic. bosiem boziemt. bratria bratria. vue- 
liu velia. vuezelie veselie. ese eze. po nese po njeze. Vielleicht 
wird man einicenden, da habe man angefangen den hiatus zu meiden. 
V soll zwischen hellen vocalen, zu denen auch a gezäldt wird, nie 
euphonisch, richtig: aus in den sprachorganen liegenden gründen, ein- 
geschaltet sein: davati, stavati seien aus den wurzeln du. stu durch 
Steigerung entstanden, wie aus dem lit. hervorgehe. Wenn unter den 



192 <len vocalen gemeinsame bestiinraiiiis;eii. 

beiceisendoi lit. formen stovett angeführt icird , so steht dem der 
umstand entgegen^ dass der unzweifelhafte u-staram u vor dem verhal- 
suffix e die erste Steigerung eintreten lässt : aveti, nicht die zweite, 
die in störet i angenommen icerden müsste. Die anderen shiv. verha 
auf vati, daher wohl auch verha wie opravLdavati^ sind, wie man 
meint, nach der anaJogie von davati, stavati und ähnlichen verhen 
gebildet. Auch in odevati soll v zum. stamm gehören : lit. devetl. 
Die ansieht bedarf wohl keiner weiteren iciderlegung : nach meiner 
ansieht ist lit. stoti slav. stati. stoju, *staju usw. Die w. da folgt 
im lit. allerdings eigenen gesetzen, an denen das slav. jedoch nicht teil 
nimmt. Vergl. Potebnja, Kz, istorii usw. 231. 

ö. Daraus, dass der hiatus nun in allen slavischen sprachen 
gemieden wird, folgere ich, dass schon das urslavische denselben nicht 
diddete. Dasselbe gewahren, wir im lit.: j: mo-j-u, aslov. niaja nuto. 
ranko-j-e, aslov. i'ace, für eine form raka-j-e. pa-j-eiti neben pa-eiti 
fortgehen, pri-j-imti neben pri-iynti annehmen, ll-j-a neben ll-n-a es 
regnet: aslov. lijeti.; anders das perfective li-uett. pri-j-eiti 
hinzugehen, dangü-j-e im himmel. v: siü-v-u ich nähe, zü-v-u ich 
komme um Kurschaf 31. deveti, stoveti (lett. stävet), ivorte, die aslov. 
deveti , staveti lauten würden : mit jenem kann dem sinne nach 
imeti, sedeti usw. verglichen werden; dieses wird durch stojati 
ersetzt, lett. lija es regnet: lit. rtju ich schlinge: r'tti. triju pl. 
gen. von tri. lett. väijät verfolgen : w. vi. püvu ich faule : püt. Der 
horror hiatus scheint ein merkmahl der slavischen und baltischen 
sprachen zu sein: sie unterscheiden sich dadurch von den germa- 
nischen. Dieser horror hiatus ist kein aus der Ursprache stammendes 
gesetz , icie man aus der heri-schaft desselben im aind. zu folgern 
versucht sein könnte. Es darf jedoch nicht unbeachtet gelassen werden, 
dass das aind. mit denselben mittein wie das slav. und lit. den 
hiatus aufhebt: vergl. sivä-j-äi, sivn-j-äs, sivä-j-äm usw.; srl-v-aja 
glücklich machen ; kijant und, klvant ; ich rechne hieher auch die ein- 
schaltung des n in sivä-n-äm, värl-n-äm usw., obwohl ich weiss, dass 
man diese ersclieinungen auch anders zu erklären versuclit hat. 

D. Assimilation. 

1. Die assimilation besteht darin, dass ein vocal dem vorhergehenden 
vocale oder dem dem vorhergehenden consonanten verwandten vocale 
gleich gemacht oder näher gebracht wird: novaag'O aus novaeoo, 
novajego. jego aus jog-o. 



D. assimilation. 193 

2. Die asslmilation eines o an folgendes a oder e kömmt im aslov. 
nicht vor: nsh gospa ans gospaa, g-ospoja, aslov. ^ospozda. dobreg-a 
aus dobi'eeg-a, dobrojega. s. hesteht die assimilafion des e an vorher- 
gehendes o : dobroga aus dobroog-a, dobrojega. Wie die assimilation 
des oa zu aa, a, des oe zu ee, e mid des oe zu oo dem. aslov. fremd 
sind, so scheint auch diejenige, durch welche oja zii a rcird, dem aslov. 
unbekannt zu sein, indem sich raka und rakoja zu einander verhalten, 
uie rabu zu toju, wie nsl. te cms te zu aslov. toje iisw. Dasselbe verhält- 
niss besteht zwischen *mtiia und mtnoja: neben a, sg. acc. f., 
kömmt, allerdings nur zweimahl, oja vor: na siijeju mladen. 63. a. 
vbniti VI, kelia svoea ingredi in cellam suam pat.-mih. 27. b. 

3. A. a) eje. Aus eje wird durch ee zunächst ee, aus diesem 
durch das den hiatus auf hebende ]- G^Si und aus eja-ea im sg. loc. m. 
n. der zusammengesetzten declination: dobre-jemt: adi^steem'B sup. 
348. 19. amidi.steem'L 214. 3. blazeneemi, 85. 29. boztstvLneeniB 
216. 9. usw. svoitbneiemL. tvoritvtneiemL. jedinoimentnSiemt. 
nesobtneiemi. svjat. für das richtige svoittnejarab usw. Sreznevskij, 
Drevnie slav. pamjat. jusovago pishma 179 der einleitung. seite 54. 
vectneamt. g-resneami.. nebesneami, assem.; daneben besteht die 
Urform: domovT.neemi.. noveemt. cn.k'vneemb zogr. druzeemt. 
istinLneeniB. jestbstvtneemi.. lukavbneemi greg.-naz. 9. 16. 38. 236. 
usw. Vergl. 3. seite 59. Abweichend ist eimt aus ejemi>: g-lag-ola- 
neimt greg.-naz. 7. dobreinib op. 2. 2. 78. 

Denselben Vorgang gewahren wir in deesi: deesi li, etwa: lat. 
ain ]j:r, 225. 18 und ausserdem, eilfmahl neben dejesi 299. 15 und 
dem wohl fehlerhaften desi 223. 3: vergl. nsl. djati dicere. Die 
gleiche bedeutung icie deesi li hat dei li 329. 11, das vielleicht mit 
dobreimb zu vergleichen ist. 

eja. Aus eja wird ee im imperf. Aus der urform auf ehi, ent- 
stehen nach der analogie der a-stämme erweiterte formen: gredeht 
(vergl. nsl. natrovuechu, tepechu fris. für natroveha, tepeha);, gre- 
deahi, und daraus gredeeht: gredeese sup. 257. 29. jadeese 201. 
3; 218. 1. rasteese 29. 19. beese 34. 7. beeha 116. 13. Eben so 
mtneese 228. 17. trtpeese 121. 12 usw. 3. seite 92. Anders ras- 
tvareese 218. 1, d. i. rastvarjajase. 

b) aje. Aus aje wird durch ae-aa im, sg. gen. m,. n. der zusam- 
mengesetzten declination: blagaago: galilejskaago. velikaago zogr. 
Daneben besteht in den ältesten denkmählern die urform : by vtsaego. 
drugaego. zivaego zogr. 3. seite 5>9. 

13 



194 den voralen gemeinsame bestimraungen. 

Dasselbe findet statt im ^;r'aej?. der verha V. 1 : gnevaasi siij). 
800. 22. prebvvaasi 86. 15. sLvestaasi S98. 21. byvaati, 268. 28. 
vtmeötaat' 347. 8. vbskreSaat'L 865. 5 usic, einmahl mit aufhehung 
des liiatus pominajatt 151. 28. podobaa 274. 9. izbavtjati, 197. 
22. fi'ir izbaytiaatt. In den späteren quellen nur gnevajesi usw. 
Man beachte iraaamt habeo. imaasi. imaatt. imaami> habemus. imaate 
Ostrom.: aus dem das praes.-& entbehrenden imamb, imasi entstand 
imaamL usw. 8. seite 118. 

c) ije. ije wird \\, das icie iji lautet, im sg. loc. m. n. der 
zusammen geset zf 671 declination: vxskrts'Lsiimb. kajastiinTB se. posledt- 
niim'L iisic. Man merke preljubodeimB (vi. rode semt preljubo- 
deimt h -f^ -[s^nx txuty] -^ [j.or/ß'/J.O'. marc. 8. 88-zogr.) aus prelju- 
bodeji-jemb. kajasteiniB se lue. 15. 10-zogr. aus dem thema kajaste 
und jimb aus jemb: blag'oslovestvovavbseimb ou tiov e'ja^('^'eM^ai)A'/ix>v 
1. petr. 1. 12-his. 198. ist der sg. instr. sg. m. 8. seite 59. 60. Die 
Urform auf i-jemb kömmt nicht vor. 

Im sg. i. m. n. der nomina auf ^^, jo (ia) : krainib d,. i. kra- 
jimb aus krajeinb. kopiinib d. i. kopijimb aus kopijemb: bezunii- 
imi.. bogocbstiiiiTb. g-oveniimt. Dasselbe tritt im dual. dat. instr. 
und im pl. dat. ein: kopiima. kopiimT> 8. seite 16. 23. Man beachte 
oleimb oieberi jeleonib mladen. Diese erklärung ist möglich : ich halte 
jedoch an der seite 84. vorgetragenen als der wahrscheinlicheren fest, 
nach icelcher krainib aus kraj'bmb hervorgeht. 

Alter als in den oben angeführten formen ist die assimilation 
des ije zu iji, ii und schliesslich durch contraction zu i in den meisten 
praesensformen der verba IIT. 2. und, IV. Aus der I. sg. vizda, 
hvarja ergibt sich vidja, hvalja aus vidija, hvalija; daraif leitet 
auch, hvaljahi,, da es auf hvalijah^ beruht: neben prestavrjem. 
besteht prestavijen'b sup. 11. 2. Die II. sg. vidisi, hvalisi setzt 
zunächst vidiiSi, hvaliisi aus vidijesi, hvalijesi voraus: ii erklärt 
das lange i im. s. vidis und im c. vidis ; die urform ist im ns. poro- 
zijo, aslov. *porodijet'b, erhalten. Der HL pl. hvaleti. gehen vorher 
hvalentx, hvalint/b, hvaliintT., hvalijenti., livalijonti., icährend die 
I. sg. hvalja voraussetzt: hvalja, hvalhja, hvalija, hvalijom. Die 
I. pl. hvaliim. beruht atf hvalijtMirb, wie vedemi. zeigt, ^fahrend 
das partic. hvalinrb aus hvalijcunr., hvalijomi. entsteht: ursprünglich 
ist allerdings auch statt vedenrb- vedonn.. Das hohe alter der con- 
traction erklärt den mangel der erwcichvng, keiu hvarinn>. Ursprüng- 
lich hat in den praesensformen zwischen bi und hvali kein unterschied 
bestanden, daher hijeäi, hvalijeßi: der unterschied ward wahrscheinlich 



D. assimilation. luD 

ditrcJi den accent hewirkf: biji'Si, livjllijesi. Zu diesen auf stell uncjen nötigt 
die geschichte der formen Seite IS.'i. Wenn man jedoch die IL sg. aor. 
bi ivegen nese auf bbe. btje. bije. bie. bii zurUckfidirt und die 
IL dual. aor. v'BZT.pista icegen uesosta aus VLZxptosta usiv. erklären 
will, so hat man vergessen, dass vocalische stamme keinen hindevocal 
annehmen, sondern den charakter des aorists s, h unmittelhar an die 
Wurzel fügen, was ursprünglich auch consonantische stamme taten S. 
seile 77. 

d) uje. uje u-ird durch ue zu \n\ im sg. dat. m. n. der zusammen- 
gesetzten declinafion: imastjuumu usw. Danehen besteht die urform: 
imastjuemu. lakavxuuemu. slepnemu iisir. zngr. .?. seite rt9. 

e) au wird, aa in vT.nezaapi.va, dem zaupi.va(ti) zu gründe liegt. 
Mit unrecht wird, assimilation angenommen in sastii, das aus 

sastei entstehen soll, während, die formen saste und. sasti neben ein- 
ander bestehen. Dasselbe gilt von videvLse und videvtsi, und ich 
halte die behauptung, videvT.sii stehe für videvtsei für unrichtig. 
Vergl. Pofebnja, Kz istorii usw. 26. Auch, die ansieht, rakaja, nai- 
daja seien aus rakoa, nazdoa; rakoja, nazdeja entstanden, kann 
ich nicht billigen: raka, nazda sind, mir die älteren formen, rakaa 
und nazdaa, die, den lebenden sprachen unbekannt, in den aslov. 
denkmtddern je nur einmahl nachreishar sind, halte ich für scltr eibfehler. 
Die Veränderung tritt in dieser assimilation meist bei dem zweiten, nicht 
bei dem ersten vocale ein. Wenn man den unterschied zwischen bery 
aus beronts, beront und ztuje aus zbiijonts, zbnjont in der bei dem 
letzteren icorte eintretenden assimilation suchte so stehen dem die formen 
zBnjasti, ztnjasta usw. entgegen. 

4. B. a)]o. jo geht in je über, indem das o dem dem j venoandten 
i näher gebracht wird.: für unrichtig halte ich die ansieht, die Ver- 
änderung des o in e stamme aus jener periode, ico dem o das i noch 
unmittelbar vorhergieng: morje aws morjo, morio. Dasselbe gilt von 
den aus der Verbindung eines harten consonanten mit j hervorgegan- 
genen consonanten : lice aus likjo, likio. kriöenifc aus krikjemt, 
krikionib. pisteja erklärt sich aus pitseja, pitjeja : e bleibt cnich nach 
der metathese des t und s. Vergl. seite 17. 

b) je. je wi7'd in j'i verwandelt, ije geht in iji üher, icoraus ij und 
i werden kann, daher sg. loc. kraje, konje-krai, d. i. kraji. koili. 
prednubje: predaubi, predanii. pl. l. krajeln., konjehi.- kraihx, 
d. i. krajibi.. koriilix. kopijeh'L: kopiihi.. kamenijeh'L: kanienühi. 
zogr. sg. d. l. f. und du. nom. acc. f. n.: staje: stai, d. i. staji. 
kopije : kopii, cZ. i. kopiji. Im impt. bije, bijete: biji, daraus bij ; 

13* 



196 flen vocalen gemeinsame bestimimingen. 

bijite, darmis bijte: vergl. delaj. delajte; kiipuj. kupujte usv:. 
Wann die contractionen bij, bijte eintraten, darüher lässt uns die 
aslov. schreihung in zioeifel. Aus hvalije, livalijete enfwicl-elfen sich 
die formen hvaliji, hvalijite; hvali^ hvalite, heutzutage auch hval, 
hvalte neheji pij^ pijte. Alt sind die seltenen formen izbavii libera 
suj). 165. IS. maciite excruciate 105. 3. s^motriimTi consideremus 
39. 17. In einer älteren per iode ward j^ durch ja ersetzt, es mochte g 
durch, dehnung des e oder, wie im impt,, aus altem ai erwachsen sein: 
in dem letzteren falle ist ja auf den inlaut heschränkt, daher piji, 
pij und pijate aus pijaite neben dem jüngeren pijite, piite, pijte. 

c) ]j . ]j geht in ]\ über : krajy: krai, d.i. kraji. konjy: koiii 
aus konji. dejanijy: dejanii, d. i. dejaniji. dobljyj: dobrij; vergl. 
dobr^'j. Anders verhält es sich mit dem. jd- acc. der T>(a)- und der 
ä-stämme, so loie mit dem 2^tt^'tic. jyraes. acf., ico dem. rabj, i'ybj, 
g-redy die formen maze, duse, kaze gegenüherstehen , da dem y 
icie dem e hier altes a entspricht. So deute ich auch kamy und köre. 

Vergl. selte 44. 

d) ja. ja wird nur selten in je verwandelt : jeniiart aj/s januarb 
tavcuapto?. jehati aus jahati Seite 18. 

e) oa. oja ivird aa, a. nsl. gospä aus gospoja, aslov. g-ospozda. 
bati se neben bojati se. 

f) oa. oja icird aa, a. nsl. gospo aus gospoja sg. acc. und instr. 

g) oe. oje wird ee, e. nsl. dobrega aus dobrojega. dobreniu aus 
dobrojemu. dobrem sg. loc. m. n. aus dobrojemt. nsl. findet sich 

jedoch im osten auch dobroga^ dobronui, dobrom, das im s. aus- 
schliesslich gilt. Dass dobrega und dobroga, so wie c. dobreho nicht 
nach der analogie der pronomina gebildet sind, ergibt sich aus dem 
c. dobreho neben toho, aus dem. s. dobroga neben toga und dem 
nsl. dobreg-a neben togo der freisinger denkmähler. 

E. Contraction. 

1. Die contraction besteht in der Verschmelzung zweier gleicher 
vocale in einen einzigen: dobrago aus dobraag-o, das aus dobrajego 
hervorgegangen ist. 

a) ee wird e : dobremb aus dobreemt und dieses aus dobrc- 
jenib. vetTisemb cloz. I. 354. grobbnemi. 755. heruvimKScemi» 38. 
Dasselbe tritt ein in imehx habebam aus imechi. und dieses aus 
imeaht 3. seite 94. 

b) aa wird a: dobrago aus dobraago und dieses aus dobrajego. 
Dagegen imaamh aus imamt^ nicht aus imajemL; imaati. aus imati., 



K. coutriiction. 197 

nicht aus imajeti. 3. seile HS; fernevs nd. ^ospa aus g-ospaa und 
dieses aus g-ospoja. 

c) ii loird i: sg. loc. m. u. poslcdtiiimb aus poslediniimi, und 
dieses aus posledi.iiijeinb ; pl. tj. velihii aus velüht und dieses aus 
velijüiT) ; pl. dat. pog-yb'Lsimx aus pogyb'Lsiiim. und dieses aus 
pogybijsijiinL, pogybtsyjini'b; ebe7i so sfj. instr. govenimi> aus 
goveniinib^ (/. i. govenijimb, neben phsanitni> aus ptsantimt: psanb- 
imt cloz I. 56. ispytaninib 240. bliscaniuib 821. podrazaninib 
sup. 62. 18. neben celoiiiadrT.stvieiiib 406. und hoteniimb 197; sg. 
loc. pbsanii Jieben uceni io. 7. 17.-zogr. pogrebeni cloz. I. 753 imd 
predanbi 248. na ovbci (für ovbcii) kapeli zogr. ; ferners hvalisi aus 
hvaliisi und dieses aus hvalijesi seite 194 : vergl. primesi cloz. 1. 71. 
aus priimesi: niilosridi präg. frag, ist c. 

d) Uli uird u: dobnimu aus dobrimmu und dieses aus dobru- 
jemii. veötnumu cloz I. 158. pn.viimu lf)5. drevi-numii 599. kra- 
domumu 709. gospodbskumu 914. 

e) aa wird a : nsl. gospo sg. acc, d. i. g-ospa, aus g'ospaa und 
dieses aus gospoja. 

fj 00 icird : s. dobroga aus dobrooga und dieses aus dobrojega. 

^) oa aus oja wird a: diese contraction wird häufig im sg. i. der 
a-stämme angenommen: ryba aus ryboa, ryboja: lyboja soll das 
ursprüngliche sein: nach meiner ansieht sind beide auf verschiedenen 
Stämmen beruhende formen gleich alt. Man beachte den sg. acc. f. 
svoea in vbniti vb vnatrbnea kelia svoea pat.-mih. 27. b. 

h) ee wird e: nsl. dobrega aus dobreega imd dieses aus dobro- 
jega; eben so c. dobreho aus dobreeho und dieses aus dobrojeho. 
p. dobrem aus dobreem und dieses aus dobrojemb. 

i) yi wird y : dobrymb aus dobryimb imd dieses aus dobryjimb. 
Den sg. nom. m. ^CKp'KH, ^i.CGp'hi erkläre ich aus dobrij^ das dem 
dobryj so zu gründe liegt wie doblj^j dem dobrij aus dobljyj. Für 
ii, d. i. ij, tritt oft i ein: bozi cloz. I. 66. krepli 142. luci 208. neben 
bolii 148. 446. kreplii 144. lucii 197. mbnii 148. und den ursprüng- 
lichen bolbi 3. 4. liicxi 227 . für lucbi und gorbi cloz. IL bozi 
assem. bolii sav.-kn. 84. posledbii-bi 70. für posledbnbi. bol-bi svrl. 
für bolbi. bolii. mbnii neben bolbi greg.-naz. 

k) Stämme auf ija gehen zunächst in iji üher, woraus sich leicht 
ij entwickelt, das in i übergeht: mosi. nilbni lue. 17. 24.-zogr. bali 
cloz. I. 200. sadi 933. Ich nehme an balija. baliji. balii, bali. nsl. 
bali fris. 



198 den vocaleii gemeinsame bestimmunsjen. 

Contraction ist auch in jenen 'h(a)-, o- und Si-stämmen ein- 
getreten, in denen dem auslernt ehedem j vorhergitng: kont ent- 
steht aus konj'L und dieses aus koniO; konijo, kontjo, ursprach- 
lich -ia: neben prozmonafb ^??c?e^ ?na??. prozmonarij. polje aus- polio, 
polijo, polbo^ ursprachlich gleichfalls -ia; pista aus pitia^ pitija, 
pittja^ pitja? ursprachlich -iä. Dieselbe erscheinung gewahren icir in 
gorja, hvalja, strazda aus goria, gorija, gortja usw. 

F. Schwächung. 

Das herabsinken des ursprachlichen i und u zu l und i. ist als 
Schwächung anzusehen. Diese Schwächung ist urslavisch, nicht vor- 
slavisch seite 109. 141; dasselbe gilt von dem herabsinken des e und 
zu b und "B Seite 19. 76, und nicht minder von dem herabsinken des 
slavischen i zu t seite 117. so wie des e zu i seite 133. 

G. Einschaltung von vocalen. 

Bestimmte consonantengruppen werden durch vocale getrennt: 
so wird e zwischen z und v, 1 eingeschaltet: zelezo aus zlezo usw. 
Seite 19. 

H. Aus- und abt'all von vocalen. 

Als regel gilt, dass der vocalische auslaut von stammen vor 
vocalischen anlauten von sufßxen abfällt: sadiiste aus sadij(a)iste. 
velijstvo aus velij(^)tstvo. razlaka aus razlak(i)a. polagati aus 
polog(i)ati. Nach j fällt t> ab: moj aus mojt. kraj aus ki'aji>. 
Dasselbe tritt in korib, plastb usw, ein: konjt. plastJT,. 

/. Vermeidung des vo call schon anlaute». 

Vocalischer anlaut wird in vielen fällen gemieden. So gibt es 
kein wort, das mit h oder t, anlautete, jenes wird zu i, dieses zu j, 
das gleichfalls im anlaute nicht stehen kann, sondern den Vorschlag 
eines v erhält: inia prehendam aus bma. vykna discam aus ykna 
und dieses aus xkna seite 123. löo; auch e ist dem anlaute fremd, 
es mag aus e(a) oder aus i hervorgehen: es erhält den Vorschlag 
eines j und geht nach gewöhnlicher Vorstellung in a über: jadb esca 
aus edb, jedb, w. ad, slav. cd seite 53. Richtiger ist es zu sagen, 
in ja sei der ursprüngliche laut erhalten, der sonst häufig in c ver- 
wandelt wird. Dass e im anlaut in je übergeht, ist seite 7. gesagt: 
daher jevga i'jy.. jevergetica i'jspYstir. jcvrein'b ißpaTor. jevtuhb 



K. veruiciduiiij der Jiplithoii!,'c. L. wortaccent. 11)*,) 

suT'JX'^?- JGg'iipi^t'^ 3('.'Y'J:r:o;. jedeiiri. ioi\j.. jelej TAaisv usw. Auch in 
jelent. jesiiib. jezb heruJtt j auf dem slavischen lautgesetze: man 
vergleiche 72sl. iezeiii, geziin, gezni, iefris. Daraus, dass anlautendes 
e durch je ersetzt werden muss, folgt, dass auch anlautendes § deii 
Vorschlag eines j erhält: jedijanim. iiidus aus endijanin'L. jeti jjre- 
hendere aus emti. jetro hepar, jeza neben eza assem. : in vezati Ugare 
— jezati kömmt nicht vor — scheint v auf vazsi zu beruhen, a kann 
im, anlaute stehen: a sed. abije statim. ahlxko pomum. ag-ne agnus. 
azT. ego. armeniin> armenus. aste si. asjutt frustra. aijerx aer ,• 
daneben jabl-Lko. jag-ne. jazT>. janneninL. jaste. jasjutb, jajerLski), 
nie etwa jabije. Slavischen Ursprungs ist '^ auch m jabedbulk'^i.^ anord. 
emboitti, älter wohl amb-. jag-oda neben ag-oda granum sav.-kn. 19. 
jajce neben ajce sav.-kn. 54. jartmi.. jarbCb. jasika. jasini. äXavi; 
usw. Dagegen steht akt. amo /«r jaki». jamo: w. ]^. Dieselbe rolle, 
die j bei a^ spielt v bei a : at'Bk'B neben vatTiki. agrint neben 
vagrinx. asi. neben vas-b, asenica neben vasenica usw. Die vocale, 
die im aslov. von ihrer Stellung im anlaute nicht verdrängt werden, 
sind demnach i. o. u : izt. ont. uho usic. u verliert manchmahl 
stammhaftes j : u neben jii iam. uha op. 2. 3. 24. neben juha. uli- 
janx Iam. 1. 28. 'ouX'.avoc. Auch das lit. meidet häufig vocalischen 
anlaut Kurschat 30. gi^senica, findet sich neben vasenica: p. gasienica 
7ieben wasionka. gazvica vimen scheint mit vezati verwandt : 7isl. g'oza. 
b. g-Lzv-L turban. s. giizva. klr. hiiz bibl. I. c. houzev, womit rumun. 
gmz funis e libro zu vergleichen ist: ngriech. ^0J'jT:epi-ay. neben ßs^te- 
P'!t3j: ist nsl. guscer. s. g'iister. Man beachte lit. giventi, vlventi 
Bezzenberger 74. 

K. Vermeidung' der diphthong-e. 

Das aslov. besitzt keine diphthonge: es ersetzt diese durch mit 
j und V schliessende silben : kitovrasx in r. quellen v.vnxjpoqj woraus 
später kentavrt. lavra Aaupa viciis, monasterium. pevgx -suz-yj: 
daneben peygb men.-serb. povikinx. sveklt sij-Xov beta. p. cwikla : 
lit. sviklas ist entlehnt. svekl-L beruht auf sevkli,; so wie hvatiti 
aus havtiti entstande^i ist seile 181. nsl. mavra, mavrica regenbogen: 
griech. |j.ajpor. mota: uIkI. maut. pavel : lat. paulus usw. 

L. Wortaccent. 

Da die ältesten aslov. denkmähler den ton Glicht bezeichnen, so 
ist U71S nicht bekannt, welche silbe eines mehrsilbige7i Wortes den ton 
hatte. Nur im glag.-kiov. haben einige silben em zeichen über sich, das 



200 'Jen vocalen gemeinsame bestimmuugen. 

man als tonzeichen anzusehen geneüjt sein kann. Bas in mehr als einer 
bezeichnung interessante denkmahl setzt den acut, seltener den gravis: 
cfcstece 536. döstojni 532. esi 533. 537. izbavlenie 533. izdresenie 

531. marii 538. macenie 530. molitva 532. naplbneni 531. näsc 534. 
näse 532. 535. näsi 533. näsinib 532. nebestscei 533. nosini'B 531. 
ociscenie 535. ociscenie 532. ocisti 537. ottdäzb 534. otTipadtsa 
533. podäzt 531. 535. pomilova 531. prösi 532. prösiim, 532. raz- 
dresenie 535. silaht, sily 537. svet-KH 532. svöja 531. svoeja, svöo 
537. sidravie 533. si.päsenie 531. sttvori 538. tebe 532. 533. 
536. telese 531. tvoe, tvöe 532. tvoih't 537. iip-Lvanie 532. iislysi 

532. utvrbdi 537. vecLnäe 532. vecbnenib 531. vysbnimi 532. 
[vi.jnLmem'i. 532. Jene zeichen finden sich auch über einsilbigen 
lüorten: da 530. 532. 533. däzb namx 537. i 535. esmt 533. nä 
balbstvo 534. näirn. 531. 532. 533. 534. 535. 536. näst 532. 534. 
535. näsb 535. hVi, h'Kh 531. 532. 535. 536. 537. ni 538. si> 533. 
tö 536. Man beachte vbse 531. vbsehi, 537. 

M. Länge und kürze der vocale. 

Über länge und kürze der vocale im altslovenischen lassen sich 
nur hypothesen aufstellen. 



ZWEITER TEIL 
Consonantismus. 



Den arischen sprachen liegen folgende consonanten zu gründe : 
r, aus welchem sich schon früh teilweise l entwickelte, n; t, d, dh; 
p, h, hh, V, m ; k, g, gh ; s und j. Die aspirierten consonanten 
dh, hh, gh haben im slav. die aspiration eingebiisst. Aus k, g, gh 
entwickeln sich teils ts_, das durch c bezeichnet wird, und dz^ das 
regelmässig seinen anlant abwirft j teils ts, wofür c geschrieben wird, 
und dz, dessen d gleichfalls abfällt; s geht in vielen fällen in h 
über: aus diesem wie aus 3 entsteht unter bestimmten bedingungen s. 
Daraus ergeben sich folgende consonantenclassen : ^. r. 1. n. B. t. 
d. C. p. b. V. m. D. k. g. h. E. c. z. s. F. c. z. s und j. Die 
consonanten sind hier nicht nach ihrer physiologischen, sondern nach 
der in der slavischen lautlehre massgebenden qualität geordnet : es 
bilden daher r mit l und n eine besondere classe usw. 



Erstes capitel. 
Die einzelnen consonanten. 

Die slavische grammatik hat in diesem teile die aufgäbe die 
Schicksale der consonanten der arischen Ursprache in den slavischen 
sprachen darzulegen. Sie wird daher nachzuweisen suchen, dass und 
unter welchen bedingungen aus r in den verschiedenen slavischen 
sprachen v, rj, r entsteht: mofc, nsl. morje, c. mofe. 

Die consonantenclassen benenne ich nach dem ersten consonanten 
der reihe und spreche demnach von v -consonanten, von i-consonanten 
usw. Der grund dieser abweichung von den von vielen Sprachforschern 
angenommenen benennungen liegt darin, dass phifsiologische namen der 



202 consonautismus. 

in der slavisclien lautlehre zusammenzufassenden consunanten fehlen: 
so ist physiologisch r eben ein i'-laut, n liingegen ein nasaler tönender 
dauerlaut, sie gehören demnach phijsiologisch in verschiedene kategorien, 
icährend sie in der slavischen lautlehre nicht getrennt werden können, 
weil sie meist de7iselben gesetzen folgen. 

A. Die r-consonanten. 

Die Y-consonanten sind t, \, n. Sie sind der erweichung fähig, 
icelche in der Verschmelzung derselben mit folgendem j besteht, und 
dann eintritt, wenn auf j ein vocal folgt: mofe aus inoije usw. 
Sie haben auch die eigentümlichkeit mit einander gemein, dass sie in 
vielen slavischen sprachen nicht vor consonanten stehen kommen: aus 
mertt entsteht in diesen sprachen rnnttt: simrttb mors; aus merti 
entspringt mreti neben r. mereti.; aus sinordt entwickelt sich sniradt. 
Aus penti wird peti, aus ponto pato usw. 

B. Die t-cousoiianten. 

Die t-consonanten sind t, d. Die slavischen sprachen didden die 
combination tja, dja nicht: tja, dja werden nach verscliiedenheit der 
s'prachen auf verschiedene weise ersetzt: pitja wird aslov. pista aus 
pitja^, pitzaj pizta ; c. pice aus pitza, pitsa usw. 

C. Die p-cousouanleii. 

Die ^-consonanten sind p, b, v, m. Mehrere slavische sprachen 

dulden nicht die lautverbindungen pja, bja, vja^ mja: diese laut- 

gruppen werden, allerdings erst in einer jüngeren periode, ersetzt 

durch plja, blja usw. Archaistisch sind die formen pijaj bija; ptja, 

bbja usw. 

D. Die k-eonsonauteii. 

Die ^-consonanten sind, k, g- und das auf slavischem boden aus 
s hervorgegangene h: k, g-, h hatten im hinteren gaumen ihre articu- 
lationsstelle, konnten daher mit einem nachfolgenden hellen vocale, der 
ja seine articulationsstelle im vorderen gaumen hat, nicht gesprochen 
werden. Dies hatte eine Veränderung der ^-laute zur folge: k, ^, h 
mussten in c aus ts, z aus dz und s oder in ö aus ts, z aus di 
und s übergehen: duhi wurde dusi, diihe hingegen diise. c und 6, 
z U7id z entspringen stets aus k und g-: dagegen besteht neben dem 
aus h entsprungenen s auch ein ursprüngliches und ein aus einem 
ursptrün glichen k (aind. s) entstandenes s : dusi aus duhi ; svoj aus 
sva ; stto aus kata, aind^. mta. In gleicher weise besitzen die sla- 



cousoiiantismus. 



203 



vischen sprachen neben dem aus g auf slavischem hoden entstandenen 
z ein aus ursprachlichem gli hervorgegangenes: m^nozi aus mtnogi; 
veza aus vahämi,, ursprachlich vaghämi. Es ist demnach zweck- 
mässig, noch eine c- mid eine <i-classe aufzustellen. 

E. Die c-consoiiauteii. 

Die c-consonanten sind dem gesagten gemäss c, z, s. 

F. Die c-consoiiaiiteii. 

Die c-consonanten sind c, z, s. Hieher gehört in der slavischen 
lautlehr e j. 

A. Die r-consonanten. 

1. r und n lauten im aslov. wie in den lebenden slavischen 
sprachen. Hinsichtlich des 1 ist zu bemerken, dass in den slavischen 
sprachen ein dreifaches 1 unterschieden werden muss : das weiche : nsl. 
Ijudje; das mittlere, deutsche: nsl. leteti; das harte: pol. laui. Die 
meisten slavischen sprachen besitzen nur zwei l-laute: \ und X, wie 
etwa russisch, oder I und \\ wie nslov. Im klruss. unterscheidet man 
\, r und 1: das letzte ist jedoch ziemlich selten. Zu den sprachen, 
welche \, X und 1 besassen, mag das aslov. gehört haben : dass in 
Ijudije das anlautende ]j wie Y gesprochen wurde, ist imzweifelhaft; 
.ebenso sicher ist die ausspräche des 1 in leteti, das nie leteti geschrieben 
wird; dagegen ist nicht festzustellen, ob a^hh lani oder lani gelautet 
hat. Das 1 entlehnter Wörter ist in vielen fällen ein T: avefe. izdraile 
(ile) sg. gen.; izdrailju (ilju). izdrailevi. (ilevT>). merbhievi, zogr. 
avert sup. 224. 27. uaH sg. loc. neben uala 141. 15. izdrailt 256. 
12. izdrairevT. 239. 18. izdrarittskt 144. 11. izdrariteuini. 256. 8. 
antinoport 288. 20. antinopoll 114. 26. dekaporitLskt 97. 29. 
skythoporbskt 211. 23. e\^aggeristT. 70. 8. rahürt 286. 25; legeom. 
350. 22, das wohl für leg^eonx steht, izraile sg. gen. svrl. In mehreren 
der angeführten worte erwartet man 1 für T: izdrailiti)skx. antipolb. 
dekapolitbsk'L. rahiilb. 

In den gruprpen ri, re, ro ; li, le, le und ni, ne, ne hahen y, 
\, n ihren einfachen, unerweichten laut. Bei den gruppen vb, \b und 
nb ist zu unterscheiden, ob dieselben aus rj-t, Iji., nji) oder aus vi, 
\'\, ni hervorgegangen sind: im ersteren falle sind v , \, n, wie im fol- 
genden gezeigt wird., weich, daher cesafb^ morb, korib ; im letzteren 
falle ist anzunehmen, dass das h als halbes i gehört wurde, da man sonst 
bei der notwendigen annähme nicht weicher ausspräche die regelmässige 



204 r-consouiinten. 

amvendung des l nicht zu erklären vermöchte: zverb, obretelb, danL. 
Die erweichung ist durch das fehlen des " ausgeschlossen. 

2. Eine grosse anzalil von Veränderungen der consonanten werden 
durch deren verhindung mit anderen consonanten veranlasst. Hier 
icerden jene consonantengruppen behandelt, in denen r, \, n die erste 
stelle einnehmen. Von diesen Verbindungen icerden vor allem jene 
erwogen, in denen auf r, I, n ein j, d. i. eine mit j anlautende silbe 
folgt; worauf jene Verbindungen beha^idelt werden, in denen y, ], n 

vor anderen consonanten stehen. 

3. Wenn auf die consonanten v, \, n eine mit j anlautende silbe 
folgt, so erleiden v, \, n jene modification des lautes, die man erwei- 
chung ( mouillier ung) nennt. ISie besteht in der Verschmelzung des v, 
\, n mit j Brücke 93. Im aslov. unterliegen nur y, \, n der 
erweichten ausspräche. 

4. Die weiche ausspräche wird dadurch bezeichnet, dass r, 1, u 
das zeichen " erhalten : i, \, i\ ; oder durch die jpraejotierung des fol- 
genden vocals : rja^ Ija, nja, hjrill. prd, t\a, Hia: häufig werden beide 
bezeichnungsweisen zugleich angewandt : vaija. Ijute lue. 11. ö3-zogr. 
Selten ist na ubu men.-vuk. für na nju^ na nja. utresnti (dni) 
ev.-dec. 390. für utresriij. Häufig wird die erweichung unbezeichnet 
gelassen, a) Die erste bezeichnungsart ist bei i und te. die einzig mög- 
liche, da die schrift eine ijraejotierung der vocale i und i, nicht kennt : 
ktriiga aus ki-njiga. gr'Lclyrii. magdalyrii ]).(^{baKr^rc^. pustyrii. rabyni. 
von. mofi marc. 5. 13. ostjH adj. domasbriii. drevLiiüm-L. drevt- 
riimt. go^podbrii (gni)- okrist-Liiülii. marc. 6. 36. posledbrii. posledt- 
liii. utibrii. borii. nibiiü. nibiii. nn^riü. si> liiinb. predb liimi. o nihi. 
postFi mitte. — pFbvati. delateFb aus delatelji.. krbstitelb. s-bve- 
deterbstvbe. iekovl'b. matusarb, salaiib. simorib. taraiib. rabynb. 
ogrib aus ognjt neben og-nb^ daher sg. gen. og-nja neben ogni. 
ogribnaja. ogribna. mbribsbmi. rib: vt ribze doim. vtnidete lue. 
10. 5. razderb partic. praet. act. I. Ebenso mofe. ogrienib. delatere. 
delatelenn). s'tvedetele. tezateleniT). zetele. maleleilevi) {j.vXiXvfiX 
lue. 3. 37. salatilevTj. vT.natrbriee. vtnesbriee. bole. mtrie. za rie. 
be^riego, kx riemii. po rienib. ol'b rielize. belena. cerienaego. ice- 
leny. okanierieno. povapiienonrb. goiieniju. hulenie. okanieiienii. 
pomyslenie. vlirieniju. dovbletx. postleti.. vxzglagorete. delatefe. 
roditele. tozatcle. rabyiio. vole. okrT.st'biiejc. vbnosbneje. solomorie. 
na lic. vb lic. o ne. zbrie. zbiiei. vola. sbtvofa zogr. b) Die zweite 
bezeichnungsart tritt teils allein, teils und zwar öfter mit der ersten 
combiniert ein: l. buro (<l. 1. ]>urja) marc. 4. 37. gospodtne (gne). 



rja, Ija, nja. 20;) 

cesare (crej. rybare. vecei-eln. marc. 12. 6'P. vareje c-Oävcov. poiiiy- 
slejatTi. razdeleje se. tvorease. si^tvarease, ST^itvarealia, d. i. -rjaa-. 
cesarju (crju). morju. premLujaja. 2. poiievica. avere suhst. krsti- 
teFe, krhstitere. ogiie, inytafe. pastyfe. rybafe. saptfe. stveztiie. 
pfcfe Inc. 22. 24. rasptfe io. 10. 19. yoXq. mofe. gomofenemb marc. 
6. 11. dtnestneag-o. iskrtneeg-o. posledbiiee. posledtüea. simoiie. 
vyshileeg'o. vysneeo-o. vysiineoo. vMi.'iti'i.üea. nyne, d. i. nynja. 
stbla/neet'r. veben blazor-aha und siiblazuaet^,. vi.zbranejasta. ce- 
Tease. icereaha marc. 0. 1-1. udvarease. izgaiieahn. liraiiease. pokla- 
üealia, preklaneti. molease. domySrease se. poinysleete nehen 
pomyslejatT.. oseiieje. slavrehn. ostavreti. tvorease. vaPease. za- 
krjuci. Ijuby. Ijudie. Ijute. ortarju. ucitelju, morju. vi. lije. milo- 
styrtja. volja. kromestnjaja. ua nja. poniolja .se, razorja, posT>rja. 
tvofja. varja. \'"elja. prozLfja. ziitjatL. g-lagoljaötei. 

Die erweicJmng bleibt häufig unhezeiclmet : mytare. iiiytarem-L. 
ognemt. ortaremi.. saptremt. more. g'ore. iz-uejeze. o nemtze. posi)- 
letT.. tvoreua. tune. kuig-a. rybari. mori. o-ri,dyni. pog-anyni. drevlt- 
niih'B, drevlbniliT.. drevtuiimx. posledMiii.utrbuii.vysMiiiln.. blizbneje. 
veöera. s^tvora. VLzrjubla. cesart (crt). mytart. stvedetelbstvo. 
gospodbüB (gTit). ognLnej. gorLsi. morbskaag-o zogr. Unrichtig ist 
die erweichung in obit&Fb. pecafb. zeHi matth. IS. 82. sviiiij jj/. 
gen. matth. 8. 30. sviriiemi , icofür aucJi svinije, svinbje. miie 
mihi. zogr. 

Li den glagolifischen denhmählern ausser dem zogr. findet sich 
das ericeichungszeichen nur sporadisch angewandt: cloz. I. nyrie 412. 
neben nyne 411. dbiieswiego 427. -üejze 234. tuiie 233. Häufiger 
ist die 'pi'aejotierung: cesare 50. 51. 843. 861. d. i. cesarja. s^mi- 
rejastei 514. okarejemy 686. zatvarejasti 729. cesarjueti. 677. 
In den meisten fällen wird die erweichung unbezeichnet gelassen: 
more 565. bratrbne 522. za ne quia 1. 210. 289. 290. 451. vbse- 
lenaja. g-ospodbnu (gnu). vola 402. glagola (gla) 190. mola 452. 
glagolaste (glaste) 246. gubitelt 315j. propovedatelb 661. svobo- 
ditelb 806. S'bvedetolb 72. 718. sjiditelb 642. vi nb usic. 

Unter den kyrillischen denkmählern icetteifert der sup. mit dem 
zogr. in der genauigkeit der bezeichnung der weichen consonanten. 
a) k-biiiga 15. 25. knihcii 103. 9. liiva 288. 10. blagyiü 82. 29. 
magdalyrii 334. 15. ogrii loc. 4. 14: ogilb 8. 10. bani 56. 8. von 
95. 29. nedeH 209. 5. koiii 2. 14; 44. 2. konihi 22. 19. cistiteH 
161. 5. uciten 225. 24. bezumll 20. 19. dijavon 50. 7. her'sorii 
414. 20. posledbriimb 247. 23. sio3rii 239. 9. tomiten dual. acc. f. 



206 r-con5onanten. 

adj. 164. 27. bolii 222. 23. - iTima, - nimi nsu-. g^lao-oH impf. 26. 
12. g-lagoHte fil. 9. nehen glagorjate 38. 15. posT,ri, posH 78. 19. 
134. 13. steil i 302. 24. — Si\e\\ 224. 27. izdrailh 256. 12. konb 
162. 12. ogiih 8. 10. steiTb 183. 7. zeml^ 233. 6. blag-odeteri, 292. 
7. delatert 45. 11. tomitert 158. 2. z-LdateFb 323. 28. zizditel"!. 
848. 6. dobrtstvo 62. 9; 379. 5; 379. 7. macitertstvo 165. 26. 
vlasterKskt 858. 22. bezumri. 186. 6. g-ospodbiib 2. 15. kostantirit 
140. 8. koiibsk'L 22. 25. poPtskT. 128. 10. dobrtno 68. 19. korimt 
143, 7. og-iibna 4. 21. priobretertniki. 122, 15. pustyiitnyih'L 429. 
2. ueiterT.nyihi. 424. 4. uciterbnyihi.. dovhleuT. 404. 16. für do- 
vtrbm.. borbseje 429. 24. borhä'mi 379. 1, gTabFfci 280. 21. niMitSa 
360. 10. uiitSe 68. 15. - üh. deFtma 218. 15. oseiitsb -56^9. 22. 
sthraiib 19. 16. poiiiorbst 95. 5. Ebenso avela 169. 16. pomysraj 
189. 20. pomysrasta 859. 20. pole 67. 7. blagodetelevi 877. 29. 
delatefe 42. 2. roditelenia 204. 22. koüemt 67. 8. sT.veziienn, 
347. 24. dijavole 281. 7. payle 9. 24. bole 816. 28. niMie 874. 4. 
suFe 293. 5. uiie 98. 21. -iie, -iiego, -iiemu, -üelize usic. sveiie 1. 

11. tune 222. 8. dovtletT. 29. 28. koleim. ixirtic. jpraes. pass. 41. 

16. isceleni. 403. 23. isplMiein. 444. 18. iiaserem> 188. 18. pomy- 
slenile 182. 11. lutosth 155. 28. pryski. 168. 4, für plask-B. koiiu 
157, 23. ogiTii 120. 5. blizbriiiumn 279. 6. koiie 84. 22. delatele 
159. 12. vole 124. 12. voiie 481. 2. blagyiie 322. 13. makedone 
148. 20. vladycbiie 358. 20. vtceras'neje 877. 19. - iie. glagole 1. 
9. zfciie 379. 10. baiTa 58. 17. iiedela 209. 7. voiTa 109. 8. vora 

12. 11. srwlobola 897. 28. gospodhiia 35. 5. kromesMiaja 280, 3. 
posredbiia 850. 11. sredtiTaja 248. 18. si.vysiiaja 882. 7. - na. 
-iTadii. braiia 379. 9. cefa 856, 6. glagola 6. 4. izvora 96. 8. 
poiiibiia 194. 14. vela 147. 27. posiJa 125. 8. glagolatT 33. 14. 
pozLiiatT, 269. 18. zakolati. 87. 26. glagolastt 29, 27. g-orasti. 4. 

17. steraste 251. 28, steilaSte 388, 4, h) 1. iraklju 55, 27, ognju 
17. 7. vasile 61. 7. d. i. vasilja. doble'go 122. 21. d. i. dobljaago. 
2. borjarim, 146. 18. neheu borerinx 48. 7. zeterenim, 81. 24. 
koiie 142. 28. primysrej 125. 27. uniysljaj 2. 22, macitelja 4. 
22. nehen macitere 60. 1. volja 119. 21. kiopremi 37. 3. dijavo- 
TeliT. 62. 28. iiyujas'iieago 80. 28. vysMiJago 51. 15. nehen vysb- 
iiego 164. 25. dobljajsii 62. 17. - iTja. bylja 170. 13. derja 888, 
16. nyilja 11. 5. nehen nyne 17. 7. goilease 80. 8. liurease 30. 11. 
nioreSe 73. 22. moljasta 4. 11. palWlia 28. 19. pokafejaste 105. 4. 
klaiijati 20. 22. nehen klarieti 87. 10. uasirjati 445. 2, nehen nasi- 
Teti 402. 9. oboileti 78. 7. pokafeti 43. 22. pomygljati 38. 5. 



rja, Ija, nja. 207 

neben pnniy.srt''ti 190. IR. vi,zbrarijati 22. 4. nehen vtzbraileti 70. 
19. isplfcrijem. i')4. 17. hristorjubivi. 298. 20. maciterie .5.5,9. 6. 
d. i. niaeiterje. flalje 210. 18. posledtiTjeje 273. 11. glag;orje 
226. 8. pokionja 6. 18. c) more 260. (i. cesare 201. 12. - ne 
125. 7. kniga 139. 4. kluct 174. 10. uekluöinvi, 274. 1. neben 
kljacb 385. 7. nekljiicinn, 115. 5. iraklu i.5.5. 3. og-uu 193. 1. usw.: 
ognLmx 309. 22. und ogm, 408. 7. für ogni. können mit dem zur 
i-decl. gehörenden ognt zusammenhangen. Unrichtig ist die erweichung 
des ersten 1 in ceriteri. .52-5. 20; des 1 in obretert 288. 20; in 
antinopon 114. 19; 114. 26 neben antiuopoli 114. 22; des n in 
ogiii sg. gen. dat. und pl. acc. 108. 4; 165. 13; 230. 18; des n 
in dtriesbnjaag'O 147. 16. für (IbnesKnjaago ; iTikejskjj 79. 2; des 
1 in volei 197. 24. vom thema voli: dasselbe gilt von koiThcati 149. 
27. und prertStati 1. 13. izv. 1. 92. 

Die bezeichnung der erweichung durch " findet man auch in 
russ. quellen: zeiir,i?bnii. ffür zeuLiTi.nit vjva'.yi;) prelhsteiiienib 
greg.-naz. 25)1. zeniTi. uiie usic. svjat. ßreznevskij, Drev. slavj. panij. 
jus. pishma 179 der einleitung. zemle izv. 10. 421. samuilevy 469. 
sttreljati 475. povedatert 479. drevftnjua 480. Ostrom, wendet hie 
und da das erweichungszeichen an : bole. za ne. na neg-oze. k'L 
riemu. po liemt. g-lagnletb. ispT.liIenija ; in den meisten fällen icird 
die praejotation angewandt ; in manchen fiülen d;ie erireichung unbe- 
zeichnef gelassen : g-ore. bura. kesara. cesara. enuara. feviyara. 
samaranim> neben samarjanini., samareninx. veceraja neben ve6e- 
rjaht. al'tara. oktebra nebeji oktebrja. cesaru neben cesarju. 
veöera. tvora neben tvorja. prozbva. razora neben razorjn. udarajte. 

5. Da die ericeichung der laute r, 1, n in deren Verbindung mit 
unmittelbar daraif folgendem j besteht, so ist die erweichung durch 
ein auf die genannten consonanten folgendes '^a, je, ja usw. bedingt, da 
ein j nach v, \, n nur in dieser Verbindung vorkömmt, daher g-oilent, 
gonjent pulsus aus goni-j-e-m., gonb-j-e-m,, gon-j-e-m,; lybafa, 
rjbarja piscatoris aus lybai-ia. Wenn i ttnd i, mif erweichtes r, \, n 
folgen, so sind sie ans j)raejotierten vocalen hervorgegangen : sg. nom. 
pustjrii beriüit auf dem thema pustynja, dessen auslaut a in i über- 
gegangen ; dem sg. nom. gospodbiib domini liegt das thema gospodbnj'B 
zu gründe, dessen auslaut abgefallen; razderb -/o^picx; ist aus dem 
thema razdeli tmd dem suffixe üs hervorgegangen : razdeli-üs, dessen 
s abfällt: razdeliü, razdelj!.. Daher der unterschied zwischen dem n 
in koiib und dem in dbnb, da jenes «?;/* konji., dieses auf dbnb /«r 
altes dbni, nicht etwa dbujt, beruht. Auch in den romanischen sprachen 



208 r-i:i)ii«ipMaii1«ii. 

iiufsprintjf, lola es hcIkühI, auHfn:li/lt',f<nficli, dia arn'o/irlimKi auH dar rc.r- 
Inndumj das l, ii mit. ja, je, ji iisk;.: it. nujita (viita) uuh miija, 
vinea; vecfnetita ,' fujiio nsir. Diez I. •124, dctlier fz. inlle tais r/illn 
mit unenreicldem, Jllle ans Jl/in mit ericeicidem f. llomainHche Hj/rucheii 
erweicheil 1 niid n nur in diu hezelchneten fdlleii ; einige s/firiHflic. 
sprachen fjehen viel loeiter und //isseri die erweicliiiiui nm v , \, \\ 
mich vor e und i eintreten: mlov. /.m/if. und scrh. livschiUnken die 
ervjßicJiWKj auf dieselhe ineise vrie das asim-.j dfdier iis/r, konj (koil) 
nehen «lun, den: r, das schon im asloii. zu schirinden und dem r zu 
iceichni Ißiijaini, irird im iisha'. cnlii'cdi'.r diiicli v oder durch ij, d. i. 
durch die vcrl/iin/iiut/ des r mit einem daran dcnilich milcrschli'.dcncn 
j, ersetzt: ('(ts.'iija im n-esten n.nd (',(!K;ir;i im ästen: die rcrtrclnnfi 
des asI.DV. v dnrrh rj Im/ ein anahiijun im rech, r nn</ im j»)!. v/,. 
Man Iteachte, dass auch andere consonaidenclassen durch die ver- 
/jindn.n(/ mit jirrw/jotierten voca/en c/Kjeidlbniiche verihidernntien erleiden: 
aus i"i.(lj;i nird ri.zd.-i,, aus kapj.'i - kaplju^ d. i. kajil.i ; ans noHi;}- 
noHU. In (dien diesen fällen Indien, starke zusammenzi.ehunijen statt- 
(jefunden : ka|»ja /.s7 ans kaj)ija hervoi'f/efjanf/r.n und für koiiji. ist 
eine form ktiiiiji,, koiiij;i mr auszusetzen, wie nehen dem stj. <jen. 
Havorja sup. /S(J. Ift. saAoiija /,'/". 27. Ins/eht. 

1). W'eirhi'S V, I, II /inilel sieh im tlnuna/ischen teile, der Wörter: 
k'i.iii;:;a, liiva, ljiil)i., Ijiidijf, Ijnli., kljiiri., kljiiin., kljiis«; iumeiduia, 
|»ri.vali. \'iel In'infijer sinddiese lante in tiem staium- und uunthilden- 
den teile: I. l)o<;(»iiioli, reliiiinsiis. iiioliji. : Ih. iiioli. voija noluidas 
aus volija. iiioli. tinea. dijavoli, d.itdjdli, vijmi. aper, klcvctari. accu- 
sator. «^r 1,111, ('ari. fufnlns. iiiAhyfi. vesica. srchictdc'di. ar(jenta.rius. 
Hokurr. cixpius. ZMV(di. n-iihl : rantnr. {»T'f.nyri. foma.r. oliirli.li, tpü. 
iniuriam infert. «'•injciii, rourpasi/ns aus oinijciri'i,. kIiiii. nmhra. 
l)0^ynj;i, s//. nnm. hitf^yiii, <lea. ltlai;-or|('-f(dl, henefactur. |»astyn. 
pastor. Htc.lj«; Siemens ans slclja, slcljunl nii.iii.Sr. minor ans iiii,ti|-|,| 
-j'i.KJ'i. : kiiplli. ayopdoy.^ aus knpi-'i-s. Hlirijati saip'ttas iacerc. l'erfiL 
2. Seite dl. 44. 72. 7.7. H7. H!). Oii. I ():",. 107 ; ü. Ilü. I Ih. 120. 
II.;. /?:'>. 177. 202. i{22. H2H. dCH. II. iii.-lja mnh,. vflja roh,. 
Iivaija lauda; livaljaaln. lauda/xim. koljjj niacto; koljcHi uaictas j 
koli macta.'^ kolja.ilii, naiclaham. T^/v//. .'!. seitc 107. I l-'L 1 Ih. 120. 

7. Die erweirlinnij hhdht vor allem hiinjiii heim v nnhezeichnet, hei 
dem sie schon sehr früh marf (p'.schuyandeu sein: nuwi'. sup. 200. ti. 
cAHaro 267. 12. umorciri. 1H7 . 4. v'i.p<;rf;ivi. 'diX. 7 . tvorfuvf. 'dti. U. 
tvoroni.e 422. 10. (-.('jHare 4!t. 21. inyt:irr .'HiO. 4. hiira iHiO. Ü. 
coHarfj caesaream. /W. 15. vi. /i. 1:1 Jos. Ui. Iv(»r:i /". 2S. iiiiioi;^ 



fj», Ij», nj«. 209 

144. 27. razora 3'>6. 7. mytara SfH''. 21. bura ö7. 27. utvaraje 
'j14. 12. zatvarajeSi H4^'t. H. pritvarajeti. H77 . 6. mory öS. 1. usfic. 
Au^ der (ijJ eichen schreihuuqeu, die irohl nidit alle der nachfäsgigkeit 
der Schreiber zur last gelegt werden können, darf gefolgert werden, 
das« die enceichung des r im aslov. frühzeitig zu schwinden begann, 
ein satz, dessen bestätigung im nslov. und serb. zu ßnd,en ist. Am 
seltensten wird r vor e ah enceicht bezeichnet : o gorje tebe hom.-mOi. 
14. m«^irje mlad^n. 2ö6. prol.-rad. 109. Die hieher gehörigen erd- 
lehnten nomina schwanken zwischen der declination rabi und konji* 
3. Seite 9. Iff, daher pl. dat. kumiromt 20. 7. neH^en kumiremi. 
ö. IS. pL Joe. kumirehi. 6V>, 27. sg. /oc. lazare 222. 10. neben 
lazari 229. 30. lazarovi. 22ö. 9. Von geringer bedeuiung sindformen 
wie kumira 26. 1. neben kumire 16. 12, d. i. kumirja. lazara 249. 
27. neben lazarja 34ö. 20. manastyra 212. 26. monaatyra 13S. 6. 
neben manastyre 32. 2. nionastyre 39S. 24. petrahilt =xr:sx/nr/Ai5v, 
d. i. petrahiTb. hat petrahüemt, petrahiljemt prol.-rad. 14ö. 

S. Aus ungenauer sdtreibung entspringen folgende fomwn: 
sJe. ffla. srlati. slasta. fiflaste. gTastemT>. mola se. 3-i>latx. vola. 
gpäa. vT.6erasT.neje df/z. gle. kleple. nedele. Da ne. samarenyne, 
vole, vyäoeje. ztnei assem. g'la. ST-inirajaStei. amola. na na. vi» 
naze mera. upodobla. tvora. vela 66. zT.natT.. gle. vr. dt. 7. 
mora 21. sav.-kn. celaahu se lue. 6. IS. c^laae 1. 19.-nic. 

9. Falsch, d. i. unslotenisch, ist die erwelchung in gnjetati.. 
pogybnetb ostrom. vi pljesne stjat. lam. 1. 1(J4. rimrjaiierm. sr^^at. 
progiieva sncjai. usw. Srezuerskij. Drer. datj. pamj. jus. pisama 179 
der einleitung. gospodfcna. javlajustu. pokianajemajo. pokJananije. 
projavlahu krmc.-mih. Befremdend ist razljacaete doz. I. 133. 

10. Wenn auf r , 1 , n ein anderer cansonant folgt ah j, 
dann ist zwischen den formen tert, telt ; tort, tolt einer- und den 
formen ent, ont andererseits zu unterscheiden. 

aj die formen tert. telt gehen entweder in tn>t, tlT.t, d. i. trt, 
tlt. über oder erhalten sich ah tert. telt, oder sie werden ersetzt durch 
tret, tlet ; teret. telet : tret. tlet: die formen tort, tolt gehen in 
trat, tlat; torot. tolot: trot. tlot über. Vergl. seite 29. S4. Der 
grund dieser Veränderungen liegt in den Sprachwerkzeugen der da- 
cischen rölker, denen teilweise die ausspräche ton siTben auf rt, It 
minder bequem ist. Formen wie tnt, tlit, d. i. trt, tlt, ßnde>t sich 
auch in entlehnten Worten: iprBveretej 'jz^^^azezzlz-i krmc.-mih. prir 
sida persia. priskiB persicvs neben persMkT.. prBvan. februarius, 
das eine form fervarius voraussetzt. ml^hT. xz-/}.:-:, das auf einer 



210 r-consonanten. 

form [lOkyöc heruJif. Neben dem rkhtuien pertnati. alatus findet sich 
pi'Lnat'B, prtnati. aus pernatt. Germger als die zahl der aus tert, 
telt entstandenen ivorte mit silbenhildendem r, 1 ist die zahl jener 
hieher gehörigen ivorte, deren slavische urform tnt, trüt ist: aus 
kris wii'd vtskriisuati excitari icie aus dem griech. Tp'.[jiicrtov 
trxmisTi, lüohl tri.misT. vergl. seite 119. Neben ci"Lky besteht cirky 
(ciri-ktve glag.-kiov. 536) ; aus blüha icird bltha pulex usw. Vergl. 
seite 149. 

Dass schon aslov. brzi., vT>skrsnati, bllui gesprochen wurde, 
ergibt sich nicht nur daraus, dass im nsl. kr. s. und c., ehedem, und 
teilweise noch jetzt im b. r und 1 in dergleichen Worten silbenbildend 
auftreten oder auftraten, sondern auch aus einer betrachtung der 
bildung der verba iterativa. Diese werden, nämlich durch das suffix 
a und deh.uung des vocals gebildet, daher pogreba aus pogreb, 
osvobazda aus osvobodi, svita aus svbt, dyma aus d'Lin, Da nun 
aus krts, krts; mltk, mltk weder krisati, kiysati ; noch mlicati, 
mlycati entsteht, sondern das verbum iterativum stets krtsati^ kr-L- 
sati ; mltcati, mlijcati lautet, so ist es klar, dass die themen nur 
krs und mlk können gelautet haben. Vergl. meine ahhandlung : Über 
den Ursprung der icorte von der form aslov. trtt in den Denkschriften, 
band XXVII. seite 38. A. Leskien, Die vocale "h imd t 2tsw. seite 
63. 69. 73. Nach meiner ansieht ivird in grd zwischen g- und r 
kein, tcenn auch nocli so geringes vocalisches element gehört: auf das 
g folgt unmittelbar r und auf das r unmittelbar d ; dabei xcird 
davon abgesehen, dass, wie Herr A. Leskien bemerkt, neben vrtt 
oder vi'tt eine form vret nie vorkömmt. Die annähme des silben- 
bildenden r, 1 wird von den meisten Slavisten vertvorfen. 

Da die sprachen, in denen uns slav. worte mit silbenbilden- 
dem r, 1 aus alter zeit erhalten sind, ein solches r, 1 nicht kannten, 
so ist es begreiflich, dass (d)weichende schreihiveisen nicht gegen die 
hier dargelegte ansieht eingewandt iverden können : man vergleiche 
drisiiner dr'ii/imeit; tripiniir, terpinier ti-tpiiueri. ; tridozlau, 
tordasclaue, trudopulc, turdaniere tvr'Ldoslavii, tvi"i.(loplT.k7., tvn.- 
domei'T. uiul zantpulc, szueutipulc svetopi'i.k'i. ; vulkina vl^cina; 
uulcote vHkota aus der evangelienhandschrift zu iJividale von C. 
L. Bethman aus dem neunten oder zehnten Jahrhundert; vulkina 
steht in der conversio carantanorum 873, tridozlau in einer frei- 
singer Urkunde von c. 1160. 

Dass silbenbildendes r, 1 gedehnt werden könne, ist seite 185. 
186. erwähnt. 



tcrt. torl. 211 

Die 209. angefiilirfeu rßrändarnnfien gewahren v:ir auch an 
lehnworten : arca, raka; rameubsk'L neben aniieutski. iind arme- 
niiskt armenus swp.; marmor, mramori); polqcarpus, polikrap-B-, slr- 
miiim, sreim,; germ.helma-, sleim>', ehenso |j,oucoua|xzvcc, muslomaniui., 
musromauinb in serb. quellen ; selten pulcheria, puhlerija^ nicht etwa 
pluherija; melchisedeJc, mehUsedeki, neben mehAiisedehi^ ^cnd iiiel])i- 
sedekx, v:o dem sJav. hmtgesetze auf andere iceise genügt ivird. In ent- 
lehnten Worten wird die lautfolge häufig dadurch den filnvischen sjyraeh- 
organen gemäss gemacht, dass zwischen r, ] und. den consonanten ein 
halbvocal eingeschaltet wird: ar'hierej. ior'danii, far'fira. kor'vairL. 
uar'(li>ny. var'tolomea zo^^rr. ar'liag'geli. iS-itp. 120. 19. ar'bierewvi> ^ö'^. 
IS. artnej 445. 29. aritemona 163. 10. gister'ua 434. 24. epar'- 
ätski, 149. 9. her'soni 414. 20. mar'ta 10. 19. patriar'ha 273. 2. 
naradL io. 12. 3-nic. für iiarLdt. povLfyra sav.-kn. 34. ar'liierej. 
zmyr'no. ier'dant. karVaua. mar'tba. uar'tlia ostrom.. altfeova. dalt- 
manufanLsky marc. 8. 10. al'tarL, p'saltmelii. ostrom. ortarju zogr. 
argu] sup. 340. 23. dermatiju 124. 7. el'pidij 420. 12. g-oltgothim. 
344. 9. harkidonfeski, 442. 18. psarniosa 53. 14. psarmi, 51. 14. 
Über die Schreibung im menaeum. von 1096 — 1097, im psalt.-cud., 
im novgoroder menaeum, in der vita Theclae , im, greg.-naz. des 
eilften Jahrhunderts vergl. Archiv I. seite 371 — 375. Man merke 
selivestrii assem. für lat. silvester ; selumuaii f«V c£A[j-o)v bon. Die 
erscheinung ist auf die entlehnten icorte beschränkt. Abweichungen 
von der regel sind nicht selten : iordana. alfeova zogr. ; pohusiti irpo- 
vo|X£U£iv op. 2. 2. 400. hängt wie husart danil. 273. mit it. corsaro 
zusammen. Im nsl. vardevati ooxtp.ä'Ceiv ist vard- fremd. 

b) Die formen ent, ont gehen in et, at über: üacenti ivird 
naceti, nactua*, ponto pato aus ic. pen, pLn. Auch auslautendes 
en geht in e üher. Was von eut, out, gilt auch von emi, omt 
vergl. seite 32. 86. 

11. Die laut verbin düng nreti entspringt aus nei'ti, praes. iitra, 
fSonsf u:ird nr hiiufig durch mr oder durch ner, nar ersetzt: nrestt: 
s. mrijest /. ova piscium ; dem s. nirijestiti se coire [de gallinis, 
anatibus) entspricht nsl. brestiti. r. uerestt coitus: nersix ist wahr- 
sclieinlich aslov. *ni"Bst'i.. *nrastT>: s. nerast, narast. r. norosT, frosch- 
laich. po-nvavt vermis: c. poiirav, pondrav. p. pandrow: urform 
ponorvt. nravT. mos: nsl. narav. c. mrav, Vergl. r. indriki.. kon- 
dryk'B var. 14; lit. gendrolus general. Rätselhaft ist vtnraditi, das 
auch vfcntraditi geschrieben wird, spectare, perspicere, das einige aus 
einem vi,DedrIti erklären icollen, wobei sie sich auf ytuadriti im 

14* 



212 r-consonanten. 

ajpost.-synod. berufen konnten. Von raditi ausgehend ist man versucht 
in vtn die 'praeposition vi., va zu erblicken und die hypothese durch 
STbngrazdane Sreznevskij, Drevnie pamj. jus. pisinia 98. a. zu stützen. 

12. Die ersetzung von nt, nk durch nd, ng ist griechisch : a) jele- 
fandini) man.-vost. kendinarij op. 2. 3. 23. kostandiju sahb. 77. 
neben kostaatina grada krmc.-ynih. lefandiuovb rog-t. misc.-saf. len^dij 
typ.-chyl. aus lendij neben lentij Aevttov sup. pendikostie. b) jant- 
g-ura ä'Y'/.upa. ontgija prol.-rad. protoasingriti.. sintg'lita lam. 1. 109. 
sintgelija danil. 383; asinhiti. op. 2. 3. 7öO. tichonr. 2. 217. ist 
aaüy/yxoc. 

13. Wechsel von r tmd, 1 ist nicht selten : krik'L und, klikuatl usic. 
gligore dialog;a svetk. 32. klr. repjach hieben lopuch bibl. 1. slovak. 
breptaf, bleptaf garrire. r ist aus z entstanden : dori aus doze 
i hat mit lit. dar ,noch' keinen Zusammenhang, nsl. sehr häufig: kdor 
gui relat. kir qui relat. für alle genera: aslov. ktdeze. kajgoder 
ev.-tirn. najmre nämlich: aslov. na ime ze. lestor nur: icohl lett 
ST> to ze. nudar age. vendai- : venib da ze. zuamdar vermutlich: 
znaja da ze. dajdar. dajtedar. b. duri, dur verk. 1. 12. kr. neger 
sed: nego ze. poglejder hung. usw. j für Ij : jezyki.: r. jazykt 
neben dial. Ijazyk'L. 1 für n : luleahu jmtabant mladen., ebenso p. 
niultaDy, daraus Moldau, rumun. munfen gebirgsbewohner: ziemia mun- 
tauska, zicana tak od gor Linde. Dunkel ist inaltzen'!. : vergl. c. 
mauzel. p. malzonek. Dunkel ist auch kr. skroz. klr. skroz. p. 
skros. r. skrozb, skvozb neben aslov. cresi., crezt. 1 für j : lezero 
aus jezero kol. 12. n aus m : rastinati und ttmett izv. b'Ol. m aus 
n : niesta aus nestus ßussname Jirecek, Geschichte der Bulgaren 41. 
1 atis v: sloboda: vergl. klr. slavolyty für svavolyty verch. 64. 

14. In vielen fällen tritt ein n ein, das man gemeiniglich für 
ein der bequemeren ausspräche wegen eingeschaltetes ansieht, d. h. für 
ein solches, das den Organen die ausspräche minder schwierig macht. 
Hier soll vor allem der tatbestand dargelegt werden. Die xcorte, vor 
welchen dieses n eingeschaltet erscheint, lauten entweder mit einem 
vocal oder mit ] an. Es sind folgende: pronominalstamm 'yi>: u tritt mit 
ziemlich zahlreichen, ausnahmen ein, so oft ein casus des pronomen ji. 
von einer einsilbigen praeposition abhängt, daher do njego. ki. DJemu. 
pri njeniL. st uinib. vi, lii,. ua üh, d. i. vi> nji.. na nj'i. usw. An 
die stelle des casus von jt kami ein davon abgeleitetes wort treten : 
do ribde^e zogr. sup. (donde^e nicol.) icohl für donjtdeze neben 
doide:2e zogr. assem.. nicol. ot% nadu suj). 258. 20. vi. njegda. 
öi> njeliko. ott njelize, ott njeleze ostrom. nsl. k njenm. s njim 



parasitisches n. 213 

USW. c. od uelio. k neinu kuic. Der regel entaprecheiid isl piezde 
jeju. nidi ih'i>. posrede ih'b uaw ; ebenso do jego ottca, k'L ih-L 
materi usw. Dagegen findet sich r. dial. u ego. vb eni'B. st imi 
kol. 21. 73. na ego. vt ego. kt imt usw. nsl. hat fast nur njega, 
njeniu usw., kein jega, jemu usw. hm, em: vtneti. stneti. oti>- 
njeti neben ottjeti. viizneti neben vxzeti und vi>nimati. stnimati ; 
ferners siiuetie ffuv£op(a. stnLm'L. s-LDtmiste. VLntmi sup. 98. 12. 
vtnemi 16. 4. vtnemt.jastiim'L 317. 1. ot-Liie 256. 22. otbue 23. 
26. otbübniii 395. 22. usw. nsl. sneti , snamein ; snemati. r. 
nanjatt. obnjatt. otojatt. perenjati.. poDJatb. prinjatb. vojatb usw. 
icr. pereüac; daneben ohne praefix r. njati (veru) zag. 649. c. odnuti. 
snera. snatek. vynati iieben uajiti usw. Vergl. lett. nemt neben jemt. 
lit. imti, imu. Man merke p. zdjac, zdejme; zdejmowac yi«- s-biieti 
herabnehmen neben zjac, zejme, sejme; zejmowac, sejmowac für 
stneti zusammenfassen. jestb : c. neni für aslov. ne je, jestb, ne, 
nestb. i : stniti descendere. stniti se convenire. VBniti ; dagegen 
doiti. piiiti. c. vniti. vzniti. vyndu, jetzt vyjdu. nandii slovak. für 
najdu. kas. vyudze. iska : s'bniskati. ed , im anlaute jad : 
stnesti. sinedb. c. snisti. snedl neben pojisti. edro •/.öa'Xc; sinus, 
•(TTÖc, '.7T10V, im anlaute jadro: vb nediehi. sup. 178. 23. nadra 
greg.-naz. bus. 916. 922. 230. für njadra. ][). nadro. c. nädro. nsl. 
DJedra. kr. nidra. s. nedra. njedra. nidra sinus. jedro velum. nsl. 
nedra. nadra. klr. riidro-, daneben vb jadre lam. 1. 148. vb jadrehb 
hom.-mih. uzt für vozt currus : stnuzbnt ävaßäxYjc : manche denken 
an uzda. uzt aus vizt : s. nuz yieben uz : nuz casu poigra. 
nuzgredno in Dalmatien für uzg-red. uzda: r. zanuzdatb neben 
raznuzdatb, vzuuzdatb und obuzdatb. uho auris: vbnusiti audire. 
r. vnusitb. usta: onusta b-Koo-q\}.a.: vergl. obuti. aglt angulus : 
s. ug-al und nugao. os. nuhl. 7is. nug-el : 1 gegeji die regel. aglb 
carbo: vi.nagliti in carbonem redigere. ahati odorari: nsl. ujuhati 
kroat. neben vohati. klr. nuchaty. s. obnjusiti. os. nuchae, ns. nuchas. 
atib: v-bnatrb. vtnatrbjadu zogr,: vergl. izatrbadu zogr. nsl. noter, 
notri. c. nitf. Man füge hinzu f num dak.-slov. für vt umt ; nizvoro 
ort in Thracien aus izvort ; eben daher vio-ßapi ort in Aetolien neben 
ijßopi 07't in Epiriis; nektort bell.-troj. 25. 27. für ektort hector; 
nepjemida put.-lam. 1. 101. für epomida k~M[jJ.z: vergl. p. nieszpor 
vespertinae. os. liespor. lett. nespars; ferner lit. nedvai, nedva kaum 
neben advu, aslov. jedva und p. ledwo, ledwie; lit. ll-n-a neben 
U-j-a pluit Kurschat 32 ; ngriech. nomos für agriech. wf^o?. Eigen- 
tümlich ist c. nandati. odundati weggeben, pfendati übertragen, sun- 



2\4: r-consonanten. 

dati herahnehmen. vyndati. zandati, formen, die ich nicld zu erMä- 
ren vermag. 

Das hier behandelte n ist seinem Ursprünge nach dunkel. Das 
bestreben, die zahl der die ausspräche ei'leichternden elemente immer 
mehr einzuschränken, hat die Sprachforscher bestimmt zu versuchen, 
ob es nicht gelänge, dieses n als teil des praefixes oder der praepo- 
sition nachzuweisen. Man beachtete a neben vt, sa neben st und ver- 
glich kx mit lat. cum und kam zum residtate, dass in vtneti vTbn für 
a, in stneti sxn für sa steht und dass icohl auch in ki> njemu kxu 
auf analoge weise zu erklären ist. Wenn ich dagegen einioendete, dass 
sa aus sam hervorgegangen ist, dass man demnach stmeti erwarten 
sollte, so würde man mir mit dem oben seite 35 angeführten s-ingra- 
zdane und mit dem pr. sen, lit. san, antworten, dem ich wieder sam- 
diti entgegenstellen könnte. Was mich abhält diese lehre anzunehmen, 
ist der umstand, dass, wenn st>, sa desshalb durch si>ii ersetzt werden 
müsste, dass es eigentlich stn ist, man nicht einsähe, warum man 
Sil ottcemL und nicht si.n otbceint sagt, da ja doch da in dtm 
übergeht, so oft ihm ein vocal folgt: d'ima. dxini. dtmehi. usw. 
Ich will kein gewicht darauf legen, dass sa nur aiisnalims weise als 
praefix gebraucht wird, muss jedoch fragen, wie man do njego, 
pri njemb, ott riih'L usw. erklärt. Ich halte daher n in den ange- 
führten Verbindungen für euphonisch, womit freilich diejenigen nicht 
einverstanden sein werden, die die euphonie selbst in dem oben ange- 
deuteten sinne für einen überwundenen Standpunkt erklären. Dass im 
aind. n zur Vermeidung des hiatus eingeschoben wird, lehrt Benfei/ 
seite 141 der kurzen sanskritgrammatik ; und dass dasselbe in den 
heutigen sanskritsprachen geschieht, sagt E. Trnmpp: In the modern 
indian tongues (of sanscrit origin) the anuswära is frecpiently used 
to prevent hiatus Journal of the Ro//. as. society XIX. 1862. seite o. 
Mir scheint demnach noch jetzt, dass in VLnatrb n des hiatus wegen 
eingeschaltet ist, daher für vt atrb steht. Was worte wie stnesti 
anlangt, so ist zu bedenken, dass e niclit im silbenanlaute stehen 
kaiin. In do njeg-o hat n allerdings nicht die bestimmung den hiatus 
aufzuheben: dass es jedoch ein parasitischer einschub ist, halte ich 
dennoch für wahrscheinlich. Er findet, so scheint es, nur dort statt, 
wo die praeposition den accent des pronomen an sich reisst oder die 
praeposition im lauf e der zeit ihren vocal verloren hat: do njego. st. 
liimb d. i. s riimb für dö jego, s jintib. Bei manchen Worten, wie etwa 
bei nuz, ist der gedanke an hiatus mdürlich abzuweisen und man kann 
nicht umhin ammnehmen, dass einem anlautenden vocal manchmahl n 



t-CÜU80Uatlt0Il. 215 

Vorgeschobtill ist. Ühtrhaupt tuuss, scheint mir, festgehalten werden, dass 
Vorschub und einschcdtung des u nicht selten icillkilrlich ist und dass 
n zu den elementen gehört, die sich unschwer mannigfachem gebrauche 
fügen. Vergl. über diesen gegenständ J. Baudouin de Courtenay, 
Glottologiceskija (lingvisticeskija) zametki. Vypuskö I. Voronezz. 1877. 

B. Die t-consonanten. 

1. T und d, im alphabete tvi'i.do und flobro genannt, lauten im 
aslov. wie im nslov. usw. 

2. d steht ursprachlichem d, dh gegenüber. 

3. Das griech. 6, th wird entweder bewahrt oder durch t, manch- 
mahl durch f ersetzt: a) arimathee. vithanii. vithleeme. vithleomi. 
methodia. nathanailt. thoma assem. gotbthinb prol.-rad. b) vitanije 
zogr. vitleomtska. nazaretT>. toma assem. vitliomb nie. mattej 
cloz. II: dagegen inythare für mytare. c) vifanija marc. 11. 1-zogr. 
niatfeiku bus. 749. Über die Vertretung des durch f Brücke 130. 
Vergl. Safarik, Pamdtkij XIX. Zap. 2. 2. 31. Sreznevskij, Glag. 73. 

4. Hinsichtlich der Verbindung von t und d mit darauf folgen- 
dem vocal ist nur eines zu bemerken, dass nämlich t\, di nicht etiva 
lüie russ. cech. ti, di, sondern wie nslov. i\, di zu sprechen sind. 

5. In beideii aslov. alphabeten bestellt neben lUT auch das compen- 
dium i|j, in welchem in auf das T gesetzt erscheint. Dass in Panno- 
nien so wie in Bulgarien st^ nicht etwa sc gesprochen worden ist, 
kann nicht bezweifelt icerden: die grwppe sc findet sich nur im 
glag.-kiov. aus sk, st. Ob IJJT oder i|j geschrieben wird, ist demnach 
für das aslov. gleichgiltig. Zogr. hat im älteren teile und cloz. nur 
IIJT", der mariencodex bietet lUT und i|j ; assem. ebenso häufig ijj 
aus UJT ; sup. nur ausnahmstceise ip : )CC»ipn"K 336. 7; bon. lUT und 
ly: HOUJTK, sanpIsiuTf HHia ; naA/f^Lp'K, c'k;i,a/\ni|iH ; apost. ochrid. 
desgleichen: HA^iiiJTH; HA\aA;L|JH; im ostrom. (HapauTH, HiUTiÄ^Hie) 
und in den Sborniks des eilften Jahrhunderts kömmt lUT ziemlich häufig 
vor. Vergl. zap. 2. 2. 42. 62. 64. Man beachte \\\T für mit in I3Y<?AH' 
ijJTHYTv, HC>i|iTHlAi, ck^aAHiiJTH 98. und zc für zd : vi.zcelajete 36. 

6. Die gruppen tja, dja usw. werden im aslov. durch die gruppen 
sta, zda usw. ersetzt, st und 2d sind daher davon abhängig, dass 
auf t und d ein j mit einem vocal folgt : vrastenx versus aus vi-ati- 
j-e-nt^ vratb-j-e-ni», vratjent; kazdent suffitus aus kadi-j-e-nt, 
kadt-j-e-ut, kadjeni.. Vor i und. h tritt die. Veränderung dann ein, 
wenn diese vocale auf praejotierten vocalen beruhen : Ijustij acerbior. 
Vergl. 2. seite 322. kazdb %'y.r.r.zci.:;, aus kadi-xs. Man hat daher 



21b t-Cünsonü.nten. 

neben einander kazdb aus kadi-i.s ic7id kadt cadus aus kadi, patb aus 
pati, svobodb aus svobodi. In den imperativen dazdi, jazdfc, vizdt 
und vezdb ist b aus i und dieses aus ja hetvorgegangen : als impt. 
ist auch dazdt in dazdtbog^ dispensator divitiarum aufzufassen vergl. 
2. Seite 366. i aus ja auch in sasti cOsa aus sastja. Vergl. 8. seite 91. 
hosti ist wie dazdi zu erklären : es findet sich als imperativ : ne hosti 
jasti plbtbskya pista (plbtbskyje piste) noli comedere carnalem cibum 
pat.-mih. 66. ne vbshosti naresti 52. ne vbshosti tuzdemu ne con- 
cupisce aliena 124. hohti fungiert jedoch auch als II. sg. praes.: öto 
hosti, brate, da badetb? quid, vis, f rater, ut fiatf 135: ho&tisi hval. 
88. scheint im original ein hosti vorauszusetzen. Vergl. 4. seite 11. 
Eigentümlich ist zasticati sup. 259. 28; 308. 9. neben zastistati 
304. 15, iterativform von zastititi : jenes bildet aus tja - ca durch tza, 
tsa, wie in der zweiten classe der slavischen sprachen. Falsch ist 
utvrtdena bon. svobodeua prol.-rad. Dem sta und zda aus t, d 
und ja entspricht die erweichung von r, 1, n : vergl. seite 204. und 
die einschaltung des 1 in plja aus pja und^ die Verwandlung des sja 
in sa. agnestb agni aus ag-netj-b von ag-uet-. komistb comitis aus 
komitj^b V071 komiti). grazdb stabidum aus gradji. von gradi. vozdb 
dux von vodi : wenn gradjo für gradji. gesetzt wird, so kann der eig. 
auslaut immer nur ä sein, velbbazdb cameli aus velbbadi.. bolezdb 
aegrotus ist boledj-b: vergl. boledovati. prezdb, zazdt: predj%, 
zadJT>. ryzdb neben r-bzdb ruber: w. riid. plastb pallium gehört nicht 
hieher. *hystb m *hystbni., hysthniki» rapax aus hytj-b von hyti 
rapere: wie hystbnikt ist nazdbnikT» ß'.xjtr^c von nadi zu erklären. 
veste senatus aus vetje von veti. consilium. viizdazda ßpaßsiov aus 
-dadja von dad. nadezda spes von ded: w. de. grazda grando von 
gradii. kr'dMii furtum. vo7i krad. mezda, fines aus medja. nazda neces- 
sitas von n^di. i"b2da rubigo aus rxdja von i'bd. saxda fuligo von 
sadi. vezda palpebra aus vedja von vid. zezda sitis aus zedja von 
zed. gospozda domina von gospodja durch motion. kristanin^ 
■/.p-f;c, aus kritjanini) von kriti». grazdanin'b aus gradjanin'b von 
gradt. Ijuzdanin'b nebeii Ijiidenin'L laicus von Ijud-b. rozdak-b con- 
sanguineus aus rodjak'b von rodi). nistb humilis aus nitjo» : ai7id. ni 
niederwärts mit dem suffix tja: nach Geitler, slovanskych kmenech 
na u 78, ist nistb ein lit. naikstius, naistius, das auf naikius ver- 
gänglich beruhe. Wie nistb, deute ich auch obbstb communis: praep. 
obb circum, daher eig. qui circum est. Ebenso: *domastb qui domi 
est: nsl. domaci. serb. domaci usw. in domastbrib cb.-.x/.zz. kro- 
mestbrib externus, wofür kromeönuju tichonr. 2, 196. vbnestbiib 



tjii, ilja. 217 

externus, in sfüteren (iiielltn domasbrib, kromesbrib, vxnesLiib vtr(jl. 
2. 172. iz§8tbn'b eximius scheint ein subst. izesta vorauszusetzen, detistb 
puer aus det-itji.. grtlicistb pullus turturis aus gi"Blicitji.. p-itistb 
puUus avis aus p^titj!. fon *pi>tT>, ptta avis vergl. 2. seite 197. lit. 
hermtis jüngling aus bermtjas von bernas. erJtis lamm aus erltjas von 
eras, eris. azaitis böcklein Bezzenhtrger. Vergl. pr. svintian schivein. wer- 
stian kalb. Ijustij acerbior. slazdij dulcior von Ijiit-L. *slad'B in slad^k^ : 
so ist auch prezde aus *prezdij zu erklären; eben so poslezde aus 
*poslezdij vergl. 2. seite 322. sasta hxzz aus satja von der w. jes 
vergl. 2. seite 202. ty sasta mille got. thusundja- aus ty satja vergl. 
2. Seite 203. ocrLsta tentorium aus ocrttja : vergl. aind.. krtti domus. 
st in ^rigvTi&tai, pugillus beruht auf g-rtstt. pista cibus aus pitja vo7i pit 
in pitati, obresta inventio aus obretja von vet, ret ; siresta occursus. 
svesta lampas aus svetja von sveti. yrestä, Saccus ?;o?i vretja: vergl. 
vretiste. Ebenso obusta, onusta calceus aus obu-tja, onu-tja. Vergl. 
o^asti tihialia mit p. gatki. masteha matertera ist matjeha. svo- 
bazdati liberare aus svobadjati von svobodi. vestati loqui und 
obestati polliceri. klr. zavicaty unglück verkündigen, c. veceti dicere 
sind denominativa von veste senatus. s. vjece. c. vece. p. wiece. 
pr. empryki-waitiaintins pl. acc. : vergl. serb. zboriti und rumun. 
kuvznt: dagegen ist *vetati im aslov. obetovati und im nsl. obetati 
polliceri ein denominativum von veti. : bei obetati ist die imperfectivität 
befremdend, vrista vei'to aus vi ^tja : vriiteti. vizda video aus vidja : 
videti. Ahiceichend ist das an das nsl. erinnernde hoccti. assem. für 
das regelmässige hosteti. vergl. 3. seite llö. presta, kazda. pre- 
staahi, kazdaah'b. prestb, kazdb. presten't. kazdeni) aus pietja, 
kadja. pretjaaht^ pretjeahi., kadjaalit, kadjeaht usic. von preti. 
kadi. napystem> inßatus setzt ein verbum napytiti voraus, das mit 
lit. put: putu, pusti flare verwandt ist. Für odezden-B (rizoju kozi- 
jeju odezdenb) */.aXj7:T0[j.£vc; erwartet man odejan'L. inesta, strazda 5 
mestemi., strazdeiiib aus metja, stradja usw. von iiietje, stradje. 
vlagemb (d. i. vlag'eni'b m; iny vsenib rodomb vlagemb mladen.) 
für *vlazdemi. : jenes stimmt mit dem slovak. vladzem (ne vläd- 
zem chodit sbor. 30.) überein: vergl. uvezdett marcescit: iive- 
zdetb hom.-mih. dezda aus dedja: w. de. Falsch sind die formen 
hodeah-b. radeaht. utnidena dvisa op. 2. 3. 35. obbnahodeni 
byvbse scopaÖivxEC prol.-rad. Das c. hezky schön, das mit lit. grazus 
in Verbindung gebracht loird, ivürde aslov. gozdbski, lauten, dessen 
gozdb von godi dem r. gozij entspricht, vrazdevati odisse wird 
richtig vrazbdovati geschrieben: vergl. zde aus zhdo. 



^18 t-consonanteu. 

Eine, besondere heachtung verdient das ivort für ,haummark' : 
aslov. strijza neben dem darauf beruhenden strtzent medidla. nsl. 
ßtrzen neben sidek holzkern. s. strz /. u drvetu pod bjelikom, 
srz, src f. medulla. klr. stryziri aus strzin und serdce. wr. 
strizen mark, butz im (jeschicür, schnellere Strömung des ßusses. 
r. sterzenb, sercevina le coeur d'un arbre. c. strzen m. strzen 
f. neben strzen, stfen und dreh, dren, zfeii. p. zdrzen, drdzen, 
drzen, rdzen. os. dzen statt rdzen und zro, zro. 7is. dzen. Vergl. 
lit. sirdis. lett. serde. fz. le coeur d'un arbre. Dass r. sterzent 
mit serdce, sreda zusam,menhängt, hat schon Ph. Reiff bemerkt. Dass 
im aslov. str-Lza, nicht str^zda steht, schreibe ich dem vorhergehen- 
den str zu. In demselben umstände sind die meisten änderest abwei- 
chungen von der regel begründet, s. strz, srz und src stehen für 
strdj , srdj , d. i. cp^ , das , wenn das genus fem. nicht jungen 
Ursprungs ist, aus strdja usw. entstanden. Im c. ist strzen, einem 
aslov. *str'i)zdeni> entsprechend, die ursprüngliche form. p. zdrzen 
steht für str-zeii. Mit unrecht loürde man aind. sarga harz der 
vatica robusta und diese pflanze selbst herbeiziehen. Bedenklich ist 
das nsl. strzen für strjen. 

7. Da st, zd in vjorten wie svesta, mezda aus tj, dj dadurch 
entstehen, dass nach Verwandlung des j in z metathese eintritt, so 
erwartet man nicht formen wie svestja, mezdja, deren] jedoch nament- 
lich vor u nicht selten angetroffen wird : ostjutiti.. ostjutett ; s^lul- 
mistju; iniastju. imastjumu. istastju. molestju. nepbstjuja, nepbst- 
juj£it'^b. nalezestju oternfjastjumu. sastju. verujastjumu. vLzlezestju 
usw. neben molestu: singidär ist strazdastje marc. 6. 48.-zogr. gla- 
g'oljastju cloz 1. 112. 135. 384; 2. 10. nepLstjueti. 1. 153. sastju 
1. 329. svttestjii 1. 676. sT.izvcstujastjii 1. 134. dyhajastju. gla- 
goljastju. iniastjiimu. s'jbhodestju. sastju. tvorestju neben glago- 
Ijastu assem. stjudi fol.-mac. 231. dadastju. sjumestju 7iaz. divestju 
se. sustju hom.-mih. protivcstju krmc.-mih. ovostju tichonr. 1. 139. 
mezdju. vbzdjezdett io. 4. 13.-zogr. niezdju cloz 1. 527. mezdju 
neben mezdu assem. mezdju sav.Im. 64. 90. nadczdju hom.-mih. 
Häufig ist jedoch mangel der praejotation, daher auch utuzda. utu- 
zdeni. von utuzdi. 

8. Vor dem stammbildenden verbalsuffix a fällt das auslautende 
i häufig ab: poghjbtati, poglitati neben pogh>stati von pogHti. 
hodati neben liazdati von hodi. Wer pogl-ttati für denominativ hält, 
wird zu erklären haben, wie ein praefixiertes denominativum imper- 
fectiv sein könne. Wie poglttati ist gospoda domini, deversorium. 



tju, dja. 219 

collect, von goöpodb, zu, erklaren; danthen gospozda domina: 
formell wie gospodjii sg. d. usw. sind jung und unorganisch. 

9. In den prager fragmenten lesen wir hvaljeciini), obiclject, 
tajecago, tekuci., vtpi.juce; nasycisago, prosvecL; utvi"Lzenie ; 
roz'BStvo neben dem allerdings nicht hielier gehörigen sudisci, dessen 
sc aus sk entspnngt. In glag.-kiov. öbsti öbstece 530. 536. hoda- 
tajeciu 530. nasjceni 536. obeceH 533. obecenie 531. [o]be- 
cenie 534. leta obidace 531. leta ogredace 530. pice 534. pomo- 
cbja 0.5.5. prosece 536. protivecihi. 536. tako ze 534. 536. toje 
ze radi 531. o tomt ze 532. 535. dazb nam-L 532. 537. otxdazb 
534. podazb^ podäzb 530. 531. podasb nami) 532. tuziniT) 534. 
Man dürfte geneigt stin den prager fragmenten und dem glagolita 
kioviönsis denselben Ursprung zuzuschreiben, d^. h. beide denkmähler 
für cechisch zu erklären: das wäre nach meiner ansieht ein irrtum. 
So gewiss das schwanken im gebrauche der nasalen vocale verbunden 
mit der anwendung des c für tj und des z für dj in den prager 
fragmenten ein cechisches denkmahl erkennen lässt, eben so sicher 
dürfen wir trotz des regelmässig für tj, dj eintretenden c aus tz, ts 
und z aits dz wegen der regelrechten setzung der vocale a und e den 
glagolita kiovitnsis für altslovenisch ansehen. Was nun altslovenisches 
c, z statt ät, zd für tj, dj anlangt, so scheint die erklärung des- 
selben in folgender betrachtung zu liegen. Wenn man meint, eine 
lautneigung beginne bei den Sprachorganen eines ganzen volkes 
und verändere daher den gesammten sprachstojf, so halte ich diesen 
Satz nur mit einer einschränkung für richtig, wie ich an den Ver- 
änderungen dartun will, die tj, dj im altslove7iischen erleiden. Die 
lautneigung geht dahin kein tj, dj zu dulden, nicht etwa dahin an 
die stelle von tj, dj bestimmte laute zu setzen. Die mittel die gruppen 
tj und dj zu vermeiden können verschieden sein, so dass entweder bei 
demselben worte bald zu diesem bald zu jenem mittel gegriffen, oder so, 
dass das eine mittel in diesem,, das andere oder ein anderes in einem 
anderen teile des Sprachgebietes angewandt wird : so kann pista neben 
pica aus pitja, so dazdb neben dazb aus dadjia bestehen. Unrichtig 
wäre es die djoppelj'ormen stets aus dem einßuss einer anderen spräche 
erklären zu wollen, da ein solcher einfluss sich nie auf einen punkt 
beschränkt. Was im glag.-kioc, tritt auch sonst ein: das nsl. besitzt 
das jetzt als regel geltende c neben c und k : noc nox neben nicoj 
hac nocte und pluka, wofür aslov. plusta: die annähme pluka laute 
etwa wie s. pluca ist unrichtig; eben so unrichtig ist die meinung, 
in den freisinger denkmählern habe uzemogoki vseniogot'i gelautet, 



220 t-consonanten. 

vielmehr ist in beiden fällen ehemaliges tj in kj imd dieses in k 
übergegangen, bulg. ersetzt tj durch st U7id durch k, das ivohl 
wie c lautet: pozlakeni milad. 65: aslov. pozlasteni. fakjas 66: 
aslov. hvastajesi usw. Und wenn die russ. Volkslieder mladi. neben 
niolodi, bieten, so erkläre ich dies durch die annähme, das russ. 
habe die form moldi) auf zweifache weise gemieden, sowohl durch 
metathese des 1 und dehnung des o zu a als auch durch ein- 
schaltung des o zwischen 1 und d. Vergl. meine abhandlung: Über 
den Ursprung der worte von der form aslov. tret imd trat. Denk- 
schriften, band. XXVIII. Aus einer dem lit. ardas (ardai) entsprechen- 
den form konnte radi. und odrt entstehen, da auch durch die letztere 
form der zweck erreicht icird: man vergleiche lit. maldlti und aslov. 
moliti aus modliti, nicht mladiti; im c. besteht koblük neben klobiik, 
im p. kabiuk neben klobuk aus einem dem magy. kalpak, s. kalpak, 
nahe stehenden form usw.: in plesna ist nur metathesis, keine dehnung 
des e zu e eingetreten; das nsl. meidet tja teils durch Veränderung 
des j in i, s, teils durch Verschmelzung des t mit j zu einem laute, 
wie aus nja iia hervorgeht, daher kozlica aus kozlitja^ kozlitSa und, 
im äussersten westen, kuzlica: ein drittes ehedem, wie es scheint, 
häufig angewandtes mittel der Vermeidung von tja ist die Verwandlung 
des tja in kja, ka, daher pluka aus plutja. 

10. Wenn aus trja strja, aus drja zdrja usw. hervorgeht, so 
scheint der grund des st, zd in der durch ja usw. bewirkten erweichung 
des r zu, liegen: stmostra sup. 24ö. 16. für .STjmostrja. rasma- 
strehi. 220. 25. für rasmastrjaht. s'Binostraaha 137. 8. rasmastraja 
247. 26. obestrenije 243. 29. rasinostrjaase naz. 199. uhystijati 
hom.-mih. umazdrent apost.-bulg. preniazdrjati naz. 74. hv/Avh vigil 
aus biid- rJT., premazdrjanije izu. 487. Daneben besteht s-Ltnatra'se 
sup. 66. 11. s'fcmotraase 69. 2. stmotrese 175. 7. izmadrevaaha 
297. 1. stinotrenije 230. 18. shinotreube cloz. I. 794: diese formen 
beruhen darauf, dass das f frühe in r übergieng. Dem uhystijati 
ähnlich ist umri>stvljeni> men.-mih. vo)i ninrxtvi, icofür auch, uinri- 
stvem> sup. 443. 7. und unirbsteni. 257. 21; 344. 15. vorkömmt: 
daneben findet man umrhtvenije 442. 12. blag-odartstvease 220. 
14. und, blagoslovestvenbja 378. 6. postenbju cloz. I. 141. ist pocb- 
tenbju: poÖT.tenbemb 569. 570. Abweichend ist strazdbba passio 
pat.-mih. neben stradbba; rozdbstvo nativitas, natalitia, generatio 
zogr. sujj. ostrom. nie. krmi.-mih. usw., wofür im cloz. I. 877. 
878. 879, mit ersetzung des zd durch z, rozbstvo vorkömmt, neben 
rozdxstvo 687. 893. S95. und rozbstvo 88 t. für rozdbstvo. rodb- 



tja. dja. 221 

stvo halte ich für JIk richtige, form, rozdhstvo durch dan einßuss 
von formen mit zd (rozdem. usw.) entstanden. 

11. Der Ursprung des st, zd im icurzelhaften teile der icorte ist 
teilicei.se zweifelhaft , da aslov. St ebenso tcie s. 6. ^. p. c sowohl auf 
tj als auch auf kt beruhen kann ; noch zweifelhafter i.st der Ursprung 
dann, wenn ein entsprechendes wort im serh. usw. fehlt, basta pater. 
h. batjo. s. baStina hereditas. r. dial. bat ja: das v:ort ist fremd: magy. 
bätya f rater natu maior: andere sprechen von einer to. hat, etwa 
^ernähren'. hrezdiH praegnans : lit. pa-hredUi gravidam reddere. brostt 
purpura : nsl. broö. h. bros aus brost. s. broc. Iclr. broo. lesta lens : 
nsl. leca. s. Ie6a, lit. lensis. lett. leces: lat. lent : lens, lentis. m.ötvy 
pl. mactra : nsl. nacke. h. m,stvi. s. na6ve. ^. necky. os. liiecki. 7is. 
nacki. ovostb, vosti>; ovostije, vosti]e frucfus: s. vo6e. klr. ovoc. 
c. ovoc : die form ovotja beruht wahrscheinlich auf einem got. uhata- 
für ags. ofät, ahd. ohaz essbare baumfrucht : die entlehmmg mag an 
der unteren .Donau stattgefunden haben, pleste humertis: nsl. plece. 
b. plesti. s. p]e6e. r. pleöo neben beloplekij, näplekij mit k atis 
tj. c. plece: vergl. lett. place. "^Xvi&iix pl. pulmo : nslov. pljuca, wofür 
in Dreznica pluka gesprochen icird Letopis maf. slov. 1876. 227. 
s. plu6a. r. pljuSce (aslov.). c. plice. 2?- pluca. lit. plaucei. ptstbka. 
obulus, calculus: vergl. 6. pecka. ns. packa. resta in obresta inve- 
niam wird auf ein rant, lit. rand, zurückgeführt, stavbstvo, gnjus- 
nostb, neöistoe zitie op. 2. 3. 712. 726 : dunkel. Studi. gigas : dunkel. 
studb f. mos: s. ciid /. c. cud m. stutiti: oätjutiti zogr. neben 
ocjutise matth. 24. S9-assem.. ocjutese prol.-rad. sentire: nsl. cutiti. 
b. fehlt das icort. s. 6utiti. klr. oöutyty sa verch. 45. und osöuscat 
hibl. I. c. cititi. p. cucie. tuzdi>, stjnzdt, stuzdb, cjuzdt, cuzdt^ere- 
grinus : nslov. tuj. s. tudj. c. cizi, das, aus dem slav. unerklärlich, mit 
got. thiudä- in Zusammenhang gebracht loorden ist. vestij maior: nslov. 
veö. serb. veci. cech. vice : nslov. veksi ist vecsi ; c. vetsi ist vecsi. 

Dunkel sind, neben anderen folgende Worte: öudo res mira, 
nach Safarik auch studo : 7isl. s. r. öudo. b. cjudo, dagegen p. cud : 
lit. cudas und cudas s/)id, entlehnt, kostuna nugae, das an ngriech. 
y.sTwCJva pupp>e erinnert. uep'i>stL f. T.^t-:,y.z<.z, nepi>stevati cogitare. 
svrtstb cicada: r. sverscL. p. swierszcz, das v:ohl irgendwie mit svr'ik: 
svrT.cati zusammenhängt. stavL rumex. 

Mit zdati, eig. cupere, richtig zbdati, möchte ich zdo^ zbdo in 
kolizdo, kolizbdo quandocunque zusammenstellen, es mit lat. -libet, -vis 
inquilibet, quivis vergleichend: ize kolizbdo quicunque. vb ribze kolizdo 
grad-b in quamcunque urhem. izde kolizbdo 'i-yj ix-i marc. 6. 10, 



222 t-consonanten. 

ediui. ko^do iliT. aposf.-oclmd. srez. jus. 276. koztdo. komuztdo. 
edint kozdo matth. 26. 22-zogr. kojeuiLzdo suj). kaezdo .sik: neben 
zbdo, zdo findet man das minder genaue zde: eg-oze kolizde prosite 
assem. kaezde siepc. kogozde. komuzde apost .-ochrid. koniuzde 
boli ant. 246. kojeniuzde krmc.-mih. leont. vsakogozde öloveka 
mladen. Dem ursprunge und der bedeutung nach verschieden ist zde, 
selten und, unrichtig zdo , das dem lat. -dem in idem. entspricht : 
tiizde idem. takozde zogr. tog-ozdo. too-ozdb. takovajazde krmc.- 
mih. sbzde idem. sikozde danil. 183. tog-dazde prida zogr. Dieses 
zde beruht wie lat. dem auf einem 2>i'onomen da, wovon im. ahaktr. 
sg. acc. dim, im pr. sg. acc. gleichfalls dlm. usw. Für diesen 
Ursprung des zde spricht das seite 219. aus glag.-klov. angeführte 
ze , serh. d j : takodjer aeipce, aslov. takozdeze, takogere gram. 
Ifj2, oniige illac mon.-serb. osug'je ex hac parte: potokt osugje 
glavice chrys.-dus. 16. Hieher gehört auch aslov. tezi. i-ürj]).Gc, mit 
Verwandlung des dj in z statt in zd : tbzica. tbzbni.. tbzbnik'B usw. 
neben tezdije ttj-ot/;?. izde oti^ er^zio-q zogr. .ns. izdeze ottou zogr. 
assem. sind gleichbedeutend mit ide, ideze; neben doiibdeze. doideze 
zogr. findet man doubzdeze oj). 1. 108; vbsezde (sledovase jemu 
vbsezde ^oiviOh lam. 1. 29.) ist vbsbde; di'ugojzde, drugyjzde, dru- 
gyzde allo tempore. Dunkel ist izde in izdekoni ah initio ippol. 
110. izdekoubUTj antupms, loofür .sonst izT. steht: iskoni usw. 

aste si geht auf atje zurück: es ergibt sich dies aus oisl. ce, as. 
aee, akje, ake : r. asce ist aslov. 

Das Suffix, das adverbia, bildet, mit denen meist auf die frage 
,icie oftV geantwortet wird, ist hinsichtlich seiner urform dunkel. 
Auf kt, das im, lit. dvokti ,ahermahls' auftritt, können zurückgeführt 
xcerden asl. sedmisti. nsl. prvic, b. dvas für dvaät. serb. jednoc, 
klr. trycy. r. troici, während andere formen davon abioeichen. Vergl. 
2. Seite 204. 

12. Die laute, die aus tja, dja usw. hervorgehen, sind in den ver- 
schiedenen slavi.'ichen sprachen verscliieden. lliehei ist die Wandlung 
des j massgebend: im aslov. geht j in z über, daher vratzeui., kad- 
zeii'b und durch metathese und beim ersten worte assimil ation vrasteni), 
kazdeirb aus vratjeui. und kadjem. ; der imjyt. strazdi, strazdate 
beruht auf stradije, sti'adbje, stradje usw.; formen wie idjali'b sind 
r. : sie lauten aslov. idelvb oder ideah'b; vishytati entspHngt aus 
vbsliy t[i]ati. Im nslov. ohne metathese : vraceu atis vratseu, vratzen : 
dj entledigt sich des d: kajen ans kadjeu. Im bulg.: vrasteu, ka^den, 
wie im aslov. Im kroat. durch Verschmelzung des t mit j, wie bei r, 



tia. ,l,ia. 223 

1, u, vruceu ; durch verlast das d : kajen : vraren stimmt mit dem 
serh., kajen mit dem, nslov. iiberein. Im serh.: vradeu, kudjen (kat^en) 
durch Verschmelzung des t, d mit j. Im Jdrnss.: voroöenyj. kadzenyj, 
wofür meist mit Verlust des d -kazeuyj. Im. russ.: vorocenyj, kazenyj. 
Im cecJi.: vräcen, kazen rw^.s vrätzeu, vrätseu, kadzen: kazeü durch 
ausstossung des d. Im pol. : wrocony, kadzony cws wrotzony, wrot- 
sony, wrotjony und kadzüiiy, kad jouy. Im oserh. : vroceny, kad- 
2eny: heide formen sind unorganisch.: in jener hat sich 6 aus den 
praesensformen in das j;a?"//c. praet. j^^tss. eingeschlichen; kadzeny 
steht für kadzeny: vrocis^ kadzis für kadzi« iisv. Im nserh.: 
rosony, kazony : in beiden formen sind t, d ausgefallen : rotsony, 
kadzony. Aus dem gesagten ergibt sich eine differenz zwischen dem 
alt- und dem neuslov. und eine Übereinstimmung zwischen dem aslov. 
und dem. bulg. hinsichtlich der behandlung des tj und des dj : loenn 
daraus, wie oft geschehen ist und noch geschieht, gefolgert wird, aslov. 
sei nbulg., so hat man übersehen, dass in jenem lande, das uns die 
geschichte als die heimat des aslov. kennen lehrt, tj und dj in st imd 
zd übergiengen, wie sich aus den mag/j. Worten masteha, pest (palast) 
und rozsda rost hieben ragya mehltau für aslov. masteha, pestb, 
(plastt) und rT.zda ergibt. 

13. Im ältesten denhnahl des norisch (neu)-slovenischen findet man 
für das aus t], ^i entstandene aslov. &t regelmässig \i: choku, chocu, 
aslov. hosta aus hotja. imoki, aslov. imasti aus imatji. prig-emlioki, 
aslov. prijemljasti aus prijemljatji. lepocam, aslov. ^lepostaint aiis 
lepotjaniT.. moki, aslov. mosti aus mokti. pomoki, aslov. pomosti 
aus pomokti. inalomogoncka; aslov. malomogasta aus malomogatja. 
uzemogoki, uzemogokemii, aslov. vtsemogasti aus vbsemogatji. 
zavuekati , aslov. zavestati aits zavetjati. Vergl. criskeu, aslov. 
krtsteni. aus kn^stjem. und beachte den on. gradiäka. In diesen 
formen hat man das s. (• gesucht, dalier hoeii usw. gelesen. Dies halte 
ich für einen irrtum, indem ich der ansieht bin, es müsse k ivie Ic 
gelesen werde)), ide man inr äussersten westen des nsl. Sprachgebietes, 
i))i )iorden vo)i Görz, j)luka, Idci für aslov. plusta, dT.sti, nsl. so))st 
pluca, hei, spricht; bei iSidek 38. finde ich phik nebe)i phie lungenmoos. 
tj ist in kj, k übergegangen, äö a^us sk ivird st: postedisi, aslov. 
postediäi ; postete, postenih sind aslov. poebtete, pocbtenyh'b. Für 
zd aus dj steht wie jetzt j : seg'na, aslov. zezdbna. zde u)ird durch 
je iciedergegebe)). : toie, tig-e, tag'e, tomug-e, aslov. tozde usw.: ^de 
ist demnach dje, ivas sich auch aus ze des glag.-kiov. seite 219 ergibt ; 
dagegen chisto. comusdo, aslov. k'bibdo, komuzbdo seite 221. 



224 



t-consonanten. 



j-i^ Ih'e Imitgrt(2?pe fj und dj erzeugt im griecJi. laut/verhindAingen, 
die den slav". ts, «t und, dz^ zd an die seife gestellt werden können. 
So beruht [jiXtG5:z auf jj-sAnrja, [j.sAixza, p,£X'.-rja; c/j'^w auf ^JX'.Sjw, 
syj.czoj, d. i. mit slav. lautbezeichnung slndzö, icoraus später shizö. 
Vergl. Curtius, Grundzüge 603. 653. Almlich entstellt it. mezzo, d. i. 
medzo, aus medius., terzo aus tertius. Im lit. haben icir vercju aus 
vertsju, vertzju, vertju und meldzju aus meldju: cju und dzju m'Ogen 
aus älterem cu und dzu hervorgegangen sein : auch im aslov. begegnet 
man einem jüngeren j nach st, zd, so wie nach c, z, s. Im lett. 
findet sich zum sg. gen. aus zutja, nom. zuttis aal für zuttjas. breza 
sg. gen. aus bredja, nom. bi-'cdis hirsch für bredjas: das lett. hat t 
und d, vor s und z eingebüsst. Vergl. it. giorno (dzorno) aus diur- 
num (djurnum). 

lo. Aus dem gesagten ergibt sich, dass es in der geschichte der 
slovenischen sprachen eine periode gab, wo vratjati, kadjati für aslov. 
vrastati, kazdati gesprochen ivurde. Die SxXaßvjvot des Prokopios und 
die Sclavini des Jordanes, die im sechsten Jahrhunderte am linken 
ufer der unteren Donau sassen und von da aus icanderungen nach 
Süd und icest urdernahmen, sprachen vratjati, kadjati. Aus tja, dja 
entwickelte sich bei den nach dem. süden ausgewanderten Slovenen, die 
später Bulgaren Messen, sta, zda: vrastati^ kazdati: so in den meisten 
gegenden; in einigen gewann allerdings für st der laut k, d. i., wie 
im serbischen, der laut c d/ie oberhand: kerka. d. i. cerka, für und 
neben dtsterka. Bei jenen Slovenen, die zuerst nach dem ivesten 
zogen und in dieser richtung am tceitesten vordrangen, bei jenem volks- 
stamm, der sich noch jetzt den slovenischen nennt, gewahren wir 6, 
d. i. ts, tz, tj und'], vor tcelchem d ausgefallen). Bei jenen, die später 
ihre Wohnsitze an der unteren Donau verliessen, gieng, wie bei den 
Bulgaren, tja, dja i« sta, zda/7ier; es sind dies jene Slovenen, deren 
spräche zuerst von deutschen missionären und im neunten Jahrhunderte 
von den brUderaposfeln Kt/rill und Method, als mittel zur Verkündigung 
des luortes Gottes angewandt wurde, eine spräche, die nie anders als 
slovenisch hiess. Die an der rinteren Donau zurückgebliebenen Sic 
venen, die man dakische Slovenen nennen kann, schliessen sich hin- 
sichtlich dieses punktes an die pannonischen an. Im lit. geht tj, dj 
in tz (c), dz über: verein, meldziu aus vertju, meldju. Daraus 
folgt , dass im slavisch - litauischen tj , dj noch keine Veränderung 
erlitten hatten. 

16. i tritt an die stelle von d und umgekehrt oder der gebrauch 
schwankt zwischen t und d ; hier ist das lit. berücksichtigt, drobbrn, 



tr, ilr usw. 22d 

minutus : lii. trupuüs brücken : der fall, dass die anlautenden tenues 
zweier auf einander folgender silhen zu mediae herabsinken, tritt öfters 
ein. gadati, g-atati coniicere. gladtti. levis: lit. glotus. g'ospodb 
dominus: podi. steht lit, 2^atis, aind. pati gegenüber, lebedh ci/gnus, 
p. labedz, aslov. *labadb und c. labuf. xiata*: j>». n§ta,, poneta, wneta 
lockspeise, köder und c. vnada. asloc.'^- uat'iü, uaditi und c. uiititi. ueto- 
pyrb vesperfilio und p. uiedopierz aus uieto-, ot^b ab: )isl. usw. od, 
aind. ati. papratb*: c. kapradi aus papradi, r. paporotb, p. paproc. 
red'bk'b rarus ist nicht lit. retas , sondern erdvas. ret in obret, 
obresti invenire vergleicht man mit lit. randu ich finde, svobota 
neben svoboda libertas: thema *svobt. stit^ scutum. pr. staitan und 
lit. skldas. tradi. fomes. s. trud und nsl. trot. r. trut. lit. trandls staub 
von verfaultem holze: ic. ter. tratx crabro. nsl. trot. ns. tsut und p. trad. 
rumun. trond. trtvati*: c. trvati dauern, auf etwas bestehen und pr. 
druvit glauben, tyrtdi. firmus : vergl. lit. tvirtas. Vergl. Geitler, Lit. 
Studien, 63. 54. svadtba neben svatbba beruht auf assimilation. 

17. Das personalsuffix tt fällt selbst in den ältesten denkmählern 
häufig ab: dostoi. podobaje. podobaa. byvaja. sa usw. Vergl. 3. seite 63. 

18. Die grupjien ir, (\y finden sich sowohl im an- als auch im inlaute: 
trapi^ tratiti, trepati, tretiji, tri, trizna, troj, troba, trudi., trupi., 
tr'Lg-t, tr-iUT., treba, trezvi), tradt; drag-t, drati, drevlje, drobbrn., 
drociti se, drugt, drtzava, drtzi) ; bratrT>, chytri>_, b-idri., m^dri. 
usw. Y von bratr'L verliert sich sporadisch schon in den ältesten quellen : 
bratra neben brata zogr. bratrt, bratra, bratru, bratrBe neben brat'B 
cloz. I. brate II. bratri.^ bratra, bratromi> neben bratt, brata, bratu 
^isw. assem. bratr'L mariencod. [brajtrebx glag.-sin. bratrb, bratrie, 
bratrii usw. pat.-mih. bratre sUpc. bratrt naz.; sup. und ostrom., wie 
die freisinger denkmähler kennen die ältere form nicht, pr. bratrlkai. 
prosti., wohl für prostri.. tl, d\ findet sich im anlaute: tlapiti, tlo 
neben tblo: lit. pa-talas lectus; tlisti), tleti neben tbleti; dlanb, 
dH^t, vl'bko-dlak'b usw. ; im inlaute icerden tl tmd dl gemieden : 
aus plet-l-L und pad-lx entsteht plel^L , pal'b. sbi'b: sbd ire. 
racr'blo naz. : erbt caedere. prosmrbla (be plbtb mladen.) : smr'td- 
xx2kX.\ foetere. raselb scissio : rased-lb. jela abies. r. elb: vergl. c. 
jedla. lit. egle, agle aus edle tisw. pr. adle. gT'blo guttur aus g'ri.dlo : 
lit. gerkle. bylb sjtöv ist by-lb. vilice pl. fuscina : vergl. c. vidle. 
In svekli. ist tl durch kl ersetzt icorden: csutacv, loas an das lit. 
erinnert, cislo numerus, veslo ligamen sind aus cit, vez und dem 
Suffix, das ursprünglich tlo lautete, hervorgegangen ^ g'^sli cithara und 
jasli praesepe bestehen aus gad, jad und dem suffix tib, dalier gaslb 

15 



226 t-consonantcn. 

aus gad-tlfc, gas-tlb usw. raslb in letoraslb ist rast-tlb. Ähnlich ist 
wohl myslb cogitatio zu erklären: iiitd. Nach J. Schmidt 1. 178. 
ist in myslb und raslt der dental vor Ib zu s geworden, russ. uslo 
textura dial. ist udtlo : lit. aud, austi. Eine abweichung scheint in 
metla scopa und in sedlo sella (selten ist osedi.lati sup. 162. 13), 
lett. sedli, segli. got. sitla-. ahd. sezal vorzuliegen, worte, die aus den 
lü. niet, sed und dem sufßx lo (vergl. auch slovak. ometio, pometlo) 
bestehen. Die entscheidung , oh sedlo oder sedi.lo usw. zu schreiben, 
ist schwierig, loeil die gruppe dl nicht nur im cech., poln., oserb. 
und nserh., sondern auch im wesfen des nsl. spracligebietes vorkömmt 
(3, Seite 163) und sich im aslov. aus alter zeit erhalten konnte, lit. 
solas sitz ist nach Bezzenberger 91. sadlas. Das suffix des partic. 
praet. act. IL scheint ursprünglich tVb gewesen zu sein 2. seite 94. 
Dem aslov. nilT)CalivT> von inltcali. entspricht ac. mlcedliv. Dem ac. 
zrziedlny (zfedlny) sichtbar würde ein aslov. ztrelbiit gegenüber- 
stehen, podlje apud in russ. quellen und vhtkodlakt vulcolaca beruhen 
auf syntaktischer Verbindung und composition. Man beachte titblb 
cloz. I. 686. koti.lomT>. svettlo zog): svetblrb, svettli. 7ieben svetlo 
usw. sup. svetbli, ostrom. petl^t neben petelinTj. vitht, vittlT.: nsl. 
vitlo habd. b. vitlo: lit. vltulas. detl'b, detelx. bodlb spina. Ferners 
obidblivi cloz. I. 11 7. nibdl'L nebe^i mbdblbn'b ostrom. Eigentümlich 
ist aslov. moliti, c. und nsl. in den freisir^ger denkmählern inodliti 
usw., dessen entwicklung ist: meld (lit. meld in melsti, meldziu), 
durch Steigerung *raold-, davon molditi, durch metathese behufs der 
Vermeidung von old-modliti, wofür aslov. moliti. vtsedli (vzedli) 
aor. fris. Die p)rager glag. fragmente bieten folgende cecli. formen 
dar : modlitva. svetidltna. viisedli sje neben iseleüT>. tu , dn 
scheinen im anlaale nicht vorzukommen: dna morbus quidam wird 
wühl ursprünglich d'i.ua gelautet haben; für dno fundus ist d'buo 
die richtige Schreibweise: *d'bbnO; lit. dugnas aus dubnas ; im, inlaute 
fällt i, d vor u aus: ogrbiiati aus ogi'btnati ; kreuati aus kret- 
nati ; svbiiati aus svbtnati ; ebenso beruhen die verba - bbuati, pre- 
nati, zaganati, sveuEiti, venati auf den w. bT>dj pi'cd, gad, sved, 
ved ; doch paduati. Man beachte auch prazna sup. 294. 2. für JDraz- 
dbun. Die gruppen tt und dt gehen in st über: plesti, pasti inf. aus 
plettij padti •, gresti ire naz. aus gredti. gi'f.stb pugillus aus gr-btti. 
i-asti aus rastti ; vlastb aus vladtt; s^bvi"b,stb coniux aus s'bvrbdtb. 
dasto dabitis, vesto scitis aus dadte, vedte; pestun'b paedagogus 
aus pettuub (vergl. 2. seite 176): w. pit. zvt-zdcjbljustelb astronomus 
aus - liljiultfli.. Vergl. lit. ved: vesti, vez-dinu usw. tv, dv kommen 



tr, ilr usw. 227 

im an- und im inlaute vor: tvoj, tvort, tvr'^ßd'L ; dva neben di.va; 
(Ivoj, (Ivori., (IvLii., luolitva ; jcdva nsic. neben ed'Jbva sav.-kn. 40. 
In dave, jave, veve fällt d aus: dad, jad, ved ; dasselbe findet in 
daniB;, jaini., vemb und dam'ji,, jairn^, vemi statt. ramen^L vehemens, 
celer: vergl. aind. rädli, rädliati, rädhnöti gelingen und aslov. radt. 
runien'i. ruher: w. rtid, rzdeti. teme Vertex: vergl. alid. sceit-ilä. 
vynie über: aind. üdh-ar, üdJi-an. griecli. cuOap. lit. udroti eutern. 
osnib octo aus ostnit: aind. astau. got. ahtau. lit. astüni. cisine numerus 
aus cbt-sme von cbt : man vergleiche lit. ver-sme quelle: ver. ge-sme 
lied: g'e'd. verk-smas weinen: verk. Die Verbindung dm erhält sich in 
sed mh sejytem aus septmt, aind. saptan: dass zwischen d und m ein 
'i> gesprochen icorden sei, ist nicht icahrscheinlich ; sup. bietet nur zwei- 
mahl -d'm-: 21. ij ; SOö. 16. vergl. r. semt. semyj. sedhinoj. Vor 
h fällt t, d aus: stmeh'L turbavi von met. obi'ehi. inveni von ret. 
poveht addiixi von ved. siibljuliL servavi von bljiid usw. Vergl. 
c. brach, lit. hrosis zem. ; r. prjacha, w. pred ; r. nerjacha^ aslov. 
red-B; aslov. svaha, svatt. thorb xChonpoz steht für d'bhorb. Ausfall 
von t, d findet auch vor s wid s statt: probase transfoderunt von bod. 
istise enmnerarunt von cbt. vbzinese aus -inelie turharunt von niet: 
vergl. lit. mesiu aus metsiu Kurschat 40. jasomT> edimus von jad. privese 
adduxerunt von ved. rns^b ßavus ist, icenn einheimisch, aus rtd - st 
hervorgegangen, kopysati fodere, vbskopysnati vergleiche man mit 
kopyto. kasT> frustum : lit. kandu mordeo, daher kand-st. Vergl. c. 
rysavy mit YT>d, ostychati ynit sttd. Vergl. 8. seite 77 — 79. preevt- 
siimu marc. 6. 21-zogr. beruht nicht auf ya.d, sondern auf dem älte- 
ren ja ; vergl. id und i. Auslautendes t und d der praefixe schwindet 
nach dem abfalle des t> häufig in den älteren denkmählern vor 
bestimmten consonanten: ohoditi assem. sup. 71. 12. ostrom. neben 
ot-bhoditi sup. 275. 29. ostrom. oseci abscide izv. 693. os'bd'b sup. 
97. lo \ 374. 28. osbdT> ostrom. osedi. assem. neben ot'bsT,d'b sup. 
212. 26. ot'bsbdt ostrom. osbli. assem. ostrom. neben ottsblbcb sup. 
397. 10. otresti 437. 10. neben ot'btrebiti 219. 11. okr-bven-b 343. 
b. okr'bvenije a'::07.xX'jtJ>ic ostrom. okryvati sup. 461. 1. neben ot'bkryti 
344. 28. ostrom. ot'bkrtveu'b ostrom. üt'bkrT>venije sup. 451. 3. 
ostapati cJoz. I. suji. 339. 12. ozembstvovati ^;a^. Ebenso schwindet 
d in pi-estojati 351. 1 ; 354. 15. In den meisten fällen erhalten sich 
t und d in den pjraefixen oth, podt und pi-edi.: otbpadb lam. 1. 
155. ot'bbegati sup. 448. 22. otbstupbiiikb lam. 1. 142. ottöajati 
74. 19. pod'bdrT.zatl 108. 23. podtloziti 271. 26. pred-bvesti 88. 9. 
pred-blezati 76. 22 iisic. Man merke edei"^b assem. für eter-b. 

15* 



228 p-conson:inten. 

C. Die p-cousouanteu. 

1. Die consovanten p, b, v, ni iverden trotz ihrer teilweise ver- 
schiedenen 'phiisiolocji sehen qualität zusammengefassf, weil sie in einem 
wichtigen pimkte derselben regel folgen. 

2. p, b, V, m, im alphahete pokoj, buky, vede, iiiyslite genannt, 
lauten im aslov. ivie im, nsl. usic. f, im- alpliabete fn-ti., ist unslaviscli. 
b ist ursioracldiclies h und bh. 

S. p, b, V, m stimmen darin überein, dass im aslov. die gruppen 
pja, bja, vja, raja durch plja, blja, vlja, mlja ersetzt werden, plja, 
blja usw. sind demnach dadurch bedingt, dass dem p, b usw. ein j 
mit einem, vocale folgt: kupljen^f) emfj<,s' a?f.s kupi-j-e-ui), kvipL-j-e-nt, 
kupjem,; Ijubljen'i. amatus aus ljiibi-j-e-u7v yvibb-j-e-nT., Ijubjeni.; 
lovljein» captus aus lovi-j-e-ni., lovb-j-e-m., lovjeni); lomljjeuTj fractus 
aus lomi-j-e-DT., lorai-j-e-nT), lomjem>. Man füge hinzu r. olifleni.. 
Vor i imd h tritt die einschaltung des 1 dann ein, icenn diese vocale 
Vertreter von praejotierten vocalen sind: kreprij fortior. grabrij 
indoctior. treblje j^l''''^- i- 24-slepc. .sis. *drevrij antiquior, das nur 
in drevlje : drevte sup. 236. 1. (unrichtig drevje 848. 12), c. dfive, 
olim erhalten ist. Vergl. 2. seite 322. krepfb qui firmavit, Ijubrs 
qui amavif, \oYTh qui cepit, loniTh qui f regit aus krepi-^bs, Ijubi-'LS, 
lovi-'BS. lomi-T.s. Vergl. 2. seite 328. Dasselbe findet statt in sthhlCb 
caudex. koi-abri. navis. dobPh, dobj hüt. fortis. dobr^stvo. bezumTb 
stultus. duprb vacims. piskiiplfi episcopi. hnvVh adj. esau. iosiffb 
ioseph. zemlja terra, riniljanim. romanus. aravljaDim. arabs usw. 
hapljati mordere. razdrabljati conterere. ulavljati insidiari. prelani- 
Ijati neben prelamati frangere: formen icie pristapati, prelamati 
entstehen dtirch Vernachlässigung des t, i. stavljati aus einem, stamm 
stavb (stavL-jati) zu erhlären geht nicht an. hoplja mordeo aus 
hnpja, droblja contero aus drobja, lovija capto aus lovja, lomlja 
frango aus lomja nehen hopisi, drobisi usw. hopljaahT. mordebam. 
drobljaabr. conterebam usw. kaplja lavo. jemlja sumo usw. kapljesi. 
jemljesi usw. Aus dem gesagten ergibt sich der grund der differenz 
von davrij aus (lavi'bs und von en^vi. aus crtvi. Das hier behan- 
delte 1 nennt man das labiale, richtig das epenthetische : es ist ein- 
geschaltet, nicht etwa aus ] entstanden. Daraus folgt, dass 1 stets weich 
sein muss: das gegenteil kann nicht durch formen wie ostavlente 
cloz. I. 383. und vfczljublen'fc ostrom. bewiesen werden. Es ist nicht 
allgemein slavi,sch, da es dem cech., pol., oserb., nserb. fehlt: selbst 
die in mehr als einer hinsieht mit einander nälte)' verwandten sprachen. 



I'ja, l'.ia, vjii, iiij.t. 229 

aslov., usL, bal(j., kroat. und serb., unterscheiden sich in betreff des 
epenthetischen 1, da das btdg. es nicht anwendet: es sagt kapb stillo, 
kipi. aus kupja, kjpj^ /">' aslov. kaplja^ kyplja. nsl. kapljem. 
Selbst die aslov. formen stehen auf drei stufen: auf der ältesten 
stufe geicahren wir nach dem labialen consonanten das ungeschwächte 
i; auf einer jüngeren geht i in i, üler ; auf der jüngsten ist h aus- 
gefallen, was die epenthese des 1 zur folge hat : die Jugend des epen- 
thetischen 1 ergibt sich auch aus der unveränderlichkeit der dem 1 vor- 
hergehenden mit m schliessenden si76e; jeinlja. lomlja. a) izbaviase sup. 
260. 2. pristavijen-L 11. 2. Selbst in späteren denhnählern hat sich 
kupija £;j.7::,o£'j;j.x prol.-rad. für das jüngere kupija, das selbst im 
zogr. vorkömmt, erhalten. Hieher gehört slavij luscinia, mravija for- 
mica neben grazdi. stabulum, jazda vectura. Vergl. 2. seitedl. b) ostavb- 
jenx sup. 60. 21. tomLJenijc 1. 4. stavbjati 4S0. 26. ulovbjen'L 242. 
13; 380. 13 i javbjase 60. 21. divbjaha 102. 9. krepbjaha 64. 
4. postavbja 1. 16. slavtja 4. 3; 87. 9. sramtjajete 87. 22. ott- 
nemtje 244. 19. zybbjemo 462. 3. Folgende formen sind durch 
ausfall des h, i entstanden: ostaven^ 160. 2. otravent 166. 6. uja- 
zvenx 64. 14. blag-osloveni. 240. 18. ulovenije 89. 29. nastavenije 
203. 16. razIoiiieuT, 160. 3. tomenije 122. 28. VLzIjuben'b assem.; 
ebenso umr-Lstven^i. sup. 443. 7. uinrbtvcnije 442. 12. neben uiiirtsteni. 
267. 21; 344. 16. blagodartstvease 220. 14. blag-oslovestventja 
378. 6 ; ferners pristav'ente. stpodobbsej se nebeii divleaht se zogr. 
zemi 6-^. loc. cloz. I. 179. 361. 363. 768. 789. aus zembi. zembskx 
466. prelomb 378. korabb neben korabfb sup. korabi. prelomb usw. 
assem. rasypi suj). 16. 12. von rasypati nach V. 2. g-labbsaja 361. 
9: zemja 97. 21. und dn-evje 348. 12. sind Schreibfehler, man wollte 
denn annehmen, es sei nach zenibja vor der bildung von zemija - zemja 
gesprochen worden, was nicht wahrscheinlich ist. korabicenib. vbüemete 
sav.-kn. 66. 163. rubeaha. istrezvbse. kolebesti se (kolebljasti se) 
mladen. zenibskt. zenibm.. korabicb ostrom. prijemjetb. jav'jenii. 
potreb jenije für prijembjetb usw. avraaraja ist fehlerhaft greg.-naz. 
c) Die formen der jüngsten stufe bilden auch im sup. die regel: 
vbplb 224. 1. pristaplb 344. 19. kaplemi 37. 13 ; korablb 25*6'. 16. 
o&lahlb 353. 26 ; jsiylh 182. 29. neben pristapb. vtzjjubb. ulovb. protivb. 
proslavb. ostavb. stlomb. uslrtinb sup. usw. für pristapFb. vbzljubrb 
usw. jakovlji 289. 11. kricbmljavati 139. 26. zemle 79. 21. Dass 
in bulg. denkmählern das epenthetische 1 regelmässig fehlt, ist selbst- 
verständlich: uini'btvejenii. uhleboj. jemet'b slepc. für jemljetb. 
umrbstvljajemi. uhlebljaj sis. davease e-vi^e matth. 18. 27-zogr. b. 



230 p-consoniinten. 

korabb. korabt. korabi. zemi. zerae. Ijube amo neben korable. 
pog-ublje perdam. pogublease hell.-troj. diveha se. g-lumeaht lam. 
l. 10. 97 ; ebenso in den prag.-frag. proevevase. prestavenie. zenija 
neben prepolovlenie. obaviti revelare steht für ob^javiti, objaviti : 
einem obljaviti musste ausgewichen icerden. Man beachte noch folgen- 
des: duplb cavus. dupljatica lampas, s. duplir, diiblijer, das mit 
mlat. duppleriiis cereus zu vergleichen ist. örtvljeni. ruher aus öri.- 
vteni. : crbVbjenb sup. 424. 28. neben öv^bvem^. konoplja cannabis: 
griech. ■/.Trrj.^jiq. alid. lianaf. pljuja, pl'bvati spuere. c. pliti. lit. 
spjauti. lett. splaut: vergl. bljuja, bl'bvati. c. bliti. pljuski. sonus. 
bJjiido patina: got. biuda-: lit. bludas ist entlehnt, bijusti, bJjuda 
spectare, videre scheint mit aind. budh scire zusammenzuhängen, das 
auch in der form btdeti vorkömmt, godovablb ist ahd. gotawebbi : 
p. jedwab. c. hedbav: blb ist aus bi-t entstanden, zmij draco, zniija 
serpens beruht icohl aif iv. zmi serpere: siffix ist t, a, daher 
zmi-j-T,, zmi-j-a: neben zmija bestellt zmlija, d. i. zmrija, dessen T 
an das T von hoTij erinnert: wäre eja das suffix von zmrija, so 
würde man zmljaja erwarten vergl. lezaja. ttcaja 2. seite 82. 83, 
denn e ist hier ein a-laut. velbbadi> camelus lautet in späteren quellen 
velbbludi., wobei einßuss des bladi. scheint angenommen werden zu 
sollen : lit. verbludas ist aus dem russ. entlehnt. 

4. Die anivendung des epenthetischen 1 steht gegenüber der 
erweichung des r, \, n ; der Verwandlung dts t, d in st, zd und des 
z, s in z, s. 

.'}. Ei^ie grosse anzahl von formen ohne das epenthetische 1 bietet 
der umfangreiche codex sup. : daraus kann jedoch die priorität dieses 
denkmahls vor den glagolitischen quellen nicht gefolgert worden, da 
im sup. das epenthetische 1 hätcfig vorkömmt, und. die glagolitischen 
Codices dasselbe häufig entbehren. 

Zogr. oprjujat'i.. kapff? pl. nom. kupla sg. acc. krepFi, kreprij 
comparat. kleplc significans. kreprease. staplbsa. kuplb aYopäaac. 
pristapFb, pristaplb neben pristapb, pristapbse. brjude, brjiidomt 
und bljude. bljudete se und bljudete se. korablb, korablb, korabre, 
korablju, korable, korablenib neben korabb, korabi sg. loc, diiva 
korabica. upodobljsx. vbzljubla. pog-yblet'b. istrebrej§. pog'ublb. 
vxzrjublb 7ieben s-bpodobbsej. v'bzrjubleny. oslableny neben vbzljii- 
b'eny. b. iekovlb, iekovre. drevle comparat., daher drevlbnühi), 
drevlbnih-b neben drevbriiim'b. podavrejat'b. ostavleem-b. prista- 
vreetx neben eveete. ostaveetT> b. divreaha se, divlliha se. mli.- 
vrease. slavreaha. slavreha. ostavrease neben davease. diveaha se h. 



pjji, bja, vj:i. iiij;i. 231 

izbavrbsemt 7}ehen divbse se, ostavL. ostavbsa. pi-istavleni. izbavlente. 
avrenie. ostavleiihe neben blag-osloven'b und pristav'enbe lue. ö. 36. so 
wie izbavenie h. zemre, zenile, zemTi, zenili, zernTja, zenila. na zemre 
marc. 9. 3. falsch nehen zeni'i zweimahl, zemi nehen zeinja h.^ tco stets 
zemi, nie zeniri: zein'i.nvh'i3 bietet der ältere teil, neftalinirja. imlene. 
sodomrenem^t. avraamn, neben avraainlTi b. vlasvimreesi. enileti., 
vbzenirjat'b, vtspriciiircve, obeinrjati,, pocniletii, priemleti., pri- 
eniTete, priemlati,, STjuenirjat-L se, usranirejatt se lue. 20. 12. vtnem- 
Tete, oteniTjastaag-o lue. 6. 30. emrei, priemle neben priem' eH, pri- 
emett, prienijati.. usraraeja se, usraniejatt se matth. 21. 37. b. 
preloniL. 

Cloz. /. kaple 928. kaple 928. kupla 236. stv^kuplejaste 
634. prileplejei 131. zyblasti 683. vBzljublenaa 541. iekovlt 12. 
drevle 593. ispravleesi öOo. evleett 60. 642. izbavlejati. 637. 
evleje 866. 871. 873. 876. gotovleaha se 251. evlb 714. 716. 814. 
ostavlbse 648. izbavlenbe 859. ispravlenbe 506. 741. ispravlenbju 
575. 577. pi'otivlenbe 18. ostavlenbe 383. zemle 563. 683. 761. 
zemle 798. zenila 422. 787. 798. zemleja 790. 811. neben zemi 
179. 361. 362. 363. 367. 644. 758. 768. 789. 797. zemhska,^ 466. 
zemtny 901. priemla 74. priemlett 557. 631. 887. priemlemt 
.531. priemlati. 441. v^zemle 680. priemle 578. priemlastie 452. 
priemlastej 435. 438. prelomt 378. 

Assem. vbplb. kiiplja, kuplbnaag-o. irtplia. kleple. kuplb neben 
sovtkupbsa. korablb, korabli., korable, korabl§ nebe7i koi'abb, 
korabt, korabi, korabicjn, korabicemt. Ijublja. upodoblja. Ijublje- 
ase. oslableni. neben vT.zljuba, VBzljubja, vbzljubeni.. iakovlb, 
iakovle. slavlja. evla se. divleaha se. slavleha, proslavi.lem>. 
avlenie, evlenie. ocrtvlenoja. prepolovlenie neben ostavja. avra- 
amle, avraamle. zemle, zemlja, zemli, zemle^ zemleja neben zemt- 
nii^ zenibnaa, zemtnaa. iersmleni.. nevtalimliln>, siloamli, siloamlja. 
vlasvimleesi, vlasvirnleeti,. emlete, emle, vbzemlja, v^zemlei, vls- 
priemleve, izemlesi, priemlett, priemlja, priemlete, priemljaste, 
s'Bnemljati.. prelomlenie neben prelomb partic. praet. act. I. Man 
beachte, dass im assem. 1 häufig über der zeile steht. 

Sup. Vbplb 224. 1. vbplbmi 202. 21. kaple 288. 16. kaplemi 
37. 13. kiipli 409. 9. kupla 40. 11. kaplett 259. 1. kaplaste 37. 
12. stvkuplee 5. 26. pristaplb 344. 19. ukreplent 49. 14. s-bv!.- 
kuplem. 234. 15. STbVbkuplenije 63. 10. neben kropami 290. 17. 
krephsüh-L 243. 4. rasypi impt. 16. 12. neben rasypH. kapbju sg. 
acc. 384. 3. krepbjaha 55. 4. oslepbja 436. 4. oslcpbjajet-b 330. 



232 p-consonanten. 

13. oslepbjaha 297. 4. oslepLJeuii 8. 7. oslepbjena 237. 24. oslept- 
jenije Jo8. 9. usic. korablt 298. 16. korable 115. 18. doblaja 71. 
29. doble'go 122. 21. doble 45. 29. doblii 43. 19. dobltno 68. 19. 
doblbstvo 62. 9. doblejsiimi, 424. 19. g-rablbi 280. 21 neben glabt- 
saja 351. 9. oslabli 555. 26. jakovli 289. 11. drevle 348. 11. 
divla 115. 15. divleha 13. 25. javljaje 260. 9. postavleje 36. 8. 
javlb 182. 29. ostavlij 346. 24. ostavli.se 63. 3. postavljem, 63. 
26. neben izbaviase 260. 2. pristavijem> 11. 2. ostavtjen'L 60. 21. 
prestavBJenBJe 373. 9. und blagoslovent 240. 18. ujazveni. 64. 14. 
ulovenije 89. 29. ostaveni. 160. 2. otraveni. 156. 6. nastavenije 203. 
16. blagodarbstvease 220. 14. für blagodartstvljaase. blagoslovest- 
ventja 378. 6. umri.stveni. 443. 7. umrtstven'L 2:^7. 21; 344. 15. 
umrbtvenije 442. 12. drevje 348. 12. zemle 79. 21. zemla 45. 12. kn,- 
mTa 401. 28. krT.cLmljavati 139. 26. prijemleti, 126. 18. jemlati. 
102. i5. jemlaste i52. 12. jemlei 2Sö. 5. prijemle 69, 3. neben tomt- 
jenije 1. 4. zemja 97. 21. razloment 160. 3. lomenije 122. 28. 

Sav.-kn. kaple 86. krepli 142. kreplij 144. kreplese se 137. 
kleple 6. pristapt 80. pristaptsc 52. pristaptsi 16. pristap'Lsi 37. 
korablt 11. korable 2t. korabb 16. korabi. 14. korabi 11. 21. 
korabicemt 153. Ijubla 2. 5. Ijublese 6. 69. vtzljubem. 2. vtzlju- 
beny 138. oslabent 14. javla 2. ostavla 92. postavla 80. javleett 
76. ostavlcete 5. divleha se 64. slavlese 43. neben mltvesc 120. 
blagoslovlb 84. ostavlt ^6'. ostavlbse 27. 87. upravleni. 42. neben 
biagoslovena 118. proslaveni. 7. javenie 36. zemle 56. zemle 56. 
153. zemla 16. 86. 153. neben zemtja 77. 113. 146. zemija 22. 
80. 119. neben zemi 17. 56. zembuii 22. zemtskaja 77. avraamle 
131. sranila sc 51. cmlete 1. pricmlett 18. vhuomete im.pt. 56. 
126. sramlc se 51. vbzeinei 145. pricmlci 10. prelomt 20. 

Pat.-mih. sypeste se. pristaph partlc. iikrepenijc. korabe 
sg. gen. pog;iibe 1. sg. praes. vbzljubent. osklabt se partic. oskrt- 
bena. oslabeni. ostave /. sg. ostaveett. prepolaveetb. protivbse se. 
iskrivenoe. javenyj. blagoslovenb. ulovenb. ostavenb. uczvenb. zemle 
sg. gen. und sg. acc. zemli neben zeme sg. nom. zeme sg. acc. zemi. 
vbzbdrcmita. glumenie. 

Bell.-troj. Ijube. nasype neben poguble 1. sg. 

Tur. kleple cr^iJ-aivojv. korablb, korablja, korabli, korablica. 
zemli. 

Aus dem angeführten ist ersichtlich, dass die hidgarische Varie- 
tät des aslov. von der einschaltung des 1 einen spärlicheren gebrauch 
macht als die pannonische , serbische und russische : es erhellt dies 



consonanf p. 2o3 

aus dem jüngeren durch h. bezeichneten teile des zogr. und aus pat.- 
mih., daher vbsemu vOru jeinljetb 1. cor. IS. 7-sis. und VT>seiiiii 
ver^ jemeti. slepc. 32. 

Im folgenden wird von jedem der fünf ^-consonanten besonders 
gehandelt. 

6. I. P fällt vor n sehr häufig aus: kanati stillare. usTinati 
obdormiscere. utr'Lnati obrigescere von kap. stp. trtp. utonati findet 
man neben utopnati submergi, prilbnati neben prÜLpnati adhaerere. 
STiüx somnus von S'Lp: lit. sapnas. Man merke seclmb Septem (sedi>mb 
ist minder gut beglaubigt) aus septmL oder aus sebdmb: vergl. 

P fällt vor t aus : pocreti haurire aus -öerti für -öerpti. suti 
fundere aus stpti mit steigeinmg des t> zu u: ebenso nsl. s., man 
erwartet dehnung. dlato scalprum für dkibto aus dolb-to : iv. delb. 
tetWiichorda: lit. temptJva; tempti spannen, netij nepos. got. nithja- : 
aind.naptar: s. nehiicsi filia sot'oris beruht auf dem it. nepote: es ist 
nebiitja mit c für c. In späteren quellen findet man aus anderen 
sprachen zwischen p und ti ein s eingeschaltet: pocr'Lpsti, daraus 
pocrtsti bell.-troj. und pocresti prol. testi aus tepsti^ das auch nsl. 
ist: testi lam. 1. 34. In entlehnten icorten wird zwischen p und t ein 
% eingeschaltet: lep'te zogr. Li lebenden sprachest findet man pt: 
p. leptac. pt wird in entlehnten Worten manchmahl durch kt ersetzt: 
sektebrb. Vergl. sbmtebrt mat. 12. 

p entfällt vor s aus: osa, vosa vespa: lit. vapsa. pr. icobse. 
dhd. wefsa. osina espe. p. osa, osina: lett. apse. lit. apusis, epuse. 
]isT> vulpes: vergl. lit. lape. lett. lapsa. lysi. calvus: vergl. w. lit. lup 
schälen, daher für lyps'b : das wort kann jedoch auch auf lük zurück- 
geführt werden : lykst seite 230. kysati madefieri, eig. wohl fermen- 
tari, wird unrichtig aus aind. kup wallen gedeutet: kypsati vergl. 
Seite 159. c. dräsati ritzen will man aus dräpsati erklären. Auch in 
entlehnten Worten wird ps manchmahl gemieden: s'pali.mbskyhi, zogr., 
doch auch anepsej. 

p fällt aus zwischen s und I : slezena spien für splezena aus 
spelzena : lit. bluznis für spluznis. Man vergleiche auch slina saliva 
aus splina, spljuna. r. slina, sljuna. c. plina. 

pehyrb bulla scheint mit mehyrt identisch, pravija danil. 375. 
ist griech. ßpaßsbv. 

7. //. 'Q fällt vor n häufig aus: ^'hn^Xi plicare von gT>b: dagegen 
gybnati perire neben g-ynetb bus. 548. Man stellt glina argilla 
zu glbbnati. Wer korib mit kobyla vergleicht, wird vielleicht jenes 



23-± p-consonanten. 

aus kob-nt erklären: man beachte komont equus lavr. und kir. luhova 
komanyca ziehen koiiucyna iciesenklee. 

Auch b pflegt vor t zu schicinden : greti f ödere von g-reb. Jünger 
ist grebsti, woraus g-resti. kr. dlisti entspräche einem aslov. dlesti 
aus dlepsti;, delpsti. dlato entspringt aus dolbto. 

Vor s scheint h ausgefallen zu sein in osoba persona: lit. 
apsaha. Sicher ist der ausfall in pogresi. sepelivi von greb. Vergl. 
2. Seite 78. 

Li *dabi"i> arbor, woher dabrava, ist b wahrscheinlich ein ein- 
schub zwischen a, d. i. on, und rt : vergl. pr. dameroiva eichenwald. 
*dabn> verliert sein r ] dasselbe widerfährt dem zs^ti,, woraus zs^^: 
s. zuberina. krtcbbnik'L caupo ist aus kr^ÖLmbnikt entstanden, lam- 
bada lampas ist \y.\)~Aq nach der späteren auss^prache des \).t^ : daneben 
lampada. kyrntbaH ist griech. y.6[;,ßaXov für kymbvalt. 

8. III. Y fällt vor iaus: ^\Q.i\ eruncare von plev: pleva; ziti 
vivere von ziv: ziva, daher auch zito, doch ist dies nicht sicher: 
pleti wird richtiger auf pel-ti zurückgeführt. 

Vor n scheint v in alter zeit nicht vorzukommen: formen wie 
zevnati von zevati sind ziemlich jung. 

Nach b schwindet v : obaditi sup). 162. 7. obettsati 389. 16. 
obiti 414. 6. ostrom. obitati 347. 3. obitelt ostrom. oblasti inf. 
izv. 660. oblastt sup. 112. 23. obltkb 217. 19. oblesti 93. 25. 
oblak-L 155. 9. obonjati 318. 25. obratiti 19. 5. obesiti 350. 10. 
ostrom. obetx sup. 35. 16. obezati 198. 4. obarovati usw. aus obi. 
vaditi. obi) vettsati. obt viti usw. Selten obbvetbsati sup. 168. 28. 
obvivati. Ebenso entsteht behT> eram aus bvehi,, wohl nicht etwa aus 
biveht, von hj, w. bu, daneben zabtvenije oblivio. oblt rotundus 
aus ob-vli., vielleicht für ob-vT>lT> : vergl. lit. apvalus. lett. apals. 
Hier mag auch obaviti nuntiare aus obT>javiti erwähnt werden, das 
auf objaviti beruht. Aus vbz-LVLpiti cloz. entsteht vtzupiti, vlzo- 
piti, v'bztpiti ; aus hvrastije-hrastije; aus skvrada- skrada. Neben 
skvoze findet man skroze, *svrepT. aus sverpi. wird zu sverept 
und nsl. zu srep. svraka verliert im, nsl. und sonst v: sraka. 

Ursprünglich anlautende vocale erhalten oft den vorscJdag eines 
V. Dies ist notwendig bei e, y, t> : vezati ligare aus ezati, vyknati 
discere aus yknati für -Bknati. vt aus -b für a ; ebenso 
vBtoryj secundus aus ttor^-j für ator\'j. vtsb pediculus wird mit 
lit. Iltis in Verbindung gebracht und v demnach als vorschlug ange- 
sehen Geitler, Lit. stud. 71. Ebenso soll vLnuki. nepos mit lit. anu- 
kas zusammenhangen, vast barba findet sich neben asi), vaza und 



coiismiiiit m. 



235 



sxvaza vluculum neben aza. vonja odor kann das v nicht entbehren. 
Auch im lit. kömmt n'iga für und neben üga vor Kurschatt 31. 
Vercjl. Seite 198. 

V ist aus 111 entstanden: cn>vb rermis : aind. krmi. lit. kirmis. 
kamhr. pr/ff. cislovi. greij.-naz. 27 H. ist überraschend: vergl. den 
sg. instr. der n-i^tämme auf om, ov im nsl. s. verom, verov 2. seite 
211; ferner s. nieredov und neredov retis genus. 

In vielen fällen verdankt v sein dasein dem bestreben der 
spräche den kiatus aufzuheben, prista-v-t. by-v-ati. pokrTj-v-eni., 
d. i. pokrv-em, aus -kra-en'L. bvBVb, d. i. bivb, aus bhru-b. pi-v-o. 
Vergl. seite 187. Die lautfolge: vocal, v, consonant idrd durch 
metathese gemieden , daher kvast aus kavst von küs : kysnati ; 
daher c. kvapiti aus kavpiti von küp : kypeti •, daher auch 
sveklt beta aus griech. cejtAov. Über lavra hyJjpy.. kitovrast 7.vny:jpoz 
vergl. seite 199. 

'Ägvw, £;atcpvr,c, äcaTU'va, äOpJwc repente, subito wird durch ein 
icort übersetzt, das sehr verschiedene formen, annimmt. Es lautet 
vb nezapa sav.-kn. 56. ostrom. sis. 83. vb nezapbvu sis. 18. 
VT. nezaapa zogr. assem. sup. sav.-kn. 134. ostrom. \h nezaapu 
sis. 40. vtnezaapt sujj. vb nezaapbvii ant. vi. iiezajapa ostrom. 
lam. 1. 25. vt nezaepa slepc. strum. zajapljati se suspicari. vb neza- 
Ibpu lue. 2. 13; 21. 34-nic. aus vb nezapbvu. Dass das wort mit 
ptvati sperare zusammenhängt, ist unzweifelhaft: es ist demnach die 
form auf - pxva zit gründe zu legen. Allein woher das doppelte a, 
aja? Vielleicht, wie gemutmasst wurde, durch assimilation aus au: 
VT. ne zaupT.va. 

9. IV. m geht im inlaute vor consonanten mit dem vorhergehenden 
vocale in einen nasalen vocal über: daher dati, datT., daH aus domti, 
domt'b, doinlT. usw. von dorn: dT>ma^rtre; jeti, jetT., jeK aus emti, 
emtT., emlT. usw. von em prehendere. komkati wird genau komT)kati 
geschrieben und ist das lat. communicare. tymbpanica mladen. hängt 
mit griech. T6ij.-avcv zusammen. Im auslaute geht m mit vorhergehendem 
a in a über: daher sg. acc. ryba; daher die I. sg. praes. veza, das 
auf einem ur sprachlichen vaghämi, aind. vahämi, beruht. Im pl. g. ist 
ursprüngliches am zuerst in a und dieses in t. übergegangen: rabT.: patij 
ist pati-j-T.. Das a des sg. instr. ryba, ryboja setzt gleichfalls am 
voraus : die Vermittlung dieses am mit formen der verwandten sprachen 
ist zweifelhaft. Nach deyi anderen vocalen ist (vergl. seite 78. 101. 
102. und, über den pl. gen. leskien, Die declination usw. 84) m 
abgefallen, daher syuT., patb, kostb^ matere aus synT.-m, patb-m, 



236 p-consouanten. 

» 

kostb-m, matere-m ; ebenso ist in (jescliicunden in vedi.; vedoht, 
ves'L duxi aus vedt-m, vedoht-m^ vesii-m. 

Die tc. svid im aind. sviditas geschmolzen, svedam eiserne platte, 
pfanne, lautet aslov. verscliiedeii : sved : p. swad m. nsl. voditi 
(meso). c. uditi. smed : nsl. smod m. Unnasaliert findet sich svid 
im aslov. medt : lit. svidu glänze, svidus glänzend, svidenu mache 
glänzend Szyricid Ö9. 137. 272. svidikias politur Geitler, Lit. stud. 
Wir dürfen demnach ansetzen svid. sved. ved. smed und medt. 
Dagegen scheint im lit. viddus mitte altes m in v übergegangen, wie 
umgekehrt p. malmazyja für und neben malwazyja. 

Das iiib, mi des sg. pl. instr. steht ursprünglichem bhi, bhis 
gegenüber. Auch das m von toltmi, toltme, toltma usw. ist aus bh 
hervorgegangoi, während bh im sg. d. tebe, sebe als h erhalten ist. 

10. V. Der laut des f ist den slavischen sprachen ursprünglich 
fremd ; es hat daher selbst das glagolitische alphxibet dafür ein dem 
griechischen f nachgebildetes zeichen; auch die lettischen sprachen kennen 
den laut des f nicht, f erhält sich nicht selten in entlehnten worten : 
afredomb sg. i. aosopwv. atredom> sg. n. tiniki). g-nafej. nef talinilja 
zogr. farisej. lilipt. tilosoft assem. filosolisa slepc. frazbsk'L. dafinije. 
portfira lam. 110. 150. 164. evblimerije sg. g. £ST,;-».£p{a. fort cpipo; 
nie. dalinovo misc.-saf. frugb. fruzbskb danil. 8. 110. rofeja po[/:fa'!a 
misc. prosfora r.poi'^opd krmc.-miJi. usw. vlastimisati ostrom. iosiflb 
tichonr. 1. 192. prosfura 2. 321. f und th werden verwechselt, daher 
o rybe thoke oj). 2. 3. 685. omohort pat. steht für omoforb. Für f 
steht häufig p oder v: a) kaijapa lam. 1. 152. kaiepa -/.xVa^a. albpeova 
Toii aAsatc'j. apendronb nie. osipb. iilosopt ant. pilipt ; vlaspimija. 
epremb. parisej. pilipb. paraonb. penikb soTvi^ Q^'^d' Man beachte 
noch opica simia : alid. ajfo ; pila serra : ahd. fila ; pogaca panis 
genus: it. focaccia; peneg-L: ahd. pihenning; popx: ahd. phafo; pla- 
viamb prol.-vuk. Auch im lit. geht f in }> über Kurschat 22. &J vlas- 
vimie ^Xy.zyr,\jJ.:x. zogr. vlasviniisati assem. mladen. prosvora -poj^cp 
assem. sup. 398. 25. prosvira tichonr. 2. 193. 194. vlasviniijati 
izv. 6. 284. vuDbdb fundus dial. vlaskunb fiasco pat.-mih. Man merke 
proskura tichonr. 2. 307. für zpo^s-opä. povora gestatorium ist mit 
griech. a-o^^opa zu vergleichen. Man füge hinzu s. rovito (rovito jaje) : 
griech. potpr^TÖ? sorbilis. nsl. voder vas foenisecae: it. fodero. f hat 
sich, einmahl bekannt geworden, über seine grenzen hinaus verbreitet: 
efifanij pl. g. sav.-kn. 142. fartiru zogr. faropsida zapo-}-;. filatb nie. 
forbfira lam. 1. 150. fropitx cloz. I. 134. funbskomu zovt-w nie. 
safozbüb lam. 1. 160. skorbiic sav.-kn. 43. skoi-btiju lam. 1. 163 



k-consonanten. 23 i 

und sogar üsta tposy; matth. 10. lO-nic. ftjfati, f'i^flja hhdi.sum esse 
ist schallnachahmend. volfy law. 103. aus volhvy. 

Im s. und sonst entsteht f manchnaJd aus hv : fala aus hvala. 
Vergl. Zeitschrift 2S. 121. Jc/r. kvartuua aus chvartiiua für far- 
tuna Bezzenberger 74. 77. 

D. Die k-consonanteu. 

/. K und g- lauten im aslov. icie Brücke's k- und g"^, laute, die 
an der grenze des harten und weichen gaumens articidiert icerden, 
nicht wie ^•' und g^ , die am harten gaumen ihre articulationsstelle 
haben. Das aslov. h ist das aus k'^ entwickelte reibungsgeräusch, das 
Brücke mit y- bezeichnet Grundzüge 00. 64. Dass k, g, h nicht loie 
k\ g\ /i' lauteten, ergibt sich daraus, dass keiner von diesen conso- 
nanten vor i und e stehen kann, und daraus, dass k, g-, h in fremden 
Worten vor \, e und vor den mit \, e verwandten vocalen in k, g", h 
übergehen, die nach meiner ansieht wie k^, g\ /«' lauteten. Gegen das 
Vorhandensein der laute k^, g^, h^ im aslov., deren articidationsstelle 
am iceichen gaumen ist, spricht der umstand, dass diese laute den 
lebenden slavischen sprachen ganz und gar fremd sind. 

2. Die grupjjen, in denen k, g-, li die erste stelle einnehmen, sind 
teils solche, in denen an zweiter stelle ein consonant steht, teils solche, 
in denen die zweite stelle ein vocal einnimmt. 

A. I. krabij, krava; hva,d,a rogus ; krovi., kroiti; kropa^rt^^a; 
kvtvt; krtkyg-a camara; krT>ma ; krupa, kiuht, kruSbka; kiyti; 
krag'fc; krapT.p«rrws; kratt, ki'emy, krivB, krilo; krizb rt«s krjuzb 
crux; krenati, krept^ kresi. usw., g-rabiti; g'radi> murus, grando ; 
giaj, g'roLT>^ g-roza, gTOzdt, gr^bt, gT^dt; gr-ikT. graecus; gruda^ 
gryza, grabt, gradt; grastokt saevus; grebeni., g-veba, griva, 
g-reda, greda, greza, greht usw., hrabri., hrakati ; hralupt cavus • 
hronn. ; hrT>zamj ßagellum, ,• lirtti., hrastb, liribi., liristijanini. usw. 
klada, kladezb; klak'^b calx ; klobiiki, klokoti., klopott; kl-bk-t 
trama; klteati scopere ; klabo, klapb; klevrett conservus; klepati, 
kliknati, kliuT.; klezb, sklezb numus: ahd. scilinc; kletva, klej, 
kletb, klesta; kljuka dolus; kljum.^ kljuse usw.; glava, g-lavbnja, 
glagol-b, globa, glota, gluina, gluhi,, g-1'bboki,, gl-bka, glabok-b, 
glezD-b, g'Hua, gledati, glern, usic, hladb, hlakt, lilap-b, lilupati, 
likbiin,, hladt, hlebb, lileb'^b, hlevina usic, kriiga neben kiiiiga, 
knezb nebeii kT>nezb: ahd. kuning; gnati neben gT.nati, gneta, gniti 
und gnoj, gnusb, gnbsb, gnevi., gnezdo, gnetiti ; halmati. 



2S(j k-consonanten. 

IL K fällt vor t in der icurzel aus : plet aus piekt, laf. jihcto, 
ahd. ßehtan. leteti volare: lit. lekfi, lekiu, lett. lekt. petyj quintus : 
lit. penktas, jjr. piencts, lett. pekts. netopyrt vespertilio scheint für 
nektopyrb zu stehen und im erstell teile mit nostb (noktb) verwandt 
zu sein, k, g-, h gehen mit t des inf., des supin. und des suff. tL in 
st über: daher die inf. sesti secare, mo^ti posse, vresti triturare aus 
sekti, mogti, vrehti, u: sek, mog-, vrT.li: vresti, aslov. unbelegt, 
icird bestätigt durch s. vrijeci. supin. oblestt decumbere ostroni. aus 
ohlegtb. pestb fornax, icoher peStera specus, mostb vis aus pektb, 
mogtt. nialomostb f. aegrotus aus mog-tb : malomostija marc. 9. 
43-zogr. Ebenso entsteht st in nuStb nox: noktb; d'j.'hti filia : d'bg-ti, 
aind. duh-i-tr für dugh-i-tr, abaktr. dughdar, got. daulüar-, armen, 
dustr, lit. dukter-, vestb res aus vek-tb : got. vaihti-, ahd. iciht ding. 
lostika lactuca aus loktjuka : nsl. locicje. s. locika. c. locika; 
abweichend p». loczyg-a : ahd. ladducha. lit. laktuka. lett. latukas. Die 
Verwandlung des kt, g-t^ ht in st ist wohl nicht durch ein folgendes 
\, b bedingt, tele das supin. oblestb (das andere allerdings durch 
die analogie des inf. erklären : b für t wegen st) zeigt. Da kt usw. 
dasselbe resultat ergibt wie tj, so darf an die reihe kt, jt (vergl. 
fz. fait aus fact, nuit aus noct), tj gedacht werden. Der glag.-hiov., 
der c an die stelle von tj treten lässt, verwandelt auch kt in c: 
pomocb, pomocbja oSij. 536. für pomostb, pomostbja. Andere 
haben folgende icandlungen angenommen : c. pek-ti , pek-s-ti, 
pe-s-ti^ peci, icodurch weder peci iioch pesti, peci, peci erklärt 
werden kann, ktitort, icofür auch htitori., ist griech. -/.rr^-wp. Wenn 
neben der I. sg. prijeh'b die IL dual, prijesta, die LH. dual, so 
wie die IL yl. ])rijeste lauten, so ist st nicht etwa auf ht zurück- 
zuführen, vielmehr hangen diese formen mit dem alten aoristthema 
prijes zusammen, kd findet sich nur in kde für k^bde, hd gar nicht ; 
gd kömmt vor in dem. entlehnten gduuije aus *k'^bduuije -/.jscaviov 
|j-rjAcv, s. gunja, duDJa, c. kdoiile, g-doule, p. g-dula, im aslov. g-de 
für k'bde und in kogda. hto, liteti stellen manchmal statt k'bto, 
h'bteti, liotcti. 

IIL Kp, kl), g-p, gb, lip, bb kennt die spräche nicht, kv findet 
sich in kvazuja aus und neben skvazuja foramen : vergl. skvoze. 
kvas'b aus ic. kys. kvati caput movere aus kü-ati : vergl. kyvati. 
kvociti adulari. Das nsl. und. s. kvar damnum. ist icohl nicht das 
mag//, kdr. cvicati grunnire. cvileti ßere. cvisti fiorere und. cvet'b 
flos zeigen im c. p. os. ns. k im anlaute, gv finden wir in gvozdb 
clavus, silva, g-vorTb bulla, aquae; zvizdati sibilare, zvezda stella 



ki. gi, i.i. 239 

bieten in den oben genannten sprachen h, g' : das letztere hat im lit. 
z: zwaigzde, zvaizde. hv gewahren wir in hvala ; hvatiti i^rehendere 
von IC. hyt ; hvorovati impendere; hvost't caiida aus einer russ. 
quelle, hvrastije neben lirastijc sarineida • hvejati se moveri aus 
einer russ. quelle. Singidär ist volfy lavr. lOS. aslov. vlxhvy von 
vlthyt. km findet sich nur in dem entlehnten kmett magnatum anus, 
das vielleicht das lat. comes — comit — ist. p-m kommt nicht vor : 
gtmtzati repere lautet s. g-mizati, gamizati. hm findet sich nur in 
hmelfc lupulus, magy. komlö. lyst in vizlyst kahl, eig. eine blässe 
habend, hat k vor s verloren: vergl. lit. laukas blässig, eig. licht, lett. 
lauka. Dasselbe ist eingetreten in testa cucurrerunt aus teksta von 
tek; in rehii dixi aus rekhi., reksi. von rek; in bese fugeTnint aus 
begse ; in vT>zase aus vtzeg-se und in auitrast i'vöpa; bus. 65 ; 
vielleicht auch in brysati und desbm>. Die gruppen skn, zgn büssen 
k, g ein : blbsnati. lusuati. pisnati. ttsnati von blbsk. lusk. pisk. 
ttsk ; p. sliznac sie von slizg. 

3. B. Die gruppen, in denen an zweiter stelle ein vocal steht, sind 
teils solche, vor deren vocal k., g, h unverändert bleiben, teils solche, 
in denen sie in c, z, s oder in c, z, s übergehen. Die Veränderung 
findet statt vor den a,-vocalen e, h, e U7id vor den i-vocalen r, e, h, 
so wie vor den praejotierten vocalen, da j aus i hervoi'gegangen ist. 
Vor consonanten bleiben k, g, h in historischer zeit eben so unver- 
ändert loie vor a, o, u^ "l, y und a. 

Da jetzt k, g, h in der Verbindung mit e aus e usic. unverändert 
bleiben können, so muss in den sprachorganen der slavischen Völker 
eine veixmderung eingetreten sein, und ivenn der Serbe heutzutage vuci 
sagt, so ist ihm dies überliefert, da es ihm ebenso gut möglich ist 
vuki zu sprechen. 

4. I. k; g, h vor a, o, u, i., y, a : köre, k'Bbli., kurt, ky vati, 
kas'i.; gavrairL, gora, gT>bezb, gumtno, gybelb; halaga, hopiti, 
hijteti, hud'L, ^jy^^? hadogt. 

o. II. Vor den oben angeführten hellen vocalen erleiden k, g, h 
Veränderungen und zwar in c, z, s oder in c, z, s, ki geht in kji, 
tji, tsi über, daher vKisi, d. i. vPtci ; ebenso verändert sich gi in 
dji, dzi, daher bodzi a?(s bogi : bodzi verliei^t jedoch in den meisten 
fällen sein d, daher bozi. Die Veränderung des h besteht darin, dass 
icegen des folgenden vocals i der aus der enge hervortretende luft- 
strom gegen die zahne gerichtet ist, nicht gegen den gaumen, wodurch 
eben das s entsteht: gresi aus grehi. Wir hahen demnach vHci, 
bozi für und neben bodzi, gresi für vlT.ki; bogi, grehi. Eine andere 



24\) k-consonanten. 

Veränderung von k, g-, h ist die in i, z, s, die, nie es scheinen kann, 
die erstere zur Voraussetzung hat. Wenn nämlich an duhi. ein i angefügt 
lüird, entsteht nach dem gesagten dusi, und icenn nun an dusi noch a 
antritt, so entsteht dusa aus dusia, dusja, da sja notwendig in sa über- 
geht; consequent entwickelt sich aus altcja- ali.ca und aiis lizja- Itza. 
Diese ansieht lässt sich sprachgeschichtlich nicht rechtfertigen, indem k 
unmittelbar in c Übergeht und ebenso g in z. Der unterschied zwischen 
beiden reihen besteht darin, dass die vencandlung des k in c,, des 
g in z im allgemeinen älter ist als die in c tind z : im einzelnen 
lichtet sich die Verwandlung nach dem vocal und vl^öe ist nicht älter 
als vltci. Die gründe für den satz, dass c, z in otrocistt, maöiti, 
druzina älter sind als c, z in otroci, ptci, druzi, iverden unten 
dargelegt. 

Es werden nun die ve7'änderuugen von h, g, h dargelegt vor 
i. e. b. e. e. je, ja. ju. Diese Veränderungen treten entweder in der 
stamm- und Wortbildung oder im anlaut der lourzel ein : die Verwand- 
lungen der letzteren art sind alt und folgen teilweise anderen gesetzen. 

6. I. Vor i. Vor i gehen k, g', h über entweder in c, z, s oder 
in c, z, &. In c, z, s a) im pl. nom. der T,(a)-declination : raci, 
Lozi, *dusi von i-aki., bogt, dulit; kreptci^ blazi, susi von kre- 
ptki), blag"L, suhT.. Hieher gehört vlisvi vo7i vlthyi.: falsch ist 
vltsvomt für vVbhvom'h. b) In der 2. und S. sg. des impt. der 
verba erster classe : seci, strizi, vnisi von sek, strig-^ vi^th ; m? der 
2. und 3. pl. secete, strizete, vri.sete. Die relative Jugend dieser 
icandlungen ergibt sich daraus, dass sie nicht so consequent durch- 
geführt sind tele die in der stammbildung eintretenden: r. peki H. 
Seite 320. usw. In allen anderen fällen werden k, g, h vor i in c, i, s 
verwandelt: vor den nom.-siiff. und zwar 1) vor dem suff. iji., hyh: otro- 
cij. cij cxdus von kt. procij reliquus von proki.. vrazij. 2) vor dem 
suff. ije, bje: velicije. obvisije. pristrasije. 3) vor dem. suff\ ija, bja: 
altcija. 4) vor dem. suff. im,: lucin'b. ö) vor dem si ff . ica : vladycica. 
goruöica. nmsica von vladyka. goruha. muha. I-Lzica cochlear scheint 
auf *lT>ga zu beruhen. Dunkel ist izica stamen. 6) vor dem suff. 
ina: luek^.cina. paaciua. uzina caena von ug"i>, jugi> auster, meridies, 
daher eig. mittagmahl, druziua, 7) vor dem siff\ iti.: uarocit'b. 
ocit'b. 8) vor dem siff. it)i>: otrocisti,. 9) vor dem convparativ-suff. 
ij'bs: tacij deterior, Jbzij levior, lisij uberior von ^'taki., Ibg'B in 
Ibgxki., lih-L vergl. 2. seite 322. 10) vor dem suff. ivb: plesivb calvus 
und ivo: secivo securis. Vor dem verbalsuff. \, das aus nomina 
verba bildet: niaci, iuf. iiiac-iti. leci. lbg'i)<"i. inoci. blazi. nrbuozi. 



k<". !??, he. 241 

sluzi. tqzi. ubozi. vluzi. susi. vrLäi usw. von maka. leki.. li.g"Lk'i. usw. 
k, g, h gehen vor i «j c, z, s über in jenen fällen, in denen i 
einem älteren § gegeniih erstellt, das wie ein Jiohes ö lautete, ein laut, 
vor ivelcJiem diese Verwandlung von k, g, h allein begreiflich ist 
vergl. 3. seite 7. 89. Für diesen laut des e kann unter anderem der 
umstand geltend gemacht werden, dass e nach j in i übergeht: sg. 
loc. krai, d. i. kraji, aus kraje. Neben V7>(iraziti inßgere von dragt 
findet sich minder genau vT)flraziti ; vtnoziti neben VLiioziti, vi-nu- 
ziti wjjfZ VLntznati infigere ist wahrscheinlich durch die annähme 
zu erklären, dass sich neben noz- auch nog-- geltende machte. Wenn 
aus razlaki, razlaci-razlaka entsteht, so ist abfall von i anzu- 
nehmen. Formen wie mktz midgere, vez vehere usw. sind, nicht loie 
strizi auf slavlschem boden entstanden. In den icurzelhaften bestand- 
teilen findet sich c,, z usxo. vor i : a) cin-L ordo. öirt idcus. öislo 
numerus, das mit w. cbt zusammenhängt: ctt-tlo. öisti numerare aus 
ctt-ti. cisti) purus, lit. sklstas, neben cestt in cestiti piirgare, lit. 
skaistas. citi in pociti requiescere: ic. W, aind. ksi sich niederlassen 
aus ski. zicufilum, nervus. zidxk'B succosus: man vergleicht mit unrecht 
lit. zindu, zisti saugen, zila vena, lit. gtsla. zirt pascuum, icohl sticht lit. 
gerus deliciae, sondern vom nachfolgenden oder vom iterat. zira vorare. 
ziv vivere, aind. giv. lit. gJv in glvas, g'ivata, giventi. lett. dzlvs : zito 
fructus ist vielleicht identisch mit i)r. geits brot. zidint, zidoviui. ist 
•o'JoaTo? : % ist, icas sonst selten ist, aus j entstanden: zidiui. steht für 
zudint. b) sracinini. ist ':cii.py.v:r,'fö;,. zidati condere beruht loahr- 
scheinlich auf zbdati aus stdati. Alt : zi ist mit ze und go iden- 
tisch, zima hiems. lit. zema, aind. hlma n. aus ghima. abaktr. zima 
m. zijati liiare, lit. zioti, aind. hä, gihlte usw. c) siba virga. Siditi 
irridere. siptki. rosa, nsl. scipek. sirok'B latus, siska galla usw. 
Die personalendung der 2. sg. si loird auf hi aus si zurückgeführt, 
eine annähme, für die der umstand geltend gemacht loerden kann, 
dass das s V07i si zwischen vocalen in h imd s übergeht, daher 
hvalisi, delajesi, ima,si neben dasi, jesi aus dadsi, jessi usw., während 
die formen tcie hvalisi usiv. hvalihi usic. voraussetzen. Das auslafu- 
tende i hat man auf e zurückgeführt, mit unrecht. Vergl. seite 134. 
7. IL Vor e. Vor e loerden k, g-, h in c, z, s oder in 6, z, s 
verwandelt. In c, z, s 1) im sg. loc. der nomina auf 'T^(a), o, a: 
race, boze, duse von rakx, bogT), duh-L; kreptce, blaze, suse von 
kreptkt, blagi., suhi. ; vece von veko ; race, noze, sni.se von raka, 
noga, sniiha usw. 2) im dual. nom. der nom. auf o, a : vece ; race, 
noze, sniise von veko; vaka, noga, siitha. Hieher gehören die adv. 

16 



242 k-consonanten. 

auf. e, daher auch Ilzc in Itze jestt licet von *]i>g-'B für ItgtlcL. 
3) im pL loc. der nomina auf ^(a) und auf o : racehi. , bozelix, 
duseh-L V071 rakt, bogt^ duhi. usiv. 4) im sg. instr., dual. dat. instr., 
fl. gen. loc. dat. instr. der pronom. decUnation : tacemt, tacema, 
taceht, tacemi), tacemi, 5) im impt. der verha erster classe mit 
ausnähme der 2. und 3. sg. : secete, strizete, vriisete von sek, strig, 
vi^lIi. Eine nur scheinhare abweichung bilden die impt. icie placate 
ßete, Kzate mentlmlni aus plakjete, Itg-jete neben den jüngeren formen 
placite, Itzite, die mit formen des sg. loc. placi aus plakje über- 
einstimmen: man vergl. istate quaerite aus iscjete und pojate canite 
aus pojete. In allen anderen fällen treten c, z, § ei^i, nach denen 
a^ d. i. das ältere ja, für e steht: 1) vor dem suff. ej, jaj : obycaj 
consuetudo aus obykjaj. lezaja gallina von leg für leg-, eig. die 
brütende. bri,zaj fluentum beridit auf * br^gi. für hTT>zT>. Dunkel ist 
lisaj liehen. 2) vor dem comparativsuff. eji.s, jaji>s : krepT>caj, mtno- 
ia.], tisaj von kreptk'B, mT,nog"L, tih'L. 5) vor dem suff. elt, jalb : 
mltcalt Silentium, peöalb cura. prazalt offendicidum.: vergl. das lit. 
suff. (ilis m. ele f. mit abweichender bedeutung. 4) vor dem suff. em>, 
jam^: pesiöant ex arena f actus, rozani. corneus. snezant niveus. 
vostainj cereus von voskT^. mozdani. medidla impletus, nsl. raoz- 
dzani, mozgani cerebrum, von inozot. .5) im impf. : teöaaln., moza- 
aht, vr^saahi. neben pleteah'L, Desealix usw. 6) vor dem verbalsuff. 
e, ja, das aus wurzeln iind nomina verba bildet: buöa, inf. biiöati, 
mugire. mltca tacere. di"Lza tenere. slysa audire und omri.z'Lca odio 
esse, vtzblaza honum fieri. vet7>§a antiquari von mn.zT.k'L. blag-'f.. 
veHln). iibozati entsteht aus ubogjati, nicht etwa aus ubogtjati. 
umnozati nndtipUcari ist umnogjati, umnozati midtiplicare, frequent. 
von umnoziti, dagegen umnozi^jati. stcati mingere lässt ein ans siJv 
durch e, ja gebildetes verbum si.cati erwarten. Aus der w. bksk entsteht 
bltste U7id bltsta sc : in jenem ist sk diirch sc (sts) in st. in diesem 
durch, sc (sts) in st übergegangen. Der griind der Verschiedenheit 
zwischen race und obyöaj aus obykjaj ist nicht etwa verschiedene laut- 
liche geltung des e als ein hohes, dem i nahe kommendes e und als ja, 
da e in i-ace ursprünglich wohl auch ja war, als vielmehr die relative 
Jugend von race, eine ansieht, für welche man auf slovak. ruke, 
nohe, auf nsl. roki, nogi, auf di-ske der vita Quadrati hinweisen 
darf. Wenn behauptet icird, s in suse^ tise sei nicht aus h hervor- 
gegangen, .sondern sei das ursprüngliche s, so ist dies unrichtig, da 
susiti aus susiti von suhi. siccus ebenso unbegreiflich ist icie duse 
von dnsT.. Die wnrzelhaften bestandteile tceisen c, z usic. vor e, ja 



Vh. Ri.. In.. 24?) 

in cavT.ka monedtJa, Hl. kovas. cadi. f. fumus, das mit kaditi 
zusammenhängt, cajati, öakati crspec^are; cas-B Äoj'a. (Savi, iJicantatio : 
lit. paJcereti. casa poculnm: in allen diesen fällen steht c.a für cja. 
ce neben ca mit i v.a' -ou cediti colare: vergl. lit. slcaidrus. cevt in 
cevtnica lyra. ceglt solus. ceH integer: jir. kaila- in kailüstiskun 
valetudo. cena pretium, lit. kaina, das nach Mikucklj im SavelskiJ 
ujezd vorkömmt, cepiti findere. cesta jylatea. cestiti, lit. skaistinti, 
neben cistiti inirgare. cesta praep. gratia. cesaf b, looraus ctsaft zap. 
2. 2. 122. und r. cart, ist y.otcap : magy. csdszdr begründet kein aslov. 
casaft : daneben besteht kesari,. zaba 7'ana : vergl. pr. gabaioo krUte. 
zadati desiderare: vergl. ztdati, lit. geidu, geisti, lett. gaidu, gaidU 
exspectare. zaliti, zalovati lugere: lit. zelavoti ist entlehnt, zalb sepid- 
crum. zali. ripta: vergl. alb. zäl-i sand, rinnsal eines iclnterbaches. 
zar7> in pozar't incendium. : lit. zereti. zasiti terrere : got. nsgeisnaii, 
usgaisjan : befremdend ist icr. has terror. zehi vehemens, lit. gailus. 
zenica p?«p^7/a, tcohl von zena: iv. ze, r. pozett specta^re. Man 
merke cepiti neben r. raskepiti: kostt ne bjase prelomila sja prcki, 
DO podle raskepila sja bjase izv. 674. 

8. III. Vor h. Auslautendes h ist entweder ursprüngliches i oder 
ia, aus dem sich slawisches jt entwickelte. 

a) Vor h aus i steht c, z, s für k, g-, h : biist in btsija neben 
bi.h'L in bthtma omnino. liiZt mendacium : iv. Itg. moci urina : 
IV. mok. mjsh mus setzt mjhh voraus: vergl. lat. mvs, murium. 
oblisL abundantia : lilii). obnjSi pjars superior : vri-lii.. opasb cauda : 
10. pah. ozraci., ozn>ci. aspectus: w. zrT,k. plesi calvitium: c. plchy. 
recb verbum.: iterativum reka von iv. rek. ri^zt secale: lit. rugiei. 
SUSI, siccitas: suhi.. sbCL urina: ic. stk in sbcati. ttci. in tbcija 
solum. vetT>si> res antiquae: vettht. vrist frumentum: tc. yrth tri- 
turare. zltci, bilis: ic. geih. Die angeführten icorte sind subst. gen. 
fem. Hieher gehören auch die adv. auf l : ract. manihus aus i-aka-i ; 
die indeclinablen adj . rsizliob diversiis : liko. &iwrü.zh inimicus : vrag-T., 
sredovecB qui mediae est aetatis: vekt. Auch vor t für ia, jt, steht c, 
z, s: altcB /aj??e.9 ; v:. aKk. dracb saliunca: u\ drak, vergl. hulg. 
drakt virgulta. inorozt raonocerotis : inoi'og-i,. jezr. erinacens, griecli. 
i/Tvc;, lit. ezls, ist wahr scheinlich jezj-L. klict clamor: u\ klik. kljucb 
clavis: tc. kljuk. l7,zi, mendax: w. Itg-. obi-act armilla: raka, pol. 
obrecz /. otrocb adj. pueri: otrokij. placB y?e/?;s ; ic. plak. strazB 
custos: ic. sterg-. zeuisB adj. sponsi: zenih-L. Hieher gehört 
auch mazL vir; das entlehnte inbcb ensis, got. mTikja- usw.; krizL 
crux beruht auf dem ahd. chriuze. *jedinacb ■«?. jedinace pariter 

IG* 



244 ' " k-consonanten. 

neben jedinak^. c, z, s finden sich auch in suffixen : biet, ig-ract. 
ragoct. vrtkoct. kolact; ivohl auch gradezt saepes^ dessen suff. ezt 
vielleicht im lit. agis aus acjjas in melagis lilgner sein vorhild hat usw. 
Dunkel ist svezt recens aus r. quellen : r. svezt. c. svözi. p. swiezy : 
Ut. svezias ist entlehnt. Im inlaut ist h regelmässig ursprüngliches i, 
vor icelchem 6, z, s steht: str'LSblt crahro. kasblb tussis: u\ kah, 
lit. kos, aind. käs. razbni. vallus neben razdbnt stimidus, fuscina: 
vergl. razg-a neben rozg-a virga. mlecLni.. dl'LZbni.. razbii'B. vluzbm,. 
gorustni). grestn'L. strasbin. ; daher auch tr-Lzfeniki.. brasbiio cibus 
setzt brah- aus borh- voraus: vergl. umhr. farsio speltkuchen Fick 
2. 418. In vl'Lsvbnt hindert v die loirkung des t nicht. vladycHib. 
preizlistiib. blizoctstvo. mnoztstvo. vli.sLstvije aus vltsvbstvije. 
zeniöbstvo. aus bezbstvo fuga wird bestvo zogr. sav.-kn. 76 : selten 
t&< bejstvo. vrazbda. altcbba: z(j. al^k. hlacbba: lilakt. lecbba: leci. 
vltsbba für vli.svbba. skacbki. locusta: skaka. druzbka. tezbki., 
zezbkt bestehen neben teg^kii, zeg-^ki) aus den w-themen: tegi,^ 
zegi. brijCbh'b 7:Acy,ap.oc : s. brk. lilebopecbCb. sacbcb. krT.cazbCL. 
mesbcb pera. gricbskt. mniöbski.. Man merke nedazblivi). oslusb- 
liv'b. strasblivb hieben strahlivb; skn>zbtati frendere neben skr^bg-i.- 
tati. Dunkel ist hvTiQ.hmn, caupona, ursprünglich wohl pocidum: vergl. 
nhd. krug : c. kerzma scijphus in einer handschrlft des XIV. Jahr- 
hunderts. Dass vor b für i nur ii-laute vorkommen, hat darin seinen 
grund, dass b für i durchgängig der stammbildung und die formen 
der älteren lautschicht angehören. 

b) Vor b aus ji. gehen k, g in c, z über. Es sind durchioeg 
jüngere formen : borbcb jnignator. ventcb sertum. juiibcb taurus von 
jurn. : lit. jaunikis sponsiis von jaunas. otbcb pater von ^oti. in 
otbüb : aind. attfi. griech. «ttä. Man füge hinzu sicb neben s'ikrb talis. 
Die Veränderung des gji, in zb für zyi, findet in mehreren aus dem 
deutschen entlelmten Wörtern auf ing statt: klade/.b puteus scheint 
ein got. kah/igga- von kalda- vorauszusetzen: vergl. nsl. studenec: 
eine andere form ist IcladcnbCb. ki>uezb neben kTiUegTi jrrinceps: 
ahd. chuning, vergl. got. kunja- geschlecht : andere denken an konati. 
pen^zb neben peuegt denarius: ahd. pihenning. pr. pl. acc. pennin- 
gans. userezb neben useregt inauris beriüd auf einem got. '^ausahrigga- 
ohrring. vitezb miles : vergl. den namen vittingui bei Trebellius Pollio 
und der withingi (wikingij bei Adam. Brcmensls. Abweichend ist 
aslov. gobbZ7, abundans aus got. gabiga-, gabeiga-. Dunkel ist *retezb, 
klr. refaZ; c. fetöz, p. rzeciadz, wrzeciadz usw. lit. retezis. Diese 
themen werden in der stammbildung den auf g auslautenden themen 



kc, ge, he. 245 

gleichgestellt: kine^bski.. kladezbnx neben kladezbm.. penezbniki>. 
vitezLstvo. Das russische heicahrt das g- der icorte auf ing: kolbjagi. 
hus. 395. korljagi : riniljane^ nenibci, korljazi karolinger nest. 2. 
varjagT. ßapay^oi;. In dem xcurzelhaften teile der ivorte finden icir c, 
z, s in et: zacb cur. cbto quid: aind. ki. cbta, öisti numerare: 
aind. Ht, kit. - cbna, - ceti incipere : vergl. koiib in iskoni ah initio. 
zbvati , zbva und zuja wandere: ahd. chiuwan. zbdati exspectare 
neben goditi: lit. geidu. lett. gaida. ahd. kit geiz. zbzH, richtig 
zezl'L, virga: lit. zagarai dürre reiser. lett. zagars: lett. zizls ist 
entlehnt, zbma, zeti co^nprimere : man vergleicht aind. gämi verwandt. 
zbnja, zeti demetere: lit. geneti die äste behauen, zbdati aedificare, 
womit lit. zedu bilde, forme zusammengestellt wird, sbd ire aus hed, 
hbd : vergl. ho dt, aind. sad mit dem j^raefix d herzugehen, pbcbli., 
wofür auch ptkli, wird als pbkjüli) gedeutet. kocbH neben kocel'L 
ist ahd. hezil. 

Man hat behauptet, plaöb sei aus plak Jiicht durch das suff. 
JTi (ia), sondern durch das suff. h (i) hervorgegangen, und hat dafür 
jene casus der subst. icie placb geltend gemacht, die mit den casus 
der x-declination übereinstimmen, loie pl. nom. strazije, pl. gen. vraöej 
aus vracij, i)l. acc. luazi sup. 55. 5. (vizda vy mazi rastoim. dobry) 
usw., so wie den satz aufgestellt, die i-declination gehe lüohl in der 
'b(a)-declination unter, sticht aber umgekehrt jene in dieser. Was nun 
diesen satz anlangt, so halte ich ihn für unrichtig ^md berufe mich, 
da die i- und die u-declination in dieselbe kategorie gehören, auf jene 
casus der 'h(a)-declination, die nach der "hfuj-declination gebildet sind, 
lüie pl. nom. dvorove, strazeve, sg. voc. mazii usw. Vergl. 3. seite 
19. 33. Wenn man die subst. aif tefb zur i-declinaiion rechnet und 
sich dabei auf Int. auctoribus beruft, so ist dies [ein irrtum, da das 
suff'. tefb niclit dem lat. suff'. tor, sondern dem suff. tor-iu- entspricht, 
abgesehen davon, dass auctoribus nicht zur i-declination gehört. 

9. IV. Vor e. Vor e geht k, g, h, selbst in jüngeren formen, in 
6, X, s über 1. Im sg. voc. der nom. masc. auf i> (a) : vHce, roze, 
pastuse von vltk'b, i'og-i.^ pastuhi.: so auch vltsve von vlthyt. 
2. Vor dem e der verbalflexion, es mag e der thematische vocal 
oder ein bindevocal sein: praes. reöesi, mozesi, vr^sesi; aor. rede, 
moze, vri.se aus recet, mozet, vr-Lset*, impf, bese erat aus beset. 
beaseta, beasete aus beahete usw. reöem., mozen'L, vr^seni. von 
rek, mog", vrih. pbseno von pbh aus pis. 3. Vor dem e des suff. 
es: oces, izes, uses, daher die sg. gen. ocese, izese, usese usw. 
Der sg. nom. fehlt, denn oko, igo, got. juka-, uho, got. ausan-, 



246 k-consonanten. 

gehören zu den gen. oka, ig-a, uha. Der sg. gen. licese gehört weder 
zum nom. *liko in clltg-oliki), noch zu lice, gen. lica, dessen ce aus 
kje 60 entstanden ist wie zl in k^nez]*!. a^ls g-jt. celesbui. livaeci- 
jnius führt auf ein mit celo frons verwandtes thema öeles. Das aus 
lozesno uterus erschlossene thema lozes lautet im sg. nom. loze : 
dieses ist im aslov. der einzige regelrecht aus einem thema auf s sich 
ergebende sg. nom. seite 78. nsl. besteht ole, sg. gen. olösa idcus. 
Vergl. 2. seite 320. Die sg. nom. der thema oces, izes, uSes, lices, öeles 
sind ebenso wenig vorhanden als die sg. nom. der aus dem dual, sich 
ergebenden themen ocl, usl f., die sich lit. finden: aki, ausi. In 
mehreren anderen Suffixen: veöeri., lit. vakaras ; stezei"L, lit. stege- 
rts ; mtselij aus mbhel'L: aind. misa betrug; sr-LseiiL, strisent; 
krecet-L : kovceg-L ist dunkel. Im wurzelhaften teile der Wörter: 
b7jcela apis, die summejide: ic. h^hk] celyddh familia soll mit celo 
zusammenhangen und eig. capita bedeuten: jadL ist icohl suffix ; celo 
frons, das nicht mit aind. siras caput verwandt ist : vergl. lett. kjelis ; 
cemeri venenum, lit. kemeras, ahd. hemera; cerenL tripus, richtig 
w'ohl creni>5 cesati pectere; lit. kasu grabe; öeta agmen, das nicht 
mit aind. cit zu vergleichen; öetyrije quattuor; ceznati deficere steht 
mit kaziti in Zusammenhang ; zeg-Ttzulja cuculus, xcr. zazula, lit. gege, 
lett. dzeguze ; zeleti lugere, cupere : zelavoti ist poln. ; zeltvi testudo : 
gr. /eX'j;: zeHyt soll älter sein; zena midier: pr. gennOj ganna; zena 
ago, inf. gi^uati, neben goin., g-ouja, goniti loird mit aind. han 
(ghan) schlagen, abaktr. gan, lit. genu kap)pe, nach Szfjrwid auch 
schlage, lett. dzenu treibe in Verbindung gebracht; zeravije car- 
bones; zesti., zestok'b durus; zczItj virga. zeleux viridis, lit. zalias. 
zclije olera. zeinija terra: lit. zeme. ceii) terebinthus, eig. zereiche, 
ist entlehnt. Das gleiche gilt vom r. zemcug"L, zemeiiig-L gemma, eig. 
margarita , das an griech. uap.i»;, cap-ßj^ erinnert Pott 2. 1. 811: 
lit. zemHugas ist slav. In zeladi, , ^eladtk'L, zeledtba, zelezo, 
zeravL ist e zwischen z, 1 und z, r eingeschaltet, zega uro icird mit 
lit. degu und mit aind. dah (dagh) zusammengestellt, mit unrecht : 
auf vsi'Mogii für razzega darf man sich nicht berufen, dazz (zdz) unter 
allen umständen zd werden kann, dj würde s. gj ; c. z ; j;. dz 
ergeben: s. zditi IV. entspringt aus zz, zlz. r. zludi hat sich des e 
icieder entledigt. Das suf. iste ist aus isko - ije entstanden. Vergl. 
2. seite 274. i.ce aus bkjo 814. ze oi vero : ize (pd, eig. ille vero, 
öys, daher ursjjr. nicht refiexiv. Neben ze besteht go : neg-Lli, ueki>li 
aus neg'oli : aind. gha, ha, griech. abweichend ■;£. Mit zo, go den 
uf.sprung teilend, ist zi davon im gebrauche einigermassen verschieden: 



k^, g^, h»;. 247 

oiibzi, sbzi üle, lilc, wobei /A nur eine Itervorhebende wirkumj äussert, 
lit. <ji: kur iji} wo dennf däki (ji jib doch. aind. *<jhi, Id. abakir. 
zl denn, also, armen, zi. z in zi ist nicht auf slavischem boden ent- 
standen. 

Der durch folgendes e hervorgerufene consonant erhält sich auch 
dann, icenn durch eine metathese auf denselben r oder 1 folgt: creui>, 
cleux aus cerm., öeln'L usw. zieda aus zelda, das nach Bezzen- 
berger, Beiträge zur künde usw. 59, auf einem europ. ghal beruht. 

Die Wandlung des ke in öe ist zwar urslavisch; es sind jedoch 
manche ke von der lautlichen Umwälzung nicht ergriffen worden, die 
sich bis heute nachiceisen lassen. So besteht nsl. krez neben crez für 
krez und crez : jenes beruht auf kerz, dieses auf öerz. nsl. krepa 
ubit louec tolm. neben crep. klr, gilt kerez neben cerez. grLlo hat 
urslavisch g-erdlo gelautet, das im c. hfidlo (g'erdlo, g-redlo) erhalten 
ist und das man nicht aus zfidlo (zerdlo) entstehen lassen kann; so ist 
auch c. bfibe zu erklären, nämlich aus gerbe ; c. bliza, bbiza, neben 
dem zläza, beruht auf g-elza ; ebenso entspringt aslov. kriti, talpa aus 
kertt 5 * kr-iti. : s. krt spröde entsteht wohl aus kerti) : got. hardu. 
griech. xpaTuc. Ich glaube ferner als thema für gaga in izg;aga 
'KÖpoiG'.q, für gasiti exstingere und für kaziti corrumpere die formen 
geg-, ges und kez ansetzen zu sollen, von denen die erste als zeg- I, 
die letzte als cez //. vorkömmt, nsl. zrebelj nagel und c. hfeb sind 
wohl mit ahd. grebil zusammenzustellen. 

10. V. Vor e : vor e gehen k, g-, h in c, z, s über : 1. vor dem 
suff. eut, et : otroce puer : oivokrb. mtste midus für nitsee : mtsk^i. 
aus mi.zg"i). 2. Vor dem et der 3. pl. aor. : bise, dase, jese aus 
bihet, dahet, jebet, d. i. biheut iisw. Aus einem thema bis müsste 
sich notwendig bise ergeben, wie jese aus jes von ein ; dagegen beha 
erajit aus behont. Äbiveichend sind die partic. j)raes. act. peke^ 
tltke, möge, str'Lg-e custodiens, vr'Lhe triturans, die auf peka, 
tltka usw. beriüien. Vergl. 3. seite 95. peke, möge können wohl 
nicht durch peka, moga erklärt werden, eher durch die annähme, 
dass in dergleichen worten e nicht vollkommen so wie in otroöe 
gelautet habe: im nsl. usw. ist dergleichen häufig. In den wurzel- 
haften teilen findet man c, z und c, z : cedo infans : vergl. deutsch 
kind. cest-L densus. cestb pars: vergl. aind. cliid, abaktr. seid (scin- 
dajeiti) spalten, das stestb ericarten lässt. -ceti aus -centi, -Cbna inci- 
pere. zedati sitire : vergl. lit. gend in pasigendu desiderare. zelo, 
p. zadlo Stimulus, hängt mit lit. gilti stechen, gelü, gelonis, gllls. lett. 
dzelt, zeit nicht zusammen : zelo kann mit nsl. zalec nur durch die 



248 k-consonanten. 

annähme vermittelt werden, es sei en einer ic. gen {vergl. zena) in e 
und in e übergegangen: lit. gin-klas. zeti aus zemti, zmia comprimere. 
zeti aus zenti, zbDJa demetere: vergl. lit. geneti. sega, iocus. setati se 
fremere. Dagegen ceta numus, got. kintu-. zeba dilacero, icolier zabt 
dens, icomit lit. zahoti verglichen icird. zebiiati germinare: lit. zemheti. 
zetb gener: lit. zentas gener neben gentis cognatus, affinis. 

11. VI. Vor je findet man c in dem deminutivsuff. bce : vinbce: 
vino. sHnbce : *slTjno. srtdbce : ^-sr^do. bce ist die neutralform 
von bcb m. Lca f., lit. ikja, ike. lice facies ist aus lik entstanden: 
beweist die Jugend dieser formen. Man beachte den sg. voc. 
otbce V071 otbcb, aze beruht icohl auf w. eg: ages seite 268. lozes 
auf loges. Die comparative pace. Ibze, lise setzen pakje. Ibgje. lihjc 
voraus. Ixzesi mentiris ist l'bgjesi. 

12. VII. Vor ja, gehen k, g, h in 6, z, s, in jüngeren bildungen in 
c, z, s über, altöa fames : xc. aHk. luca radius : aind. w. ruc. lit. 
luketi (aussehen nach), warten, moca palus: w. mok. prit-Lca 2}<^^'fi- 
bola, kroat. pritac: w. t'bk. seca caedes: w, sek. smreßa cedrus. 
taca pluvia. vodoteca canalis: w. tek. noriöa (norica, ize sutb 
sloveni izv. 670) aus *norikT> vcopiy.cc ist ein collectivum durch ja. 
Dunkel ist pecatb sigillum: man denkt an pek-jatb. luza palvs: lit. 
lugas. Itza mendacium: w. Ixg, got. lug, liugan. mreza rete ist 
dunkel, osteza chlamys : w. steg. velbinoza optimatum quidam : w. 
mog. dusa : iv. dili : vergl. das entsprechende lit. dvase. junosa 
iuvenis: *jviuoh'b, c. jiuocli. susa siccitas: suh^. Neben susa besteht 
susb, beide aus suhtj jenes durch ja, dieses durch l gebildet : dagegen 
ist bemerkt worden, susa sei aus sasb durch er Weiterung mittelst des 
a hervorgegangen, daher siisba, susa ; eben so soll straza aus strazb 
entstanden sein : die ansieht halte ich für unbeweisbar und was dafür 
angeführt icird, dass stragja nur straza eingeben könnte, für unrichtig. 
venböati beruht auf venbkjati : vcnböe zogr. kr. branca mar. ist 
lat. branchia; caval icahrscheinlich it. chiavo. ca aus kja findet sich 
in dem häufig vorkommenden sujf. ica: bolbnica midier aegrota. 
gorbnica editior domus locus, junica puella : vergl. lit. jaunike aus 
jaunikja; ferner in dem primären suff. ca: jadbca o'hpc. vergl. 2. 
Seite 31Ö. Neben bolbuica wurde eine masculinform bolbuicb vor- 
ausgesetzt, eine Voraussetzung, die nicht nur entbehrlich, sondern sogar 
unrichtig ist, da die masculinforvi nur *bülbuik'b lautet, za aus gja 
kommt vor in jeza morbus, 7isl. jeza ira: lett. lo. ig: idzu, igstu 
schmerz haben, verdriesslich sein, idzinät (ing) verdriesslich machen. 
poli.za utilitas, r. polbga: w. Ibg in "■'ibg'b, Ibg'bk'b. stbza semita: 



kju, gju, hju. 249 

«". stbg-, stignati. Verschieden sind riza vestis, s]'i.za lacrima, daher 
sg. (Jen. jeze und i'izy, sl^zy usw. 

W^enn aus verhen der ersten oder zweiten classe verba Itei'a- 
tiva gebildet werden, so geschieht dies durch das suffix ix, vor welchem 
k, g-, h meist In c, z, s übergehen, ein Übergang, den man durch die 
annähme erklärt, a sei ursprüngliches ja : daher siitozati aus s'Lteg- 
jati. Dafür spräche p. zwicrciadlo, daher aslov. *zrLcjati. zrbcelo 
bus. 166. Die annähme wird dadurch bedenklich, dass sonst nur 
a als Iteratlvsuffix auftritt. Vergl. 2. seite 455. brccati. g-racati 
neben grakati: s. grakuuti. klicati. lecati. mecati. nilxcati. mi"Lcati 
neben mr^kati. nicati. ricati neben rekati. secati neben sekati. 
secati. smrxcati. strizati. ticati, tecati neben tekati. tliicati. tycati: 
pritycati, pritucati comparare. vycati. dri.zati: s'Lclr'Lzati horrere. 
dvizati. mizati. prezati: strelami oprezahomi men.-mlh. 260. sezati. 
stizati. strT>zati rädere, tezati neben teg-ati. trizati, trezati neben 
tr-Bgati. vi"Lzati iacere mlsc.-saf. zr-Lcati : prozi"Lcati providere. zve- 
cati. zizati neben zigati, zagati. nasmisati se neben nasmihati se 
und nasmehati se. Vergl. c. michati und aslov. mesiti ; aslov. bliscati 
neben blistati aus blbsk. Vergl. 2. seite 456. nsl. scati, aslov. 
sbcati, wofür klr. scaty, ssaty und scety vercli. 68, Ist ein verbum 
III, daher nsl. scim, es ist ivle s'Lpati zu beurteilen: w. Sbk. 

Der unterschied zwischen s'Bgresati und polagati beruht darauf, 
dass jenes aus si-grehia, dieses aus p()log(i)a hervoi-gegangen ist. Vergl. 
meine abhandlung ,Uber die Steigerung und dehnung der vocale In 
den slavlschen sprachen'. Denkschriften, Band XXVIII. 89. 

13. VIII. Fbr jii. Vor w.für]\\ stehen (^-consonanten : zuja, ztvati 
mandere aus gjuja: vergl. ahd. chlwan, chluwan. zupiste^ zjiipiliste, 
sepulcrum, cumulus. zuzelica, zjuzelb msectum: nsl. zuzek, s. zizak. 
llt. iizetl. sug'a Scabies: b. sjugrb, s. suga usw. Vergl. oSajati se mit 
ohati se izv. 578. abstlnere. Unenträtselt Ist das icelt verbreitete und 
historisch wichtige zupa /wpa regio, nsl. zupa gemeindecongress Wocheln. 
kroat. zni^Si familia lue. s. zupa (budimbskaja. budimlbskaja. rasinb- 
skaja. rasbskaja daiiil. 25. 115. 170. 293. ili u gradii ili u zupe 
chrys.-dus.) zupa pagi sub curatore mik. regio, paroecla, popidus stul. 
ar. zn^a für selenie: davon zupauij. mgriech. i^ouTtavoc. mlat. zupanus, 
jivpanus regionis praefectus. lopan. hispanus. zupaut krbcbiiibniöbskb 
qid super caupones erat constltutus. nsl. zupan dorfrlchter. zupauja 
/. rib. zT>pauja und spaja. b. zjupani saf. ok. 23. s. zupan villlcus 
mik. r. zupan'L Karamzlnz I. 76. nota 170. pr. supimi. lit. zupone 
hausfrau. Illeher gehört auch magy. serb. türk. Ispan, nsl. span : daher 



^50 k-conson;inten. 

rumun. zupin dominus, mhd. supan adelicher herr. snppan Hcdtaus 
1596. harones et suppani urk. 1189. hei Kosegarten 1. lob', nsl. 
die Tragomer siqj in einer u)-k. 1625. Mitteilungen 1SÖ3. 38. hair. 
gespan, gespcmschaft Schmeller. 

14. IX. c, z so wie c, z stellen vor den consonanten r, 1 im 
aslov., nsl., b., kr., s. und c.: dies beruht darauf, dass in den genannten 
sprachen die lautverbindungen tert, telt in tvht, tHt, das ist trt, tlt, 
und in tret, tlet übergangen sind, und dass sich auch nach diesem 
Übergänge c, z und c, z erhalten haben : 1) crtkj aus kerky, cerky, 
nicht cerkj, alid. chirihJiü, doch b. crtkv'L; kr. besteht crekva, jetzt 
crikva. nsl. cvrkuuti ist vielleicht wie cviliti zu erklären, icährend 
aslov. ci"Lknati pipire neben krtknati besieht. Das z von zri>calo 
speculum und zi"luo aus zercalo und zerno ist icie z in veza veho 
zu beurteilen, worüber weiter unten. Für aslov. zlxva bietet p. zel- 
wica. örtn'L. cr'Lstvi.. cr^ta. öi"Ltog"i. crttt. cr^vt setzen init 
ke anlautende formen voraus. Dasselbe gilt von öi"Lmiga, cn>pati, 
wofür auch cremiga, crepati vorkömmt, str'tbiua beruht auf 
skerb-, scerb-. cIxii-l entsteht aus celni.. Mit s. cvrljak ver- 
gleiche man öevrljuga. Wie crini. ist zi"i>dt, lit. zardas holzgerUst. 
zi'^lIo. VA-'hVh. zri.ny iind zltct neben zVbiih. zlidcti. zlina. zlttt. 
zl'Lvij zu erklären, as. krLvaSt ist Gervasius. kr. crsat, trsafc ist ter- 
sacte. krk curictae, name der insel Veglia. zelj ulcus würde iin sg. 
g. wohl zltve aus zelve lauten, nsl. zvrg'oleti zwitschern ist abweichend. 
sKkT. ist aus russ. selki> slovcnisiert : vergl. seite 29. gn^lo beruht 
auf g-erlo, zrelo aif zerlo : gri^lo ist die ältere form, die auf gorlo 
deswegen nicht zurückgeführt icerden darf, weil aus diesem g-ralo ent- 
stehen würde. Aslov. existiert zlcsti neben zlasti wie tctrevi. neben 
tetravb, wie zeravi> aus einem älteren zerevt, zrevfc entstand; zled 
beruht auf geld, es mag dieses sonst unbekannte ivort entlehnt sein 
oder nicht. 2) zreti, zra, aslov. zbrcti, zhija, spectare aus zerti: 
vergl. zi"i.calü und zr'Lno. creda aus kerda, cerda : wie örcda sind 
entstanden creinuöL. creurLsa. crcii'L. crep^L. crcsla pl. crcslo. cresti. 
cres'L. öresnja. creti aws certi, cerpti. *cict'L. crcvij. crevo. zlcbi. 
zleda. zledica. zloza. zclezo aus ziczo. zrobe. zrcbij. zreda, das 
wohl mit zridb zusammenhängt. zrcJo. zreti corare. zrcti sacrificare: 
vergl. lit. girti rülimen. garbe ehre usw. slciuh aus Scbub vergl. seite 
29. 31. zlato entsteht aus zol-to, dessen zol aus zcl durch Steigerung 
des e zu o erwachsen ist. Abweichend ist nsl. s. cvrcati zirpen, nsl. 
<5mrkati muttire. Das s. ersetzt er durch er: crLiiorizLci,. crbvein, 
lam. 1. 23. 20. sind daher s. 



gi, dzi, zi. 2öl 

15. k icird namentlich in entleJmten loorten manchmahl durch g 
ersetzt. So liest man neben jeretik'L octpsTiy.öq, jcretici nicht selten 
jeretig'i : jeretig'b lam. 1. 21. jcrctizy 1. 24. 26. für jcrctizi. jere- 
tizlca oL'.piv.y.T, 2)rol.-rad. zkitig-x: zkitigb Zaju. 1.31.fürz\citi\cb. glistirb 
misc.-saf. 102: /.X'jsty^p'.sv. Selbst in slacischen icorten findet man diese 
Veränderung: guiga strum. für kuig-a. guida niss steht für kuida: 
griech. /.ivio^ /.ovi? aus /.vio. ags. hnita. ahd. niz aus hniz. 

gnetiti accendere wird mit pr. knaistis titio und mit ahd. 
gneisto funke zusammengestellt, g^nezdo nidus icird von manchen von 
den gleichbedeutenden icorten der verwandten sprachen getr'ennt. t in 
g-neta depso passt nicht zum t im ahd. knetan. 

16. Oben icurde gesagt, dass bozi aus bodzi und dieses aus bogi 
hervorgegangen ist, wie sich raci, d. i. ratsi, aus raki entwickelt habe. 
bozi bildet die fast ausschliessliche regel der jüngeren denkmähler, 
während die älteren bodzi neben bozi desto häufiger bieten, je älter 
sie sind. Beide aslov. alphabete, das glagolitische itnd das kyrillische, 
haben eigene zeichen für dz und z, das kijrillische S iind ?,, selten 
a für dz, 3 hingegen für z : die Verwandtschaft der glagolitischen 
zeichen ist unverkennbar, nicht minder die der ktjrillischen. Ich 
gebrauche im aslov. % für dz, z hingegen für 3. /. Glagolitische 
cpiellen. Im cloz. findet man nur T,Q\\xio I. 140. neben zelo /. 567. 
774. knezT. /. 89. k-Lneze I 104. boze /. 586. polbze /. 220. 
polbza //. 71. usw. Zogr. a. bo^e. drii/^eniL. klade7,L. k'Lne/jL, 
knes;i. mno:^i. no:^e. oble:^i. pcne:^b, pcne:^ii. ski:^e. :^elo. :^vezdy, 
:^vezdahT) und, nach Sreznevskij , Drev. glag. pam>. 122, a'^x. b. 
krbnei^i. m'tno:^i. no7,e. otyr^y^i. peuje^ij, peneiy'u. skiile^^L numus. 
ste^ati se. vrii^i, VLvit^i, vivrij^ete. ^elo. :^izdeta neben kkidezi. 
mnozi. penezL. polbza. stbze in a. assem. boi^e, bo7,i. bre7,e. dru- 
7,e.m^, drii:^i, dru^ii. jes^a. kbne^b, kbneü^i. mTjno^c, mbno:^i, ]uno:^i. 
neda^e. no^e. peue^b, peiie;^ii. podviz^ajte se. porz;a, polbz;o. 
pomo:^i. proi^ebnetb. s-btez^ajastema se, sitei^anie. vi"b^i. 7,elo. 
^vezdahi.. 5;blyj. In anderen glagolitischen denkmählern und zwar im 
mariencodex t,g\o marc. 1. 35. mtno?i Sreznevskij , Drev. glag. pam. 
109. 111. iio:^e 108. pen§:^u 103. neben penezu 101 ; im evangelium 
von Ochrida dru/,ii 83; auf einem Matt aus Macedonien m'noi^i 233. 
otvn>^em['b] se 229. polb^bn^b 235., II. Kyrillische denkmähler. Im 
apostol von Ochrida aus dem XII. Jahrhundert, s. /, : kna7,emT> Srez- 
nevskij, Drev. slav. pam. 371. für kne^enn>. strati7,i 371. staz;aa 
sa 272. für ste:^ae se : ta für te ist selten. Im slepc. apostol 
aus derselben zeit. S. 7,: bui^O. dru7,i. pol^i ibid. einl. 113. Im 



252 k-consonanten. 

Pogodin seilen jpsalter aus dem XII. Jahrhundert, s. a : boz;e. knez,B, kne7,i. 
iiiuoi^i. no^e. :^elo ibid. 53. In einem menaeum aus dem XII — XIII. 
Jahrhundert, s: nebre^emi.. podvi:^a neben podviza. razdi^aa. ^ve- 
zdy neben zvezda. T^vei'h. :^veki>. ^izditelju. :^elo. pro^ebyj. mnoz,i. 
no5;e. stb^a. ju^e ibid. 63. Im zeravinhskyj ustarz: pro:^ebb ibid. 
70. Im zograph. trephologion aus dem XII — XIII. Jahrhundert, s : 
:^vezdy 344. iste:^aenn> 345. st'L'^e 345. Im sbornik sevast. : dru^i 
i^vezda. nmo:^i. noi^e. ti"i.5;e. Aus den ixinnonischen und bulgarischen 
quellen fand t, den iceg in die serbischen. So findet man in einem 
serb.-slov. menaeum aus dem XV. Jahrhundert, s: kne^jii. 7,elo. z.veri 
zaj). 2. 2. 72. In einem leben des hl. Sava in der Wiener Hof- 
bibliofhek: crtto7,e, mno:^emi. no:^e. ^elo. :^yzde für ^izde. :^vezda. 
^'inie ; krbtove no:^e misc. In den russ. quellen loird s meist nur 
als Zahlzeichen gebraucht, so in den izbornik von 1073 und. 1076 ; im 
Ostrom, finden wir neben S zweimahl a 38. a.; 281. a.; später bis zum 
beginne des XV. Jahrhunderts wird nur a angewandt zap. 2. 2. 11, 
das zuletzt dem s weicht zap. 2. 2. 60. a findet sich als Zahlzeichen 
auch in bulgarischen quellen: im apostol von Ochrida Sreznevskij, 
Drev. slav. pam. 273. 275 ; in den kyrillischen randnoten des marien- 
codex ; in der bulgarischen handschrift von 1277 starine I. 87. 
J. Dobrovsky, Slavin 430, wollte S nicht als lautzeichen anerkennen^ 
meinte jedoch später, Institutiones 32, es sei sitte geworden — mos 
obtinuit — im. anlaut ^ zu schreiben: :^vezda. :^verb. ^elie. 7,lo. z;mij. 
yjaki. 7,e]o. :^eiiica. In einer von I. Bodjanskij in den Ctenija 1863. 
IL herausgegebenen russ.-slov. quelle findet man s als Zahlzeichen 6. 
und als lautzeichen in bo7,e 4. 6. 14. 23. otvrL^i 4. :^la 4. sle7,ami 
5. 20. 28. obra7,i 8. obra7,c 28. mnoj;! 9. 12. 20. 23. 28. drii^ii 
9. dru^i 21. bo-^i 9. nmo^e 11. slu^e 11. ja7,yk'L 11. 16. 21. 28. 
v-Li^iöka 11. i'i7,j 13. 28. i^elo 13. 16. 17. 19. 22. 23. sT,te7,aeim. 

14. stes^ase se 28. obre^anii 14. 15. neben obrczanii 14. 15. st'L7,e 

15. ra7,idosa 19. 21. ja7;ju 20. 28, d. i. je7,a. vra7,i 21. lob'^a 22. 
:^vezda 22. kuo'^i, 22. kne^i 23. otvi"i.7,aetb 23. pol7,ii 26. s'L7,ida- 
nijii 27. 7,loby 29. /, findet sich in bulg. denhnälilern, und zwar im 
Kyrillus hierosolyt. aus dem XL jahrliunderte : bo7,c. inuo7,i. pol7,e 
(sg. nom.) Sreznevskij , Drev. slav. pam. einl. 37 ; im. psalter von 
Bologna: bü7,i 242. vra^i 365. 369. 378. oi^yvh'/^i 364. otvrx7,emt 
355. razdii^aett 366. %VQ^th stellarum 361. 7,verenn, 368. s^i.7,izdi 
363. s-Li^i^datT, 364. ^elo 358. 370. 375. 378. 379. do 5^ela 370. 
372. kno7,i 355. 371. 379. kue7,emi 356. pomo7,i 555. 375. 376. 
inn()7,i 241. 243. 379. iio7,c 373. öta7,a. 376 für sti.7,a. sta2;a 371. 



gi, dzi, 7.1. 253 

für stb7,a. iste^aat'i. se .5o4; ausserdem va.zxdvi/.ati. zjzda, S7.7,yclaa. 
pol'i>2;a. poiny/.asistej. trTj7,ati einl. 12'.). l-UK 131; im Pogodin selten 
psalter aus dem XII. Jahrhundert. 7,: ho7,i 248. bo7,(3 2ö0. 253. vra^i 
248. 7,veiije 259. 7,veiiny 248. !^vezdy 257. 7,enica 247. knei^a 257. 
lo7,a 248. lo^^yemt 257. no7,e 254. sne7,i 258; ausserdem 7,e[o. 
kn§5;L, kne7,i. no^e einl. 53; im slepc. apostol aus derselben zeit. %: 
bo7,e 314. otvr'i.7,i 311. dru7,ii 317. no^e 319. pol'L^^a 315; ausser- 
dem bla7,em'L statt blaz^em'i,. vra7,i. sta7,aa sa für stc7,aa se einl. 113. 
pol7,i ; im apostol von Ochrida. 'h, : bla^e 281. vra:^i 281. otvn>7,e se 
286 für otvri.ze se. drii7,i 279. dru7,ii 286. 7,venestii 299 statt 
7,vi.ncstii. kne.!^!. 288. mno i 294. 296. mtno^e 276. no7,e 283 
poHi^a 299. poltz;! 300. polti^a 299 ; ausserdem bo7,i, bo7,e. podvi- 
7,aai sa statt podvi7,aei se. razdi7,aa. 7,vezda. 7,verie. ^vccaa. s'l?,!- 
zdet'L. It5;e. pomo^i. na^i. slti^y. osa!^aa statt osej^ae. rasti"Lz;av'i>. 
VLste^aa. sta7,aa sa statt stezae se einl. 96. 161 ; in einem trlodion aus 
dem XII — XIII. Jahrhundert. ?, : kne7,'L 336. kne7,e 341 ; in einem 
paremejnik aus derselben zeit: i^veremi 265. :^verej 266. kne^e 264. 
stt^^e 264. 265. 7,vjare statt z;vere einl. 69; im evangelium von 
Decany aus dem XII — XIII. Jahrhundert: whi^i 386. dru7,emT} 389. 
V'Lzi7,ajai 385 statt vT>zi7,ajei. n7,YetT> 385. i^elo 392. mno^i 391. 
nmo^ii 392. muo7,e 388. slu:^e 386; ausserdem :^vezdy. 7,izdastej. 
pi'07,ebaetT.. kne:^emL. pomo:^i. pene7,t, peu§:^y, pene^niky. ste^a- 
aste einl. 140; im evangelium von Chilandar aus derselben zeit: 
bre:^e. vn>:^ete. dru7,ii 351; im Ephraem sjjr. aus dem XIII — XIV. 
Jahrhundert: crbto7,e 399; ausserdem mno7,e. :^elo einl. 147; im 
pat.-mih. aus dem XIII. Jahrhundert. /,: bla^^i, bla7,ii 112. bo2;e 95. 
126. iiebo5;i 159. bre7,ehb 44. dm7,i 83. 102. 103. 108. dru^ii 
54. dru^ej 96. dru^emt 95. neda:^e 79. ^vezda 69. :^izdastej, si>:^i- 
zdetb 45. :;^elo 2. 14. 57 usw. im ganzen neun und zwanzig mal. ^elu 
109. kne7,i 114. kno7,ii 112. pol5;e 48. 52. 59. 61. 62. pol7,a 
104. pol7,[a] 77. pol7,i 47. 73. mnoi^i 2. 4. 69. 153. 175. mno7,e 
4. 9. 44. 81. 148. mno^emi 3. 4. mno:^eht 15. mo:^i 142. pomo^y 
82. pomo7,i 85. 137. 156. no5;e 2. 49. 51. 106. 109. 155. 
trb^e 154. iste7,aa 79: auffallend ist oihwhi^i aperi 131; daneben 
boze 65. breze 119. polzc 60. mnozi 153. mozi 17 usw.; in 
einem, späteren denkmahle aus der Bukowina : bo7,i. vri.:^!. dru7,ii. 
kne:^L, kne7,i, kue^e. mno7,i. iieda7,e. no7,e. polV^a. pene7,t, penes;e; 
in der prica trojanska. %: 7,vezdy 24. 4. 7,izdb 30. 19. 5;izdati 9. 14. 
^izdaase 9. 16. 7,izdaaha 9. 19. 7,izdati I. za7,izdati 42. 17. pri^izda 
/. S'i.7,izda /. s'i>7,izdati /. neben zizdalt I. prizizda I. %g\o I. 16. 



254 k-confionantPn. 

22; 41. 21. do 2;ela 14. 3. vite7,a I. 7. 19; 40. 8. vtvi"L3;i 5. 
23. s : pir:^e '-cupYO?. mnoi^i neben mnozi. Man bemerke, dass in 
der clironik des Manasses c für z steht: vtcimati^ caklania und 
cicdalt, pricizda für vi>zimati, zaklania und zizdalt, prizizda 
zap. 2. 2. 23. 24. Auch in späteren aus Russland stammenden 
quellen liest man knja^ja. z;ilo. 7,izduscej p)am.-j. b. 14. 15. 20. 
41. '52. 56. rozdra^ivB tichonr. 1. 175. Die Eagusaner schreiben 
cora^ das sie dzora sprechen; auch spenca lüird icohl spendza 
lauten: bei Vuk Stef Karadzic spenza, spendje und speudzati. 
Dass der bischof Konstantin im X. Jahrhundert 2;elo und zakom. 
unterschied, kann nicht bezweifelt icerden Sreznevskij, Drev. plag. pam. 
23. In denselben fällen gebraucht dz das bidg. der von den brüdern 
Miladin herausgegebenen Volkslieder: bladze 53. 120. 148. 276. 
diredzi 3. von direg- für direk. drudzi 337. dzvezda 15. 83. 139. 
173. 193. 256. 472. dzvere 12. dzvekni: diuar dzvekni 426. dzizd, 
dzid 253. 528. dzizd dzizdosano 531. dzidale 25)3. dzizdanje 3. 
dzvono stück 534: poln. dzwouo, zwono. oserb. zveno. kovcedzi 
159. mnodzina 376. moldzese mulgebat 361. nejdzin 19. 39. 90 neben 
nejzin 159. 499: aslov. nje zi (aind. gha, ha) und suff. int. nodze 
5. 17, 25. sk'Lrsnodze 60. polodzi 448 von polog-. predlodzi 43. pre- 
snedzi 349. von presneg für presnek. siJdza 20. 30. 31. 71. soldzi 
245. neben sKza 50. Bei Cankov 7. liest man dzvezda Stella, dzernt 
mi ST. mihi apparuit. ondzi^7Ze. dzadnict nates. äzyxinec campana neben 
zvezdT>. zerm. mi st. usw.; in M. Leake's Researchesin Greece, London 
1814, finden icir trutzi 384. tiretzi 398. notzi 400. d. i. drudzi. dire- 
dzi. nodzi; auch die Bulgaren von Vinga in Ungern ."sprechen dzvezdi. 
ondzi neben zvozdi, onzi. Die tatsache, dass pannonische und bidga- 
rische denkmähler 7, an jenen stellen bieten, wo später und noch gegen- 
wärtig hie und da dz gesprochen wurde und icird, zeigt, dass die ange- 
führten buchstaben nicht den laut z, solidem dz hatten, ein satz, der mit 
den lehren der lantphysiologie vollkommen üh er ein stimm t : dz aus g] 
wie tz, ts aus Ivj. Diese lautliche geltung von % einer- und von z ande- 
rerseits erklärt das Vorhandensein verschiedener buchstaben in beiden 
aslov. alphabefen. Die richtige ansieht icurde bereits von. P. J. Safafik 
in den Pamntky hhüiolsh'ho p)lsemnictvi 18 aufgestellt, wo auf die 
ausspräche der Moldauer hingewiesen, xcird. Dass uns die griechischen 
und lateinischen. Umschreibungen im .Stiche lassen, kömmt davon her, 
dass der laut dz dem, griechischen und dem lateinischen fehlt, daher 
i^eXo) imd i^sTCXda bei Banduri und zello und zemia im abecenarium 
bulgaricum für 7,elo, zomlja. Wenn jedoch Chrabrö im X. jähr- 



ßi, »Izi, zi. 255 

hunderte /ehrt, der Grieche homie mit seinen hiichsfnhen die vnrte 
bog'i., zivoti^, 7.h\o, richtig selo^ usic. nicht schreiben ; icenn er unter 
die vierzehn huchst(d)en, die dem Griechen mangeln, auch *> anführt, 
so dürfen icir daraus schliessen, dass S nicht den laut des griechischen 
'C,, d. i. unseres z, gehabt hat. Eine spur dieser lehre finden wir bei 
einem grammatiker des XV. Jahrhunderts, bei Konstantin dem philo- 
sophen, mit dem loir durch herrn Gj. Dani6i6 bekannt geworden sind : 
nach ihm ist die icahre bedeutung der buchstaben S und 3 vergessen : 
ne vedoma, gde koe poloziti Starine I. 13; oiach ihm gehört S 
unter die neun buchstaben, die mit dem griechischen nichts gemein 
haben: ta st g;n.ci.skyimi ttciju nikoeze ucestie imutt 16 ; derselbe 
lehrt, man müsse schreiben selo und svezdy und dagegen .somlja, 
3uaeint: imati, otbluötny glag-oly s oti> see 3 19: unmittelbar 
darauf wird dem ^ im serb. nur ein zahlenwert eingeräumt: s tbciju 
Ott öislb sriibtsko estt 30. Auch im serb. findet man dz neben, z in 
Crna Gora und der benachbarten meeresküste: dzipa, dzora, dzuL 
statt zipa, zora^ zub, eine erscheinung, deren gmind nicht im italie- 
nischen ,zio' zu suchen ist Vuk Stef. Karadzic, Poslovice XXX. Auch 
sonst kann g in dz übergehen, so slovakisch in stridze von strig-a, 
wofür c. stfize von stf iha ; man beachte auch die dialektischen formen 
klr. dzelenyj (verblud pase kolo morja kolo dzelenolio kaz. 67), 
dzerkalo, dzvizda, dzveiiity^ dzvei'ikaty, dzvon, dzvonyty, dzvonok^ 
dzveukot neben zelenyj \isw. kukurudza neben kukiiruza und dzer, 
dzyr Schafmolken, rumun. zijr, das nicht lat. seriim. ist. Im poln. 
geht g- regelmässig in dz über: szpiedzy, srodzy, nodze, niebodze 
von szpieg-, srogi, nog-a, uiebog-a; man beachte dziob schnahel. 
dziobac picken: dziobie mak rog. 45. Pott .5. 300. dzwiek. 
Wie g in dz, so tcard ehedem ohne zweifei g in dz vericandelt: 
man findet bulg. g-Liiidzi neben gtmzi es w-immelt. dzelezo neben 
zelezo eisen, polodze neben poloze deminut. ovum in nido romanens 
Cankov 7. bedze sg. voc. von heg milad. 178. bedzici 313. nodziste 
106. nodzina 512. knidzovnice 341; im. serb. hat man dzasnuti 
für aslov. zasnati stupefieri; dzak Saccus für nsl. zakelj ; dzep 
funda we&e?? zep; dzebrati /"i/r c. zebrati ; m slovak. stridzisko von 
strig-a; im klr. dzerelo fons gen. 7. 11. dzavoroDok, dzur neben 
zavoronok, zur. Welches gewicht den vereinzelt vorkommend,en formen 
inorozdt monocerotls mladen. für inorozb von inorogi:. und hudozdt- 
stvo lam. 1. 147. für hudozbstvo von liudog"i>, hadogt beizumessen 
sei, ist schwer zu bestimmen. Vergl. meine abhandlung : , slovima 
s, z'. Rad, IX. 



2dO k-consonanten. 

Im vorhergeJienden icurden die mannigfaltigen icandlungen von 
k, g-, h dargelegt. Was noch zu heantworten ist, ist die schcierige 
frage nach de?' ph/jsiologischen erklätmng der angenommenen Vor- 
gänge und nach dem alter der einzelnen im vorhergehenden betrach- 
teten laute. 

17. Über die Vorgänge, icodurch die h-consonanten in c- oder in 
G-consonanten übergehen, ist folgendes zu bemerken : die Veränderungen 
von k, g-, h haben ihren grund darin, dass das aslov. in seinem ein- 
heimischen Wortschätze \s.^, g', \i^ nicht kennt, dass daher demselben die 
lautverbindungen ki, g-i, hi usio. fremd sind. Wenn demnach im lü. 
nom. der 'h(a)-declination k mit i zusammentrifft, so muss die arti- 
culationsstelle von der grenze des harten und weichen gaumens nach 
vorne gerückt icerden, icobei ein t entsteht, das sich mit einem, para- 
sitischen j verbindet, welches in z Hhergeht, daher ki, tji, tzi, tsi, ci : 
raki, raci. In anderen fällen geht das 2)arasitische j in z über, so vor 
dem Verbalsuffix i: ki, tji, tzi, täi, ci: vlaki, vlaci. In ähnlicher 
weise entsteht dz aus g, mit dem unterschiede, dass sich hier das d 
vor z nur in den ältesten denkmählern erhalten hat : gi, dji, dzi, zi: 
bog'i, bodzi, bozi 5 ivährend das d vor z seihst in den ältesten quellen 
nicht mehr vorkömmt : g\j dji^ dzi, zi: ubog-i, vhozi "paiuperem facere. 
Wer die hier dargelegten lautentwickelungen mit denen von t]e, dje 
zu tse, dze und zu tse, dze vergleicht, wird sich von deren richtigkeit 
leicht überzeugen, namentlich dann, icenn er vo7i tsi usic. zu ki usio., 
nicht umgekehrt fortschreitet ; er icird einsehen, dass es nicht anders sein 
kann : tinsere einsieht in den ganzen process rcürde freilich gewinnen, 
icenn die physiologie uns über die entstehung des tji aus ki belehrte 
und uns zeigte, auf welche weise j in z und z übergeht. Dass j in der 
tat in z und. in z verivandelt wird, das zeigen, wie bemerkt, die 
veräjideimngen des tje und dje: aslov. vraätenii und kazdeni) ans 
vrat^ent und kadzeni., vratjen'L und kadjein. neben j). vracony und 
kadzony aus vratzen und kadzen, vratjen, kadjeu von vrati, kadi. 
Vergl. seite 222. Der unterschied zwischen beiden reihen von Ver- 
wandlungen besteht dann, dass hei k, g-, li sich der Übergang des j 
in z und in z in derselben slavischen spräche vollzieht, während der 
Wandel des j in z bei t iind d in einigen slavischen sprachen statt- 
findet, in anderen dagegen die vericandlung des j in z eintritt. 
Diese ansieht wird wahrscheinlich auf icidersprucli stossen, indem 
man c auf ö zurückzufühi'en geneigt ist. Ascoli, Corsi di glottolo- 
gia I. 203, sagt: ,Vedemmo di sopra, come 6, pure essendo suono 
unico e momentaneo, pur si risolva in ^ -f- *' ~h ^h ^ com g si risolve 



(, c ans k. 257 

in d -\- f: -\-j, ^Ta, la streita comphissa, tinn preceduta da contatto, 
ci ridurra a s -\- li (^= h), i -\- j (z), e per sempUßcazione della stretta 
stessa, si puo finahnente arrivare a semplicl s, .^/ Auf romanischem 
gebiete tntt c, d. i. k, vor i, e usiv. in den beiden östlichen sprachen 
als c, in den vier icestUchen als Sibilant c, d. i. slav. s, auf. Es 
scheint nun, dass man sich aus cedere, d. i. ked.ere, zunächst cedere, 
it. cedere, und aus diesem sedere, fz. c('der, entstanden denkt. JVer 
sich an die ühergänge im slav. erinnert, tcird eher geneigt sein sowohl 
cedere als sedere unmittelbar aus kedere hervorgehen zu lassen und 
sich den iüjergang etwa so vorstellen: ke, kje, tze, tse, ce und ke, 
kje, tze, tse, se. Vergl. die deutsche ausspräche von cedere. Wie sich 
jedoch die suche in den romanischen sprachen auch verhalten möge, 
slav. c aus c hervorgehen ztc lassen, geht nicht an. 3Ian beachte hier 
griech. ^^rfzy. aus Op-fj-AJa, Op-/]TJa, OpYji'C*, Op'fjTca und. iXiacun aus iAa'/jwv, 
eXaTJojv, sXax^wv, iXcix^bri. Cwtius 654. 

Ich halte daran fest, dass in einer früheren p>eriode die c-, in 
einer späteren hingegen die c-consonanten an die stelle der k-conso- 
nanten traten. Wenn gesagt icird, dass in der stammhildung vor 
bestimmten vocalen die ü-, in der icortbildung hingegen die c-conso- 
nanten eintreten, so ist dies allerdings richtig, denn neben otrocistt 
besteht otroci, allein die anticort ist loenig befriedigend , da man fragen 
muss, icie es denn komme, dass vor denselben vocalen k in der 
Stammbildung c, in der icortbildung hingegen in c verivandelt ivird. 
Wenn andere meinen, c sei aus c hervorgegangen, und dabei voraus- 
setzen, ehedem habe der pl. nom. otrok'L otroci gelautet, woi^aus otroci 
entstanden sei, so bedarf diese ansieht wohl keiner Widerlegung, da es 
unbegreiflich wäre, warum sich ein teil der c erhalten hätte, der 
andere dem. c gewichen icäre. Die erklärung scheint in der annähme 
zu liegen, neben otroöistb habe der pl. n. otroke, der impt. in der 
2. 3. sg. ptke usiv. bestanden, worau^s sich, spjäter otroce (lit. -kai), 
ptce und daraus otroci, ptci entwickelt haben. Nach dieser hypo- 
these wären in verschiedenen perioden verschied ene richtungen in der 
entwickelung der h-laute herrschend, gewesen : auf die c-periode wäre 
die c-periode gefolgt. In die letztere periode fallen bildungen loie 
kinezb, penezt, userezb neben k'Bneg"!., penegi.^ usereg^ aus kuning, 
phenning, '^ ansahrigga- usiv. Für diese ansieht spricht der umstand, 
dass die Verwandlung in die c-laute nicht so consequent durchgeführt 
ist als die in die 6-laute, daher r. sg. loc. boke usw. : wer hier die 
analogie der anderen casus von bokT> für bestimmend hält, wolle an 
die impjt. peki, pekite usw. nicht vergessen. 

17 



258 k-consonanten. 

Bei der hetraclitung des alters der \.-consonanten und jener, die 
damit zusammenhangen, loird vor allem h behandelt • dann das daraus 
entstandene s und die beiden damit nicht immittelbar zusammenhangenden 
s ; das auf slavischem bod.en entstandene dz, z und das vorslavische 
z ; z ; g ; c 5 c : dieser teil des bnches schliesst mit der betrachtung 
von K. g'. h. Das h vo7i jahati, zehati tisic. entspricht dem deside- 
rativen s des aind. his, dips, tps aus han, dabh, Cq) usic. 

18. Während slav. k, g auf ursprüngliches k, g zurückgehen, 
beruht slav. h auf iir sprünglichem s : ahati odorari hängt mit aslov. on 
in vonja odor, aind. an, aniti, got. an, durch *an-s zusammen, bltha 
piäex: lit. blusa. dthnati spirare beruht auf dus aus aind. dhü: 
vergl. lit. lett. dus. grahi. faba, aus urslav. gorhi,, lit. garsva 
L. Geitler, Fonologie 117. hltpati in ishltpati scaturire. vi.shlepati 
neben vislepati ist wohl ide7itisch mit slxpati : aind. w. sarp, sarpati. 
hobott cauda hängt mit osibi. und griech. asßY) zusammen. Cur- 
tius 383: xo. sab. hoditi amhidare: iv. aind. sad. hrabri. pugnator : 
vergl. die unbelegte aind. w. sarbh, sarbhati ferire. hraniti custodire, 
nsl. nutrire: vergl. aind. *sar, abaktr. hareta genährt, liyra debili- 
tas : man vergleicht lit. svarus taumelnd , schwer : mit hyra hängt 
r. chvoryj zusammen, as. jelbha alnus: ahd. elira und erila. nhd. 
eller, erle. holl. eise. lit. alksnis, elksnis für alsnis, elsnis. pr. als- 
kande. jnha. iuscidum : pr. juse, aind. jüsa m. n. jahati vehi beruht 
auf *jäs, aind. ja. kastlb tussis: aind. käs, käsate, lit. kosu, kosti: 
«rsZ.kah. k^hnati, kybati sternutare: vergl. aind. ksu, kSäuti. leba 
area: lit. Ilse, ahd. leisa, lit. lira. Vih'h malus: lett. less mager, lit. 
liesas p. chudy ; listu chudne Szyrwid 27. 101. mahati vibrare : w. lua 
in manati, daher ma-s. meb'L pellis: lit. maisas, lett. maiss, aind. 
me§a icidder, feil, miiba musca : lit. musr. nvbhi, mtiscus : lit. musai 
j)!. ahd. mos. lat. muscus: klr. mied fechte ist wohl m'hsadb. orehi, 
nicx: lit. residas, lett. rekst, pr.buca-reises. paziiba sinus, c/. {. paz-uha : 
lett. pazuse, pad-use: mit uha vergl. aind. asa (amsa), griech. ^^i\>.oz, lat. 
umerus, armen. Tis. peb: pesb. p. piechota_pecZf7es aus ped-s. pthnati 
calcitrare. ptseno: aind.pis, pinasti, lat.pis inpinsere. pestt. pryhati 
in pryhauije fremitus: vergl. aind. pruth, pröihati "pusten : prüt-s. 
^yhsiii frendere. puhati^are setzt "^pus aus aind.pu, pimäti ßare voraus, 
lett. püsis icindstoss. lit. put, pusti. ruh- in rusiti solvere, p. rucb 
bewegung : lit. rusus tätig, slyh in sluho auris, slysati audire ist 
slus, aind. 6mi, srnöti. lit. klauslti. pr. klauslton. lett. klauslt neben 
sluddinät hören machen, ahd. hlosen aiidire. snielix risus beruht auf 
smi-s: aind. smi, smajate, lett. smeiju, smet. smeh-i. : andere ziehen 



li ans s. 259 

sme-liT. V07'. sQTjha nurus. nsl. sneha : ahd. snurä. cdnd. snu§ä. 
spehi. Studium, cehrifan : spe-s : lett. speks kraft ist entlehnt. soha 
fustis. o-sositi (xhscindere, i'usoIil, £. soclior, vergleicht man mit aind. 
sas, sasafi met-ujen. sn)ln>k7. asjyer aus einer ic. sars: vergl. sr^sth 
pili. styh : c. ostychati se sich scheuen : styd-s. suIiTj siccus, S'^i.hnati 
siccari: lit. sausas, aind. sus, suSjatifür sus. tuh: potuchnati ^m'e- 
scere. tusiti exstinguere : pr. tusnans acc. stille, aind. tus, tusjati. 
i\\vh gehört icohl nicht hielier: tjuh iciirde etwa stih ergebest, uses, 
sg. nom. uho, auris: lit. ausis, got. ausan-. vettht vetus: lit. vetusas. 
veh : nsl. veter veha : ve-s. vih : klr. vy vychnuty. iivychaty ka, 
neben zvy vaty sa verch. 72. vlaht : griecli. BXaa'.o?, dagegen blazt : lat. 
Blasius. vn>ha trituro: griech. a-ö-Hpzt. vrxli'L Vertex, lit. virsus, 
aind. varsman höhe : dass dem h in vr^hx das s des lit. virsus zu 
gründe liege, halte ich für falsch, zeh : nsl. zeliati hiare : vergl. 
smehi.. aserb. neropbht: griech. [j.spcJ/. aslov. öast. s. stas statura. 

Im aslov. entsprechen hadogt peritus. hiebt panis. hlevina 
domus. hltmi, galea. hyzi. doinus den got. Wörtern handuga-. hlaiba-. 
hlija- oder hlijan-. hilma-, ahd. Mim. husa-. Es ist daher slav. h, 
d. i. y, aus deutschem h hervorgegangen. 

Das ältere s loecliselt nicht selten mit dem jüngeren h : es liegt 
hierin ein beweis, dass die lautgesetze keine naturgesetze sind, öesati, 
cehati nsl. bei Linde: osmorgac. öymsaty, cymchaty klr. rupfen 
verch. 80. örensa nsl. prunus padus. r. öeremcha usw.: zwischen m 
und s, h ist ein vocal ausgefallen, dreseli. für dreslt neben drehli, 
tristis, drehnovenije aslov. : w. dres. kolysaty imd, kolychaty klr. 
agitare. -mest aslov. und. pomicha klr. impedimentum. morocht r. 
feiner regen und morositt nieseln: das wort ist wahrscheinlich mit 
vciY&krh verwandt, -noch: wodonoch pt. dial. für nosiwoda. pojasa: 
opojasat' mul opojachat' klr. bibl. I. porös klr. loderasche. porosnut' 
klr. für rosporosyty tind porochno wurmfrass. prosyty und prochaty 
klr. bibl. I: aind. pras. res: ures, resiti und ureha kr. oi'natus. 
slepati neben vfcshlepati für -hlepati svrl. ishltpati scaturire men.- 
mih. 341. slyzhavyea, solzenyca, soihanka klr. glatteis und chly- 
zanka, cholzanyca verch. 65. posmisati und posmihati aslov. sztursac 
und szturchac p). trjasti und. trjachnutt r. tbstb aslov. : test und 
tchän, tchyne c. yKsnati balhutire neben vlthvi. magus aslov. voios 
und volochatyj klr. : voiochata skora rauchleder. zas^L : iizast, uzaht 
aslov. und zach klr. nezachlyvyj bibl. I. huhota siq?. 221. 11. mag 
ein Schreibfehler sein. Hieher gehört der pl. loc. auf hrh, ivofür aus- 
nahmsweise S1,: rabehi.. raniehi,. rybah-^B. teht neben c. dolas, luzäs, 

17* 



260 k-consonanten. 

poläs 5. Seite 16 ; der pl. gen. der •pronominalen decUnation: tehT>. 
sihi, : im pl. gen, und loc. nasib. vasi. ist s beicahrf : ich teile na-s'L, 
va-S'L auf grund von dola-s usw. Anders Leskien, Die decUnation 
iisw. 148. Im aor. haben die vocalisch auslautenden themen nur h : 
bihi.. byh'L, ivährend, die themen auf consonanten neben älterem s 
jüngeres h bieten: vesi. und veht aus ved-s'L %md ved-hi. S. seite 
77. 78. Die formen biste. byste usio. beruhen auf bis^. bys'L, denn 
ht icürde st ergeben. Wir haben demnach den aor. bylit. by aus 
bys-s, bys-t. byhove, bysta, byste, bynomi,, byste, byse und das 
impf, beabi), bease. beahove, beasta, beaste neben beaseta, bea- 
sete. beahom'L, beaste neben beasete, beaha. byshstvo suhstantia 
setzt ein nomen byh- voraus. 

Regelmässig geht zwischen vocalen stehendes s in h über: 
bltha. Dass sich auch hier s manchmal erhält, ergeben einige der 
angeführten formen, ^ast lässt sich durch die ic. gand-s , gend-s 
erklären, brastno beruht auf bors-, woraus brah-, boroch-, brocli-, 
vlasT> aif volsi>, icoraus vlast, volosi., wlos. Auf dT>hnati, s'Lhnati 
usiü. haben vielleicht auf ln> auslautende formen wie duht, suht 
usio. eingewirkt. Anlautendes s kann vor vocalen in h übergehen: 
hodi} ; hrana aus horna hängt wahrscheinlich mit der ic. sar zusam- 
men, sr geht in hr über in hrom'B, aind. sräma. In pi'ocliaty beruht 
h auf s, das sonst s idrd: aind. pras. hohotati cachinnare kann 
man mit aind. kakh, kakhati vergleichen. 

Einige h sind bisher nicht erklärt : b'Lhi. und. daraus btst f. 
cehl'B velamen : vergl. cesati. glüht surdus. grohott sonitus. r. gro- 
chatb ridere: vergl. glast aus golst. ohajati se: ochaj sa sego 
izv. 578: vergl. osajati se, ottsajati se. hohlovati bidlire. hoteti, 
htteti velle : man vergleicht Ht. keteti. pr. qtioite. p. chowa6. hramt 
domus. klr. chrustacka cartilago. hubavt pidcher : mutz. 6. vergleicht 
aind. .subha schmuck, hübsch, hud r. parviis, tenuis : Ht. kudas ist ent- 
lehnt, hyra : s. hira serum lactis ist icohl m^it s. surutka verwandt 
und daher mit aslov. syrt. kohati amare und raskost voluptas stellt 
man mit Ht. kek§e hure zusammen, lihva usura: vergl. got. leihvan: 
pr. llkt verleihen ist wohl entlehnt, liht redundans: lett. Itks über- 
zählig ist entlehnt, rah : nsl. raliel locker erinnert an aind. ars, 
arsati ßiessen, gleiten: vergl. r. rochljadi. /m?' vjalyj, slabyj celo- 
vekt aus rohlt 2. seite 209. resiti solvere: vergl. lett. risu, rist 
das ,binden' und .aiftrennen' ^schlitzen' bedeuten soll Ullmann 226. 
tiht trampnllus : Ht. tikas ist entlehnt. Ebenso dunkel ist eine grössere 
anzahl anderer h enthaltenden worte. 



s aus h, k. 261 

Aus dem ohen gesagten ergibt sich, dass h jünger ist als k, g', 
dass es erst auf slavischem hoden entstanden ist. 

19. Bei der frage nach dem alter des s sind drei verschiedene 
s auseinander zu halfen. 

I. Es gibt vor allem ein s,, das aus dem h hervorgegangen ist: 
jiiesi pl. nom. von mehi.. Das auf diese art entstandene s ist jünger 
als das ihm zu gründe liegende urslavische h. Wenn dem entgegen 
behauptet icird, mesi habe das ursprüngliche s bewahrt, das s des- 
selben sei nicht aus h hervorgegangen, so hat man vergessen, dass 
unter dieser Voraussetzung der sg. voc. mese unerklärbar wäre, der 
notwendig niehe voraussetzt: dasselbe gilt von mestcb; sljsati ist nur 
aus slyh, nicht aus slys begreiflich usw. Weim man dies deswegen 
unbegreiflich finden sollte, dass in der spräche nicht wurzeln und 
themen, sondern fertige icorte, daher die nomina in bestimmten casus 
üherliefert u'erden, icenn man sich demnach vorstellt, aus ursprüng- 
lichem mesas sei mehi,, aus mesät - meha usw. entstanden, so kann 
diese im allgemeinen richtige Vorstellung in diesem falle nicht richtig 
sein, es muss vielmehr angenommen werden, es sei auf slavischem boden 
die form mehi) massgebend geivorden und zwar entweder als sg. 
nom. oder dadurch, dass die form mit h m den meisten, in zwölf 
unter den sechszehn verschiedenen, casusformen auftritt ; dem sg. nom. 
scheint auch in der natürlichen, durch keine reflexion beeinflussten 
rede eine hervorragende Stellung zuzukommen. Mit dem aorist steht 
es merklich anders : da erhält sich das ursprüngliche s dort, wo es 
durch einen nachfolgenden consonanten, t, geschützt ist, daher vesta, 
veste von ves neben vese von demselben ves imd vese von veh, 
ivobei jedoch oserb. plecestaj, plecesce und nserb. plesestej, plesesco 
beachtung verdient: hier hat die aus dem der bildung nach ver- 
wandten imperfect ersichtliche praeponderanz der h- vor den ^-formen 
ein anderes resultat herbeigeführt. 

II. Das zweite s verdankt seinen Ursprung einem älteren k. 
In den indoeuropäischen sprachen unterscheidet man nämlich ein zwei- 
faches k, von denen das eine durch k, das andere durch k^ bezeichnet 
werden kann : das erstere k bleibt, natürlich abgesehen von den auf 
slavischem gebiete und sonst sich vollziehenden späteren loandlungen, 
in allen sprachen k: aind. katara. abaktr. katära. (armen, okn ocu- 
lusj. griech. /.dTspo; (r.izepzc). lat. cuter in ne-cuter. got. hvathara-. 
lit. katras. aslov. kotort m kotoryj. Das zweite k, k^, hingegen ist 
im aind. abaktr. armen, lit. slav. Wandlungen unterworfen: aind. §. 
abaktr. s. armen, s. lit. s. slav. s: alt: dakan. griech. oiy.a. lat. 



2b2 k-consonanten. 

decem. air. deich aus dec-n. cambr. dec. got. taihun, dagegen aind. 
dasan. ahaktr. dasan. armen, tasn. lit. desimtis. slav. desett. Dieses 
aus k^ entstandene slav. s begegnet uns in folgenden, themen, von 
denen einige nur lit. (s) und slav. (s) nachgewiesen icerden können. 
desetfc decem: aind. dasan usw. desiti invenire: aind. das, däsati 
gewähren : die Zusammengehörigkeit ist nicht einleuchtend, die vocale nicht 
zu einander stimmend. desna gingiva: vergl. klr. jasna, pZ. jasly. 
aind. das, dasati mordere. armen. ar-tas-uJc oay.pu Derwischjan I. 21. 
griech. Baxvo): doch auch lit. daknüti beissen Geitler, Lit. stud. 80: p. 
dziasla pl. os. dzasiio. ns. zesno beruhen auf einer w. des, aind. das. 
desbüT. dexter : aind. daksina. lit. desine, dagegen got. taihsva- : ausfall 
eines k vor s ist im slav. möglich. kosa coma: vergl. aind. kesa. 
armen, ges. krtsati: c. krsati deßcere, tabescere. p. karslak ver- 
kümmerter bäum: lit. karsti, karsu alt icerden. aind. kars, karsjati 
abmagern. lososb russ. : lit. lasis, lasisas, bei Kurschat nur lasisa. 
mesiti mlscere: aind. mis in misra mixtus. miks, mimiksati miscere. 
lit. misti, maisJti. mlisati: c. mlsati lecken, naschen: vergl. aind. 
mars, mrsati berühren. nesti ferre: aind. nas, nasati erreichen, 
lit. nesti, dagegen griech. vsy.: i-'iz^(x-zv>. osmt octo: aind. asfan. 
abaktr. astan. lit. astüni, dagegen griech. oy.Tw. ostr^ acutus: aind. 
a§, asnöti durchdringen, lit. astras, astrus neben akuota p. oscisty 
Sztjrwid 94. griech. äV.po;. ax-w/.--/}. lat. acies. osla cos. osb achse: 
lit. asis, esis. ostLnt : lit. akstinas. os'Ltij genus Spinae, lit. asaka 
gräte neben akotas hachel an den gerstenähren: ahd. ahsa. griech. 
ä^(t)v «SU', icird vielleicht von osti"^L zu trennen sein. pasti pascere, 
servare : aind. pas, jjasjati sehen neben spa§ sehen : vergl. abaktr. 
spas, ^pasjeiti sehen, bewachen, armen, s: psel, ps-nid betrachten 
neben spasel abwarten. Vergl. pLsi. canis, eig. custos: andere denken 
ivohl richtiger bei pts^i. an aind. abaktr. pasu vieh. Slav. pastyrb 
(w. paS) und lat. pastor (lo. pä, daraus pasc : pasc-tor) sind wurzel- 
haft unverwandt Fick 1. 132. 252. peles'i ©ats; pullus : aind. 
prsni bunt. lit. palsas fahl: griech. •irep/.oc. pes^ki. sabulum: vergl. 
aind. paSu neben püsu. armen, posi Derwischjan I. 7 : lit. peska ist 
entlehnt. praso porcus: lit. parsas, dagegen lat. porcus. ahd. farh. 
prositi petere: aind. pras, prcchati. prasna frage, abaktr. 2:)eres. 
pereika preis, eig. f orderung. lit. praslti, pirsti, dagegen lat. precari. 
pr-Lsi pec^Ms: aind. jKirsu rippe. pn>sti, digitus: aind. spars, spr- 
sati berühren, lit. pirstas. pbsati scribere: aind. pis, pikiti aits- 
schneiden, bilden, dagegen got. faiha- gestalt : apers. 2>is in nipis ein- 
reiben, schreiben gehört zu pis, pinsere. ptsb canis : aind. paSu. got. 



s ans k. 263 

faihu-. Abiceicliend Ut.pekus. pr. pecku. rysb hjn^': armen. Iman'n 
Dericisclijan I. 50. lit. luSis. Vergl. 2. seite 319. saki. surculus : 
aind. saku: armen, mit. s: saicil sprössUng Dericisclijan I. 31. npers. 
säch. lit. saka. sedt canus ist se-d'i>: vergl. si in sijati. senib 
persona, semija avBpäxooa. russ. semhja, familia : vergl. aind. seva, 
slva traut, lit. seimlna gesinde. pr. acc. seimlns. lett. saime. saimneks. 
Vergl. auch aslov. posivt m der bedeutung ,henignus' mit got. heiva- 
fraujan- hausherr. Unverwandt ist lit. kemas dorf. seno foenum, eig. 
gedörrt : aind. .Hja : sjäna gedörrt, lit. senas. sert glaucus. sera 
sulfur. nslov. ser ßavus. aslov. sert. s. sijer rubigo: aind. hra hell- 
gelb, lit. sirmas. pol. szary entsteht aus siary: befremdend ist cech. 
sery. sijati splendere: aind. sjä, sjäte brennen, sjeta, sjena weiss: 
dagegen got. haisa- fackel. Mit sijati ist sevanije splendor verwandt. 
sikora p. meise. nsl. sikora usic, c. sykora geschrieben, beruht auf 
einer w. sik, wie das p. zeigt : verschieden davon ist die w. syk : 
f. syczec, das mit lit. haukti zusammenhangen mag. sirit caeru- 
leus: aind. sjena weiss. sipeti ^. zischen: vergl. lit. saipiti aus- 
lachen, sirt orbus : vergl. seirJs witwer. sivL canus: vergl. aind. 
sjäva braun, armeii. seav dmikel. npers. sijäh und aind. sjäma 
dunkelblau, lit. semas blaugrau. lit. sivas canus: siv^, siiit, sijati 
sind wurzelhaft verwandt. slama stipula: ein lit. salmas fehlt: 
lett. salms : dagegen griech. /.aXa|j,o?. ahd. halam. slana pruina: 
lit. salna: vergl. slota. slatina. slatina palus: lit. saltinis quelle, 
eig., wie aslov. studentcb, kalte quelle, wie Kurschat das wort 
erklärt. slava gloria: lit. slove. Vergl. sluti. sleme trabs : lit. 
salma. sloniti lehnen, nsl. sloneti intrans. : lit. sleju, sleti. lett. 
slenu, slet. aind. h'i, srajati. ahd. Minen, griech. /./vi'vc'.v. Verschieden 
ist aslov. kloniti. c. cloniti: lit. klonoti s ist klanjati se. Entlehnt 
ist auch lett. klanite s. slota hiems. r. c. slota. p. slota. abaktr. 
sareta. npers. sard. armen, (m-t Derwischjan I. 78. lit. saltas 
kalt. Vergl. slana. slatina. sluti vocari: aind. sru, srnöti audire. 
abaktr. sru, .üirunaoiti. griech. -/.Xuo). lat. cluo. got. hlu (hliuman-). 
Mit slu hängt slava zusammen. Vergl. sloves-, slysati. sloves-: 
aind. sravas. abaktr. sravahh. griech. -/.Xeoq. Vergl. sluti. slysati 
audire : aind. srus-ta auditus. abaktr. srus-ti f. auditus : davon sluht 
auditus. abaktr. sraosa oboedientia. Abweichend lit. klaustti. sI-l- 
ZTikt lubricics : vergl. lit. slauzu schleiche. soha. fustis: vergl. aind. 
sas, sasati. sokol^ falco. nsl. sokol usw. : vergl. aind. sakuna : 
lit. sakalas ist entlehnt. sonn.: nsl. s. som. c. p. sum silurus : lit. 
samas. lett. sams. somi. ist aslov. nicht nachweisbar. son> in vtsori» 



2Q4. k-cnnsonanten. 

asper. nsl. osoren severus. asiov. srT>nin'B e pilis f actus : vergl. lit. 
seras horste, serti s sich haaren, aincl. salja stachelschicein. sopa 
blase vergleicht man mit lit. svapseti, svepseti. srami) pudor. r. 
soromt tüird mit ahd. härm verglichen : Verwandtschaft mit aind. sram, 
srämjati sich abmühen ist nicht zuzugeben. srem>: nsl. sren pruina, 
Tntss. serent : vergl. lit. sarma, salna, serksnas. srein. albus : lit. 
sirmas, sirvas apfelgrau: vergl. das vorhergehende wort. srrbdtce 
cor, deminut. von *sri.do: lit. sirdis. armen, sirt, sg. gen. srti: dagegen 
griech. x.apoia. lat. cord-, got. hairtan-. air. cridhe. Abweichend aind. 
hrd. abaktr. zai'ezdan. svT>sth pili: vergl. lit. seras börste, aind. salja 
Stachelschwein. strtpbttn'L asper : vergl. sort und lit. serpeta splitter. 
Wenn die worte verwandt sind, so steht aslov. strtp- für srxp-. 
siij vac'uus: aind. sünja hohl, leer, ahaktr. süna mangel. armen, sin 
leer: suj soll für svajü stehen, tcas unwahrscheiyilich ist. suka r. canis 
hündinn : aind. svan, sg. gen. sunas. abaktr. span, snni. armen, mit s: 
sun. lit. st% für svü, svans, sg. gen. suns. suva. suka soll für svaka 
stehen: gi'iech. xucov. lat. canis. siinati ejfundere: lit. sauti, sauju 
schiessen : aind. su, savati gatikarman ist unbelegt. sverepi. ferus 
aus svrept : vergl. lit. surpti schaudern. svtt: svbnati, svtteti, 
syitati illucescere: aind. svit, svetate splendere. armen, spitak weiss, 
npers. siped. lit. svit: svisti, svintu. lett. svtst neben kvitet flimmern. 
Hieher gehört sveti> lux: aind. sveta; ferner svetiti. svesta: aind. 
svetjä und got. hveita-. svett sanctus : vergl. aind. svätra opfer. abaktr. 
spenta sanctus. lit. sventas. svraka pica. nsl. sraka usw.: vergl. 
lit. sarka. svarkm, svarkseti quaken, sijto aus sato centum : aind. 
sata. abaktr. sata. lit. simtas: griech. ^xaiov. lat. centum. got. hunda-. 
st hie: armen, sa. Zeitschrift 23. 37. lit. lett. Ms, dagegen got. 
hi-mma, ei-hidre. griech. it.€i. lat. ce, ceciter. svrtcati sibilare: lit. 
§virksti: hiemit hängt vielleicht svraka pica zusammen. syöeti 
sibilare: lit. saukti rufen neben kaukti heulen. tesati caedere: lit. 
ta§Ui und aind. taks, taksati, lat. texere, griech. xsy.Twv, hat k vor 
s eingebüsst. ti"Lsa, tristb seta : vergl. lit. trusas röhr arundo. veselt 
hilaris : aind. u&ant willig, abaktr. an-usant widerwillig, dagegen 
griech. iy-ov-r: £/.o)v. viseti pendere: aind. vis mit ä in der luft 

schiveben. vbst vicus: aind. vesa. vis-pati. abaktr. vaesa. vU-paiti. 
lit. ve§-pats, dagegen griech. roly.oc, o-xcc. lat. vicus. vi^si. omnis : 
aind. visva. abaktr. vlspa. apers. visa : lit. visas weicht (d) : ent- 
lehnung aus dem, slav. ist unwahrscheiiilich. 

Die Verwandtschaft der nun folgenden, manchmnhl ':usammen- 
gestellten worte ist teilweise problematisch ; bei den icirklich verwandten 



s aus k. 260 

finden sich abweichungen : brysati abstergere: lit. hraiikü streichen, 
abstreifen, cevb in cevtnica lira : lit. seiva. celo, lett. kjelis, frons: 
vergl. aind. siras. abaktr. mranh haupt. kamy (kamen-) lapis : aind. 
asman. lit. ahnen-, krava vacca: abaktr. srva hörnen. kri.miti 
nutrire: lit. serti. rog"B cornu: aind. srhga. svekrt socer: aind. sva- 
sura aus svasura. abaktr. qasura. armen, skesur f. lit. sesuras. griech. 
kv.'jpöz. Vergl. Zeitschrift 23. 26. 

Das hier behandelte a ist vorslavisch, es ist jedoch der Ursprache 
fremd. Nach Fr. Müller y Die gutturallaute der indogei'manischen 
sprachen, Sitzungsberichte, band, 89, besass jedoch schon die indo- 
germanische Ursprache zwei reihen von gutturallauten, die er vor- 
dere (k^J und hintere gutturale (k) nennt, s in icorten wie desett ist 
keinesfalls auf slavischem boden erwachsen. Dem entgegen hat man 
behauptet, das slav. habe in worten dieser art ursprünglich s gehabt 
und habe es später in s veriuandelt. Die berechtigung zu dieser theorie 
glaubt man im lit. gefunden zu haben, das in den betreffenden worten 
s bietet. Hiebei wird eine einheitliche lituslavische spräche voraus- 
gesetzt, die für aind. das in dasan zehn nur des kannte, eine Vor- 
aussetzung, die weder beiciesen, noch beimisbar ist. Dass im lett., das 
den s-laut kennt, die hieher gehörigen icorte: desmit decem. mist 
misceri. nest ferre. astoni octo. ass acutus, palss gilvus. praslt inter- 
rogare. sens foenum. sams silurus. sirds cor usw. s für lit. s bieten ; 
dass im preuss. dasselbe stattfindet, darf gegen die ansieht von einem 
lituslavischen des angeführt iverden. Die Spaltung hinsichtlich des s, 
die zwischen slavisch und litauisch eintritt, besteht auch, anderwärts: 
die arischen sprachen des heutigen Indien haben die Unterscheidung 
zwischen s und s aufgegeben, es loird dasa für dasa gesprochen 
Beames I. 75. und vom präkrit sagt Lassen, Institutiones 219: ,Solus 
huius sermonis sibilus s est, cpd s et s sanscritica in se continet.' 
Dagegen bietet das sich den arischen sprachen Indiens anreihende 
zigeunerische für s regelmässig s : bes sich setzen : aind. vis, upavis. 
bis zwanzig : aind. visati. des zehn : aind. dasan. kus beschimpfen : 
aind. krus. nas weggehen : aind. nas. rus böse werden : aind. rus, 
rus. saströ Schwiegervater: aind. svasura aus svasura. sach kohl: 
vergl. aind. säkha. sastö gesund : aind. sasta faustus. sastir eisen : 
aind.. sastra telum. sei hundert: aind. sata. seid strick: aind. sulva. 
sero köpf: aind. siras. sil kälte: aind. slta. sing hörn: aind. srhga. 
sosöj hase : aind. sasa. sucö rein : aind. suöa blank, sukdr schön : 
aind. sukla licht, weiss, rein, sukö trocken: aind. suskha. sulav fingen: 
aind. sudh rein werden, npers. sustan reinigen, vas wegen: vergl. 



266 k-consonanteu. 

aind. vas icoUen, armen, vasen rcegen. avg. vas kati desshalh. sun 
hören: aind. sru. siing neben sung riechen: aind. sihgh in upasiiiha. 
sut essig : aind. sukla. suvlö angeschwollen : vergl. aind. svi schwellen, 
mna angeschicollen. trusül kreuz: aind. trisida dreizacJc. Sollen wir 
nun sagen, dass die heutigen arischen sprachen Indiens ehedem s für 
aind. s besassen, es aber später in s verivandeltenf Oder dass die 
vorfahren der Zigeuner s für aind. s sprachen und es später durch 
s ersetztest? Weder das eine noch das andere. Aus altem k^ hat sich 
hier s, dort s entwickelt: bei den Slaven jenes, bei den Litauern 
dieses, bei den den Litauern so nahe verwandten Letten und Preussen s 
icie bei den Slaven. Es gibt keine lituslavische spräche; es hat auch 
keine einheitliche spräche gegeben, aus der sich litauisch, preussisch, 
lettisch entioickelt hätten. Vergl. A. Hovelacque, La linguistique 398. 

IIL Das dritte s ist ur sprachliches s: hosi,pedibus nudis: lif. basas. 
gasiti exstinguere : lit. isgesiti. g-las-i vox : lit. garsas. kysnati made- 
fien, fermentari: aind. cns, cüSati sieden, meso caro: aind. masa. 
armen, mis. got. mimza-, sam-L ipse: abaktr. häma gleich, sedmi. 
Septem: aind. saptan. sesti considere. sedeti sedere: aind. sad. s§k- 
nati fiuere : lit. seiikii, sekti. slep's caecus : lit. slepti celare. lett. slept : 
vergl. pr. aukliptts occultus. sociti indicare: lit. sakiti. struja ßuen- 
tum: lit. srove. aind. w. sru. svoj suus: aind. sava. sjui, ßlius: 
aind. simu usw. stsati sugere : lett. sukt, sucu. lat. sugere : sts glaubt 
man aus sük-s erklären zu können. 

Das slavische besitzt demnach in der tat dreierlei s : das 
ursprachliche: sednib^ das vorslavische, jedoch, wie ineist behauptet 
icird, der Ursprache fremde: desett und das slavische, d. i. auf 
slavischem boden erwachsene: nicsi von meht. 

20. Mit ausnähme von sestb sex : abaktr. khsvas. aind. sas. lit. 
§esi (Ascoli, Studj 2. 408) ist s durchgängig auf slavischem boden 
entstanden, entweder, loie gezeigt ivorden, aus h, oder, wie später 
dargelegt werden wird, aus s, das sowohl das ursprachliche als das 
aus k^ entstandene sein kann. 

21. I. Eine entwicklung des g-lautes ist %, d. i. dz, in bestimm- 
ten fällen, namentlich der stamm- und der Wortbildung ; sie findet sich 
jedoch auch im wurzelhaften teil der ivorte: a) klade7,b. ktnez^b. 
pene7,b. skile^t. vite/^b; je7,a, polb/.a, polb7,bni., stb7,a. Daneben 
finden wir auch obra7,i ; lo7,a, r:7,-d, sl'b7,a; podvi7,ati se, pomi:^ati, 

ose:^ati, ST.te:^ati se, trbj^ati, razdii^ati und lob7,ati, b) boi^e. 
bie^^. örbto^e. jus;e. neda^e. no:^e. pii':^c züpYsc. slu7,e. lbs;l. 
drui^emb. mno7,i. sne7,i. strati7,i. oblo^i. poiuü7,i. vi-L/,i. nebre7,em'L. 



2 ans r1, gh". 267 

vT>vi"i,7,ete. c) a^t. jez.yki). ray^iti se. obre^anie. otvi"i>3;aetb. otvrt^e 
se. v'i>2;iska. ^elie. ^elo. 5;enica. pro/,ebnati. ^idati. :^lak'i). ^^lyj, 
^loba. ^niij, u^reti. 5;verb. ^vecati. ^vekt. ^vezda. 3;vbneti. Es sind 
dies die seile 251 nachgewiesenen worte mit 7,, d. i. dz, die den Stempel 
ihrer entstehung aus formen mit g noch an der stirne tragen. Man 
kann jedoch nicht behaupten, dz sei in allen diesen worten gleich 
berechtigt : man darf über das vorkommen desselben in jenen formen 
überrascht sein, die ein altes z darbieten: a^i>. je^ykT>. otvr'Bz.ati. vtzi- 
skati. u^reti ; dasselbe gilt von lob:^ati. lo7,a. obra7,'B. ra^iti se. obre- 
7,anie. ri7,a. sl'i>7,a: iii allen diesen formen ist eine Verwechslung des 
z, mit z in der schrift vorauszusetzen, da die annähme kaum erlaubt 
ist, es habe sich bei einigen derselben uraltes dz erhalten. Das in 
der stamm- und ivortbildung aus dem g entstandene dz, z gehört der 
slavischen periode an. Hieher rechne ich auch manches z in dem 
icurzelhaften teile der icorte wie zeit vehemens, lit. gailas; zvezda, 
lit. zvaizde stern neben gvaizdika lichtnelke, lett. zvaigzne; zvizdati, 
lit. zvingu, zvigti; zvLneti, zvont: dasselbe gilt von dem etymologisch 
dunklen ztAi, malus: wenn der s. g. Margarethen-psalter zgloba, 
zglobic, zg-lobliwy bietet, so glaube ich zg als aus dz entstanden 
erklären zu dürfen, so dass zgloba für dzloba stwide, da man das 
wort doch unmöglich von ztli. trennen kann : vergl. rumun. sglobjü 
petulans. Das vorkommen von dz ist im poln. bezeugt durch dzwon 
covipana, aslov. zvon'i> sonus, das mit aslov. ^vbneti zusammenhängt usw. 

IL Älter sind diejenigen slav. z, die lit. z gegenüberstehen, von 
denen nun zu hand.eln ist. 

Wie sich k in k und ^•' gespalten hat, so sind auch g und c/' 
so wie gh und gh^ zu unterscheiden, g, gh sind icandlungen in c-laute 
nicht unterworfen, während g\ gh^ im abaktr., armen., lit. und slav. 
Veränderungen unterliegen, g^ : aind. g. abaktr. z. armen, ts. lit. 
z. slav. z. gh^ : aind. h. abaktr. z. armen, z, d (dz), t (ts). lit. z. 
slav. z. Daher agni : aind. agni. lat. igni-s. lit. ugni-s. aslov. ognt, 

iilav. z für f/' und gh^ findet sich in den hier verzeichneten 
icorten , denen jene beigefügt erscheinen, in welchen slav. z lit. z 
gegenübersteht, wenn auch aind. g, h usw. nicht nachgewiesen werden 
können. Einige von den angeführten formen bleiben problematisch : 
sie können von den sicheren leicht geschieden werden. 

AzT,, jazii ego. ghK aind. aham.. abaktr. azem. apers. adam. 
armen, es für ez. lit. as für az. pr. lett. ez: anders griech. evo). 
got. ik. azno, jazno corium detractum für azbno, jaztno. gK aind. 
agina. abaktr. izaena. Vergl. aind. aga bock, abaktr. azi. armen. 



268 k-consonanten. 

aif. Ut.ozls. gnech. <xh(ic. az^ in aztk'L angustus. ghK aind. ahu. alias, 
ahaktr. azahli. armen, anduk angustus. *az'i,, aind. cum, in azxkt 
hängt mit vez&ti für ezati ligare zusammen: griecli. ä^xw. azikaco?isa?i- 
guineus und ag-K angulus dagegen setzen eine w. eg voraus. bez% sine. 
ghK aind. hahis draussen. hahja der draussen ist. lett. hez: lit. he 
wohl aus hez. Vergl. Pott 1. 390. blazina nsl. polster, matratze. 
ghK aind. harhis matte, ahaktr. herezis. armen, hard. blizna cicatrix. 
gh^ lüird mit ursprachlichem hhligh, lat. ßzgere, got. hliggvan, lett. 
hlaizlt quetschen, schlagen vermittelt: von der gleichen ic. bliz stammt 
blizb, hlizTy prope, hlizi>h.-h propinquus, daher eig. a^istossend; bliznbcb 
geminus, testiculus: griech. aosAsot, mnd. broderen. c. ubliziti, ubli- 
zovati, ublihovati nahe treten, verletzen und aslov. pribliziti appro- 
pinquare. blizika consanguineus setzen eine ic. hVig voraus. breza 
hetula. gK aind. hhürga. osset. harze, lit. herzas. ahd. hirchä. briizt 
citus. gh\ h. hat g nehen z: btrgo milad. 2. 52. 75. 158. 332. 
525. i^. bardzo, ehedem barzo, valde. aslov. br^zina heruht auf 
br-iZT), br-LZüj auf brtg-t. Dasselbe findet statt hei aslov. lez durat., 
lazi iterat., das h. leg verk. 22. milad. 150. 305. lautet, und s. izljeci, 
izljeg-nem nehen izljesti. Man vergl. aslov. blazn-i error, nsl. blazen 
stultus und klr. biahyj usic. uiz-i U7id das auf nigx beruhende 
nizaje. briizt : aind. barh, brhati stärken, harhanä valde; andere 
denken an aind. hhurag, das aus bhurg entstanden sein soll, (irtzi. 
audax, eig., wie es scheint, fortis. gJiK aind. darh festmachen, ahaktr. 
dereza band. lit. dirzas riemen: vergl. drtzati tenere, welches nicht 
auf driiz, das dri.zeti ergehen icürde, sondern auf dr-Lg- beruht Fick 
I. 619. 634. IL 581. gi'yza mordeo: lit. grauziu, grauMi. gruzi- 
neti. g"Lziti* j;. g'zic stechen, heissen, toben, lit. guzeti für r. hiipetb, 
kisetb. izT. ex. lit. is für iz. lett. iz. pr. is. jazva vulnus. lit. 
iz in suizu abbröckeln. j;r. eysico (aizwo) wunde, lett. aiza spalte im 
eise. jazT. canalis, eig. icohl agger. nsl. jez. b. jaz. klr. jiz, r. dial. 
ezi.. c. jez. p. jaz: lit. eze. lett. eza feld, rain. jezero lacus: lit. 
ezeras. pr. azaran acc. jezb erinaceus. ghK griech. iyhoq. ahd. igil. 
lit. ezis, azls. lett. ezii-; jezb beruht loahrscheinlich aicf jezJT>. lizati 
lingere. ghK aind. rih, rihati. lih, ledhi. armen, lizel, lizanel. lit. lezti, 
laizlti. griech. 'kv:/m. got. laigon. lat. lingere. Hieher rechne ich auch 
jezykT> lingua. armen, lezu. pr. insuieis (d. i. inzmois). lit. lezuvis. 
loza jjalmes: lit. laza Jlintenschaft nehen lazda haselstrauch , lett. 
lagzda, lazda. mczhüi, iunior : lit. mazas klein. inHza*: cecli. mlza 
monstrum. lit. milzinas gigas. lul'bza mulgeo. gK Man merke b. 
moldzese milad. 361 : aind. marg, mrgati. ahaktr. marez. armen. 



z aus g', gh'. 269 

mardel reihen, lit. melzu, müzti, apmalzlfl, dagegen griecli. aij.i/.vu). 
mtzeti. gliK nsl. mzeti, muzeti stillare : iz breze mzi aus der hirke 
träufelt es: s. mizati V. mingere ist denomin. lit. mezu, mtsti. lett. 
mJzu, mJst. mlzals. aind. mih, mehatl mingere. mihira. meha. ahaktr. 
miz. gaomaiiza. osset. mezim mingere. armen. mEz urina. mizel min- 
gere. griech. ii;.'./j'a). y^.iyj.r,. lat. mingere Zeitschrift 23. 25: lit. migla 
ist entlehnt. Ahiceichend aslov. mezg-a succus. mbg-la nuhes usw. 
uhza inßgo : vergl. lit. nezt, lett. nezt jucken, paziti attendere: man 
vergleicht anord. speki verstand. Das icort ist dunkel. pliizeti 
repere : vergl. aind. sphürg und sl'LZ'tk'L. Das icort ist dunkel. rezati 
caedere: lit. rezti, reziii. anord. raka Bezzenberger. rezati hinnire. 
nsl. hrzati : z ist aus dem praes. eingedrungen : klr. erzaty. r. rzatb. 
c. rzäti: lit. arzti Geitler, Fonologie 69. slezena lien. ghK lit. 
hluznis, hluzne. aind. pUhan. ahaktr. spereza. npers. supurz: vergl. 
armen, paita^pi Dervischjan I. 56. griech. Gizkdyyya. c7:Kr,'K lat. lien 
aus plehen. sl-Lza lacrima, eig. quod emittitur, efßuit. gK aind. 
sarg, srgati von sich lassen, ausgiessen und sargas ausfluss, tropfen, 
ahaktr. harez loslassen. Zweifelhaft icegen sarg. slT.zT>k'L luhri- 
cus: vergl. lit. slauzu, slausti schleiche und pltzeti aus spltzeti. 
veza veho. gh\ aind. vali, valiati. ahaktr. vaz. armen, vazel. lit. 
vezu. griech. fiy^oq. lat. veho. got. ga-vag-jan. veznati: nsl. povez- 
noti modo inverso collocare: vezel lonec: vergl. lit. vozu, voSti mit 
einem deckel zudecken. vr^za: povresti ^«i^are. gK lit. verziu, versti. 
Vergl. aind. varg, vrnakti drängen und ahaktr. varez, varezjeiti 
icirken Fick 2. 238. 234. vizi, avxi: Uf. uz. zabt dens. gK 
aind. gabh, gahhate, gamhhate mit dem maide packen, gamhha. 
ahaktr. zafra rächen, lit. zamhas kante eines halkens. lett. zuhas zahn. 
Damit hängt zusammen c. zubadlo, lit. zahoti frenare. zahokUs fre- 
num. Dagegen griech. Yqxcpsc. ahd. champ. nhJ. kämm. Vergl. zeba. 
zelent viridis. ghK aind. ghar, gigharti, ghrnöti glühen, hrennen. 
gharma calidus. hari gelh. hiranja gold. ahaktr. zairi. garema. armen, 
zarik ßittergold : iv. zer, ztreti spectare. zorja splendor. zelo olus. 
zlakt herha aus zolkTb: ein r. zolok^ usw. ist unnachiceishar. zrakt 
Visus aus zorki.. zlato aurum aus zolto. lit. zelti virere. zalias viri- 
dis, zelmen-. zole. ziureti spectare. zereti splendere. Davon dürfen 
auf gh zurückweisende formen nicht getrennt iverden: zHöb neben 
zltcb hilis, zlitT. flavus aus zelöt, zelti. ; ferners nsl. g-olen unreif 
(golene hruske). golenec unreife frucht, wofür auch zelen gehraucht 
wird, goreti ardere. gortki. amarus. greti calefacere : gr-e. Schwierig 
ist die erklärung von zai"L : pozart neben zer- in zeratxk'B, zarattk-L. 



270 k-consonaüten. 

zemlja ^erra. ghK abaktr. zemf. armen.tamdli.Ut. zeme, griecJi. ya\KOL>.. 
lat. humus und ahiceicJiend aind. gam, sg. gen. gmas und gam, sg. gen. 
gmas. zeba dilacero. g^. Vergl. aind. gabli, gamhhatü. abaktr. zenib 
zermahnen, zaf-an, zaf-ra mund, rächen, lit. zeheti. aslov. zobati. 
Uf. zehti: aslov. zeb (zebnati) germinare. lit. zemheti mag mit zeba 
dilacero zusammenhangen und eigentlich ,spalten' bedeuten Fick 2. 
ö60: auch zeba frigeo gehört hieher : vergl. zabi. Zeitschrift 23. 25. 
zetb gener. gK aind. gan, ganati nasci. ahaktr. zan. armen, tnanil. 
lit. zentas gener neben dem abioeichenden gentis cognatus : griech. 
Y'!Yvo[j.a'.. lat. gigno. zi hervorhebend: ovtzi, oin.zi: aind. hi aus 
ghi. abaktr. zl. armen, zi. Neben lit. gi, pr. dlgi, deigl besteht lett. dz 
in nedz neque und aslov. ze. aind. ha, gha. zidati condere: lit. zedu. 
zima hiems. ghK aind. hima aus ghaima. abaktr. zima. armen, dmern. 
diun Schnee, lit. zema. griech. yv.\}Mr). zinati hiare. ghK aind. hä, 
gihlte. abaktr. zä, zazaiti auseinandergehen machen, lit. zioti, zioju. 
griech. yjxbm. lat. hiare. zliva glos: vergl. griech. -(y'/.iMz. lat. glos. zuati 
noscere. gK aind. giiä, ganati. abaktr. zan neben znä. znfitar. osset. 
zond kenntniss. armen, tanoth. lit. zinoti. griech. y^m: •(rcmr/M. lat. 
[gjnosco. got. kan. zobati edere. gK lit. zebti. zebeti. aind. gabh, 
gambhate vergl. zeba. zova voco. gh\ aind. hu, havate. hvd, hva- 
jati. abaktr. zu, zavaiti. zbä, zbajeiti. armen, n-zov-kh ßuch. zreti 
maturescere. gK aind. gar, garati morsch, gebrechlich icerden. abaktr. 
zaurva alt. osset. zarond alt. armen, ter alt. griech. Yspiov. Hieher 
gehört auch zyt^ho granum. avg. zarai kern. lit. zirnis: daneben 
zr'Lny. lit. girnos jpl. Zeitschrift 28. 25. zvevb fera. ghK lit. zveris. 
Für gh^ spricht griech. 0?;p neben o-^p, v.» in vbst snigh neben Bepp-o? 
gharma. zvert, ^vert, ursprünglich vielleicht schlänge, kann mit aind. 
hvära m. schlänge zusammengestellt werden. zvega cano. zviz^i. 
sibilus. r. zvjaga blatero. lit. zvengti hinnire : hiemit ist aslov. zvbiieti 
sonare, zvorn. campana, p. dzwono ; aslov. zveknati, b. dzveknt zu 
verbinden. Vergl. got. qvainön iveinen. ztl'B malus, eig. tcold schwach : 
nsl. slab scincach und schlecht: vergl. aind. gm- in verfall kommen, 
nebenform von gar, garati. Vergl. seite 267. 

brezg"B dilucidum ist zu vergleichen mit aind. bhräg. abaktr. 
bardz: vergl. mezg'a seite 269. unter mtzeti. Abweichungen: gast 
anser. osset. npers. ghäz. armen, sag aus gas. aind. häsa. lit. zqsis 
neben zansis, zousis. s. pizma inimicitia ist ngriecli. TrsTry.a und mit 
lit. ptkti zürnen unverwandt. 

z findet sich in den aus dem deutschen entlehnten worten für s: 
gontznati, gentznati salvari: got. ganisan genesen, gerettet werden. 



i aus g, gh. 21 1 

hyzT. domus: got. hüsa-. miza nsl. tisch: dagegen aslov. misa tt-vä; 
patina: got. mesa- z-var, Tpä-s'^a a»6' /af. mensa: vergl. aslov. bljudo 
patina mit got. hiuda- tisch. 

z tritt, nie es scheint^ an die stelle eines ursprünglichen zd : 
groza horror. g-roziti minari: lit. grumzda minae. grumzditi minari. 
greznati immergi. greza coemnn. graziti immergere: lit. grimsti, 
grimstu, grimzdau immergi. gramzd'di immergere. z und z liehen es 
sich der sie hegleitenden consonanten zu entledigen, daher bozi für 
bodzi. bozij für bodzij. 

Dunkel ist slezii malva, nsl. siez, sklez, p. slaZ; lit. zlugies 
hei Szyncid 341. 

22. Zu den aus g entstandenen lauten gehört auch z, das, loie z in 
bestimmten fällen, icahrscheinlicli erst auf slavischem hoden sich ent- 
loickelt hat: zaba rana: pr. gahaico kröte. zalt dolor. zasnati 
stupefieri: eine hypothese seite 60. ze vero: lit. gi. aind. gha, ha: 
vergl. zi. zeg'Lzulja in zeg-tzulint cu^uli. c. zezhule: lit. geguzt. 
lett. dzeguze. zeleti cupere, lugere: aind. har, harjati desiderare. 
zely testudo : griech. yi'LJc. zensi femina: pr. gamia, genno. got.qinön-. 
armen, kin, pl. gen. kanant. ahaktr. ghena, geni. aind. gnä, gani. ze- 
ravB grus aus zravfc; zrevt: lit. gerve. zica, d. i. zi-ca aus*zix oder 
*zija nervus. h. zieh. s. zica filum : aind. gjä. ahaktr. gja hogen- 
sehne. lit. gija faden : hieher gehört auch zila vena, eig. sehne : lit. glsla 
von gleicher hedeutung. zivt vivus: lit. glvas. aind. glv. glva. armen, 
keal vivere. apak'inel reviviscere. zleda compenso aus zelda. zltdeti 
desiderare: aind.gardh, grdhjati. ztra voro. zrelo, griilo aus zera, zerlo, 
gerlo, lit. geriu. armen, -ker in compositis. ahaktr. -gara in com- 
positis. garanh kehle, aind. gar, girati. ztra sacrifico aus zera, eig. 
wohl laudo : lit. giriu. aind. gar, grnäti. zi"i>ny pistrinum aus gerny. 
lit. girna. got. qairnu-. lett. dzirna. aind. gar morsch icerden. Zbdati, 
zadati neben zidati desiderare: lit. geidu. lett. gaidu. Vergl. zedeti. 
zbma, zeti conqjrimo. ZLnja, zeti demeto : lit. gentti bäume beschnei- 
den, hauen, zbva, zavaja neben zivaja mando. p. zu6, zwac : alid. 
chiuwan. stezeri. cardo : lit, stagaras Stengel, azt anguis: lit. angis. 
lett. ödze. aind. ahi. ahaktr. azi. armen, iz neben öd. griech. iyj.c. 
ahd. unc: azjt. Hieher gehört auch der name des schlangenleibigen aals : 
aslov. agort in agoristt. lit. ungurts. griech. h(-/r£KMq. lat. anguilla. 

z ist in einigen entlehnten icorten aus j entstanden : zidint, 
zidovini. iudaeus. nsl. zidov. s. zudio, sg. gen. zudjela. ziiki) 
iuncus glag. zupa glag. zupanx vestis genu3 : mlat. jupa. kr. zezin 
ist lit. ieiunium. z scheint unmittelbar ans dj, dz hervorgegangen. 



272 k-consonanten. 

Deutscliem s (^fönend) entspricht z in folgenden icorten: papezb 
papa: ahd. hähes. zupel^ sulfur: alid. sueful. Man merke z in krizt 
crux aus *krjiizi>: ahd. cJinuze, krüzl aus Tat. crux, crucem. Vergl. 
kalezL calix, calicem, das ahd. Icelih lautet: kr. kalez. 

TJrsprachliches g hat sich erhalten in: ag-lb carho: aind. agära. 
lit. anglis. bog"i> deus : aind. hhaga glück, herr. gadati coniectura 
assequi. p. g'adac loqui: aind. gad loqui. lett. güddt curare: abwei- 
chend lit. zadiiti sagen. Man beachte die teilioeise auseinander gehenden 
hedeutungen und afür a. gasnati exstingui: aind. gas, gasate fessimi 
esse, ahaktr. zah abwenden. Auch lit. bewahrt das ältere g: gestu, 
gesti, woraus lett. dzestu, dzist. g-lag-oli. verbum, d. i. g-la-g-olt: 
aind. gar, grnäti reifen. gora mons: aind. giri. abaktr. gairi. lit. 
gire icald: vergl. b. g'ort. s. g'ora v:ald und sp. monte berg und 
gehölz; im zürcherschen 's pirg berg und wald. govedo bos: aind. gö. 
abaktr. gao. npers. güv. armen, kov. govtuo stercus: aind. giitha. 
abaktr. gütha. npers. güh. armen, ku. kurd. gü. griva iuha. grivtna 
collare: aind. grlvä cervix. abaktr. grlva. grtlo guttur aus gerlo: 
aind. gar, girati. igo iugum aus jtgo: aind. juga neben jug, junakti. 
abaktr. jaokhta. armen, zojg paar. lit. jungas. jungti, junkti. uagi) 
nudus : aind. nagna. lit. nogas. ognb ignis : aind. agni. lit. ugnis. 
pegT> varius: aind. piiig, jnhkte usic. g ist im. slav. icie im lit. zugleich 
der nachf olger des ursprachlichen gh: degott r. teer: aind. dah, 
dahati. abaktr. daz, dazaiti. lit. degu, degti uri. degutas birkenteer, 
p. dziegie6. dli>gi> longus: aind. dlrgha. abaktr. daregha. lit. ilgas 
wohl für dilgas. glacH /ames: aind. gardh, gardhjati. got. gredu-. 
Ibgxk'L levis: aind. raghu rennend, laglm leicht, abaktr. reng hurtig 
sein, armen, erag rasch, lit. lengvus, lengvas. mtgla nebtda: aind. 
megha. abaktr. maegha. osset. miegha. armen, meg. lit. migla, das 
jedoch entlehnt ist seite 269. suegi> nix: aind. snih, sni^hati feucht 
icerden. abaktr. sniz, matzhaiti. lit. snigti, sniga. sntgas. stignati 
venire : aind. sfigh, siiglmati. griech. 'z-zi/io : stbza. semita ist auf 
slav. bodeu entstanden usw. 

23. Wie dz, z aus dem. g -laute, so ist c aus dem k hervorgegangen. 
Dies tritt ein in der wort- und stammhildung, seltener im wurzel- 
haften teile der worte. a) raci von raki.. seci von sek, race, raceht 
von rak'L. tacenib, tacema usw. von tak't. secete von sek. b) borbCL 
pugnator. sltnbce .sol. boli>nica mulier aegrota. secati neben sekati 
von sek. c) cediti colare. cevb in cevbnica lyra. cegH solus. ceK 
integer. c^n& pretium. ceTpiti findere. cesta, platea. cest'ü'i purgare, cesta 
jjraep. gratia. nicb r^^rf-rt^c pronus überrascht: aus der w. nik würde 



cvi neben kvi. altes k. 2lO 

niÖB zu ericarten sein: mit sicb aus sikjx ist nicb nicJit zu ver- 
gleichen. 

24. Der jüngere Ursprung des c im aslov. cvileti plangere. cveliti 
affligere, eig. facere ut quis plangat, und cvbta ßoreo erhellt aus dem 
in anderen slav. sprachen erhaltenen k: c. kviliti lamentari aus und 
neben kvieliti, eigentlich lamentari facere. p. kwilic. roskwilac. 
kwielic : nie godzilo sie im ledwie dumy kwielic. Vergl. klr. 
zakvylyf bibl. I. kvilyty icimmern und cviJyty schlagest verch. 77. r. 
razkvelitt tichonr. 1. 264. Dah. und os. cvila, C"^ela cruciatus: man 
vergleicht ahd. quelan; andere denken an Ut. kaullti und ags. livelan. 
c. ktvu aus kvtu, kvisti. p. kwte: zakwcie, aslov. zacvbtet'L, kvis6. 
os. ktii florent für kvtu, aslov. cvitatt. ns. kvitu, kvisc ; wr. gilt 
cvisc und kvis6: Ut. kv'dtka ist entlehnt. Dasselbe tritt ein bei nsl. 
cvicati. s. skviöati stulli und c. kviceti. p. kwiczec, kwiknac gati- 
nire. klr. kvycaty und skovycaty. r. kvicatb. lett. kvekt; nsl. cvröati 
sonum edere und s. skvrcati, kvröati. p. skwierczec. Dagegen bietet 
aslov. skver : raskvreti liquefacere, für nsl. evreti, 2^- skwar schmel- 
zende hitze. 

25. Wie ferner z aus g, so ist c aus ursprachlichem k entstanden. 
cesati rädere, pectere : aind. kas; vikas findere. öetyrije quatuor: aind. 
catvar-. abaktr. cathicar. Ut. keturi. ci"BVb vermis aus cervb: aind. 
krmi aus ka^rmi. Ut. kirminis. lett. cirmis. ob in öbto quid: aind. 
ki-m. ki-s. abaktr. ci-s. Si-t. cbta numero : aind. cit bemerken u^w. 

26. Ursprüngliches k hat sich erhalten in ki^bti. talpa: aind. 
kart, krntati schneiden. krtvb sanguis : aind. krü in krü-ra blutig. 
Ut. kraujes. kruvinas. kupa acervus: abaktr. kaofa berg, buckel. Ut. 
kaupas. kt in kiito quis : aind. ka. Ut. kas. ktki. coma : abaktr. 
kaca. lik, Ibk in otleki. reUquiae: aind. ric, rinakti. lük in 
luna luna aus lukna, luöa radius: aind. ruc, röcate. peka coquo : 
aind. pac, pacati. abaktr. pac, pacaiti. teka fluo : aind. tac cur- 
rere. Ut. teku. vl^kt lupus: aind. vrka. abaktr. vehrka. Ut. vilkas. 
vyknati assuefieri, discere aus tknati : aind. uc, ucjati gefallen finden, 
ucita gewohnt. Ut. junkti: ukis aus ukjas icohnhaus vergl. mit aind. 
öka haus, icohnsitz und serb. zaviöaj ort, an den man sich gewohnt 
hat, heimat, aslov. *za-vyö-aj. lett. jükt. got. üh: biühts gewohnt. 
-kl. suff'. Ibg-x-ki. levis: aind. -ka: dhärm-i-ka gerecht usw. 

27. Griech ■/ g^ht nicht selten in k über : izb kersone neben kb 
hersonu lam. 1. 24. krizbma triod.-mih. neben hrizma. krtstijan^ 
sUpc. kristijaninb lam. 1. 149. neben hristijaninb sis. hristijanica 
lam. 1. SO.. 

18 



2^4 k-consonanten. 

28. Ausser 6, z, s und g, z^ s gibt es im aslov. noch eine ver~ 
icandlung von k, g, h. Wenn nämlich diese laute in fremden warten 
vor \, e, h, e stehen, so gehen sie häufig weder in 6, z, s noch in c, z, s 
über, es rückt bloss ihre articulationsstelle nach vorne an den harten 
gaumen, wodurch k und g in tj, gj übergehen^ während h jeiieii laut 
erhält, den Brücke 64. mit yj bezeichnet. Der gleichen modification 
unterliegen k und g im serbischen in ivorten wie ceremida, cesar, 
6iril y.epoL[).{q, -/.aTcap, ^uptXXo? U7id gjeorgjije, gjuragj, magjistrat 
yewpYto?, magistratus usw. Dass das dem g entsprechende glagoli- 
tische zeichen den laut des magy. gy, serb. tf, gehabt habe, ist auch 
P, J. Safarik's ansieht: Über den Ursprung und die heimat des 
glagoUtismiis 23, der das magy. evangyeliom, angyal und gyenna für 
eine erbschaft nach den aus diesen gebieten geioichenen Slovenen erklärt. 
Dass sich in levLgity aus i ein j entwickelt habe und dass dieses j 
graphisch durch g ausgedrückt sei, ist unwahrscheinlich, eben so un- 
wahrscheinlich, dass dem g in den seite 188 behandelten fällen die 
rolle des den hiatus aufhebenden j zugefallen sei. Für serb. t und 
gj wendet das kyrillische aiphabet die zeichen ii und ^ an. Die hier 
in frage kommenden laute werden auf verschiedene art bezeichnet : in 
den ältesten glagolitische?! quellen findet man k, g^, das durch das 
glagolitische zeichen bei Kopitar nr. 12 ausgedrückt idrd, K. In den 
späteren denkmählern hat dasselbe zeichen die geltung des j. In den 
ältesten kyrillischen quellen wird k, g^, Ii angewandt; spätere kyrillische 
denkmähler bieten das aus dem erwähnten glagolitischen zeichen ent- 
standene \\ für k und für g neben k, g vor praejotierten vocalen: 
kje und gje, kju und gju. Ich. gebrauche durchaus die zeichen k, g, 
K: Zogr. k: g-azofilakiovi. gazofilakija. gazofulakija. kenbturiona. 
kesara. kesare. kesarevL. kesarevae. kesarevi. kesai'ije y.atcapsiac. 
eliekimovL £>aay.e([;,. kinsi. kitove tcu '/:q-yjq. kifa *it'/;2/a;. paras- 
kevbg'ii. pistikii 'ttkjtix-^c. kwrintju -/.yp-^viou. sadukei. sadukejska 
neben kesarevi. kesarevoe. kintsb. pistikije. skiuije. skinopig-ie 
und in b. kesarevi. kin^LSTb. kin'LST.ii'LJ. sadukei. sadukee. g": ag'li. 
ag"ly. ang^eli b. [ijg^emonovi -^Yc^wv. g'enisarettska. g'enisarettsce. 
g'en'simani ^eÖcT^j-av^. g"eoiia. g"eone. g^eeua b. g^erg'esinhskyje. g'er'- 
g'^esi[ni>ska|. evag^lie. evag'Iie. evag'^liju. evag'eliju zhy.^;';i'/dO'K leg^eoni.. 
lewgiti.. Jewg"ija A£u(. lewg^üm,. naaügeovi. toj va-fj-ai lue. 3. 25. 
ninevtg'itomt. [ni]nevbg"itbsci. paraskevbg'ii -apajy.sur'^. vit'ag'ija 
ßr,6:paY0. voanirg'isi ß^avsp^sc. Überraschend sind g'elbg'ota. g^el'Lg"()ta. 
g'opL^ota YSAyoGä. g'azotilakija neben gazofilakija "'(ocl^oifu'kd-MO'/ neben 
angli 6. geeneft. skinopigie. g ist das zeichen für 30. li: arlfierei. arllie- 



ki, gi, hi. 275 

reoni'i.. arniereova neben arhierei, ar'hierei. Cloz. I. agii. 881. 889. 
angelt 866. 880. 898. aglm-h 266. 467. arhg-lomi, 266. arb^-mi. 
469. aug-l-Lsk^je 558. evng^lte 87. evan^listi, 168. 178. 241. 665. 
evaug^lskaja 28. evang'skymi 45. egjupta 270. 300. eg'ypta 858. 
egjupteni 316. nehen vidtfagije 43: 555. ist paraskevbg'ija zu 
lesen. Als Zahlzeichen findet sich g 211. 230. 232. 386. 391. Assem. 
ang"li. ang^elj. areopag^itt. evang"elie. evg'listt. evg'en'L. egypet-B. 
egypta. ig'enion-B. g^edhsimani. g"enada. g"enisaretLska. g'eone. g"eor- 
g^ij. g"erg"esinBska. i^emonu. lev'g'ij. levguja. levg'it'B aeuity;?. leg'eon'L. 
paraskevg'ii sg. nom. paraskevgija. serg^e sg. gen. skinopig'ia nehen 
pistikyje. Auch im assem. findet sich g als Zahlzeichen. Mariencodex. 
eväug^lie. paraskevg^ij. Kiever glag. fragmente: angeH zapiski imp. 
akad. naukz XXVIII. 537. 538. Dafür bietet der ostrom. angely. 
paraskevgija, die sav.-kn. g-emonvi 109. g-eri>g'esinonii> 16. gert- 
gesinbskyje 39. egypett 139. levbgija 67. leugiti, 41. paraskevt- 
gija 123. vittfagija 72. neben arhng"!!. 149. Swp. k : akakij 50. 15. 
afrikia 132. 8. thrakia 142. 4. patrikij 433. 5. pinakidy 107. 3. 
halLkidonbski. 15. 2; 442. 18. priugkips 123. 19. primikirij 434. 
27. eydokija 207. 8. ek'bdikij 50. 15. ezekija 174. 5. dekij 73. 
4; 94. 18; 132. 3. isakij 202. 19. sikilija 98. 2. laodikija 170.^. 
likinij 61. 3. markiani. 148. 20. kiti. 298. 25. kivoti, 169. 18. 
kapadokijski, 50. 10. srakintski. 447. 28. neben sracini. 435. 17 ; 
450. 24 usw. nikejsk-B 79. 2; 140. 11; 147. 23. neokesarija 434. 
10. sakelart 92. 4. sakerdon 50. 14. makedoni 94. 20. kela 90. 
16. kenturion'L 133. 16. kerasti) 136. 27. kesart 326. 21. kesa- 
rijski. 163. 27. akyla 256'. 3. priskyla 256. 3. dekebrb 420. 24. 
dekembrb 216. 12. afrikbsk'L 132. 9. patrikb 433. 22. ryndakb 
88. 10. g: aggij 50. 18. frygljski, 101. 23. g-isterbiia 434. 24. 
tragyam. 445. 17. sergij 434. 9; 437. 14. neben sergja 447. 26; 
448. 26. d. i. sergja. magistrijan'^b 13. 4. agg^el-L 93. 6. g'eona 
365. 18. geonbskt 65. 24. g"eonbna 353. 28. eyg^enij 420. 11. 
eyagg"elij 213. 3. Tegeont für leg'eon'b. rigeon-b 423. 29. h: rahiilb 
286. 25. X^ic. bezeichnet k icnd g durch dasselbe zeichen : k : skyno- 
figue 234. g. ang'elb. g^enisbratbsku. g'ensaritscenib. g^eonu. g"eonne, 
geonbskago. g'erg^esinbskye. g^etbsimani. evang'elie. leg"eonb. leugiju. 
levg'i sg. nom.. vitbfag^iju neben kiriemi ■/.v.^'.x\q io. 11. 44. In Srez- 
nevskij, Drev. glag. pam. g'eor'bgi 257. Man merke sev'guri Srez- 
nevskij, Drev. slavjan. i^am. jus. pisbma 221. egjupeti.skyh'b 286. 
geta 385. für '.tö-a. kjura krmc.-mih. kjupriena slepc. kitove. kjurb- 
jakb. levgity izv. 443. 595. 640. kjedi-bski. ev. 1372. igjeinonb. 

18* 



276 c-consonanten. 

g'jeona. gjeorgije pat.-saf. In den späteren denJcmählern fehlt jedes 
zeichen: ninevg-itomi). ag-gelt hon. legeonb. geonu hom.-mih. lev- 
gyja ev.-mih. pri kelari. eügeliamb. liturgiinamt. gramatikije lam. 
1. 19. 27. prikija misc.-saf. cart kesart, kesartstvo mladen. levb- 
gija tur. rasplogenije. zaliogenije tichonr. 2. .367. für serh. -gje- 
nije. Man merke oportcistT, eTropy.tur/^? op. 2. 2. 58. k und g 
würden im s., das ja die laute auch in einheimischen worten kennt 
wie kraci^ mlagji, nicht überraschen: dass aber im aslov. für diese 
laute zeichen bestehest, ist sehr auffällig: h ist auch dem s. fremd. 

E. Die c-consonanten. 

1. C lautet icie ts, z wie tönendes s, s icie tonloses s. Die namen 
dieser buchstaben sind c\, zemlja und slovo : von zemlja 3 ist zu 
unterscheiden dzelo s, ^ und a seite 251. 

2. c, z, s gehen unter bestimmten umständen in c, z, s über. 

A. Hinsichtlich der Verwandlung des c gilt als regel, dass vor den 
lauten^ vor denen k in ö übergeht, auch c in ö verwandelt wird, 
weswegen man geneigt sein kann konbcina auf kontkji., konbk-ina, 
und nicht auf konbcjt, konbct zurückzuführen, lovtöij venator von 
lovbcb. ovbcij ovilis von ovLca. maslicije olivae von maslica. vtdo- 
vicin'B viduae von vbdovica. zajecina caro leporina von zajecL. 
venBcitT. cTs^aviTr,? von venbct. gn^licistb pidlus turturis von grT>lica. 
devicb virginum. von devica. lastoviöb hirundinum von lastovica. 
pttiöb avium von p-btica. konböbn-b finis von konbcb. nemböbski. 
germanicus von nembcb. masliöbm> olivae von maslica. srtdböbn^ 
cordis von si"^bdbce. opiöbsky adv. simiae modo von opica. zfarböbski» 
sacerdotis von zbrbcb. otbcbstvo patriae von otbcb. vbdoviöbstvo vidui- 
tas von vbdovica. otbcevb jyatris von otbCb neben dem unrichtigen 
telbcevb vituli op. 2. 8. 93. von telbcb. nistiöe dejluens aus nisticje: 
inf. nisticati ; ebenso nistieasti. oblicaj ßgura aus oblicjaj von lice. 
grinböarb figulus von gi"bnbcb. konbcati jlnire von konbCb. otbcuhT> 
vitricus von otbCb. Mail merke narusicavb suhrufus von *narusica 
und hadozavB peritus von hadog7>. Die Verschiedenheit, die hin- 
sichtlich der Verwandlung in 6, z, s zwischen! c einer- und z , s 
andererseits eintritt, ist in der relativ späten entstehung des c aus 
k begründet, ein satz, der in den Veränderungen des jüngeren z, 
d. i. i\z, z. b. in kijnezb neben ki.neg'b ^lsw. eine bestätigung findet. 

B. Hinsichtlich der Veränderungen des z ist zwischen dem jungen, 
auf slavischem boden entstandenen und dem vorslavischen z zu unter- 
scheiden: für das erstere gelten dieselben regeln icie für c, daher 



c, z, 8 vor vocalen. 277 

knezij prlncipls. knezije pj'incipatus. kne^istb picinceps iuvenis. kn§^ 
ziti regnare. knczb principls von kuezt^ icofür auch knegi.. vit§ZL- 
stvo militia in glag. quellen: daneben besteht gobbzije ubertas. gobb- 
ziti divitem reddere von gobbz'L abundas , got. gabiga- , gabeiga-. 
Neben vi.dr^ziti inßgere ist häufiger vbdraziti, das mit drag"i> tignum 
zusammenhängt, z in dviza movere ist zwar auf slavischem boden ent- 
standen, kömmt jedoch vor \, e, e, h usw. nicht vor: dvizi impt. ist 
dvizji, dvize partic. praes. act. dvizje usw. poka^ate ist nicht pokazete, 
das diese form bewahren würde, sondern pokazjete; so sind auch 
die imperfecta xcie kazahi>, gtmtzaht prol.-rad. 21. zu erklären. 
Für das vorslavische z gilt die regel, dass es eine Verwandlung nur 
vor den praejotierten vocalen erleidet, es hat jede erinnerung an g 
aufgegeben: gtmyzb insectum von dem iterativen gtmyz in g-tmy- 
zati. nozL culter aus nozji. von nozi infigere: v er gl. jedoch pr. nagis 
feuerstein. hyza neben hyzda domus aus hyzja von hyz-L (vergl. 
dazde marc. 14. 30-nic. für daze). Ebenso rogozt papyrus und 
rogoza tapes von rogozi.. Dagegen polbzevati prodesse von polbza. 
aze funis ist wohl age von eg, vez, während loze lectus unzweifel- 
haft loges von leg ist, daher lozesbno. omrazati exsecrari aus 
omrazjati von omraziti; ebenso prirazati illidere von priraziti. 
pHza repo aus pKzja von pltz in pltzeti. laza repo. lazaalit. 
lazb. lazen-b aus lazja. lazjaah-b. lazjt. lazjen^b. pleza, plezesi. 
impt. plezi partic. praes. act. pleze aus plezja, plezjesi. plezji usw. 
von plez in plezati. mri>ze in iiirtzustamb vodamb mladen. aus 
mr'bzje von mi"bz in mr'bzati congelari. mr'bza: r. merza aqua 
congelata: w. mr-bz. maza aus maz-ja: andere meinen, maza beruhe 
zunächst auf mazb, sei demnach eig. mazb-a. Praejotierte vocale 
nach z sind selten: pene^ju zogr. b.; selten sind formen wie vbzlju- 
blja. Nsl. zeljar inquilinus ist deutsch: vergl. mhd. sidelen ; anders 
matz. 92; 7}sl. zvegla fistida: ahd. swegala schwegelpfeife; aslov. 
zupel'b, 7isl. zveplo, sulfur: ahd. sweval, got. svibla-. Dass razbn'b 
Stimulus auf orz- beruht, ist aus r. rozein>. p. rozen usw. zu folgern: 
razdbü'b weiset auf razga, rozga hin seite 244. Vergl. ni^aje und 
die bemerkungen seite 268. 

C. Während c in allen fällen jung ist, muss man bei z zwischen 
jungem und altem z unterscheiden, s ist wie altes z einer Verwand- 
lung in s nur vor praejotierten vocalen unterworfen: nasb noster, 
vasb vester ist wohl nas('b)j'b , vas('b)j'b : vergl. lit. musu-jis der 
unsrige. lett. müsejs. lineesb aus fineesj!.. chamosb /«[xo);;: dagegen 
vbSb vicus aus vbsi. kasa m kasica pids leitet Potebnja, Dva izsle- 



2 < 8 c-consonanten. 

dovamja 24, von kas in kasatt, dratt, rvati> ah, daher kasja. 
pasa pascuum von pas durch ja. byse futurus ist bysje von bys. 
sulejsi praestantior aus sulejsja von sulejs. byvi.si ^rvio\)ÄTr^ aus 
byvi.sja von byvT>s. jefesanint hicoc. perT>sanim. neben pertse- 
nint persa. glasati. mesati. -nasati. prasati. vesati aus glasjati. 
mesjati. -nasjati usic. mitusati alternis jjedibus calcare setzt ein mit 
mitusi alterne zusammenhangendes niitusiti voraus, visa pendeo aus 
visja von vis in viseti. nosa fero. nosaabt. nosb. nosen'L aus 
nosja. nosjaahi. usw. von nosi in nositi. siti suere aus sjuti: w. sb 
aus sjü. suj sinister, aind. savja, abaJctr. havja, enthält im slav. u 
wie im aind. av eine Steigerung des n : suj ist sjuj : c. sever ist das 
md. schrf. Abweichend ist blagosloveseni> für blagoslovesenT). pisa, 
pisesi. impt. pisi. pise. pisemi. aus pisja, pisjesi usw. von pts : 
pbsati. Unrichtig ist rusky sabb.-vindob. rustskyj lam. 1. 113. danil. 
350. für rusbskyj ; ebenso nibcenosbcb für mbcenosbcb. pokosbiiT. 
conveniens findet man neben pokosbm. : ic. scheint koh zu sein. 
Abiveichend ist vbsb, vbseg-o omnis aus vbsJTb : die prag.-frag. bieten 
vsi. vsecbskae. c. hat vseho. p. wszego usw. 3. seite 367. 440. 
Aus dem gesagten ergibt sich, dass in der Verwandlung in s zwischen 
dem s aus ursprachlichem s und dem s aus ursprachlichem k kein 
unterschied obwaltet. 

Die gruppen zja, sja usw. werden dem gesagten zu folge durch 
za,, sa usw. ersetzt. Die Verwandlung des sja in sa geschieht dadurch, 
dass j in / übergeht, denn sa ist [syja Brücke 81 ; za wird durch 
[zy]a dargestellt 84. 

3. A. c kaim nur mit v und r verbunden werden: cvileti. 
cvisti; crtky aus cerky, cri.k'Ltenije ist abweichend. Über kv 
für cv vergl. seite 273. 

B. Das tönende z kann mit allen^ tönenden consonanten eine Ver- 
bindung eingehen: zvati. zvizdi. zvbneti. zdati. zlato. zniij. znati. 
zrak'B. z vor einem tonlosen consonanten geht in das tonlose s über : 
vesti vehere aus vezti. uvest'L coronatus aus uvezt-b. istocbnik'b 
sup. 13. 26. vtstrese 162. 18. isprositi 116. 14. raspbra 350. 10. 
neiskusbü'b 235. 27. rashoditi se 205. 16. vbshvaliti 19. 8 ; ebenso 
bes togo 7. 29. vbs toliko 335. 22. bes pravbdy cloz. 1. 640. 
bes peßali. bes poroka ostrom. vts kaja suj). 210. 19. is hleba 447. 
11 usw. Selten ist izthvaliti 169. 21. Unrichtig ist bezplacbm. 
322. 1. izhoditi 296. 2. Zwischen z und v wird sehr häufig d ein- 
geschaltet, es mag die Verbindung zr wurzelhaft oder z zur praeposition 
oder zum praefix gehören : im letzteren falle ist Tj zwischen z und r 



c, z, s vor consonanten. Sit? 

ausgefallen: vizdrjduetc. izdreöe. izdraky e manu, bezdrazuma 
sine ratione zogr. izdresti cloz. I. 47. razdresi 460. 629. razdrest 
784. razdresajaste 78. razdruäente 618. 720. vi>zdradovati se. 
vizdradovase se. vLzdrasti.. vtzdraste. razdresite und sogar 
vtzstraste assem. v^Lzdrastett. izdresenie glag.-kiov. 432. 536. 
vtzdrasti suj). 23. 10. vxzdradovati se 112. 2. vTbzdrevLnovati 
7. o. vizdruti 52. 12. izdresti 51. 29. izdreka 267. 5. izdreöe 
115. 11. neizdrecen'nt 1.5. 22. neizdricem-L 66. 26. izdredb 128. 
10. izdredtni) 429. 17. razdrusiti 354. 1. razdresiti 7. 25. razdre- 
semje 373. 1. nerazdresiim» 351. 22. bezdrazuma 263. 9. bezdrala 
294. 16. bezdrani. 61. 16. bezdraku 349. 27. izdrova 5. 7. izdreky 
60. 18. izdrebr-L 368. 26. izdraku 135. 12; ebenso izdraile 363. 
22. izdrailttin^ slepc. Ungenau iztdrailju izv. 626. neben izrailt- 
teninh sis. und \?,Y2ä\\tinh prol.-rad.; ferner s izbrasti 288. 11; ungenau 
ist auch vtz'draste 183. 16. iz'drece 45. 2. izdrye steht für izdryja 
effodiam pat.-mih. 120. vfczdryvaesta/wr vLzdryvajastaöR Man merke 
•lanity iztdrazeny 105. izbdricanie 95. und vbzdradovati se mldden. 
vfczbdradovati se io. 5. 35-nic. izdravenia e^ Icövqxoq, 2. cor. 8. 13-slepc. 
sis. izdrucenije. izdi'bvani udove. koze izdryvajusti se prol.-i'ad. 
vLzdrasti. VBzdradovati se. vBzdrydati. razdriisenije, razdresiti 
Ostrom, zdrelb maturus pent. izdrodi. ey.vovo^. bezdr'Bp'Ltiv'BJ 5 avoY- 
Y'JCTo;. vxzdrekli.ntj antch. izdrutila se svjat.-lam. 1. 102. i'azdre- 
sitelbUT) '/.ütr^p'-o; irm. vizdru tichonr. 1. 33. Befremdend ist nozdri, 
s. nozdra, nozdrva, nares, von iiosT), das lit. nasrai, nastrat rächen 
lautet, icomit nhd. nüster zusammenhängt, das daher mit ,niesen' 
nichts zu tun hat; mezdra, vielleicht von meso: nsl. mezdra. klr. 
mizdra usic. ; p. puzdro theca, scrotum equi. c. pouzdro. s. puzdro, 
puzdra, puzdra penis quadrupedum hängt mit got. födra- scheide, 
allerdings nicht unmittelbar, zusammen matz. 285. 

Vor erweichtem \, n geht z in z über: vtzljuba, VBzIjublja 
neben vtzljubi zogr. si>blaznja. S'Lblazriejat'L. stblaz'neett. sxblaz- 
naeti. für ST.blaznja-. iznego d. i. izileg-o zogr. iziiego cloz. I. 
51. beznego assem. vLzljublenii. vLzljublenye. bez nego glcig.- 
kiov. 534. 535. 536. iz liego sup. 348. 22. iz rieje 97. 20. hieben 
iz nego sup. 8. 27. iz njego ostrom.; daher skvoznja /oramen; skvoze; 
blaznja. blaznjaahi.. blazrib. blaznjeni. von blazni ; minder gut 
kazneahu prol.-rad. von kazni. Man vergleiche blazrib mit kaznb 
aus kazni. blizbrib propinquus beruht auf dem adv. comparat. blize. 

zt wird st: vbstrese sup. 162. 18. istrezviti, ungewöhnlich 
izbtrezviti lam. 1. 150. g-onbsti neben gonbznati. lesti von lez. 



280 c-consonanten. 

lestvica von lez. ispokastiti vastare kann mit kaz in kaziti tind mit 
cez in ceznati zusammengestellt werden, ztlo geht in stlo, dieses in 
slo übe?': maslo unguentum, ans inaztlo, mastlo von maz. veslo 
remus aus veztlo, vestlo vo7i vez. viveslo diadema aus uveztlo, 
uvestlo V071 vez. zdn büsst meist d ein: praznina to asT-ov von 
prazäsni). Befremdend ist zd in Ijubfczdni ottci greg.-mon. 87. zp 
vnrd sp : ispleti. bes piry ä'-röp r.r^^xc zogr. zk, zh icird sk, sh : 
isklati. nishoditi neben nizxhozdeni.ju zogr. 

zc jfiVc? entweder sc ocZe?" st 0(ie7' c, selten s : aj iscelja. isceli 
zogr. iscelente cloz. I. 461. 600: ungenau bezcennago 940 isceliti. 
iscelitelt assem. isceliti siip. 243. 17. iscelevsa lue. 7. 10- nie. 
neiscelna lam. 1. 27. isceliti 9ö. und prol.-rad. b) isteli matth. 
21. 14-zogr. istelitt sup. 86. 27 ; vergl. blistati, bliscati von blbsk. 
c) icerja. iceliti». icelite. iceli. icelbse. icefenj. iceleett usw. 
icnbki>ve ex ecclesia zogr. iceljfv. icelit-L. icele. icelee, icrkve assem. 
iceleti sup. 14. 3; 22ö. 7 ; 445. 25. iceliti 226'. 14. icelentje 408. 
1 ; 413. 14 usw. icr^kve 167. 24. icri-k-Lvi. 148. 9. iceliti sav.-kn. 
23. iceleje 11. iceliti prol.-rad. iceljajeta izv. 638. d) iseli matth. 
4. 24. isele 8. 13-zogr. 

zz icird z: bezakonte cloz. 1. 365. bezakonBüt sup. 115. 7. 
bezlobLn'B 130. 14. vizavideti 288. 26. vtzi.vati 35. 29. vizyvati 
374. 25. vi.zT.vati. vi.zbreti ostrom. Ebenso bezakona sine lege sup. 
214. 2. bezapetija 430. 10. beztlobi sine malitia 270. 4. 

zs icird s: vbsmijati se sup. 128. 16. vbsledovati 79. 3. rasto- 
jati 19. 21. iseöeii'b. rasypati ostrom. besapogb. bestraha. is^ntmi- 
sta zogr. besemene. bestuda. bestmastenija. besyna. besytosti. 
besT>blazna. isvojeje. isvetaag'O sup. zidove rasuse se mladen. rase- 
cenb lam. 1. 110. Selten razbsla mladen. 

zc wird entiveder st oder c: a) besteda ä'Tsy.v:; lue. 20. 28; 
bestbsti marc. 6. 14. istedbe. ististiti. rasibteti. Inc. 14. 28. zogr. 
bestisl'bnaja, bestisl-bni cloz. 1. 176. 771. bestinbo'b sup. 381. 29. 
bestislbn'b 337. 23. isteznati 399. 9. istazati 353. 10. istedia. beste- 
dbnb mladm. isteznati. ististiti. istbtem.. istedije. istreva mit ijj. 
istedije ostrom. isteznasja. rastitaja izv. 455. 614. Seltener besöi- 
nbm, sup. 296. 10. besöinaje 237. 26. bescbstvije 241. 29. besöb- 
stije 54. 17. vbscuditi se 220. 27. besöedi.m. 182. 9. bescisla 
sabb.-vindob. iz'cisti assem. bezT>öbstvovati sup. 157. 22. bezi^ciivb- 
stvbm, 87. 21. VLs'cuditi se 40. 14. is'ceze 372. 15. iziöitati 
134. 8. isböisti enumerare. isböitajemb mladen. rasböinihb siL und 
raztstinihi, slepc. 1. cor. 16. 1. b) beöbstij matth. 13. 57. iöreva 



c, z, s vor consonanten. 281 

zogr. icistiti. iöistise. iöreva. iöbteoi assem. beöislbiii. sup. 422. 
29. becismenbm. 338. 4. be6bstvuj§ 393. 18. beöhstije 286. 1. 
becbsttm. 556'. 5. iörepati 296. 20. iörtpati 431. 9. iöazati 438. 
20; ebenso becinu 446. 26. becbsti 69. 16. iöreva 46. 29. })ecina 
ho7i. racrtlo greg.-naz. 141. beöisla. becismene. becislbnii Jiom.-niih. 
icistiti y.a8ap{jai marc. 1. 40-nic. beöbstnikomb lam. 1. 143. beöbsti 
krmc.-mih. iörtplesti aXAC[X£vo'j io. 4. lö-ev.-huc. für -plja-. 

zz icird regelmässig durch zd ersetzt: izdenete expelletis. izde- 
nati.. vizdelese zogr. v^zdeleht cloz. 1. 6 72. izdena expellam. 
vtzdedati se sitire assem. vi.zdelati sup. 184. 10. vbzdeleti 389. 
18. izdeg-ose 4. 8. izdena 275. 4. razdesti 120. 6. razdizati 271. 2. 
razd-Bzi 105. 13. razd-Lzem. 108. 29. razdena 286. 4. raidigahu 
mladen. ognb izdeze hom.-mih. izdegajuste krmc.-mih. razdeni dis- 
sipa antch. izdbg-u uram izv. 665: nach demselben gesetze entsteht 
razdije ostrom. aus razga. Man merke vizcedahi. se kryl.-mat. 13; 
in den prag.-frag. vLzcelenije für vtzdelenije und vizcb für vizdb 
Sreznevskij , Drevnie glag. piamjatniki 52. Ferner z'degati. ap.-ochrid. 
229. zdegiitb sis. 238. Auch im c. tritt idi für zz ein: rozdi von 
rozha, mizditi von mizha, mozdenice von mozh; zabfezdenie beruht 
auf brezg'. Im c. geht auch zz in zd' über: rozdöv das aufi'eissen 
des maules aus rozzev : vergl. Listy filologicke 4. 305. 

zs- laird ss^, ss, s: istdi. suj). 436. 15. isedt 111. 19. rasi>di. 
214. 4. isbli.. rasirjati ostrom. isbstije hom.-mih. Seltener ist 
izsedt sup. 163. 12. iz^stdi. 147. 8. iz-Llbdi. ostrom. niztsbdbse 
triod.-mih.; befremdend isti>dT>se, istbdT.se ostrom. isöblo izv. 629. 
mit ijj. 

zs icird s mit dehnung des icurzelvocals in vrest aor. aus verzst. 

p. zglobien lautete ehedem zlobien, heutzutage besteht nur die 
form mit g : zgloba. zglobic. Ebenso b. razglobi se milad. 245. 
izglobi 534. s. zglob. 

C. s geht Verbindungen ein mit r, 1, n ; t ; p^, v, m ; k, h : srauiT. 
(b. sram, stram. r. soromx, strami.), slava, snopt ; stant; spett, 
svoj, das jedoch sfoj lautet; skutati, pasha, das fremd ist. Vor d^ 
b, g; muss s tönend icerden, d. i. in z übergehen : zdravt aus älterem 
stdravi.: falsch sbzdravb io. 7. 23-nic.; zdejati hom.-mih. aus ST.de- 
jati ; zborb hom.-mih. aus ST.bort; z gospodemb hom.-mih. aus S't 
g-ospodemb; aus isti.ba tentorium, das auf dem. mlat. stuba beruht, 
entsteht izba; zvezati sup. aus stvezati. Die gruppe sr icird manch- 
mahl durch t getrennt: osti"L acutus: ic. os mit suff. ri, ; pbstri 
variegatus: ic. pbs gleichfalls mit suff. ri.; sestra soror. pr. svestro 



282 



c-consonanten. 



neben lit. sesft {sg. g. sesers). got. svistar. aind. svasr; ostrovi. insula : 
p'aef. und w. sru fluere : mit dieser ic. hangen auch struja ßumen 
und struga fluctus zusammen : lit. strove neben srovP, ahd. stroum ; 
strega, strtga custodio ist mit lit. sergu, daher straza, zu vergleichen ; 
neben sr-isent ci-abro besteht strtsenb, stristli.; neben sracinim. 
saracenus kömmt stracinini. vor,' neben sreda medium liest man 
str^da; lit. struba brühe; dass straza, sti"LzenB medulla mit sreda 
zusammenhangen, ist eine ansieht, die durch nsl. z statt j bedenklich 
wird vergl. seile 218; jj. strzezoga, srzezog-a frostbrand hängt mit 
nsl. srez, stres. p, srzez zusammen. Dunkel sind bystri citus, 
icorüber Danicic, Korijeni 150; strela sagitta usw. Dieselbe ein- 
schaltung zeigt got. svistar, eine form, die auf -sr- beruht und 
vielleicht auch nhd. nuster ; sie findet sich im lit. : astrus scharf, 
neben dem asrus vorkommen soll; gaistra, gaisra loieder schein \ 
istra, isra Inster \ straige, sraige Schnecke; strove, srove Strömung; 
strutoti ßiessen] lett. mistra mischmasch: lit. isdroditi verraten ist 
entlehnt. 

Vor erweichtem \, n geht s in s über: umysljaj cogitatio aus 
umysli; pomysljati cogitare aus pomysljati; myslja cogito aus 
myslja; mysljaaln.. myslt. mysljen'L aus mysljaahi. usw; neben 
osblt asini f«<s osLljt liest man oslb : celjustiju osleju lam. 1. 164; 
neben postlja mlttam poslja; ebenso oklosnja mancum reddam aus 
oklosnja. oklosnjaaht. oklosrib. oklosnjeni. aus oklosnjaahi. usic. ; 
aus pn.vesBriL primus entsteht prxvesiit, prtvesbrib; ebenso ist 
dbnesbrib und dbnesbnb zu, beurteilen: verschieden ist vysbrib qui 
supra est von vyse. 

Utro mane entsteht aus ustro : vergl. oserb. jutry pl. ostern 
und lit. ausra f. aurora und aind. usra matutinus: lo. iis, aiiid. 
vas; auch jato cibus (ne vbkusila ni jata ni pitija sup. 402. 21.) 
scheint für ja,sto zu stehen: ?o. jad ; poslani prol.-rad. ist selten für 
postblani. sttl icird sl : otraslb j9aZmes aws otrast-tlb; tripeska sg. g. 
steht für iv'i^e&ihka^: tripestbki simia, richtig tripestbkt; krilo ala, 
wofür nie. krelina, hat anlautendes s eingebüsst : p. skrzydlo : lit. 
skr'eti, skrl'ju in der runde tanzen, lett. skr et volare; mezdra, minder 
richtig m§:^dra, membrana: vi'bbova mezdra misc.-saf. 160. ist ein 
rätselhaftes loort, dessen e nicht gesichert ist: nsl. mezdra die zarte 
haut auf frischer wunde, medra membrana hung. mezdrou, zno- 
terna mehka skorja teh dreves Linde, mezde leimleder. klr. mjazdra 
borke, r. mjazdra, mezdra nach Linde strona siercioica skory. <i. 
mäzdra. p. iiiiazdra häutchen. miezdrzy6 mieso wyrzynac: zusam- 



stja, zdja. 2od 

menhang dieses dunklen icortes mit mezg-a siiccus arboris ist unwahr- 
scheinlich, nozdri nares, r. nozdrja, ist von nosT> durch rt abgeleitet: 
nociri greg.-naz. 102. ist ein Schreibfehler. jazdrL in vtsporena 
jazdrb ptv6T(JLY)Toq ist ein zweifelhaftes icort. 

SS ivird s mit dehnung des vorhergehenden vocals in nesii 
aar. aus nesst. 

Zicischen s und 1 scheint manchmahl k eingeschaltet zu sein: 
aslov. vislanjati nebe^i VLsklanjati; skiditi neben skkiditi; vtslepati 
ne&en vxsklepati stockh.; slezi, und nsl. sklez; nsl. solza und skuza 
aus sklza. Regelmässig findet dieser einscJmb statt in der Schreibung 
der slav. worte bei den Deutschen: doblisclaug dobljeslavi. dobra- 
musclo dobromyslt. miramuscle miromyslii. stradosclauua strado- 
slava neben pHmusl prirnyslt Aquileja und dobramuzlj dobromyslx 
Salzburger verbrüderungsbuch. Dunkel ist visla im pl. loc. visljahx 
meth. 7. vistula. 

smoky, got. smakkan-, steht wahrscheinlich für svoky : griech. 
Guxov aus Grv/xo') Ascoli, Studj 2. 405. 409. 

4. In manchen fällen scheint %, s eingeschaltet zu sein : udobLnx 
neben udobBzni., udobizm., das mit lit. dabsnus zusammengestellt 
tvird; Ijubbzm. neben Ijubbzdn'L, womit man pr. salubsna trauung 
vergleicht; ziznb. basnt. pesnt usw. 2. seite 119: vergl. pr. biäsnan 
furcht. clovecBskt, cloveöbstvo 2. seite 179. lakotb neben lakostb: 
vergl. lit. lankatis haspel. azostb : aind. anhati. pHnostb : lit. pil- 
natis 2. seite 169. usw. lit. dfisnus freigebig. Wenn man hier von 
der einschaltung eines z, s spricht, so tut man es, loeil die verwandten 
sprachen ein solches z, s meist entbehren; die natur dieses z, s ist 
noch unerforscht. Vergl. 2. seite 119. und got. filu-snä-. 

ö. Nach c finden wir nicht selten praejotierte vocale: ocju patri. 
sl-Lübcju zogy. ocju 864. 908. cloz. 1. 83. sIt.ü'lcju 329. 333. 852. 
cjudotvorcju. korabicju. ocju. slep'cju. slbntcju neben sltnbcu assem. 
slxn'bcu mariencod. hristorodicju krmc.-mih. korablicju. CYbcjami, 
ev.-tur. unicju. Ijucju für licju izv. 652. 660. 

6. Die verbind.ungen st undj zd verändern sich vor den prae- 
jotierten vocalen in mehrere)! slavischen sprachen auf eigentümliche 
art. st, zd gehen in st, zd über, daher pusta, jazda aus pustja, 
jazdja: im glag.-kiov., in welchem tj in c übergeht, icird stj in sc 
verwandelt: ocisöenie 532. 535. 

A. hrastb scarabaeus aus hrastji. von hrest. krtvopustb venae 
Sectio aus -pustja von pusti. lestt: r. lescb cyprinus brama. p. leszcz 
neben kleszcz: lett. leste, daraus ehstn. lest butte. okostb gracilis, eig. 



Äö4 c-consonanten. 

ossosus, aus okostjt von kostt; ebenso slastL incundus. vestb perttus. 
vlastb jjrojprms von slastb. vestb. vlastb ; cesta fruticetum aus cestja 
von cestT>; tl^sta pingiiedo aus tltstja vo7i tltsti.; ebenso pusta 
desertum von pust-L : radoste pl. laetitia nicht etwa aus radostba, 
sondern aus rado-tja, wie nsl. velikoöa. serb. bistroca usw, zeigt 
2. Seite 173. Dagegen tbsta socrus durch motion aus ttstba, serb. 
tasta. prig-rtsta manipulus aus -gri.stb. pustij vilior aus pustjij von 
pustt wie Ijustij aus Ijutjij von Ijut-b 2. seite 322. krtstati bapti- 
zare aus kr-Lstjati von kr'Lsti. iiibsta idciscor. mbstaabt idciscebar. 
mbstb ultus. partic. praet. act. I. mhsten'h partic. praet. pass. aus mtstja. 
nibstjaahi.. mbstj^. nibstjem,. Falsch ist kristenbe cloz. 1. 98. für 
kristenbe. Wie tija, so geht auch strja in stija über: ostija acuo 
aus ostrja von ostri. Man füge hinzu *bi"£stb: nsl. brsc. r. borsöb. 
p. barszcz. os. barsc. Ut. barstis ist slav.; jastert lacerta. ^'^r. jescur 
gedeckter Salamander, c. jester. p. jaszczur: dagegen os. jescer otter. 
pr. estureyto, aZso jastert mts jastjeri., jastjur'b: vergl. guster^ lacerta. 
nsl. guscer. b. s. guster; sturi> cicada. nsl. scurek, sciricek, cricek 
gryllus. s. sturak stulli. r. scur'b. c. stir. p. szczur ; stiri scofpio : 
nsl. stir hung. Alles unklar. 

B. prigvazdati clavo iungere aus -gvazdjati. zagvozdq clavo 
figam. -gvozdaah. -gvozdb partic. praet. act. I. -gvozden'L aus -gvo- 
zdja. -gvozdjaaht -gvozdji.. -gvozdjem). uprazdtnaetb /.a-rapvei; lue. 
13. 7-nic., richtig -njajett, lautet meist upraznjajet-b : zd, z beruhen auf 
dem erweichten n. Man merke prigvozgij lam. 1. 5. für prigvozdij 
und prijazgja lavr.-op. 37. für prijazda. 

Hieher gehört vielleicht dtzdb lüuvia. nsl. des, sg. g. deza. b. di>s 
(dTbzd). s. dazd. klr. dozdz. r. dozdb. c. desf. p. dezdz. os. desc. 
ns. dejs6. Die russ.-aslov. formen dtzgja. odtzgjaetb lam. 1. 5. 
dtzcitb mat. 13. d'Lzcevnyj 26. beriüien aif der ersetzung des 
erweichten d durch gj und dieses durch ö. Dass dem dtzdb nicht 
eine w. dhadh zu gründe liegt, zeigen die s. usw. formen. 

7. Nach dem gesagten geht stja, zdja in sta, zda über: pusta, 
jazda aus piistja, jazdja: daneben öiscenie und rozdzije (rozcije). 
skja^ zgja wird gleichfalls durch sta, zda ersetzt: ista, mozdam. 
aus iskja, mozgjan-b, skc, zge icird in ste^ zde verwandelt: eleonbste, 
dr§zde, formen, neben denen auch die älteren eleontsce, drezdze 
bestehen, zc, zz ergibt st, zd : bestbsti, izdena ; neben bestbsti findet 
man beöbsti. Dabei ist das etwas seltene st aus ss nicht zu ver- 
gessen: istbdt neben isbdi qui exiit. zc lüird st: isteliti: daneben 
besteht ausser isceliti auch iceliti und iseliti. zz geht cech. in zd" 



stja, zdja. 2öD 

über: rozdev aus rozzev. Von einzelnen erscheinimgen ausgehend 
möchte man pusta, jazda aus pussta, jazzda erklären: wer alle 
formen zu rate zieht, wird die alteren formen pustsa, jazdia zu gründe 
legen und in pusta, jazda eine erleichterung der form durch aus- 
stossu7i(j des dem st, zd folgenden s, z erblicken. Er wird dem- 
nach auch ista, mo^darn. aus istsa, mozdzant-, eleontste, drezde 
aus eleontsce (c^. i. eleonhstse) und drezdze entstehen lassen und 
in den älteren formen ociscenie und rozdzije (rozöije); eleontsce 
und drezdze eine bestätigung dieser ansieht finden, istate quaerite ist 
aus istsate entstände^}. Hier fällt zur erleichterung der gruppe der 
dem t-laute folgende c- oder c-laut aus, ivährend in iceliti, bectsti 
der dem t vorhergehende c- oder c-laut schwindet: istseliti, bestsbsti, 
und iseliti das t selbst ausfällt: istseliti. iliaw sieht auch hier altes 
neben neuem: stja icird zivar gemieden, jedoch nicht immer auf dieselbe 
weise ersetzt. Das nsl. hält im osten die älteren formen fest: pusöati, 
auch im rez. püscat ; mozd^ani, das im westen niozg'ani lautet : letzteres 
hat sich demnach der gruppe zdz auf andere weise eyitledigt als aslov. 
mozdani). bidg. folgt hinsichtlich des stja, zdja der aslov. regel. 
serb. bietet ociscen und ocisten hieben uhicen Danicic, Istorija 395. 
cech. pusten, alt pusöen, und hyzden neben chycen, rozen und zhro- 
mazduji, zohyzduji. pol. puszcze, zagwozdze neben trace, sadze. 
Das cech. und pol., die aus tje, dje mit Veränderung des j in z tse, 
dze-ce, dze (ze) bilden, lassen aus stje, zdje mit Veränderung des 
j in z puscen, puszcza entstehen: singulär und weder zur ersten 
noch zur zweiten regel stimmend ist p. oczyscion koch. 2. 35, Vergl. 
Archiv 1. 58. 

8. Der Ursprung des zd ist mir in vielen formen dunkel, brazda 
sulcus, womit vielleicht s. brazgotina cicatrix zusammenhängt: vergl. 
s. bazag, 7isl. bezg mit lit. bezdas holunder; brezdati sonare: vergl. 
lit. brizgeti. lett. bräzt; brtzda neben brista, nsl. brzda, bruzda, 
frenum: vergl. lit. brizgilas; drozgx carduelis: klr. c. p. drozd. aind. 
tarda, lit. strazdas. lat. turdus. anord. thröstr. ahd. droskelä, dros- 
gilä. *drozd'L ist älter als drozgt: das anlautende d steht für t 
in folge einer angleichung an den auslaut, die auch in zltza und 
prozltziti sup. 71. 24; 232. 22. wahrzunehmen ist. w. ist ivahrschein- 
lich trad (trnatti) spalten; gnezdo nidus : vergl. lit. lizdas. aind. 
mda aus nisda, nasda von nas icohnen. alid. nest: die Verwandt- 
schaft von gnezdo mit den übrigen Worten für ,nest' loird indessen 
bezweifelt; gorazdTb peritus; grez in greznati, pograziti vergleiche 
man mit lit. grimzd, inf. grimsti; groza horror. vtzgrozditi. groz- 



286 c-consonanten. 

dentstvo ogntno pat.-mili. 178. a. mit lit. grunizda: vergl. loza und 
lit. lazda; grozdx, grezdi. uva; gruzdije glehae neben gTudije, gruda; 
gvozdt clavus; gvozdt silva: nsl. gojzd : unricJitig ist die herbei- 
ziehung des alid. hard; jazditi vehi. p. jazda, jezda: vergl. jada 
vehor. lit. jodlti. lett. jädtt; jezdro neben j§dro cito; s. jezgra für 
aslov. jedro; intzda we?"ces; abaktr. mlzdha. got. ;j.'.cOsc. got. mizdön-. 
ahd. miata; c. ozd, ungenau hvozd, ozdnice, siccatorium. nsl. ozdica. 
p. ozd, ozdnica, daher lit. aznlca, ist germanisch: ags. äst; nsl. 
pezdeti, p. bzdzic, hängt mit *prT.deti, w. pard, zusammen; nsl. p. 
pizda. c. pizda. lett. plzda. pr. peisda; pozdi) im r. pozdoj dial. 
imd in pozde sero, das mit po, podT> und lit. pa verwandt scheint: 
neben poz kömmt auch paz vor im aslov. pazder'L, p. pazdzior; 
nsl. pazduha, pazdilia und. im c. pazdi achselhöhle, eig. unter der 
Schulter : uha für aind. asa. pazuha steht für pazdulia : lett. duse, 
paduse. paz findet sich auch in paznogT.tL usw. lit. panagutis: vergl. 
pos-nagas; uzda habena: klr. uzdecka, vudylo. r. obuzovatt dial. 
kolos. 35; zvezda Stella : lit. zvaigzde; zvizd'B sibilus neben zvizgati. 
Aus dem gesagten ist ersichtlich, dass zd mit zg icechselt: drözgi. 
und drozd; zvizdi. und zvizgati: vei'gl. muzga lacuna mit lit. mau- 
dlti waschen-^ dass ferner zd neben d vorkömmt: gruzdije und gru- 
dije; jazditi und jada; jezdro und jedro. Man merke ferner s. 
brzdica neben brzica locus ubi ßumen per silices deproperat] r. pri- 
vuzdt neben priuzx dreschflegel] stzizdati o perev. 24. und stzidati; 
s. gmezditi depsere hieben mezdenik vergl. man mit lit. migu, migti 
drücken. 

9. Auch die lautverbindungen sk und zg erleiden teilweise eigen- 
tümliche Veränderungen. 

A. ski wird nicht nur sei sondern auch sti: farisejsci. Ijudb- 
scii. ninevtgutbsci zogr. zemtstii im jüngeren teile derselben quelle. 
pogantscii cloz. 1. 843. ijudejstii assem. nebesbscej glag.-kiov. 533. 
koprijsti i kjurinejsti slepc. kiprtscii i kirinejscii sis. act. 11. 20. 
In jenen formen, in denen k in c übergeht, tritt analog dem st aus 
sc für sk st aus sc ein: impt. isti, istite von isk nach V. 2, nicht 
nach V. 3, da in diesem falle isti, istete zu erwarten wäre : vergl, 
beri, berete und pLci, pLcete; iiibstij mulorum von intskt aus 
mbzg'L; gastij (guscij in einer späteren quelle) anserum steht für 
gasxcij V071 gastka; vostina alveare von voskt cera; testiti f widere 
in peny testiti ä^pii^siv spumare vergleiche man mit tisk: p. ciska6 
eiicere; ttstivt sedidus ist secundär und daher nicht von txsk, sondern 
vom adj. tLsth abzuleiten. Abweichend ist pustiti dimittere, das, wie 



Ski, zgi. 287 

r. puskutt zeigte auf pusk zurückgeht , yoraus sich ergibt, dass pustt 
zunächst auf pusti beruht: mit pusk hängt das hieben pustiti 
gebräuchliche s. pustiti zusammen. Das mit lit. skaudus emi)findlidt, 
got. sku in us-skava- vorsichtig, ahd. skaivön schauen, zusammengestellte 
öuti, cjuti intelligere, nsl. öuti, c. öiti, 2?. czu6 usw. hat, ivenn die 
Zusammenstellung richtig ist, ö an die stelle von st treten lassen, st 
für c bemerkt man im aslov. lasta X^yx^] lancea, nsl. kr. lanca, 
magy. Idncsa: das klr. bietet laca und das befremdende lasta ptsÄ;. 
61, jenes entspräche einem aslov. lesta. ske icird sce oder ste : ^ali- 
lejscenib, galilejscemt. gomorsce. g'enisarettsce. iordanbscej, iju- 
dejscej. nebestscenib, nebestsceemi. sodomtsce. eleonbsce, eleonsce. 
ölovecBstemb; daneben g;alilejstemt zogr. eleon'LSte im jüngeren teile 
derselben queUe ; damit hängt zusammen: bliscaje. bliscajasti se lue. 
9. 29. bliscanteniL zogr. neben blistati, blistanije anderer denkmähler : 
aslov. bltstati gehört zu III. 2. Der cloz. hat sc: vavilonLsce 3Ö0. 
heniviintscemt 38. pltttscej 151. Der assem. bietet st: besovtste. 
g-alilejstem'L, galilejstej. eleontste. ierusalimi>ste; der sup. sc und 
st: humijanLsce 12. 12. asijstej 6. 7. nebesLSteemt 49. 8. paste 289. 
21; 302. 3. vb klimateht ahajstehi> slepc. 7ieben vi klimatehb 
ahajscehb sis. 2. cor. 11. 10; der ostrom. ebenso sc und st: g-eni- 
saretbsce. ierusalinibsce. sinajscej. ierdantscej neben clovecbstej. je- 
leontste. g-alilejsteemt; svjat. sce: apostoli>sceehi> pZ. Zoc. bozbsceemb 
usw.; zLVbcbste greg.-naz; im leben s. Quadrati (Kodratz) findet 
man knjstijanbsce neben d'bske. Dem öa aus kja, ke entspricht 
sta aus skja, ske : blbstati se splendere von blbsk : lit. blizgeti. 
Ibstati se splendere von Ibsk. ttstati urgere von txsk: vergl. ttsnati 
se aus t^sknati se festinare. vistati hinnire von visk : vozviscavB 
tichonr. 2. 161. koni viskaahu laz. pistalb fistula von pisk. istate 
quaerite aus iskjete von isk. plestate plaudite von plesk: vergl. ve- 
zate ligate von vez 5. seite 90. skb d. i. skJT. (skb für ski scheint 
nicht vorzukommen) loird stb : plistb tumidtus von pljusk. prystb 
tdcus aus pryskjrb von prysk. tT>stb vacuus aus ttskj!) von ti.sk : 
aind. tuccha aus tuska: lit. tuscas ist r. toscij. gastb (g-usöe salo 
in einer späteren quelle) anserum, steht für gas'bcb von gasT>ka. ske 
loird wie skje in ste verwandelt: istesi quaeris aus iskesi nacli V. 3. 
iska oder aus iskjesi nach V. 2. ista. pistesi tibia canis aus pisk- 
jesi ; hieher gehört auch ristati currere, wofür auch das ursprüngliche 
riska in riskanije vorkömmt: ristesi aus riskjesi oder dem späteren 
ristjesi: in diesen warten ist sk ein verbalsuffix vergl. 2. seite 480. 
Das Suffix iste ist eine Verbindung des suffixes isko mit dem suffix 



288 



c-consonanten 



ije, looraus h]e, je vergl. 2. seite 274: kapiste avop-.a'c, ßwiJic, ^6- 
avov, ^iava. nyriste castelliim. popriste, poptriste Stadium, wofür 
auch pi-'LpLriste zog7\ pri>pri§te, ptpriste und sogar pbpristt pat.- 
mih. 38. 117: vergl. r. popristi> und popryski. var. 86. 91 und 2. 
Seite 274. trebiste rekse crtkviste krmc.-mili. 127. vretiste Saccus. 
zrttv^iste. 3£an beachte sudisci prag.-glag.-fragm. skja xjdrd sta: 
plostadb platea aus ploskjadt von ploskt. skorolusta cortex, wofür 
man aslov. skralusta erwartet: lusta ist mit luska hülse, woher 
nsl. lusöiti, verwandt. Hieher gehört auch s. kraljust , kreljust, 
krljust. Dunkel ist klesta forceps, das auf ein thema auf sk 
oder st zurückgeht: man kann an klesti im c. klestiti kappen, 
behauen denken: vergl. stiptci pl. zange und nsl. scipati zwicken. 
In dem wurzelhaften teile der worte finden wir mit zahlreichen aus- 
nahmen dieselben Verwandlungen, ski wird sti: *stir'& integer, aslov. 
nicht nachgewiesen : klr. scyryj aufrichtig, r. sciryj. c. stiry 
lauter, rein, manchmahl siry. p. szczery, richtig szczyry : vergl. 
got. skeirja- klar, deutlich; stiti. scutum aus stjuti., skjutt: 
vergl. lat. scutum. lit. sktdas scutum. kiautas hülse und aslov. skutt : 
i für u wie in libo, zidovin-L usw. sk geht im glag.-kiov. in sc über: 
zasöiti, zasöititt 531. 535. 536. 538. Man merke scedrota prag.- 
frag. ske wird sce, ce : scegH solus. sceg-lo adr.'/.x'C iciav seorsim: 
neberi sceg-lt kömmt ceglx vor. serb. cig-li, cikti : vergl. r. scegolt 
Stutzer, brautwerher und dial. skogolb brautwerber. p. szczeg-ol das 
einzelne, besondere; scepiti findere: proscepiti pat.-mih. 42. 148. 
neben cepiti 109. nsl. cepiti. b. scepi. s. scjepati ziv. 79. klr. roz- 
scep spalt. scipa Steckreis, scipa, skypka span. scipyty pfropfen. 
cipok l eitersprosse, pi. szczep. os. scepic : r. raskepiti., skepatb, 
raskepina und scepatt, lit. ctipas donal. cepas Szyrwid 361. lett. skjeps 
spiess. aslov. scepi ist denominativ : p. szczep entspricht wohl einem 
aslov. scepii. sc geht p. leicht in szcz über: scyzoryk und daraus 
szczyzoryk. ^]s.e, wird ferner sie., te, se : ^ienh m. timbra. «sZ. stenj. 
s. stjenj. r. stenL. c. stin. os. scen : w. ski im aind chdjd. griech. 
cy.'.a: daneben *tenL im nsl. tenja und im p. cien ; ebenso senh f. 
umbra, tentorium im nsl. senca für aslov. *sC'nLca. kroat. siuj. c. 
sin atrium. p. sien, sionka. ns. seil. as. skimo schatten, Schattenbild. 
Zu derselben ic. ski gehört telo r/.r,'izz tentorium, imago, corpus. Ver- 
schieden von Stent ist stena murus, das vom got. staina- m. nicht zu 
trennen ist. ske loird ce : cediti colare : vergl. lit. skedu, skesti ver- 
dünnen. *cest'B in cestiti purgare, wofür auch cisti und cistiti, 
entspricht lett. skaist schön, eig. klar, während cistt für stistt lett. 



Ski. 7.gi. 289 

Skjists rein. lit. klstas. pr. skystan gegenübersteht. Befremdend sind 
celTb integer und cena 'pretiuni : jenes findet sich in der form scelt, 
deren s im verwandten got. haila vermisst wird; neben cena kömmt 
scena in sceniti vor, letzteres nicht nur aslov. sondern auch serh. : 
s von scena fehlt im abaktr. kaena strafe, so loie im lit. kaina, das 
nach Mikuckij im Savelskij ujezdz vorkömmt, skt loird stt : sttgno 
femur. nsl. steg-no. klr. stehno. j). äcieg-no, äciegno: ahd. skinkä 
crus. aind. khaiig aus skang, daher sktg-no, sttg-no. sk geht in st über : 
mit plistt ist pljuski. zu vergleichen ; stbg'Ltati, aslov. in dieser form 
nicht nachgeiciesen, nsl. söegetati, zgetati titillare. r. scekotatb : aslov. 
sktk'itati ; r. scelt rima. sceljatt. klr. scelyna : lit. skelti. lett. skjelt 
findere. lit. skilti findi; r. scetb brosse ä egrener du Un. b. cetk'L 
bürste, klr. scitka weberdistel. c. stetka bürste, p. szczotka: vergl. 
lit. sketas rohrkamm; stedeti pariere, p. szczedzic, hängt mit skadi. 
inops zusammen : im c. entspricht sf dem aslov. st, in den prag.fragm. 
sc: scedrota; sttp in stbnati minui und sttpi eclipsis haben die w. mit 
skapi. parcus, avarus gemein; strtbina fragmentum aus skerb- : ahd. 
skirbi Scherbe. Beachtenswert sind die Veränderungen, icelche ski im 
got. skiligga-, ahd. skillinc, erleidet : stblezt iii stlezt, stblegi.. sknblei^Tb 
matth. 22. 19-zogr. b. sklezt. klezt (klezb): klr. seljuh setzt das 
nhd. Schilling voraus. Dunkel sind stLbbtati, stebetati fritinnire, 
icomit stpbtati zusammenhangen mag; stenLCL catulus, klr. söenja, 
wobei man ohne grund an canis denkt: eine hypothese Rad 61. 172; 
stipbci pl. zange und 7isl. söipati. b. stipa und aslov. siptki) rosa, 
nsl. söipek ; ebenso dunkel ist jeste adhuc, nsl. se, esce hung. este 
fi^., b. oste, 2^- jeszcze: die formen setzen st aus sk st voraus: 
postedisi, crisken /»-«'s., aslov. postedisi, kri.steni). Dasselbe gilt von 
plastb, prastb pallium. 

Die gruj/pe sk ist in einigen ivorten dunklen wsprungs: vergl. 
iskra scintilla mit r. zgra dial. p. skra, iskra ; krek in iskrekuati 
obrigescere : vergl. lit. stregti. got. gastaurknan; lusk in lusnati stre- 
pere : aind. rüg zerbrechen: vergl. luzgati mandere; skok in skoöiti 
salire: vergl. lit. sokti; skor-L citus: ahd. skiaro, skioro ; skyk iii 
skycati ululare: lit. saukti. lett. saukti rufen. 

B. zgi loird dort m zdi verwandelt, ico g in z, altes dz, über- 
geht: ro^dije, razdije palmites aus rozdzije, razdzije von rozga, 
razga, in mat. 13. rozcbje. zge geht in zdze, zd^ üher: drezdze suj). 
9. 6. drezde lam. 1. 98. izv. 454. mladen. aus drezge von drezga 
silva, daneben drezbze vost. : für drezga findet man auch dr§ska, 
daher drezbce men.-mih. ; mozdani medulla impletus aus mozgjan'B 

19 



290 c-consonanten. 

von mozgx; izm^^diti debüitare. \zvciT>z^^ii dehilitari in izmT.zclalT> 
debilis: vergl. seite 77; zvizdati sibilare aus zvizdzati von zvizg: 
daneben findet man zvizdati. Vergl. lit. zvingti, zvegti, daher viel- 
leicht zvig-. zvizg. zvizd. svist; nsl. drazdziti im osten, wofür sonst 
draziti^ irritare, c. drazditi, beruht auf drazg- : p. drazni6, r. draz- 
nitb ; drezdbn'L silvae lam. 1. 98. aus drezdzbn'L von drezga. Nach 
z hat sich, wie aus den angeführten formen erhellt, das ältere dz 
für z erhalten: drezde verhält sich zu drezdze icie eleontste zu 
eleontsce. Und luenn izdiva für izziva steht, so liegt dem izdiva 
die ältere form dziva (aind. giv) zu gründe: ursprünglich hiess es 
izdziva. Die entsteJmng des zg ist nicht überall klar: man vergl. pro- 
brezgt diluculum, c. bfesk neben dem alten zabfezdenie, jp. obrza- 
sknac mit aind. bhräg glänzen, glühen, bhragg rösten; r. ne brezgivatb 
(pticami) ne brezgivalt ryb. 1. 14.) contemnere: nach acad. bedeutet 
brezgatb ohne ne dasselbe : aslov. ne bresti ; obrezgnati neben 
obrT)Zgnati acescere; nsl. brezg in brezdzati schreien: kaj tako brez- 
dzis? Unterkrain; luzgati mandere: aind. rüg zerbrechen; niezga 
succus. nsl. mezga. c. mizha, miza. j^- miazga : aind. mih aus migh; 
mozgi. meduUa: aind. maggä aus mazgä. abaktr. mazga. ahd. mark: 
vergl. lit. smagenes pl. lett. smadzenes ^ind lit. mazgoti mit aind. 
magg immergere; mBzgi>^ mtski) mulus, das mit aind. mi§ mischen 
verglichen wird Fick 2. 635; rozga virga, collect, rozdije. rozctje 
mat. 13; zvizg in zvizdati sibilare: lit. zvingti, zvegti; man vergl. 
aslov. aglt, r. ugoli., mit r. uzg^ anguhis dial.; pol. jazdz, jaszcz, 
jazgarz perca cernua. c. jezdik lautet lit. ezgls und egzl'is; r. moroz- 
zitb nieseln stammt von morozga, das mit morgatb trübe werden 
zusammenhängt; r. meluzga: mel. Hieher ziehe ich auch drozdije 
pl. mladen. drostija pl. faex, eig. trester, nsl. drozdze/ s. drozda. 
klr. drozdzi, drösci. r. drozdi. c. drozdi. p. drozdze, os. drozdze. 
ns. drozdzeje : stamm drozg in der form trosk im nsl. troska, 
troskje bei Linde für trosce. nhd.. trester. ags. dürste, pr. dragios. 
lit. drage Bezzenberger. In r. quellen liest man rozötje und vlzö^- 
daht se mat. 13. 

zg und sk wechseln miteinander in einigen Worten : vergl. blbsteti 
mit lit. blizgeti: zg ist das tirsprüngliche : aind. bhräg fulgere ; obrezg- 
nati acescere mit p. obrzask ; mbzg'B und niLskij ; treska und Ü. 
tfiska neben dfizha, worin alle consonanten tönend geworden sind; 
vresk in vrestati und r. verezglivyj usw. 

10. In einigen fällen geht s in z über : crezt neben dem älteren 
cresT>. Hieher gehört vielleicht auch zbdT> neben stdi. murus, eig. 



?-consonanten. ^91 

quod conditum est: stde. zdati. zndati nsic: vergL chorv. zisit con- 
sutiis. zi svojum vojskum usw. hung. serb. zad, zid. 

11. Der griechischen gruj)2)e g[j. steht aslov. zm gegenilher gemäss 
der ausspräche der späteren Griechen: glikizmo '{/:s/.\'z\i.i,z. lirizma 
(Aupov, eig. yjf\a\}.ci., nie. hora.-mih. kuz'ni für '/.zz\).:x proL-rad. inutizmi. 
'.[jLa-i<j:j.c; zogr. orizmo bp\a\).zz gram. 22. pizma odium. t.v.'^ij.ix. piziiia- 
toi't inimicus. prozmonart. zmaragdij, izmarag;d'i> c[j.apaYssc. zmila- 
kija G[j.TXa^. zmii"Lna jp.upva hon. zmjurna lavr.-op. 46. zmrijna 
cloz. I. 888. 889. ^myrtna sup. zmyrno assem. zmyr'no ostrom, 
znitrno zogr. izmirna men.-mih. ozmiireno vino assem. Die ver- 
einzelt vorkomviende sclireihung y^ixpc;;, 'C\).i^otvi spricht für die tönende 
natur des s vi der gruppe <:\}. schon im. agriech. Leo Meyer 1. 197. 

F. Die c-consonanten. 

1. S ist der laut, den Brücke durch [syj ausdrückt; tönt die 
stimme mit, so entsteht der laut z: [zy] ; c ist ts 81 — 84. j icird 
von Brücke durch ?/' bezeichnet. Die namen dieser buchstaben sind 
ör'Lvt. zivete. sa: das unter den massgebenden denkmählern nur im 
glag.-kiov. vorkommende sc heisst sca. 

2. Nach ö, z, s geht die praejotaiion regelmässig verloren : maca, 
taza, strasa ; macaalit, tazaahi., strasaab^b ; macem>, tazeii'B, stra- 
sent aus macja, tazja, strasja usw. von maci, tazi, strasi, verba 
denominativa von maka, taga, straht. Unrichtig ist es blazern. 
beatus von blag'b-emb abzuleiten, istacati effundere entsteht aus -tacjati 
von -toci ; umnozati multiplicare aus -mnozjati von -mnozi, während 
umnozati midtiplicari dem bog-ateti gegenübersteht. Neben istacati 
ist istakati in derselben iterativen bedeutung gebräuchlich : istakati 
stammt wie istacati von istoci : der unterschied beruht darin, dass 
das erstere sein i eingebüsst, das letztere bewahrt hat; wie istakati 
ist auch polag-ati ponere aus poloziti zu deuten: so besteht auch 
prilogt emplastrum nebeoi vracL medicus von prilozi und vraci, 
zalog-a pignus neben oblaca vestitus von zalozi und oblaci. Wer 
istakati als ein denominativum ansieht und aif tokx zurückführen 
will, bedenkt nicht, dass istakati dann perfectiv sein müsste. pri- 
kljucaj casus aus prikljuci steht formen wie brtzeja gegenüber 2. 
Seite 82. 

Die praejotation nach c, z, s ist jedoch namentlich in den 
ältesten quellen vor allem dann nicht selten, wenn ein u folgt : hier 
wird auch auf st und zd rücksicht genommen, cjuesi. cjuete, cjusta. 
cjuli. cjuzdaaba se. cjudesa. zjupLli,. o sjuja. sjuiea. sjum'i,. byvLsju. 

19* 



^92 c-consonanten. 

hodestju. hotestju. ishoflestju. mrtktsju. piikljuötsju se. sedestju. 
stz-Ldavtsju. vLzlezeStju. zizdastju. mezdju usw. zogr. cjuesi cloz. 
1. 667. öjuese 2. 41. necjuvtstvLe 2. 113. öjudesa 1. 205. 304. 
631. 811. 833. 880; 2. 121. cjudest 1. 253. 614. (SjudesemT, 1. 
743. tezju /. 145. asjutx 1. 6. 539. byvT.sju 1. 127. 756. 935. 
ottrek'Lsju 1. 129. ottvr'Lzi.sju se 1. 595. prodavisju 1. 394. 
vi.skri.s'Lsjumu 1. 731. mezdju assem. cjuesi. öjueti.. cju. cjuste. 
cjudesi. öjudotvorcju. öjudite se. cjuzdaaha se. mazju. sjuica. 
slysavTbsjuju. sedtsjuju. vLsievsju assem. sjuma. sjuica. byvsju 
sav. -Ten. 14. 5)6.58. sjumestju. boltsju. rektsj u ^re^.-nas. cjuvtnb. na 
cjuv'nemt mori. öjudesa mladen. cjudo. vracjujutb. prijenibsju. 
\>yy^^Ji liom.-mih. vlaöjustago triod.-mih. : pannon. Ylsice^in^o. cjudo- 
tvorbCL, pritcju. by vtsju. rozdbsju Ä;rmc.-mi*Ä. ocjutese rfcOsto: panwo?i. 
ocjustaase sew^^e5a^. öjudesemt pro/. -9'acZ. plaöjusti se. dusju. slysju. 
vtleztsju nie. sjumenL. asjutt lam. 1. 94. 98. cjudesy. kriki pticju. 
zjukovinu. tezju. dusju ticlionr. 1. 63. 154. 257 ; 2. 16. 280. 
ztnejug'om'i.. rezjutt. mizjusce izv. 618. 667. 692. Man füge hinzu 
cesTj zogr. uöje cloz. 2. 45. prit'LCJa. cloveöja. lobLzja. polozja. 
istja usw. assem. Die praejotation nach c, z, s und nach st, ^d ist 
schwer zu erklären, und wenn die bildung der genannten laute aus 
kj, gj usic. nicht so fest begründet wäre, wären formen ivie öjujesi, 
hotestju, hodestju geeignet die ganze theorie zu erschüttern. Man 
muss annehmen, aus kju sei zuerst tsu, cu und aus öu durch para- 
sitisches j erst öju entstanden. Über das parasitische ^ vergl. J.Schmidt, 
Beiträge 6. 129. 

3. Dass ZY, zl häufig durch einschub des e getrennt icerden, looher 
^eravt, zelezO; ist seite 19. gesagt. Im. s. zdrknuti deglutire ist d 
eingeschaltet wie oft zwischen z und r. Vergl. seite 278. 

4. sts geht in s über, daher poslustvo für posluststvo Sreznev- 
skij, Drevnie slav. pamj. jus. pisima 317. Ähnlich wird klr. zdbs 
in z verwandelt: rozdvo, aslov. ro^dfcstvo neben roztstvo, das wahr- 
scheinlich rostvo gelautet hat. dtst scheint durch st ersetzt zu icerden : 
pastortka aus padi.sterT>ka : aus pastor^ka ist pastortkt entstanden. 

5. A. Der consonant j hat loeder im glagolitischen noch im kyril- 
lischen alphabete ein eigenes zeichen: im letzteren haben die Verbindungen 
ja. je. ju. je und ja eigene, combinierte buchstaben, von denen im 
glagolitischen alphabete je fehlt, während ja mit e diirch dasselbe 
zeichen ausgedrückt loird. ji fehlt beiden alphabeten : zwischen dem 
sg. loc, pl. nom. instr. kraji und dem sg. nom. kraj unterscheidet 
die Schrift in den älteren denkmählern nicht: erst in späten quellen 



eonsonunt j. 293 

finden ich- krai, KpaH für kraji und krai, KpaH für kraj. Dass 
luöii in ne bi luÖii bylT> einsilbig waVj luöij, ergibt sich daraus, 
dass dafür auch luci geschi-ieben wird. Ob ladiica zogr. zwei- oder 
dreisilbig war, lässt sich nicht bestimmen: dass es ursprünglich 
laclijica lautete, ist unzweifelhaft. Dieser niangel des einen wie des 
anderen alphabetes berulit darauf, dass beiden das griechische aiphabet 
zum vorbilde gedient hat, dem der buchstabe j fehlt, wie der spräche 
der laut unbekannt ist. 

Einige Schreibungen zeigen jedoch, dass die Schreiber den mangel 
eines j fühlten und demselben abzuhelfen strebten : bau, d. i. buji 
greg.-naz. 200, wofür sonst biii ; ot'L siiiiht act. 14. 15 bei vost., 
d. i. üt'i sujihi,, sonst smh-h geschrieben ; prilezi iemt ev.-mih. b. und 
das nach meiner ansieht unrichtige iide mariencod. Sreznevskij, Drevjiie 
glag. pam. 110. für ideze ostrom. Hieher gehören auch die Schreibungen 
i'kcTH i'k^fHHra CBOEi'k usw. vergl. seile 54. 

B. Man kann zwischen praejotierten und postjotierten vocalen 
unterscheiden. Im letzteren falle ist j stets ein consonant: krai^ d. i. 
kraj ; im ersteren falle ist j im anlaute so wie im inlaute nach 
vocalen gleichfalls ein consonant: jama. kraja; prieti, veru'ei ostrom. 

für prijeti, verujei ; dasselbe was in kraja, tritt nach c, z, s und 
nach st, zd ein: cjuti^ hK'Th; aiich nach s mag j als consonant gelten: 
vtsja usw. Nach r. 1. d hat jedoch die praejotation die bestimmung 
die erweichung der genannten consonanten anzuzeigen : cesarju. uci- 
telja. konjemb, d. i. cesara. ucitelu. koiienib. Weiches n vor i wie 
in niva kann nur durch das erweichungszeichen ausgedrückt werden. 
Y hat früh die erweichung einzubüssen angefangen, daher moru neben 
morju. ije ist ziemlich selten: o gorje tebe hom.-mih. 14. morje 
prol.-rad. 109. borjete sis. 190: nsl. morje, cesarja hat kein er- 
weichtes r, die Verbindung rj beruht jedoch auf einem solchen : anders 
s. mora. cesara. 

C. Dass in gar vielen fällen die praejotation vernachlässigt wird, 
geht aus dem über weiches r. 1. n gesagten hervor: g-lagole. mola 
se. vola cloz. für glagolje. molja se. volja vergl. seite 205. 208. In 
den glagolitischen quellen stehen manchmahl praejotierte vocale für 
unpraejotierte: desjete marc. 10. 32. -zogr. Häufig in dem jüngeren, 
wahrscheinlich bulgarischen, teile ja für a : bjadesi. bjadjati.. desnja. 
desnjaa dev§tja. otidja. mjaz-Lskt. mogjai. pristjapi). obretja. 
rjace. sjati. neben sati. zenja midierem. Im assem ]&für e: grjeda. 
knjezt. lezestje. nacjese. otrocje. pjett. vispjeti.. raspjeti. raspjese 
neben raspese. resje. sje. sjedi. Im ochrid. prilozisje. sje. verovasje. 



294 c-consonanten. 

In den prager fragmenten : sje. Im siip. kinjezu 160. 1. resje 99. 
22. sje 8. 23; 99. 22. tje 76. 25. protjeg-i,se 75. 21: nije 176. 
19. ist ein druckfehler für me. Mit ja für a vergleiche man livrju 
XiTpav io. 12, 3. rjuky yj'-p^i io. 10. 39. nie. je für e in den nach- 
stehenden icorten schreibe ich dem einßusse des russ. zu : dostanjetb 
Ostrom. oti.ki"i.vjen'i> aiTSYOc antch.; ebenso umrjetb sis. 56. 229. 
koljesnicami, peljeny prol.-rad. und pocjetantje izv. 426. für 
dostanetb. ottkrtvent usw. 

D. Anlautendes e ist den slavischen sprachen fast ganz fremd; 
dasselbe gilt von dem inlautenden nach vocalen: daher jepiskupt. 
jetert krmc.-mih. jedemble tichonr. 1. 94. für jedemle. 'eda, d. i. 
jeda Ostrom, veselije. e steht für je notwendig in den glag. quellen, 
sonst neben je häufig: eterx bon. et^B liz'.anvt io. 8. 20.-zogr. für 
jeti.. Wenn gegen praejotiertes e im anlaute das lit. in uorten icie 
elnis, ezeras, ezls angeführt wird, so folgt daraus allerdings, dass 
jelent, jezero, jezb auf unpraejotierten formen beruhen, es folgt 
jedoch daraus nicht, dass die Slovenen Pannoniens im neunten Jahr- 
hundert elenbj ezero, ezb gesprochen hätten. Aus agnecb cloz. I. 850. 
neben egnbCb 324. 325. folgt, dass das icort jag-nbCb lautete; und 
tvenn der zogr. ave. avili, sav.-kn. agoda 19. ajca 54. bietet, so 
werden wir dennoch jave. javili. jag-oda. jajca als die wahre aus- 
spräche ansehen; auch werden icir dejanij sprechen trotz deanij cloz. 
I. 64. jako trotz ako; ebenso halte ich jii iam. juha iusculum für 
die wahre ausspräche trotz der manchmahl vorkommenden Schreibung 
u. iiha. 

E. j ist entweder ursprachlich oder auf slavischem boden ent- 
standen: jenes tritt ein in jego. jcniu. jcmb. jeterb. jeliki). jaki.. j in 
dobi"bj, ;i,OKp'KH; dobryj, ,yc>Kp'KiH usw.: aind. ja. jada t-e/ior; aind. 
ja. jai"b: nsl. yAV veris : abaktr. jare. pcjasii cingulum: abaktr. jäh. 
jam. iuvenis: aind. juvan. abaktr. javan. juha iusculum: aind.jüsa. 
jotry fratria : aind. jätar. Auf slavischem boden entstanden sind 
zahlreiche j, die teils im anlaut stehen, teils zwischen vocalen ein- 
geschaltet sind: a) jave manifesto: aind. ävis. jamb edo: aind. ad. 
jetvo iecur: aind. antra, jesnib sum: aind. as. jesenb /. auctumnus: 
pr. assanis. got. asani- f. usw. b) -bje, -ije ist aind. ia : gostbj, 
gostij 2)1. g. eitsteht aus g-ostb-j-i). dejesi, bijesi aus de-e-si usw. 
Manche von diesen j sind dem urslavischen abzusprechen : hieher 
gehört jad, wie aus obedi^ medvedb hervorgeht ; ferner jeti, wie 
rakojetb neben rakovetb zeigt: man vergleiche obeti, oteti. jagne 
agnus, wovon obagniti se usw.; doch ist dies nicht für alle worte 



den consonanten gemeinsame bestimiiiungen. 295 

zweifellos, j in jezykt linyiia steht wahrscheinlich für 1 : lezyki. : 
vergl. armen, lezu: w. ligh (lih), rih (righ). lat. lingo. Dunkel ist 
j in dem mit na zusammenhangenden naj in najveste, wofür nsl. im 
Osten naj, im westen nar, das auf uaze führt, im ap. na besteht. 
Man merke dunaj; diinavi. danubius. 

F. Der consonant j bewirkt zahlreiche Veränderungen im vocalis- 
mus und im consonantismus. jo geht in je über seite 17. 195. jü icird 
durch h, ju durch i ersetzt seite 80. 83 : diese assimilationen beruhen 
auf der Verwandtschaft des j mit dem vocale i. Die lautverbindung bj 
geht durch dehnung des h zu i in ij Uher : imenije aus imentje. 
velij aus velbj ; ebenso wird vor j t zu y gedehnt: dobiyj aus dobr-ij. 
Die dehnung kann in beiden fällen unterlassen icerden seite 122. 145. 
186. rja. Ija. nja werden zu fa. la. na seite 204. tja, dja icerden 
in sta. zda verwandelt seite 215. pja. bja. vja. mja werden durch 
plja. blja. vlja. mlja verdrängt seite 228. zja. sja weichen dem za. 
sa Seite 277. stja, zdja icerden sta, zda seite 288. usw. 



Zweites capitel. 
Den consonanten gemeinsame bestimmungen. 

A. Assimilation. 

Die assimilation von consonanten besteht darin, dass ein conso- 
nant dem andern irgendwie näher gebracht wird : massgebend ist 
regelmässig der zweite consonant. Das zusammentreffen ist meist durch 
den ausfall eines vocals bediyigt. a) Ist der zweite consonant tönend, 
so wird es der erste gleichfalls; ebenso umgekehrt: a) gdunja neben 
kidonije y.uowvtov [r^Xov. izba aus und neben ist-bba. ß) opsteno- 
zivbCb aus obbsteno-. lekkyj aus Ibgtkyj. oblekbciti aus oblb- 
g"bciti. isceliti aus izceliti. Man merke nsl. jispa neben izba. 
b) einen fall der assimilation erblicke ich auch in dem übergange 
von kji in tji, von gji in dji usw.: raci, d. i. ratsi, aus ratji, ratzi. 
bozi, ursprünglich bodzi, aus bodji usw. Vergl. seite 256. c) ein 
c-laut geht vor einem c-laut in den letzteren über: besteda beruht 
auf bestseda und dieses auf bezceda seite 284. 

B. Einschaltung' und vorsetzung von consonanten. 

A. Eingeschaltet werden consonanten a) zur Vermeidung des 
hiatus: n: vbneti aus vi. eti seite 189. 212. v: rakovetb aus rakoetb. 



296 den conBonanten gemeinsame Bestimmungen. 

j : dejati aus deati seite 187 : über g, g=: eyga sua, lewgija Asüiv seite 188. 
h) 1 zwischen den ^ - consonanten und den praejotirten vocalen: kup- 
Ijent aus kupjeni., kupBJem,, kupijeni. seite 228. Die einschaltung 
des 1 ßndet statt, weil die ^-consonanten im aslov. der erweichung 
nicht fähig sind, daher aslov. kuplien^ neben p. kupiony. Der grund, 
dass dch aus bijeni., bsjent kein bljem, entwickelt hat, liegt in der 
festigkeit des i, das zwar zu h geschwächt, jedoch nicht vollends ver- 
drängt wurde. Aus dem gleichen gründe ist im aslov. aus vtpija, 
vBptja kein vtplja geworden, das erst im r. voplju vorkömmt, c) i, 
d zwischen s, z und r: ptstr'L aus ptsri.. izdraky aus iz raky 
seite 278. 281. B. Vorgesetzt werden consonanten meist um bestimmte 
vocale aus dem anlaut zu verdrängen. Die vor Setzung ist mit aus- 
nähme des ^ vor e kei7ie notwendige, j : jepiskupi. er.icy.OT.oc seite 7. 198. 
v: vezati aus ezati seite 234. n: nadra aus njadra seite 213. g: 
gasenica aus und neben vasenica, asenica eruca: vergl. eyga. lewgija. 

C. Aus- und abfall von consonanten. 
a) Ausfall von consonanten. 

r fällt aus in bratT> aus und neben bratri., das auf einem 
älteren brätra beruht; in dabt und in zabi. seite 225. 234. t und 
d fallen meist aus vor ], vor n, vor m, vor h und s : plelx aus 
pletlt. seil, aus sedlt. svbnati^ -btnati aus svbtnati, b^dnati. damt 
aus dadmt. obreht, povehi. aus obreth-L, povedh-L. istise, probase 
aus istbtse, probodse usw. seite 225. 226. 227. Es schwindet ferner 
d vor z und vor z: bozi aus bodzi; bo2e aus bodze seite 251. 
255. ze aus dze, dje für das regelmässige zde seite 219. Dasselbe 
geschieht im nsl. zeja aus zedja, aslov. zezda. p fällt aus vor n, 
vor t, vor s: kanati, stu-L aus kapnati, stpui.. piocreti aus poöerti, 
poöerpti, osa aus opsa. slezena entsteht aus splezena seite 233. b 
schwindet vor n, vor i, vor s : g-tuati aus gtbnati. greti aus grebti. 
osoba : vergl. lit. dbsaba seite 233. v entfällt nach b : obeti.sati aus 
obyetiisati seite 234. s entfällt im anlaid: ved aus und neben sved 
Seite 236. Die gruppe sc, d. i. sts und so, d. i. sts, kann im aslov. 
auf mehrfache weise erleichtert werden: neben isceliti besteht iceliti, 
d. i. i(s)tselitij isteliti, d. i. ist(s)eliti-, selten ist iseliti^ d. i. is(t)- 
seliti. Aus besötsti, d. i. bestsbsti, entsteht beöbsti, d. i. be(s)tsbsti ; 
bestbsti, d. i. best(s)bsti seite 284. 



C. aus- und abfall von consonanten. 2^1 

h) Abfall auslautender consonanten. 
Das gesetz der Vertilgung der ursprünglichen endconsonanten im 
slavischen ist zuerst von Bopj) ausgesprochen woi'den. Vergl. gram- 
matik I. 113. 154. Es trifft 1. t: vl-Lka sg. gen., aind. -ät. vedi, 
aind. -et aus -ait. bada ecxwaav 2. seite 70. und oben Seite 102. vede 
duxit, aind. -at. tel§ aus telet, sg. gen. telete. bery, byje für bera, 
bija aus -at, aind. -ant, sg. gen. m. n. berasta, bijaSta aus beratja, 
bijatja. to, aind. tat. Dagegen vedett ducit, aind. -ati. Nach dem 
verstummen des "l der 3. sg. praes. konnte auch das t abfallen: 
beseduje sup. 285. 23. bledeje 121. 24. byvaje 246. 17. igraje 
1 76. 27. ishazdaje 303. 5. podobaje 276. 22. poreje 323. 11. 
bade 26. 6. drizne 435. 9. ottmeste 115. 10. povine 386. 6. 
s-Lsede 299. 16. htste 117. 1; 128. 22. sedi 389. 26. sa 28. 1; 
105. 7 ; 388. 3; 410. 15 usw.; in e 385. 29. cloz. I. 82. assem. je 
sup. 84. 20. sind beide consonanten abgefallen: jestb. Aus dem praes. 
stammt das ti. des aor. und des impf. : \xh\ii>. prljett. umreti. 
estT> comedit. bysti.. dasti. ; rnüZRaseti». vbprasahutb sis. (vi>prasa- 
hatt) 3. Seite 68. 

2. s: syni>, aind. sünus ; synu sg. gen., aind. sUnös. synove 
pl. nom., aind. siinavas. sjm>mi pl. instr., aind. sünubhis. vedi, aind. 
-es aus -ais. vede duxisti, aind. -as. So ist auch *nebe, wofür nebo, 
sg. gen. nebese, aus nebes entstanden vergl. seite 73: für nebe 
spricht nsl. ole, olesa; ferners c. nebe, nebese und ap. niebie, pl. 
niebiosa, so icie os. ns. nebjo: c. sg. gen. nebe, p. niebia, os. ns. 
nebja so nie das c. dialekt. nebjo erklären sich durch den übertritt des 
thema unter die o(a)-themen 3. seite 359. 431. s ist auch im comparat. 
dobreje abgefalle?! 2. seite 322 ; ebenso im partic. hvaJCh und hvalivt 
neben dem sg. gen. m. n. hvaltsa, hvalivLsa 2. seite 328 : die formen 
hvafij, hvalivyj zeigen, dass sie durch zusammenrückung entstanden 
sind. Die personalendung der 1. pl. xn^ ivird auf mas zurückgeführt, 
zu dem nie stimmt. Daneben kömmt mo wid my vor, formen, von 
denen die letztere mit dem pronomen my identisch sein dürfte seite 15. 

3. r: dtsti, mati aus düster, mater durch die mittelstuf e 
dtste, mate: vergl. seite 120. Aus bratrx, das auf älterem brätra 
beruht, entsteht bratt. 

V fällt nicht ab, denn svekry beruht nicht auf sverkrivt, 
sondern auf einer auf ü auslautenden form, die dem sg. gen. usw. 
zu gründe liegt : sveki'xvB verhält sich zu svasrii wie brtvb zu bhrü. 

4. m fällt nach kurzen vocalen und nach i ab, daher nach e : 
matere sg. acc, aind. -ram: vergl. seite 14; nach t aus ä: azi.. 



298 den consonanten gemeinBarae bestimmungen. 

aiiid. aJiam; vli-kt, aind. -am; ebenso berasti., hvartsb, dobrejst 
aus -tjam, -sjam, und vedi., vest, veht, vedolix duxi und vedeaht 
duceham. Nach i> aus ü : syn'L, aind. -um / nach t aus i : g-ostb^ 
kostL^ aind. -im, und nach i für t (nach seite 110) s. kosti sg. instr. 
aus kostim icie ryba aus rjhäm: neben kosti ist ein jüngeres kostim 
nachweisbar, dessen m älteres mt ist. kostija ist durch i'yboja hervor- 
gerufen. Für kosti aus kostija lassen sich vielleicht lit. formen 
anführen Archiv 3. 287. Was den aor. bimi, bim'L anlangt, so 
trenne ich es wegen seines von den massgebenden quellest festgehal- 
tenen i und icegen seiner syntaktische^! bedeutung, worüber 3. seite 81, 
von hyh'h, glaube jedoch nach abermahliger prüfung des gegenständes, 
dass dessen mb, m-L dem praes. entlehnt ist. am geht in a über, 
daher sg. acc. ryba. Auch das a des sg. instr. i'yba, wofür auch 
das auf ein thema -oja weisende ryboja, beruht zunächst auf -am] 
ebenso die sg. instr. mbnoja, toboja, soboja, in den lebenden sprachen 
auch mbDa, toba, soba von einem thema mbna usw., ivoher auch 
mbne usw. Dasselbe gilt vom a der 1. sg. praes. : veza, zunächst aus 
vezäm: ä von am ist aa (a-^) , nicht äa seite 101. 183. vezäm 
hat nach Brugman (Osthoff und Brugman, Untersuchungen 1. 13) sein 
m von den tempora mit secundärer personalendung bezogen. Dem 
gesagten zu folge wird am zu a und zwar durch on, woraus o, d. i. 
a. Im inlaute ist aus am zunächst on und daraus erst a entstanden : 
dati aus damti, domti, donti; ebenso §ti aus emti, enti. Wenn trotz 
ryba und veza aus -am dieses in i> übergeht, so muss Verkürzung des 
ä zu a angenommen iverden : vliiki. luporum, rybii piscium aus -am, 
-am, wie vedT> aus -am. Anders Leskien, Die decl. usw. 84. Die 
pl. gen. nast, vasx schehien ebenso erklärt werden zu können : na-s-äm 
wie te-s-äm vergl. seite 79. ma des dual. dat. instr. vl'bkoma^ rybama 
beruht aif mäm, dessen end-m vor der speciellen entwickelung des 
slav. abgefallen sein icird. Den aind. sg. acc. mäm, tväm, sväm ent- 
sprechen pr. mien, tien, sien, aslov. iiic, te, se, dafür aind. mäm, 
tväm: als mittelform zwischen! me und mäm nimmt man men an, 
das sich vom aind. durch den helleren vocal unterscheide. Oben ward 
angenommen, t in vl^kt lupum entstehe aus am : den Übergang bildet 
eine form vli>kom vergl. seite 76. Ehedem war ich geneigt, eine 
mittelform a anzunehmen, gestützt auf sa aus sam (seite 78) und 
auf die regelmässige Schwächung des a zu !> im bnlg., erscheinun- 
gen, denen ich nun den lit. pl. gen. ponun, ponung, Kurschat 149, 
hinzufügen mochte, der einem aslov. *pana [daraus ■''pani) ent- 
spräche. 



C. ans- und abfall von consonanten. 299 

ö. Ursprüngliches n mit oder ohne folgenden consonant %oird ver- 
schieden behandelt : im. des pl. dat. loird auf ein ursprüngliches mans, 
das preuss. vorkömmt, zurückgeführt : als mittelformen icerden muns, 
mv£ angenommen. Das i des pl. acc. der i-declination beruht auf 
ins: tri, lit. trins neben tris Archiv 3. 295. Eben so sind zu deuten 
gosti. kosti ; analog syny, dessen j auf ursprünglichem uns, aind. 
Tin, beruht. In diesen fällen hat sich kein nasal entwickelt : dass mans 
kein ma ergeben hat, ist bei dem positione langen a befremdend ; in 
den beiden anderen fällen fehlt der nasale vocal wegen des i und u. 
Dass beide gedehnt sind, darf aus ns erklärt werden vergl. seite 122. 
Li allen übrigen fällen resultiert aus vocal und n mit oder ohne folgen- 
den vocal ein nasaler vocal : welcher ? dies ergibt sich entweder aus 
dem helleren oder dunkleren klang des a (a^, a.,), denn nur von 
diesem vocale kann die rede sein, oder daraus, ob auslautendes a 
erhalten oder zu e geschwächt wird. 

e entsteht A) aus dem helleren klänge des a, e: e entspringt 
aus an, en : köre aus koren^ sg. g. korene: hier zeigt sich die ver- 
schiedene behandlung von ursprünglichem em und en: matere, köre; 
eben so breme aus bremen. e entsteht ferner aus ant, ent : otroße 
aus otrocent, sg. gen. otrocete. vese, vese, vedose duxerunt aus 
vesent, vehent, vedohent; ebenso bese aus behent. Dagegen ent- 
springt a aus ant, ont: veda duxerunt. vedeaha ducebant. Jung ist 
b. dadoh'i, dederunt aus -ha. Die differenz zicischen dem ent des 
zusammengesetzten aor. und dem ont des impf, und des einfachen aor. 
ist sicher nicht alt : ob darin mit recht ein streben nach differenzierung 
des aor. und des impf, erblickt wird, ist sehr zweifelhaft, pletati. 
plectunt ist aus pletontt vollkommen erklärbar: in hvaleti. laudant 
ist eine aus hvalint't entstandene form hvalent'L anzunehmen. Andere 
sind geneigt ein hvaljati. vorauszusetzen und meinen, ja habe 
sich zu e zusammengezogen, ehe noch das gesetz der erweichung bei 
den consonanten geltung erlangt hatte: so wollen dieselben auch 
vedett, jadett, dadetT. erklären, indem sie sich auf vezdt usw. 
berufen; auch die 3. pl. hotett neben der 1. sg. hosta wird so 
gedeutet: was dieser lehre entgegensteht, ist die imnachweisbarkeit 
der zusammenziehung des ja zu e. Das suffix men ergibt my (aus 
einstigem ma) und me : kamy aus kama, kamaon : lit. akmü, akmü 
neben akmun; dagegen breme aus bremen. kama kann allerdings 
auf -mans beruhen, allein der endconsonant übt auf den vocal keinerlei 
einfluss, loie vese aus vesent zeigt. Bei kamy muss eine bei breme 
nicht eintretende verdumpfung des ursprünglichen a-lautes in der end- 



öUU den consonanten gemeinsame bei-timmnngen. 

Silbe angenommen werden. Bidg. käniik heruht auf kamj, käratk 
hingegen auf ^kamaki. 

e resultiert B) aus der Schwächung des auslautenden a. Hier 
werden auch fälle behandelt, in denen n für m eintritt. Wenn aus 
ant, ont nach dem gesagten at entspringt, so kann das partic. praes. 
act. im sg. masc. und neutr. nur greda iens lauten, wie es hvale 
aus hvalint, hvalent lautet: das letztere gibt zu keiner erörterung 
veranlassung : sg. gen. hvalesta usw. Was jedoch greda anlangt, so 
erscliehit das a desselben nur in g-redasta sg. gen. m. n., g-redaste f. 
usw. greda icird durch grede und gi'§dy ersetzt und die vergleichung 
der casusformell zeigt, dass e und y nur im auslaut auftreten, ein 
umstand, der die Vermutung rechtfertigt, e und y seien Schwächungen 
des 9i, hervorgerufen durch die Stellung dieses vocals im- auslaute. gr§d§ 
ist die in cdten denkmählern manchmahl auftauchende und den ent- 
sprechenden formen der lebenden slavischen sprachen zu gründe lie- 
gende form, gredy hingegen als aslov. regel anzusehen 3. seite 95. 
e für a erhält sich nur nach j usw., daher bije. ztrje, strazde usw. 
Die differenz von gredy und bije ist in dem j usw. gesucht vjorden, 
e für a stehe in folge des j, eine ansieht, welcher nicht nur das neben 
gr§dy vorkommende grede, sondern vor allem die formen bijasta 
usw., nicht bijesta usw., entgegengesetzt werden darf. Die wirkung 
des j auf folgendes o ist jünger als die entstehung des der wirkung 
des j nicht unterliegenden a aus on. j hat e nicht hervorgerufen, wohl 
aber die Schwächung des a zu y gehindert. Manche haben zwar 
erkannt, dass die Veränderung von a in e nicht einer erweichung zuzu- 
schreiben ist: sie glauben jedoch die Veränderung dem strebest nach 
differenzierung zuschreiben zu sollen, da überall, wo man e neben y 
finde, eine unbequeme Zweideutigkeit die folge der erhaltung des a 
gewesen icäre. Dass e durch Schwächung des a entstanden, kann durch 
formen wie bl§d, das zu bladt gesteigert luird, seite 184, durch p. 
reka und rak wahrscheinlich gemacht werden, abgesehen von analogen 
ei'scheinungen im lit. und lett. Archiv 3. 261. 301. Was das nur im 
aslov. vertretene gredy anlangt, so wird wohl auch zugegeben werden, 
dass dessen y schwächer ist als a. Die regel lautet demnach: das 
auslautende a des partic. praes. act. tvird nach j usw. im auslaut 
notwendig zu e, ausserdem zu e oder zu y geschwächt. 

Wenn wir nun formen finden, in denen nach j usw. notwendig 
e, so7ist enttceder e oder y steht, so können wir mit einiger Wahr- 
scheinlichkeit diese formen auf solche zurückführen, die auf a aus- 
lauteten, Hieher gehört a) der sg. gen. der a,-stämme, in denen dem 



C. aus- nml abfull von consonanten. dOl 

aslov. staje nsl. ribe u)id aslov. ryby gegenüber stehen : dass in ribe 
e dem aslov. e entspricht, kann nicht bezweifelt werden. Man kann 
daher als urslavische form dusa, i"yba ansetzen und sich dabei darauf 
berufen, dass staje, ryby ohne annähme der silbe am, an mit natura 
oder i^ositione langem a nicht erklärt xcerden können. Mir scheint der 
aind. sg. loc. der ü-stämme zur grundlage der erklärung geeignet: 
staja, ryba würden demnach auf stajäm, rybnm beruhen: am ergibt 
nach dem. oben gesagten a: es des lit. manes ist bei seite zu lassen, es 
würde ryby iiicht erklären 3. seite 4. Leskien, Die declination usw. 123. 
Wir haben 7iun greda: g-rede: gredy - ryba: nsl. ribe (rybe) : ryby 
und bija: bije- staja: staje. Was von staje^, gilt auch von dem sg. gen. 
f. toj§, der von toja auf dieselbe weise abgeleitet wird wie staje von 
staja: nsl. usw. te ist iiyie nsl. ribe (rybe) zu beurteilen. Für verfehlt 
halte ich demnach die Zusammenstellung von toje mit aind. tasjäm. 
toje ist vom nsl. te (te) nicht zu trennen: beide sind nach der nomi- 
nalen declination gebildet ivie lit. tos: wenn gesagt loird, im fem. 
erscheiiie j anstatt eines s aus sj, so ist dies ein irrtum. Vergl. meine 
abhandlung : , Über den Ursprung einiger casus der jjronominalen decli- 
nation^. Sitzungsberichte band 78. Bezzenberger, Beiträge usw. 1. 68. 

b) Der auslaut des pl. acc. der T,(a)-stämme ist a : greda : 
grede: gredy-raba: nsl. robe (robe) : raby und hija.: bije-maza: 
maze. Das a von raba beruht auf ursprünglichem ans, woraus aind. 
an. Vergl. ptreuss. got. -ans: vilkans. vulfans. 

Was vom pl. acc. der 'h(a)-stämme, gilt c) von dem gleichen casus 
der a,-stämme: greda: grede: gredy - ryba : nsl. ribe (rybe): ryby 
und bija: bije loie staja: staje. a entsteht aus ans, preuss. ans usw. 
A. Leskien, Die declination usw. 105. Der pl. 7iom. der a-stämme 
ist ein wirklicher pl. acc. Wie im slav., fallen auch im preuss. die 
pl. acc. m. und f. vollständig zusammen. 

y von gredy hat man dem vernehmen nach als nasaliert ange- 
sehen und demnach ein zweifachem y angenommen : das nasalierte y soll 
loie etwa rumun. äh in MCp/M^^HT gelautet haben. Diese annähme 
ist nach meiner ansieht unbeioelsbar. 

Anders ist kamy neben ime zu erklären: vergl. seite 299. 

Es loürde noch erübrigen von dem comparativ und dem partic. 
praet. act. L zu sprechen, wenn diese formen luirklich einen nasalen 
vocal enthielten. Schwierig ist die deutung der pl. acc. ny, vy und 
des pl. nom. my, vy seite 164. 3. seite 45. Vergl. Müllenhoff 437. 

Was hier über m und n vorgetragen wird, ist das resultat 
einer neuen bearbeitung dieses schwierigen gegenständes, zu ivelcher 



i)\)2 «^en consonanten genieinsanie bestimmnngen. 

mir K. Miillenhoff's Ahhandlimg : ,Zur gescJiichte des auslaiites im 
altsloveniscJien' , Monatsberichte der k. Akademie der Wissenschaften 
in Berlin, Mai 1878, veranlassung geboten hat. Was ich hier lehre, 
weicht teilweise von dem. ab, icas im buche über denselben gegenständ 
an mehreren stellen, vorzüglich seite 44. 101, dargelegt wird. Wenn ich 
auch iceit entfernt bin von der yneinung das rätsei gelöst zu haben, so 
hege ich doch die hoffnung, die arbeit icerde einiges dazu beitragen, dass 
ein anderer dem geheimnisse näher tritt : diese hojfnung ist ja doch 
die einzige befriedigung, die dergleichen arbeiten gewähren können. 
Die neueren arbeiten, die diesen gegenständ oder einzelne punkte 
desselben behandeln, sind ausser der erwähnten schrift K. MüUen- 
hoß's folgende: Ä. Ludwig, Über einige nasale formen im alt- 
slovenischen. Sitzungsberichte der königlich böhm.. gesellschaft der 
loissenschaften. Prag 1874. 169. A. Leskien, Die declination usw. 
Leipzig 1876. A. Brückner, Zur lehre von den sprachlichen neu- 
bildungen im litauischen. Archiv 1878. III. 233. 

D. Verhältniss der tönenden consonanten zu den 

tonlosen. 

Die tönenden consonanten im auslaute, d. h. nach i., h, werden 
tonlos : gradx lautet grati. ; daher auch 2;vestt stellarum. bon. Ausser- 
dem ist zu bemerken, dass nach einer regel des späteren gri^ecliisch in 
entlehnten worten t und k nach n tönend loerden: lendij Xsvx'.ov. 
jantgura öiy/.jpx seite 212. Einige, teilweise zweifelhafte, fälle des 
wechseis von t und d bietet seite 224. In einigen loorten sinken alle 
consonanten zu tönenden herab : treska, das klr. triska und droska 
Splitter, c. triska und dfizha span, lautet usw. Man vergleiche lit. 
siurkstus und siurgzdus rauh Kurschat 226. Dem tat. Scabies, it. 
scabbia, entspricht rumun, zgaibe. alh. sgjebe (zgjebe) neben skjebe 
A. de Cihac, Dictionnaire 254. 

E. Metathese von consonanten. 

Der wichtigste fall der metathese von consonanten tritt bei den 
gruppen tert und tort ein: bregi. aus bergt, mleti aus melti seite 31. 
brada aus borda. ndad'L aus molodii seite 86. Wenn aus berzT) 
und velk'L- br'i>zi, und vh.k^t entsteht, so ist keine metathese, sondern 
ausfall des e eingetreten seite 29. In den späteren quellen findet man 
dbvrtn'L für dvbri>m>. Sbvteti für svbteti. ponibzariti : w. nibg- usw. 



Lautlelii'o der neiisloveiiisclioii spraclii 



EESTEE TEIL. 
Vocalismus. 



Erstes eapitel. 
Die einzelnen vocale. 

^. Die a-vocale. 

/. Erste stufe. 
1. A) Ungeschwächtes e. 

1. e ist regelmässig aslov. e: Ijcdi'o. borem. beseda. ocerjanje 
sanna hahd.: sker. cesati^ cehati decerpere^ ceselj aus ceh- hei. cep: 
pocenoti conquiniscere ; cepeti usw. 

2. e und a treten in vielen fällen für t,, t ein, jenes ist in manchen 
formen im osten, dieses im ivesten bevorzugt; andere haben stets e: 
meh, mah, aslov. iii'lIi'l; pocetek; den, dan, aslov. dbiiL. gresen usw. 

3. Im nsl. findet in bestimmten consonantengruppen einschaltung 
eines e, t statt: topel. rekel. dober. og-enj; igel, sester pl. gen. von 
igla. sestra; isker jwope /^aicZ., aslov. iskrt. tndanek. praeceptum hg. 
balizi.li. basxn. prkaz-tn. sed^m. s-ld sum tom. Ahnlich ist ze vsem, 
ze vsema. odegnati. izegnati. odebrati. odeslati. segreti, segrevati. 
zeslo (sunce je zeslo) kroat. zezvediti neben zvediti erfahren, ze 
sna e somno hg. zezgati. zebrati, zebere. zegniti. zezvati, zezavati, 
zeznati usw. smereka neben smreka: daneben bolezan. misal usw. 

20 



304 nsl. a-vocale. 

truh. Das e von topel usw. erhält sich nur vor auslmdendem 1 usiv., 
daher topla, rekla usw. Dieses e darf hart genannt werden: isker. 
4. dezela^ im westen hie und da duzela für und neben dizela, 
lautet hg. drzela. e aus i : krevljast^ krevsati von krivT:>. 

und ~ bezeichnen, jenes kurze, dieses lange vocale. e ist das 
dem i sich nähernde lange e. In ton und quantität ist regelmässig 
die mundart meiner heimat massgebend; hie und da accentuiere ich 
nach meinen quellen. ' ist nur tonzeichen. 

B) Zu I, gesclnväcbtes e. 

h (ij das durch e, a ersetzt und ausfalle}} Icann) aus e ent- 
haltende icurzeln : zacnem: ctn. vzemem, vzämem : jtm. lehek, 
labek. z m'Lnö, z mäno : s-l mtnoja. pomuiti: mbii. pas, pes, pis: 
pbS'B: sg. acc. pca 7ieben päsa, dwa pisa res., pisa venet. svest des 
iveibes schcester karst: s. svast. sau, soü, sii: slI'l; daher auch pre- 
sestvo moechatio skal., presustvati moechari trüb., presesnik moe- 
chus skal.: -atstvo usw. tama, tema: tbma. Auf dem boden. des 
nsl. entstanden und auf den W. beschränkt sind formen wie jezi.ro. 
kamtn. lT>ti volat. Itzl iacet, wohl Itl, IzT. s p-LcI de saxo okr. 
ttr: teze. diblo. mT>tati: metati. s-Lcira: sekyra. prsttn und 
prstan. si-stn, sg. gen. srsena. Jung sind formen wie t^g-a: aslov. 
tog'O. nebeski.g-a. nel)eski,mu ans tega usic. Aus t. erklärt sich a in 
taha, druzaha res.: togo, dnigaago; ti^lia, ttmu fom., daselbst ravuga 
aus ravnega. 

2. tcrt- wird tri (>(l(>r tret. 

A. tert uird trt. 

1. Das nsl. fällt in die zone A, daher icird e von tert aiisge- 
stossen, und r loird silbebildend: umi'l aus umerl. brz. cvrtje. Stvti 
quartus. (5rv; telt geht in tlt über, dessen silbebildendes 1 in ol (oü) 
und in u iüjergeht: doug neben dng, moiiöati neben mucati, vouk 
neben vuk aus dig, nilcati, vlk. Im äussersten 0. und im äussersten 
W. herrscht x\, sonst ou, das ol geschrieben wird: dubsti. dug longus 
im. ()., düb. hüm. süz p/. gen. im W. venet. Im W. besteht ar statt 
des silbebildenden r: obarvi. caru. liarb) collum.. karvi und karv^ 
von ki'i. sarcö. smardict. tarpljcnjo. varv, varciea resfis venet. 
b-irdo. carni, cerni, carnicica. darzi. bart, sonst grd. smart, sm^rt, 
sinirt. merzla. siirce, s^.rce usw. res.; daneben b'rdo 64. cet'rtak 
08. crrn 63. (j'ruicica, formen, die vermuten lassen, dass auch in 



tert wild trt. 305 

Eesia brdo, cctl-tak, crn usw. gesprochen ivird. Silhehildendes 1 loird 
entioeder ol oder u : dolg-a, düha ; in der confessio generalis aus 
dem XV. jahrh. liest man karst. obarnyll. og-ardity. In okr. füllt 
1 von ol axis: mocät tacere. wokK sg. gen., vl'Lka usw., daraus 
dx^no (pismo) aiis dozno, dl'Lztno. 

2. Die in andere^) sprachen die lautfolge tert, telt darbietenden 
Worte enthalten im nsl. silbehildendes r; silhehildendes 1 erleidet die 
angegebenen Veränderungen: brditi schärfen rib. brdo. brs okr. für 
hvs6 pastinacia, p. harszcz. coln. crtalo. cvrstev, crstev. (]o]g lo7igus, 
debitum. drii rasen, zadrga schlinge, g-olcati ; gucati loqui im 0. 
grlo: harlo res. razgTnoti: ic. gert. kolk: koiik hUfthein rib. krpla 
Schneeschuh rib. molknoti : röke so mi oniolknole ukr. muviti: 
vcele muvijo; muvlaiije murren, mrsiti se ßeischspeisen essen rib. 
mr-ii, zwei-; nicht einsilbig, aslov. mviAi, aus merlnb; vmrja aus 
umerlt steier. ; umär aus iimävl res. prseti nieseln, polüica Schwieger- 
mutter, pi't tischtuch. skolzek, skuzek lubricus habd. srbeti: pisko- 
srba gratte-cul. strcati ragen, vtriioti das licht putzen, otrti neben 
otreti abstergere. potrjevati aslov. *-tvi"i.zdevati. volga goldamsel. 
vuhvica (vedovin ter vühvic), vujvica pytho hg., vltlivica. obolkla 
(crne suknjice). otvrznoti (ne do teöaja) halh öffnen, daher vrzel 
/. bresche im zäun; vrzel (adj.) plot rib. zrkalo augapfel rib.; zrklo. 
zava; zavicna karst; zvicna Schwester des mannes im verhältniss zu 
seinem iveibe, aus zlvicua. zelva ßstel steier. zrd : ahd. (gartja) 
garta, nhd. gerte. zrnik handmühle; szruiti grob mahlen rib. Fremd: 
ohrjiija wucher. prjölie catalog der schiiler TiC'.o/r^. vrdaca: it. ver- 
dacehia ; venet. it. fersora, kroat. prsura, lautet nsl. prosora. 

S. Auch die lautgruppen tart und tort loerden manchmahl 
durch trt- ersetzt: a) grbin: it. garbino südwestwind. krbin ange- 
brannte kohle: it. carbone. ki'taca bürste steier.: nhd. kardätsche, 
stallhürste aus fz. cardasse. po mrskako inepte neben po niar-si- 
kako. mrtinö'Lk aus mart-. srdela: it. sardella. skarjevec: it. scarico 
abßii.HS krain. skrlat: it. scarlatto. zrg-: deutsch sarg. b) fi'men- 
tin : it. formentone, frna^a: fornace görz. g"rje: aslov. g'orje. po- 
sprt : it. passaporto. trnac : magy. torndcz vorhof. Manche silbe- 
bildendes V enthaltenda worte sind etymologisch dunkel: brknoti loie 
teknoti ausgiebig .sein, gedeihen: niö mii ne brkne okr. zabrtviti 
obturare habd. cmrl neben siiiclj hummel, bei .9tulli stnnelj crabro. 
kolcati, kucati eructare, singxdtlre : vergl. aslov. kHcati scopere. 
krketati wie ein truthahn schreien, kucati klopfen prip). 204. krlj 
trabs. krmezljiv triefäugig, krpelj, krselj ricinus, oskrv müUer- 

20* 



306 nsl. a-vocale. 

hammer metl. ostrv bäum mit kurz behauenen eisten^ der als Jiarpfe 
dient, prt /. iveg durch sclinee. prtiti 7(h\ svrs ziveig 'pri'p. 226. 
trcka attagen habd. trli ladung meg. iwip. 243. ijulia görz. und 
rjuti, icofür venet. arjuha, arjuti, icerden zweisilbig gesprochen, aslov. 
cirky, criky entspricht cirkev, cerkev. rsa rote kuh icoch. beruht 
auf ros. Selten und nur in fremdicorten ist die lautfolge icie in 
dar da framea hg. 

4. Die vorfahren der Slovenen, Chorvaten, Serben und Cechen 
spraclien tvrdx firmus, mlzesi midges; jenes erhielt sich im slov., nur 
im W. bestellt hie und da allein oder neben, dem alten tvrd die form 
tvard und, jedoch seltener, tverd; silbebildendes 1 scheint noch im XVI. 
jahrh. bekannt gewesen zu sein, icie die Schreibungen celn, calu, ciilu 
zu vermuten gestatten : aus dem silbebildenden 1 entwickelte sich ol icie 
ar aus r ; aus o\, dessen 1 in res. in vielen fällen noch gesprochen 
loird, gieng ou und aus diesem, loohl um den dAphtliong zu meiden, 
u hervor : mlzes, molzes, mouzes, muzes. celn kann jedoch auch 
ötln gelautet haben. 

5. Seltener als aus tert entsteht trt aus tret: brneti; brnkati, 
brndati, brundati summen, golt, gut guttur : liült schluck res. grgor 
gregorius hg. grk graecus. grmeti. Itväna lüöchnennn tom. : it. lettuana. 
solza, souza, siiza und skiiza hg. seza, si>za ukr. : vergl. solzeti 
kleiniceis rinnen vip. sluzeti (raua mi sluzi die icunde ist mir noch 
feucht) let.-mat.-slov. 228. sliiza steier. slojza datn. sklojza, sklaza. 
Statt g-redo, aslov. gredatTb, hört man grdo. nadrsljiv grämlich ukr. 
beruht auf drosH. 

6. trt kann auch aus tret, trat und trot hervorgehen: a) crvo 
neben crevo. prgisca manipulus habd. aus prcgrsca : gri^stb. o-, 
pokrpöati pot. prtiti : aslov. pretiti. slzena (slizena met,), suzaua 
rib. milz der menschen, vranca milz der tiere. srdina neben sredina. 
srdica brotkrume : th. srcda. strliti neben streliti, streljati vo7i 
strcla ; strlec lex., strelec. strkati se : blago se strka das vieh ist 
durch bremsenstiche scheu geworden : aslov. streki> oestrus. trbe, 
trbeti : aslov. trcba. trebxh, sg. gen. trbüha okr. zrbö nebeii zre- 
bec. b) brgese im W., brguse neben breguse im 0.: it. braghesse 
dial. cnkrt, jcnkrt ukr. einmalil neben enkrät. standr^ neben stän- 
drez und sentandräz sanctus Andreas görz. skijauec: aslov. sko- 
vrantcb aus skvr-. c) prso milium, neben proso. prti für proti. 
stvrjcn sanctus Florianus görz. rcem^ rkouci, rkao hg. rci hg. 
rciwa, rcita, rcimo, reite okr. für reeeni usw. in den ührigen 
teilen des Sprachgebietes, rmeu, rniau achillea millefoUum neben 



teit wird tret. 307 

roimiu, y. lunieui. : das icort ist fremd, razlcglo lautat auch 
rzlcglo. 

7. Dem aslov. Hbi scheint liibanja, gliibanja cranium zu, ent- 
sprechen, zulkniti (zaukniti) vor hitze ersticken: vergl. p. Ikac. rba, 
rbina nehen robkoviua grüne nussschale: dunkel, rcati: pes je za- 
rcal steier. 

B. tert wird tret. 

1. Das nsl. fällt in die zone A, daher erleidet r von tert in zahl- 
reichen fällen eine metathese und e wird meist zu c: breja praegnans 
ai<s berdja. breme. brcskva, daneben selten breskva. breza. cvreti: 
skvreti, venet. criet. creda grex; po credi nach der reihe: vergl. 
kardel /. grex rib.; krdclo trüb, credeu, wofür öeden 7'einlich: 
r. cereditb reinigen; cereda die reinlichkeit liebend dial. crensa, 
r. öeremsa; sramsa, lit. kermuse. crep, daneben krepa, iibit lonec 
tom. creslo gärberlohe rib. cresaja. crevelj. crez neben cez und 
cerez, cret ried; eretje krummlioh, häufig in ON.: r. öereti. mlesti 
mulgere rib. okr. neben molsti. inlcz^ mlezva biestmilch, mleti. mreti. 
smreka. sren reif, sres m. frost auf der oberfläche der erde rib. 
vreci neben vrci aus vergti. vreti: svreti se sich zusammenziehen, 
einschrumpfen: ves se je svrl od starosti; sverati se V. 2. kauern 
ukr. povreslo : poverztlo. vretje eine quelle der Ljubljanica. zlebt. 
zleza. zrelo loch im mühlstein, wasserstrudel rib. ozrelje rib. für 
s. ozdrelje. zreti vorare aus zerti. pozreh lurco meg. Vergl. bled, 
wohl bled, Feldes, ort in okr. 

2. In der vorliegenden Untersuchung wird für grilo (g'rlo) als 
Urform ein älteres gerlo, für zrtlo (zrlo) das jüngere zerlo ange- 
nommen und vorausgesetzt, dass auch zrelo auf zerlo beruht. Ändere 
nehmen für die angeführten drei formen gtrlo, ztrlo, zerlo an. 
Wer zu den wirklichen formen die Urformen sucht, mag das so hin- 
nehmen: es möchte aber doch die frage nach dem erUmbt sein, was 
dem gtrlo, zbrlo, zerlo zu gründe liegt, und die weitere frage^ ide 
diese drei formen mit der gefundenen wurzel, etwa g'ajr, ger, zu ver- 
mitteln sind. Was die Vorstellung anlangt, g-rtlo stamme von gerlo, 
so meine ich allerdings nicht, als ob in allen fällen vor q, dem nicht 
Y, \, consonant folgte, k in c usw. übergegangen sei, während in 
einigen fällen, wo dem e r, 1, consonant folgte, die gleiche Wandlung 
eingetreten sei, in anderen nicht; meine ansieht geht vielmehr dahin, 
dass sich überhaupt einige alte k vor den hellen vocalen erhalten 
haben; diese ansieht ist von der mir zugemuteten gar sehr verschieden. 



öOö niäl. ;i-vocale. 

Die Störung des lautgesetzes kann hier eben nur durch die annähme 
erklärt werden, es halte sich einzelnes aus einer früheren Sprachperiode 
in eine spätere hinüber gerettet. Zeitschrift 23. 449. 

3. ent wird et. 

1. Aus dem urslov. e haben sich in verschiedenen teilen des Sprach- 
gebietes verschiedene laute entwickelt: im O. in gedehnten silben ein 
langes e: globoko iu rasteg-njeno. pett, pet quinque. svet. vezati. 
pse pl. acc, *pt.se. Das e von pet quinque ist trotz seiner dehnung 
im 0. verschieden von dem e in svet: mit dem e in led, led ist 
es jedoch identisch. In unbetonten und betonten kurzen silben tritt 
c ein: zet gener. Im W. findet in gedehnten silben eine vermengung 
des e mit e statt: mjeca wade: *meca. pjest j^ur/n««. vjezein ligo okr.; 
daher auch prisejzem iuro neben dem perfectiven prisezem navr. 28. 
In ukr. lauten svcti imiJt. von svetiti und sveti sancti ganz gleich: 
nur selten wird e durch gedehntes e wiedergegeben: pet pl. gen. von 
peta. Hier kann in unbetonten silben i> eintreten, das nach r, 1 
schwindet: miso. naidi facit: *uaredit'i>. 

2. Während im res. a für aslov. e durch dessen tonlosigkeit oder 
betonte kürze bedingt ist: jazik. prast: prod, scheint in anderen ge- 
genden a unabhängig von jener bedingung für e einzutreten: so findet 
man im görz., einzelnes hie und da in Kärnten: ceti: zacati. gle- 
dati: gladati, hladati. £>'rcd: gram, hraiu eo. iinc: iinä^ iuie, jeti: 
ga je prijid iü objal ; vzati. jcza: jaza. jezyki.: jazik. kiek: po- 
klakuciii. kleti : klau, lestiyür lesti: laci, lazom ; je seil lac : aslov. 
lega. mclcLkij: mahek. meso: maso. -inotb: paiuat. pestb: past. 
peta: pata. petxki.: patak. plesati: plasat. prcd: pradein. preg: 
uapralm d. i. uapreghi.. restati: sraöati; kein sraca, sondern sreca. 
sesti für sesti; vergl. p. siasc: sasti, sadem: aslov. seda. sosti: saöi, 
sazeni. sezi.ilb: sazenj. teg-: potag'uem, potahuem. tOiZblcL: tazek. 
trc's: traseni se. vestij: vaci neben Vc\n(:\, VLUci «?k? veci. vez: va- 
zati; vazniti, sonst vezuoti. zetb: zat und zeta. zezda: zaja; zajin, 
zaju. zeti: pozati, zal; senozat. jaderno ^MtZe^ man im kärntnischen 
dialekt. Hier werde daran erinnert, dass schon die Freisinger denk- 
mähler einen fall von &. für e bieten: tere iin grechi vuasa postete-' 
teze imt grehy vase pocbtete et eis peccata vestra enumerate. Aus 
dem 0. und SO. habe ich folgende hieher gehörige formell angemerkt: 
ceti: zaöao hg. jeti: prijati. uajao. pozajao hg. zezda: zagja kroat. 
Weit verbreitet ist a für e in zelo: zclo neben zalo, zalec. il/tfn 

füge hinzu das seife 37 gesagte. 



voial ^. 309 

5. Das nsl. hat die nasalen vocale erst in historischer zeit ein- 
gebüsst, im gegensatze zum chorvat. und serh., in denen § und a schon 
in vorhistorischer zeit geschwunden sind seite 36. Die aus dem 
X. jahrh. stammenden Freisinger denkmähler bieten noch in einzelnen 
Worten nasale vocale; dasselbe tritt in späterer zeit ein und selbst 
heutzutage ist nicht jede spur des rhinesmus verwischt^ wie seite 34 
dargelegt ist. Schon in den Freisinger denkmählern begegnen uns 
jedoch auch formen wie spe: s^pe. isko: iska. zemlo: zeinlja. prio: 
pija. zio: sija. prig-enilioki: piijcinljasti. imoki: imasti. vzemo- 
o-oki: vLsemogasti. mosenik: maccDiki. glag-olo: glag-olja. bodo: 
bada. sodni: sadtnyj. bozzekacho: posestaha. vvosich: vazih'L und 
sogar poruso: poraca. moku: maka. iuze: jaze. vueliu: velja. ve- 
niju: veruja. vuoliu: volja. Yiievn neben viierun: vera. dusu: dusa. 
moiii: moja. naboiachu: napojaha; die sg. instr.: praudno izbo- 
vuediu: pravLdbna ispovedija. praudnii vueruu: pravLdbna vera. 
vuelico strastiu: velika strastija. voulu: volja. nevuolu: nevolja. 
niidnii: nadtmi, icofilr auch aslov. nudtmi vorkömmt, nu: na. po- 
mng'u: poniLiija. Heutzutage finden sich nasale vocale meist in jenen 
teilen des nsl. Sprachgebietes, wo das vordringen des deutschen die 
entwicklung des slavischen schon früh gehemmt hat, vor allem in 
Kärnten: lenca. seuci: *sesti/Mr seguati. vprenci: "^vh^vesti für 
VBpreg-uati, srenca: stresta. obreucati: *obrestatiy^iw' obresti. lenco 
(fü)' tclenco): telestb. vreuc: vrestb. veno: veste. iilenci^ ulenzem: 
lega. vilenöi: kokos je pisce vilengla: aslov. leg in lezaja, p. leg-ne. 
mjesenc: mesect. grmonz wird als gT'Ldt niazb erklärt, monka: 
maka. ronka: raka. obrank: obracb. pont: patb. pajenk und pa- 
jek: paakt. sienzem. uprienci. pont via cloz. XXV. Man füge 
hinzu deutev klee in Canale. vanöi, vxnci neben vaci, veci maior 
glasnik 1866. 436. im görz. ; venci maior; venc und vic plus; 
venöeha bohatstva neben praseta, teleta ; vide vident venet. pisöenci, 
neben dem res. piscata, stammt von einem tli. pisöenec. 

4. e enthaltende loorte : GQ^to trüb, öeti: poceti^ pocela. desetb: 
deset. devetb: devet. det-: dcntev in Canale. dresli>: dreseliti, dre- 
selen hg. zadresljiv, zadrsljiv mürrisch ukr. jastrebt: jastreb; jastrb 
vocab., jastrob. jedrt: jedrni hg. jocati : jecati. jocbmenb: jecmen; 
s. jecmen. jedro: jedro. jeti: jeti, prijeti. jetiy: jetrovce die weiber 
von brüdern im verhältniss zu einander karst. kret: skretati biegen; vu- 
kreten artig kroat. lesta: leca; leca res., s. Icca. leknati: uleknoti 
se sich krümmen: prelekujen ist aslov. si.lak'B ukr. m^ktki.: me- 
hek; liilbko res., s. mek. mcnati: spomenoti se. mesecb: mesec; 



310 n**!- ;i-vocale. 

riiisac res., s. mjesec. peta: peta. peti: pripetiti se confingere rlh. 
kroat, plesati: plesati, ples. preda: predem, presti. pvct: spreten 
gescMcJct; nespret ungestalt metl. *prezati aufspringen: socivje preza 
legumina erumpunt lex. red'L.* red; rendelüvati hg. stammt aus dein 
magij. rendelni, das auf redi^ beruht, reg-: zemlja regne, se ras- 
pöka. rept: rep. restati: srecati. rezati: rezati se. ved-: venoti; 
wädlo welk res. veste: vec; dagegen veät'iy. veci; viuci res. vezati: 
vezati. zett: zet. zelo: zälec steier. zalo rib. zezda: zeja. Dunkel 
ist nejeverx neben nejetovertmi incredulus: nevera. nejovera. neo- 
vera. nejoveren stapl. neoveren. neovernost skal.: je könnte man 
geneigt sein mit der lu. jtm zusammenzustellen, wenn uejesytt neben 
DCsytL, nejovoljapo^. najewoHn, Davolen (ne-) okr. nicht entgegen- 
stünden. Man beachte jevereja und vereja zaunpfahl. 

5. ent ist auf entlehnte worte beschränkt: breuta fiscella: mlat. 
brenta. bendima neben bcndiva, vendiba und mandiba vindemia im 
SW. des Sprachgebietes. 

II. Zweite stufe: c. 

L Äslov. e wii'd, es mag ein a- oder i-vocal oder aus altem ai 
entstanden sein, gedehnt, daher auch betont — unbetonte vocale sind 
im nsl. nie gedehnt — in verschiedenen teilen des Sprachgebietes ver- 
schieden ausgesprochen: im 0. wie e, d. i. wie fz. oder magtj. e: 
ete, szep, d. i. loie ein dem i sich zuneigendes langes e, oder wie ej, 
das aus g hervorgegangen; im W. lae je; im Resiatale wie i. Ich 
spreche daher von einer östlichen und einer westlichen zone. Unbetontes 
oder betontes, aber kurzes aslov. e lautet regelmässig wie e oder t, 
im Resiatale wie se, d. i. wie ein zwischen e und dem deutschen ö, 
jenem jedoch näher stehender laut: damit vergleiche man vöra. vü- 
trovje hg.: in beiden fällen ist c kurz. Unrichtig ist die ansieht, 
im nsl. entspreche allgemein dem aslov. e und c derselbe laut: svett 
und svct'ii, indem dem e von svett ein dem i sich näherndes, dem e von 
sveti. hingegen ein gedehntes e gegenübersteht; derselbe unterschied 
tritt im 0. ein zwischen dem e von zevati und dem e von zeti pre- 
mere, demetere; auch lep pulcher und lev leo werden im 0. genau 
unterschieden vergl. seite 87. Das praes. von onietati lautet oine- 
cein, von ometäti dagegen oniecem. 

2. Die grenzscheide zwischen der östlichen und westlichen zone ist 
mir nicht genau bekannt. Die östliche zone umfasst Ungern, Steier- 
mark^ Kroatien, Ostkrain, das slovenische (nicht chorvatische) Istrien 
und das Küstenland; die westliche zone wird, durch Kärnten, das 



vocal e. 311 

nordicedliche Oberkrain and durch die slovenlschen (jegenden Venetlens 
gebildet. Ich will nun den laut des aslov. c in den verschiedenen 
Zonen und landschaften darstellen. A. Östliche zone. a) Ungern: 
bejzati. brejg". örejda. g-olejui. kejp: niagy. kep. mrejti, pejnczi. 
trejskati. vardojvati. odvejtek i^rogenies. vrejmen. zivejti. duplcjr 
ist das it. doppiero. Vor r steht jedoch manchmahl e, meist i: pobe- 
rati. zbcrica collectio. dera scissura. poderati, raerati mori für 
vnierati. presterati; -birati; bilica ei stammt von hol'h, öerez: aslov. 
cres-L. liki: aslov. leky. b) Steiermark: beseda. bezati. breg-. creda. 
rnleko. mreti, ser grau, streci. trebiti. tresk ; 7iebe7i meresec hört 
man merjasec, kroat. nerostec usw.; mreza, ded, leto. Seltener 
ist e j : prelejl dain. c) Kroatien: e wird, meist unbezeichnet gelassen: 
be erat, brest. potepanje. zdela schüssel usw.; mrezica Zwerchfell, 
d) Südliches Ostkrain: vjejdaDJe cholera lex. lejgati, lejzein decum- 
bere lex. podlejsek cynosorchis lex. zalejsti se abscondere lex. iz- 
rejkati eloqui lex. tejkati currere lex. zavlejci elongare lex. : aslov. 
vlesti. jejz dämm, rejsiti erlösen, strejci: smrt ine strejze. nejso: 
judje nejso rodili iudaei non curarunt. zidejh pl. loc. lex. So schreiben 
auch Trüber und Dalmatin, jener ei, dieser ej ; die confessio generalis 
des XV. jahrh. ey: deyli. g-reychi. odpoveydall usw. Seltener ist 
aj für ej: strajla. zvajzda: vergl. den Ortsnamen Maichau mehovo. 
Vor r steht e, i: umerain. zmerjati. preperati se hieben umirain, 
i steht auch in prititi minari. stiven numeratus. zibli clavi für 
zebli, zrebli bufp; daher bei trüb, izplivemo. oblicen usw. e) Ari- 
dere teile Krains: beseda. bela. creti für und neben cvreti, oevirati. 
sklepati. odlegati: odleg-a mi es wird mir leichter, iterat. von od- 
leguoti: tli. Ibgi. in iLg^kx, w. leg', p. odelgnac, odelga. polegati 
hie und da liegen bleiben, res vere. iistreci. tleci und tolci (touci). 
trezen. vreden. ziveti usw. zaceujati. objemati amplecti. raspeujati 
extendere neben -birati, -miljati (odmiljati, odmleti), -mirati, -pirati 
(odpirati aperire), -stiljati, -zigati, -zinjati, -zirati. Dagegen ctlo 
ganz, d'tll: aslov. delitL. ji>dl sg. gen., jed cibus. vi>ndi>r tarnen, 
aslov. venih da ze. B. Westliche zone. a) Kärnten: besjeda. prbje- 
zalse refugium. cjel. djel-, djelsina hereditas. mjesenc. obrjekanje 
calumnia. sljedenj ultimus. za vrjed (imam). zljeg malum usw. cez: 
aslov. crest. zavetnica fürsprecherinn resn. b) Nordwestliches Ober- 
krain: ntwjesta. bjeu albus. JT^mjel': aslov. imeli. zeljezo. Ferners 
brih: bregt. ciwa: creva. mjili: mehi>. ric: reÖL. ris, res verum. 
smrika. triba ojnis est. Unbetontes oder kurzes e fällt aus oder 
geht in ^h über: a) crepiaa: cpina. seeeniL: sceuio. zrebe: zbe, ziibe. 



312 iisl. ;i-vocale. 

h) *belakT.: h^\h\i dotter . cepiti: cxpitt. jadett: jedö, jtdö. c) Görz.: 
brich: breg^. ciebta. örieda. g-rieh. jied: jadb. kliesce. liezem. 
mieniti. mrieza. riedek. triebh: trebuh-i. Ebenso niemam^ niesein 
und sogar niecem nolo, wofür sonst necem ; daneben liva (ruka). 
umriti. vriden: i überwiegt vor dem e. d) Venetien: besjeda. zbjeru, 
aslov. si-biralt. bjez geh. bijeli. crjet, sonst cvreti. ceijesnja. cer- 
jevlje. djel': su jih tu barko djeV posuerunt eos in navi. ijeka. sjena 
foeni. naposljed. de bi te trjesak trjesöii ! stjejem. zjevat. zeljezo. 
na rozjeh. zeljejejo cupiunt. njesan non sum. njemam. Man 
beachte mjer (u mjeru zivjet), das in Ungern als iner vorkömmt: 
dagegen videt. Daneben veste scitis. duome. potoce. praze. tre- 
biise. 3Ian merke sam für sein hiic. sa le für seni le. e) Speciell 
Resia: besida: beseda. brih: breg"B. criuje: crevij. diwa ponit. jin: 
jamt. umrit: iimreti. niski: nembCbskyj. ritko : red'Lko. ric: recb. 
risan verum, sirak zea mais: sert. ziblla cunae: *zybelb. tribit: 
trebiti. oblic : oblesti. wridan : vredt. zllp ON. : zlebt. vybira 
eligit setzt aslov. -berajeti) voraus. Dagegen stinica cimex: stena 
paries. se tritt bei kurzen betonten silben ein : breeja : brezdaja. 
brseza: breza. ciesta : cesta. dät: dedi». mlset: mleti. mrseza: 
mreza. nsevaesta: ucvesta. strseha: streha. Man merke, dass auch 
sonst e in jesti^ res. jaist, kurz, in jcst sup., res. jist, lang ist. 
Aslov. brcgi) läutet demnach nach Verschiedenheit der gegenden breg", 
brejg, brieg-, brig. 

3. In der dehnung und kürzung der dem aslov. e entsprechenden 
laute stimmen sticht nur die nsl. dialekte sondern auch nsl., chorvat. 
und serb. mit einander in den meisten fällen überein: aslov, bclx, 
svctij nsl. östlich ho], svet, res. blli, svit, s. bljel, svijet; aslov. dedt, 
leto, 7isl. östlich ded, leto, res. dslid, Iffito, s. djcd, Ijeto usw. 
3Ian vergleiche auch mera, vera mit serb. mjera, vjera usw. Das 
bulg. bietet überall e, d. i. ja: bei, svet und dedo. leto. Vergl. 
J. Baudouin de Courtenaij, Opijt fonetiki rezhjanskich govorov 51. 
In demselben worte hat nicht selten e verschiedene geltung : so schreibt 
ravn. vjeti worfeln und vjela partic. praet. act. IL f. neben vel 
m. : die zweisilbigen formen haben langes, das einsilbige kurzes e. 

4. Das nsl. ist die einzige slav. spräche, welche dem aslov. e einen 
von allen anderen vocalen verschiedenen laut gegenüberstellen kann. 

5. Die Freisinger d.enkmälüer setzen e für e : ineh. tch. zuet, 
zvuct. uuizem, vzeni, iizem^ aslov. inelri.. teh-L. sveix usw. 

6. e ist dehnung des e a) bei der bildung der verba iterativa: 
zaklepati. legati. letati, tekati. potopati se ; eben so naöenjati : 



vocal e. 813 

aslov. uacinati. sprt^'eniati hospitio excipere: asiov. iinati. sneniati 
herabnehmen, posnemati nachahmen, zapenjati, odperati pot. pre- 
sterati. narckati betrauern Icroat.j otcrac handtuch ukr. prizerati 
insidiari pivka. ozerati : solnce se ozcra. ozemati. zberati pot. 
berac der traubenleser steier., bettler krain; bera lese: bera be- 
sedi ne bo velika pres. Hleher gehört ozaga töpferofen rib.; dera 
(dera, klr. d'ira) foramen hg. beruht auf derati, wofür -dirati, 
dessen i aus älterem e entstanden ist, luie dies auch von izbirati: 
vebirat venet. gilt; ocvirati. podirati, daher podirki, podrena obleka 
ukr. uaiirati. zajimati. raspinjati. ispirati. odpirati. podpirati. 
prepirati se, daher prepir. rasprostirati. otirati abstergere. izvirati. 
odmiljati. prestiljati usw. Hieniit verbinde man popirek spiüicht 
kroat. vir. izvirek fons. pozirek. In ukr. ist zaverati, zaverjcm 
V. 2. durativ, dagegen zavirati V. 1. iterativ: dasselbe tritt ein 
bei zaperati, zapirati ; ozerati se, ozirati se ; zasterati, zastirati ; 
izdirati se schreien, odirati (siromahe). ß) Zum ersatze eines aus- 
gefallenen j : nesem no7i sum. ne non est. nemam 7ion habeo. nede 
no7i it. prede transibit hg. aus nejsem, nej usw.; in nemar (v 
nemar kaj pustiti negligere aliquid) entsteht e aus c in folge der 
betonung. Dasselbe tritt in teva hi duo und in onedva Uli duo 
für ouedva eiii. y) Bei der metathese von e : inreti, mleti aus 
merti, melti. ozreti se: ozrl se je. pleti aus pelti, praes. plejeni, 
plevein. vreci, tleci neben vröi, tuöi (tolci) aus verkti, telkti. 
mlev f. das mahlen ist mel-vb. dreti aus derti, praes. dereni : 
aslov. drati. c) c ist das suffix der verba III: bog'ateti, g-oreti 
neben zbetezati, bezati. 

7. Aslov. ja aus e entspricht oft nsl. e: jeni edo: jamt. jeden 
mesec, jedeno solnce eclipsis lunae, solis : vergl. vltkodlakii lex. 
lichogedeni fris.: lihojadenii; daneben jasli p^. praesepe und das 
allerdings etymologisch nicht sichere razjaditi sc habd. irasci. jez- 
dim velior : jada neben jahati und -zagain incendo von zeg-. moz- 
dzani, niozgani von mozgi,. Dem aslov. jazt steht nsl. jcz gegen- 
über. Das ja der verba HL erhält sich meist: jecati. lezati. stojati; 
daneben besteht jedoch vrseti brausen, prseti nieseln, scizeti kriechen 
usw. 6asar hg. ist magy. für cesarL. 

8. e enthaltende formen: beseda. zbegniti untreu werden (von 
verlobten) : vergl. aslov. podT>beg'a. cep ; ccpiti : precep decipidum 
meg. dete 7iebe7i decko puer. de: praes. dejem facis, dem facio, 
dico. djem dico venet. und denem ponam. vardeti, vardevati, var- 
denem probare hg. beruht auf dem ahd. warten und mag schon im 



314: nsl. a-vocale. 

IX. jahrli. aus der spräche der in Pannonlen wohnenden Bojoarier 
aufgenommen und von da zu den Bulgaren (vardi vh.) gedrungen 
sein, dren: dnn okr. g-len: g'lejn eine krankheit des rindviehes 
rih.; glen schlämm steier. razgreh meritum lex. hren: lirin okr. 
krep : okrenoti indurescere. leca (ali priznica) -predigtkanzel ist 
ahd. lekca, mlid. letze Vorlesung eines ahschnittes der hibel in der 
kirche, lat. lectio. kres sonnenioendfeuer, daher auch kresovati-, kre- 
sovalje, one djevojke, koje ivanjsku pjesmu pjevaju od kuce 
do kuce R. F. Plohl - Herdvigov, Horvatske narodne pjesme 3, 91. 
leska; Ijesnjak venet. lev m. schlang enhaut. In mil f. mergelartige 
erde rih. steht i für e. ne aus ne venit: ne znani du ukr. für 
nekito 5 ne znam kaj ukr. für uckaj. netiti (ogenj) rih.; snitit 
res.: aslov. g-netiti. pega: pejga ahsis, arcus lex. pred: prjed vejiet. 
premek, slabo proso appluda lex. aushund metl. etwa pre-m-iki. 
oder prem - -iki). prepelica wachtel, pripilica Schmetterling res. pre- 
sisnjek azymum hg. für prestnikt : opresnik truh. obresti pl. f. 
Zinsen: aslov. obresti vb. reva miseria; reven miser: ahd. hriuwa, 
mild. rüwa. rezati, im görz. razati ; noraz falx vinacea lex. sei /. 
saat, getreide; selje steier. osek hürde okr. senca, daher pre- 
senetiti se erstaunen kroat.pastir. 25. sirek sorgum: seri. setiti sepri/?. 
253. slezcna, im 0. slezena. speh celeritas. svcder : svejder huq. 437, 
sviedar venet., sonst sveder. treska span. trezen nehen treziv meg., 
truh., streziv meg., strezuv skal., strezen ravn. 1. 116. veka deckel. 
vek kraft, vresknoti zerspringen (vom topf) ukr. veza. zlo ist 
aslov. zelo. zrebelj nagel, zrebli kämt, zibli ; znebaj res. 26 : ahd. 
grehil paxillum. Man merke bersa kalim, das mit alh. hersia faex 
Manch, verwandt sein kann, spodrezati se se cingere truh. und raz- 
draz discinctushahd.: vergl. mgr. y.zxa TrcBpsuav das Kopltar, cloz. LXXI, 
durch succisio, supplantationis genus erklärt, jad verdruss kroat. 
jadra vela vocah. Man füge hinzu die stamme : kocen caulis hahd. 
lex. mrled sauertopf, mrlczga schläfriger mensch, sloven schiavone 
vocah. sam görz. venet., sonst sem, huc usw. e tritt manchmahl für 
a ein : prelekevati se curvari. öakevati, cakniti hi-rufen. popikcvati 
se, popikniti straucheln, spcvati dormire. jedevati edere usw. ukr. 
Vergl. 4. seite 300. 

III. Dritte stufe: o. 
1. A) Ungeschwiiclites o. 

1. Langes o lautet im äussersten (). ou: boug, bogä; bougi. 
gospoud. ]()u5a (krava). pouleg. pospoulom nacheinander, bilou. 



vocal o. SIT) 

tou hoc ; dafür schreiben andere bug-, bilö usw. Kurzes o lautet o : 
voda. vnozina. In steier. sjyricht man bog- usw.; noch loeiter ivest- 
tüärts laufet im Süden langes o wie u: buh tom. bug-. kust. muj, 
loährend kurzes o icie oa, fz. ol, gesprochen wird: döbro. muli ora. 
ön ; aticli im görz. xcird in einigen formen da gehört : voda. moli 
ora, dagegen moiili orat; im venet. lautet langes o loie üb: buog 
jxiuper. briiod. Imuoj. kadiio quis: kito. muost, na muoste, da- 
gegen sg. gen. mostü ziehen miiosta. mosti smo zidal'. otruok pZ. 
gen. ruoh, pl. acc. rohl. sladkuo ; im res. lautet langes o wie ü : 
bäh deus. dum domiis. hufij. inüst, dagegen sg. dat. mostu. Mit 
spumni gedenke vergleiche man püuim memor sum steier. Kurzes 
betontes o icird res. icie o gesprochen : bop : bobi. böha sg. gen. z 
böhom, von bogt, büh. 

2. o ist erste Steigerung des e : broditi se navigare hahd. g'on- in 
g-oniti. log"B in oblog firmamentum dain. obrok mittagstisch kroat. 
prorok hg. prestor spatium; sprostoriti vip. hg. skvorec. tok ; to- 
citi. ton in drvoton holzlege dain. 69: ten in teti. otor. utor nut: 
vitur vip. usw. Anders osoba hg. neben oseba. 

3. o enthaltende formell : boleti, daneben g^lava me bell kroat. 
zborcina, zbrano vino^ senica ukr. odölati überwinden (von schwerer 
arbeit) ukr. g-o in nego quam neben ze in uze iam. g-ol /. abge- 
hauener junger baumstamm rib. : c. hül, boli stab. golen unreif, 
eigentl. grün: vergl. zelent. ohrometi claudicare incipere pot. konop 
strick pivka. hovat rana hg.: dunkel, hovc rinnziegel vip.; korc vode 
pot. korica cortex kroat. kropelka knüttel rib. kropiti, skropiti. 
kvokla. lokati sorbere; krvolok hahd. loza silva. moder bläulich. 
moker. mosur Cucurbita oblonga bei. nabozec bohrer: ahd. nabager. 
okoren krell. für trdovraten. öl, völ bier. omela rib. opica simia. 
osla COS. ozimka, jalova krava. ploha imber meg. lex. hg. plosnat: 
ploski). podgana : it. pantegana venet., gotsch. bettigon. polica theca 
repositoria habd. postolka cenchris lex. proc iveg, anderwärts prec: 
vergl. proksen delicatus meg., proksest heikel, roditi curare; neroden 
incurius; uerod akazie steier.: kinderlose frauen kann man in Wien 
als akazienhäume bezeichnen hören, urok : na ürok (koga töziti) 
förmlich steier. ropiti einfallen : v dezelo ropiti jyot. ropot : aslov. 
itp'Lt'L. rotiti: far g-a je rotil buq. 392. skobec nebeii skopec okr. 
habicht, thurmfalke. soja und soja, im kroat. svojka glasnik 1806. 70, 
pica nucifraga. somarica asina hg. sporen : so skuz grieh v te nar 
spornejse hudiöe bili prcbrnjeni res». 55. steber, stobor soli. stok: 
stoöen mutwillig: vergl. stekel loütend; steci wütend werden okr. 



316 nsl. a-vocale. 

toliti mitigare hg., tolaziti : aslov. toliti. toriti, zatoriti verstreuen. 
tovor last rib. voder hoim mit loasser für den icetzstein der mälider: 
it. foderOj got. födra- scheide, zavornica Sperrkette vip. zona rib.: 
c. zuua taube körner. zona Schauder kroat. pozovic hochzeitbitter 
kroat. Was ist das mhd. gödehse, daz ist ein windisch wlbes kleit 
frauend. 218. 30. Von stammen merke man stareg-ov dem. alten 
(dem. vater) gehörig: to trsje ui sinovlje, je stareg-ovo ukr. n^m- 
rem non possum. na 'no kroat. für na ono. Im W. werden die 
neutr. masc, daher apnbn für äpno. optuj neben ptuj ist petovio. 
uzego und uzega bietet noch fris., jetzt nur -ga. pod gradam okr. 
und im. ganzen W., im 0. pod g-radom ; jelenama. kraljam, zdravjam ; 
popuuama venet. na hitania eilends rib., im 0. jelenoma. popuuoma. 
odgovoroni. popolnonia trüb, skopüma knapp rib. Mit loorten loie 
aslov. jediui. und r. odint vergl. man odvo vix venet. oklo stahl, 
okleu stühlern rib., so7ist jeklo. olej und oljc, das jedoch auf oleum 
beruht, oto hoc kroat. ozebeta Elisabeth hg. und das scherzhafte ja 
sem gospona plebanusa Jerlika (Orlika) iz Jebereva (Oborova) 
kroat. ov pflegt im. W. in oü, ü überzugehen : üca venet. atis ovca. 
klopü aus klopov der zecken, kotlü. zubü res. 

B) Zu % geschwächtes o. 

Für T> aus o tritt e, a ein; T) kann auch ausfallen: nabahuiti, 
nabehniti (na kog-a) zufällig treffen ukr.: bib-. bezg: bezgovje 
habd. dez, däz ; dezdz hg. katbi icann res. kaduo quis venet. kadö 
görz. kade uhi kroat. pastir. 14. katcri; kater venet.; koteri hg.; 
kteri. sazidati venet. ta, im (). te, aslov. ti.: tecas interdiu. vdab, 
vdeb upupa; dab lex.; deb hahd. In diesen Worten ist t. urslav.: 
auf dem boden des nsl. hat sich Tj aus o entwickelt in clxvek. 
k'i.biwa equa. ki^lesa rotae. ijsina für aslov. voStina okr. Un- 
historisch ist taplo venet. Eingeschaltet ist i^, a in iskar. okan p/. 
gen. ostar venet. neben oken. oster. harnet görz. aus limet, kniet, 
stni sum. Man beachte däska, deska U7id res. a.uch diska. ka quid ist 
die ältere form, für kaj. 

"2. fort wird trat. 

Das nsl. gehört in die zone A, daher brän, r. knlitka, pförtchen 
res. 25. brav schafnieh. g-rad schloss. hrast eiche, res. belaubter bäum. 
kkmjec, klanac erhöhung res. krak, daher ki'aca coxa; koräc gressus 
res. kravajec. mladiti ^veich machen, zeitigen : jabolka ndnditi. 
nilata mahdreber. nirak; niiakulj vespertilio görz. nira\'lja. oiui'a- 



vociil a. 317 

ziti aversari, hiedere lex. Dravi., daher nnrav /. dain. planja ebene 
okr. plati, poljem haurire: kroat. wird naputi, uapoljem, (jlasnik 
1866. 70, ani/efidirt. pläz laicine res. plaziti: jezik je van splazil 
kroat. praz widder pivka. skralub; skreljub okr. usw. cremor. 
slan. slaua. slatina. sraka elster. srakica hemd. straza. skranja fett 
auf der brühe tikr.: vergl. aslov. skrami.. trapiti. vlaga. Iah ita- 
liener. vlaka Schlitten venet. vrana; koiivrau lirj. zrak luft. Analog 
wird ort zu rat: ralo. raz-, laceu. laket, labt; daneben rozg-a, rozgva. 
Alf die hie und da vorkommenden formen loket ravn. rovuati ukr. 
uarozu hiiq. 102. ist kein gewicht zu legen. Dem aslov. pladbue ent- 
spricht poüue, pöne okr., sonst poldue (poiidne). kranj ist carnia: 
y.apvc'! zeuss 284; kras: lat. carstum; orosbiu: magy. arszldn; orsag: 
magy. orszdg. Dunkel: klatje stercus res. 117. 2H0. 2So. sraga 
gutta: krvava sraga huq. odvrazovati: judje so Jczusa tozili, de 
bi liidi odvrazoval buq. 394. raliel locker^ rasiti aiflockern. rasiti 
se sich begatten (vom geßilgel) hängt wahrscheinlich mit nrestb, nrasth 
zusammen}. Wie sehr die Sprachwerkzeuge der gruppe avi, ort icider- 
streben, zeigt lotar für oltar ; leznar PN., deutsch Eisner ukr. ; doch 
auch jermen okr. für remen. 

3. ont wird at. 

1. Dem. aslov. a entspricht nsl. in gedehnten silben ein lanqes o: 
ich bezeichne diesen laut durch o 5 a in imbetonten und in betonten 
kurzen silben ist das gewöhnliche o: röka, rokäv; göba, tu ca. Diese 
ausspräche herrscht mit tvenig zahlreichen ausnahmen in allen dialekten 
des nsl.: die ungrischen Slovenen sprechen für langes o überhaupt 
ou: idouca, vouza:_/?7r ou wird auch 6 geschrieben. Im g'örz. icird 
a regelmässig durch u vertreten; daneben findet man, loie es scheint, 
in betonten silben ohne unterschied der quantität, uo: muoz, mnzje; 
guoba. bhiod. tuoca. 7» Kroatien ivird ö meist durch das chorvatisch- 
serbische u verdrängt: put; o ist desto häufiger, je älter die quelle 
ist vergl. Archiv 3. 312. Die Eesianer sprechen röka, rokäv und 
hoba fungus, toca grando, d. i. ivohl 5 ; ausserdem ü nach m, n: 
müka. müda penis cum testiculis. ziz mlü: sx mtnoja, ei_(;/e?j^/. *inLna. 
nütar. In Kroatien um Kalnik hört man poshihnala für aslov. -uala 
glasnik 1866. 70. Das unbetonte o aus a erleidet das Schicksal des 
ursprünglichen o: g;7.si: gasi. ri,ce: race, tvohl rce. ST.b5ta, sabota. 
In okr. soll man auch mäl'L bist für mälo biso sg. acc. hören, wie 
tom. st für sat7> gehört wird, womit mala hisa tom. einigermassen 
übereinstimmen würde. Vergl. seile 90. 91. 



318 Dsl. a-vocale. 

2. o (a) ist Steigerung des e (e): vöza. blad-L: blüditi. graz-: 
pogroziti. lök usw. 

S. a enthaltende formen, adica: odica meg. agrini): vogrin hg. 
ahati : vöhati. atli. : vötel. atrt : nöter ; uütar res. aza : vöza. 
aze: vöze. azt: vöz neben göz, glöz. bladiti: blöditi steter, dabt: 
döb. gaba: g-r)ba steter, gast^: göst. gast: gös. golabL: golöb. 
grazi: pogroziti submergere meg. hladi.: blöd, jöc, jok. kakolb: 
kökolj. kapati: köpati. kapina: kopiua. käst: kös; kosTlo für 
obed. kati>: küt. krato: kroiito hg. krat-: krotica na preji uJcr. 
lagt: lüg. laka: löka; podlonk Ortsname in Krain 1653; limcisce 
res. lakt: lök. lak-, lacije: locek. locje carex. lasta: lanca ist nicht 
der nachf olger von lasta, sondern ital. lancia. mado: müda penis 
cum testiciäis res. iniika farina: möka. maka cruciatus: moka bezj. 
bei dalm. icohl mit ö. matiti: mötiti. nedlöga, meist nadlöga, miseria; 
nedlözni cas dain.: p. niedolega. *ostraga: oströznica brombeere. 
otrabi: otröbe. paditi: poditi. pato: \wt3i fesseln aus eisen, spetnica 
aus gerten rib. pradt: pi'öd fr(rt okr. praglo: prügla. präg: prazb 
stipes: vergl. prüngelj, porimgelj stück holz, ragati se: rugati se pi'ip. 
162; rnziti tu7j>are habd. aus dem serb. sa: sodiiig rib. sovraz. se ne 
somni skal. sökrvica. sösed. suseb timb. sabota: soböta. sadt: söd. 
saprb: zoper; zena mozu zoper govori venet.; zuper truh. smadt: 
smod senge, stapiti: stöpiti. strakt: strök allium res. taca: töca 
steier. taga: tölia res.; toga bezj. bei dalm. tapt: top, s. tiip. tratt; 
tröt Schmarotzer okr.; trotiti. tröt zunder rib. holzschwamm ukr. 
vad: yöiViii furno siccare. vaz- : vöz f. band, motvoz, motöz. zabt: 
zöb: vergl. zeberne Zahnfleisch karst. 

4. Die vergleichung zeigt die Übereinstimmung des s. und des nsl. 
in länge und kürze in vielen loorten : dabt, gaba; es zeigt ferner die 
Übereinstimmung der spräche der seit dem XVI. jahrh. Kroaten ge- 
nannten Slovenen mit den übrigen Slovenen, denn icas Dalmatien 
bezjacki (vergl. cloz. LXXl) nennt, ist eben das slovenische der ethno- 
graphisch fälschlich sogenannten Kroaten: ihr name ist nur politisch 
berechtigt. 

5. Man füge einige entlehnte icorte hinzu: skücjan aus seut sanctus 
und Ca7itianus. socerga sanctus Quiricus in der diöcese von Triest. sööa 
Sontius. korotan Carantana, bei Nestor horutanim.. skodla scandela, 
scindela. kokra Kanker fluss name. ]ögQ\' jünger. Befremdend ist bum- 
brek habd. 

6. kondrovanje crispatio hg. tumpast hg. sind nicht die nach- 
f olger von *kadi-L und tapt, sondern aus dem mag//, entlehnt: kondor, 



vocal a. 319 

tonipa, 7isl. köder. top; braugarica interpolatrix ist das deutscJie 
fragnerinn. 

7. e lind ö wechseln in dem siifßx, das aslov. stets die form adu, 
ade hat: povsüd, povsüdik; od ondöd ; od tamdöd dain. södi hac 
Gurkfeld, odsöt von hier früh, für od söd. od vsikud kroat. od- 
uud: vrzi se odniid doli hg. Danehen povsed. odned. od ket 
linde hg. für od ked; in dem aiisgange ec hg. erhlicke ich ed mit 
einem "pronominalen element s: od tec. do tec. od etec. od tistec. 
od kec. od drugec. Die erscheinung ist dadurch von interesse, dass 
das ^ech. gleichfalls einen reflex des Suffixes auf edu, ede bietet: 
vsady entspricht dem nsl. vsed für vsedj 2. seite 211. 212. Nehen 
peröt dain., peront hg., liest man peretnica hug., loorin ich vocal- 
harmonie erhlicke. aslov. paakt lautet pavok, pajok;, pajek, pajk, 
pajenk, pajcevina; päak res.; jastroh lex. im 0. jastreb ; gredö6 
nehen padeca (nevolja). 

8. Das verhalsuffix na lautet im 0. und S. o : obrnoti hg. izri- 
noti. nag-noti. zakriknoti hezj. hei dalm. Im äussersten W. spricht, 
man n\x, no: ug-asnut, pohuot: -gi.nati res.; sonst i: vtisniti. Zu 
se, delaji; bereji seite 91 ist hinzuzufügen niseji non sunt görz., 
das von nesem so gehildet ist loie nesejo von nesem, und prävtje. 
slistje. vidxje /w?' pravijo. slisijo. vidijo; ladje /ür ladjo: sma na 
T.na ladje vinca sli d. i. smo po eno ladjo vinca sli tom.: e he- 
ruht hier zunächst auf a. 

9. Das sg. instr. der nomina f. und der pronomina personalia 
lautet auf o und oj aus: jenes herrscht im W., dieses im 0.; in 
Ungern icird om, ov, in Kroatien om, um gehört; infris. steht viierun 
instr. nehen vueru acc: ribo. vodo. z-tvältjo. klopjö und nboj. 
vodöj usw.; doch hört man in okr. auch z mtnö] nehen z mtuö, 
sijbö nehen S'^tboj. In Ungern: silom. smrtjoui. z menom. s tebom ; 
in Kroatien: goroni. lipom. predragom krvjoni. za tobom. za sobom 
und g-Iavum. verum, z drug-um detcum. recjum. materjam. me- 
num. tobum. sobum; in Ungern: dardov. krajinov. Marijov. crej- 
dov. z velikov bojazustjov. cerkevjov. z menov und zenouv. i drü- 
gov tkajov obleceni. nad njov. süknjom hg. Klar ist unter allen diesen 
formen nur ribo; riboj wird als reflex von ryboja angesehen ; ribom 
scheint dem masc. rabonib nachgehildet, während das kroat. ribum 
sein fem. u für aslov. a auch vor mt hewahrt, was auch hei zenouv 
eingetreten zu sein scheint, ribov will man mit ryboja in Verbindung 
hringen, indem man meint, nach dem ausfall des j sei u aus a in v 
übergegangen : vielleicht ist ein Wechsel des m mit v eingetreten, Vergl. 

21 



320 nsl. a-vocale. 

7isl. stoprv (sada) erst (jetzt) hroat., serh. stoprva, stoprv Stulli, icofilr 
stoprav trüb, krell. und stopram kroat. krizt. 121: ^si. to prtvo. 
crT.vi. mit aind. krmi. cislovi. greg.-naz. 273 für cislomt: da cis- 
lovT. stvbrsLiieemB sedmorice W ap'.Ojj.o) xs/.swTspw usic. pred ütrov 
hg.: predi) utromt. Umgekehrt ist domom (doinom dosel kroat.) 
aus domovt entstanden. 4 seite 580. Vergl. Daniele, Istorija 37. 

10. Abschied nehmen ist meist slovö vzeti^ wofür richtig slobö 
vzeti hg. von einem mit sloboda zusammenhängenden sloba; doch 
posloviti se. 

11. Die 1. sg. praes. lautet jetzt auf m aus, das offenbar sehr 
jtmg ist und dem dami. usw. folgt, ide der dem m vorhergehende vocal e, 
nicht o, dartut; daher pletem, hocem: pleta, hosta. lioeo liest man 
noch bei Trüber und Krell, verujo bei dem ersteren; in der confessio 
generalis aus dem A'F. jalirh. mollo: molja. prosso: prosa. od- 
puscho: ottpusta. oLIublo: obljublja; noch heutzutage hört man im 
Gailtale Kärntens und in ukr. co volo. ue mo für ne raog-a. hoöo 
buq. 148. 198. 413. hocu. ne cu kroat. rezu. vezu. miizgju -plohl 
3. 55. com skal. Im venet. hört man con d. i. ca, zeliejon, d. i. 
zelieja, cupio: cou: s skoznosno izreko. Auch en für aslov. e in 
den nomina neutr. ist jungen datums: brejmen. plemeu. sejmen. 
slejmen. tejmen calvaria, Vertex, vrejmen für aslov. breine usw. 

12. In der III. pl. entspricht aslov. a nsl. ö: gredö. primö trüb.: 
abweichend sind jedö. vedo. dadö neben dade trüb. 

IV. Vierte stufe: a. 

1. i\ ist zweite Steigerung des e (a): cwaxa, fettauge: cver. valiti 
volvere: vel. variti elixare: var- von ver. zgaga Sodbrennen: zgaga 
me dere steier. gas- in gasiti, gasnoti. pokaziti pessumdare: vergl. 
cez. sad: iv. sed usw. 

2. a ist dehnung des o in iterativen verben: prebadati. blago- 
slavljati hg. pridajati (dete) ukr. premagati (koga) vincere. kalati 
findere: th. bod. mog^. kol in klati, koljem. parati trennen: por; 
raspranje zemle chasma lex. pokapati. ganjau pello res.: goni. pri- 
hajati. vmaijati. primaijati cogere hg. prearati ukr.: razarc 2^^» d^e 
quergezogenen furchen am ende des ackers be7mht auf razarati. sa- 
pati keuchen venet., daher sapa. skapljati vo7i skopiti karst. dosta- 
jati se hg. takuti fundere: solze je takala res. agitare: v zibki smo 
te takali volksl. Unhistorisch ist pozavati, prizavati advocare dain., 
daher pnzavce qni advocat kroat., in steier. pozavcin, nach dem 
praes. zov neben zezivati kroat. vdabljati accipere hg. von dobiti, 



vocal a. o2l 

aslov. dobyti ; pogi'azati se immergi hg. poracati dain. hg. kroat. 
porfiöat res. stapati für pog-rozati usw. : der grund der ahweicimng 
in poracati liegt in der analogie der verha nie nosi, nicht ettca in einer 
anhhnung an reöi (rek). ilfan füge hinzu gar göi'z. für na göre. 
Alis vorta, zolto entsteht vrata, zlato. klati beruht auf kolti, ko- 
Ijem ; plati auf polti, poljem. 

3. a enthaltende formen: naher, hnvixii fragen, barati brühen: 
kokosi, svinje usw. beruht auf variti, obariti. blasa macula alba in 
fronte equi: mhd. blasse, brasno nebeii bresno. brat; bratar res. 
ugauiti coniecfura assequi trüb, graneti: solnce grani. habiti pessitm- 
dare habd. baras streitsüchtiger hahn tikr. jal m. invidia steier. 
kroat. Jan m. reihe der hauer bei der arbeit: man vergleicht aind. 
Jana gang^ richtig mit mhd. jän gang, reihe, nhd. jändl so viel man 
auf einmahl beim heumähen usw. vornimmt dial. : das wort ist nur nsl. 
japno, vapno. jasen, jesen esche. jesika es-pe: r. osika, osina. ka- 
niti intendere habd. kapa: fremd, kvar: dunkel; es beruht nicht auf 
magy. kdr. lagov los: lagov lok hg. laloka kinnbacke. lanec kette: 
mhd. lan. latvica art Schüssel: aslov. laty, latva. laz gereut rib.: 
laze, trebeze zgö iikr. Man vergleiche v uzmazi fris., etwa ahd. 
flz der mäze: fremd, naditi ukr.: obnaditi einen amhos mit stahl 
belegen g'örz.: nädo stahl ukr.; ic. wohl de, nat /. kräutig pivka: 
c. naf. p. nac. palez seng, pali iterum. plabta: fremd, pogan pa- 
ganus. rat m. bellum prip. naraziti leicht verletzen ukr. sasiti se 
erschrecken hg. sraga schweisstropfen steier. trag habd. potrata auf- 
wand pot,: de ne bo kruha tratila rib. trata wiese: fremd, vaditi 
se contendere habd., daher icohl vadla icette. ovaditi calwmniari 
truh. vaditi: vun vaditi herausnehmen kroat. Zu beachten ist die 
form düma domi und döma domus ukr., sonst domä domi, da- 
neben döma domus neben z dömi. Über den pl. gen. der a-stämme auf 
gedehntes a: solzä skal. vergl. 3. seite 137: diese gen.-form haben 
nur jene stamme, die im sg. gen. e dehnen: domä und solzä bieten 
der erklärung Schwierigkeiten dar. 

4. Unbetontes oder betontes kurzes a sinkt im W. häufig zu Tj 
herab, das auf verscJdedene weise bezeichnet wird: dilj iceiter. seni 
neben sani. rezodiven lex. gre meso riz-nj ko perje riz stariga 
orla o/cr. rizgjan: razdejam. res. resrditi se. mrez, sg. gen. mräza; 
daher tko g'örz. : tako. Dagegen brez räzloka ohne verstand ukr. 
Unbetontes oder betontes kurzes a in aj icird im W. ej : grejski. 
grejsina. skrivej : sT.kryvaje. lejno stercus rib. kej und daraus ke, 
ki für kaj. tukej, tuki aus tidvaj. kre apud: kre pouti apud viam 

21* 



322 nsl. i-voeale. 

hg. zec aus zajc, zajec. majhen, mihan görz. aus maljahan jyarvus 
habd. Ähnlich kokö, tokö aus kakö, takö. tok ist tak ita, täk 
hingegen talis. Richtiger als o ^w diesen fällen ist i> : k'Bkr tom. : 
käkor icti. Der gebrauch des t für a hat den bewohnern von Sol- 
cano bei Görz folgenden spott eingetragen : mtöka je nesla mtslo 
pa Solkan für maöka^ maslo. a ist eingeschaltet in ob a nj. pred 
a nj. V a nj usw. kämet görz. jig'al acuum. ovac ovium nkr.: a 
vertritt hier älteres x. 

B. Die i- vo cal e. 

/. Erste stufe. 

1. h aus i. 

1. Das nsl. hat nur einen halbvocal, den ich durch i. bezeichne. 
Es besass schon im X. jahrh. nur einen halhvocal, der durch i wul 
e iciedergegeben icird : uuizem : vtsemt. vuiz : vtst neben uzeni, 
vzem. zil: s-lIt.. minsih : mMitsiln). zigreahu: s'Lgreaha. tininica: 
ttmtnica. ki: kt. dine: dtne. dinisne : dtnLsne. zimisl: sxmysli.. 
zudinem : sadtnemt. ze : st., zegresil : STigresilt. zelom : stlomT>. 
zemirt: sT.mn.tb ^m. i. ist der nachf olger des ursl. b; dasselbetritt 
im W. an die stelle des unbetonten und des betonten kurzen ursl. i, 
e. Aus älterem t> haben sich nach Verschiedenheit der gegenden a und 
e entwickelt: im W. herrscht jenes, im 0. dieses vor; von t ist 
auszugehen: zwischen niaklaüz tom. und miklaüz steht m-Lklaüz. 
h icird durch 'b oder durch a, e ersetzt; es fällt aus, too es die aus- 
spräche missen kann : li für h: nn>gla tom. mT>zati. sti.za. vus (vts) 
volni svejt buq. 408. a für h im W.: lan: km., mahla. mazda. 
niazg venet.: nitgla. mtzda. niLzgi.. e für h im 0.: len. megla. 
Unbetontes und kurzes i sinkt zu h, 'h herab: drevi, drevi heute 
abend, davi., davi heute früh, zxvot, zivot; daneben sjati und si- 
jati. Der on. scävnik lautet scävnk, dagegen bolnik. Li scävnk 
ist n silbebildend: eben so in ncöj für und neben uicöj. nköli für 
und neben m\s.b\\. zinfznla/«r und neben znirzuila usw. Vergl. alb. 
nde, nguli; ähnliches im rumun. 

2. Anlautendes i geht im W. in j'i> über, wenn es tonlos oder kurz 
ist: j'tgla. jxgra. jtlovica. j'Lmäm, jimam habeo. 

2. trit wird trt. 

Die fälle des Überganges von trit in trt sind im nsl. sehr zahl- 
reich. Im ir. ist silbebildendes r in ar übergegangen., wofür ich jedoch 



vocal i. 323 

häußtj 'r geschrieben finde: b'rc nkr., bei Trüber noch biric. fabrka 
okr.: it. fabbrica. krvica unrecht res.; krviöno; im venet. besteht 
^viv curvus neben karvuo eins krvo ; sonst räskrzje kreuzweg: krizt. 
kröim clamo görz., sonst kriöitn. §krc, sg. gen. skrica. Unbetontes 
pri wird pr: pr enem kmeti apud aliquem rusticum steier. prje- 
ten görz., daraus paijeten venet. prhäjati ad.venire, daraus parhaja, 
doch auch p'rhaja res. 13. 21. prswä okr. lautet im 0. prisla, im res. 
parslä, p'rslä. uäzdrt neben nazdra und näzrit retro hg. ist aslov. 
* na viZTi ritb, lit. atbulais. skrl f. Steinplatte vip., anderwärts skril : 
na skrili jabolka siisiti. skrljak petasus lautet auch skriljak habd. 
trgwow okr. d. i. trig-lav. trje steier., daraus tarje venet. trpö- 
tec aus * tripatbCB. vitrca rute pesmar. 79 aus vitrica. Man vergl. 
auch obolznoti, im tiefen nkr. obazniti, obezniti lecken aus ob- 
Iznoti; ferners buska se es blitzt görz., aslov. bliskajett se, aus 
bltskt. prawlca okr. aus pravlica. deklca tom. aus deklica. drobn- 
ca, svecnca tom. aus -nica. 



//. Zweite stufe: i. 

1. i enthaltende formen: bir aussteuerung: vergl. magy. ber sold, 
zins und r. bii"B kopfsteuer in Bessarahien Grotrj 61. bisage pl. 
habd. lex.; b'Lsaga metl. : fremd, bridek bitter, brina nadelholzäste, 
im res. brina pmits neben briu iiiniperus. cima keim dain.: ahd. 
chlmo. cirkev und cerkev: aslov. cri.ky neben cirtky: im venet. 
soll u kirkvi neben cirkvi gehört icerden. ciheren cunctus: vergl. 
s. öitav. eil adj . ausgeruht : cili kouji. dristati ventris profluvio labo- 
rare: b. driska. obist /. ren dain. hg.: aslov. isto. ivir holzsplitter 
rib. izba, ispa stube. lina bodenfenster steier., line pZ. ; ahd. linä, 
hlinä balkon. mir murus ; nur res., im O. unbekannt: ahd. mnra. 
miza mensa: ahd. mias. njiva. pik penis res. pilika, pilka Spund- 
loch; zapilkati; vergl. nhd. verpeilen oppilare bair. piple pullus 
habd.; piliö prip. 808. rim. silje collect, fruges wird mit lat. siligo 
verglichen; es ist mit sei /. getreide steier. zusammenzustellen. 
sipiti difficulter respirare habd. sito: sijati secernere verant. svinec. 
siba ; sibek schwach, eigentl. wohl biegsam, sija. presinoti durch- 
dringen, tiskati drücken, tis m. eibe rib. otrinek faeces emuncti 
luminis lex. : vtrnoti sveco, luö. vice pl. purgatorium : ahd. icizi. 
vigenj, vigen, vignec schmiedehütte icird mit einem it. igne ver- 
glichen, vinar heller : tciener (geld). pozinjka mahl nach der getreide- 
ernte okr. berulit auf aslov. pozinati. zigra holzzunder : zigati, 



324 nsl. i-vocale. 

IV. zeg. zizek curcuUo besteht neben zuzek. i in prezivati ruminare 
habcl. entsteht aus ju. 

2. Die a- Stämme, die in anderen gegenden die endsilbe betonen, 
haben im tiefen ukr. im sg. gen. i, das wahrscheinlich, vom aslov. 
H verschieden, aus der \-declination stammt: nogi. roki. sestri usw. 
von noga. roka. sestra usw., dagegen nur kace. mize. ribe. Den- 
selben Ursprung hat das i des pl. gen.: daski. ovci. suzi. treski 
nebe7i triesak, triesk. vodi venet., sonst desk, dasäk. oväc, sölz. 
Vöd neben solzä. vodä. 

S. i ist dehnung des l in niig-ati. svitati usw. 



III. Dritte stufe: oj, e. 

1. oj, e beruhen auf i, dessen Steigerung sie sind, oder auf altem 
ai, e: peti, pojem; teh. 

2. oj, e ist die Steigerung des i in boj. ced-: cediti. cvet. g"noj. 
pokoj. loj. mezga. svet usw. e in obsevati bescheinen beruht auf 
keiner Steigerung: es ist aus obsijavati entstanden. 

3. c, oj enthaltende formen : oboj (z deskami) cinctura (asse- 
ritia) lex. gnoj. hvoja, hoja pinus silvestris, nadelholzäste: vergl. 
lett. sJcuija tannennadel, tannenzweig biel. 44. kojiti trüb. hahd. 
past. 6; odkojiti 18. educare. krcs sonnenwendfeuer , johannestag, 
ngriech. savic fuoco di s. Giovanni Battista; g-ori kakor kres pesm. 
79. aslov. meziti ocidos claudere, daher zazmeriti, aslov. poiiib- 
zariti: ic. iiibg. meziti zur zeit des saftganges die rinde so ab- 
lösen, dass sie ganz bleibt : mtg : vergl. mezga. pestovati. peti, 
daneben pojem und, nach dem inf, pejem dain. senca; sinca res. 
neben tenja. osojni sonnabwendig karst.; osovje was im schatten liegt 
rib.; osonje für osoije: w. si. povoj. vek: vjek saeculum okr.; 
vek kraft rib.: iz hlebca bo ves vek presel ukr. zeh oscitatio: 
zeh gre po Ijudeh. zuoj sudor: znoj mi je karst. pozoj draco usw. 
Man füge hinzu zabokreöina froschlaich ukr.; krak steier.; okrak 
rib. froschlaich; okrak der grüne üherzug des wassers steier. verhalten 
sich zu krek- icie zeravlt zu zrcvlb. Unbetontes e geht in i üher : 
vodi. Selten ist hier e: na sve vune bele in sua lana alba kroat. 
past. 8. 23. u p'i.klc in der hülle okr. par malne bei der niühle : 
par aus pr, pri. na tnale venet.; in krajeh, aslov. kraihi^ ver- 
dankt e sein dasein dem accente; dasselbe tritt ein bei dvej, zenej 
rib.; trüb, schrieb v kupe. duhej : aslov. duse. listej : aslov. liste. 



■b ans ö. 32o 

tebc sg. dat.; anders sind wohl Inulciini. ostreimi. sveteimi zu 
deuten trüb. 

4. Unbetontes oder kurzes e gelit in t> über: ciAiti sanare tom. 
ölev'tk, sg. gen. ölcveka tom.; sg. gen. m^ha Jieben meha tom.: 
aslov. mein., mtzinic der kleine finger tom. : s. mljezinac, mezi- 
iiiac. äri,})^ sg. gen. arC'lia tom. prrök tom. vs'iAi : aslov. YLSclit. 
aslov. lepo lautet Icpo, Icpo, Ipo. 



C. Die ii-vocale. 
/. Erste stufe. 

1. 'L. 

1. ist der nachf olger des urslavischen t. ; dasselbe tritt im W. 
auch an die stelle des unbetonten oder betonten kurzen j und ii. Aus rt 
haben sich nach Verschiedenheit der gegenden a und e entwickelt: im 
W. herrscht jenes, im 0. dieses vor; t fällt aus, wo es die aus- 
spräche entbehren kann: a) melitk: mekT.ki>. stsem und sosem 
sugo okr. b) a) b-L: de \rh Jim dal. so hiAi fuerunt. jeztk, jesk 
undj jezika. vi.sök neben visi altior. aslov. byki.. dym'L. kyj. mysb. 
syri.. syti> lauten im W. bT.k. dtm. kij usic, im 0. bik. dim. 
kij usw., im sg. gen. überall bika. dima. kija usw. ß) g^si: glusi. 
zg"iblen.. ln.dö, hidobnga neben hud. jinäk. k'Lp'Lc^ ki.pc'i. pl. 
kT>ptwät neben küpleno. Itft luft. m'Bditi. ptsti, psti: pustiti.. 
sti.denc. sthö, sthöta, siisi, si.hljad neben suh^ susa. si.käwo d. i. 
sukalo. s-Bknö. jezi.s. kristts. ptnt (punt). j'Ld: jüda. ZT.pan. vai'j, 
väri, var' aus väruj. c) a) iizdahnem. mah moos. snaba. sanje so se 
mi sanjale. trava usahne. tasc venet. lag^ati mentiri. sasat sugere 
venet.: dafür im 0. cecati. ß) deska. kehnoti. odmeknoti. teknoti. 
genem usw. Daselbst hört man betvo : siljeno betvo Stengel, 
sträusschen. kehnoti ist ^tr sprünglich, kilmoti (kyh-) stützt sich auf 
das iterat. kihati: derselbe unterschied besteht zwischen osepnice und 
osipnice blättern. Aus jimäka wird jenäka görz. okr., iuäka 
venet. d) hei: d^Jbsti. ptic: p'Ltistb. sna somni: stna. spem: sijpa. 
kijäö, kjäc res. ; *kyjacB: snn oh: aus s^tnu, synu. kna: kuna. se 
m-^B mdi okr., im 0. se mi müdl. tle für tule hie görz. Aus düh 
entsteht d-Lhä, dha okr. Für poskihnoti (poslühnoti hg.) erwartet 
man den reflex von -slth-. Aus bicela, falsch bucela, biene, eigentl. 
die summende, entspringt (pcela), vcela^ cmela, cehx-, cbela, und 
daraus cebela^ zbela. 



326 nsl. u-vocale. 



2. trüt Avird trt. 



Nicht nur aus trüt, sondern auch aus unbetontem oder be- 
tontem kurzem tryt entwickelt sich trt: bölha, bflha res. bohä okr. 
brsati streichen ukr. ; obrsaca neben brisaca abicischtuch. obrvi ; 
ohsii'yi vejiet. hrzda. nebeyi barzda; bruzda venet. ; brozda hg. drva; 
darwa res. drgäki g'Ö7^z. drgäk okr. drgäci steter, drgac okr. görz. 
drgöc steier. drgiiö rib., seltener drugäci, drugöc steier. drgam. 
drgöd. krh (kriih) neben krüha. krv, krvi; karvi, karve venet. 
Ibläna okr. für Ijiibläna. Idje, Idi, Idem für Ijudje usw.; Iski fremd. 
(leske zene, prsne rane), im 0. Ijudski: vergl. c. Ide, hlde dial. 
aus lide. plg (pblg) neben plüga. strpjen giftig okr.: strup. strnici 
geschwisterkinder beruht auf strj'iii. Aus rüt ergebest sich vei'schiedene 
lautverbindungen : lüg: lagati. lazec hg.; was mendacium, gen. wze 
okr. ; zugäü, ztgöü okr., sonst zlagäl. rüd : rdec, falsch trdec, 
rtdeCj rndec; rja, rjav, rjaveti. rüg: rz; raz, sg. gen. räze res. 61. 
arz, arzi venet. rü: rvati, rvem^ rujem eradicare lex. rvati se 
rixari krell. hrvati se kroat. rvanka lucta lex. rüz: hrzati. rum.: 
rmen neben rumen görz. okr. rs, rsec: riis'L ßavus. Auch aus turt 
entvnckelt sich trt: solnce, sonce; sünce 0. trjäki festa pentecostes 
habd. aus tiirjäki. frlän, it. furlano. rfjän, it. ruffiano. urbanus 
ergibt vrban. vre beruht icohl auf urceus. Älteres silbebildendes 1 
geht durch u in 'h über: bxhe ])l. nom. : bltha. dth, dtgä: dlT>gT>. 
piJi, sg. gen. püha, billich tom. : plT,ln>. Die mittelstufen sind tust 
jnnguis : tl'Lstt. uk: vl^kt. uua: vl'Liia tom. 

II. Zweite stufe: y. 

1. Dem aslov. j entspricht 7isl. i: slisati: slysati. Von jenem 
laute bieten die Freisinger denkmähler spuren, indem dem y nicht 
nur \, sondern auch \\, \\\, manchmald sogar ugi, d. i. uji, und e 
gegenübersteht: muzlite, myslite. mui, my. bni, by. buiti, byti. 
milostivui, milostivy. iniugi, imy. beusi, byvtsi. 

2. y entsteht durch dehnung des 'u in verba iterat.: dyliati: dihati> 
dalier dili : do zadnjcga diha. gybati: pregibati, daher ^re^ih falte 
kroat. kyhati: kihati (auch vicibati soll vorkommen), daher kihnoti 
neben kelinoti. mikati. ])y]iati : piliati flare. smicati se lubricare 
habd. usihati. tykati: dotikati se tangere, daher tik ä'vyt, it. presso. 
tykati: vtikati se se ingerere. brisati ist durat., daher obrisati per' 

fect. Man vergl. cepitati mit ceptati ukr. 



vocal u. 327 

<^. Die formen, in denen nach Verschiedenheit der fhemen im asiov. 
c mit y toechselt, bieten nsl. den ersteren laut, daher die pl. acc. 
röbe, möze; die pl. acc. nom. n'l)e, ko:2e; das partic. grede eundo. 
Daneben bestehen die pl. acc. auf i : dari ; sini filios hg. za 
dari bozje buq. lasi (zlate lati cesala) h'oat. rolii venet. na 
spoli halbweis nkr. Diese formen gehören der xi-declination an. In 
den Freisinger denkmählern findet man e (e) neben i (y), jenes 
seltener: g-rcche, g-rosnike neben g-rechi, crovvi usio. 8. seite 134. 

4. y enthaltende formen: Lrisati. bik (bT.k), sg. gen. bika. bil. 
/. Splitter, dimle (diniljo) pl. f. schamseite. dim (d-Lin), sg. gen. 
dima. pogiuoti : pog-übel A|f/. ivegen pogübiti. zag-iba dain.; zgibica 
iunctura habd. hiruti languere vij). hisa, hiza domus. hititi iacere; 
hiteti properare. kidati. kij (ki.j), sg. gen. klja. kila. kita nervus 
vocab. kivati nutare hg.: kimati ist durat., daher prikimati perfect. 
lika bast des ßachses. mis (ini.s). umiti^ daraus inujvaonica hg. für 
umyvalijuica. inito. plitev: plitwa woda okr. zapiriti se erubescere 
boh. pirh osterei. riti; rivcek (rilcek) milchzahn: z rivckam i'ije rib.; 
rivaö hauzahn der Schweine, ridj flavus habd. ist serb. rig-ati; rizavica 
Sodbrennen karst. ris rib. obrivati mit händen jäten vip. stric aus 
stryJLCb, s. stric. sir (s-Lr) käse, sirotka. sesisati exsugere lex. zibati. 
Das praefix vy für iz findet sich in Kärnten cloz. XLI; in Resia: 
vyhnat; im venet. vebirat. vehnat. vepodit. veriezat. venasat. ve- 
tehnit. vetrebit; im gUrz. in der form, be : begnati, bezenem. 
Man beachte das kämt, vig-red m. f. frühling. 

5. Ein aslov. kry ist unbekannt : nsl. besteht kri im W. für krv 
im 0. 

6. In den Freisinger denkmählern steht tuima, wohl tvyma, für 
tvojima. Vergl. seite 165. 

III. Dritte stufe : ov, u. 

1. u lautet im 0. wie deutsch ü: cüditi se. glüp surdus. lüska 
squama. müzga palus. tüh peregrinus. trüp corpus hg. ; in un- 
betonten silben tritt i für ü ein : jemi ei. kömi cui. z lidmi. pctri 
Petro. vhsle pl. pentecoste: rusalija; risälski. Befremdend ist kurva. 
mo ei sagt man neben und. für iiiu, um die Verwechslung mit mi mihi 
zu vermeiden. In diesem, teile des Sprachgebietes ist das u der refiex 
des silbebildenden 1: dug usw.: dltgt, mit ausnähme von mu und vu, 
aslov. VT,. Im res. lautet gedehntes u meist wie ü: düsa. blüh, 
hüdi. lue usw.; auch kürba meretrix, dagegen eöt audire. kröh. 



328 nsl. u-vocale. 

rös gelb. Das ü der östUclien und das der westlichen zone haben 
sich von einander imabhängifj entwickelt. In okr. icird betontes u 
wie u, unbetontes wie o gespi^ochen: komu neben gospodo. In der 
mittleren zone herrscht u: cuditi se. 

2. u enthaltende formen: brunec: nhd. bronze. biikev : ahd. 
buochCi. bukve pl. Über, cutiti sentire. duhati riechen, duplo cavitas 
arboris, antrum. g'luma iocus; gljiima karst. g-luli. glup surdus hg. 
g-ruda. zg-iiba verlust. hula bug; prihuljeu vorwärts gebeugt okr.; 
potuliti se sich ducken ukr. für podli-. kiijati se ostinarsi vocab. 
einen vertrag rückgängig zu machen suchen ravn.; Ijubezen se ne 
kiija amor non aemulatur resn. 169. kumes beisammen hg.: dunkel. 
kuret frosch karst. lueiti librare lex. iacere. Ijuljka lolium. luknja: 
got. luka- in usluka- Öffnung, ahd. loch, lunek, lunjek radnagel: 
ahd. lun. omuliti abstumpfen vip. miira alp kroat. pluti: vse je s 
krijo (krvjo) philo buq. 436. popliin decke kroat. puhteti eva- 
porare. puhek mollis. puliti ausraufen pot. rjiiti: rjovem; rjevec 
lev; ungenau rijnti usw.; riiliti. rabad masern: fremd, ruj sumach; rij 
karst. rima vellus habd. slug-, polz brez liise let.-mat.-slov. 1875. 
223. slüti, slujem neben sloveti, slovim ; ga imam na sliitu (siimu). 
smukati se: kaj ti se tarn smuceV kroat. snut venet. für snovati, 
strusast mit langen borsten, ostad f. Scheusal okr. scuti lex.; scevati 
hetzen, siipel löcherig rib. hohl: siipli zubi kroat. suija des iceibes 
bruder karst. tiicija pinguedo meg.; potüciti se hg. tule pl. neben 
otre p>l. beim hecheln herabfallender flachs: tiilava, otreva srajca 
okr. ul idcus. vireh, sg. gen. urha, mala ijava zaba. iilica; vilica 
hg. aus vülica. usnja weiches leder görz. ozov für oklic; pozovic. 
zubelj flamme vip. zuh fenus : ahd. mhd. gesuoch, erwerb, zinsen 
matz. 381. zupau decanus vocah. ptuj ist petovio. brun okr. für 
bruno ist aslov. bi"i.vi>no trahs. duri: dvtri. skriinit vocab.: skvri.- 
niti. temuc: tcniL veSte. Uöiijewo okr., so7ist visnjevo. Stämme: 
pastiih admissarius. kreljut ala kroat. vrzukati portam saepe ape- 
rire et claudere rib. kupovati neben kupuv'ati und im venet. kupu- 
ati. pomisluvati görz. popisüvati hg. kupovat. popisovat rib. Man 
merke g-orjup: g-orjupa jed, U im sg. gen.: barü. gradi'i pesmar. 45. 
klasü venet. do sega niahi skal. medii, mostü venet. rodu venet. 
spolu skal. staim truh. strabü. sinu pesmar. volu tvuh.; so auch 
mozu pesmar. potii viae trüb, tati'i venet.; sg. dat. sinovi neben 
siuovu buq. 220: hleher gehört auch doinu domum. dTjmi'i okr. 
dämuh ukr. (b)iiiö hg. dolov Ju7iab res.-kat. tatove pl. acc. pot. 
rodovi (ro(luvi) j^/. instr. buq. 56.pl. nom. sinovJB; kralovje, zidovje 



A. Steigerung. o2i) 

und popcvje hg. duhovnn pI. insfr. hj. Diese formen heruhm auf 
w-stämmen. 

3. Fälle des jüngeren ov sind bregovje. peöovje saxa. valovje 
Ihj. cvetovje: cvetiilje görz. grozdovje : hrazduje res. domovina. 
irhoviua. kunioviua h-oat. inlczovina. povrtovina gartengras ukr. 
r()bkovina, obläkovina grüne nussschale. svibovina. starjevina Jcroat. 
iniroveu Jig. medloveu: medlovnost hg. g-radovena vrata hg. sado- 
veuo drevjo /?^. s-polovcn halb neu, nkr. stovcni med hg.: s'Ltovbn^t, 
und nicdven hahd. rasovnik cilicium. duhovin daemon rih. vedovin 
zauherer ukr. strupovit lex. tekovit gedeihlich, ausgiehig rih. stano- 
viteu. bratovski. fantovska die sich mit hurschen abgilt vip. kra- 
Ijevski. volovski hahd. vdomoviti hg. vmiroviti se kroat. prip. 84. 
poloviti, razpoloviti. ostrnpoviti intoxicare lex. voda valovi icirft 
wellen ravn. motovilo heruht auf '^' motOYiii. Vergl. kl^eysa schlechtes 
pferd. 

4. u ist ah- und ausgefallen: bog- für nbog\ razmiin: razuineja. 
väijc: varujeti). 

IV. Vierte stufe: av, va. 

slava. kvas. otaviti recreare hg.; otava. plaviti remigare und 
plavati sind denominativ, daher ^\siV\\t f. flossfeder. traviti intoxicare; 
travilo toxicum habd. zazavati ist unhistorisch; dunkel sind dave 
heute früh, glavuja habd. gnjaviti suffocare: vergl. gujet. 



Zweites capitel. 

Den vocalen gemeinsame be Stimmungen. 

A. S t e i g- e r u n g-. 

A. Steigerungen auf dem gebiete des a-vocals. a) Steigerung 
des (a) e zu o. a) Vor einfacher consonanz: grob: u\ grab, slav. 
greb. zvon: slav. zvbn aus zven seite 315. ß) Vor doppelconsonanz 
und zwar 1. vor vi, It: morz, woraus mraz: slav. merz, volk, 
woraus vlak, slav. velk seite 316; 2. vor nt : blond, woraus blöd: 
slav. bled aus blend seite 31 8. h) Steigerung des (a) e 2!it a : sad : 
slav. sed seite 320. 

B. Steigerungen auf dem gebiete des i- vocals. Steigerung des 
(t) B zu o], e: boj: slav. bi aus bb. svet: slav. svbt seite 324. 



ddO nsl. den vocalen gemeinsame bestimmungen. 

C. Steigerungen auf dem gebiete des u-vocals. a) Steigerung 
des ü zu ov, II : ozoy für oklic: ic. zu, slav. zi. vi zT>vatJ. bud- 
in biiditi : w. bud, slav. btd seite 328. h) Steigerung des ü zu av, 
va: baviti: bü, slav. by. kvas: tc. kiis, slav. kys seiYe 525*. 

i?. Dehnung. 

A. Dehnungen des a-vocals. a) Dehnung des e zu e: letati: 
let. zagati: zeg-, zbg seite 312. h) Dehnung des o zu a: ska- 
kati: skoki in skociti seite 320. 

B. Dehnung des vocals h zu i: svitati: slav. svbt seite 324. 

C. Dehnung des vocals t, zu i (y): dihati (dyhati): slav. dth 
seite 326. 

C. Hiatus. 

1. Der hiatus wird aufgehoben durch die einschaltung von conso- 
nanten: j: bajati fabulari, incantare. dajati. grajati. krajati 
habd. sejati ', bijem, ubijen, odbijati; pomije : tv. mj. Vergl. zajec, 
zajc, zejc, zec, im 0. zavec. ceju volunt neben cedu, das wie idatt 
von i zu beurteilen ist. Der hiatus ivird auch zivischen ivorten durch 
j aufgehoben: spuhnul veti'ck, jodnesel (i odnesel) ga (vencek). 
ne niorem ti jodpi'eti kroat. volksl. v: zdubavati meisseln habd. 
prdusavati se iurare res. zgucavati si coUoqui hg. krsöavati hg. 
lukavati gucken hg. uamigavati kroat. napuhavati se turgescere 
habd. zastava caparra vocab. Scutavati fluchen res. trepavica augen- 
lied. poziravec hg. odoven o-ib.; rezodiven detectus lex.: odevka 
decke hg. beruht auf odevati. grevati reuen, grevinga beruhen auf 
ahd. hnuwan, riuwan. omedlevica : omedlcti. prevor brachacker, 
daher prevoriti brachen ukr. plevem neben plejem : inf pleti aus 
pelti; plevac. posevki kleien. gostosevci plejaden. stevilo zahl, var- 
devati hg. zdevati morari: zdeti, zdim. omevati (klasje) tiaasiv 
marc. 2. 23 : aslov. meti, mtn%. zevka schnitterinn : aslov. z§ti. za- 
öevsi hg.: aslov. zaöeti und splevsi für aslov. stplet-Lsi. poöivati. 
napivek. pivola hirudo neben pijavica, das auf pijati beruht. Hieher 
gehört ivan ioannes. Man merke ilojca. kukujca hg.; dobivati. po- 
krivati. nevmiven hg. pokleküvati hg. suvati. zezuvati exuere. ki- 
vati hg. Befremdend ist tüli für tuj, aslov. Uizdh : tülioga, tühi- 
nec; smehe so ridet hg. Alndlch ist puhin für pollii.n, puhua im 
W., aslov. pl'tnTj. 

2. Über k njciuu usw. wird unter den r-lauten gehandelt. 



D. Assimilation. oöl 

5. Der In'atus tritt ausnahmsiceise ein durch (lusfall von conso- 
nanfen: g;oorit okr. prpaat res.: pripeljati. Bei truh. liest man 
alfeov, cebedeov. g-alilee usiv. für alfejov usw. 

D. Assimilation. 

1. In der assimilation xcird entweder ein vocal einem anderen an- 
geglichen oder es übt ein consonant auf einen vocal eine ivirkting 
aus, dnrch loelche dieser jenem nahe gebracht loird. 

2. A. aje icird aa, a: delam aus *delajemh. Diese erscheinimg 
ist in der I. sg. dem fris. fremd : dagegen imam, clanam ze iisw. 
in der 1. ph, aslov. imainTj, imaaim>, klaujajem'B se usw. 

aje icird e: zec aus zaject: e kann jedoch hier aus aj ent- 
stehen, eje geht in ee, e über: zelem aus zelejem, zeles usw. 
belem alheo. biedern, ziitem kroat. obledejem görz., dafür meist 
zelim, zelis, obledim nach g-oreti. oja tcird zu aa, a verkürzt: ma, 
tva, sva neben und aus moja, tvoja, svoja. ka kroat. g'ospä aus 
g'ospoja. päs neben und aus pojäs. sväk aus svojak. bati se aus 
bojati se. stati, stojiin aus stojati : dagegen stati, stanem ; res. bat 
aus boät dives. oja zu aa, a : mii, tvu, svii ; ku sg. acc. f. kroat. 
mo für ein aslov. ma fris. kum aus kojum kroat.: aslov. koja, 
kojeja. oje zu ee, e: me neben moje. vuecsne (vecne) fris. me, 
tve, sve ; ke kroat. to dobre heidzutage in Kärnten : dobro für 
dobroje hat den auslaut der neutra. Wie mega fris. auf mojega, 
so beruht dobrega auf dobro-jega. diuiznego (dLnbstnjego). ne- 
praudnega fris. moga, tvoga, svoga kroat. sind serb. Abweichend 
liiiha res. für mojega: mit riilha ist inejga aus mojga wie pejd 
aus pojd zu vergleichen, meinu. zueteinu. uzcmogokemu (vLse- 
mogakeinu) fris. dobremu aus dobro-jemu. moniii, tvomii, svomu 
kroat. stimmen zum serb. Im O. wird allgemein oga, oinii ge- 
sprochen, dobrem sg. loc. m. n. ist aus dobro-jemt, nicht aus dobre- 
jemt entstanden. Abiceichend ist liiim res. für niojem. Neben mo- 
mvi usw. überrascht mem, tvera, svein kroat. oje zu ee, e : me, tve, 
sve aus moje, tvoje, svoje sg. gen. f.; pl. nom. acc. f.; pl. acc. m. 
gospe sg. gen. f. ; pl. nom. acc. : gospozde. oji zu i (y) : tvi, 
svi lol. nom. m. kroat.; der sg. dat. loc. f. tvi, svi kroat. entspringt 
zunächst aus tvoji, svoji: tvoji entsteht aus tvoja so tvie staji aiis 
staja; neben kojoj besteht kroat. koji. il/an findet auch ke, sve 
(na sve vime bele) jmst. ml res. aus mojej. nepraudnei. zvetei, 
zuetei fris. ist aslov. svetej, sveteji. Im inlaute geht oji in ej, 



Ofj2 iisl. den vocalen geraeinsame bestimmnngen. 

kroat. in e Hher: niejh, mejmi conf. mem, tvem, svem sg. instr. 
m. n.; pl. dat.; meh, tveli, sveh; memi, tvemi, svemi kroat. Dass 
dobreg-a, dobremu nicht pronominal sind^ zeigt takog"a, vsakomu 
fris., das serh. usw. 

3. B. jo icird je, daher moje, veselje, ucenje; lojeni, kraljem; 
bojev, kraljev; bojevati, kraljevati, daher auch mecem, krizem, 
tovarisem ; mecev usw.; ferner lice, solnce^ hlapcem; hei trüb. 
kralev, delovcev neben srcom, hudicov usic. Die regel icird jedoch 
nicht allgemein beobachtet, im 0. hört man mojo, d.och nie etwa 
veseljo, uöenjo, lico usic. bicovje lex. meg. neben biöje lex. iuncus: 
mJid. binz. isprasovajo mnet. Im W. spricht man pejd, pejmo für 
pojd, pojmo. ja geht im SW. in je iiber: kraje: kraja. g^ospodarje, 
zarje. kaplje. volje. zagovarje. preganjejo; daher auch hudice. 
pice. duse. dusem usw., ces skal. zerka (jed) ravn. golobiujek. 
kravjek. sklednjek, im 0. -njak: kraje usw. stimmt mit dem nc. 
iiberein. Vielleicht beridit die undeclinabilität des lepsi für lepsa im 
W. auf der Veränderung des lepsa in lepse, lepsi. Auch das dem 
j vorhergehende kurze a icird e: krej. dej. igrej. av, ix\ gehen gegen 
den W. hin in ov, oü über: g-obov, gobovec. delovic pot. g'lovuja 
rih. görz. prov^ proü, pro, pru venet.: pravt. rounina. trg-wöii: 
triglav. zdroü: s'Bdrav'L. gnou, jigröü: g-^nalij, igrali.. delaü, de- 
loü, dein, delo : delali,. Ähnlich ist molitov, zetov im W. für 
molitev, zetev im 0. Auch iv, il modificiert sein i gegen den W. 
hin: a) düvjati skal.: divijati. döüja; divja. duvji (og-cnj) rih. 
doüjacen res. 76. dujäk res.: divjäk. ubüvajo res.: ubivajati. su 
okr.: sivx. simjäk okr. : svinjäk. b) sträsii okr.: strasilt. jubii: 
Ijubilt. stopii, stuoru venet. ubü okr. : ubili.. livaliu, nosu tom. 
obejsiu, obudiu_, sturiu buq. 1682. pravo. porodo hg. strasio, pra- 
vio und strasia, pravia neben strasa, prava ; je g-osli pohaba no 
potrja steier. Dem stl'L entspricht seü, sau, so, su; dem pLkli> im 
0. pekel, im W. peku; dem mysk im 0. misel, misia aus misea, 
im W. misu. Aus *öttel'L icird steü, steo, stoii, /. stela. miuio im 
0. lautet im W. mumu, d. i. in^mu. Hier sei auch der in den 
res. mundarten herrschenden vocalharmonie gedacht, deren gesetz 
lautet: die vocale der unbetonten silben icerden dem vocal der be- 
tonten .silbe angeglichen. Beispiele dieser vocalharmonie sind: koza, 
dvl közab. sg. gen. srabra, no7n. sraebro. dobra, döbrä?. Auf dieser 
erscheinung hat man eine theorie über den Ursprung der slavischen 
bevölkerung des Resiatales aufgebaut, nach welcher dieselbe ent- 
standen sein soll aus einer vermengung von Slaven mit slavisierten 



H. aus- und ubfüll von vocalen. öoö 

Tiiraniern, deren sprachen in ihrer lautform durch die vocalharmonie 
bestimmt werden: man hat dahei auf die zum jähre 888 erwähnte, 
in demselben landstriche zu suchende ,via Ungarorum' hingewiesen. 
Vergl. J. Baudouin de Courtenay, Opyt usw. 89. 91. 120. 128. 
B. P. Hasdeu, B. de Courtenay si dialectid slavo-turanic din Italia. 
Bucuresd, 1876. Man beachte r. verebej nebe7i vorobej, 7isl. klepe- 
tati uud klopotati, icobei auch an das seite 316 erwähnte scherzhafte 
dictum erinnert werden darf. 

E. C o n t r a c t i u . 

Die durch assimilation entstandenen vocale aa usw. werden zu 
a usw. contrahiert, wie bereits gezeigt. Andere Verkürzungen sind 
grem aus gredem : greda; gi'ejo aus gredejo: gredati,, gospon 
kroat.: gospodimi ; en aus jedfent; ztmo o^■?^ aus zivimo ; zdenec 
aus und. neben stüdenec 0., icofür ehedem studenec mag gesprochen 
worden sein : sttdeuc tom. okr., stjeuc okr. glej : gledi. pazba : 
backstube. zdela : skandela, skedela, aslov. skadel-L. bö : böde. 
pte: bödete okr. dokaj: kdo ve kaj. stredi vierzig: wohl stir 
redi u,sio. 

F. S c h w ä c h u n g. 

Dass sich im nsl. icohl kein vocal der Schwächung durch ton- 
losigkeit oder scharfen accent entzieht, ist an verschiedenen stellen 
gezeigt : vergl. seite 304. 306. 316 usw. 

G. Einschaltung von vocalen. 
Eingeschaltet ist e in dober. rekel. topel usw.: vergl. seite 303. 

H. Ans- und ab fall von vocalen. 

i fällt ab : mam habeo. naci, inaci aUter. noraz falx vinacea 
lex. ist vinoraz. skusen. bog pauper trüb. : ubog. biskati prip. 5 : 
wohl ob-. Die enklitischen formen ga, mu haben je abgeworfen, i 
fällt aus: pl. nom. angelje. golöbje. poganje. tatjc; vuceuicke aus 
vucenicije hg. södte iudicate hg. pjan res. neben pijan. sjati: solne 
je sjalo. zja hiat venet. ozmice neben ozimice palpebrae hg. 
aus nikär, nicöj entsteht nkär, ncöj; nekateri ergibt nkateri; 
aus mi dva enticickelt sich n dva okr., üherall silbebildendes n. 



334 nsl. den vocalen gemeinsame bestiramungen. 

u fällt aus in pazha achselhöhle^ d. i. pasha. varte se hg. ist 
varujte se usw. 

I. Vermeidung" des v o c a I i s c li e n a n 1 a u t e s. 

j: ja, jaz ego neben a; jablau nehen ablan*, jäjca neben ajca 
res.; jäuje agnus res.; jag-nje. jäntou ukr. japno görz. neben vapno 
0. apno^ ap'Bn okr.; jeda okr. bucliweizen, heiden neben liejda, 
heda, jenkrt, jankrt semel ukr. jeg-Ia görz., jlhla res. jegra görz. 
jihi'ät res. jemam habeo görz. j^mjeli) oh\: imeli. jeskati görz. 
jiskra: je ist wohl durchgängig jx. kroat. ivird vocalen nach vocalen 
j vorgesetzt: od g-roznice, jod boli velike volksl. jarnej, nun für 
Bartholomaeus gebraucht^ soll eigentlich Irenaeus sein. F. Levec, Die 
spräche in Truher s Matthäus 28. v : woeem volo okr. vog-rinje 
hungari hg. voje. vosljak art distel rib. vn für v, u: vu zari sunca 
hg. vujti^ vusel entlaufen ukr. kroat. vudriti ukr. vumirati kroat. 
vucenik hg. vud membrum. vulica kroat. g- : göz riemen der den 
rocnik und cepec verbindet 0. göz, bei hahd. g;uZ; nebeji vöz ukr.: 
auch glöz, icohl statt g'vöz, icird angeführt, güjzda neben üzda. 
g"un, g-üna d. i. oii't^ ona okr. güniga g;lava boli skal. Vergl. 
vidrgaj gen. vidrje, Idria, und zg-ou neben zvoa, nagljusö für 
navlasc. holtär neJe?i oltär res. 



K. Vermeidung der d i p h t li o n g- e. 

kajlia, keha carcer. krajda neben kreda, kreide, jevzelj, 
häusel. lavdica lerche vij)., aus dem furl. lovreuc, Laurenz, mavelj, 
maul des rindviehes krain. mavra schwarze kuh: [j-aopiq, maurus. 
pavel, Paulus. Vergl. javkati ächzen, stivra, stibra : ahd. stiura. 
ceuja, canja handkorb: ahd. zeinjä, it. za7ia. letre neben lojtre: 
ahd. leitra, hleitra. reta karst. : reiter, ahd. rUrä (hrltarä). mora 
alp. mota^ hg. mauta. püngradje^ baumgarten hg. Diphtlionge ent- 
stehen durch vocalisierung des 1: djaü, dejalt usw. 



L. W r t a c c e n t. 

Indem man accent und quantität verbindet, bezeichnet man die 
accentuierten vocale, wenn sie kurz sind, mit dem gravis, icenn 
lang, mit dem acut: zet, tat. Wer beide dinge trennt, kann zhi, tat 



M. länge nnti kurze der vocale. oof) 

schreiben. Eine Unklarheit kann durch diese zeichen nicht entstehen, 
da eine tonlose silhe nie lang ist. In zri-nic ist me tonlos, daneben 
za mene, ico meoe hervorgehoben und za tonlos icird. 



M. L ä n g- e ii n fl kürze der vocale. 

/. Die kürze ist nur eine: brät frater; die länge dagegen ist 
entweder einfach: vrät collum, oder doppelt: vrät portarum. Welche 
voccde kurz, welche lang sind, sagt keine regel. Kürze und länge der 
vocale kann nur in betonten silben unterschieden werden. Hinsichtlich 
der kürze und länge sind zwischen den verschiedenen teilen des Sprach- 
gebietes nicht unbedeutende unterschiede bemerkbar: im O. kurze vo- 
cale sind im W. lang : so ist nach Metelko 19 o in boba (byba) sg. 
gen. lang, im 0. kurz,- dem berem im W. met. 20 entspricht berem 
im 0.; dem bodem (b()dem) im W. steht bödem im 0. gegenüber. 
Das ö. stimmt mit dem s. überein: böb, boba. berem. bodem: 
imd " sind die accente kurzer silben. Das w. i) ist lang, so oft es 
nicht in der endsilbe steht: göra: w. gf^ra. s. göra. kösa: u). k<)sa. 
s. kösa. köza: iv. k(j)za. s. köza. krösnja: w. kr(J)snja. s. krösnja. 
krötek: w. kr())t'Lk. s. krötak. möra: lo. m9ra. s. mora: ögenj: 
w. 9genj. s. ögauj. oreh: w. (J)rT,h. s. örah. ösa: w. ()sa. s. ösa. 
rosa: w. r()sa, s. rosa, sköro: w. sk6raj. s. sköro. smöla: w. sm()la. 
s. smola. söva: iv. S9va. s. söva. vöda: w. v<)da. s. voda. völ: 
w. v()l. s. vö, völa. zovem: w. z<)vem. s. zövem. In vielen fällen 
findet ühereijistimmung statt: dim: lo. dim, dima. s. dim. jüg: lo. 
JT.g, jüga. s. jüg. krüh: w. krüh, krüha. s. kriih. 

2. e für aslov. e ist lang oder kurz: greda. jeza. klecati, kleti, 
kletva. leca. meca sura. peta ccdx, daneben detel. jecmen. jezik 
usw. o für a ist lang oder kurz : kös frustum.. vöza. vöger ; berö, 
pasö : aslov. berate, pasatt ; daneben möka quäl. toca. grando. usw. 
Im 0. wird pösoda (na pösodo vzeti, däti) gesagt, e für e ist 
gleichfalls lang oder kurz: jestvina, sup. jest neben dem inf. jesti. 
sveöa, treska span. obleka anzug. odmeöem hängt mit odmetati 
odmeöen hingegen mit odmetati zusammen; daneben decko usw. 

3. Man merke ferners berba lese, bog, boga, döm. kös amsel. 
podköva. sök zörja ; dräva Dravus fluvius. päsem pasco. pläca. 
sväja rixa. säla iocus. tat. trfiva. 

4. Manche einsilbige formen lieben die länge: brät sup. neben 
bräti inf. prät neben prati. spät neben spati: c. dagegen späti, 

22 



OOO nsl. den vocalen gemeinsame bestimmungen. 

spat. Das gegenteil findet statt im partic. praet. act. II: kräl, 
kräla. plel (pleli.) qui eruncavit, plela (plela). kiel (kleli,), klela 
usw. Man merke auch tfpel, trpela; clovek (cl^vtk), cloveka. 
kuzuli (k^zili), kozfllia. Im 0. icird km et, kmeta; zet, zeta, im 
W. hingegen km et, kmeta; zet, zeta gesprochen. Vergl. meine db- 
handlung : ,Uber die langen vocale in den slavischen sprachen.' 
Denkschriften, Band XXIX. 



ZWEITEE TEIL 
Consonantismus. 



Erstes eapitel. 
Die einzelnen consonanten. 

A. Die r- consonanten. 

1. Das nsl. gehört zu den spraclien, die ein doppeltes 1 kennen : 
das mittlere (europüiscJie) und das iceiclie: lani. leteti ; Ijudje. Das 
mittlere 1 wird von der iihenciegenden mehrJieit der Slovenen dort 
gesprochen, wo das pol. \ hat: lani, ioni: nur im auslaut und vor 
consonanten tritt u, o et«; ferners steht 1 dort, ico zwar das pol. 1 
bietet, das aslov. jedoch kein \, sondern 1 : leteti. In den füllen loie 
lani xcird nach der Versicherung des Herrn Baudouin de Courtenay 
in Mittel- und Unterkrain das pol. und russ. 1 gehört: vh sredne- 
krajnskichi) i nizne-krajnskichi. govoracliT) . . . tverdoe 1 vpolne 
tozestvenno si. sootvetstvujuscini'L einu zviikomt, naprimeri., vt 
nisskoim, i po]LskomT> jazyke Otcety II. 72. Dies icird von andern 
in abrede gestellt: prvotni g-las 1 je pri nas popolnoma iziiirl, ter 
ga celo ne poznamo vec, sagt St. Skrabec 36, während man nach 
B. Kopitar^s angäbe 1 bei Zirknitz herum zu hören bekömmt. Zu 
anfang dieses Jahrhunderts ward nach einem glaubwürdigen Zeug- 
nisse zu Niederdorf bei Beifniz von älteren leuten noch 1 gesprochen: 
y\, d'lg-, s'lnce, d. i. wohl h'h\, diig, si.lnce. Dass man es im XVI. 
jahrh. in Unterkrain sprach, sagt Truher: ,ta 1 casi debelii po be- 
zjaskii izreci', und Bohoric lehrt: ,\ interdum crasse efferenda, quasi 
sit gemina, praesertim in fine, ut debel crassus'. Für l tritt in 



OOo nsl. r- consonanten. 

Oherkrain und Kärnten, in eingeschränkterem maasse in Unterkrain, 
w oder ein zwischen 1 und w liegender laut ein. Das iceiche 1 wird 
in vielen gegenden, im görz., im 0., durch das mittlere \, im äussersten 
W. durch j ersetzt, w für 1 in okr. : blato : bwäto. b'tcela : btce- 
wa. clovek : cwöük, sg. gen. cwowjeka. g'lava : g-wäwa, sg. gen. 
gwale. g'olabb: gowöf. ladija: wadja^ daher wädise landungsplatz. 
Itzb : was, sg. gen. wze. ttlo : ot twa vom hoden. *trig-lav'B: 
trgwöii. zelo : zwo nehen zu, zlo; im anstaut und im inlaut vor 
consonanten icird w durch ü ersetzt: bell. : bjeü. ilt: ji.ii, dagegen 
z jiwa. *keldi"L: ceüdar kelter : öeüdar beruht auf dem sg. gen. 
keldra aus keli-a. *inlTbzlT.: mözu. stlx: soii, prsu. boltnt : boün. 
preth hkäüca : predt tT>kalbca: in beiden Worten ist ü, aus w, 1 un- 
historisch, w fällt häufig aus: cowjeka; es muss ausfallen nach w: 
vlaga: wag-a. vlahi) : wali; britwa, sg. gen. britle. mrtoü, pl. m. 
mrtli folgen der analogie von gwawa, na g-wäh,. Das mittlere 1 folgt 
derselben regel : zivalb: z-Lväü. zalt: zoii. legtko: wobka. Im res. 
entspricht 1 dem 1: bral. dal. bil albus, sal, sei: sbli. ; in zwei Ort- 
schaften tritt ü für \j aslov. \t>, ein : brau. daü. biü. sau, soü. 
1 für Ij im görz. : Ijudij : ledi. pelä, anderwärts pelja usw. Am 
längsten hält sich weiches n : kon für konj ist im 0. sehr selten ; 
eher ivird pole gehört. ] für 1 a) im res.: bolbsij : büjsi. *kljnca- 
nica: kjucanica. kralt: kraj. b) im venet.: bolje: biij. ljubih>: 
jubu. med judmi inter homines. peji duc, sonst pelji. solieu, soljen 
neben hvajen. Ij geht im äussersten 0. in 1 und dieses in o über: 
krao rex. neprijateo hg. Man merke obüteo caicei, aslov. -telb, muj- 
vaonica : aslov. -valbuica, in keinem der beiden fälle Ti.. In der 
gruppe 1, consonant icird 1 durch ü ersetzt : bogati, fogati, folg-ati 
und boügati oboedire, d. folgen, wofür auch fougen. köüter rih. 
spog-ati schonen pot. kämt. : ahd. spulgen solere. zoüd krieg: mhd. 
solt, Soldes, lohn für kriegsdienst. sudät venet. aus soldato. 

2. Erweicliung tritt im nsl. bei 1 und n wie im aslov., daher all- 
gemein mit einer einzigen ausnähme nur vor ursprünglich praejotierten 
vocalen ein: krall, korit, nsl. ki'alj, konj, i)}t gegensatze zu kapelb, 
dlanL, nsl. küpel, dlan, weder im aslov. noch im nsl. mit weichen 1, 
n. ogeuj ist aslov. ogrib, og-nja, nicht ogub, ogni. peljati ducere, 
vehere ist it. pigliare. knjiga. njiva. znjica schnitterinn. Man merke 
anjul engel res.; neben dem richtigen g-uetem steier. hört man g-njetem 
kroat.; krajnec, krajnski sind unrichtig für kranjec^ kranjski aus 
kranj Carnia. lauje ukr. beridd auf lajno, la.jnje. ]Veiches r ist un- 
bekannt, dasselbe icird nsl. meist durch rj e):s<:fzf, währt-.nd im chorv. 



rja, Ija, nja. 339 

mal serb. die ericeichunij sparlos schwindet, icas nsl. nur im auslaut 
eintritt: inofe: morje, morja usw. gorje peius, vae. zoija neben zo- 
rija Fluhl 3. 83. vcceija. cesar^ denar, stj. gen. cesaija, deuarja. 
odgovarjati neben -rati. iidarjeu. sparjeu partic. morje will man 
mit collectiven in Verbindung bringen. Im venet. wird, icie es scheint, 
storien drei-, nicht zweisilbig gesprochen. Unhistorisch sind die er- 
weichungen in lita anni. ncsu: ncsl'L. mliko lac neben mleko. snidu: 
aslov. stneH comedit. giiizdo nid/as. si'iih nix okr. Ilp schön. Ils 
holz res. anjgelskij krscaojski. senjeni, aslov. si>nLnn>, im 0. Wie 
Ij, so wird im venet. auch n] durch j ersetzt: i^ajem, zajon: ztnja. 
Keine erweichung des 1 bewh'ht ije, daher veselje. olje, nicht -le. 
hW^e plantae hg., aslov. bylije; dagegen serb. vesefe. ule. peije ist 
aslov. perije. Dagegen geht nije in lie über: spanje. kanienje. zrnje. 
Hie und da besteht n für n: spaue ti-ub. 

3. Wie urslav. tert, telt ; tort, tolt ; tent^ tont reflectiert wird, 
ist Seite 304. 308. 316. 317. dargelegt. Unslav. lautfolge tritt ein in 
i^odhorlt forst ON. durgelj drillbohrer: vergl. dilrchel. parma, parna 
heuboden, ahd. parno, mhd. barn m., gotsch. bärm krippe, raufe, parta 
Corona virginea habd. porkolab exactor hg. tirnien im W. Aus larva 
wird ukr. läfra. 

4. nr wird durch d oder a getrennt; pondreti, pondrt, pon- 
drenje immergere habd. ponderek mergulus lex.; narav. Man merke 
brestiti für serb. mrijestiti aus nr-. okr. besteht merjasec, ukr. 
neresec, nerescak yieben dem jungen auf rez beruhenden nerezec. 
nb, np wird mb, mp : himbai-ija von hiniti durch himba usw., 
icofilr auch hlimba. obramba. zacimba göj^z. hg. hramba. pre- 
memba ; zasloba hg. steht für und neben zaslomba. sembiska gora 
mons sancti Viti görz. sempas sanctus Passus görz. ampak ist a na 
opak, za pet ram bozih. Dunkel ist limbar. zrmlja beruht auf 
zrnvlja. ns verliert u in lüisa res. : mtiiLsaja. jedrik besteht neben 
ledrik Cichorium intibus görz. let.-mat.-slov. 1875, 220. majhen 
parvus ist zu vergleichen mit serb. maljahan 2. seite 287. r und 1 
wecliseln : sräkoper, in ukr. slakiiper. 

o. Parasitisches n ti'itt in zahlreiche)! fällen ein: do njega. k uje- 
mu. pri njem usw., daraus entstand njega. njemu usw.; doch iverden 
hie und da auch formen ohne n gebraucht: dal jii jesem otcu kroat. 
jo eam stapl. jo, ih venet. Selten ist z jini cum eo kroat. Plohl 3. 
56. Gegen die alte regel verstösst njehä in pod njeha noham' 
venet., icenn jeha wirklich vorkömmt, sneti, suäinem ; snemati: 
ST,neti, stniniati: sneti iz (s-b) kriza resn. objeti: r. obnjatt. vneti, 



b40 nsl. t-consonanten. 

vnämem Incendere. zaneti, zanämem id. venet. snesti, snem : stne- 
sti, r. STjGstt. sniti: suidi se volja tvoja. sniti se convenlre. vniti 
intrare. noter: atrt. nedra: jadro. ouiica, vniica. le nun ukr. für 
le im. Man merke den sg. gen. bizura von bizii, fz., als hundsname 
venet. und mak.-rumun. pre moniere, bulg. na ramo-to mosch. poci- 
nek requies lehnt sich an poöinoti an. A^icht nur r, \, auch n kann 
silhehildend auftreten: für sent aus sanctus hört man snt, daraus 
durch den einßuss des accentes s allein: Sköcjan sanctus Cantianus. 
Standrz usw. 

B. Die t-consonauteu. 

1. Während in den anderen sprachen in der Veränderung der 
grujype tj und dj dasselbe gesetz herrscht: aslov. tz, dz und daraus 
st, zd, ist dies im nsl. nicht der fall: tj geht in den meisten gegenden 
in tz, ts, d. i. ö üher, während die grujype dj durch ausstossung des 
d gemieden loird. 

2. tj 1. in ö: bro6: obrociti jajca. biriö lector meg. lex. hahd. 
c. biric. otroöic. hocem neben hoco und kroat. hocu. podnicevati 
lex. aus *-nicati: netiti. rdec ruber, ufajiici kroat. bezecki fugiendo. 
na speckem. na gredockera und analog skrivecki dam. zmucen 
kroat. : umsichtig zmöten. Man beachte zabrcven V07i zabrtviti ukr. 
pripeca se contingere solet kroat. obecati. sveca, daher svecnik, 
res. svitriik. praöa, fraöa; preca, freöa hg.: prasta. sreöa^ sreöati: 
siiresta. g"aca hodensack des stieres, g-njeca gedränge : gnjet-ja. 
oca: otja. soldaöa militis uxor: soldat-ja: vergl. zupanja. veca 
(wohl veöa) tributum agrorum, das fälschlich mit magy. becs pretium 
zusammengestellt icird. jeöa carcer ist von der w. jtm (jeti) abzu- 
leiten, nagoca nuditas. slaboca 5. seite 172. onuca (onu-tja). do- 
maci: doma-tji>. obcji (obcji plot rib.), daher obcina: obt-tjoj. te- 
leöji: telet-JTi. Dunkel ist trauöa carcer, wobei an aslov. trati> gedacht 
wird, maöiha, maceha. deöko puer : vergl. dete. palaca. okolivrc, 
okülivrc ringsumher: w. vert. kiicuTik (kiicuk) stockzahn: kati,. 
kraöji brevior. ve6: veäte, daher temiic, ivohl temt veste eo magis; 
veksi ist loohl vecsi. sencur ist sent jur sanctus Georgius. scem ist 
licem: h^^äta. oc vis, (ce hoc si vis okr. noöite, de bi vam Jezesa 
spustilV pot. 76.) ist zu vergleichen mit lioc 4. seite XI. Dagegen 
snetjav brandig: snet f. 

tj geht 2. in den westlichen teilen des Sprachgebietes in 6, serb. 
li, über: c entsteht durch Verschmelzung des t mit j: a) in Resia. oca 
pater: otja. obacal (obag-halj: obestalt. k^6a. con volo: hT,st^. 6i 



tja, dja. 341 

si kut., sonst ce, ci: aste. Vcle, vie, vec magis: veste. domäci. 
vr;Tec£e Saccus: vresta f. ptir, pt'Lc avis: pttistb. hudlc diabolus. 
obracat. sräeat obviam fierl, sonst srecati. prri6a: protiva, s. pro6a. 
Das c in vinci malor ist wohl elg. es: vestbsij, käca serpens kann 
seines 6 wegen nicht mit r. katitt zusammenhangen, h) Sonst in Venetien: 
oca pater. c'on neben ceni volo. vie (previe) magis neben venci : 
v^ätbsij. (ie si: hudobau vteee, ee ha obedan na podi. berie. tieae 
vögelchen: ^'pi.tistLCb. 6a in ea doinu 7iach hause ist s. ea, das im 
0. tija, tijan, sonst tja lautet; daneben motieu: inasten'L. Neben 
tra^i finde ich treea. c) Sonst: zmoeen, zapeeaeen in lioHnj zwischen 
Canale und Tolmein. Man merke veei, vaei, vanci, vtnci. treci 
görz. tre6 neben treca okr. aus tretj, aslov. tretij, nicht tretii. 6 soll 
auch im slovenischen Istrien vorkommen. 

tj wird 3. hie wid, da in k verwandelt: zwischen tj und k 
bildet kj den Übergang: pluka pidmo: plusta aus pkitja im Südwesten 
let.-mat.-slov. 1875. 227 ; bei Sulek 38. finde ich phik, phic langen- 
moos. keden Tolmein. keden ukr. für tjeden, teden. treki, treka 
neben treci usw. tertius görz. trekij, treko skal. samotrek selbdritt 
rib. neben tretki, tretkic kämt, pekja görz. aus petjä, petljä er 
bettelt, spek ukr. -petb. spek, speka iterum venet. ke dorthin aus 
kja: sem ter ke stapl. kjakaj tntb. stapl. aus tjakaj stapl. piaiki 
skal. aus proti. Damit hängt eine erscheinung der Freisinger denk- 
mähler zusammen j wo man liest: ecce, ecke: aste, uzemogoki: vbse- 
mogastij ; uzemogokemu. imoki: imasti. lepocam: lepostarm.. mo- 
goncka: mogasta. moki: mosti. pomoki: pomosti. bozzekacho, 
bozcekaehu: posestaha. choku, chocu: hosta. prijemlioki : prijem- 
Ijasti. zavuekati: zavestati. viiuraken ist dunkel. In allen diesen 
icorten ist k icie k, nicht lüie c zu lesen, das vom Schreiber nicht 
durch k wäre wiedergegeben worden. Durch diese eigentümlichkeit 
wird die heimat des denkmaJds nach dem tcesten des nsl. Sprachgebietes 
versetzt. Unter den angeführten worten befinden sich zwei, deren k 
aus gt hervorgeht: man vergleiche snükaj res. vergangene nacht, 
wofür sonst snoöi, s. siuoc ; vuensih fris. für vestbsih-B ist vencih 
zu lesen. Der Übergang des tj in kj findet auch im bulg. statt: 
strekjam milad. 46. 389: aslov. stre^ta aus stretja, eig. *si.restaja: 
doch ist hier kj vielleicht c zu sprechen. 

tj wi7'd 4. durch jt ersetzt: trejti kroat. 

tj geht 5. in c über: nicen 7iolo görz. glasnik 1866. 391. Das 
wort ist jedoch nicht zur genüge beglaubigt, v stric neben v strit: 
ic. ret 171 stret: ve7'gl. b. sresta ide milad. 166. 



34:2 "sl- t-cousonanteu. 

3. dj wird 1. j durch ausstossung des cl: mej trüb., jetzt med: 
mezdu. mlaj neumond: mlazdb aus mladj-L: vergl. mlaj schlämm. 
klaja i^ahulum. noja ; nuja not huq. 414. rja eine krankheit des ge- 
treides hg. Sonnenschein mit regen, svaja rixa hg. breja praegnans. 
oh\6ja geme7ige: bladi. pizdog-laja pZa/;toe ^emts. g-osp6ja: g-ospodja. 
sainojeja plantae genus: jed. voj dux. vojka: vergl. povodec hänfene 
j)f er dehalf ter rih. zaje icintergetreide : zad-, zeja sitis: zezda; zaja, 
zajiu görz. zaja, zejan res. slaji dulcior. pi'ej, pre: prezde. inlajsi: 
*mlazdbsij. zaj in nazaj; odzaja, odzajaj Jig.: zazdb. lagoj malus 
hg.: *lagozdb: vergl. lagodeu s^ei'e?'. tuj : tuzdb. jej ede, jejte edite 
neh en jedite kroat. g'ajati se: ka se liaja? quid fif^ venet. pog-ajati 
se. uhajati: kobila je na iihaj steier. pöjati venari von pöditi: pa- 
diti. narejati facere, daher uarjavka hegleiterinn der braut rih. ob- 
rejiivati von *obrejati, obrediti communicieren dain. obhajati: sveto 
obliajilo, sveti iizitek -pot. j für dj ti^itt in den Freisinger denk- 
mählern ein: bbeg-eni compulsi: bezdeni. seg-na: zezdbna. prejse 
2. 39: prezdbse vorältern. tonmge. toie. tige. tage: tomuzde. 
tozde usw. ugoug-enige: ugozdeuije. pozledge ist mir dunkel; zu 
lesen bejeni. zejna. prejse usic. tüli hg., tiizdb, beruht auf tülii aus 
tüji. Falsch ist oklajen hg. für -den. boj hg. ist badi. dj wird 2. 
gj, serh. T)f auf dieselbe weise wie c aus tj, serb. h., wird, ncünlich 
durch innige Verschmelzung des d undj j : a) im res. aus jungem dj : 
gjat ponere, sonst djati, aslov. dejati. ogjat aperire, wohl aus "^ott- 
dejati. rizdjal qui aperuit, aslov. "^razdejali.. Der kuhname rigjäna 
kroat. ist s.: rigj. b) In kroat: povec aus povegj : povezdb. po- 
vecte. viste aus vigjte von vig'j: vizdt, vidite. jec aus jegj: jazdb. 
tugj: tuzdb. zegja, zagja sitis. zegjati sitire. sugjen, daraus sugje- 
nice. odtugjen ahalienatus habd. Falsch ist zapopagjeu prehensus. 
c) selten hg.: rogjen. obügjen. zbügjävati. gj aus dj ist im nsl. 
jung; die im kroatischen vorkommenden formen sind aus dem süden, 
aus dem chorvatischen und serbischen, eingedrungen. gjegjei"uo hg. 
cito lautet auch jedrno, g-edrno: jedrbuo. Für skedcn wird hg. 
äkegjen gesprochen. 

4. Nsl. tje, dje mit ursprünglich unpräjotiertem vocal aus aslov. 
tije, dije bleiben unverändert: pitje. ozidje. ladja: pitije, *ozidje iisw. 
Der on. blace ist aus blaöah von blaöan, blaöaniu: ^-blastanim. ge- 
bildet, tretji, aslov. tretii, widerstrebt im W. der Wandlung nicht. 

5. Auslautendes d geht in okr. in einen laut über, der im ngriech. 
durch 6, im engl, durch th, von Brücke durch t^ 53. bezeichnet wird: 
g-ath schlänge, katli wanne, rath gerne, mwath jung, bratli barbarum. 



auslautendes d, tl ; dl. o4tö 

bleth feldes an. gTeth_, ng. ijen. gredi, vom dache lierahtjefallener 
schnee. j'i'th, sg. gen. juda, Jude, labuth, sg. gen. labiula. buth^ 67/. 
gen. bi'ida, upupa. strth, sg. gen. strdi, honig. pelth (plth) hild. 
In anderen gegenden Ühevlcrains wird d durch s ans th ersetzt : 
gras, mwjis. ras. z'twös, sg. gen. zxwöda, eichel. medus, sg. gen. 
medwjeda, här. Das d der prciiwsitlonen wird vor tonlosen con- 
sonanten entweder t oder th: pret kärnar vor das heinhaus, lueth 
kräiicain, r. mezdu mjakisem-^b. oth örinloü, r. oth smelej. Man 
merke trtli krh neheji trd krh hartes hrot. In einigen dörfern hört 
man das ngriech. o, engl, th in den worten with, Brucheis z' 54; 
tüdhi), sonst tiidi. Man beachte wjitliti. scire aus vediti. käthrman 
art wasserröhre. 

6. Zwischen vocalen geht im W. t oft in d über: cvede tom. ple- 
dem okr. görz. pledu aus pledel: plelt. spledli huq. pomeden görz. 
medem. cüde floret okr. pledein, pledejo und pletö: pletat-L. ple- 
töc. pledla venet. inedelo rührstock. 

7. bratri) verliert das auslautende vl: brat neben bratra venet. 

8. Die gruppe tl, dl wird im 0. gemieden, im W. oft bewahrt; ur- 
slovenisch ist t], dl: plel, bol, aslov. pleH, bol-B. jel, snel rib. jelo 
cibus rib. prelja spinnerinn, moliti, im W. modliti wie in fris. und 
bei meg. bodu okr. venet.: bod, aslov. bol-L. rezbodla. cudu okr. 
cvedii venet.: evLt, cvlIt.. jedu okr.: jad. jidal, jidou, jidii und 
jsedla res. kradu okr. ukrädal, ukrädla res.: krad. padu, padwa okr.: 
päd. dopletla. dopredla, dorastli. srätla rpiae obviam venit res. sedu. 
vzedli fris. cvedu. padu. pledu. bodu. kradu venet. aus cvedel. 
padel usw., wofür im 0. boo oder boü aus bol. cveo. jeo. krao. 
pao. pleo, plela. preo, prela. dorasli. srela usw. Im W. kridlo. 
motovidlo. sidlo. placidlo, poscadlo. zedlo acideits. mocidlo. kre- 
sadlo. vidle. jedla meg., sedla res., sonst jela, jel /. icsw. wädlo ivelk, 
r. vjalo; bei meg. vedliti languescere. uvel ivelk neben vedu, vedla 
venet., allgemein metla. metlika artemisia. sedlo, smetloha, slabo, 
srnetno zito. medlo, daher medleti. Dunkel ist redle frisch trüb, 
dalm. Man beachte hohoiWi^ plai:tpert von bobotati. dvanajstla apostel- 
tag meg. volkodlak, vukodlak rib., werwolf ist ein compositum ; 
poleg penes: podli>gt, bei bohor. polgi; valje, vtle statim ist wohl 
VT. dtlje, wie die nebenformen vadle gleich vip., vedle (vT>dle), und 
die redensart vadle do Ljubhiue rib. zeigen, t ist ausgefallen in 
öislo usw., worüber unten. Vergl. 2. seite 94. tl geht hie und da in 
kl über: mekla ukr. hg. kroat. meklika on. für metlika. na kla 
ukr. hg. iz nä kl ukr. kroat. po kle (po tole), poklaui. klaka ukr. 



344 nsl. t-consonanten. 

filr tlaka. sklaciti luj. kikla kittel kroat.; analog g-lijeto. sidlo 
neben siglo sltulus Archiv 1. 57. pekler beider skal. g-letva imd 
dagegen dlezen hiöcliel steier. Häufig ist kl für tl in aus dem 
deutschen stammenden loorten, bei denen hi manchen formen tl auftritt: 
neskelj nestel. ospekelj, ospetelj^ osfatel kurzes iceiberhemd; bei 
meg. halstuch: bair. halspfeit. rekelj rötel. urkel urteil. 

9. tn und dn verlieren den anlaut: vg-aniti erraten: gat. vrnoti: 
vrt. og-rniti: gvt. nasrnuti kroat.: srt. pog-olniti (pog-alniti) deglu- 
tire: g-lt. prekrenoti se: vse so bo prekrenilo alles wird sich ändern 
metl. venoti neben vehnoti hg.: ved. srenja hauptort mehrerer ge- 
meinden ist aslov. sredtnja. gospona sg. gen. kroat. von gospodin. 
Neben vedno findet man veuo aus vt> jedtna, vt> ina. Dagegen 
skradnji extremiis für skrajnji von kraj. popadnoti hg. Für tnalo 
zum hohhacken bestimmter jdatz hört man kualo: w. ttn. Ähnlich 
ist TV(^va bei Constantinus Porphijrog. und kuin. 

10. i, d vor t gehen in s über: plesti: plet. jesti: jed. klasti: v 
strah klasti venet. narest venet. für narediti. navast venet. für na- 
vaditi. obrest f. zinsen: obret. posäst /. gespenst, schnupfen, eig. 
loas umgeht: std. slast /. zlasti. vest /. jestva, jestvina cibus. ob- 
jesten mutwillig vip. ist eig. voll angegessen, plestev zaunrute. pri- 
sesten venturus hg. prestvo adulterium, eig. transgressio, wofür auch 
presestvO; presustvo, presistvo, richtig pres'tstvo. daste. veste. 
böste, greste, neben böte^ grete, aslov. badete, gredete. Neidiildungen : 
imaste. prideste. rezveseliste. vzameste. zeliste buq. cislo numerus 
lex. (v cislih imeti) ist cLt-tlo; cislati honorare. gösli: göd-tlh. jasll: 
jad-tli,. iiiisel, aslov. myslb: inyd-tlb. prcslica: pred-tlica. veslo 
remus: vez-tlo. iiiaslo. poreslo für povreslo. creslo cortex: aiaz. 
vrz. ort. Dunkel ist svisli strohboden. ceslo scepter dain. beruht 
auf cesati. Zwischen tt, dt und st liegt vielleicht tlit oder ein ähn- 
licher laut: wjitbtT> scire. In okr. spricht man ohdevat-L für od- 
devati. ohtrgatx für odtrgatT>. oli trbuba für od trbüha neben 
othtrgwu für odtrg-. 

11. za dvermi lautet im W. za dunnji.. In rib. hört man davre 
für dvtri, *dLvri. tvi-xdi, «üiVcZ trd. dvor — dor. kmica, kmiöen hg. 
ist tbm-. kmin, tmin tolmein. dam. jem. veiu : daiiib usw. tiva ki 
duo hg.: ti dva. Auch in storiti und in torilce catillus lex., torilo 
hölzerne schale vip. ist v ausgefallen: hahd. bietet tvorilo scutella 
casearea. 

12. tk, dk geht in bk über: glad^bko lautet im W. gwaliko, im. 
pl. nom. gwascö. krat'Lkyj- kraldvi, kraJk. sla(Hko- swaliko. t'bkati- 



p-ionsonanten. ö40 

hkati krell. likat okv. Danehen rithka- rediikaja. gwatliko, gwasko: 
gladtkoje. swathkö, swasko: sladT.koje. brliki, daraus brhek^ statt- 
lich beruht auf brcHk, venet. bardäk. Neben otka, votka hört man 
vülika Sterze. 

13. godfcCb, lautet im W. g-ösc neben god'Lc, scj. gen. gösca ; pa- 
dec, pasca. g-osposka ist gospodtskaja, soseska (jemeinde sascdb- 
skaja, eig. die nachbarschaft. Ijuski, im 0. Ijudski. bogastvo, im 
0. bogatstvo. 

14. de (dst) wird hc, lie, sc: liöi, hei, sei. pastorka entsteht aus 
pad'Lsterka, desöik aus dedcik: *dedbCbk'L. dz ist fremd: dzündz, 

C. Die p-coiisoiiaiiteu. 

1. Altes pja, bja usic. wird durch plja, blja usw. ersetzt: caplja. 
kaplja. suplja höhle kroat. jmp. 119. konoplja; grebija. giblje movet. 
zgubljen ; stavljati, stavljen ; spremljati usw. obavljati (posle) kroat. 
krevljati (skorno) okr. pogonobljavec (-blavic lex.) deletor. zrmlje: 
aslov. zriii'bv-. prvle hg. lautet in steier. prle: *pi"bvlje. Ähnlich 
ist crlen ruber kroat. hg.; zivenje, grmenje sind die richtigen formen, 
zivljenje, grmljenje neidjildungen ; dasselbe gilt von devljem pono. 
popevljem cano im 0. Alt ist davidovlj in v davidovlim mestu 
krell. skoflja ves bischofsdorf. bratovlji. sinovlji. zetovlji dem 
bruder usw. gehörig. Im W. hört maii die sehr jungen form,en gräbje. 
seipje kneipt res. zgubjen. zdravjen. zemja venet. Das epenthetische 
1 ist auf die aslov. fälle beschränkt, daher kravji, aslov. kravij. 
snopje, sibje aus -ije usw.; döglji longior. laglji levior. meklji mollior 
ukr. sind unhistorisch; daneben glibji profundior. 

2. I. P. p fällt vor n aus: kauoti. utonoti. trenoti. utrnoti. 
otrnenje (zubi) habd. okrenoti indurescere. pocenoti conquiniscere. 
oAl(:,enoi\ decerpere: kap. trep. trp usw. sen^ san und senja, sanja: 
si>p. suti, icoher spem^ ist stpti, ivoher sipati, daneben osepnice und 
osipnice blättern, jenes von s^bp, dieses von sypa. prilipniti trans. 
okv., sonst prilepiti. 

Inlautendes pt geht in psti über: tepsti : tep. dolbsti, zebsti : 
dolb, zeb. 

Anlautendes pt weicht entweder dem t: tic, oder dem vt, ge- 
nauer ft : vtic, ftiö dain. kroat. hg. ftica hg.; ptiij peregrinus pot. 
für tuzdb überrascht, uptvati wird upati, viipati, das oft für fremd 
gehalten wird. Für ps und ps spricht der Resianer pc, pö : pcen : 
pbsom'b. pcinica: pbsenica; anderwärts vsenica pesmar. und senica 
ukr.; lepsi lautet in okr. leüs, im venet. lievs; tepka mostbirne lautet 



346 asl. p-consouauteu. 

in okr. tefce. p aus {findet sich in ])i\a: feile, pog-aca: it. focaccia. 
stepanja vas Steiiiliansdorf usw. 

Es ist beobachtet icorden, dass res. p vo7' langem i weich lautet: 
pTse scribit. pilia usw.; eben so pjiü: pilt okr. 

3. IL B. b fällt vor n aus: og-renoti. ganoti, genoti; og-noti 
se vitare: vsa sila se mii ngane. poginoti: greb. gtb. gyb. bn geht 
im görz. in mn über: dromue (ticice). dromenca für drobnica. 

Auslautendes b wird in okr. f : bof, sg. gen. boba. zöf, sg. gen. 
zöba. baf pZ. gen.: babx. g-owöf, sg. gen. g-owöba, columba. järef: 
jarebt. hrif collis. jästrof: jastrebb. skrf cura. skrf, pZ. gen. von 
skrba. weif gewölbe. k rf to pride wewi er dies verliert, eig. wenn 
er um dies kömmt: r eingeschaltet. Sonst wird b im auslaute tonlos: 
bop bohne. döp: dabi. jörop: jarebb. slap: slabi.. 

bt lüird ft^ pt iu droftiiuij im O. droptina; dagegen zebsti. 

Nach h fällt v aus: obel ru7id rlb. obaliti fallen lassen kroat.: 
b. vali umicerfen. obarovati. obeseliti trüb, obesiti; obisnoti hangen 
bleiben hg. obleci; oblak. obecati. obrnoti ; obrteu agills habd.: vergl. 
obrtan hulustrius verant. obujek ukr. für obojek. razbesiti für raz- 
obesiti. obezati : ovezati ve^iet. üblast /. obod einfassung des slebes 
rib.: daneben obviti kroat. buq. 

bc, bc wird pc, pö oder fc, fc: zrebca im 0., zebec, zefca. 
bafca, sonst babica iceibchen, r. saiiika. hleb'bC; pl. n. hlefce. hrifctk, 
sonst hribcek. aslov. b^cela ist cmela im 0. und görz. 

Neben drobelj hört man okr. dromelj stück brot. 

h wird iceich vor langem i: vybira eliglt. blli albus, dagegen 
bila, aslov. byla. 

In aus dem deutschen entlehnten worten steht b dem f gegen- 
über', baklja teda belost, bai't: ono bart, eu bart: mhd. ein fart. 
basati fassen, bazolj neben fazolj. l)iriiiati, benuati firmen, briiina 
pietas ; bruincu: ahd. frum. Ijresa in ziva bresa donnerstag vor 
faschlng, auch debeli cotrtek, ist das d. fresse, sublja schaufei vip. 
blek trüb. lex. fleck; hlek, lit. blekas, jetzt plekas, ein stück gekröse. 
bieten und fleten: mhd. vlät Sauberkeit; vlcetic sauber, bog-ati, vol- 
gati: vase starise volgajte buq. hrst frist. brvezen verwegen, brve- 
gajj vrbegaj se me görz. stabla Staffel dalm. bdvtara (hlaöe na 
bävtaro) soll nhd. falltor sein. ]iiluii firmllng im verhältniss zum 
paten ukr. hängt mit filius zusammen. Aas luft wird luht, aus afel asla 
geschwür ukr. ; dunkel ist barati interrogare. Slav. h wird oft durch 
deutsches f ersetzt: fela bela on. fellach v brlali on. feist rlz bistrica 
on. fehles on. entspjricht dem slov. bled. förlach Ijorovlje on. lauffen 



v; vi. vt usw. 347 

lubno an. sdifniz /ubnica on. tveß^tn trcbno on. ßitsclt lieisst bovc, 
bolc on., iirsjrr. vieUeichf blc. Ijesek vogelleim karst. tut it. vischio. 

Hie und da spricht man h für v: bino für viuo. Vergl. be- 
uetki Venedig; fom. ivird b und v verwechselt: basti, vasti, sonst 
bosti. hiidobi lautet hadau. 

4. 111. V. Im 0. gibt es nur ein v: im W. unterscheidet man v 
und das dem engl, iv nahe kommende w. Im res. steht jenes meist 
vor altem g, e, i, dieses meist vor altem a, o, n: velek, clövick, 
kravi und nawada, wöda, skriwa usw. Man hört meist wezat: 
vezati. wzet sumere. wlazuo. kraw p/. gen. 

In vielen fällen schwindet anlautendes v: bostvo aus vbostvo: 
ubozbstvo. ladati. lakno: vlaküo. las: vkis-L. lab: vhihi). torek. 
dovica hg., sonst vdovica. z, uz für vizt: zide oritur. z<lehrie 
kroat. zbiiditi. sbajati. zdihati^ hei Truher noch vshajati, vzdihati. 
uzdig-nt okr.: vBzdvignati. zrok causa im 0. ncja res.: yKcija. 
ze aus vze. Lat neben vlat ähre im 0.; se, sak ukr.: vtse, vbsaki.. 
Inlautendes v schwindet in si'ab. si'aka aus syrabi.. svraka. skrnoba 
krell. öetrti. crljeu im 0. varcica restis venet.: vri.vb. vesoljeii^ 
vusulni (svet): vbSb voIldt.; vus voleu skal. hhinik res. lautet 
sonst glavnik kämm. 

vt loird ft: fteöi. v vor den ^-consonanten wird im W. b: 
h petek. b breg-. hbiti aus vbiti, ubiti, h vodi. h mak. bmreti 
aus vmreti, umreti. bmazanka. nehmiven: aslov. neum'Lvent. v 
bisi gellt in lisi über. Dem vT>bazdati entspricht fsajati ukr. Audi 
kroat. geht v oft in b über: hmrli aus vinrli: umi'T>li. bmoriti aus 
vmoviti. hinivlem lavo: umyvaja. b moje ndadosti usw. Aus vböera 
icird ukr. föeraj; sceraj, scerauji. 

VC, VC gehen in fc, fc oder in pc^ pc über: vi'fca, minder 
genau vrbca, kroat. : vi"i>vb. öpca res., sonst ofca, ovca. fcera, vcera — 
pcera res., demnach pse res. für fse, vse. uf srldo res. f sredo, 
V sredo. ouptär res. aus ovtär, sonst oltar neben ta u fsakin kxitse : 
VB vLsakomt lete res.; dagegen bleibt v vor tönenden consonanten: 
vze], vze; 7iur res. bzel, bze. Aus vn wird mn: ramno res., sonst 
ravno. nmna res., sonst ovna. 

Auslautendes v, im 0. meist deutlich icie v, f ausgesprochen, 
pflegt im W. in u, ü überzugehen: brau: bravi. res. bliü: blevi. res. 
njiü: nivTi res. carstu, kraljn venet., sonst crstev, kraljov, kraljev. 
noü: novT. okr. mobtu, zetu messis lautet im 0. molitev, zetev, 
zetva. pou okr.: povej. svcker /. kroat. hat das auslautende v ein- 
gebüsst. crv des 0. wird im W. cer-u, sg. gen. crwa, d. i. wohl 



o4:8 nsl. k-consonanten. 

cr-u (ziceisilhig) . cvrl (cvr-o)-cru okr. Man füge hinzu Iva — jiuja res. 
DJegöüga okr.: njegoveg-a; ehenso präüt: praviti und cudetT>: cve- 
teti fiorere. iiö in temuö ist icoM vec; eben so in samuc trüb.: 
temt veste. simb [nsl. icohl sem) veste. 

Weiches y IC ard beobachtet vor i und I: videt videre. vir fons: 
vii'i'. mii" murus. misa missa. miso: meso. liiiliko: mek^bko res. 

5. IV. M. mr icird inlautend durch mbr ersetzt: kambra görz.; 
im anlaute besteht bravljinee neben mravljinec. mn icird bn: gubno 
neben gumno. spobnati se görz. für spomniti se. ml : g'ümlo neben 
gümno hg. sumljiti se kroat. mle, inlaä, mlü res. aslov. mene, 
iiibne, *mtua, mbuoja. mlajii, mlsela res.: mtnel'L; mtnela. mletci 
«/iT. aus benetci, bnetci, muetci. vn: s plavnom g-oreti ukr. la- 
kovnik 2^ot. neben lakomnovati trüb, vnozina kroat. zapöni si merke 
dir's dain. opouni skal.: iriLni. 

Auslautendes m iceicht in vielen gegenden dem u: vüzen, sg. 
gen. vüzma hg. iman, znan, siau görz. Als regel gilt dies im res.: 
din dico. jin edo. vin scio. hren eo. zi wsin tin cum omni hoc. 
venet. ist in eis usio. Man merke se no ta kroat.: sonst sem no ta. 
dieiian: delaja. smin audeo gail. md, mk wird nd, nk: vendai'; 
zuanda ukr. zaiika, zaujka neben zamka laqueus; pocmem kroat. 
steht für pocBna. in fällt aus in niski res. für neniski: nemb- 
cbsk'L. Für aslov. krevati wird okr. okreniati convalescere gesprochen. 

Weiches m: miso: meso. riiita: meta. 

6. V. F. Die f enthaltenden worte sind meist fremd: britof: ahd. 
frlthof. fant bursche. fantiti sc. fleten neben bieten hübscli. fazolj nebe^i 
bazolj. flare pl. f. elephantia lex.: nhd. blarre, fiarre. ofer Inwohner 
ist d. hofer: daneben besteht g-ostac, g-ostovavec, g'ostij, osebenek 
^ind zeljar. saft testament dalm. ist d.; dasselbe gilt wohl von sat'ti, 
sahti schwerlich karst. usw. fraöa, freca hg. neben praöa ist aslov. 
prasta. ufati, wofür auch upati, ist aslov. upi-vati. zafalin res..* za- 
hvalja. kämt, droftina lautet anderwärts droptina^ das drobtina 
geschrieben wird, teföe okr. art birne entspricht dem tcpka mostbirne. 
Auch sonst tritt der laut f oft auf: f izo statt v hizo. kozuf res. 
ist sonst kozuh. Man hört skroHti für skropiti. 

D. Die k-coiisoiianteii. 

1. Im 0. des Sprachgebietes iceicht aslov. h dem, deutschen h; das 
gleiche geschieht im W.; während in der mitte zwischen beiden zonen 
das deutsche ,haben' wie ,chaben' gesprochen icird. 



g: kt, pt. 349 

2. In liesia icird in ßCda (fS. Giorgio) g, sonst h, gehört : lia- 
njan : * g-anjam. bora : g-ora. hrah und rah: grab, bärlo: grkj. ja- 
hudica. mabbi: meg-la. njaba: njog-a usw.; im venet.: hnha, ohoedit. 
dubo lang. bora. bost : g-ozd. ba cum. teha : tega usw. ; im görz. 
biib : bog-, bora. bram eo. brd. brini. potabuem neben g-ram. grd. 
grini. potag-nem usw.; tom. glab : glog; in okr, im auslaut: bob. 
brib : breg-. brwog : brlog. sneb, sg. gen. sngä usw. ; hg. lioröiceu 
matth. 13. 31. stammt aus dem slovak. 

3. Das zum b geschwächte g und b (y) schwindet im res. nach 
und nach vollends : boät, bat, bobät. natabuwat aufziehen (die idir), 
natai'uvat. driizaa, druzaba. pr-aja, präja, prbaja usw. Auch sonst 

findet man diese erscheinung: antfele jpesmar. 49: alid. hantdwella. 
nja, njeg-a. iz vsa tega. pomajte; in Ungern schwindet h für aslov. 
Y : leb: blebi^. svoji, svojib ; manchmahl tritt j für g- ein: nojet, 
uobet. zvejzdaj. krajinaj. Im kroat.-slov. schreibt man falsch pljucb, 
vi'atb pZ. gen. 

4. kt, gt (bt kömmt nicht vor) gehen wie tj 1. in c über : reci. 
seci inf, sec sup. : jenes siic-L, dieses sjic okr. peci. leci inf., leö 
siq).: kadar gres lec res. 411. je sei laö görz.: aslov. leg-, leg-a. 
pobeci kroat. bei filia steier. ; ci hg. pec saxum : pektt. loöika lac- 
tuca. strec (g-remo oceta strec) ist icohl suinnum. Neubildungen 
sind mocti. recti. vlecti dain. zavrzti hg. 

kt, g-t lüird 2. durch , c ersetzt, jedoch nur im äussersten W. : 
ricit dicere aus reci. ublic induere. pecet assare aus peci. iistric 
tondere; ustrec: -stristi, serb. strici. nüc nox. müc multum: mostt. 
bei, sei : d-Lsti. psec saxum res. iiioc i^osse. vriec iacere. pec. rec. 
vtec fugere. niioc nox venet. bei karst. 

Für kt, g-t tritt 3. k ein: den Übergang bildet tj : moki. po- 
moki fris. Eben so res. snüka, snükaj, sonst snoci, 67. 73. 

kt geht 4. in c über: nocöj, nieöj, ncöj in der heutigen nacht. 
steri hg. ist kteri : ki.toryj. In jetika hectica ist k vor t aus- 
gefallen. 

5. Vor den im vorderen gaumen gesprochenen vocalen gehen k, g-, 
b in ö, z, s oder — und dieser Übergang ist jünger — in c, 
z, s über. 

6. I. Vor i: k, g, b gehen vor i a) in c, z, s über im pl. nom. 
der t (a) - declination : otroci ; iitruci res. otroc' venet. otrocx okr. 
druzi res. örsesi res. Li der 2. 3. sg. des impt der verba I: po- 
mozi kroat. vrzi, vrzi hg. peci : peci. okr. teei : taci curre res. 
tolci : töcT. okr. vrzi : vrzx icirf okr. Jung sind die formen ströci. 



350 nsl. k-oonsoDanten. 

schoten für -ci. g"Lsi für glusi. ttsi für tisi okr. u wsG^tb g-oräh 
okr.; brsce, mtsce, swasci., swäsceg-a okr. lauten sonst brhki, 
mehki, sladki, sladkega. Dadurch, dass i an die stelle anderer 
laute getreten, sind die c, z, s häufiger geworden : ubouzih venet. : 
ubogyiht. z dolzimi peresi lex. : dl'Lg'yimi. vbozim : ubogyiim. ; 
mirzcih fris, ist mn>z'i.kyhi> zu lesen. Man merke cidatii iacere. 
eihat-L sternutare. cij hacidum. cisii acidus. öita für kydati, ky- 
hati. kyj usic. im^sir vesica, sonst meher : mehyrt. cikla ist kittel. 
So ist auch sTbcira: sekyra, zu erklären, druzg-a ans druziga : dru- 
gaago. parnaziga te slejcejo resn. 437: nagaago. buozeha venet.: 
ubogaago. veliceha venet. : velikaago : man meint, mit iinrechtj 
hier könne nur iga stehen. Man merke druj für drugi. dije für 
druge. seje für sege. naj'Lga für nagega usw. okr. h) c, z, s : 
otrocji: -cbj. vrazji. tezji gravior. musji muscarum. pecina hrennen 
der brandwunde. rocica. tancica j>o/. nozica. korosica, im görz. 
korohuja : -hynja. Danehen prorokica hg. srakica hg. res. neben 
sracica, srajca. vlaciti. sluziti. susiti usw.- preci schnell, ziemlich ist 
wohl pol. przecie aus przed sie, c. pfed se_, slovak. preci : die be- 
deutung ist : vor sich, vorwärts, schnell, ziemlich. 

7. II. Vor G a) c, %, s : oblecete kroat. pomozi ravn. ; hie und 
da noch in der declination: tu pötocse. ton terzlh: tvhzehi,. na 
warsse: vrise res. loc. sg.: potoce. praze. roce. trebuse. loc. pl. 
otruoceh. rozieh. venet. : aslov. protoce. usw. brozer heil görz. : 
vergl. blaze. na röct. u möci. im mehle okr. v röci pesmar. Jung 
sind na strest: na strese und na rojeh okr.: na rozeh'i.. b) c, z, §: 
teöaj. sezaj habd. stezaj. lisaj. vrsaj häufe ausgedroschenen getreides 
karst. mozdzani, mozgani. brezanka wein von breg. kricati. prh- 
cati mürbe icerden : prhek. tezcati : tezca mi se es beliebt nicht 
idxr. (hzati. mezati die äugen geschlossen halten vip. zbetezati er- 
kranken, slisati, sr?ati hispidum esse. Ungewöhnlich diseti. oghi- 
seti. pecsahu: pecaha /?'is. Man beachte öadit res. 47 für kaditi. 
(^adez dunst steier. cada schwarze kuh rib. öavka neben kavka. 

8. III. Vor h: a) c, z, s: rec. laz. mis. proö. z oberouö hg. lecka 
laqueus : lek. ostroznica ai't bromheere : <S. ostruzina. precnica 
kopfkissen görz. druzba. postrezba. strosek. kecka capilli: ki.ka. 
preöka obstacidum habd. röcka handkrug. vsakojacki kroat, : -ötsk^. 
skrzat cicada karst. svedoöanstvo kroat.: aslov. si>vedocLstvo. uSab- 
Tioti sich biegen krell.: si>b, das mit siba verwandt, piclo knapp 
liiiiKjf vohl mit pik in ])ikiij;i zusammen, b) e, z, s: venec. junec. 
knez. peuez usw.: h für jh. nabozec ist fremd. 



kjc, fr,\p. lijp. .'>;)1 

9. IV. Vor e: teces, vrzes und das junge tecem, vrzem. zenem 
(gnati). ocesa, jizesa, usesa, S(/. nom. oko, jigo, uho 5. seile 142. 
hose fj'is.: boze. bese Jcroat. molzAse midgehat res. In fremdworten: 
ceber und keber h'ifer. öetna wid ketna kette, ceüdar keller okr. 
porc'cheii chor in der kirche: emporkirche. creda und clen beruhen 
auf cerda und celii'h aus kerda und kelui. : num beachte jedoch 
krepa ubit lonec fom.; neben krepa Schneeball hört man im SW. 
kepa, cepa tom.; die regel tritt auch in keliti (pri-, s-) anleimen 
hg. nicht ein. 

10. V. Vor e: c, z, s: aor. uzliubise. uzneuauvidesse. bese/Ws. 
d. i. uzljubisc usw., aslov. vxzljubise. preg-ovorise kroat. volce. 
sraöe, mlada sraka ukr. druze, siromase: aslov. e aus ent. In dem 
sg. gen. pl. acc. nom. röke entspricht e aslov. e: *rake. Vergl. seite 
308. und 2. seite 190. In fris. liest man j und e : grechi : g-rechy. 
crovvi : ki'ovy, obeti: obety. szlaimi: slavy. vueki, vueki : veky 
und g;reche. g-resnike. te pZ. acc. m. zlodeine sg. gen. f. d. i *g-rehe. 
* g-restnike. *te. * z-Llodejne. Ganz jung sind formen, icie roce sg. 
(jen. okr. roce pl. acc. pesmar. böse pidicis sg. gen. rjüse pl. nom. 
orese pl. acc. velice ribe magni pisces. brsöe, mtäce für brlike, 
mehke okr. 

11. VI. Forje: vince. solnce. srdce. Dagege7i lazete mentimini. 
pi'emace hitmectat. pretace fundit kroat. von lagati. premakati. pve- 
takati aus -g^jete usw. ce ubi okr., sonst kje, aus kxde. vrazje. de- 
acke, eig. diaconi, pl. nom. beruht auf deakje; dasselbe gilt von 
junacke. vucke lupi hg.; von volce resn. 435 und von ucje okr. 
volcje krell. skal. vucje venet., formen die es wahrscheinlich machen, 
dass das je derselben wie das von ribiöje hg. mit dem ije der 
{-Stämme identisch ist. Alter sind die comparative loie draze aus -ije. 

12. VII. Vor ja: meca brotkrume. mjeca icade okr. snasa 
kroat. prica (daneben pritka veranlassung rib.). töca. niiza schliessen 
der äugen, reza türlucke: reg-, straza. dusa. suSa: dagegen babica^ 
ovbca, steza usw. Man beachte die verba iterativa : klecati wanken 
nkr. klecanje fiexio lex. poklecati, poklecuvati resn. 396 neben po- 
klekati. klicati. lecati desiderare hg. nalecati se timere habd. uale- 
cati se pogibeli obiicere se periculo habd. mecati so : hruske se 
mecajo icerden durch liegen lassen weich, urspr. wohl nicht reflexiv: 
nieknati. mancati affricare lex. micati priy. 243. mucati balbutire 
kroat. naprezati : kocijo mi naprezajte pesmar. vprezati. prezati 
se aufspringen: g-rah se preza dain. soöivje pre^a legumina erum- 
punf le.j-. pueati : pncaju j)eöine kroat. obsezati. tancati : ne- 

23 



OÖ2 nsl. k-consonantcn. 

stancan inattenuatus lex. natezati : natezavati anspannen hroat. 
jyastir. 18. 20. trzati : trzaj ruft man den scliweinen hei der weide 
zu ukr. rizavica Sodbrennen : ryg-. izlagati ist izlog-(i)ati , eiiie 
form, die in jene zeit reicht, ico die gruppe ki noch möglich icar : 
zu dieser annähme berechtigt das axiom, dass eine s. g. paJatale 
ajfection, einmahl eingetreten, nicht wieder schwindet. 

13. Beachtenswert sind ZV eh o\j, zcbclj nagel: alid. gr eb il. glotn, 
neben dem zlota vorkommen soll, spuzva spongia kroat. ozuliti se 
neben og-nliti se Schwielen bekommen vi-p., sonst nur ziilj. mecljäti 
(s kirn) zart iimgehen okr. jecljati: mek. jek. cvrkutati. 

14. k lüird im res. vor i weich: kiri: koteryj. sikira: sekyra. g", 
s. ty, ist magy. gy und aus dem mag//, aufgenommen : an^el, ang"eo. 
eg^iptom. evaug^eliom hg. g'iDg-av schwächlich : magy. gyenge : in 
Steiermark hört man ging-av. 

15. k n geht in h n iiher: h uogam okr. kt aus kit weicht 
mehreren lauten: dem k: keri steier. okr., aslov. koteryj. kiri res.; 
dem c: ceri gailt: koterj'j ; dem ht: nehteri skrab. 27. läliat, dwa 
lähta res.: lak'Ltt ; dem st: äteri neben Ivoteri hg. za nesterni den 
steier. sto quis; aslov. k'tto. Man füge hinzu nihöe. uis6i nemo 
res. nisce trüb, und im. 0. nise. nihcer steier. nicirji ukr. nisir 
kämt, aus uik^^to, nik'i>toze. nister ist nicLtoze. Doch hliktati, 
liliköeni schluchzen kroat. dare quando relat. steier. lautet so7ist 
kT.dar : ktdaze. kvi lüird kli in cerklt, sonst cerkvi. k m wird 
h m : limet rusticus görz. h masi. ad missam. km wird b : botr : 
kT,motr73. k k wird li k: li komu ad quem, h kristiisii renet. 
niTDliko okr. liilliko res.: mekT.ko. zuliko bitter: zuhko je plakala 
kroat.: vergl. zl'i,k in zltci. ; daneben t koniu: kt komu und d 
g'ospodi : k'i. gospodi ukr. kc wird hc : onieheati pot. gn erhält 
sich: agnec hg.; es geht in nj «ier ; janjccc kroat. janjc res.; ähn- 
lich ist anjul angelus res. gt wird ht iii drhtati, drliceni kroat. aus 
(h-gotati steier. Vergl. lahat, lahta res. laliti. laket, lakta steier. 
nohet, nohta. zauohtnica paronychia habd. gk wird hk: lehko 
steier. lagak; wöhka okr. zehtati jucken ukr. beruht auf *zLg-T.tati, 
woraus zehta mc und zascc nie es juckt mich, g ist ein Vorschlag, 
dem j vergleichbar: g-iijzda /?»* uzda. göz. gözva. g-uzvati (listeke) 
zerreiben. Vergl. auch aslov. gnctiti mit nsl. nctiti. |;oZ. ginatwac 
neben niatwar. guczdo, pcg^am bohemus lex. Neben zagojzda wird 
zaglozda gesprochen : gvozd-. ht wirft im anlaut h ab : tajl, taiü ; 
tielio rolebant res'.: hi>teh., lri,telia. teu voluit, tiel' voluerunt. tiet 
velle venet. Im <>. geht ht in st iüyer: stel kroat. steo hg. scem hg. 



c, z, s in c, z, s. 



353 



ist hista. «te in kakste (jiiomodocunque ist wohl htätetii. hv loircl 
hie tind da f: zafaliu danke res. fraska reisig: hvraska. hki icird 
söi : brsce^ sonst brhki. Anlautendem silhehildendem r icird oft h 
vorgeschoben : lirvati raufen kroat. hrzati. hrz. 

16. h ist aus s hervorgegangen : iipehati se resn. 404: pest beruht 
auf peh-, dieses auf pes-. sieherni jeder stützt sich auf sled-s-: sieden 
dan jeder tag. zeliati 5 zehnuti 2^2?. 73. udrihati fortiter ^Jerctt^ere. 
sopihati anhelare : vergl. aslov. kopysati avopÜGasiv, tovarh hört man 
neben tovaris ; peliha neben pelisa rötlicher fleck auf den wangen ; öe- 
hati bei. poöehljati met. neben öesati^ öesrati ; ocehati neben oöesati 
habd.; cesiilja; cehulja racemus. Kleinaklas on., nsl. malo naklo^ 
erinnert durch sein s an einen 2^1- loc. naklasi., nakljaneh^ S. seite 16. 
f für \\ findet sich im W.: koziif res. für kozuh; umgekehrt herjeD 
für llorian; hlanca, pot., aus flanca, irßanze; hrisno für frisuo görz. 

E. Die c-consonanten. 

/. c geht in jenen fällen in c über, in denen k diese loandlung 
erleidet: diyicji. grebenciti rüm2)fen (nos) okr. lisicji (lisiöja duha 
odor vul2ns 2>i'ic. 148). psiöiti bedrücken okr.: *pbsica. ualicje lein- 
icand zum bedecken des gesichtes und der brüst einer leiche rib. 
recji anatum: reca. resnicen. tkalcji textorius lex. oblicaj. srcen. 
ovcar. bicje scirims: bic, mhd. binz. mrzlicen fieberhaft, scati, scim. 
niesece sg. voc. kroat. 

2. Dieselbe regel wie für die Wandlung des c in c gilt für den 
Übergang des jungen z in z, icähvend vorslavisches z nur vor p7'ae- 
jotierten vocalen in z verwandelt wird: knezji, dagegen griza dysen- 

teria: g'i'yz. maza salbe, moiza mulctus. polz aus polzji.. vilaz 
2)esmar. 147 für vigred ver. nalazat finden res.: ualazi. vozen. 
molzase mulgebat res. weicht ab : ml'Bzease. 

3. s geht nur von j^raejotierten vocalen in s über: pasa, daher 
samopasno. nohi traclit. plesem tanze, nosen. ugasati. visiua, das 
auch serb. und als wyzyna po/. vorkömmt, ist iinhistorisch oder 
beruht auf vjse. jesa ist das d. esse, sen in senmaren ist sent 
sanctus. razvezüvati hg. setzt ein -za voraus: veza. 3Iit sala iocus 
vergl. aslov. sjalemb, saleni. 

4. cvreti ist skvreti: criet venet. cerem görz., sonst cvrem, 

5. Für ZV tritt häufig zdr ein: nazdrt zurück: na vizi. ritb. 
uazdra zurück, zdraven skal. görz. und zraven. zdrel imd zrel. 
zdrno. pozdreti görz. und pozreti. mezdra neben mezra und medra 

23* 



o54 nsl. c-eonsonanten. 

memhrana; auch mezda hg.: das icort ist jedocli dunkel, zroü ohr. 
für zdrav und ozravi stajyl. sind befremdend. 

zdn jaVcZ zn: ip v Siznik forincator : daher auch prazen. brezen. 
pozeu': bezdtDa. pozdini). 

ZV tvi7'd hie iind da zg, zli und zu: zgouiti h'irnf. gövz. zhüu, 
zwün res. zuon venet. 

zg-n icird zn : zdruznoti ; zdrüzgnoti hg. 

zs icird s: povesmo hund flachs: vez-smo. 

z vor erweichten consonanfen icird z : gryzljaj hissen, vozuja. 
cez nj jjer eum. z njim »siü. ziz i'iin cum eo res. 14. 

z vor tonlosen consonanten wird, s : mast : maz-tL. maslo : 
maz tlo. poreslo garhenhand: verz-tlo. 

6. sr icird str : pester. postrv. strsen und srsen. strez pridna 
habd.: vergl. srez treibeis. 

stn ivird sn: ocivesuo hg. vrsnik. niasna /«"?■ mastna. mesni 
nkr.: vergl. aslov. zalesno (stenaiiije hom.-mih. 3. 86). Dem gegen- 
über in anderen gegenden: destna röka. destno, destnica truh., 
daher desteu. nepristeu bei Linde: vergl. aslov. kolesttnica lam. 1. 
SO und den flussnamen d. Pästnitz für * pesbuica, pesnica. skn 
icird sn : zablisniti. oprasniti nkr. 

asla, jasla, gleichbedeutend mit drav, ist das d. afel entzündung. 
Für s aus fremdem f werden auch sromeutin zea mais aus formen- 
tone und sulika blasshuhn aus fulica angeführt matz. Slo; ähnlich ist 
scinkoveC; sinkovec fink. Vergl. lat. frenum mit altir. srian Zeit- 
schrift 24. 510. 

s vor erweichten consonanten wird s : cesljati pectere bei. po- 
Kljem : posT>lja. preniisljati (zdaj ne bova premisljala volksl.). pros- 
uja. brusnja. osljak art distel rib. tesnjak gedränge ukr. davcönji 
von heute früh, drevesuji der heute abends sein wird ukr. ütraSnji 
hg. starosljiv ältlich ukr.: starostb. Man merke ti'eslika fieber 
steier. : tres. odneseu hg. ist unhistorisch. 

sloboda beruht auf einem th. svob'i.. 

sl wird in manchen Worten durch k getrennt : sklez nehen siez, 
sklizck hg. sklizati se kroat., sonst auch slizek. skuza aus skolza, 
sklza; skuziti se hg. sklezcna 7ieben slezena. Man beachte hiebei 
die form sclaua für slava in personennamen. Vergl. skrobot und 
srobot, srebot, srabot clematis vitalba. stl wird sl : eislo. g-osli. 
jasli. preslica usw. uns cistlo, cittlo usw. 

svr icii'd sr: srab, sraka: svi'abi, svraka. süva besteht neben 
sv()ra. srep : srepa iuu straSua iiinoziea skal. 



stb. St. zd. 355 

Weiclieti s Iixt man beobachtet ui scd'MU. scwu okr.: sedinb. 
selo. sbsk ivird im IT. sk: uebeski. Dialektisch ist VLzdijslö /«r 
vzeslo in Lasce Levec 4 : vergl. isttd'tse Seite 281. 

st wechselt mit sk: drist Uenteria lex. dristav: dristov /or/o/u« 
lex. neben drislcji metl. drsklivke und drstlivkc ja^-ode mandra- 
(jora lex. 

7. st fjeht vor jyraejotievten voccden in sc aus sc übey: gösca 
silca: g-ast-L. guscava kroat. prg-isca manipulus habd., prg-isce h(j., 
pr-isce okv., prisce n. ravn. 1.88: griistt. hrösc: iv. lir§st. tasca. 
cesceu : chsti. krscen. ociscen tnd). zrasceii hg.: rasti für rast, 
okrscavati h<j. krsceiiik tnd). mascevati, mescevati: iiiLSti, nibsta. 
oprascati kroat. ispricesöati das abendmahl reichen kroat.: öesti. 
nazvesöavati kroat. krscauski. esce hrj., isöe, jesce kroat. adhuc. 
Unhistorisch ist koscica : kostL. g'osci comparat. ukr. jisc vielfrass 
rib. vesca hexe, nalas pot. für navlasc: *jestL. vestb. vlastb. nii- 
loöca hj., obradosca bendien auf milostb. radostb vergl. 2. seite 173. 
scap hg. ist d. stob. In einem, grossen teile des sj)rachgebietes loird 
sc durch s ersetzt, das in okr. schärfer als das s für aslov. s lautet: 
gösa. tasa. cesen. krsenik. se adhuc usw.: okr. kennt, abgesehen von 
ganz jungen formen wie blesc kraj für bledski kraj, na korosöxm 
für ua koroskemj sc nur in söim. Im venet. bleibt st: pustien: 
doch obrascen oieben rasem cresco. Im res. geht st in sc über, weil 
sich t in c verwandelt: ciscen castriert. osce dickicht: gasta. pii- 
scen. jisce adhuc. Li krisken fris. tritt k für kj, tj ein. Vor ije 
erhält sich st: listje usw.; eben so in krstjan. 

8. zd enthalten folgende icorte: pobrazdati beschmutzen, (po luzi) 
brozgati neben brozdati. brzda, barzda und bnizda; obruzdati in- 
frenare lex.: lit. brizgilas. drozd nel)en drozg: dnisk, sg. gen. druzg'a, 
res. gnezdo. grozd. gozd : host silva venet., hozda sg. gen. venet. 
gizda. jezditi. mczda. pizda. pezdeti. pozdo : pozdo res. pazdiha 
lex., pazduba meg., pazuha habd.: lett. duse, paduse: vergl. aslov. 
paznog'btb: daraus folgt das dasein einer praeposition paz; duha 
scheint mit aind. dös brachiuni verwandt, zruzditi und zruziti (ku- 
ruzii) p>7'ic. S7. vezda jetzt kroat. ist vc und sxda. stezda und 
steza. zvezda. zlezda und zleza. aslov. dxzdb lautet des, deza; 
das, daza; dezja pesmar., dezdz hg. dezgja kroat.: i^] für serb. tj. 

fK stb wird zb : izba ; daneben res. jispa. sv ivird cv in cikla 
beta aus cvikla. skn wird sn: tesen. prasnoti. stisnoti, sblesnoti 
se effulgere hg. pljusuuti alapam inftigere kroat.; dagegen lusknit'. 
plusknit'. stisknit' venet. skvr wird cvr: cvrcti. 



356 nsl. c-consonanten. 

10. sk geht in sc über vor vocalen, vor denen k in c verwandelt 
wird: scep holzspan rib. neben cep germen lex. surcidus insertus, 
tritula liabd. iscem: iskjem. lescati ///, fulgere. piscec pfeif er 
trüb, pisce huh^i : pZ. piscenci : pisk. primsöiua, katera po smrti 
te zlahte gospodu domov pade lex. kiscina putamen squama neben 
luskina gluma lex. slovenscina. rimscice ein Sternbild: riniLskij. 
dolinsöak: dolintski.. vojscak: * vojskT». vosc^nka wacliskerze: 
voskt. oprisc ausschlug: pryStt. söeg-etati, zgetati, zehtati kitzeln: 
sktk^tati : vergl. das abweichende c. cektati. scmiti^ cmiti brennen 
(nach einem schlage): klr. skeraity zwicken vercli. 63. tasc ieiunus 
venet. tesö. vösciti icünsclien : ahd. wunskjan. vriscem, vriskati venet. 
vrescati, vriscati ukr. prebivalisce. vulisce kroat. kravsce aus kra- 
visce. In der mittleren zone steht h für Sc: dieläina neben erbsina 
erbe von dielsk-, erbsk-. jisem quaero. wanise leinfeld. wädise 
landungsplatz. jerse agnus annotinus lex. pisaü : pistalt. okr. hört 
man für sc ei^i eigenthilmliches schärferes s, das Metelko durch einen 
besonderen buchstaben bezeichnet. Im res. steht auch hier sc für sc : 
scipat. pisce huhn, pl. piscata. piscala. hlevisce. kmcisce on.: la- 
ciste : doch auch jisce quaerit. tiscijo premunt. Befremdend ist der 
on, g-radiska, nsl. gradisce. strasista on. Urkunde von 1002, jetzt 
strazise. Das verhältniss von isko und iste (2. seite 274) tritt auch 
bei duplo loch im bäume rib. und düpje res. ein. Manche sc sind 
dunkel: söet cardus, bürste karst. söetalje tribidi, hg. cetalje. scuka 
hecht. scene i^ib. scipati usw. postedisi fris, entspricht aslov. post§- 
disi. Neben söit hört man skit, ski^t ; hieben sörba, sörbina - skrba, 
skrbina. Dem scati liegt sbceti, w. sbk, zu gründe, ske loird ste : 
stenj docht vip., te : teiija, se : senca. skegen hg.^ skeden beridit 
auf ahd. skugln. 

11. z^ findet sich in folgenden icorten: bezgavka, bizgavka drüse 
steier.: bizgavke okoli srama na dimlah bubo lex. bezg sambucus: 
serb. bazg', po?. bez^ sg. gen. bzu : * b'Lzg'L, lit. bezdas. zbrignoti 
amarum fieri hg. vergl. mit aslov. obrezgnati acescere. bijuzga 
schmelzen des schnees auf den Strassen rib. drazg in drazdziti irri- 
tare hg., v:ofür auch draziti^ fenmers drastiti, drasciti hg. : c. draz- 
diti, pol. draznic. drozga kot. drozgati zerknüllen ukr. drozg in 
dro^dze hg. ukr., drozje okr.: lit. drage liefe, pr. dragios. druzgati, 
zdruznoti zerdrücken, nagen: konj po koritu di-uzga okr. mezg 
midus. mozg cerebrum; mozdzani kroat. iiiozgani. inozgaj stück- 
schlägel der wagner; mei^dzec pertica contundendis uvis ukr.; zmoz- 
dziti conquassare hg. gnjezdziti comprimere ukr. : serb. gmezditi 



er, 2r. 357 

depsere neben mezdenik pah. nilczg'a kot nkr. muzga palus meg. hg. 
linius lex. meg. ; auch haiunsaft. inuzgeno jezero lex., miiza paliui 
steter., inuzgalo res., muzdza, muzclzina, muza sumpf, biser muzgjii 
1. sg. praes. Plohl 3. öö. uanizj^ati tclrd neben nanizati angeführt. 
i'azgotati hinnire. roz,i>a, davon i'ozdze hg. und, rozje. zvizg-ati, 
zvizgati undj zvizdati. Aus dem angeführten ergibt sich, dass zg 
vor praejntlerteu vocalen in zdz übergeht: rozdzjc im 0. von rozg'a. 
Dabei tritt dz für dj ein, so icie t&, d. i. c, für tj in tasca, beides 
jedoch nur vor ursprünglicher praejotation. Für zdz hört man sonst 
zj: rozje, in res. zgj : zvizgje d.i. zvizt^e, Vergl. Lrezdzati schreien 
ukr. zd für zg: brezdeti, brezeti illucescere: brezdi;, brezi nkr. 
zg für sk: Ijuzg'ati schälen ukr. 

F. Die c - coiisoiiaiiten. 

/. Viele von den (i-consonanten finden sich in entlehnten icorten: 
c: bec denarius: it. bezzi. cavel, sg. gen. cavla, nagel: vergl. it. 
chiavo, nicht caviglia. pecati se occupari habd. : iie peöaj v me metl. : 
it. impacciare. Einheimisch ist cada schwarze kuli zakajena, dimasta 
krava, das mit kaditi zusammenhängt, z: deza kübel: vergl. nhd. 
döse, fiizina: it. fucina. jag-rez Sakristei ukr. klovze abschluss: it. 
chiuso. pizem moschus lex. roza: nhd. rose, vaza rasen: ahd. ivaso. 
zag'red, im O. auch zagreb, sacristei. zakelj : nhd. sack, zatloka 
soll schlachthacke sein, zehtar : ahd. sehtari. zelar, zeljar : vergl. 
mhd. sidelen; matz. 92 denkt an mhd. gjler mendicus und an ahd. 
giläri aedes. zida seide. zoüd, d. i. zold, krieg: nhd. sold. zrebelj 
nagel: ahd. grebil. zuhati icuchern trüb.: ahd. suoh. zupa suppe. 
zvegla: ahd. swegala. zveplo : got. svibla-, ahd. suefal, auch zeplo. 
Dunkel ist zmulj cyathus, vitrum habd. s : brgese, breguse : it. le 
braghesse dial. sema larve: nhd. Schemen, mhd. scheme. sembilja 
(modra ko sembilja okr.) ist ivohl Sibylle, sent sanctus. skarjep/. ; 
ahd. skära. skrat, skratec, skratelj, p. skrzot: ahd. skrato. scin- 
kovec entspricht dem ahd. finko. sosnjanje susurratio dem aslov. 
hahnanije. skeden : ahd. skugin, scheune. solen hg., solinci : ahd. 
skuoh. stepih Schöpfbrunnen ist bair. stübich packfass. stedor, steder 
wagebalken hängt mit statera zusammen. 

2. Die gruppe er wird nur im 0. gediddet, im NW. schwindet 
r, im SW. ivird e eingeschaltet: ().: creda. erez. erep. eresuja. 
örevelj. örevo. NW. : eida aus ceda. cez. öesnja. cewi.1, ciwT>l. 
ciwa okr. cep 8W.: öereülje vocab. ceries. eeriesnja. cerievelj. 



358 nsl. c-consonanten. 

cerieva venet. cirisnja. ciriüje neben crisnja. criwje res. cerez hört 
man auch in Ungern, ceresev aus creslo in Kraln. eres, cresna. 
creva. örevel rih. zr wird im 0. (jesprochen: zrebe, so auch in 
vih. venet., zdrebe im görz., so7ist zebe, zT>be. zrebelj nagel: zrae- 
baj 7'es., sonst zebelj ; überall zeijav ^nts. Man beachte pozgart- 
nost voracitas venet. seragle ist das d. schrägen. Hieher gehört 
zelödec. 

3. et aus ctt, cet wird ät: stirje: cetyrije. strti: cetvi"i.tyj . 
steti legere: *cLteti, cisti, neben cteti hg. kroat. postenje allg. nister 
(ruh. krell. niliil : niÖLtoze, daher zauistrovati verachten skal. uista 
kroat.: vergl. nizce f vis. 2. 11. Auch in fris. geht ett in st über: 
postete : poeLtete. postenih : poettenyhT> ; selbst im cloz. I. 141 
liest man postentju : pocLteniju. 

4. ötst wird st : vrastvo : vractstvo ; dagegen hg. prorostvo, 
svedostvo. ebsk wird ck: greki: gT'Letski.; daneben cloveski. 
mrtvaski, davon mrtvaseina: disi po mrtvasöini ukr. otroski. 

5. z wird, meist zwischen vocalen, y : ar guia kroat. aus are : 
jeze, nach anderen aze. dardu5-es. ; daze do. dajdai^ dajtedar krizt. 
143. gdare hg., dare steier. : quando relat. kajg-oder. kamogoder 
kroat. nudar icohlan: nu da ze. vendur tarnen: venib daze. znain- 
dar vermutlich krizt. 132. dejder, dedev kroat. doklieder kämt. 
kdor qui relat., kogar, komur. kar quod: ka, kaj. cesir j^ot. cer 
okr. aus kjer: ktde ze; daraus das allgemeine relativum kir, das 
dem fz. que in: l'homme que je lui ai dit entspricht: schon zogr. 
bietet zl für ze : izb. kainor quo relat. lestor tantum ist wahr- 
scheinlich le ST, to ze vergl. Knji^evnik 3. 397. nikar. riigdar nun- 
quam: *ni kx da ze. nigder kroat. past. 16. nikir. nihcer stapl.: 
ni kiito ze. nister; nistar kroat.: ni ei> to ze ; daher neöamuren 
nichtniitz hg. : niöemuze-tnt. nur semel res. : jedtna ze. tere schon 

fris.: teze. toi'cj, ob tore krell. za torej. potler: po tole ze. vre 
rib. kroat.: iize^ djas noch vorkömmt, res. und sonst, vsigdar semper. 
blagor, bloger: blago ze. scer sonst: sice ze. In allen diesen icorten 
geht das z von ze in r über: derselbe Übergang findet sich in dem 
verbum morem, mores : nioga, mozesi. pomore adiuvat. mosete 
(mo^ete) fris. ; damit hängt zusammen morati kroat. muorati venet. 
moramö res.-kat. neborec homo pauper: nebozLCi,. Man hört auch 
renein statt 2eneni, porenem von gnati. Xehen nicoj bietet dain 
nicor. In der mittleren zone hört man uar : narveci maximus 
für naj : najveci im 0. najvinci res. najmre nämlich scheint na ime 
ze zu sein. 



b^ 



D. verhältiiiss der töiiemleii consouutitcu zu den tonlosen. OOJ 

b'. j tritt manchmaJd an vocaliach auslaufende icorte an: kaj, u-nfür 
ka hq. zdaj nunc: zda ////. z incuoj mecum. z notraj. ozdolaj. oz- 
o-oraj ^r«i. U6(f. Li uazä //r/. /s^ j abgefallen, teden icoche lautet im 
0. tjedon. jodrbn'L : jedru. oudin, ji^^cdni, g=edjcrn hfj. Man 
merke auch gecmeu. 



Zweites capitel. 

Den consonanten gemeinsame bestimmungen. 

A. Assimilation. 

Fälle der assimilation sind, ftrgnoti für vtrg--, utrg--. zbela 
für cbela: btcela. sezen res.: seztnb, s. sezauj und, sezanj. izenem 
beruht auf izzenem aus izzenem usw. 

B. Einschaltung- und Vorsetzung von consonanten. 

pestei- : ptstr'B beruht auf pbs in pbsati : vertjl. pisan in der 
gleichen hedeutung. hrzati : aslov. rizati. 

C. Aus- und ab fall von consonanten. 

a) böte aus bödete. neceni, bei trüb, neco, nolo : ne htsta. 
mesen görz. für mecesen pinus larix. va aus dva ist der expouent 
des duals im nom. m. geworden: etiva dva sina mojiva. drugiva. ouiva 
neben njidva; daher auch dvej ladji stojecevi hg. mija nos duo neben 
onedva und oneja steier. vosk beriüit auf vakska Zeitschrift 24. 
500. b) ladati dominari. mö für bömOj bödemo. te für böte, bö- 
dete. topir : speca mis görz. : netopyrt. noraz falx vinacea lex. 
mohor für hermagoras. das, des : dxzdb. 

D. V e r h ä 1 1 n i s s d e i' tönenden consonanten zu den 

tonlosen. 

Dem auslaut kommen nur tonlose consonanten zu: grat, grada. 
sat, sada. bap, baba. golöp, golöba. kris, kriza; daher auch drosk, 
drozga. 



360 nsl. den consouantcn gemeinsame bestimmungen. 



E. Metathese von consonanten. 

btcela : (cbela), cmela, zbela usw. cetver'B : cveteriti Vor- 
spann leisten, dvfcrb: davri, daraus daüri, duri neben dveri 0. izvi- 
rati: wzirati okr. jelent: lajen res. larva: lafra nkr. Hzica: zlica. 
mtzati : zmati, zmeriti. mog-yla : g-omila collis hj. nad'Lhi, : nahod 
schnupfen neben nadiha. ST.ntm'B: somenj görz., senjem 0. topon>: 
potör okr. ubiti : biijti 0., nbujti görz. ukazati : kvazat befehlen 
venet. umyti: mujti O., umujti görz. usw. 



Lautlehre der bulgarischen spräche. 



EESTEE TEIL 
Vocalismus. 



Erstes capitel. 
Die einzelnen vocale. 

A. Die a-vocale. 

I. Erste stufe: e. 
1. A) Ungeschwächtes e. 

Aslov. e ist h. e : pletx : pleta. Unbetontes e lautet wie i : 
teli und tile : tele. Ehen so gellt unbetontes o in u über. 

B) Zn h ^geschwächtes e. 

1. Dem h aus e entspricht b. entweder der halbvocal t (denn 
das b. kennt icie das nsl. nur einen halbvocal) oder e: cent : ctna. 
nap'bn'L intendo. pxs. Eben so stvne dilucescit : w. svit. temnini. 
neben ttmen. tenki neben tanki, das zunächst aus ttnki entsteht. 
Die behauptung, das b. besitze atisser t. noch b, halte ich für un- 
richtig : ttnka soll nach, einigen mit t geschrieben werden, während, 
andere unbedenklich t'Lnka, tanka schreiben. 

2. 1, hat einen mannigfachen Ursprung^ loie bei den einzelnen 
vocalen gezeigt wird. Hier soll das allgemeine beigebracht werden. 



362 tulg. a-vocale. 

asiuc. 'h kann eben so icle asloi'. h h. i. sein: dass h für h im b. 
uralt ist, zeigt der Wechsel von t und h, der im b. viel weiter geht 
als im iKinnonischen slovenisch; ebenso der umstand, dass es b. denk- 
Diähhr gibt, die nur t>, und andere, die nur h anwenden. Der laut 
des 1. ist der seite 20 behandelte dumpfe vocal. Derselbe kann durch 
a ersetzt werden: na sed: aslov. in>, ua. Im ausser sten W. des 
Sprachgebietes tritt dafür o ein: preloga fg-o preloga Todora robine 
ihn 'überlistete usw.): aslov. preli>ga. loza: Itza. sod, sono-t: stut, 
stnii tt. sno'o für snoho : sni^ho sg. voc. ; so auch dobor : dobrt. 
sedomdese : sedmb desett. casa vedornica i)er. spis. 1876. XI. 
XII. 1,59. 160. bide : badett^ auch als aor. angewandt , beruht 
auf btde. 

ö'. Der laut ^ wird, auf verschiedene art bezeichnet: durch 'h: s'Lm 
sum ; von Cankov durch ü: zül: z'^bIt. 5 durch a: vrba per. spis. 
1876. XI. XII. 104; durch a: kamane 148. d. i. kamxne; durch 
& : s^nnsiVi 171. pjas>^k milad. 194. 

4. An dem satze, dass es nur einen halbvocal mit der seite 20 
bestimmten ausspräche gibt, halte ich fest imd erkläre die abweichenden 
ansichten durch die in einzelnen fällen von der Umgebung des lautes 
ausgehenden modißcationen desselben: nach per. S2)is. 1876. XI. XII. 
147 : ä {d. i. !>) se izg-ovaija malko nesto gluho. 148. ä v sreda 
ta na dumi te se izg'ovaija kato sirok i; taka da recem, d^xlbok 
glüh glas. V kraj t ua dumi tc ^Yv-to po nekoga se izg-ovarja 
kato ä. V duina ta h^zAx ta i oste v nekoi duaii 1. se izgovarja 
kato Ä^. 163. tfcpcese : i. se izgovarja kato sirok gluli g'las, 
taki.v glas se cue i na mesto to na ä v korenni te slogove: 
rAvka i pr. 165. mozdu Xx i 'l nema razlika. 



■2. tcrt winl fit, tr'j.t, t/i.rt oder tret. 

A. tert wirdj trt, trxt, t'i.rt. 

1. In den meisten gegenden scheint tr-i.t oder t'j>rt gesprochen zu 
werden, daneben besteht trt: })r'i>vi und p^rvi. bHln» und b'^lln.. 
Ich schreibe die erstere form : briido. criiöe pipio. cr'Lven ruber. 
eri.vij vermis. cri>n niger. cr-i.pe pofnm praebeo. dh.bi. scalpo. dn,g'la 
cpiae scabit. g-l'Lc clamnr : nsl. golcati. gr'i,lo. hl'i.caiu singulfo. 
hl'i.zgani labor. kla.k^i. femur : nsl. kolk, kpj.cani tundo. pl'i.li : nsl. 
polh. prj.liuL siccor. sl'i.b^. scala aus stl-. isnir'Lcani e.vsugo. sr'ibam 
sorbeo. nastr^ve se assuefio (wohl nur von wilden tieren) : vergl. 



trt, trit, lirt aus tort. 3G3 

aslov. stn.vo. isirtkam ahsfergo: v:. tcr. vhifij : aslov. vli.lu'^. 
vrT.lri> tr'ituvo. yrtkolak vampir : aslov. vh.kodlakij icerwolf. vn>ze 
Ugo. zrtkoli äugen. Wenn der luilhrocal vor y, 1 zu stehen kömmt, 
so geht derselbe vor einem 6-laut, wegen des parasitischen j, in e 
üher, denn ji ist e : ceni, cerpe für crxii^ ci"i>pe 5 zeit, minder 
genau /i.lt milad. h'7. 17 1. 180 usw. nehen zalt 114. Die on. yß^ii.o: 
und '/j.yj\}.o'jiai in Morea heridien auf lih,nn,. In den meisten der 
angeführten icorte entsteht tri)! rn/s tert. tn>t entsteht ferners a) aus 
urslav. tret : g-n^mi. sPi>z7>, si-lzi. ti"Lpk7> tremor : ti'cp. Man füge 
hinzu rtseto neben reseto. br'Lnco sono: aslov. brccati. bj aus ur- 
slav. tret: cr'Lti'L grex. cr^LVÖ. trlbuh. vn.ste neben vreste clamo: 
vresk-. Dunkel sind r^tg-ani pungo. r^Lse conspergere: vergl. i'osa. 
ri.su'L vagor. Abweichend sind svrcdcl terebra: aslov. svr'Ldlx. mör- 
kov beta: nsl. inrkevca, 

2. Der laut, der in trt, tr^j,t, t'Lrt zwischen den beiden t steht, 
wird auf die mannigfaltigste art bezeichnet : triig-am : trüg'ain cank. 
(11'i.bok verk. 153. grük und gürk cank. d'i>rziin Drinov. hT>lcavica 
morse, glbcka bulg.-lab. btrkam morse. prAxVu milad. 116. g-A^rlo 
280. dy^^lboko Drinov. tarcainckum milad. 636. dalboko verk. 238. 
polzam milad. 536. dolboko 29. slouce 379. SAvuce 222. Ein klar 
blickender, von gelehrten Schrullen unbeirrter hjrillischer Vuk wäre 
den Bulgaren eine grosse wohltat; für das lat. aiphabet haben die 
brüder Cankov lobenswertes geleistet und eine krifik der kyrillisch 
schreibenden Bulgaren möglich gemacht : in dieser kritik wird der 
forscher auch durch das mit griechischer schrift geschriebene bulgarisch 
unterstützt, so wie durch die lateinisch geschriebenen aufsätze in der 
spräche der ungrischen Bulgaren. Der griechisch schreibende Verfasser 
des T£TpäYXo)cacv "Ai^'.y.iv hat ap, oCk für 'hv, 'lI: TLapy.ßa: crikj. T^^f- 
vw: cr7,u'L. -capßa: drivo. 2.äpAia[x: *hvr^Lli. '('/Sk{y){>yi 'iJ.^^yJ'z^-. '^gVhth. 
v.ap^coT: krxvb. r^ipz-r, iz: pr'Lsti. zapßx: pr^vojc. cTnZz -0: sHiibce. 
'Täpyxor, te : str-Lki). ßaXvi; : vl'Lüa. ßapi^za ix : vr^ba : daneben liest 
man '.y.T.o'/.v:r, : jablxko. zwAva: pl'Luaja. ifp-iraiv, •jTroo.ipoK triplja. ßÖA- 
/.ot: vlTiki.. Die Vingaer sclireiben tai't und trat mid sprechen thii 
und tri>t: Irhk.n'h Jiiege. gT7>iiin'i> donnere, krxf: kriiVb. vT>skri.sn'L 
i'esurgo. kr^s taufe, krxstjauiu christ. prT)Stenj jing. sr^zbi. zorn. 
tr'LS'L suche. dli>znus debitum. sltnci sonne, rhz roggen und bi^rzam 
eile, cirkam se krepiere, c'irvej wurm, d^irvo. (Hrz'^r. halte, gtrg-i.- 
licL turteltaube. girlu. gT.rmez donner. pregxrni. umarme, jttxrvi 
pl. iinirttv. hxrgj'LV böse: r^zdavi.. svikT.rv';>. s'trci. sirdij se 
zürne. S7.rcbi> aus sr7.zd1.lja. tvi.rdc sehr. t7.rpcz7> tisch. ti^rpT. leide. 



364 'lulg. a-vociile. 

VBi" ühev ans VLrh. dtlg-j lang neben d^Hk. pilm. fülle, ptltenic 
gespenst le revenant: pHtb. stlzt. 

5. Dass Y, 1 im h. silhehüdend auftreten, sagt Herr M. Drinov 
ausdrücklich : Pri 1 i r, kog^ato pred teh se namira sxg'lasna, sta- 
rob^lg-arskij t i l neina nikak-Lv g-las. tova pokazva, öe v tie 
slucae 1 i r i V pauagjursko to kakto i v mnogo drug-i bxlgarski 
izg'ovarjanija s-l g-lasui. Ijubopitno e, ce v takiva slucae pri r-to 
po nekoga se g-iibiit i glasni-te a i i: na mesto strana i prilica 
izgovarjat strna, prlica ^^e?-. sjjis. 1876. XL XII. 148. In den von 
Herrn Drinov bekannt gemachten Volksliedern liest man brgo cito 173. 
brkm, (brkna momöe u dzepove) 177. crkva 172. cru 163. crnook 
176. crven 172. drvo 149. drzese 155. 163. frkni. 149. 156. frli 
162. krpa 171. krv 174. mi-tvi.c 171. prska 165. prste 155. prsten 
161. prvo 149. srce 151. 163. trgm, 178. zatrni. (prelazi te zatr- 
nilo) 176. vrbi. 154. vrlace (mtzko i dete vrlace) 151. povrm. 
152. vrvi 155. prevrzala 177 ; bei verk. frlji .572. und frljet 54; 
bei Drinov hhwh 152. klne 177. mlöi 155. slnce 153. slncice 154. 
slncov 155. slzi 158. Puljevski schreibt consequent cetvrtijo t. drvja. 
svrsi; dlzui. naplnite. slnce 2. seite 1—12. Diese darlegung war 
notwendig, weil silbebildendes v, 1 für das b. häufig in abrede 
gestellt icird. 

4. Den b. formen liegt das urslovenische trt, tlt zu gründe; 
daraus entstand zunächst iviA, tltt und thri, txlt, formen, neben 
denen, wie gezeigt wurde, sich trt, tlt bis heute erhalten haben, tri^t 
ist älter als ttrt, schon aiis dem gründe, dass die aslov. deiikmähler 
aus BulgaHen von t-Lrt keine spur bieten, b. trtt ist selbstverständlich 
mit aslov. trut nicht identisch. Was ausser trt^ ttrt und tr^t vor- 
kömmt, ist, teilweise icenigstens, falsche Schreibung. 

B. tert icird tret. 

breg-: nsl. breg-. bres idmus. dren cornus: nsl. dren. plevL 
stramen aus pelvi. : nsl. pleva. vlek-L traho. mrel (umral) aus mer-h, ; 
prel (i gi zaprjaH u temni zavnici milad. 132) aus per-li.: nsl. 
zapreti; vrel (provrel, s. provuko verk. 370) aus ver-lt. red7>k 
aus erd- usw. In cerese cerasus. cereslo mörserst'össel. öeren messer- 
stiel, cei'cva ist zwischen c und r ein e eingeschaltet : cresuja. oreslo. 
crem>. creva: das e an zweifer stelle in öereu. (^qy ex Si ist gegen die 
regcl, wenn es nicht im accente seinen grund hat. Was in ceröse, 
triff in rori.p festa ein : crep'r.. vreteno, vri^teno steht für vreteno. 



vocal ('. 365 



a. eilt wird et, et. 

1. Asiov. e xcird regelmässig durcli h. e ersetzt: cedo Inf ans. ces 
fortuna: cestb. eceinik: jecMiiykt. etri.va. g-ovedo. jedka nucleus: 
jedro : zwischen diesem und dem s, jezg-ra liegt *jezdro, *jezdra. 
jediA- fortis : jedri. citus. ] er ehicii neben jerahicTi. sekii'L emimgo. 
seg"B iocus. stresni. excitor : tres. veslo fasciculus: v§z-tIo. zelo 
aculeus. vitezx bell.-troj. : vitezi,. Die Vingaer sprechen t> oder e : 
c'Bdu: c§do. g-Hdtm specto. költdi.. vt.zt> ligo. zldin sitiens. guri.s: 
gorestt imd dite. kletvx. mek : iiiekT>k'i). mesu. ved. tresk.T> fehris. 
Das zum. ausdruck des fut. dienende z^b ist vielleicht aslov. v-tze : 
zt umremi moriemur: vergl. klr. pysaty van für ein aslov. pbsati 
ima 5. seile 285. Die nasalen vocale hat das h. wie das nsl. vor 
Jahrhunderten in der regelmässigen anwendung des aslov. und des 
poln. eingehüsst. ]Vas sich in alten denkmählern und in der heutigen 
rede, namentlich in den dem iceltverkehr entrückten tälern des W., an 
formen erhalten hat, die altes a und e, wenn auch in kaum erkenn- 
baren resten wiedergeben, ist seite 34. dargelegt: zu dem dort er- 
wähnten füge man hinzu: g-^mbi: gaby. iin.udro (sedi si mtudro) : 
madro. ztmbi (zimbi te me ho\\ für bole, bolet): zabi; dagegen 
Y'hk.ü für raka; ferners g-renda: greda, dagegen gredi für g-rede: 
gredet-L. jenzik (jenziko me boli): jezyk'L. rendöve neben red 
(eden red, mnogo rendove): redt. Diese ausspräche besteht in 
Komanicevo und der nachharschaft, westlich von Kostur (Castoria) 
per. spis. 1876. XI. XII. 163. comber mllad. 383: p. czabr, durch 
tjonibri, aus dem griech. 6j[j.ßp:;. greudi Paljevski 2. 45. Alan ver- 
gleiche das dunkle vuze vanzaljivo verk. 33. d. i. vielleicht VBnzal- 
jivo. Man führt auch an devendeset^ pendeset; ferners deteuee 
milad. 83. 183. 285. Ix^(y,o'j/j. le ich. yi\>.y. tetragl. ist wohl jagul- aus 
j'hgul. 

2. In einigen fällen ivird aslov. e durch t. ersetzt : im.; ti,, si. : 
nie, te, se. Man füge hinzu sapa, jetzt sepx handvoll. za dako- 
slov. vtze. 

//. Zweite stufe: e. 

1. Aus dem seite 46, 47 gesagten ergibt sich, dass aslov. e die 
laute e und ja bezeichnete: im b. bezeichnet es nur den letzteren laut, 
so dass e oder ja entbehrt werden kann: daher zifälem, sintlevtin 
minuo. dunesevT.m affero oder zTifälitm aus -Ijam usw. e und ja 
folgen im b. denselben gesetzen : anders im aslov. und nsl. : aslov. 



366 l>uls. a-vocale. 

belt, nie bjali), Imitef nsl. bei, h. bjal ; doher dijanopole adrianopoUs 
milad. 169. neben edrene. Ijatna rosa 62. mljako 116. pjasik 
(-sak) 194. usw. für dren- durch anlehnung an dren. letbnaja. mleko. 
pesTjkt usw.; eben so djaca. zadijama. gijah. nevjasta. Dasselbe 
tritt im daho-slov. ein: cliak. izbeagna. veara: ölovek%. beg-, vera. 

2. Der laut ja kommt dem e nur in betonten silben und selbst in 
betonten silben nur dann zu, wenn demselben nicht das cjesetz der 
assimilation entgegensteht, nach ivelchem ein in der nächsten silbe 
folgendes e, i, e oder ein c-laut das e, ja der vorhergehenden silbe 
sich assimiliert, wodurch c, ja zu e wird: daher g-nezdo, jadove, 
aslov. gnezdo, jadi. presno; daher ferners vcren, aslov. vertni). 
pene se: aslov. penja se: c bleibt auch dann, wenn t^ für e eintritt: 
pen'L se: pem. ist jünger als peue. jesea, aslov. jastm.. stojene 
voc. neben stojan. meri, aslov. meiy. mereh, aslov. merjah^,. mlecna: 
aslov. mlechnaja. pehmi, pehte hat ein o oder t, nach h eingebüssf. 
jazi sind wohl zwei worte: jaz zi. Eine wirkliche ausnähme scheinen 
tete und be'gljo zu. bilden; jagnc glaubt man. durch das daneben 
bestellende agne rechtfertigen zu können. 

3. Das nach den (^-lautenden eintretende j^arasitische j ruft viele 
ja, e für aslov. a hervor: krtceg, deminut. krtceze : aslov. ki"LÖagT>. 
2eba, pl. zebi : aslov. zaba. 

4. e ist gedehntes e a) in den verba iteratixa : legam decumbo. 
metam j^'^no. Die formen -birnin, izmitam verro, -plitain, ticeni 
(kou tikom tice milad. 66), proviram se zwänge mich durch milad. 
532. sind wie im aslov. -birati usw. zu erklären seite 52. In Vinga 
spricht man izbirem, pi-cniirem bin im sterben, z-ipireni hindere, 
uvirem schliefe. Dagegen haben izHzam exeo. namiram invenio. otsi- 
cjain abscindo. ol)licjani vestio im aslov. kein analogon: aus den w. lez, 
sek lassen sich allerdings liza, sika ebenso deutelt wie aus plet die 
form plita; daneben besteht izlazani, izlnzjaiu. nnnunjiivam. prepi- 

cjain, in Vinga piccm: w. pok. ticjaiu cuvro. oblacjam; kk''kain kniee 
beruht auf klok. b) im impf. : bodeh. bijali, bijcse. f'aleli. piseli. 
c) bei der metafhese von o: mroli aor. aus luor-h, d) in göre, zele 
usw.; sltnce ogreva sol oriiur. e) ne non est: ne j. f) Man beachte 
in der rede der Vingaer: as S7>ni (kmel attuli neben as sim dunel 
afferebam: dunel ist zu erklären wie ne\\n,, dunel erinnert an ple- 
tati Seite 52. 

5. e findet sich in folgenden wurzeln : bledua pallida. cepki. 
fissura. cer medicamentum, : aslov. celiti. dremk'i, somnus lenis. le]n> 

area. le.sk'r. c(»'i/his. mlt'-skain concrt'jxi labiis. ])resna. f. recens. 



trat aus tort. 367 

rez-L ohex. repi. rapliunüs. streh> sfuja. senki. umhin, tesiia an- 
(jasta. trevi. gramen usiv. 

0'. e steht manchmahl (i) für aslov. e: desna dextera: aslov. dest- 
naja : rekuT> se coniradico ist auf aslov. rekati zurückzuführen, 
h) für aslov. e: klekaiu hiiee. inek mollls: mekT>k'L. povesmo fas- 
cimdus Uni: vez-sino. deuc, noste diu, nociu entsprechen aslov. 
dbnbja, nostbja und stellen für dcnja, no.stja ; danehen findet man 
denj'L j uiis6a Vinga; nostem icie idvam für ](h\w'a. Damit ver- 
gleiche man bl-Lgare, cifute, kole aus -ija; z'i.inc besteht liehen 
ztniijd serpens. Aus tija per. 8pis. löO scheint tja in tri tja o\ 
'.ziiz entstanden, woraus auch tije, tij, te. 



///. Dritte stufe: o. 
1. A) Ungeschwäclites o. 

ist aslov. o : oko ; spöi"LU fertilis, spörno langsam Vinga. 
Unhetontes o lautet wie ii: dödiih, dudoli: düidohx; in Vinga pus- 
'^vivi fertile reddere. piusaturc. p/. hochzeitsbitter: s. prosci. Das- 
selbe findet im rumun. statt, e wechselt mit o: droben lieben dreben 
verk. 1. 67. 207. uök^Lt neben ucket. uadoli vincere in vojska me na- 
doli milad. 87 neben n-Ldelcji., ])rc(lelej'L Vinga. Über c'Cepo; im, Epirus 
vergl. seite 74, über nebe seite 73. Durch Steigerung entstanden ist o 
in odbor. grob. \oze impono. nose fero. podpor. obrok; uroki. stol. 
tor ili treski pok. 64. izvor. zor ; zorL. plot besteht neben plet. 

B) Zu "b geschwächtes o. 

Hieher gehört g;i.mza wimmeln: gT)mzc. i'hk.'b icebe. t^pta treten: 
tipce usw. Specifisch b. sind utT^m) : utona. zvLnec : zvon'B. Ferners 
dolt-t, boJTi-t, Worte, deren t. der auslaut des thema ist: dasselbe 
tritt in bozijij-t s OsTo; ein; in hvi.zij'h-t wird, br-Lzi nicht mehr als 
br'LZ'L i gefühlt, sondern loie aslov. brrbZ'L behandelt. Daneben besteht 
greho-t und nach dem abfall des t ploto. dak.-slov. ist öljako-t 
neben cljaka. kone-t, icofür auch kom>-t, ist konj'L-t ; care-t. zete-t, 
aslov. zetb tt; daneben mtzio-t. Dagegen dian ti>. 

2. lüi't wird trat. 

Das b. fällt in die zone A, daher bläto. brad^i.. braSni). dlun 
usw.; ferners raz-. lani. Aus almus entsteht lom ; aus ngriech. Tzopzz'^y'/.z 

24 



368 ^tt'S- a-vocale. 

protokal pomeranze; ziehen porkalabi. aus dem rl. Imrgqraf hesfehf 
prtklabTb r/ram. 244. 

3. ont wii-d at, tt. 

1. Der laut a ist dem h. vor Jahrhunderten, sicher vordem neunten 
jahrMindert ahhanden gekommen seile 34. An seine stelle ist durch 
folgende entwickelung t getreten : a, d. i. o, t^d, i, Seite 93. Der 
laut wird auf verschiedene art bezeichnet: durch \x, icofür ich t. setze: 
bübreg-, b-Bbreg-, aslov. *babreg'7), renes. kiitam cusfodio. kT>t angulus. 
pajxk aranea. pi.pk'i. knospe: nsl. püpika. st sunt: aslov. sat-L. 
ststi icZe?n; aslov. sastij. vtsenici.: vaseuica. kijpini.. plett : aslov. 
pleta. Andere ziehen a vor: bade milad. o6. kapina 193. natre 
377. 620. pat 178. prake 370: aslov. pratije. rati: rati se seme 
i:)ok. 1. 68. ruti rerk. 1. 11 : vergl. seite 99. Darüber, dass durch ü 
^md durch a derselbe seite 20 behandelte laut bezeichnet werden icill, 
icaltet kein zweifei ob ; eben so sicher ist, dass, wie im nsl. a für t 
eintritt, hie und da b. n, daher pat, gesprochen icird, obgleich man 
vermuten darf, dass die Schreiber nicht selten zu a griffen, wo sie t 
sprachen: dva straka (sti-akt) bosiljok milad. 476. 601. a steht 
regelmässig im dako-slov. : izbeag-ua. zaginn. sa: aslov. satt, stana. 
umraziha. Indessen wird für das dako-slov. die ersetzung des a durch 
a einigermassen zweifelhaft dadurch, dass dem rmnun. afür aslov. a 
unbekannt ist. Im W. des b. Sprachgebietes, in der Dibra, tritt für 
aslov. a ein (a, t), o, daher moka: aslov. niaka. inosko: aslov. 
mazbsko. potcm idet: aslov. patonih ideti,. roka. jozik verhält sich 
zu jezyk'i. wie jm> zu nie. Die erklärung des o für a liegt in sou 
für stnt, b. o ist demnach verschieden von dem nsl. d in pöt^ das 
tinmittelhar von. patb stammt. Demnach geht im b. a durch tn in 
7. üher, und dieses kann in a oder o verwandelt werden. Verfehlt 
und demnach beweislos sind die Schreibungen g-iiski anseres milad. 
419. vuze verk. 33. Man findet auch bide /?7r btde; podnota iiebeii 
ponada milad. 536, ersteres auf nati, letzteres, wie serb. ponuda, auf 
nadi beruhend, seite 98. poniidt dankt sein u dem serb.; falsch ist veham 
verk. 49: aslov. vahaja. auch ra geht in rt über: ortdi: aslov. g-radi. 
krtg'. pi"i.t. prtgav citus, nach Morse : elastisch, pri-zint pertica : 
vergl. aslov. prazb /. stipes. rtb limbus. viAi'h manus. iskrtte reisse 
heraus: vergl. kratiti. udl7.cDiis entschluss: laeiti Vinga. Für n. 
mag auch silbebildendes r vorkommen. Für ja tritt jt, (/. /. o ein : 
inclo: aslov. molja. bele : belja. bude: buzda. vare : varja. iiiaze: 
ma/a. mazot : aslov. mazat7>. Neben l)el e ?r/rtZ auch 1 )(>][., nakvas7.j 



vocal a. 369 

natopT. gesprochen, belot beruht auf einem älteren beljatt oder auf 
aslov. bel§tT,, Abelen belet besteht bel'Lt, tvie neben nuizet-maz'i.t. 
as vaVxouaT sjpiay.ovTai tetragl. ist se najdnjat. ajatx der 3. pl. praes. 
geht b. in at aus T.t über: delat, otgovarjtt : aslov. delajatt ; 
daneben besteht delaj^tt 3. seite 197 ; g-rabeet milad. 105. ist grabeJT.t 
zu sprechen und steht nsl. giabijo gegenüber, das ein aslov. gi-abi- 
jatt darstellt, welches älter ist als grabett ; man füge hinzu moleet 
milad. o4. k-trsteet 95. noscet 5.52. In Kratovo ivird für aslov. 
doidat't dojdev gesprochen: eben so stojev, hvancv für stojet, 
hvantt. Diese zuerst überraschenden formen sind analog den nsl. 
dojdejo, stanejo, stojijo^ dessen i b. in e ühergeht: dojdev verhält 
sich zu dojdejo icie s. verov zu veroja per. spis. 1876. XL XII. 
170; daneben den", Doste diu, noctu aus dtiiija, nostija. Der für 
aslov. ja eam eintretende laut ist dumpf, unterscheidet sich jedoch 
von dem anderen dumpfen laut, der von einigen durch ä^, t, ä 
bezeichnet wird und ähnelt einem dumpfen (temno) e per. spis. 
1876. XI. XII. 149. Daselbst findet man 150 den sg. acc. f. v 
neja. In Vinga wird ja stets durch t, reßectiert: bavL. gasi.. vidi.. 
2. a Ist Steigerung von e : v-tze : vez : aslov. vaze, aze : vez usio. 

IV. Vin-le stufe: a. 

1. H Ist aslov. a: bäbiü. bäJL heile durch zaubergesang. baue 
bad usw. Den laut a bezeichnet dieser buchstab regelmässig nur in 
betonten silben, da unbetontes a nach anderen als c-laute7i zu t, 
herabsinkt: köki»! knochen: ngrlech. -/.ivSkov. k'Btänt soldat: magij. 
katona, rum. khtam; auch f'Llös hochmütig Vinga Ist fremd: rum. 
f^los, das auf hvala beruht. In dieser hinsieht ist tonloslgkeit der 
Silbe und kürze des vocals gleich : naj p'^Lrenj der erste : alb. pdr^ 
erster. In Vinga wird gi'd, sonst gad, geflügel gesprochen. Daher 
lautet aslov. sladtkaja teils sladkt, teils sPtdka. gn-dirn.. krT,Iuvi>ni 
regno. ztlbx trlstltla Vinga. tli.k't für tlaka. rT>zeu : aslov. razLui>. 
Man beachte vrästam und vrlstam. Die sllbeblldendes r haben, 
mögen auch grdim> sprechen, wie strn'B neben stran'K, stTiru'f. 
gesprochen wird. Das auslautende a der ».-stamme geht, betont oder 
tonlos, regelmässig In t vher : pläti.. zatülk-B Stöpsel, vodl. Ver- 
wandtschaftsnamen bewahren ihr betontes a : bastä. dedä (richtig 
dedä). dtstere. sestra. sn'Bhä. strikä. striuä. ujka. zl'Lvä und - zenä : 
der häufige gebrauch dieser ivorte mag a erhalten haben, ja geht in 
e über, daher auch ce usw.: bane. burc. dine. duse. glavne. kiidele. 

24* 



370 '>iilg. i-vocale. 

mrezc. nedcle. vecere. vole usic. zeme und durch vernacUässlgung 
den j zemi.. zorx : aslov. zoija. Man merke IcxstT. ii^nd vLzd't : 
aslov. kasta und rtzda. 

2. a ist zweite Steigerung des e : laz- in izlazam. sad junge icein- 
'pflanzung. vare coquo. 

3. a entstellt durch dehnung des o in den verha iterativa : naba- 
dani. izgaram, izgarjam. pomagam. iznasam, iznasjam. rasparain 
trenne auf. zaravam, zaravjam sepelio : zarove: th. aslov. yovt, usw. 

B. Die i-vocale. 

f. Erste stufe, 

1. b. 

t aus i wird durch t. vertreten: CLvlt aus cvT.t-L ßoreo. 
im>glT>. p-iktl. pT>stT>r. st-Lklo ; ni'i.u'Lk, m'^i)UT>n, m'i.niÖT.k klein. 
6tA: ö/lI je svetu tu pismii legehat sanctam. scripturam Vinga. h fällt 
aus in dnes. diiesen usw. Für t kann c eintreten: den. len. tes : 

tbStb UjSW. 

2, trit wird trt, trit, txrt. 

bltska se es blitzt, krts crux: krTiStt. krT>ste se mache das 
kreuz: vergl. prlica aus prilica. Auch tirt wird trt, triit, tiirt: cn.kvt. 
srinTL argentum in fila ductum, s. srma, rum. alh. siinm : griech. 
aupfj.a. Man füge hinzu l'Lsteji. sx glänze, Ixskav glänzend. Piste 
decipio. Dunkel ist hLfm> eripio. 

11. Zweite stufe: i. 

1. i ist aslov. i: bij'b. viuo. vir usw. cit'Lv ganz, rizt hemd 
Vinga. divi (sg. div'J>) sind dem Vingaer Bulgaren weihliche genien 
von grosser Schönheit: kreuzwege sind ihr auf enthalt ; sie wandeln 
singend umher; wer sie stört, au dem rächen sie sich durch krank- 
heiten und anderes ungemach: das icort ist fremd, pika harnen 
morse, pile, pilencc hühnchen; pilek hiihnergeier. piper. sipkav. viska 
Mnnire usw. 

2. ij geht in cj üher : iucj pruina. ziiicj draco : doch lisij aus 
lisaj durch liscj. ije icird in e contrahiert: bile venenum: bylije, 
eig. herhae. grozde uvae. zdrave bona valetudo. imanc op)es. liste. 
\oze vinea. prtte : pratije. trtnc. cveto: cvetije. gosie pl. Dagegen 
findet man auch iiiorije für das jüngere more, aslov. inofe ; eben so 
carije, iiri,zije. 



vocal y. 371 

■i. i uechseli mit yw klic, kljnc. Übe, 1 j übe a^no. pliskalo, pljus- 
kalü, sline, sljiiuc saliva maculo : vergl. r. slina, sljuna. sirok^ 
sjurok. ziveji>, zjuveJL. 

4. Durch delinumj entsteht i ««6- l in niigam hlinzle usic. 



III. Dritte stufe: oj, e. 

oj, e beruht auf Steigerung des l: bes. bleska Vinga. boj. 
cvet. gnoj. pi'ilep ßedermaus : eig. das angeklebte, loj. poji potum 
praebeo. roj. vese: vesa. vezd-L palpebra: vezda. uavoj. voj- in 
vojskt. poroj, in Vinga puroj, purtyistt ^jZ., regenbach ist rum. 
pir'ou rivus^ alb. phrrua vallis: dagegen matz. 6, der das nur dem b. 
bekannte icort für slav. hält und mit der w. ri (rinati) in Zusammen- 
hang bringt, presevaiii percribro setzt ein th. se, zepam hio ein tli. 
ze voraus. 

C. Die u-vocale. 
7. Erste stufe. 

1. -b. 

Aslov. T. steht b. t> gegenUher : dtlim.. d^no. sni-ha. b-Bdni 
vecer. t wird auch hier hie und da in der schrift durch a ersetzt: 
snahä. debra hängt mit dxbi'L zusammen. In sirmas]i>k armut ist 
Hk ein türk. sufßx. 

2. trüt wird trt, tvbt, tirt. 

bl^hx. bi"Lsn'L tondeo. br-Lse tergo : vergl. nsl. brisem, dessen 
i aslov. y ist. zaglthm. surdus fio. kr^Lv. sHiice neben stnce. strtze 
tero. Im. anlaut : Hze mentior. Vi,/.e, l'Lzija mendaciiim. Hzict 
cochlear. rxv'L adlatro. vhz secale. yt>z : rzeh'L hinniebant milad. 52b'. 
Man füge hinzu bltvam vomo. kl'Lvam rostro tundo neben pliiij^L, 
pliJTi sjjuo. Vergl. bllvati. krhvati seite 147. 

II. Zweite stufe: y. 

1. Aslov. y ist b. i : bik. bivol. hili : iihilen curvus verk. 6. 
kisal sauer, kitkx strauss. pokriv. pitam. plivani 7iato milad. 108. 
141. neben dem denominativen plavam. prilint schnaube, tri: kerka 
izmiena, lepo istrioua abgerieben milad. 404. yiJT> heule, vikam 
rufe usw. 



372 tnlg. den vocalen gemeinsame bestimmungen. 

2. y entsteht durch dehnung aus t.: dise neben dT>ham. kiham 
und daher kihn-B. kivam ^isxc. 

IIT. Dritte stufe : oy, u. 

1. Aslov. n ist b. u : brus. brut nagel. lud. rusalin : ri>tove te 
Dedov i Rusalin pazardz. 79. rud: rudo jagne verk. 44. 72. 205; 
rudi ovci milad. 74: s. ruda lana spissa et crispa. skrumi. asche 
von Stroh Vinga: vergl. rum. skrum. russ vom rauche, skut. tuh-: 
rastus'L consolor Vinga usw. Aus cvtt, ctvt entsteht cut: razcutile 
milad. 10; trandafil cutese 333 rosa ßorebaf. 

2. OY, u ist durch Steigerung entstanden: bilde excito. rov-: rove 
sepelio. sluh. otrovt venenum usic. 

3. ov tritt für u ein: napisovaase neben raduase se und kralju- 
vaase bell.-troj. u steht für unbetontes o : zboruvase verk. 39. Alt 
ist ov in sinove. zidovi verk. 241. urove bell.-troj. dr-Lgovi milad. 
523: dragt. zmehovi d37 : zniij: der accent kann auf jeder der 
drei silben ruhen Cankov 22. 

4. Jung ist ov in jadoven milad. 4dl. zaloven : zasviri za- 
lovno 623. duhovnik. mxzovuici. /rait 422. jezovim. 373. polovint. 
jadovitt bell.-troj. varovit kalkig. tr-Lgovec. banovict. lastovici. 
mitre(v)ici>. Li predumvam milad. 102. ist u für o ausgefallen; 
dasselbe gilt von zborvite loquimini 70. zborvese loquebatur 302: 
vergl. daroviti donare seile 180. ednakvi 77. ist -k-Lvi. Andey^s 
nan.kvici 108. 

IV. Vierte stufe: av, va. 

av, va ist ziceite Steigerung von ü : bave. kvas. plav- : pla- 
vam durat. otiavi. neben otrovT>. 



Zweites capitel. 
Ben vocalen gemeinsame be Stimmungen. 

A. S t e i g e r 11 u g. 

A. Steigerungen auf dem gebiete des a-vocals. a) e zu o. 
y.) Vor einfacher consonanz: greb : grob, ß) Vor doppelconsonanz : 

1. vor rt, It: merz: ^morzi», mraz. velk: *volk-, vlak- in vlace; 

2. vor nt: venz : vonze, vaze : vT>ze. b) e zu a: var. 



</'. vcrraei'iuiif? <le3 liiatus. Oi'o 

B. tStelyerungen auf dam ijabieft des i-vocais. it^'ui: i^üoj. 
svit : svet usw. 

C. Steüjerimgen auf dem gebiete des u-vocals. a) Steigerung 
des ü zu ov, II : bud : bud-: bude excito. v\\: rov-: rove sepelio. 
b) Steigerung des ü zu nv, va : bu, aslov. by : bave. küs : kvas. 

B. D e li n u n ^•. 

^4. Dehnung der a-vocale. e zu e. a) FunctioneU: met: ine- 
tam. ide: idu'li ibam. ß) Metatlietisch : mer-1: umrcl. b) Dehnung 
des o zu a. «^ Functioiiell : bod : nabadam. ß) Metathetisch : 
kol-1: klal. 

i^. Dehnung des i zu i: functionell: cbt: pocitam co?o. 

C Dehnung des ü zu y: ku: kivam. 

D. Dehnung des silhejjildenden r, 1 ist unnachioeisbar. 

C. Vermeidung' des li i a tu s. 

Der hiatus icird. gemieden : 1. durch einschub des j: baJT>. lejt: 
leja. bij'B. obuJL, dobi'iJT.-t. paJT)k aranea. In tija hi per spis. 
1876. XI. XII. löO. ist a ein verstärkender zusatz; eben so in taja 
haec 160. tja 148. Auch der Malus zwischen loorten loird gemieden : 
kato jugarok 168: jugarok /wr ogar-. ta juze löö et sunisit. sto- 
jan si juze dve stovni löl. 2. v: dunav. otivam aheo : ida. 
kivam. zakrivam. prolivam bell.-troj. poznavam. kukavicL. lasto- 
vicT». Hieher gehört pocevam incipio, zaklevam obsecro von poce, 
zakle, für aslov. poöinaja, zaklinaja. In spxvam offendo, von si.pe, 
sxpbn, ist e in t übergegangen. Auf das j und. v in zasiji) neben 
zasivam ist kein gewicht zu legen: vergl. aslov. sbva. Hier ist zu 
bemerken, dass nach per. spis. 1876. XL XII. 162. hie und da in 
Mecedonien der artikel ein dreifacher ist, für die nähe v, va, vo, 
für die ferne t, ta, to, für die abwesenheit n, ua, no: jozikov me 
bolit. momcevo ; momceto; momceno. Bei Pidjevski liest man 
videlo to das licht, sljuho v (sluho v) das gehör, srce vo das herz, 
zemja va die erde, oei ve, usi ve, prsti ve ; nebo no, more no, 
zvezdi ne. Bei milad. findet man ausser t auch n, selten v : kosa 
ta, oci te, n.ce te; svitlo no zlato 38, kucka na Lamia 80, mtsko 
no dete 94, zlato no jabolko 97, gtrdi ue aberi 76, silni ne 
og-nevi 17, silni ne vetrovi 18. zeleni ne livag-je 4. ztlti ne du- 
kadi 77, nasa va (kukja) 11. Der nachiceis, dass die bedeulung von 
t, v, u die oben angegeljene ist, wird aus Paljevski und milad.. 



374 tulg. den vocalen gemeinsame bestimmungeii. 

nlclit leicht zu führen sein. Der gegenstcmd ist hier erwähnt worden, 
weil man in tova, teja hoc iisw. einen artikel zu suchen geneigt sein 
könnte. Darnach ist das 3. seite 187 gesagte zu berichtigen und zu 
ergänzen. 3. n: nego, uemu usw., /t'ein jego, jemu usw. otnemt; 
aslov. oti-ntma. i fällt ah: da s' ides d. i, da si ides usw. Mit 
zmehovi milad. 537. vergl. nsl. tüliinec seite 330. dojdi aus doidi. 
Die ältere neigung geht gegen den hiatus; dagegen lässt eine jüngere 
richtung denselben hie und da nach ausfall von consonanten bestehen: 
j: petli propeali milad. 174: * peja-. v: junakoo 461. koit 82: 
kovett. kukaica 318. lastoica 448. voda lekoita 72. ligoi 196. 
348. mai'koica 117. neestica 1. plug-oi 444. soalka weberschiff 530. 
531. svatoi 74. vdoiciste 164; daneben lastojca dreisilbig: i mi 
javna kobila lastojca 227. h: niastea verk. 144. sna'a: smJia. 
vior milad. 33: vilir^. zmeo tonni 258 x(o opr/.cvT-.. h fehlt häufig in 
der 3. pl. aor. impf.: ktrstie, veucae 198, d. i. kri.stih'B, vencaln>. 
oslepea 324, d. i. oslepeln.. t : agnea, prasea : aslov. agneta, praseta. 
d : dogleat milad. 4. 

D. Assimilation. 

e in den sporadisch auftretenden sg. gen. m. n. ego beruht 
auf oje. jo geht in je über, allerdings nicht so consecpient wie 
etwa im aslov., daher carev, kralev usw. neben zetjove, nozjove 
usw. Eine dem aslov. unbekannte assimilation trifft das e und das 
ihm im b. gleichstehende ja, welche einem folgenden e, i, e durch 
Verwandlung in e näher gebracht werden: veren, vert: verLnii, 
vera. merc metior: merja. breme: breme. jedeS, jam: *jadeöi, 
jainh: hier spricht auch der accent für e statt e. stojcuc, sg. voc. 
stojan ; plcvi, plevii: plevy^ pleva. bell, bei: bcli, bel'L. jomi, 
janiT): jainy, jaiiia. mereh, men. : merjaahT., niera. Die gleiche 
Wirkung übt ein ehedem vorhandenes e (h) aus: pes: pesL. smesna: 
smesbuaja; beleji. : beleja mag ehedem bclcjc gelautet haben, so 
wie mere älter ist als mei"i.. nedclcjo^ stojeucjo haben e wegen 
des folgenden i aus i. ovöer ist hervorgegangen aus ovtcjarb im gegen- 
sa^.e'e ^u govedar : govedai'b. Li idehnii, idf'XxiQ ist zwischen h und va, 
t ein o ausgefallen. Die gleiche assimilation tritt im rum. ein: treb^. 
trebi. mujare, mitjerl. plegz, plezl. 

E. C o n t ]• a c t i o ii . 

Der sif. ifeti. m. u., der in den spärlichen resten erhaltenen, 
zusammengesetzten dech'nafion laiHcf auf oga, ogo und, ega, ego, der 



I. vcrmeiduiitj; des vocalischcn anlantes. djO 

dat. auf oinu aus: podletoga müad. 212. sarenoga 2 IS. krilatog-a 
214. bi.rzeg'0 206. Sarenego, drugigo, d. i. drügego. ((lobrago 201. 
darf unbeacJitet bleiben), blazega verk. 4. 26. dragugu, d. i drü- 
gogo. svetuga, d. i. svctog-L neden svetojgu, d. L svetojgo. dni- 
gumii, d. i. dn'igomu Vlnga. svetoga. svemogukiga nauka lüm 
1869. Vergl. 3. seite 183. Ich vermute, dass oga, ogo, oniii pro- 
nominal und ega, ego icie im nsl. seite 331. aus ojega, ojego zu 
erklären sind, ija wird zu 6, ije zu e zusammengezogen: bli.gare 
aus blijgarija: daneben Hze aus und neben l'Lzijä. liste aus listije. 

F. S c h w ä c h u n g. 

Eine Schwächung tritt ein, wenn a, a, e zu 'b, e zu e, c und o 
in unbetonten silben zu i und, u herabsinkt. 

G. Einschaltung von v o c a 1 e n . 

Eingeschaltet wird t. : bist!.!", pTiSt-Li", mi.di>r, od-tr, koptr, 
topi,!, nicztg; mistl, kosT>m, stm sum, os^k cera usw. egiptt 
Vinga. br^zij-rb-t der schnelle. In obraz-Lt ist % der alte auslaut 
des thema. Selten sind formen wie dovor für dvor. Dem sbd wi)-d i 
vorgesetzt: otis'Ll; naislo bell.-troj. certp ist aslov. crep^ usw. 

H. Aus- und ab fall von vocalen. 

e: pis aus pijs, pijes bibis. a: udre. i: dodi, venio. kolko 
quantum. zvot: zivott. idehmi, idelite aus idehomi, idehote: vergl. 
procttohmy, obretohmy bell.-troj. o : ztc^^nvam incipio. sirniäh. 
kninisvT>m impft, von kj-unis^nn pf. Vinga. Ferners inolec, pl. 
molci usw. 

I. Vermeidung des v o c a 1 i s c h e n a n 1 a u t e s. 

Vocalischer anlaut wird kaum gemieden : Oven. ovct>. ogiin. 
ohol über. Das b. wirft häufig v vor o ab: odt, vod-L. ol, vol. 
ole, vole voluntas. one, vone odor. Man füge hinzu oste, joste 
usw. In temna joblacina verk. 189. und 14. 160. liebt j den hiatus 
auf. vTssenicT.: asenica. ablr.ki.. agne. az neben ydhVhk.'h usw. i: 
igh'. igraJT.. idi.. iz. iStf.. u: ujkä. usta. i'itre. usti^^be. 3fan 
merke jevdovici., .s". udovica, verk. 367. 



Ö^Ö tiulg. den vocalen gemeinsame bestimraungen. 

K. Verm eid iin ju; der diplithonge. 
Oh dlpldhonge gemieden werden, ist nicht sicher. 

L. W o r t a c c e n t. 

Für die hetonimg der icorte gibt es kein allgemeines gesetz, da 
jede silhe eines mehrsilbigen icortes betont sein kann: cehlar. cehlä- 
rin. cepenicL. Es trifft ferners der ton nicht in allen teilen Bul- 
gariens dieselbe silhe: man spricht mesu und misö, nözjuve und 
nuzjöve, ureh iind oreh usw. Die pron. mi, ti, si sind enklitisch. 

M. I .( ä n g c 11 n d kürze der v o c a 1 e. 

Es scheint, dass das h. lange und, kurze vocale nicht unter- 
scheidet. 



ZWEITEE TEIL. 
Consonantismus. 



Erstes eapitel. 
Die einzelnen consonanten. 

A. Die r-coiisonaiiteii. 

1. Von den v-consonanten ist 1 der erweiclmng fähig : bezuniljo 
stultus. begljo profugiis. kradljo ftir; ferners Ijubov. kljuc. Ijii- 
Ijain agifo, in Vinga liilejt. ]jiit. plju.J7>. pljuskam. sljune saliva 
maculo. zahljupe operio, icofür auch libov. klic. plij'^fc. pliskam. 
sline. zahlipe. kalem lautet loohl auch karani. Auch n kann erweicht 
icerclen: baneni hade. nem mutus usw. rleojo t, og-enjo t. Man 

findet klanjane per. spis. 166. 161. konja milad. 512. In Vinga 
spricht man btlvänj trahs. nivt entspricht dem aslov. niva. Dass 
Ij, nj als gruppen und nicht als V, ri laiiten, ist möglich, jedoch 
vsenig wahrscheirdich. r] wird nicht wie f gesprochen: carjo. izga- 
rem. odgovarjani. 

2. Ah weichungen von der im aslov. regelmässigen Stellung von r, 1 
finden statt in vBrbi., ])T.lh"L nehen vrtbt, bl'Bhi, usw. g^iirg'iitk'B turtel- 
tauhe ; in Vinga gurgulicem girre, purdäviin vendo. 

3. jemes milad. 623. ist aslov. leinest. 

4. 1 ist V geworden in cer medicamen, iscere sano. treiulatil 
-rpxvTx^'jAACv lautet in Vinga tr'Midäfei". 



378 liulg. t-consonanten. 

ö. n erscheint vor- oder ehujesetzt in nttre milad. 377. 520. v 
neter verk. 38. 39; daneben vitre Vinga. Man merke das dunkle 
po nuina: pojde moma na studena voda, pojde momce st.s konja 
po mima per. sjns. 178. 

B. Die t-coiisouaiiteu. 

1. Altes tja, dja icird icie im aslov. durch sta, zda ersetzt: pla- 
stam solvo. sestam si. memini. masteha. sresH occursns. vrastam 
usw. zaglazdam laevigo. rasptzdam pello : padi. prezdi) ßla neta. 
vczdt palpehra usw. aus platjam, zagladjam usw. Man füge hinzu 
k-Bsti. domus: kasta. cnzdina milad. 387 ; die partic. praes. act. 
beresti milad. 353: ])ora.sti. odesti ibid.: hodesti. ststi idem: sa- 
stij. vtrzeesti 126. Uganda: * vvT,zajasti. Dunkel ist basta, das 
auch s. so, nsl. basöa tmd. baca lautet. m>stvi. Fremd ist pastyre- 
vict bell.-troj. izglezdati inspicere und izvezdati educere, aslov. 
gleda, ved, haben im aslov. kein analogon. Auch vrate und cede so 
wie vraten und ceden sind neubilditngen für aslov. vrasta, cezda 
und vrasteni), cezdem. : t und d folgen dem aslov. vratisi, ce- 
disi usw. Vergl. bätjo, bäcjo, basta. 

2. Neben st, va\ findet man häufig k, g- geschrieben: öekaeki per. 
spis. 1876. XI. XII. 1Ö9 : cakajaste. domakin, domakinka: do- 
iiiast-. kett, ke gram. 138. 202. neben ee 113. kte per. spis. 1876. 
XL XII. 170. ke verk. 214 : hosteti), htsteti,. hvaktja per. spis. 
174. fakjas : hvasta-. kralevike milad. 8. -kja 142 : -istt. kukja 
22. 111. per. spis. 128. 177. für kidc- : kasta. strekjam, strekja 
milad. 46. 889. neben srestn-L 170: *S'Lrestaja: nsl. srecam obvius 
fio. sveki 402. sveki^i per. spis. 170: svesta. veki^e ih\l. veke urk. 
1253. veke, vece, vec (^d. i. vehc, velO dankov: veste. vrekja milad. 
360: vresta. vrukKO s'i>nce .>? ; vrasth. pozlakeu 65: pozlasteni.. /;/ 
vielen fällen folgt dem t im aslov. ij mit vocal, also tija, eine laut- 
gruppe, die s. durch ca ersetzt wird : brakja, brakhja per. sjjis. 173. 
cvekte ibid. cveke milad. 6. svakja per. spis. 127. trekiiit, trektjo 
167. 177. und Icja illa 165. aus tija. Entsprechend sind g-ragjano 
172. megjii 177. rogiicn 174. tagi,ja, tugi.iuka ibid. vegti 177. und 
livagja 166. livagje milad. 4. ki, steht für erweichtes t: barukhper. 
spis. 168. deveki. 165. ocekL; tj in gri.nioljaviei milad. 62. zetjove. 
Was die ausspräche des k, g aus tj, dj anbelangt, so lauten sie 
höchst wahrscheinlich — d^enn eine vollhimmen verlässliche zeugen- 
schaft hiefür fehlt mir leider — wie .s. c, gj, d. i. ii, [>. Die gründe 



Pji>. ''.i'i, vj:i, mju. 879 

für diese ausspräche sind fohjende : Vuk schreibt im Dodatak ce, 
cese von ln>t ; veco : veste. ziveci : zivasti icienev jahrhücher 46. 
96. mal nuil6ijji Idein; die Vingaer sprechen kT.st'i. : kastu. sreste 
gegen, puliuzdem: pohuzdajjj. nizdcin. und bac'^fc der ältere hruder. 
sreixn gl'dcldich. ubicam verheisse. brajci.: bratija. g;iispogja: gos- 
po^da. megj : mezdu. Dieselben ersetzen auch auslautendes tt, db, 
durch (', gj : pamec. p-Lc : patb. smr't6 5 im auslaute steht c für gj : 
g'la6 hunger. uaprct'. stiic kälte. Im Njecnik od tri jezika s. make- 
donski, arbanski i turski. Knjiga II. napisao M. Puljevski, mijak 
galjicki. U Beograd. 1876 findet nuüi h, j> für tj, dj : kuci. pec. 
cvece. treco. hoces. sucavame. veljejoci; luegju. i-agjajte. arg-josuvat 
rostet : r'Lzda. Wenn daneben kraiste, skroviste, stauistc vorkömmt, 
so ist dies ganz in der Ordnung: die zeugenschaft büsst an ihrer 
Zuverlässigkeit ein durch formen wie disusti, goresti ; ich füge noch 
hinzu pomoc neben poinost und noc so wie secer. Die Bulgaren 
sagen, kb in devekb und g-b in ogbii laute sehr loeich, tvbrde meko 
per. spis. 165; Cankov 8 meint kerk^b stehe für terki». Nach einem 
änderest einheimischen Sprachforscher ist trekja = tretja. ptkb = 
pT.tb via: patb. bakjii = batju. igbesi = idese. cug^bet =: cudbet, 
cudjat, gjadu = dedo. gbete = dete. Der letztere bemerkt: d, t, kog-ato 
se smegcat, izg'ovarjat se tvtrde ineko, txj stoto d-to ciiva se 
kato incko g (g't)? t-to samo meko k (kb). Es ist noch zu bedenken, 
dass, loie gesagt, c und gj serbische laute sind; dass sich dieselben 
dialektisch auch im rum. ciklop Cyklop und in gjito aus vito finden, 
allerdings nicht aus t und j sich entwickelnd ; dass sie endlich auch 
dem albanischen bekannt sind: cz, gitln, bei Kristoforidi ki, gitlvh. 

3. tl kann in kl übergehen: ritla und rikla. ritlovista pok. 1. 
48. 53, fz. ridelle, etwa wagenleiter. Daneben metla. sedlo. 

4. tn, dn kann i, d verlieren: hvani. povrtnT). istim> refrigeror: 
styd bestehen neben padm.. sedui.. Man beachte brajuo f rater milad. 
138. tk weicht dem sk: kiska cvekc 88; izdign'b luie nsl. zdignem, 
stori fac wie nsl. stori haben v eingebüsst. 



C. Diu p-coiisüujiuteii. 

1. Das b. duldet die lautgrupjjen pja, bja usw. : k^pe : kaplja. 
habe: hablja. love: lovlja. iiiainc: uianilja sind neubildungen von 
hohem alter. Dasselbe tritt auch soiist ein : iskopevam castnere. 
iskrivevam krümme usw. ; zcme, bei milad. 26. zemja. 



380 bulg. k-consöBanten. 

2. I. p fällt aus in ttni. : tonati ; daneheii trepm. milad. S. 100. 
102. hapm>. hloput 328. 

3. II. b schwindet in gim. per^'o. g-^tiit plico. 

bv icird b : obade nuntio. obese sus'pendo, daher bese. obikui. 
amo. oblak. obleklo. obrastam. 

4. III. pedepsam heriüit auf sTaiBsj^x, dessen vs schon griech. 
in ps übergeht, vn ka7in nm werden: mnuk neben vnuk. ramni dvo- 
i'ove. s^tmni es tagt, vc ?ütV(Z sc: nosce geld. usce schafe Vinga. 

ü. IV. nin A:«?«« durch vn ersetzt werden : stovnt pe?'. spis. 
im. tevna m^tgla 168. Auslautend.es m fällt hie und da ab: pita, 
dava, zborva für pitam, davaiii, zborvam. si (sy) ist s-Lm sum. 
ist das alte Nestus Jirecek 41. 

6'. V. f entsteht aus hv: mit ot uafol, navol milad. 297. 445. 
vergleiche man s. navo, uavalice. fate : hvatiti. frtle und hvrtle. 
fräste : hvrastije. Umgekehrt hvri.kn'L undj frtkm«. 

D. Die k-coiisoiiauteii. 

1. kt^ gt geht wie tj in st iü)er : düstere, diisterka milad. 201. 
öterka 8. snosti per. spis. 176. nos milad. 481. für nost. pes für 
pest. pesterx ; destere. pomus : poniostb Vinga. Daneben ktero 
per. spis. 174. ki>erkbi 127. kerka milad. 296. nokb per. spis. 178. 
sinokb 17 1. und sogar snoce volksl. für suosti. Über den laut des 
k aus kt Seite 378. 

2. I. Vor i stehen die c-laute: pl. nom. juuae.i. zalozi. kozjusi 
von junak. zalog-. kozjiib. sg. dat. inaj'ci. bulci nur im volksl. von 
niajka. bulk'ii. g- geht hie und da in dz über: kovcedzi per. sp>is. 
174. und iiodzi 1(J2. polodzi ova in nido remanentia seite 256: 
daneben die pl. nom. niajki. kiiigi. suj.bi. Der impt. von lek lautet 
reöi. Sonst steht vor i der ältere 6-laut: bulcicx von bulk-L. g- ver- 
wandelt sich manchmald in dz: ladzica per. spis. 148. 151. für 
l'i>zic'B. luecin'B. teziüL. tisiirL. gi"Lcija. knizija, woraus gvice. 
kuize. siromasija : daneben vlasija und vlase. soci th. indicare. 
shizi servire. krisi (r'tce si k^isit milad. 88). Jung sind kolciua 
milad. 514. dxgiöki., leliiök'L von &hgT> iris, lein, area durch 
d'Bg'iei, lehic'L : daneben r Lcick'b von n^lcL manus durch rtcict. 
dcvojkiu milad. 223. qiii puellae est. oci, usi beruhen auf och, usb. 

3. II. I or e steht ein Q.-co7isonant in blaze bene. blaze per. spis. 
177. i'i.ce milad. 88: raee. sk'Lrsnodze 60. Der ältere c-laut in 



ic, g aus k, g. 38 1 

peöellrfc : pecalb. kvn6es für krucest Ion(ja crard hahens. ticem curro. 
v'fcztlisein susjnro. vrtsel sxm trituraham. peceh coqueham, pecele. 

4. V. Vor b steht der 6-laut, es mag h älteres i oder yb sein : a) ua 
dltz in longitudinem. sivonrds f. jjcaqyeres. mleöen. bezbozen. greseu, 
daher bezboznik. dusnik ; sluzb^. Vergl. plasliv thnidiis. h) obic m. 
amor : obyknati. tic m. cursus. zezek 7)ehen mcsec usw. 

ö. IV. Vor e geht der k- in den c-Iaut Uhar: sg. voc. juuace. kr'i>- 
öeze ro« junak. krtceg. peces, pcce; mozes, inoze : man beachte 
inoz 2^otes per. spis. 149. und blazega verk. 26, so wie dzelezo 
ferrum. Aus mozes, mbze usw. entsteht inozT> und moziit für nioga, 
mogat'L. 

6. V. Vor e steht der <i-laut: inomce. use, vHce, das aslov. nie, 
A'l'Lce lauten uMrde. Hieher gehört polodze ovum in nido remanens. 

7. VI. Vor je findet man den c-lauf: okce. vretence milad. 
■^70. mlecece: mlecbce. 

8. VII. ja fordert den c-laut: kvice icinsele morse, place pZoro; 
plaöa aus plaöja. 

9. Dass g im aslov. und hie und da im h. in dz und die über- 
geht, ist seite 261 — 255 dargelegt. In Vinga hört man zi und, 
selten, dzi: onci für ondzi, vielleicht icegen des u. zu], dzid, zvezdi., 
dzvezdi.. Das rätsei (ei) lautet: dzizd dzizdosanO; var varosano, 
ni dzirka ni prodzirka milad. 531: dzir- beruht auf der w. zer 
schauen, dzizd (dzizdje milad. 159. dzidiüi per. spis. 129) Idhmte 
gegen die Zusammenstellung dieses Wortes mit sid nur dann angeführt 
werden, ivenn es fest stünde, dass h. dz nur aus g- hervorgehen kann. 
Die lautgru^ype i\z findet sich auclt in entlehnten worten : dukjaudzice 
milad. 162. dzep per. spis. 177. niadzari milad. 124. 

10. Über die Verwandlung des k, g- in entlehnten Worten in k, g', 
se7-b. c, g-j, k^r. h, t), ist seite 274 gehandelt. Dasselbe finden wir 
im b.: ceramid'L, s. cercmida y.spaij,'!;; b. ceif, s. cef; b. cerdosvam; 
eilija ; cir usw. milad. 583; daneben kelar 13. Der laut wird ver- 
schieden bezeichnet: duki.jan per. spis. 175. rakbija 172. Derselbe 
laut findet sich in einheimischen Worten: rukbi te 171. kbltkbi 170: 
kyta. visokbi 170. majkju 151. Dem gegenüber sind die formen 
acilesb, aücidesb bell.-troj. für achilles, akilles zu beachten. Auch 
s. gj findet sich im b.: gjuvcl, (Ijvivel milad. 534. gjazel ^Jör. s/j/s. 
154. s. gjuzel. g-bergbev, gergbov 154. 177: Georgii. pauagjiiriste 
milad. 202. legen grad milad. 117 usw.: s. legjan grad. In ein- 
heimischen Worten: drngbo per. sjyis. 176. pogbinat 174. nogbi te 



382 bulg. c-consonanten. 

171. Befremdend ist gi eos 147. 166. 167. für ihi.. In Vinya icird 
auslautendes k-t, g'B durch c, gj ersetzt: celec: ölovekx. icimic: 
jecbinykt. sxduvnic iudex, vec und ud vikt du viki.. dtlgj 
dehitum: pl. d-Llgjvc. Auch ka icird ca : kucci. hündinn. majcTb. 
svirc-L flöte, strelct pfeil. h. i, es ma(j aslov. i oder j sein, ruft c, 
gj hervor: cik'L haar: ki.ka^ kyka. clskt kränz: kyta. cisT. regen. 
bulci pl.: bulki). iirecisvLiii ich mache durch worte oder zeichen 
krank: urek, ??s?. urok. uebesci : nebesLskyj. (h'agji: drag}^'. slugji 
])l. Fremd sind cef. eeraniidi,. cerpic ungebrannter ziegel. palieeniu 
paulicianus, jetzt katholik. piscir handhuch usw. Mit dem erwähnten gi 
vergleiche man gji (da gji smirx ni sniej-L eos yacare non audeo) 
mit dem dat. gjim (daj gjim) neben jim (upriisti Jim). 

11. Wie im 8., so schwindet auch im b. nicht selten das h: 3. pl. 
aor. izlegoa exierunt: *izlegoha, izlezose milad. 160. poidoe, 
kinisae per. spis. 161: * — ha neben kradolia usw. Dagegen do- 
bihine. gorelite verk. 28. 241; vet neben vetT.h und veht: v^et'Lh'L; 
leb neben hleb^ t ; abe pessumdo neben habe. 

12. hv geht in i über : fale laudo. ÜSite p}rehendo. fräste frondes : 
livrastije. xli^hfur: vlthvT.. Hieher gehört wohl auch tVtle iacio. 
Statt h wird hie wul da f gesprochen : praf, miifi für prah, muht, 
najdof inveni per. spis. 162. osipnaf J»i7ar/. 401. kanifme 24: desen- 
taf dako-slov. für ein aslov. desetb teht. bolfa pidex- milad. 22: 
bl'Lha. krefko (jerebica krevko meso 421): *krehT>k'L, krehkav 
zart Cankov. kozufce milad. 371; pehenb verk. 1. 64. 370 ist 
griech. TrsvOcpa. 

E. Die c-consouanteii. 

1. Dass das b. ausser dem z ein dz besitzt, ist seite 264. erwähnt. 

2. Das c geht in c über, wenn k diese Verwandlung erlitte: mese- 
eiii'i,. dtgickt aus *d'i.gic/h: d^^i, iris. slncice per. sjns. 164: 
* sltDBCfcce. uemöe deminut. von nemcc: *nemtce. ktsee stück aus 
ktsec: kas'i.. nevesce von nevestki). g'Ldularce aus gLdularin geiger 
nach abfcdl des int: * gtdularee : gtduhi, ic. gad. ovcerin und 
ovcer. slucov : slncovi te dvorove pier. spis. 166. visint altitudo 
lüie vom comparat. vyse. crtkvt besteht neben crkvi per. spis. 172. 

3. Altes z geht nur vor praejotierten vocalen in z über: kaze : 
kaza aus kazja. gtmze. 

4. Dasselbe gilt von s: pise scribo ; per. spis. 163. liest man 
cesljase. 



cj. zj, äj. 383 

6. st geht vor ]ii nnic. in st über: vestict heve. pustem Vinga. 
prastam von prosti. kn>stain. 

6. Auch sk wird in diesem falle in st verwandelt: stnista pl. 
träume. ZT.tuHsti zußiichtsort Vinga. piste. vreste. sticL für d-Lstici. 
aus dtski.. pistelk'L. vosten cereus. carovisto, trigoviste, ziino- 
viste 2. Seite 27ö. Man merke orlista pl. milad. 21. vdoiöiste 164. 
junastinTj beruht «?(/' juuaski: junacbsk'L; gjaolbtini. : dijavolbskf, 
sti"i>b ahgezwickt adj. auf skerb-. 

7. Dem aslov. /^•volhsk'b entspricht nach Cankov volcki: ebenso 
bltgarcki. selcki. 

8. moj in nc moj noli ist mozi ivie im s. : vergl. iiioji,. 

9. Aus SV, zr kamt in einigen icorten str, zdr werden: stram, 
sram. strebrO; srebro. prestrete; sresm. «ms srestin> obvius fio. 
zdrel, zrel maturus. struma ist cTpujj.wv. 

10. Man vergleiche hVhswb mit bl'Lskam ; Hsni. mit l-iskav ; 
pi"Lsm> mit pr'Lskam. plisu^. stisu-L. tlasiit trudo. vresni. exclamo. 
hltzn'i. labor mit hltzgaai. stl^bbt stiege ist aslov. stl^ba. t ist aus- 
gefallen in vrisnik. krtsuik. pok^suiu^ supellex: kasti). pomosnik. 
napi"i>snik. povrT>n'L reddo. ispusni. emitto. fau-^t prehendo. istini 
refrigeror von vrtsta. krtstii usw. 

F. Die c-consonauten. 

1. Dem b. ist neben z auch dz eigen seite 381. 

2. Das b. liebt- die i)raejotation nach den c-lauten: belcjug. 
cjudo. ces. krtceg ; zebt. zelos mitleid. zer glid. sjug-t kratze. 
sjuni. sjupo gälire. Sjuto mangelhaft, cls wird s: cjoleski, celcski : 
clovecbsk'L. juüaski. vladiski. zajeski: zajecbsk'b: daneben gi-Lcky 
bell.-troj.: gT^LCtskij ; es wird s: cjolestvo: clovccbstvo. junastvo 
cank. milad. 245; falsch junastvo 78; doch mtski: maztski. 
dn'istvu. ml()stvu. 

3. Vor V geht c oft in c über: crn per. spis. 163. 176. crven 
172. uacrviti verk. 369. cirven milad. 190. 369. 520. neben cer- 
ven 203. 

4. z wird V in dori bis: doze i. diiri verk. 12. dur 1. dördi 
Vinga: doze i do. godcr ist s. z wird j: moji>, nioze possum. 
Itjcbj ItzicT. cochlear. 

5. Neben sto aus cbto wird sco, so gehört per. sp>is. 159. 166. 
pustuvbm colo. 

25 



3b4 tulg. den consonanteii gemeinsame bestimraungen. 

6. stn hilsst t ein: sresn'L obviam ßo: S'Lresta. Irisui Jtäus- 
licli : kastbni.. 

7. Der ylaut wird entweder auf r. art oder durch n bezeichnet. 



Zweites capitel. 
Den consonanten gemeinsame bestimmiingen. 

Ä. Assimilation. 

Assimilation tritt ein in velig-den, velidcu ostern. izbi.. g-ozbi). 
odbor. zbor : s'Lboi'L ; eben so slank'i. Strohhalm Vinga: * slam'ika. 
V, aslov. V'h, wird t' vor r, \, m : tVicem polliceor. ileji. infundo. 
fmeste insero. 

B. E iu seil al tun g- uud vorsetzuüg- von consonanten. 

/Cinschaltung von d, t hat stattijefiuiden in zv, sr usw. seite 383. 

C. Ans- und ab fall von eonsonanten. 

a) t fällt aus in bog-astvo. pi'asea : praseta. d : klaenee per, 
sjyis. 161: klade-. dogleat milad. 4: -gled-. v: loenje milad. 64. 
svatoi 93. digani tollo. g'ozdij nagel. störe facio. sr'Lbi es juckt; in 
Vinga dor: dvori.. izur: izvorL. niole: nevolja. li: zedoo sumserunt. 
dovikae vocarunt. niaste% noverca; in Vinga sretij'B: * S7>retiha. 
z: azi^ aze d. i. az zi, az ze: vergl. tize tu per. spis. 170: ego 
heisst jaz. b) t fällt ab: cobano der hirt. oraeo der ackersmann. 
trotho per. sjns. 149. der dritte, libi 1Ö3 : Ijiibiti.. mlados: nda- 
dosti,. kos. ces fortuna: ccstt. zelos, daher zelosen. kr'ts crux 271. 
nk(ilovi"i,s 270. nos: nostb. govos für g-orest. ple Sti, plectam. sves 
für sveste : svesta. sal, s. salt ; in Vinga pis ofen. priees communion. 
zalus. d : vednazd milad. 241, sonst vedm.z per. spis. 149. dvaz 
171. triz 172. und ednos milad. 68. vednos 149. vcdnas 201. dvas 
5. tris 161. g-roz; befremdend veduig- per. spis. 172. 2. seite 204. 
p: scnicT.. v: zeme sumit. zinianc das nehmen per. spis. 148. se 
für vtse : po se solo; in Vinga: ud'L : voda. ol: vo1t>. rabec Sper- 
ling, pe ätb assabo. li : i-abcr i:erk. 22ö ; in Vinga lep : hiebt. 



K. motatlicse von L'oiisoiiaiiten. 



38n 



D. Vcrli illt u iss der töuciidcu c o u t; o n a u t e u zu dun 

t o u 1 () s e 11 . 

Töimnde consonaiäen iverdcii im aadaate tonlos : 'j;\iit : i^-ladt. 
bop: bobT>. krtt": krLVb. glok : glog'L. jus, as : azx. nri..s : mazb; 
daher auch glali für glai,. 

E. Metathese von consouauten. 

ci,YtT, Jloreo : cvhta; in Viufja e7.fti.. s-lvuc; se^ si,nine se illit- 
cescit : svbueti.. garvan : gavi-ani), ttfrez aus tvi-ezii : trezvi. : die 
ursprüngliche lautfolge ist jedoch hier zweifelhaft. syahd-L hochzeit 
Vinga : svatbba. 



25' 



Lautlehre der serbischen und chorvatischen spräche. 



EESTEE TEIL 
Vocalismus. 



Erstes capitel. 
Die einzelnen vocale. 

A. Die a- vocal e. 

/, Erste stufe: c. 
1. A) Ung-eschwächtes c. 

J. Einige c Itahen sich im s. erhalten, die sontst zu l hevahsinken 
oder (janz achicinden hönnen: chorv. pocenovat istr. : cbu. derati, poz- 
der, aslov. drati^ dcra, s. drijeti. iu(3]jati. penjati se: pbu. porilja 
lotrix: prati, pera. stelja: stlati, stelja. sterati: strcti, stra. kolotcr. 
vera anidus; veruga, veriga: vrcti. chorv. zerati hg.: zrati, zra. 

2. e ist eingeschaltet in zeljezo. zerav usw. zeravka beruht auf 
zaravka : zar. glut. 

3. Fremd sind chorv. letva latte hg. chorv. peljati: icahrscheinlich. 
it. pigliare. pengati mar.: it. j^i-ngere. seka mar.: it. secca. 

4. e und o wechseln mit einander in osebujuo. osebit hg. scbi 
neben sobom. tega, tcinu lue. neben tog"a usw. 

:"). Die w. tcr liat im praes. trem, tarein ; «71 dieses scheint sich 
tar stramentum comminutum, tara für uatra, tarak, satariti_, sataiü- 
sati ziv. 104. anzulehnen. 



387 



B) Zu f, gesohwächtes e. 

1. Das asJov. hat zwei halbvocale i> nvd t. : jener hat sich atis e 
oder i, dieser aus o oder u entwickelt seite 19. 109. und 76. 141. 
Wie im. nsl. und h., so ist auch im s. jeglicher unterschied zwischen 
h und % geschivunden: im s. ist dafür a in allen fällen eingetreten, 
ICO das verstummen nicht platz greifen konnte: dan ; nadam^ dah- 
nuti : dtiiL; ^nadiim-i., dthnati; daneben dne; nadma, tvor aus 
tlior: dtue; * uad-LUia, * d^hort. Nach meiner ansieht ist es un- 
richtig anzunehmen, t. oder h sei in a übergegangen: dieses ist nur 
ein hilfslaut, hestimmf, das icort nach dem verstummen von b und i. 
atissjyrechhar zu. machen oder die aussprechlarkeit zu erleichtern. 

2. Der inlautende halhvocal — der auslautende war icohl schon 
in der dem s. zu gründe liegenden spräche nicht mehr hürhar — ist 
im s. verstummt in einer grossen anzahl von. lo orten : zapsiti neben 
zabasiti infitias ire: bxlnb. gmiziti, gmizati neben gamziti und 
gamizati : jo^tnitzati, gT>myzati. mnom : mbnoja neben meni : nibne, 
mene s. und aslov. : dagegen, chorv. manum istr. mane mihi, od mane 
mik. 36. 90. prica actor: vergl. ptrtct. sto hieben pet sat: stto. 
tma, tmica, tmina neben tama; oiur tamui. znjem neben zanjeni : 
zbiija usw. Eben so jajce d. i. jajbce. chorv. zalih zlo pog-ubi 
malos male perdidAt. zalog-a sataue pist. a tritt ein in bazdjeti : 
*bhz(l-, vielleicht aus pbzd-: nsl. pezdeti: aus ])i,z(l- mag zuerst pzd-, 
daraus bzd- entstanden sein, dazd hieben duzdevnjak salamandra : 
dxzdb. dvaxix, pl. : dvtrb. chorv. jamem lue. beruht auf '^hm.-, zname 
auf s-bubm-. ka neben k, sa oieJjen s, va neben u: ka dvoru pjes. 
1. Vi2 ; 2. 388. chorv. kasan : kT^sbui^. lak aus lag-ak; lagnuti mar. 
lanuti, labuuti (sad mn je lauulo): lbgT.k73. pas, psa, dagegen 
pasji: pbST., P^'Sij. stablo: stbblo. ta, taj: tx. chorv. na t receni rok : 
na ti) usw. tada: ti.da, tiigda. posao ist posT.hb. sljem ist älter als 
saljem. srdasce aus * sriidbcbce usw. Dunkel ist last facilitas, 
lastan usw. vergl. Jagic, Podmladj. vokal. 26. In narav aus nrav 
bietet auch das nsl. a, das von dem, hier behandelten s. a verschieden 
ist. karv, das hie und da, wie es scheint, wirklich gesprochen icird, 
ist aus krv entstanden, nicht etwa aus einem unmöglichen kT.rvb. 

3. Wie im aslov. die halbvocale, so wird im. s. a zur leichteren aus- 
spräche eingefügt: gjui'agj. advenat. dobar vsw. zumauce: *zl'biniio; 
/iej'^er.? uz-a-iij. chorv. krez-a-c ?mk/ krez-a-nju. onom-a-dne: ononib 

(h>iio. Mancher einschub beruht vielleicht auf dem. accente: iziulii'ati. 
obaviti. obazirati. rozag'nati; bezazlen; so ist vielleicht auch inuda- 



Oöö selb, cliorv. a-vocale. 

rac neben inudrac, nsl. mödrc; kozalac, kozlac zu deuten: anders 
heitr. 7. 150: vergl. parac accusator, das aus parc entstanden sein 
soll, chorv. vitarac Jiekt. misalju lue. nehen niislju. jezgarica von 
jezg-ra. njedarca voji njedra. malenica mola und mliuica; cliorv. 
malin und s. mlin: nsl. maHn. odavde d. i. od a (o)vde : vercjl. 
odavle, odande, odanle ; cliorv. odaklen d. i. od a kolen usw.: vergl. 
klr. izvotola von dort; wr. otkel ivolier. Auf accentverliältnissen 
herulit vielleicht auch das eingefügte a im pl. gen. der icorte wie s. 
g-rläcä: gr-oce. rebarä: rebro. vesäla: veslo. oväcä: ovca. sestära: 
sestra usw. An der stelle des auslautenden ä bietet die spräche der 
Crna gora und des benachbarten Küstenlandes den halbvocal t: 
juuakrbh, opxmjk'Eh ; pusTiktb, zeno^h : junaka, opanaka usw., loie 
üherhaivpt in den bezeichneten gegenden "l für s. a eintritt: bi.dni 
d^n, ö-Lst, gladtn, Ijubtztn, ktd, m^Lgla, opxnik, s^n, s-Liirbk; 
dosT> ist dostlt; peki^, rekij - pekH, reklt Vuk Stef. Karadzic, 
Poslovice XXVI, eine erscheinung, die man nur in dem falle durch 
die Seite 20 vermutete Vermischung der so sprechenden mit Skipetaren 
erklären icird, icenn es sich zeigen sollte, dass jenes Tb nicht in allen 
formen s. a für i., t entspricht. Das auslautende a von oväcä, 
g-rJäcä, dem, im SW. t> gegenübersteht, loird als eine spätere an- 
fügung angesehen, nährend andere diese formen mit den nsl. pl. gen. 
g-orä, srcä (3. seite 130. 137. 206. Jagic, Podmladj. vokal. 3. 82) 
zusammenstellen, denn dass das auslautende h. dem pronomen entlehnt 
ist, darf als sicher angesehen icerden. Als junge etymologisch uner- 
klärbare anhängsei sieht man an e in jeste, time, njome, tobome, 
bog'ome, po sihoj; ua svietu ovomem Naljeskovic; a in jera neben 
jer und jere : jeze. zada, ureda neben ured, zenama, bozima usiu. 
e in jeste, time scheinen manche geneigt aus einem betonten h zu 
erklären: jestt, temt, loährend das a von gora seinen grund im 
betonten t. haben soll, eine deutung, loelche kaum wahrscheinlich 
gemacht werden kann: die saclie ist dunkel, zenama und bozima 
werden als der analogie des duals der subst. auf a und der pro- 
nomina folgend angesehen : selten ist oöimani. Alten abfall und 
spätere anfügung annehmend, gelangt herr Jagic von tog-o zu tog- und 
von diesem zu te)ga Podmladj. vokal. 77, loorln ich ihm schon aus 
dem gründe nicht beistimmen kann, dass gix neben g-o in die urslav. 
periode zurückreicht, wie das vorkommen des g-a im nsl. und s. neben 
dem g'O «j den anderen slav. sprachen zeigt. Eine hjpothese 3. seite 47. 
4. Im nsl. ist dem, a und e die rolle des s. a,für i>, 't zugewiesen; 
auch chorv. findet man c: dciias, duuasuji, seda hg.; s. tek hängt 



tlt aus tort. 389 

wohl mit adov. t'i>lci.iuo zusammen,' dem asiov. pravi>tlLUi> steht s. 
pravedan, chorv. pravadno hg. (jecjenUher, während das s. stegno 
vielleicht auf einem älteren stegno beruht: p. ^cioguo, scieg-no, 
aslov. stbgno vergl. seite 112. 

-. tert wird trt (xler tret. 

A. tert icird trt. 

1. Das s. und chorv. gehört zur zone A, daher entsteht aus tert 
trt; tlt geht durch tolt, tout in tut über; auf den inseln lebt noch 
pik, plu Crncic. Dem zlxva entspricht chorv. zalva maz. 111. jac. 
ö2, s. zaova, zava, wie neben vrdauja vardanja besteht. Einige trt 
sind alt, andere sind erst im sonderleben des s. und chorv. entstanden, 
a) brdo. chorv. hrg: ki se brze Crncic 129; br^i dan dive mar. 
crii, chorv. crn. crv, chorv. crv. diig- : dl^gi). grlo. mucati: mltöati. 
musti: mli.sti, iuIlz; ovca muzica we/A^sc/^a/ is^?\ smrt. mrva. puii: 
plxux. dopusti at/rc2>ere 7)iar. ; pl-Lz. strpal : ovce strple gelte schafe 
istr.: tr7,p obrigescere. strk tabanus. trti. odvug-nuti : vl^g. vubliti 

fraudidentum esse mar. ; vulilenje hifjxjcrisis jac. 263: vPtbv^. zuc : 
zVhQ,h. zudjeti: zltdeti. Man merke podrvsi (ineö ue podrvse van 
mar.), odprsi (vrata mar.), rastrse (Isaiju mar.) b) as. adrtfato 
ao£A9aTov. chorv. cemruo maz. 130. dumno, duvuo aus dlmno Delmi- 
ninm. brcegovina maz. 122. Idirka, kiirca, lirca filia maz. 107. 108. 
113. 114. 128 usw. kolomprja maz. 164. aus -perja mik. 8. as. 
krtkri. v.ipy.'jpx, sj)ät 7.o6p/.oupa. as. krtvasb gervasius. pije federn maz. 
126. prsiira: it.-ven. fersora. rbadiga: herbaticum archiv 2. 270. sprta 
hg. : it. sperta. as. srbg-b : sergius. tr aus ter : tr si bil tamo mik. 
tr zapiva maz. 08. trinen : terminus. trst : tergeste. vrbovati : 
werben, vrbovka. zafrbeg maz. 150. Dem aslov. nirtH entspriclit 
mr-o, zweisilbig, iveil mit silbebildendem r; ebe^i so tr - ah nach 
trti usw. 

2. trt entsteht auch aus tret: grk, grgnr gregorius. prsljen 
neben presljen. prsiit: it. presciutto. 

3. Atis tart entsteht trt nicht selten: brhan: mlat. barchanus. 
dlinatika Crncic 129. grbiu mar.: it. gdrbino. krcati : it. carcare, 
caricare. krto, g. krtola: cartallus. inrha: ahd. marah. srdjelja: sar- 
della. skrpina: it. scarpione. trsat on.: tarsatica. vrket: vergl. it. 
barchetta. inruar: it. marinaro. tort icird trt m krf Corfu. mrt 
für morebiti jac. 98. navrljan New-Orleans. povrbaj aus vorbei. 
vrtima, frtuua. Vergl. rniau ml. 38, nsl. nneu neben rainan, 



390 serl). chorv. a-vocale. 

r. romeuT), rum. romonicv. trat ergibt trt in trpeza. chorv. iskr 
■prope im Küstenland, iskrnji: iskarnji maf.: iskrb. 

4. Dunkel sind hrvat: crcmdi tirk. 993. hrovatski mat. 
krbava landscliaftsname. mrtovlah hewolmer der grenze zwisclien 
Kostajnica und Novi icohl ans jj-a'jpsßXa/o;, woraus auch it. mor- 
lacco. krletka^ skrljetka cavea. as. zemlbnb, zemun, deutsch Semlin. 

B. tert wird, tret. 

cvrjeti nehen cvrti mik. crida mar. creda hg.; daneben s. 
krd: corda ist magy.-slav. chorv. cripati mar. für crip-. crip mar. 
nehen örpulja stürz hg. örisnja mar. hg. : daneben krijesva rag. 
cersa, cirsanje, s. tresnje. eres vallone di Cherso; cresani kur. 26. 
crijet: nsl. cret, r. cereti.. cvez jac. 60. neben öez hg., ces hg. und 
skroz, kroz hg. drijeti: *dreti, drati. hlevtuo, livno, lijevno setzt 
/SAß- für '/Ae'PAvv. voraus, mlisti ark. 2. 300: mlesti. mljet^ mjet: 
;j.£a(t^. inljeti: mleti. nresti. liegt folgenden formen zu gründe: 
mrijest f. rogen, mrijestiti se coire, chorv., nerist eber hg., nerast, 
nerostec belost., neresljiv kur. 40. nreti findet im chorv. keinen reflex : 
zauere (u pi'opast mar.), pelene neben plencice mik. 139. smreka, 
chorv. smraka hg. chorv. smric neben snirö. spljet 'zrSKy.-o't. streci 
Crncic 130. neben ustrg-oh bemerkte VegJia. tlici tundere mar., s. tuci. 
trijeba : bei mat. potreba nehen potrba : potarba 21. 23. 24 usic, 
wie nsl. trbe. aslov. trebuht lautet trbuli. vlici trahere mar. : vlesti. 
chorn. odvrici pist. vrelo fons: *vrelo aus verlo. povrijeslo, rijeslo, 
c//oru. povrislo %. garbenband: verz-tlo. uavristi (galibu oct. 17.): 
verz-ti. vreteno ^art^e^ vreteno, vrteno. vrijeti zwsej'ere; ona se vere 
dam circumit mar. zlijeb, zdlijeb. zlijezda. zdrijelo. proz(h-ijeti. 
Veles on. icird niclit etwa vles. 

8, ent wird et, et. 

1. Aslov. e entspricht c, indem aus ent zunächst et und daraus 
et ivird : iice coepit. cedo maz. 162. jareb : jarebb. klecati. kretati. 
chorv. lecka laqueus. ledina. pamet. chorv. predpreg; schürze hg. rega 
murmuratio canis. oseka; iiseklo je inore dalm. teg; arbeit, körn. 
userez mar. : iiserezb. red, womit wohl zusammenhängt ured cito, 
chorv. vred, vreda, redi mik. 93. ua vredi hg.; eben so nje; ujeje 
mik. 161: jeje. stoje: stojeti. usw. 

2. e wird jedoch nicht mir durch e, sondern, meist im chorv., nach 
den. c-laufen auch durch a,, ferners, infolge einer Verwechslung des meist 
langen e mit e, durch je, ije ersetzt: selten ist eu vor consonanten. 



vocal S. 391 

a) \wt:.:i heJcf.: poce. cado lue. jati luS. mar.: jamem ist *jtniemb: 
obuja mar. odujati adimere mar. pojati mar. prijati mar. polj. zauja 
mar. rukovat hg. : rakovetb. pocalo. jatra lue. jazik mar. und in 
zajik mik. jacinik mik. zajac ziehen zcc. zaja sitls; zaja mi se sitio hg. 
zatelica schmtterlnn inst. Man beachte jalva nehen jelva vergl. Seite 37. 
h) (Ijetao. jastrijeb tmcZ jastreb : jastrebb. osjeknuti : osjekla voda: 
s§k. prisvijeojeti /«r prig-rijati: sved. povjesnid hund ßachs : vez- 
smo. stijeg- lautet auch aslov. stegi.. c) imeutovati für imenovati, 
mencati, maucati kur. 13: nibii. pavenka vinca. pentrati se ascen- 
dere: penjati se, ic. pbn. jaugulja neben jegulja zor. 19: das erstere 
durch anlehnung an anguilla. chorv. spricht man auch ramen m. hg. 
für rame aus ramen. 

3. e aus e ist lang oder kurz : lang in (leset, g^reda. meso ; 
ferners in nose. nüseci. zene usic; kurz in jezik. jecam. zet; 
ferners in tele, pleme usw. 

IT. Zweite fttufe : e. 

1. Dem aslov. e entsprechen verschiedene laute: e, ije neben je 
und i. Hinsichtlich dieses lautes zerfällt das s. Sprachgebiet in die 
östliche und die icestliche zone : in jener steht dem e .stets e gegen- 
über : beg: beg^'b ; bezati: bezati ; in dieser tvird das ursprünglich 
gedehnte e jener d